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Full text of "Archiv fu?r die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bo?hmen / herausgegeben von den Beiden Comite?s fu?r die Landesdurchforschung."

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HARVARD UNIVERSITY 



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LIBRARY 

OF THE 
MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLOGY 



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ARCH IV 



fur die naturwissenschaftliche 



LANDESDURCHFORSCHDNG 



von 



BOH MEN 



herausgegeben von don 



BEIDEN COMITES FUR DIE LANDESDURCHFORSCHUM, 



unter dor Redaction 



PROF. Dr. C. KORISTKA uml PROF. Dr. A. FRI€. 



Siebenter Band. 



#^ 



PRAG. 

C o m m i s s i o n s - V e r ] a g von Franz H i v n a c. 
1891. 



■ 



Inhalt des siebenten Bandes des Archives. 



Nro. 1. Die Flechten der Umgebung ton Deutschbrod. Von Jos. Novak. 

Nro. 2. Studien im Gebiete der bbhmischen Kreide for motion. IV. Die Teplitzer 

Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric. 
Nro. 3. Uber die chemische Zusammensetmng verscJiiedener Aclcererden und Oesteine 

Bohmens und uber %hr en agronomischen Werth. Von Dr. Jos. Hanamann. 
Nro. 4. Die tertitiren Land- und Siisswasser-C'onchi/lien des nordiv. Biihmen. Von 

Gottlieb Klika. 
Nro. 5. Die Myxomyceten Bohmens von Dr. Lad. Celakovsky (Sohu). 
Nro. (i. Geologische Karte von Bohmen. Section VI. Entworfen von Prof. J o h. 

Krejcf. Mit Erlauterung von Prof, Dr. Ant. Fric. 



Druck von Dr. Edv. Gregr in Ping. — Selbslvcrlag. 



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DIE FLECHTEN 

DER UMGEBUNG VON DEUTSCHBROD 

NEBST EINEM VERZEICHNIS 

DER UGBRHAUPT II BDHMEI ENTDECKTEN ARTEN. 

Verfasst von 

JOSEF NOVAK, 

PROFESSOR AM K. K. GYMN ASlnM 7,1] DEUTSCHBROD. 



ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN 

"VII. Rand, Nro. 1. (Botanische Abtheilung.) 



p ii a o. 

I n C o m m i s s i o n b e i F E. R I V N A 0, 
1893. 





DAS ARCHIV 

fiir die 

naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bohmen 

I. bis V. Band : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejcf, 
VI. Band u. s. w.: Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. Dr. A. Fric, 

enlMIt folgende Arbeiten : 

KRSTEB £J A. IS O. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

a) Das Terrain und die Hohenverhaltnisse des Mittelgcbirges und des 
Sandsteingebirges im nordlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Koristka. 

b) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt II.) von Proi. 
Dr. Kofistka. . . . 

cj Hohenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Konstka. Preis fl. 4 — 
Preis der Karte app "■ 1 '"" 

II. Die Arbeiten der geologisohen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnisse des nord- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejci. 

b) Studien im Gebiete der bohm. Kr ei d e f o r m a ti on von Prof. J. Kre.ici. 

c) Paliiontologische Untersuchungen der cinzelnen Schichtcn der bohm. 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Fric. 

d) Die Steinkohlenbecken von Radnic, vom Hlittenmeister Karl Feistm antel. 
Preis fl - 4 ' 50 

III. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Theil.) 
Preis fl ' 1 ' — 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Verzeichniss der Kafer Bohmens vom Conservator Em, Lokaj. 

b) Monographie der Land- und Susswassermolluskcn Bohmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavik. 

c) Verzeichniss der Spinnen des nordlichen Bohmen vom Real-Lchrer 
Emanuel B a r t a. I'rcis A- 2'— 

V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. Preis 25 kr. 

Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb fl. 9 — 

r s: w E i r r JE IX, BAND. 
Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

a) Das Terrain und die Hohenverhaltnisse des I s c r- und des Riesen- 

gebirges und seiner siidlichen und ostlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 

Kofistka. .. _. , 

b) Zweite Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (bect.-lSlatt ill.) von i"rot. 

Dr. Kofistka. 
e) Hohenschichtenkarte, Section III., von Prof. Dr. Koristka. 

d) Hohenschichtenkarte des Riesengebirges von Pro! Dr. Koristka Preis 
dieser Abtheilung • "• 4->0 

II. Die Arbeiten der geologlschen Abtheilung. I. Theil enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenformation Bohmens. 

b) Karl Feistmantel: Die Steinkohlenbecken bei Klein-Pf ilep, Li sek, Stllec, 
Holoubkow, Mires cbau und Letkow. , 

c) Jos. Vala und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) R. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sdzava. Preis , . . . fl. 4 - — 



DIE 








NEBST EINEM VERZEICIINIS 



DER UBERHAUPT IN BOHMEN ENTDECKTEN ARTEN. 



Verfasst von 



JOSEF NOVAK, 

PR0FSS30R AM K. K. GYMNASIUM ZU DEUTSCHBROO. 






ARCH3V DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON RullMEN. 

(VII. Band, Nro. 1. Bot. Abtlicilung). 



P R A G. 

KOMMISSIONS-VERLAG VON FR. RIVNAC. - DRUCK VON Dr. EDV. GREGR. 



i8«i:i. 



Vorwort. 



Nachdem ich die Phanerogamen und die Gefass-Kryptogamen der Um- 
gebung von Deutschbrod kennen gelernt liatte, frag ich vor 6 Jahren an, die Strauch- 
und Laubfleehten, spftterhin die Krusten- und Gallertflechten derselben Umgebung 
zu bestimmen. Die Fliiche, auf der ich in der Deutschbroder Umgebung sammelte, 
misst etwa 100 &m 2 ; der hochste Punkt befindet sich ungefahr 512 m, und der 
niedrigste beiliiufig 400 m oberhalb der Meeresflache. Bei der Arbeit beniitzte 
ich das Werk „Kuramer's Flechten", und das Werk von Rabenhorst; spiiter wurde 
ich mit dem vorziiglichen, von Berth. Stein bearbeiteten Werke ,, Flechten Schlesiens", 
sowie mit dem fur Anfanger geschriebenen von Otto Muller und G. Papst heraus- 
gegebenen Buche „Flechten Deutschlands" bekannt. 

Die Strauch- und Laubfleehten hoffe ich vollkommen durchforscht zu haben. 
Meine Sammlungen enthalten 34 Strauch- und 43 Laubfleehten mit zahlreichen Ab- 
arten und Formen. Von den Krustenflechten entdeckte ich 104 Arten mit ebcnfalls 
■zahlreichen Abarten und Formen, von den Gallertflechten 4 Arten. Vier Arten 
sind neu, von denen ich drei Gyalecta Steinii, Arthropyrenia bohemica und Ticho- 
thecium Opegraphao benannte, die vierte Art entdeckte B. Stein auf einer ihm von 
imr zutfosaudteu Art und benannte dieselbe Cercidospira minima. Urn vollkommene 
Sicherheit zu erlangen, dass die genannten Arten neu sind, ersuchte ich den Liche- 
iiologen Berth. Stein in Breslau uni Beurtheilung, der auch bereitwillig die ganze 
Sammlung revidirte und bestiitigte, dass die genannten Arten neu sind, fur welche 
Arbeit ich ihm herzlichen Dank sago. 

Wie ich aus dem die schlesischen Flechten abhandelnden Werke erfahre, 
smd i m Hiigellande von 150—500 m Hohe 280 Arten entdeckt worden, von welchen 
115 ausschliesslich dem Hiigellande angehoren. Nahe gelegener hoher Berge wegen 
^chlesien den Plechten mehr zuganglich als das Deutschbroder Hugelland, 
welches von hohen Bergen entfernt liegt; daraus schliesse icli, dass in der Um- 
gebung von Deutschbrod in derselben Hohe weniger Arten wachsen als in Schlesien. 
Wenii lch die ausschliesslich in niederer Gegend und in niedrigerem Hiigellande 
wachsenden Arten, welche der Umgebung von Deutschbrod fehlen, abrechne, so 
ersehe ich im Vergleiche der Menge der in Schlesien entdeckten Flechten mit der 

l* 



An/,alil der unserigen, class nicht mehr viele Alton fehlen, damit die Umgebung 
von Deutschbrod vollkommen durcbiorscht sei. 

Manche von den Strauch- und Laubflechten setzen in der Umgebung von 
Deutschbrod keinc Fruchte an, und die.se Fruchte beschrieb ich audi niclit. Die 
Krusten- und Gallertflechten bestimmte ich siimmtlich mit Ililfe dcs Mikroskopes, 
und die Sporen, 48 Arten 650mal vergrossort, zeichneto ich und fiigte sic dieser 
Abb and lung bei. 

In neueror Zeit wurdc durch die Theorie Scliwendoners dieser Pflanzen- 
abtheilung besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Nur wenige Botaniker stimmen 
mit der Meinung Schwendcners nicht uberein, dass die Fleehten auf Algen schma- 
rotzende Pilzo soien; da sic aber dagegen koine hinreickenden Boweise bieten, 
kann man daraus schlicssen, dass die Theorie Schwendcners als allgemein geltend 
anerkannt werden wird. Dann wird es vollatftndig am Platze sein, einzelne Ab- 
theilungen solchen Pilzen zuzuweiscn, mit denen sie, was die Fruchte anlangt, 
llbereinstimmen, wie es Schleiden schon vor einigen Jahrzehnten gemacht bat. 
Wenn wir aus den Fleehten der Eigenheit wegen, dass sie init Algen symbiotisch 
lchen, eine selbststiindige Abtheilung bilden, werden wir sie natiirlich don Fruchten 
gemiiss nachstehend zusammenstellen : 

I. Gymnocarpe Fleehten (Scheibonfriichtigo) : 

A. Sporen einfach. 

B. „ getheilt. 

a) Sporen quer getheilt. 

b) „ nacb verschiedenen Ilichtungen getheilt. 

II. Angiocarpe Fleehten: 

A. Sporen einfach. 

B. „ getheilt. 

a) Sporen quer getheilt. 

b) „ nach verschiedenen lUchtungen getheilt. 

So ein System wiiro natiirlicher als das Koerber's, gegriindet auf Thallus- 
verschiedenheiten; da aber die Strauch- und Laubflechten in manchen Gegonden 
koine Fruchte ansetzen, ist die Eintheilung Koerber's in Strauch-, Laub- und 
Krustenflechten vortheilhafter, sowie audi deswegen, dass der Anfanger die I'lechtcn 
ohne Mikroskoj) in die Hauptgruppen eintheilen kann. Ich richtete mich in meiner 
Ahhandlung nach dem System Koerber's; darin finden sich nun einige Schwierig- 
keiten; so wissen wir z. B. von einigen Arten gar nicht, woliin sie einzureihen seien: 
die Gattung Cetraria zahlen einige zu den Strauch-, andere zu don Laubflechten; 
I'hyscia ciliaris iihnelt den Strauchflechten, die iibrigen Arten von derselben Gattung 
aber den Laubflechten; Parmelia demissa und Candelaria concolor ziihlen einige 
wieder zu den Laubflechten, und die anderen zu den Krustenflechten. Die Gallert- 
llechten, die anfangs den Krustenflechten, wenn sie aber ausgewachsen sind, den 
Laubflechten iihneln, werden wegen der Eigenthumlichkeit des Thallus, dass or 
niimlich, mit Wasser durchtrankt, gallertig anschwillt (Oliromidien und Hyphen sind 
in der gallertigen Masse eingebettet), fur eine besondere Abtheilung gehalten. Eiae 
solche Masse fand ich aber audi in der Krustcnneclite Acarospora fuscata F. 
smaragdula Whlhg. 



5 

IJber die Flechten Bflhmens eine Abhandlung zu liefern, ist mir bis jetzt 
nicht moglich gewesen. Ich kenne nur die Flechten der Deutsclibroder Umgebung, 
der Umgebung von Sobotka und einen Theil der Flechten ties Kiesengebirges. Das 
Riesengebirge ist am besten durcliforsclit, am vvenigsten Mittelbohmen und der 
BShmerwald. Um die Durcbforschung des Kieseugebirges hat das grosste Verdienst 
Julius von Flotov? (Fw., f 1858), Dr. G. W. Koerber (Kbr., get). 1817) und Berth. 
Stein (St.), der nach einer 18jahrigen Arbeit die „Flechten Schlesiens" herausgab. 

Im Krzgebirge forschte besonders Kabenhorst (Rbst.), der aus verschie- 
denen Orten Bohmens Material bekam, welches er bearbeitete, wie: aus der Um- 
gebung von Reichenberg, Kaplitz und andcren Orten von den Herren: Stadtratli 
Siegmuud, Forstmeister Schauta, Bentmeister Sachs, Mag. Cbir. Kirchner und 
Plarrer Karl, deren Namen ich einzelnen, von ibnen gefxmdeiien Arten beifiige. 
Mit den bohmischen Flechten beschaitigten sich weiter Corda, Mann, der bei mancher 
Art bloss bemerkt, dass sie in Bohmen wiichst, und Opiz, welcher die in Bohmen 
wachsenden Arten gegen Umtausch versandte und ein Verzeichnis der bohmischen 
Kryptogameu herausgab. In jiingster Zeit gab Alex. Bernard einen Schliissel zur 
Bestiminung der Strauch- und Laubflechten der Umgebung von Tabor heraus. Ein 
Verzeichnis der ausserhalb der Umgebung von Deutschbrod entdeckten Flechten 
schloss ich mit der Angabe des Fundortes und des Finders der Art meiner Ab- 
handhing an. 

Die Flechtensammlung aus der Umgebung von Deutschbrod schenke ich 
als Beleg zu dieser Abhandlung dem Wunsche des Uuiversitats-Professors Herrn 
Br. Gelakovsky zufolge dem bohmischen Museum, um die Flechtendurchforschung 
in meinem Vaterlande zu erleichtern. 

Deutschbrod, am 15. April 1886. 



Josef Novak. 



T. Die StraucMechten der Umffebunff von Deutsclibrod. 



Man unterscheidet die StrauchflecMcn von den Ubrigen Flechten dadurch, 
dass Hit Thallus besonders nach einer Richtung fortwdchst und allseilig gleichm&ssig 
berindet ist; er ist fadenformig, cylindrisch, oder bandartig, strauchig verzweigt, nur 
an einer Stelle (mit geringen Ausuahmen) verschiedenen Gegensttinden angewachsen. 

In der Umgebung von Deutsclibrod kommt nur die Abtheilung mit scheiben- 
formigen Friichten vor. 

Uibersicht der Familien. 

TTsneaceae. Tballus straucb- oder fadenformig, oval oder flach, allseitig 
berindet, den Gegenstanden nur an einer Stelle mit den Hyphen angewachsen. 
Frflchte breit, scbeibenfonnig, von einein Thallus-Excipulum, welches Cbromidien 
enthalt, umgeben. 

Cladoniaceae. Der ganze Thallus aus Thallusschuppen oder Bliittchen und 
aus Thallusiistchen gebildet. Triigt er Friicbte, so ist er strauchig, fast oval, mil, 
Hyphen befestigt, oder wiichst er aus Thallusschuppen auf. Frflchte sind gleich 
voin Anfamg geflfihetj gewolbt bis kopfchenformig, der Ghromidieu eiitbebrend. 



Usneaceae. 

Uibersicht der Gattungen. 

A. Tballus im Durchschuittc oval. 

1. Usnea. Thallus mit fadenformigen, festen, leicbt abschalbaren Mark-. 
Frflchte scheibenfiirmig, rundlich, mit keulenformigen Sporenschlftuchen, in deiieu 
je 8 einfache, farblose, ellipsoidische Sporen entstehen. 

2. Bryopogon. Thallus fast oval, mit lockerem, fadenformigein Marke, von 
dein sich die Eindenschicht nicht abscluilt. Frflchte schtisselformig, seitenstiindig. 
Sporen sehr klein, eirund, zu je 8 in einem Schlauche. 

3. Cornicularia. Tballus oval oder zusammengedruckt-kantig, strauchig, 
mit lockerem, fadenartigem Marke, im Alter pflegt er rohrig zu sein. Rinde voin 
Marke nicht abschiilbar. Uiiidenschicht knorpelig, hornartig. Sporen sehr klein, 
farblos, zu je 8 in einem Schlauche und eiuzellig. 



B. Thallus bci alien unseren Artcn bandfSrmig, selten oval-zusammen- 
gedrtickt. 

4. Evernia. Thallus bandformig oder kantig-rundlich. Mark locker-filzig, 
einffirmig, oder von zaheren Faden durchzogen. Rindenschicht diinn, aus sehr 
kleinen Zellen gebildet. Friichte schiisselforniig. Sporen einzellig, farblos, selir 
klein, 8 in einem Sporenschlauche. 

5. Ramalina. Thallus band- bis blattformig, solid oder hohl, mit lockerera 
Marke. Rindenschicht grosstentheils knorpelig, aus verzweigten, verflochtenen, lang- 
lichen Fadea gebildet. Friichte seiten- oder endstiindig, mit gleichfarbigem Thallus. 
Sporen zweizellig, farblos. 

Usnea Dill. 

1. U. larbata (L.) — Thallus dick-fadenformig oder strauchartig, hangend 
oder aufrecht, fast zahe, unregelmiissig vielfach verzweigt, kahl oder von ungleichen 
glatten, gefransten Aestcheu bewachsen. Friichte seiten- und endstandig. Sporen 
ellihsoidisch. 

a) florida L. Thallus aufrecht, strauchig, glatt oder nur wcnig rauh ; 

f. hirta Ach. Thallus verkihumert, dicht bestaubt; 
/J) dasypogon Ach. ([lendula Kbr.). Thallus hangend, fadenfiirmig, rauh. 

Eine an Baumen und auf altem Holz sehr gemeine Art. Am stattlichsten 
l«)imnt sie auf Liirchen vor. 

llryopogon Lk. 

2. B. jubatus (L.) — Thallus fadenformig, hiingend, einigemal gabelig ge- 
theilt, grau bis braunschwarz, mit gleichfarbigen Spitzen. 

Sie wachst auf Baumen und altem Holz, ist aber nicht so verbreitet wie 
Usnoa. Stets steril. Am hiiufigsteu wachst sie auf dem Berge Zbozi. 

Cornicularia Ach. 

a C. aculeata (Schreb.). (Cetraria aculeata Fr.). — Thallus aufrecht, 
strauchig, verflochten-verzweigt, oval oder unregelmiissig kantig, braun oder schwarz- 
brauu. Aste mit schwarzen Ziihnen mehr oder minder besetzt. Die Fruchtscheibe 
mit dem borstig bewimperten Itaude von derselben Farbe. 

Diese Art wachst in der Umgebung von Deutschbrod nur auf einigen 
Orten auf dilrrem Hodeu. 

Evernia Ach. 

4. K prunastri (L.). — Thallus bandformig, aufrecht oder hangend, beider- 
seits graugrun oder grauweiss oder grunweiss, vielfach gabelig getheilt, mit gabel- 
formigen, linearischcn Enden. Die Rindenschicht ist nicht rissig. Friichte seiten- 
stahdig, fast auf Stielen sitzend, mit hellbrauner Scheibe. Sporen entbehren des 
wasserreichen Randes. 

Friichte sind seiten; die nichtfructificirenden Stflcke wachsen billing an 
den Laub-und NadeMumen. Hftufig audi an den Pflaumenhaumen, woven ihr Name. 



f>. E, furfuracea (L.). — Thallus aufrecht, fast hiiugend, bandfSrmig, viel- 
fach gabelig getheilt. Auf der oberen Seite ist der Thallus grau oder braun 
(grosstentheils) dicht spreuig, auf der untereu Seite zuerst weiss, dann rothlich 
und endlich schwarz. 

Es ist eine au Biiumen, Ziiuuen uud Diichern gemeine Art. In der Um- 
gebung vou Deutschbrod ohne Friichte. Einige Stiicke mit Friichten babe icb auf 
dem Ziegenriicken im Riesengebirge gefunden. 

Von der vorigen Art durch die Thallusfarbe leicbt zu erkenuen. Die Ober- 
flache scheint oft von den Auswiichsen wie spreuig oder kleiig zu sein. 

G. E. divaricata (L.). — Thallus hiingend, schmal-bandformig, weich, beider- 
seits griinlich oder nur grauweiss, durcli die qiierzerspraiigene Uiude gliederartig. 

In der Umgebung von Deutschbrod setzt sie keine Kriichte an und geluirt 
zu den seltensten Flechten. An Nadelbaumen bei Vlkov und Pelestrov. Von den 
iibrigen Arten unterscbeidet man sie leicbt durch den rissigen, schmal-bandfor- 
migen, feigen, langen Thallus. 



Ramalina Ach. 

7. R. fraxinea (L). — Thallus hiingend oder aufrecht, ziihe, durch Netz- 
artige Nerven blatternarbig, graugrun und unregeliniissig verzweigt. Israelite an 
jedem iilteren Stiicke auf einem Stiele zerstreut, fast ansitzend, init holier, spiiter 
flacher Scheibe, mit hervorragendem Rande. 

a) ampliata (Schaer.). Thalluslappen unregeliniissig, selir breit, flach, ticf 
blatternarbig. Fruchte zerstreut, 

/J) fastigiata (Pers.). Lappen kurz, gleich hoch, fiach, bandformig oder rohren- 
formig aufgedunsen. Friichte fast alle endstiindig. 

Gemeine Art an Laubbiiumen sowie auch auf altem Holz. Die Abart (i) 
ist in der Umgebung von Deutschbrod weniger biiufig, doch nicht selten. 

8. R. calicaris (L.). (E. canaliculata Fr.). — Thallus aufrecht, ziihe, schmal- 
bandartig bis fast oval, (grosstentheiLs) rinnig, graugrun und einigemal gabelig ge- 
theilt. Die Astenden sind unterhalb der nur endstiindigen Friichte sporenfiirmig, 
riickwiirts umgebogen. Fruchte mit einem verschwindenden 'I'hallusrande. 

Nur einige Stiickchen sind in der Umgebung von Deutschbrod an Biiumen 
gefunden worden. Bei PodSbab an der Birke. 

Am meisten ahnelt sie der R. fraxinea /3) fastigiata, vou der sie durch 
die crwiihnten Charaktere leicht zu unterscheiden ist. 

9. li. pollinaria (Westr.). — Thallus aufrecht, weich, bandformig, unregel- 
iniissig getheilt, graugrun; unterseits etwas heller und stets von zerstreuten Sore- 
dienhiiufchen bestaubt. Sie setzt in der Deutschbroder Umgebung keine Fruchte 
an, ist aber eine an Biiumen, Kelson und altem Holz gemeine Art. Der Thallus 
ist bios etwa 3 cm lang. Von der folgendeu Art unterscbeidet man sie durch die 
breiteren Lappen, unregelmiissige Verzweiguug und miudoren (ilanz. Der Thallus 
dieser Ail. ist vie! weicher als der der vorigen. 






10. R. farinacca (L.). — Thallus hftngemd, durcli die netzartigen Adern 
langlich gefurcht, gabelig getlieilt, grunlichweiss, mit schinalen linealischen Asten, 
mit zahlreichen, seitenstandigen, elliptischen Soredien. Au Baumen, doch weniger 
hiiufig als die vorige Art. 

Sie hat unter alien unsoren Arten die sclnnalsten Lappen. Charakteristisch 
fur die.se Art sind die elliptischen Soredieuhaufehcn. Frilchte liabe ich keine 
gefnnden. 

Cladoniaceae. 



Uibersicht der Familien. 

1. Stereocaulon. Thallusstiele test, mit feitem Marke nnd diinner oft verschwin- 
dender Chrornidien- und Iliudenschicht. Thallusschuppeu versehieden gestaltet, be- 
sitzen ein festes Mark und eine bleibende Rinden- und Chroinidienschicht, iiber- 
ziehen die Stiele oder sind auf der krustenformigen Grundflaehe angeh&uft. 
Frflchte sind nicht hold und besitzen eine rothbraune Kai'be. Sporen nadel- oder 
spindelffirmig, 4- bis mehrmal septirt, wasserhell. 

2. Cladonia. Thallusstiele hold, rait diinnera Marke und diinner, hie und 
da felilender iliiulenschicht. Thallusschuppen verschieden gestaltet (selten krusten- 
formig), manchraal fehlend, auf der Grundttache und Stielen zerstreut, mit geson- 
derter Rinden- und Chromidienschicht. 

Stereocaulon Schreb. 

A. Thallusstiele sehr dicht und ausdauernd-verfilzt. 

11. St. tomentosum (Fr.). — ■ Thallusstiele aufrecht, beinahe gabelig ver- 
zweigt, einzeln oder kleiue Stocke bildend, der Erde fast nicht angeheftet, sehr 
dicht grauweiss filzig, und oben raehr als unteu von wcisslichen oder gri'tngrauen, 
•'iiigeschnitten-gekerbtcu Schuppen besetzt. Frttchte klein, seitenstiiudig, aasgewolbt. 
Sporen haarformig, 3 — 5mal septirt. 

In der Uragebung von Deutschbrod hiiufig genug. 

12. St. incrustatum (Flke.). — Thallusstiele aufsteigend, stockformig, test 
ftngewachsen, rait nacb alien Seiten kreuzweise auseinander verlaufeuden Asten, 
sehr dichtfilzig. Thallusschuppeu warzig, an der Basis weit von einander, oben 
angebfiuft, blaulichgrau. Frttchte endstiindig, rait niiissig gewiilbter Scheibe. Sporen 
haarformig, 3— 5mal septirt. 

Auf den Eisenbahndiimmen den Steinen angewachsen ; auf dem Berge Zbozf, 
in Hammer und anderswo hiiufig. 

B. Thallusstiele dttnn-filzig, bald nackt. 

13. St. condensatum (Hoffm.). — Thallusstiele aufrecht, niedrig (1 cm), 
zeitweise fehlend, test genug angewachsen, wenig iistig, anfaugs dunn-weisslicli- 
Mzig, bald fast kahl. Die Thallusschuppeu bilden an der Basis krustenforinigo 
Stocke, sind aid' den Thallusstielen zerstreut und gvangriin- oder weissgrau-farbig. 
Frttchte endstiindig, niiissig gewolbt. Sporen fein nadellormig, 3 — 7mal septirt. 



10 



Auf der Sanderde bei den Chlystover Felsen und am Ufer des ChotSbofer 
Teiches kommt sie haufig vor, ist aber ira Ganzen eine in dor Umgebung von 
Deutschbrod seltene Art. 

Cladonla Hoffm. 

A. Thallusschuppen kornig, eine ausgedehnte Kruste bildend. 

14. Cl. pappilaria (Ehrli.). — Thallusschuppen warzigkornig, eine griin- 
graue oder gelbbraune Kruste bildend. Thallusstiele anfangs warzig, spater keulon- 
oder walzenforraig, sehr kurz, einfach oder mit einigen gleichlangen Asten, sehr 
fragil, glatt oder warzig. Friichte klein, zuerst flacb, spater kugelformig, mit ver- 
schwindendem Bande, rothbraun-farbig. 

Ich fand diese Art auf einigen Orten in der Umgebung von Deutschbrod. 
Am stattlichsten und Mufigsten wiichst sie in der Heide bei Bfevnitz. Da sie 
fragil ist, Iftsst sie sich nicht lang in der Sammlung erhalten. 

B. Thallusschuppen blattformig. 

a) Thallusstiele becherformig oder wenigstens oberbalb, wo sie audi I<'riichte 

tragen, keulenformig verdickt. 
a) Friichte purpurfarbig. 

*) Thallusstiele nie deutlich becherformig. 

15. CI. Floerkeana (Ft.). — Thallusstiele oft ganz auf der Oberflache von 
griinen, auf der unteren Seito von reinweissen Thallusschuppen bedeckt. Dieselben 
sind schlank, einfach walzenforraig oder in mehrere gleich hohe Aste eingetheilt, 
stets ohne Becher. Die Rinde bedeckt vom Anfang die Thallusstiele allseitig, 
spiiter befindet sie sich nur an der Basis, und endlich sind die Stiele nur von 
warziger, schuppiger bis grobkorniger, sich broselnder llindenschicht bedeckt. 

In der Deutschbroder Umgebung kommt sie haufig vor. Am meisten iihnelt 
sie der folgenden Art; von dieser unterscheidet man sie aber dadurch, dass sie 
(lurch die Kaliumlauge unveriindort bleibt, CI. macilenta aber gelb wird. 

16. CI. macilenta (Ehrli.). — Thallusschuppen nur am Grunde, auf der 
oberen Seite graugriin, unterseits weiss. Thallusstiele schlank, einfach walzenforraig, 
oder oben in mehrere Aste eingetheilt, manchmal unbedeutend becherformig, gleich 
von der Basis grau- oder wciss-meblig. Friichte verschwindend, audi eine Kappe 
bildend. 

Sie wiichst an morschem Holz, zwischen Moos, nicht aber so haufig wie die 
vorige Art. Durch die Kaliumlauge wird sie gelb. 

** Thallusstiele gewohnlich becberformig, auch horn- oder keilforinig. 

17. CI. coccifem (L.). (01. cornucopioides L.). — Tlialiusbliittchen am Grunde 
kleiu, gelbgriin, oberseits gelblicliweiss, unterseits braungelb. Thallusstiele kurz, 
stark, sich allmalig becherformig ausbreitend, griingelb oder graugriin, anfangs 
rindig, glatt, dann kornig-warzig oder schuppig, oberbalb mehlig-staubig. Becher 
breit, regelmiissig, rait grobgeziihntem, oft sprossendem Rande; 

«) communis Th. Kr. Thallusstiele glatt, warzig oder schuppig. 

ft) plcurota Flk. Thallusstiele dicht graugelb-mehlig. Eine in der Umgebung 
von Deutschbrod haufig vorkomraende Art. Seltener kommt die Abart ft) 
vor. Die Friichte sind von hartrother Farbe and wefden, ira Feuchten 
getrocknet, schwarz. 



11 



18. CI. deformis (L.) (CI. crenulata Kike.). — Thallusschuppcn grundstiindig, 
bliittrig, gross oder klein, griingelb, unterseits weiss. Thallusstiele verliingert, sehr 
miiclitig, selten keilformig, grosstentkeils mit einem endstiindigen Becher, der Liinge 
nach gespalten, an der Basis rindig, glatt oder gerunzelt, briiunlich, oberhalb gelb- 
griin, dicbt schwefelgelb bestaubt. Becher schmal, regelmiissig, mit aufrechtem, 
wenig gezahntem, fast nie sprossendem Rande. Ziilme mit purpurfarbiger Fruclit 
ausgeschmiickt. 

Eine in der Uingebung von Deutschbrod seltene Art. In Nordbohmen in 
der Umgebung von Sobotka w&chst sie haufiger. Oft ist sie der Liinge nach ge- 
schlitzt, verunstaltet und darum deformis genannt. Am meisten ist sie CI. cocci- 
fera pleurota ahnlich, besitzt aber keine so ausgebreitete Becher wie diese, und 
ist gelb-, wogegen diese weiss-bestaubt. 

19. CI. digitata (L.). — Schuppen am Giunde blattformig, ziihe rundlich, 
gekerbt oder lappig; sie ist die grosste von alien Arten mit rothen Friichteii. Die 
Thallusstiele wachsen aus den grundstiindigen Blattern fort, sind kurz und becher-, 
keil- oder hornformig, unterseits berindet und gerunzelt-warzig, oberscits weiss- 
gelb oder weisslich-staubig. Becher nicht tief, mit einem nach Innen gekriimmten 
Rande oder randstiiudigcu, fwigerformigen Auswiichsen. 

Diese Art ist in hiesigen Gegenden weniger hiiufig, und selten mit ent- 
wickelten Thallusstielen. Am hiiufigsten wiichst sie im Walde bei Hammer am 
liuken Ufer des Sazawa-Musses. 

Durch die grossen grundstiindigen Blatter (etwa 1 cm lang), weiter durch 
•lie Form des Bechers, dessen Rand nach Innen gekrummt ist oder raudstiindige, 
fingerformige Auswiichse besitzt — wovon ihr Name — wird sie von deu ubrigen 
sehr leicht unterschieden. 
P) Frttchte brauo. 

a) Thallus vornehmlich aus Blattern, welche an Grosse die Schuppen aller 
iibrigeu Arten iibcrtreffen, zusammengesetzt. 

20. CI. turgida (Ehrh.). — Schuppen nur am Grunde, grossbliittrig, auf- 
steigend, breitlappig, sehr ziihe, graugriin, unterhalb weiss. Thallusstiele graugrun, 
glatt, lang walzenformig, becher- oder keilformig. Astenden mit absteheudeu Spitzen. 
•''riichtt! bellrothbraun, zeitweise verblichen. 

Ich habe diese Art nur auf zwei Orten in der Umgebung von Deutsch- 
brod und zwar im Walde bei Pelestrov und im Walde unter Hochtaun gefuuden. 
In Nordbohmen im Hura- Walde bei Sobotka sammelte ich diese Art audi. 

Die Blattchen pflegen 2—4 cm lang und 1—2 cm breit zu sein. Die Becher 
besitzen einen Grund, der aber durchbrochen zu sein pttegt; darum ist dieses 
Merkinalzeichen von keiuer Wichtigkeit. 

P) Thallus aus Thallusschuppen von keinor so deutlichen Blattfonn, indem 
die Schuppen weit kleiner sind, zusammengesetzt. 
: .liechcr mit Grund. 
| Thallusstiele fein mchlig-staubig, kornig oder durch gehroselte Riude 

schuppig. 

O Thallusstiele feinraehlig. 



12 



21. Cl. cornuta (L.). — Thallusschuppen am Grunde klein-blattformig und 
tiefgekerbt. Thallusstiele sehr schlank, einfach keil- oder walzenformig, mit sclimalen 
Bechern, am kleingezahnten Rande mit langen hornforinigen Auswiichsen. Thallus- 
stiele unterhalb glatt berindet, oberhalb von feinem Mehle bedeckt, grau oder grau- 
griin gefiirbt. 

In Waldplatzen, zwischen Moos, an Siiumen der Wiilder in der Umgebung 
von Deutschbrod. Der folgenden Art sehr iihnlich, durch glatte Einde in uuterem 
Drittel sehr leicht kennbar. 

22. Cl. fimbriata (L.). — Thallusschuppen grundstandig, wirklich schuppen- 
artig und gekerbt. Thallusstiele grcisstentheils verliingert, mit feinem weissem oder 
hellgraugriinem Mehle (nie mit Kernen) dicht bestaubt, keil- oder becherformig 
oder iistig, mit einigemal sprossendem Rande. Fruchte dunkelrothbraun. 

Sie kommt sehr hiiufig an Rainen, Dammen zwischen Moos an Saumen der 
Wiilder und anderswo vor. Sie zeichnet sich durch Formverschiedenheit aus, wird 
aber durch die angegebenen Charaktere von alien leicht unterschieden. Am meisten 
ist sic der folgenden Art iihnlich. 

OO Thallusstiele durch die sich broselnde Rinde kornig oder schuppig. 

23. Cl. cariosa (Ach.). — Thallusschuppen an der Basis klein-blattformig, 
gekerbt, graugriin, auf der oberen Seite weiss. Thallusstiele kurz, stark, oberhalb 
verdickt und becherlos oder in mehrere gleichhohe Aste getheilt, anfangs glatt, 
dann kornig-warzig, von unten bis hinauf gitterartig durchbohrt. Fruchte dunkel- 
braun, oft verschmolzen. 

Sie gehtirt zu den haufigen Arten in der Umgebung von Deutschbrod und 
scheint immer wie vermodert. ich bemerkte, dass sie auf feuchteren Pliitzen am 
Grunde zweimal liingere Rliittchen und fast keine Thallusstiele besitzt, was man 
als besondere Form aufstellen kbnntc. Fruchte hellbraun. 

24. Cl. pyxidata (L.). — Die grundstiindigen Schuppen sind klein-blatt- 
oder schuppenformig. Stiele kurz, stark, umgekehrt kegelformig, dutenartig, mit 
einem Becher endend, auf der ganzen Oberflache deutlich berindet, kornig, schorfig, 
oder kdrnigmehlig, Becher regelmiissig, zuweilen mit sprossendem Rande. Fruchte 
hellbraun. 

a) neglecta (Flke.). Schuppen grundstiindig, klein, feiner und aufsteigend. Thal- 
lusstiele kurz, glatt oder schuppig. 

0) Pocillum (Ach.). Blatter am Grunde gross, zahe, Thallusstiele klein, mit 
breitem, aber kurzem Becher, kornig oder schuppig. 

y) Chlorophaea (Flke.) (C. fimbriata var. Kbr.). Schuppen am Grunde klein, 
ziihe, Thallusstiele verliingert, kOrnig-mehlig (nie vollkommen mehlig). 
ff Thallusstiele berindet, nackt, auch blattartig. Blatter bei der Erdc 
auch fehlend. 

25. Cl. deganerans Kike. — Thallusschuppchen am Grunde klein, manchmal 
fehlend. Thallusstiele an der Basis sebwarz, mit weissen Punkten und Flecken, 
oberhalb grtollch, weisslich oder briiunlich, anfangs glatt, dann warzig, melir oder 
minder mil, Iilattchen iiberwachseii. Becher sehr iiiiregelmiis.sig, am Rande 
send und zerschlitzt. 



spros- 



13 



Sie wachst in Waldern, an Waldstamen and anderswo. Man kann einige 
verschiedene, sehr wenig fthnliohe, aber wenig festgestellte Formen unterscheiden. 
Jedes Stiick ist an dcr Basis schwarz, wciss punktirt oder fleeing', Becher inuner 
unregelmassig, manchmal durch Sprossungen and Schlitzen undeutlich. 

26. Cl. gracilis (L.). — Schuppeu an der Basis klein, zeitweise fehlend. 
Thallusstiele lang, glatt berindet, braun oder griinbraun, an der Basis schwarz, 
mit langem, scbmalem oft sprossendem Becher. Friichte rothbraun oder braun. 

«) chordalis Kike, (vulgaris Kbr.). Thallusstiele schlank, glatt, mit schmalem, 
sprossendem Becher, oder pfriemenformig. Schuppeu am Grande fehlen; 
/. aspera Flke. Thallusstiele mit Blattchen bewachsen ; 

(i) hybrida Ach. Thallusstiele kiirzer, stark, fast aufgedunsen, mit breiteren, 

audi einigenial sprossenden Bechern. 

Sie komint in Waldern haufig vor und man unterscheidet sie von der fol- 
genden Art durch die verhaltnissmassig liingeren Thallusstiele, breitere Becher 
und dass durch die Spiossung nur wenige Thallusstiele iibereinander aufwachsen. 

27. Cl. vertkillata (Hoffm.). — Thallusstiele kurz, stark, griinbraun, mit 
regelmassigcn flachen Bechern, welche im Centrum, selten am Kande sprossen; es 
wachsen stets mehrere Stiele iibereinander auf. Friichte braun. 

An sonnigen Platzen zwischen Gras, an Saumen der Nadelwiilder auf vielen 
Orten, nie aber in solcher Menge wie die vorige Art. Zeitweise befmden sich 
Ins 5 Stiele iibereinander. Friichte am Rande des Bcchers wirtelig. 

** Thallusstiele der ganzen Liinge nacli hold, scheidewandslos, Becher 
also grundlos. 

28. CI. delicata (Ehrh.) (CI. squamosa var. Kbr.). — Thallusschuppen am 
Grunde klein, dicht gruppirt, mit kdrnigem oder staubigem Rande, unregelmassig 
wrschlitzt. Thallusstiele klein, walzenformig, fast durebscheinend, einfach oder 
oberhalb zerspalten, mit kiirnigem oder schuppigem Uberzug. Friichte gruppirt, 
dunkelbraun. 

Im Hatnmer-Walde. Die Thallusstiele werden durch die Kaliundauge-Ro- 
agenz gelblich, wogogen sie bei 01. caespiticia und CI. squamosa unverandert bleiben. 

21). CI. caespiticia like. (CI. squamosa var. epipkylla Kbr.). — Thallus- 
schuppchen am Grunde aufsteigend, kleinbliittrig, kerbig, getheilt, dicht, rasenartig. 
Thallusstiele oft fehlend, sehr klein, einfach walzenformig, nackt oder kornig-rauli. 
durchscheinend. Friichte zusatnnienverschtuolzcn, braunfarbig. 

Zwischen Moos im Hammer- Walde am linken Ufer des Sazawa-FIusses. 
Anderswo habe ich diese Art bis jetzt noch nicht gefunden. Stiele fast centi- 
meterhoch. 

30. Cl. squamosa Hoffm. — Thallusschuppen bedecken die Thallusstiele 
oft vollkomiueii. Thallusstiele tang, einfach walzenformig oder unregelmassig ver- 
zweigt, oder wenig deutlich becherformig ausgebreitet, zuerst glatt, grubig, bald 
mit sich faseruder Rinde, so dass die Obcrflache spreuig ist. Becher mehrmal 
unregelmftssig sprossend. Fruchte schopfig angebluft, flach, mit deutlichem Saame, 
spiiter gewoibt, saundos. Farbe der Friichte rothbraun. 



14 



Eiae hi der Deutschbrodor Umgebung nicht haufigo Art. Sie wiichst im 
Hammer- und Bfevnitzer Walde. 

81. CI. uncinata Hoffm. (CI. cenotea Ach.). — Thallusschuppen nur grund- 
stiindig und gekerbt. Thallusstiele lang, stark, einfach walzenffirmig oder wenig 
iistig, keil- oder becherformig, gewohnlich ein wenig aufgedunsen, unterseits schuppig- 
warzig, oberseits grauweiss, fein mehlig. Becher gezahnt, oft sprossend, schmal, 
mit nach Innen gekrilmmtem Rande. Friichte zusammenfliessend, hellrothbraun 
oder dunkelbraun. 

b) Thallusstiele strauchartig veriistelt, in Astacbseln grosstentheils gcoffnet. 

32. Cl. furcata (Huds.). — Schuppen grundstiindig, kleinbliitterig, gekerbt, 
mancbmal fehlend. Thallusstiele schlank, glatt, graugriin bis braun, mehr oder 
minder blattrig, strauchartig veriistelt, mit gabelig endenden Astchen, zugespitzt. 
Fruchtiistchen fast stets doldig gehiiuft, Friichte bra,un ; 

a) crispata (Ach.). Thallusstiele aufgedunsen, oft mit einem langlichen Schlitz, 
band- odei becherformig, mit gerunzelt-geschlitztem Itande, von brauner 
Farbe und ein wenig mit Schuppen geschmiickt. 

/J) racemosa (Hoffm.). Thallusstiele schlank, stark, tmregelm&ssig verzweigt, 
spiessformig, von Schuppen (grosstentheils dicht) bewachsen, weissgriin. 
1'orm a) erecta Fw. Stiele aufrecht iistig. 
Form b) recurva (Hoffm.). Stiele aufsteigend und ruckwiirts umgewendet. 

y) subulata (L.). Thallusschuppen grosstentheils fehlend. Thallusstiele schlank, 
aufrecht, mehrmal gabelig getheilt, mit langen aufrechten, pfriemenffirmigon 
Endcn. 
In Wiildern und an sonnigen Pliitzen wiichst sie hiiufig. Im Scbattcn ist 

sie von hcllerer Farbe als an Sonnenpliitzen, wo sie bis dunkelbraun ist. Am mei- 

sten der nachfolgenden Art iiludich. 

33. Cl. rangiformis Hoffm. (01. pungens Ach.). — Thaliusschuppen gekerbt, 
auf Stielen zerstreut, oft fehlend. Thallusstiele schlank, durclistochen, mit nach 
alien Seiten verlaufenden und vcrflochtenen Asten, wodurch dichte Stiickc entstehen. 
Rinde glatt, weissgriin, graugriin oder briiunlich, gewohnlich mit weissen, durch 
die sich abschalendc Rinde entstandenen Punkten. 

Die hiiufigste Art in der Umgebung von Deutschbrod, ttberall auf diirrem 
Hoden und oft mit der vorigen Art, deren Abart subulata (L.) sie am ineisten 
iibnolt, zusammen. Auf sonnigen I'liitzen besitzt sie eine hellere Farbe als auf 
schattigen Orten. 

Durch die Bildung von dichten Stiicken und weisse I'unktirung liisst sie 
sich von der vorigen Art am leichtesten unterscheiden. 

C. Thallusschuppen fehlen. Thallusstiele strauchig. 

34. Cl. rangiferina (L.). — Thallusstiele walzenformig, strauchig, glanzlos. 
Astacbseln undeutlich durclistochen oder zerrissen. Aste kurz, aufrecht oder abge- 
bogen, die sterilen (lipfeliiste abgebogen hiingend, die fruchtbaren aufrecht. Frflchte 
klein, gewolbt oder kugelfijrmig, hellbraun oder dunkelbraun. 



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a) vulgaris Sckaer. Thallusstiele schlank, weiss odor grau, alle Aste nach 
einer Seite gewendet und umgebogen hfingend, mit braunen Spitzen. 

/J) silvatica (In). Thallusstiele schlank, strohgelb oder griingelb, rait nach 
alien Seiten hiingenden Asten und rait Spitzen von gleicher Farbe. 

In Wiildern und an sonnigen Platzen hiiufig. Abart §) ist in der Unige- 
bung von Deutschbrod weniger hiiufig. 



Die in Bolimen cntdcckten, in der Umgebung von Deutschbrod aber 

fehlenden Flecliten. 

Usnea plicata L. Biesongrube im Eiesengebirge (Fw.). 

„ longissima Ach. Bohmerwald (Fw.). 
Bryopogon jubatum Ach. 

0) implcxum Hoffm. Ira Elbgrunde mit Friichton (Stein). 
Alectoria sarmentosa Ach. 

f. crinalis (Ach.) An Fichten bei Marienbad (Korber). 
„ ochroleuca (Ehrh.) Im Eiesengebirge hiiufig (Stein). Bei der Kiesen- 

baude habe ich sic sclbst gesammelt. 
„ nigricans (Ach.) Auf Gesteinen auf der Schncekoppe (Stein). 

Cornicularia tristis (Web.) Schneekoppe (Mosig). 
Evemia vulpina (L.) Kesselkoppe im Eiesengebirge (St.). 
liamalina polymorpha (Ach.) Erzgebirge. 

Thamnolia vermicularis (Sw.) Schneekoppe (Stein). Sterile Stucke habe ich 
selbst genug gefunden. 

Stereocatdon corattoides F. Kesselkoppe im Eiesengebirge (St.). 

„ denudalum Flke. Von mir in der Eiesengrube gesammelt. 

„ nanum Ach. Nach Mann's Angabe bei Tetschen. 

„ cereolinum Ach. Von Mann unter den bohmischen aufgefiihrt. 

Cladonia cyanipes (Somft.) Im Eiesengebirge. 

„ bellidiflora (Ach.) Im Eiesengebirge sehr hiiufig. Jeschken (Sieg- 

inund). 
„ Botrytes (Haq.) F&lkenberg (Karl). 

„ stellata (Schaer.) Kbr. CI. uncialis (L.). Ich sammelte diese Art 
auf einigen Orten in Nordbohmen, z. B.: Ira Walde bei den Prachover Felsen bei 
•liefn. Li der Deutschbroder Umgebung habe ich sie bisjetzt noch nicht gefunden. 
Auch in den Borkovicer Wiildern bei T&bor (A. Bernard). 

Bphacrophorus compressus Ach. Ich habe sie bei der „Hruba Skala" auf 
Felsen gesammelt. Nach Mann in Bohmen verbreitet. 

Sphaerophorus coralloides Pers. Erzgebirge. Jeschken (Ebht.). 

fragilis (L.) An der bohmischen Seite des Eiesengebirges 
(Ebht.). Nach Kirchner auch im Bohmerwaldc. Sterile Stucke habe ich im Eiesen- 
gebirge selbst gesammelt. 



16 

II. Die Laubflechten der Fmgebung von Deutschbrod. 

Thallus durch zwei vorherrschenden Wachsthumsrlchtungen blatlsfBrmig and 
mittelst fester, zerstreuter Haftfasern, s^Kcnor (lurch eine Nabelscheibe verschie- 
denen Gcgenstiinden angeheftet. Einigc Laubflechten (Cetraria islandica, Physcia 
ci Maris), bci denen nur eine Wachsthumsrichbung vorherrscht, ahneln mohr den 
Strauchflechten als den Laubflechten; die verwandten Arten and theils auch die 
Anheftungsweise weisen aber auf die Gruppe bin, zu welcher sie am besten passen. 
Ilypothallus fehlt. 

Ubersicht der Familien: 

A. Scheibenfrttchtige. Die Fruchtscbicht (hymenium) reisst den Thallus 
mittelst Excipulum auf, entblosst sich und ist scheiben- oder scbildfo'rmig. 

Parmeliaceac. Thallus hlattartig, auliegend oder aufsteigond, beiderseits 
berindet und mit festen Haftfasern befestigt. Friicbte vom Thallus berandet. Im 
Tliallusrande sind Cbromidien cnthalten. 

Peltideaceae. Thallus blattartig, auf der untercu Seite unvollstandig be- 
rindet oder ohne Rindenschicht, mit festen Haftfasern befestigt. Friichte schild- 
formig, vom Thallus nicht berandet, in der Jugend aber von einem spiiter zer- 
rcissenden vom Thallus gebildeten Schleier bedeckt. 

Umbilicarieae. Thallus blattrig, beiderseits berindet, an einer einzigen 
Stelle (durch Nabel) den Gegenstanden angeheftet. Friichte einfach oder kreis- 
faltig zusammengesetzt. 

B) Angiocarpi. Fruchtschicht (hymenium) verwandelt sich in eine weiclic 
Masse (Kern), welche meist vom kohligen Excipulum bedeckt ist; im letzten ent- 
steht am Schcitel nur eine kleine Offnung oder ,s pringt der Scheitol strahlenartig 
auf. Die Frucht ist kugelformig. 

Endocarpeae. Thallus blattartig, durch Nabel angewacliscn. Friichte in den 
Thallus oingesenkt. 

Parmeliaceae. 



Ubersicht der Gattungen. 

A. Sporen einzellig, wasserhell. 

Cetraria. Thallus blattrig bis strauchig, mit wenigen Haftfasern befestigt 
odor im Alter ganz frei. Friichte am Eande des Thallus odor schief randstandig, 
dadurch anfangs der Rand audi schief. Sporen einfach, farblos, zu je 8 in keulen- 
formigen Schlauchen. Spermatogonien in erhohten Warzen oder kurzen Dornspitzen. 

Diesc Gattung steht an der Grenze zwischen Strauch- und Laubflechten. 
Einige Arten almoin durch ihren Habitus mehr diesen, die anderen jenen. Da 
aber alio weaigstens in der Jugend mittelst Haftfasern angeheftet sind, ist es besser 
sie den Laubflechten anzureihen. 

Parmelia. Thallus blattartig, wagerecht ausgebreitet, seltener aufsteigend. 
durch Haftfasern angewachsen. Frtlchte auf der Oberfliiehe des Thallus zerstreut. 



17 

vom Thallus berandet. Sporen einzellig, far bios, zuje 8 ineinem Schlauche. Spermo- 
gonien moist eingesenkt, zuwcilen in vorstohenden Spitzen. 

Menegassia. Thallus blattartig, mit dor ganzen Unterseite bis auf einige 
Stellen fost angewachsen. Frttchte auf der Thallusoberflache zerstreut, schtissel- 
fSrmig, vom Thallus berandet. Sporen gross, einzellig, ungefiirbt, zu 2 — 4 in einem 
Schlauche. Spermogonien eingesenkt. Von der Gattung Parmelia wird sie besonders 
dadurch unterschiedon, dass in einem Schlauche 2—4 Sporen entstehen. Die mei- 
sten Lichenologcn zahlen sie zu der Gattung Parmelia. 

B. Sporen zweizellig. 

Physcia. Thallus blattartig, anliegcnd oder aufsteigend, mittelst Ilal'tfasern 
angeheftet. Frttchte der Thallusoberflache ansitzead, vom Thallus berandet. Sporen 
zweizellig, braun oder schwarzlich. Spermogonien eingesenkt. 

Xanthoria. Thallus blattrig, anlicgend oder aufsteigend, (lurch Ilal'tfasern 
befestigt. Frttchte auf der Thallusoberflache sitzend, schttsselformig und vom 
fhallus berandet. Sporen polarzweizellig, wassorhell, zu je 8 in einem Schlauche. 

Candelaria. Thallus kleiubliittrig, aufsteigend, durch Ilaftfasorn befestigt. 
Frttchte der Thallusoberflache ansitzend, schttsselformig und vom Thallus berandet, 
Sporen polarzwcizellig, wasserhell; zu 16 — 32 in einem Schlauche. 



Cetraria Ach. 

A. Thallus strauchig, aufrecht, spiiter der Erde nicht angeheftet. 

35. C. islandica (L.). — Thallus schmal-blattartig, mehrmal gabelig ver- 
zweigt. Einzelne Theilchen rinnonformig, biswcilen bis fast rohrig cingcrollt, mit 
fflanchmal mehr, manchmal weniger bewimpertem Rande. Farbe ist gianzend grttn- 
oraun bis kastanienbraun, oberseits heller als unterseits, an der Basis verblichen, 
gewohnlich rothfleckig. Frttchte randstandig mit rothbrauner Scheibe. 

i. a) j>latyna (Ach). Thallus breit, wenig veriistclt, mit fast flachen und 
nackten Random. 

1- b) crispa (Ach.). Thallus schmal, vicltheilig, mit eingebogcnen, bewhn- 

perten Randern. 

1. c) subtubulosa (Fr.). Thallus schmal, wenig astig, dicht bewimpert, durch 

die nicht nur eingebogenen, sondern audi zusammcngewachsenen Bander 

eine Rohre bildend. 

• He Form platyna wiichst auf dem Rergo Zbozf, die iibrigcn Formen im 

Rozkoser Thale. Die Frttchte sind in der Umgebung von Deutschbrod sehr sclten, 

B. Thallus blattartig, aufsteigend oder anlicgend, zeitlebens (gewohnlich 
den liiiunieii) angewachsen. 

a) Thallus gelb. 

36. C. pinastri (Scopoli). — Thallus beiderscits citrongelbfarbig, mit krausem, 
von gelben Soredien bedecktem Rande. 

In der n m o-obung von Deutschbrod selten und stets ohne Frttchte. Die 
meisten Stttcke habe ich im Sprung an den Nadelbaumen gesehen. 

2 



18 

b) Thallus grau bis braun. 

;-57. C. sepincola (Ehrh.j. — Thajlus angedruckt oder aufsteigend, glatt, 
braungrun bis kastanienbraun, auf dcr Unterseite heller. Lappen kur/, wellig 
oder gez&hnt. 

f. chlorophylla (Humboldt). Lappen aufsteigend, audi aufrecbt, heller, uuter- 

seits fast weisslich, mit weDig-krausem und von weisslichen Soredien be- 

staubtem Eande. 

In dcr Umgebung von Deutschbrod wiichst nur die Form chlorophylla 
(Humboldt), ist aber stets steril und selten. Ich habe sic geschen an dcr Birke 
bei „T)ratovna", am Schindeldachc iin Klostergartcu und raclircre Stiicko in Leithen. 

38. C. glauca (L.). — Thallus breit-blattformig, aufsteigend, glatt, glanzend 
graugriin, unterseits glim/end braunschwarz mit hcllerem Ilaude. 

f. fallax (Ach.). Unterseite weiss, oft braun oder schwarz gcfleckt. Rand der 

Lappen mehr zerschlitzt. 

In der Umgebung von Deutschbrod ohne Friichte, aber weniger selten 
ale die zwei vorigen Arten. Am haufigstcn wiichst sie an den Birken. Durch die 
Farbe iihnolt sieParmelia perlata, wird aber von derselben durch das weniger ge- 
drungene Wachsthum, pegelmassigere Ausbreitung, weniger gerundeto Lappen und 
die Unterseite, weldie bei Parmclia perlata warzig oder wenigatens tauli und audi 
weniger gliinzcnd ist, unterschieden. 



Mencgazzia Mass. 

:><). I\l. pcrtusa (Schrk.). [M. terebrata (Hoffm.)] (Parmelia pertusa). 
Thallus graugriin, kreisrund, mit der ganzen Unterseite angewachsen. Unterseite 
nackt, ohne FaSern, gerunzelt und scliwarz mit zahlreichen eingesenkfcen, weissen 
Stellen. Lappen dicht ncbeneinander, jeder in der Mittc wie mit einer Pfrieme 
durchbohrt. 

Sie hat koine Friichte. Us pflegen oft auf der Oberscitc zahlrcidie, weisse 
Soredien vorzukoiniiien, und an alten Stueken ist die Thallusmitte vermodert. Ich 
habe viele Stiicke bis jetzt aber nur in der Nahe der Burgstatte Rohovee an 
Tanneu ontdeckt. 

Parmelia Ach. 
A. Der trockene Thallus verschiedenartig grau geflrbt, (griiiigrau, braungrau). 
a) Thallus auf der Unterseite ohne Fasern. 

40. P. physodes (L.). — Thallus hautig, angepresst, locker angewachsen, 
auf der oberen Soite graugriin, unterseits glatt, glanzend schwarzbraun. Lappen 
vidttheilig, flach genug, nicht durchbohrt; aufsteigendc Enden aufgeblasen und oft 
von Soredien bedeckt. Friichte fast gestielt, mit hellrothbrauner Scheibe und diinnem, 
ganzem Rande. 

«) vulgaris (Kbr.). Lappen kiirzer, dicht, oberseits einfarbig. 

Form labrosa (\v,h.). Lappen aufsteigend, vcrbreitert, zuruckgckriiiiinit, so- 

redientragend. 
Sie wiichst an verschiedenen Bitumen, Z&unen und andcren Ge.genst8.nden 
und ist die hiiufigsto Art. Friichte habe ich nur an Birken in Leithen und Roziiak 



19 



aufgefunden. Von alien Parmelien lasst sie sidh, aueh steril, leicht unterscheiden, 
nur mit der Gjtttung Menegaazia liat .sic cine grosse Almliehkcit, wird sie aber 
von derselben (lurch die nicht durchbohrten Lappen onterschieden. 

I) Tliallus unterseits (bisweilen locker) bewimpert. 

a) Unterseite bleichbraun, 

41. P. Porreri (Turn.). — Tliallus hfiutig, anliegend, Wellig geruazelt, ober- 
ueits graugriin, mit zahlreichcn weisslichen Soredien in rundlichen Iliiufchen, am 
Rande glatt, gliinzcnd braungriin, unterseits bellbraun mit zerstrcuton, ein wenig 
lielleren Fasern. 

i. marginata St. Tliallnscentrum fast olme Soredien, Lappen am Rande ein- 
wiirts umgebogen und dicbt mit Soredien bedeckt. 

In der Umgebung von Dcutschbrod nicbt biiutig und stets olme Friichte. 
A.m meisten ist sie der Parmelia saxatilis und die Form marginata der Parmelia 
'"evoluta iihnlich, von denen sie bosondcrs durch die Unterseite kennbar ist. Sie 
wachst an Nadelbiiumen im Rosendorf, Sprung, im Rozkoser Tbale und an Erlcn 
in Hammer. 

42. P. aleuriteu (Acb.). (Cetraria aleurites |Ach."|). — Tliallus dtinnhautig, 
angedriickt, weissgrau, im Centrum schmutzig- oder rothlichgrau, runzelfaltig, im 
Alter meblig zcrfalleud ; unterseits ganz bleichbraun mit wenigen, langen Wimpern, 
Lappen nackt mit aufsteigendem, gekerbtem Rande. 

In der Umgebung von Deutschbrod olme Friichte und im Ganzen selten. 

A n Nadelbaumen in Sprung am haufigsten. Fine der Parmelia byperopta Acli. 

vollkoinnien ahnliche Art. Sterile Stiicke werden nur durch die Oberseite, die bei 

1 °>' Parmelia aleurites hell, bei Parmelia byperopta aber schwarz ist, unterschieden, 

P) Thallusoberflftche dunkelbraun bis schwarz, mit bellerem Rande. 

*) Thallus auf der Unterseite netzig-grubig. 

43. P. saxatilis (L). — Thallus biiutig, angedriickt, oberseits graugriin, 
unterseits schwarz, kurz und dicht schwarzfaserig. Lappenenden flach, ein wenig 
gerundet, am Rande seicht ausgeschweift. Friichte schiisselformig, von kastanien- 
orauner Farbe, mit gezfthntem Rande. 

Sic, gehort zu den haufigsten Flechten an Bitumen, Felsen, Ziiunen und 

achern, Friichte sind aber selten. Nur einige Stuckchen mit Friichten baben ineine 

ochttler bei der Burgstatte Ronovec und bei Stfibrna Hurka gefunden. Man kann 

menrere Formen unterscheiden, alle aber lassen sich darnach erkennen, dass der 

'alius auf der Oberseite nctzartig-grubig ist (wodurcb sie von ahnlichen Artcn 

eicht zu unterscheiden ist). Am ahnlichsten ist sie der P. Borreri. Parmelia 

luftcea und revoluta ist mehr ziihe und von hellerer Farbe. 

*) Thallus nicbt netzig-grubig. 

t) Thallus mit abstebenden und dem Substrat wenig anliegenden Lappen. 

44. P. revoluta (Flkc). — Thallus fast ltiiutig, graugrlia, unterseits braun 
schwarz, mit kurzen, schwarzen Fasern. Lappen gerundet, aufsteigend, mitnach unten 
geferttmnatem, eine Kappe aachahmendem, mit graugrtlnen Soredien dicht bestaubtem 
Kande. Friichte ansitzend, mit brauner Scbeibe und diinneni. ein wenig gezahnteni 
Rande. 

2* 



20 



An Erlen and Steinen in Hammer, an Erie bei Sidlak, an Birke in Leithen. 
Im Ganzen in der Umgebung von Deutschbrod sehr selten. Frttchte habe ich bios 
auf einem Stttckchen gefttnden. Durcli die Farbe, kreisartige Ausbreitung nnd 
zahen Thallus iihnelt sic am moisten Parmelia tiliacca, untorscheidct sich abcr von 
derselben durch die am Rande zuruckgebogenen, mit Soredien bcstaubtcn Lappen. 
Manche Stiicke von Parmelia Porrcri sind dieser Art sehr iihnlich, lassen sich aber 
durch die hcllbraune Untcrsoite, die bei P. revoluta stets sch warn ist, leiclit 
erkennen. 

45. Parmelia perlata (L.). — Thallus regelmassig kreisrund, derbhautig, 
graugrtin, mit braunlichen R&ndern, auf der Unterscitc gl&nzend braunschwarz mit 
helleren R&ndern. Durch verkrtlmmerte Fasern unterseits warzig. Lappen gerundet, 
aufsteigend oder anliegend, nic aber angedrttckt. Sic gehort zu seltcnen Flechten 
der Umgebung von Deutschbrod und ist immer fruchtlos. Ich habe sic nur im Roz- 
koier Thale an Nadelbaumen und bemoostem Felsen und einige Stttcke im Sprung 
gefunden. In Nordbdhmcn in der Umgebung von Sobotka ist sie gleichfalls selten ; 
ich fand sie nur am Quadorstcin bei dem Podseminsky-Teiche. 

Von R revoluta durch die grossercn, nicht zurttckgekrummten happen sehr 
leiclit kennlich. Durch ihrcn Glanz, Farbe und thcils audi das Waclisthum ist 
nic Cetraria glauca am moisten fthnlich. 

ff Thallus mit nicht aufsteigenden, dem Substrate angedriickten Lappen. 

46. P. tiliacca Hofftn. Thallus kreisffirmig ausgebreitet, liiiutig und ange- 
drttckt. Lappen gekerbt, oberseits weissgrau, glanzlos, unterseits braunsebwarz, 
mil, schwarzen Fasern. Frttchte schttsselffirmig, ansitzendj mit rothbrauner Scheibe 
und dimnem wcllig-bogigem, ganz randigem oder nur wenig gezahntem Rande. 

Sie wachst in der ganzen breitercn Umgebung von Deutschbrod, geliort 
abcr niclit zu haufigen Flechten. Am hauiigstcn an alten Schindeldachcrn in der 
Gesellschaft mit P. saxatilis und Physodes, von denen sie sicli schon aus der Feme 
(lurch die wcissere Farbe unterscheidet. Untcr alien grauen Flechten hat si den 
zahesten Thallus. Frtlchte fand ich nur auf cinigen Orten, und zwar an derEiclie 
auf der Vltkova strau, am Vogelbeerbaum an der Humpoletzer Strasse und am 
Vogelbeerbaum an der Etozkoser Strasse. 

/-'. Thallus gelbgriin oder gelblich. 

a) Thallus stark glanzond. 

47. I', conspcrsa (Chrh.J. — ■ Thallus hliutig, gerundet, anliegend, glatt, in 
tier Mitte oft spreuig, hellgrunlichgelb, stark glanzend, unterseits niatt-schwarz, mit 
dichten kurzen Fasern. Lappen flach. Frttchte ansitzend, mit flacher, dunkel- 
brauner Scheibe mit nach Innen gekrttmmtem, nicht getheiltem, spftter rissig-ge- 
zahntcm Rande. 

An Gneis- und Granitfclsen in ganzer Deutschrodcr Umgebung hiiulig, 
mit zahlreichen Frttchten. Von den angefiihrten Arten iihnelt sie am nieisten 
P. oaperata; von dieser aber durch den Glanz, sowic durch regelmassigcre Thallus- 
ausbreitung und Anwesenheit der Frttchte leicht zu unterscheiden. 

b) Thallus nicht glanzend. 



21 



48. P. caperata (L.). — Thallus ausgedelmt, selten kreisartig ausgebreitet, 
hiiutig, anliegend, wellig-faltig, niatt-hcllgelb oder griingelb, unterseits schwarz, 
Warzigrauh oder kurz-dicht-faserig. Lappen an den Enden gerundet. 

In der Unigebung von Deutsclibrod an Laub- und Nadclholzern selten 
genug. Ebenfalls wiicbst sic in der Unigebung von Stok, Pfibislau und Chotebor. 

49. P. diffusa (Web.). — • Thallus klein, hiiutig, anliegend, gleicbraiissig 
griingelb oder bleichgelb, mit zablreicben scbwefelgelben Soredien, auf der Unter- 
seite scbwarz, dicbt-faserig. Lappen sternartig ausgebreitet, gedrftngt (etwa milli- 
meterbreit) und flacb. 

Sie gehih-t in der Deutscbbroder Unigebung zu scltenen Flecbten und ist 
stets steril. Icb fand sie an Nadelbaumwurzeln auf dem Hochtann, im Sprung und 
auch an Kieferbaumstocken bei Habry. Von beiden vorigen Arten durch ihre 
Kleinheit augenblicklich unterscheidbar. Sie iiknelt Parmelia hyporepta und aleu- 
rites, von deueu sie sicb durch gelbe Farbe unterscheidet. Durch zahlreiche, be- 
doutend grosse, rundliche, gelbe Soredienhiiufchon, welche uianchmal den ganzen 
rhallus wie gelbes Mehl bedecken, ist sie leicht zu erkennen. 

C) Thallus brauugriin, gelbbraun auch braunschwarz. 

a) Thallus mit aufsteigendcn Lappen und weit mehr ziihe als der der 
folgcnden Arten. 

50. P. acetabulum (Neck.). Thallus flachhandgross, fast lederartig, braun, 
a m Rande brauugriin oder graugriin, ein wenig gliinzend, unterseits bleicher, mit 
zerstreuten, kurzen Fasern. Lappen gerundet aufsteigcnd und am Rande audi 
ausitzend. Friichte gross, tief, rothbraunfarbig. 

Ich besitze einige Stuckchen mit Friichten von Zdar. In der Unigebung 
von Deutsclibrod fand ich sie fruchtlos nur auf drei Orten an Laubholzern, in 
Nordbfihmen bei Sobotka, an Welde. Durch den zaheren Thallus und aufsteigende 
Lappen von beiden folgenden Arten unterscheidbar. Durch die Farbe manehen Stiicken 
von Parmelia olivacea, welche an LaubbSumen wiicbst, ahnlich. Ihr Name riihrt 
von den in der -Tugend stark vertieften Friichten her. 
I) Thallus mit angedruckten Lappen. 

51. P. olivacea (L.). — Thallus hiiutig, angedriickt, schwach gliinzend, 
breitlappig, olivengrun bis griinbraun, nackt oder durch Sprossungcn wie bcstaubt, 
unterseits schwarz mit helleren Random und dichten, kurzen Fasern. Friichte an- 
• s 'tzend mit heller auch fiacher, dem Thallus und dem diinnen, ungetheilten oder 
schwach gezahnteri und glatten Rande gleichfarbiger Scheibe. 

An Felsen sowie auch Bitumen hiiufig. 

An Piiumcn pfiegen oberseits hellere und unterseits hcllhraune Fornien 
vorzukotamen. Hire Oberfliiche ist nie warzig, wodurch sie von der folgenden Art 
leicht zu unterscheiden ist. 

52. P. aspidota (Ach.) (Imbricarin, aspera Mass. Kbr.). — Thallus hiiutig, 
gliinzend, giatt oder geruuzelt, mil, zahlreiclien, gleichfarbigen, im Centrum ange- 
hiiuften Warzchen. Frttchte mit bedeutend grossem, mit Warzchen besetztem 
Rande. Uibrigens his auf die GrSsse der Sporen mit der vorigen Art iiberein- 
stimmend. 



22 

Sie wiichst an Bftumen, Mit zahlreichen Frllchten an Birken in Leithen 
und an VogelbeerMumen an der Chot§bo?er Strasse. 

53. P. dcmissa Fw. [Placodium demissum Kbr., Imbricaria demissa (Fw., 
Kbr.)]. — Thallus kreisformig, h&utig, mebr als bei beiden vorigen Arten ange- 
presst, in der Mitte ciner Krustennechte ahnlich. Thallus grunbraun- auch griin- 
schwarzfarbig, im Centrum grau bereift. Lappen schmal, flacli, am Rande wenig 
ausgebreitet, zipfelig ausgeschnitten. 

FriicbtG klein, dem Thallus gleichfarbig und mit ganzem, ungetheiltem 
Rande. Sporen wie bei den anderen Parmelien. 

Diese kleine Parmelie, etwa 2 cm im Durchmessor, bedeckt am Granit in 
Hammer einige m 2 grosse FlSche. Diese Art ahnelt mebr einer Krustennechte als 
einer Laubflechte und wird dadurcli unter jenen gew5hnlich ahgeflihrt. 



Physcia Fr. 

A. Fasern nur randstiindig. 

54. Ph. ciliarie (L.) (Hagenia ciliaris Esch., Anaptycliia eiliaiis). — Thallus 
aufsteigend und an einer einzigen Stelle angewachsen zu sein scheinend, unterseits 
rinnig, weisslich, oberseits gewfihnlich graugriin (weissgrau bis graubraun). Lappen 
mit zahlreichen, pfriemenformigen, gleicbfarbigen odor schwarzen Wimpern. Frtichte 
fast gestielt, mit braunschwarzer, anfangs graubereifter Scheibe. 

An iilteren Pappeln, Espen und anderen Laubbiiumen genug biiulig. Sic 
ahnelt den Strauchflechten, zu denen sie aucli geziihlt wird. Von den Laubllechten 
ahnelt sie am meisten der Abart Physcia stellaris adscendens Fr., welche wie eihe 
verkrilmmerte Pliyscia stellaris aussieht und am Rande audi, faserig 1st. 

B. Fasern auf der Unterseite wie bei der Gattung Parmelia. 
a) Der angefcuchtete Thallus griin werdend. 

55. Ph. obscura (Ehrb.). — Thallus hiiutig, graugriin, braungriin, grossten- 
theils nicht bereift, gewohnlich mit griinen Soredien, unterseits mit dicliten, schwarzen 
Fasern. Frtichte mit braunschwarzer, nicht bereifter Scheibe und ganzem, nicht 
gezahntem Rande. 

a) orbicularis (Neck.). Thallus geruudet, stark angepresst, graugriin pder 

braungriin, grosstentheils mit Soredien, unterseits diclit schwarzfaserig. 

Fruchte mittelgross. 

Form cycloselis (Acli.). Thallus braungriin, Lappen schmal, mit oft be- 

reiftem Rande. 
/?) pulvinaia (Kbr.). Thallus zahe, aus kleinen nackten, aufrechten und zer- 

scbiitzten Lappen zusammengesetzt, dadurch fast krustig, von schwarz- 

brauner, unterseits hellerer Farbe. 

Haufig an Laubbauuien, seltener auf Steinen. Durch die dunkle Farbe 
nur der Art Physcia pulverulenta iilmlich, von derselben aber durch die grfissere 
Thallusfestigkeit und nicht bereifte Fruchte unterscheidbar; Von alien Arten ist sie 
durch griinc Soredien zu untorschciden. Die Form cycloselis wiiclist liiiufig an 
Papeln an der Bfevnitzer Strasse, and AJbart (i) an Wurzeln der alten Linde auf 
dor Vd.kova straii. 



23 



56. Ph. pulverulenta (Sehreb.)'. — Tliallus fast lederartig, grun- oder grau- 
braun, gewbhnlicb gran bereift. Unterseite scbwarzfaserig. Frttchte mit braun- 
schwarzer, gewflhnlicb bcreifter Scbeibe und dickeni Rande. 

a) allochroa (Ebrh.). Tliallus derbbautig, grau, angcdriickt, soredienlos, un- 
terseits schwarzfaserig, mit laugeu, scbmaleii, gedrangten Lappen. 
ji) pityrea (Acb.) (grisea Lain.). Tliallus weniger derb, angcdriickt, weissgrau, 
unterseits weiss mit zahlreicben Fasern, Lappen kurz und brcit, am Rande 
und im Centrum oft soredicntragend. 
Y) fornicata (Wallr.). Tliallus ziibc, kleinblattrig, aufsteigend, Lappen ganz 
kurz, sicli tlieilweise deckend, braun, mit grauweissen Soredien. 
Haufig an Laubbiiumen sowie an bemoosten Felsen. Von den benach- 
barten Arten die bereiften Stiicke leiclit, die uubereiften durcli die vorberrsebende 
braune Farbe und niclir derben Tliallus ktunilich. Mit Hilfe des Mikroskopes kann 
man diese Art von der folgendcn audi dadurcb unterscbeiden, dass die; Sporen 
vou Physcia pulverulenta in der Mitte bei der Sclieidewand ein wenig zusammen- 
gezogen sind. 

b) Der befeuchtete Tliallus iindert die Farbe nicbt, bleibt grau oder 

wird griingrau. 

57. Ph. stdlaris (Lb.). — Thallus derbbautig, weissgrau oder blaugrau, 
unterseits weisslich, mit bell oder dunkel gefarbten Kascrn. Frttchte mit braun- 
sebwarzer, oft blaubereifter Scbeibe und dickem, nicbt getbeilteni oder gcziilincltem 
Rande. — 

«) adpressa Tli. Tliallus kreisrund aiisgebreitet, angedriickt, ziilie, in der Mitte 
wellig gerunzelt. Die randstiindigen Lappen nacb oder wenig gewolbt. 
mehr oder weniger von einander entfernt. 
f) adscendens Kr. Tliallus unregelniiissig aiisgebreitet, aufsteigend, oft in em- 
zelne Lappen aufgelost. Lappen am Rande bewimpert, am Ende oft ka- 
putzforiuig unigcbogen. Sclten mit Friicbtcn, aber liiiufig an Laubbiiumen. 
Diese Abart abnelt mebr Parmelia ciliaris als stellaris. 
An Obstbaumen, Vogelbeerbaunien und andoren Laubbaumen h&ufig vor- 
kommend, weniger haufig auf Gesteiuen. Die Sporen von dicser Art sind bei der 
Sclieidewand nicbt zusammcngezogeii, sind aber etwas kleiner und von lang- 
beber form. 

58. Ph. caesia (Iloffm.). — Tliallus derbbautig, angepresst, weissgrau oder 
blaugrau, unterseits mehr bleich, mit zerstreuten Soredien. Die blattgrauen, fast 
kugeligen Soredienbaufcben sind wenigstens in Centrum stets vorbanden. Lappen 
'ifleatlsch, vielfacb getheflt und gewiilbt. Friichte selten, anfangs mit bcreifter, 
bald aber nackter Scbeibe mit diinem, fast ganzem Rande. 

Haufig an (iesteiu, seltener an altem, vcrarbeitetem Hoi/. Durcli viele 
Soredien gewinnt sic die form einer Krustenlleclitc. Am moisten der vongen Art 
ahnlich, durch die nie fehlenden Soredien am sicbersten zu erkennen. 



24 



Xanthoria iv. 

59. X.parietina (L.). — Thallus kreisformig ausgebreitet, anliegend, glanzlos, 
gelb bis orangenfarbig, unterseits, soweit das Licht Zutritt hat, heller, sonst weiss. 
Spftrlich faserig. Lappen flach, rundlich, wellig gefaltet. Frttchte zahlreich, dem 
Thallus gleichfarbig. 

f. rutilans Ach. (lobulata Flke). Thallus kleinblatterig, mit aufsteigenden, 
sehr kurzen, gekerbten Lappen. Frttchte klein, oft gedrangt, dunkler als 
der Thallus. 

Vorzugsweise an Birken und Vogelbeerbaumen. An Bauracn und Mauern 
gemein. 

60. X. lychnea (Ach.) (X. controversa Mass., Kbr.). Thallus unrcgelmassig 
ausgebreitet, ziihe, kleinblatterig, aufsteigend bis aufrecht, mit wenig deutlichem, 
bittern (Hanz. Lappen fingerforaig bis fiederig getheilt, oft soredientragend. Friichte 
dem Thallus fast gleichfarbig, dickrandig. 

•) pyymaea (Bory). Thallus ausgebreitet, rait schmalen, vielfach getheilten, 
am Bande zerrissen-geziihnten, oft mit Soredien bestaubten Lappen. Friichte 
selten. 

P) polycarpa (Ehrh.). Thallus rait ganz kurzen, fast kmiuelartig gedriingten 
Lappen. Friichte sehr zahlreich, den Thallus bisweilen vollkomiuen be- 
deckend. 

An der Linde an der Vitkova stran. An Eschen bei der Humpoletzer 
Strasse. Sie gehort zu den selteneren Flechten der Umgebung von Deutscbbrod. 

Candelaria Mass. pp. 

61. C. concolor Dcks. (C. vulgaris Mass., Kbr.) — Thallus kleinblatterig, 
fast schuppig, gelb, rait aufsteigenden, vieltheiligen Blattcben, krausein, kfirnig- 
staubigem Bande. Frttchte kommen in der Umgebung von Deutscbbrod nicht vor. 

In Hammer an alten I'.irken haufig geaug, audi an Pajppeln bei der beil. 
Trinitiit in Deutscbbrod. Jin <«anzen nicht hftufig. 

Peltideaceae. 
Uebersicht der Gattungen. 

Nephromium. Thallus beiderseits berindet, unterseits aderlos. Frttchte 
schildfSrmig, auf der Unterflache der verlaagerten Lappen angewachsen, schleierlos. 
Sporen spindelfermig, 4theilig, fast wasserhell. 

J'eltigera. Thallus nur oberseits berindet, unterseits deutlich geadert. 
Frttchte schildfSrmig, der Oberflache der verl&ngerten Lappen angewachsen, in der 
Jugend von einem bald zerreissenden Sehleier verhiillt. Sporen spindel- oder nadel- 
fo'rmig, vier- bis vieltbeilig, wasserhell. 



Ncpliromium Nyl. 
62. N. laevigal.um (Ach.) (Nephroma laevigatum Kbr.). Thallus anliegend, 
•■in wenig gerunzelt, graubraun his dunkelbraun, unterseits nackt oder fein run- 



25 



zelig-warzig, von hellbrauner bis djunkelbrauner Farbe. An den Lappenrandern pflegen 
blaugraue Soredien vorzukommeu. Fruchte babe ich nicbt gefunden. 

An Steinen und Baumwurzeln in Hammer, Leithen uud am Hocbtaun. 
Anderswo habe ich diesc Art nicht gesehen. 

63. N. tomnntosum (Hoffm.) (Nephroma tomentosum Kbr.). — Thallus dem 
der vorigen Art durch die Form sowie audi die Farbe ahnlich, unterseits aber 
feiu und dichtlilzig. Fruchte rothbraun. 

Ich habe our wenige Stiicke in Leithen vorgefundeu. 

Peltigera Hoffm. 

A. Thallus unterseits weiss-aderig. 

64. P. canina (L.). — Thallus grossbliitterig, anliegend, weissgrau oder 
braungravi, augefeuchtet dunkelgriin, glatt oder fein verfilzt, unterseits ganz weiss 
oiler im Centrum brftunlich mit netzartig verbundenen, gleichfarbigen Adern und 
Weissen Fasern. Fru<Shte rundlich, spater kinglich, senkrecht augebeftet, an den 
Se'iten rttckwarts umgebogen und kastauienfarbig. 

Auf Wiesen, bei Waldern und anderswo liiiutig. Am meisten Peltigera ru- 
fescens Hoffm. ahnlich, von derselben aber durch mindere Festigkeit, weissc Farbe 
.lunger Lappen und Fasern, sowie audi durch die Griisse unterscheidbar. 

65. P. spuria (Ach.) (P. pusilla Fw., Kbr.). — Thallus gegen den der vo- 
rigen Art klein, aufsteigend, aschgrau, ziihe, unterseits weiss oder weissgrau, mit 
gleichfarbigen, dicken Adern und gleichfarbigen, sparliclien oder auch fehleuden 
Faserh. Lappen fmgerartig getheilt, oben stark verschmlilert, jeder Zipfel mit 
ciner fast rundlichen, rothbraunen Frucht mit geziibntem Rande. 

Am Abhange bei der Pf ibislauer Strasse in Hammer auf Sandbodeu. Durch 
aufrechtes, kleines (1 cm hohes) Wacbstbum von der vorigen Art leiclit unter- 
scheidbar und mehr Peltigera venosa (L.) ahnlich. 
/'. Thallus unterseits mit braunen Adern. 

a) Thallus durch die zusammenfliessendeu, grauen Adern unterseits grau, 
mit spiirlichen helleren Flecken. 

66. P. malacea (Ach.). — Thallus feucht, mehr als der der ubrigen Arten 
schwammig, grossbliitterig, anliegend, mit aufsteigenden, meist eiugerollteu Bandern, 
grunbrauu und angefeuchtet blaugrunfarbig. Einde dick, leicht aufberstend. Fruchte 
senkrecht oder quer ausitzend, dunkelbraun. 

Diese Art sammelte ich an den Chlystover Felsen, in Hammer unter Schenkel- 
hof und im Sprung. Fruchte fand ich nur hinter Herlifa im Walde bei der Strasse. 
I>urch die dunkle Unterseite von alien leicht, durch die Oberseite aber von 
manchen Arten fast nicbt zu unterscheiden. 

>>) Unterseite mit zalilreicheu, durch deutlicher getreunte, graue Adern ent- 
standenen Zwischenraumen (gewohnlicu liingliche, weissliche Flecke). 
«) Fruchte senkrecht. 

* Thallusoberseite warzenlos. 

67. P. rufescens (Hoffm.). - • Thallus derb. grossbliitterig (doch aber von 
kleineren Dimensionen als I >«-i Peltigera canina), anliegend, mit aufsteigenden oder 



2(1 



krausen Ilandern, feinnlzig, grau oder graubraun, ini Alter nackt, hraun. Rinde 
leicht berstend, Thallus unterseits weisslich, mit schwarzbraunon, zmsammenflies* 
senden Adern und graubraunen, filzigen Fasern. Friichte wie bei Peltigera canina 
und audi zahlreicher. 

Die biiuligste Art in der Umgebung von Deutscbbrod. Am meisten am 
Wartberg und an Rainen von Zabinec. Aosser den bei Peltigera canina aufge- 
fiibrten Merkmalen nnter.sclieidet sie sich von dieser dnrch die iin trockenen Zu- 
stande br&unere Farbe, grossere Festigkeit und schmiUere, an den Riindern krause 
Lappen. — 

68. P. polydactyla (Hoffm.). — Thallus grossbliitterig, aufsteigend, gl&nzend 
glatt, blaulichgrau oder graubraun, angefeucbtet graugriin oder dunkelgrun, unter- 
seits mit schwiirzlicheii, im Gentruni zusaminenhicssenden Adern und dunklen 
Fasern. Lappen vieltbeilig, die unfruehtbaren rundlicli, die fruchttragendcn viel- 
tlioilig, holier uud fingerformig getbeilt. 

An sonnigeu und bemoosteu Pliitzen. Am meisten an der Menouskova 
strati und im Walde hinter Obciny. Durch den Glanz und Gliitte von anderen 
leicht untersclieidbar. Die sterilen Stucke sobr scbwer, wogegeu die fructilicirenden 
Stucke durch die senkrecbte Lage der rothbraunen Friichte von Parmelia horizon- 
talis leicht zu imterscbeiden. Bei den sterilen Stiicken muss man darauf Riicksicbt 
nehmen, dass Parmelia horizontals stattlicber ist, breitere, gerundete Lappen und 
starkere zahlreichere Fasern besitzt als Parmelia polydactyla. 

** Tballusoberseite mit zahlreichen Warzen. 

69. P. aphthosa (L.). — Thallus (wie bei alien anderen bis aufdie Parmelia 
malacea) zahe, grossbliitterig, anliegend graugrtln (angefeuchtet apfelgriln)', glatt, 
mil. breiten, geruudeten Lappen. Friicbte rundlicli, mit zerrissen-gezfihntem Rande. 
Wiirzebeu stielstandig. Am Spitalabhango und in Leithen. 

Iin (lauzen selten. Durch zahlreiche Warzchen aid' dcm Thallus von alien 
und durcli grossere Dimensioned aller Theile von manchen untersclieidbar. 
/S) Friichte wagerecht. 

70. P. horizotitalis (L.). — Thallus gross! (latter ig, breitlappig, anliegend, 
glanzend glatt, blaulichgrau oder graubraun, angefeuchtet dunkelgruu, unterseits 
mit starken Fasern. Fruchtlappen verkiirzt. Friicbte gerundet, mit schwar.b ge- 
zahntem Rande. Onfruchtbare Lappen gross, rundlicli. 

Am Abliange uuter Schenkelhof, im Sommerwalde und hiiuiiger in Leithen. 
Die fiuctificirenden Stucke durch die wagerechte Lage der Friichte von anderen 
leicht zu uuterscheiden. Durch den Glanz am meisten Peltigera polydactyla ahnlich. 

71. P. venosa (L.) (Phlebia venosa Wallr.). — Thallus einblatterig und . klein 
(2 — 3 cm lang), aufsteigend, mit vers chmiiler tor Pasis, im Ganzen facherfonnig 
gekerbt, graugriin, angefeuchtet heUgrtth, unterseits ohne Fasern. Frflchte rundlicli, 
graubraun, mit nicht getheiltem Rande. 

Diese seltene Art fand ich in der Terasse hinter der St. Salvator-Kapellc. 
Dei Schlappeuz hat sie der Heir Pfarrer Stransky, im Rozkoser Thale und an der 



Vftkova stnln meine Schiller gefunden. Von Peltigera spuria (lurch die Farbe 

zu unter- 



der Oberseite und duiv.h die 
scheideu. 



braunen Fasern auf der Unterseite leicht 



«■ 



27 



Umbiliearieae. 
Uebersicht der Gattungen. 

Umbilicaria. Thallus einbllitterig, auf der Unterseitc ohne Haftfasern. 
Sporen braun, uach mehreren Richtungen getheilt, m je 1 — 2 in einem Schlauche. 

Gyrophora. Thallus einblfittBig oder mehrblattrig, unterseits nackt oder 
faserjg. Friichte selten einfach, meist rillig zusammeugerollt. Sporen nicht getheilt, 
wasserhell, zu je 8 in einem Sporenschlauche. 

Umbilicaria Iloffm. 

72. U. post,ulata (L.). — Thallus einbliittrig, hiiutig, am Rande zipfelig 
gelappt, graubraun, graubereift, mit zahlreichen, biischell'onnigen Auswiichsen. 
Thallusunterseite ohne Fasern, mit zahlreichen, an Grosse variireuden, oberseits 
Tafeln bUdenden Grubchen. 

In der Umgebung von Deutschbrod our an den Felsen bei Podebab ge- 
fundeu. Thallus gewohnlich bis 1 dm breit, steta aber fruchtlos. Bei ChotSbof 
lii'mliger. 

Gyropliora Ach. 

A. Thallus unterseits grau. 

7.3. G. Ursuta (Ach.). — Thallus papierartig, fast schlafl', einblfittrig, weiss- 
grau, be re if t und feinrissig, unterseits hellrothbraun bis dunkelbraun, beini Nabel 
dunkler. Nur steril. 

Am Felsen bei PodSbab gemeiusam mit Umbilicaria und Endocarpon mi- 
niatum. — 

74. (}. cylindrica (L.). — Tliallus (der bei Prod entdeckten Stiicke) ein- 
blftttrig, zipfelig-Iappig, fast glatt, grau und grau- bereift, mil, schwarzfaserigem 
Rande. Thallusoberiftche rotligrau mit spiirlichen Fft»ern. l''riiclite sit/end, fast 
gerundet, unvollkommen eutwickelt. 

An Steinen des Eisenbahndammes nur einige Stiicke vorgefuuden, die wahr- 
Soheinlicli wie andere Pergpllanzen, z. B. auf demselbeu Damme durch zwei Jalire 
erschienenes Ilioraoium aurantiacum, von der Pahn lierbeigeschleppt worden ist. 
Durch den bewiiapsrten Hand von der vorigen untersclieidbar. 

B. Thallus auf der oberen Seite grunbraun bis schwarz, angefeuchtet griin 
Werdend. 

75. G. polyphylla (P.). — Thallus dunnhiiutig, fragil, ein- oder mehr- 
bmttrig, feucht braungriin, unterseits schwarz, glatt und nackt. In tier Umgebung 
von Deutschbrod ohne Fruchte. Von Studierendea bei Lipnitz (tta Lipnici) gefunden ; 
'" def naheren Umgebung von Deutschbrod babe ich sic sowie audi die folgende 
Art nicht geseheu. 

7G. G. deusta (L.) (0. ttocculosa |Wulf| Kbr.). - Thallus dttnnblutig, 
grunbraun oder griinschwarz, feucht braungrun, unterseits gcrunzelt, feinschuppig. 
R&nder ruckw&rts omgebogen: (Msrseite glatt, schwarz und grubig. 

Nur bei Lipnit'z (na Llpnice) und steril. 



28 



Endocarpeae. 
Die Gattung : 

Endocarpon. 'Phallus einblfittrig oder mehrbEttrit 
Sporen nicht getheilt, wasserhell. 



beiderseits berindet. 



Endocarpon Hod wig. 

77. E. miniatum (L.). — Thallus ciu- oder mehrbliittrig, mit gerundeten 
Lappen, sehr ziilie, rothbraun oder graubraun, grau bereift, unterseits glatt odei 
warzig gerunzelt, hell- oder dunkelbrauu. Miindimg der iin Thallus verborgenen 
Frucht schwarz, flach oder wenig gewfilbt. 

In der Umgehung von Deutschbrod wiicbst sie an den Chlystover und Po- 
dgbftber Felsen. Ich fand sie auch bei Ilonov in der Nahe von PHbislau und in 
der [Jmgebung von Selau (Zeliv). 

Die in Bdhmcn entdeckten, in der Umgebnng von Deutschbrod aber 

fehlenden Laubflechten. 

Cetraria cuculata (Beel.). Ini Riesengebirge hiiufig. Von mir selbst an 
der Schneekoppe gesammelt 
„ nivalis (L.). Gemeinsam mit der vorigen Art. 
„ odontella Ach.. Jeschken bei Libenec (Dr. Schmidt u. Weicker). 
„ juniperina (L.). Ach. Von Mann unter den bohmischen angefuhrtV 
Sticta pulmonaria (L.). Bei Mlhrisch-Zdar. In der Umgebnng von Tabor. 
(Alex. Bernard). 
„ scrobiculata (Scop.). Im Walde bei Neu-Paka (Mann), bei Karlsbad 

(L. K.), bei Tabor (Alex. Bernard). 
„ linita Ach. Riesengebirge (Kbr.), bei Tabor (Alex. Bernard). 
„ herbacea Huds. Nach Man in Bohmeny 
Stictina silvatica (L.). Nach Mann in BohmenV 

„ fuliginosa (Dicks.) Eeichenberg (Siegmund). Bei Tabor (Alex Bernard ). 
1'armelia encausta (Sm.). Auf dem Kamme des Kiesengebirges (Stein). 
Jeschken (Rbhrst.). Im Uiesengrunde (Novak). 
„ sinuosa (Sm.). An Baumen im Elbgrunde (Stein). 

„ saxatilis panniformis Ach. Jeschken (Bbhrst). 

„ sty</m (L.). Jeschken (IU)lirst). 

„ var. lanata (L). Biesengrund (Novak). 

„ fahlunensis (L.). Jeschken (Ublirst). Im Uiesengrunde von mir 

selbst gesammelt. 
„ hypmopta Ach. Ich habe sic im Riesengebirge gesammelt und 

erkannt, dass in der Umgebung von Deutschbrod uur Parmelia 
aleurites wiiclist, welche jener sehr ahnlich ist. 
Solorina crocea (L.). Schneekopj)e (Mosig). Schneegru.be (Limn.). 
„ saccata (L.). Beide Abarten am alten Bergwerk. 

„ genuina Kbr. Beim Aupaf'all (Fw., Kbr.),Teufelsgiirtchen(St.). 



29 



Solorina saccata spungiosa Sm. (limbata Smf.). Am alten BergwerkFw., Kbr.). 
Gyrophora hypcrborea (llolfin.). Jeschken (Siegni.). I>» Biesengebirge von 
mir selbst gesamfielt. 
„ erosa (Web.)- Jeschken (Rbhrst.). 

„ proboscidea (h.). Jeschken (Fw.). Im Riesongebirge hiiutig 

(Novak). 
„ spodochroa (Ehrh.). Bohinerwald (Rbhrst.). 

Abart depressa (Ach.). Hiuing im Riesengebirge (Stein). 
Endocarpon fluviatile (Web.). Teufelsgiirtcben (Lad.), an Steinen in der 

A u pa (Fw., Kbr.). 
Lcnormandia viridis (Ach.). Schneekoppe (Stein). 
„ Jungermanniac Dell. Riesengebirge. 



Ill Die Krustenflechten der UmgebuDg von Deutschbrod, 

Thallus mehr oder weniger krustig, mit der ganzen Basis angewacbsen. 

Die hochst cntwickelten Formen besitsen einen aus tichuppen zusammengcsctzten 
Thallus, bei denen auch die Rindenschicht uuf der untercn Seitc mehr oder weniger 
entwiqheU ist. Darauf folgen diejenigcn, dcrcn Thallus krustig und nur an der 
Peripherie lappig ist, und endlich die mit nur krusligem Thallus, denen die Rinden- 
schicht unterseits vollkornmen fehlt. 

Uebersicht der Familien. 

A. Gymnocarpi. 
«) Die anfangs goschlossene Fruchtscheibe Sfihet sich sptiter mehr oder we- 
niger und ist gerundet (nur (lurch aussorlichcn Einthiss oder durch das 

Altei anders gestaltet). 

Pamarieae. Thallus klcinblattrig oder schuppig-krustig, beiderseits be- 
rindot. Ohromidien blaugriin. Friichte mit eigenem Gehiiuse und auch vom Thallus 
u »ehr oder weniger berandet. 

Lecanoreae. Friichte anfangs geschlossen, spater geoffnet, gerundet, scheiben- 
f ormig, mit einem Ohromidien enthaltenden Thallusrande. Paraphysen gedriingt, 
aufrecht, wenig oder gar nicht verzweigt. 

Pertusarieae. Fruclitscheibe punktformig, in Thallus wiirzclien, selten schei- 
benartig erweitert und vom Thallus berandet, den vorigen ahnlich. Durch die kleine 
Fruchtscheibe aber und die schlaffen, verschiedenartig verastelten oder bogigen 
Baraphysen in schleimiger Masse kentlich. Durch die aussere Form almoin viele 
von ihuen den Angiocarpen, lassen sich aber von denselben durch das weiche Exci- 
pulum und die weiche Subhymenialschicht unterscheiden. 

Lecideae. Friichte gleich vom Anfang an geoffnet, rundlich-scheibenartig, 
ohne Thallusrand. Im eigeuen Gehiiuse (Excipulum) koine Ohromidien vorhanden. 
Wenn aber der Thallus doch einen Rand bildet, so ist derselbe nicht ausdauernd. 



30 

b) Fruchtchcibe nur rundlich oder verUiii^cit. 

Graphideac. Frttchte strichlSrmig oder uttregelffl&ssig rundlich oder fleck- 
formig, einfacli oder sternartig gruppirt. Kruste einfach, gelbgrtine, rothbraune 
oder braunrothe Chromidien einschliessend. 

B. Angiocarpi. Thallusschicht uniwandelt sich in eine weiche Masse, 
welehc von eincm harten Excipulum bedeckt ist, in dem nur am Scheitel eine runde 
oder strahlige Offnung entsteht. 

Verrucarieae. Kruste cinformig, grime, durcli Thcilung fortwachscnde Chro- 
midien enthaltend. 

l'yrenulaceac. Kruste einfacli, gelbgriino oder rothbraune Kottonehromidieu 
enthaltend. 

Ir*aiinixfica,e. 

Gattung : 

Panridria. Thallus blattrig-schuppig, in der Mitte krustig werdend, an!' 
bleibendem, blauschwarzem, dcutlichem Protothallus ibrtwachsend. Sporen nicht 
getheilt (Nro. 1). 

Pannaria Del. 

78. J', brunnea (Sw.). Thallus blattrig-schuppig, graubraun bis durikelbraun. 
Schuppen derb, tief zerschlitzt, gedriingt, sehuppig-kornige Kruste bildend. Proto- 
tliallus schwarz. Frttchte cingesenkt, mit tlacher, fast brauncr oder schwarzbrauner 
Scheibe mit bleibendem, geziilmtem Thallusrande. 

f. coronata (Hoffm.). Thallus kornig-sehuppig, blaulichgrau oder griinlich- 

grau. Fruchjsrand kornig. 
Bisher nur auf diirrem Boden unter dem Pulverthurm bei Deutsehbrod. 
Sporenzeichnungen 660mal vergrSssert hinten (Nro. 1). 



Lecanoread 

Uibersicht der Gat tun gen. 

A. Frttchte schliissel- oder scheibenforiuig. 

a) Thallus klein-blattrig-schuppig oder im Centrum krustig uud am Ramie, 
lappig (Placoidineae). 

Gasparrinia. Sporen zu jc 8, polarzweitheilig. wasserhell (Nr. 2). Thallus 
in der Mitte (grosstentheils) krustig, am Uinfange blattrig-lappig. 

Placodium. Sporen zu je 8, ungetheilt, wasserhell. Thallus schuppig oder 
im Centrum krustig und an der Peripherie bliittrig. 

Acarospora. Sporen schr zahlreich, ungetheilt, wasserhell. Frttchte anfangs 
erngesenkt. Thallus bliittrig-eingescnkt oiler im Centrum krustig und am Rande 
schup|)ig oder krustig. 

b) Thallus einformig-krustig. Frttchte ansitzeud oder eingcscnkt (Fulecanoreae). 



31 



a) Sporen zwei-, vier- oder vieltheilig. 
* Sporen wasserhell. 

Callopisma. Sporen polarzweithoilig, farblos (Nr. 3 u. 4). Frttphte mit 
eigenem Rande und bleibondem (nur bisweilen verschwindendem) Thallusrande. 

Lecania. Sporen viertbeilig, farblos (Nr. 5 u. 6). Fruchte eigenen Ramies 
cntbebrend, nur vom Thallus berandet. 

llaematomma. Fruchte ausitzend bis eingesenkt, mit eigeneni und Thallus- 
Fxcipulum, welches aber bald verschwindet. Sporen wasserhell, vier- auch viel- 
theilig, haarformig. 

Dimerospora. Sporen ellijtsoidisch, quer zweitheilig, farblos (Nr. 7 u. 8). 
Fruchte mit Thallusrandc, eigeneni Rande, oder auch randlos. 
** Sporen braunschwarz. 

Rinodina. Sporen braunschwarz, zweitlieilig, selten viertbeilig (Nr. 9—11). 
Fruchte nur rait Thallusrandc. 
ft) Sporen einfach, ungetheilt. 

Lecanora. Sporen farblos, nicht getheilt, Klein (Nr. 12—15). Fruchte 
grosstentheils nur mit Thallusrand, selten mit eigencm Rande. 

Aspicilia. Sporen ungetheilt, wasserhell (Nr. 16 u, 17). Friichte eingesenkt, 
mhugs oft mit krugformiger, spiiter fast flachor Scheibe. Chromidien einzeln, hell- 
grun, dunnhautig. 

Ausserlich dcr (iattung Urceolaria iihnlich, durch Sporen aber leicht kenntUch. 

B. Friichte krugfiJrmig (das Hymenium bedeckt die Basis der oberlmlb 
verschmalerter kleiner Hohle) und eingesenkt. Thallus krustig. 

Gyaleda. Fruchte krugformig mit fleischigem (nie kohligeni) Excipuluni: 
sporen farblos, quer- und langsgetheilt, erst viertbeilig (Nr. 18). 

Urceolaria. Sporen vielthcilig, nach mehreren Richtungen getheilt, duukel 
gefftrbt (Nr. 19). Fruchte krugformig, eingesenkt, mit eigeneni, schwarz gewordeiiem 
Excipulum, welches die Scheibe berandet; urn den eigenen Rand zieht sich nocli 
der Thallusrand herum. 



ki 



Gasparrinia Tornab. 
79. G.nmrorum (lloiliu.) (Amphiloma. miironuii Kbr.). Thallus angedriiekt, 
'eisffirmig verbreitert, mit, dicken, gewolbton Lappen, im Centrum krustfg-wayzig, 
am Rande blattrig. Friichte anfangs mit vertiefter, spiiter gewblbter, rothgelber 
Scheibe mit nicht getheiltem Rande. 

«) major (Whlbg.) (vulgare Kbr.). Thallus grosser, mclir dorb, hellgelb bis 

dottergelb, oft fein bereift. 
ft) miniata (Hoffm.). Thallus kleiner, rothgelb, nicht bereift. 

An alten Mauern in Deutschbrod. Ad Fclsen in Bfevnic. An alten Zaunen 
und Espen mit verkriimmertem Thallus. Die SpOreB <i. r >0mal vergrossert hinten 
(Nro. 2). 



32 



Placodium Hill. 

80. P. auxicolum (Poll.). Thai his angedrttckt, fest angewachsen, in der 
Mitte schuppig-rissig. Lappen gedrangt, flach, mit ausgeschnitten-gekerbten Randern. 
Friichte im Centrum zahlreich, angedrttckt, anfangs rait flacher, spiiter gewolbter, 
gelbbrauner bis dunkelbrauner Scheibc und schlaffem, wellig geziihneltcin Thallus- 
rande. — 

a) vulgare Kbr. Thallus gelbgrttn, nicht bcreift, mit dttnnem, bliittrigem Rande. 
In der Untgebung von Deutschbrod an Steinen und alten Ilolzern sehr hftuflg. 
An feuchtem Gcstein Thallus schwiicher und Frttchte wettiger. 

81. P. albescens (Hoffifl.) (Lccanora galactina [Ach.] Kbr. Syst.). Thallus 
weinsteinartig, mehlig, angedrttckt, weissgrau, im Centrum gerunzelt-warzig, an der 
Peripherie strahlend gelappt. Friichte in der Mitte angehauft, mit flacher schmutzig 
rothbrauner oder blaugrauer, nackter oder dttnn berciftcr Scheibe und bleibendem, 
weisslichem, wellig-bogigem Thallusrande. 

An alten Ma.uern, bcsonders an der Klostcrmaucr gemein. 

Acarospora Mass. 

82. A. discreta (Ach.) (A. smaragdula Kbr. p. m. p.). Thallus last knor- 
l>elig, angedrttckt, aufgedunsen-schuppig, gran oder schwarzbraun. Schuppen unter- 
seits schwarzlich, rural lich, grosstentheils zu einer lockeren, rissigen Kruste ver- 
einigt. Friichte einzeln oder zu mehreren in jeder Schuppe eingesenkt, rait flacher, 
fast gleichfarbiger Scheibc und dickeni, ungetheiltem Thallusrande. 

In der Umgebung von Deutschbrod an Cestein hiiufig. Sporen im Schlauch 
sehr zahlreich etwa 1 (i breit und 3 — 5 p*) lang. 

83. A. fuscata Schrad. Thallus knorpelig, locker anliegend, im Centrum 
risaig, an der Peripherie sehuppig, graugriiu, graubraun bis dunkelbraun, schwaeh 
gl&nzBncL Schuppen rund oder kantig-rund, unterhalb schwarz rait gedunsenem, 
geziilmtem Rande. friichte zu je 1—3 in jeder Schuppe cingosenkt, rundlich oder 
fast rillenformig, vom Thallus berandet. 

rufescens (Turn.) (A. suiaragdulax vulgaris Kbr. pp.). Thallus dicker, matt 

braun. Friichte eingesenkt, entwcder dauernd punktformig oder spater ver- 

schiedenartig eckig. 

f. smaragdula (Whlbg.). Thallus gelbgrttn oder graugriin. 

An Urgestein hftuflg; die Form smaragdula 1st in der Umgebung von 
Deutschbrod weniger hiiufig. 

Von der vorigen Art an dem aufgedunsonen, aufgehobenen Rande der 
Schuppen, zaheren Thallus und unregelmassigcren FrttChten zu untorscheidon. 

Callopisma I)e Not. em. 

a) Viele Sporen im Schlauche (iiber 20). 

84. C. vitellina (Ehrh.) (Candelaria vitellina Mass., Kbr.). Kruste wein- 
steinartig, hellgelb oder dottergclb und dem woisslichen Protothallus angewachsen. 

*) ft = O'OOl mm. 



33 



Frtichte sitzend, mit flachcr oder ein wenig gewolbter, gleichfarbiger oder schmutzig 
gelbgrttner Scheibe und mit hervorragendem, nicht gethciltcm oder kornig ge- 
zahntem Rande. 

An verschiedenem Gestein, Mauern, altem, verarbeitetem Holze (die Schindel- 
dacher pflegen ganz gclb zu sein) selir haufig. Dieser Art iihneln viole andere, 
koine von ihnen besitzt aber eine solclie Mengo von Sporen. 

&) Schlauche mit 8 Sporeu. 

85. G. pyraceum (Ach.) (C. luteoalbuni Kbr.). Kruste dtinn, kornig-staubig, 
weisslich bis schmutzig-grau, oft fehlend, auf weissem Protothallus, Fr ii elite klcin, 
erst oingesenkt, bald sitzend, mit flaclier orange- oder dottergelber Sclieibc und mit 
woisslichera, diinnem, ungctlieiltem, spitter verschwindendem Rande. Die Sporen 
650mal vergrossert binten (Nr. 3). 

f. holocarpum (Ehrli.) (0. aurantiaeum var. Kbr.). Kruste fast fehlend, 
Frtichte gedr&ngt, mit dunkel- orangegelber Scheibe und bollcrem, ver- 
schwindendem Rande. 

An Pappeln und Espen haufig. Nur mit Ililfc des Mikroskopes von 8hn- 
hchen Arten untersclieidbar. 

86. C, cerinum (Ehrh.). Kruste zusanimciihangend, kiirnig-warzig, grau, 
tlunn, auf blauschwarzem Protothallus. Frtichte ansitzend, mit flaclier, gelbcr 
' l ' l,cl °o und diinnem, nicht gethciltcm, grauweissem, ausdauerndcin Thallusrande- 

Einige Stiickchon habe ich an cinem Sporbcrbaume an der llunipoletzer 
' trasse und einer Espe an dcr PJibislauer Strasse gefunden. Von anderen Arten 
leicnt dadurch untersclieidbar, dass der Tliallusrand dcr Frucht ausdaucrt und 
anders gefftrbt ist als die Scheibe. Sporen 660mal vergrossert Mnten (Nr. 4). 

87. C. ferrugihmm (Huds.) (Blastenia ferruginca Kbr.). Thallus dtinn, zu- 
san unenblngend, glatt oder warzig bis rissig, weissgrau bis scliwiirzlich, auf schwarz- 
grauem Protothallus. Frtichte eingesenkt bis sitzend, rait flaclier oder schwach 
gewolbter, rostigrothcr, braunrother bis schwiirzlicher Scheibe, mit gleichfarbigem, 
a «sdauerndem, eigenem Rande und verschwindendem oder vollkommen fehlendem, 
w eissgrauem Thallusrande. 

obscurum Th. Fr. Kruste dtinn, kornig bis rissig, dunkelgrau bis schwiirzlieh. 
Frtichte klein, angedriickt, rait gelbrother, rostigrothcr, rothbrauner bis 
schwiirzlicher Scheibe und grosstentheils mit bleibendeni, diinnem eigenem 
Rando, ohne Tliallusrand. Sporen fast wie bei der vorigen Art. 
Fine der Gattung Blastenia ahnliche Abart; in dcr ganzen Umgebung an 
bt emen haufig. 

Lccania Mass. 

88. L. syringea (Ach.) [L. fuscclla (Schaer.) Kbr.]. Kruste schr dtinn, 
sornig-staubig, schmutziggrau oder weisslichgrau, bisweilen auch fehlend, auf 
weisslichem Protothallus. Frtichte angehauft, sitzend, klein, mit bald gewiilbtcr, 

>rauner bis schwarzlichbrauner, schwach-grau-staubiger Scheibe und nicht ge- 
theiltem, verschwindendem Thallusrande. Sporen bis zu 16 in cinem Schlauche; 
dieselben 650mal vergrossert siehe hinten (Nr. 5). 



34 

An Pappelm mid Espeo Mu&g. &.usserlicii ein-igan Flfle&tena ahaliob, von 
denselben aber mil, Hilfs des Mifcroskopes leAcht m imtetfaeheideai* Friicbte East 
0*5 mm breit. Paraphysen br&ualich uad die Subhymenialschicht wasserhell. Sporen 
farblos oder schwach braualch and gewohalioh nicht gekrummi 

81). L. Koerleriana Labm. Kruste diina, koraig^chuppig odor k8rhig- 
staubig, grtiubraua oder weissgrau, bisweilen fehlend, auf undeutlicbem Prototballus. 
Frtichte erst eingesenkt, dann Kit/end, mit bald gewolbter, nackter, braunsehwarzer 
Scheibe unci bellem, diiunom, bald vei\sebwiudendem TbaUussaade. Sporeii zu je 8i 
taeist gekcttimmL Siete die Sporen 660mal fergrgssert binten (Nr. 6). 

Gettteinsehaftlich mit dor vorigcn. Art an alten Pappeln an der lifcviiitzor 
Strasse. Von der vorigen. Art durcb den felilenden 1,'eif, dnnklere Srlieibenfarbe, 
sowie audi etc wenig machtigere Kruste uuterscbeidbar. Miaache Sporen sind an 
den Septen unbedeutend edageaGbnurt. 

Haematomma Mass. 

90. //. coccineum (Deks.). Thallus weinsteinartig, weiss oder hellgelblich. 
auf faserigem, weissem Protothallus. Frilchte klein, eingesenkt, mit flacher oder 
riu wenig gewolbter, bell blutrotbcr Scboibe, mit eigonem, uadeutlicliem Rande 
und grossteatheils mit machtigem and staubigem Thalkisraade. 

An Graaitblocken in Hammer atn linkea Cfer iles S'azaVa*Fluss«s genug 
hauflg. Anderswo babe icb sie bisher aicht gcsebon. 



Dimerospora Th. Fr. 

91. D. cyrtdla (Acb.) (Biatorina sambucina Kbr.). Kruste /art, grossteri 
theils koruig-staubig, schnmtzlg graugriin bis weisslich, auf bellerem Prbtothallus. 
Friichte angepresst, klein, erst mit flacher Scheibe und diinneni, belleni Rtode, 
spiiter mit verscbiedetiartfg gewSlbter, gelbbrauaer, rothbrauner bia fast sehwar'zer, 
rand loser Scheibe. Sporen zu 8, 12 — 16, Ianglich Ids fast spindelfbrmig, grade, 
I 5 [i breit und 10 — 15 p lang. 

Ausserlicb von der folgenden Art und von IUlimbia Naegelii schWer zu 
uaterscheiden. Auf Pappelriride gemeihschaftlicb mit Lecania syringea und der 
folgenden Art. 

92. J). Aimer a (Nyll.) (liiatorina Kbr.). Kruste scbr /art, feiurissig, grau- 
weiss, auf weislicbem Protothallus. Friiohte angedrtickt, klein, mit bald gewolbter, 
hellbrauuer bis schwarzlicher Scheibe und dtlnnem, bald verscliwindendom, bellerein 
oder gleichfarbigem Rande. Sporen zu je 8, meist gekriimmt, von elliptischer oder 
langlicher Form. (Siehe binten die Zeichntmgea 650mal vergrSssert bei Nr. 8). 

Auf Pappelriaden, mit der vorigen Art gemehi, Lecania syringea und Le- 
canora Hageni, sowie mit L. Sambuci gemeiaschaftlich. Ms ist bisweilen aehrschwer 
zu uaterscheiden, wo der Thallus mancher von den angefubrteu Arten outlet- 
I'rucbtc etwa 0-5 mm breit. Sporen stets zu 8, und nur wenige von ibuen grade. 
Scheidewaad deotlicL Paraphysen gegeii die Spitze rotbbraun. Subhymeaialaohicht 
farblos. 



35 

92. B. prolci/hrmis (Mass.) ( IJia.l.ori na, probeifeifHUS Mass. Kbr.). Kruste 
8ia wenig verdiekt, weinsteinartig, k#mig i warzig, rissig-getlieilt oder staubig auf~ 
gelost, braungrtin, graugriin bis weisslichgrfin, auf undeutlichem Protothallus. Frflohta 
klein, tofangs mit Uaclier, spater flacb gewijlbter, gclblichbrauner, rothliijunior bis 
«»'hwarzer, nackter odor bereifter Sclioibe mit zartom Thallusrande. Spore* zu je 
8 in einem Sporenschlauche, liLnglich und gerade. Die Form und (irosse dor 650mal 
vergrosscrten Sporen siehe hinten (Nr. 7). 

An der Kirchhofmauer, an don (Iriindmauerii dor holzernon Scheuer in 
I'oiil.schbi'od auf eiuigcn Pliitzen, nirgcnds aber luiulig. Fliichte bis 1 mm bocli. 
Tarapliysen braun. 



Rinodina Acb. 

94. 11 exigua (Ach.) (R. metabolica J Fr. ] Kbr.). Krnste zart, kdrnig-wai/j", 
°der fast rissig, weissgrau oder graubraun, oft oline Protothallus. Frtichte klein, 
•nit bald gewolbter, braunschwarzer, von hellerem, verschwindendem Thallus bo- 
randeter Scheibe. Sporen klein, zu je 8 in einem Schiauche; 650inal vcrgrossert 
siehe hinten (Nr. 9). 

pyrina (Acli.) (exigua Kbr.). Auf Baiimrinden. Kruste staubig-k6rnig, 
weissgrau oder schmutziggrau, mit schwarzer Scheibe mit grauem und 
gezabntem Randc. 

maculiformis Hepp. An altoin ilolz. Kruste selir diinn, staubig, schmutzig 
braun, oft feblend. Frtichte gruppirt, oft cckig, mit brauner Scheibe und 
brauueni Rande. 

Gemeine Art anNadel- sowie L&ubbaumen and altcm, verarbeitetem Holz. 
A'Usserlich einjgen Arten ahnlich. 

95. R. sophodcs (Acli.) (R. horiza Kbr.). Krusto gcnug machtig, oft, fasl 
eisformig ausgebreitet, graubraun oder griinbrattn, von soliwarzem Protothallus 

Derandet. Frtichte im TJialluscentrum, angedriickt; mit fiaclior, schwarzer Scheibe 
'""' lli( 'hf getheiltam, ausdauerndem Thallusrande. Sporen klein, an beiden Enden 
stuiupf. zweizellig, zu je 8 in einem Schiauche. 

Fine in der Umgebung von Deutschb-xod seltonc Flecht©. Ioli babe nur 
"inigo Stiickchen an Sperberbiiuraen der Ohoteborer Strasso gefunden, Von R. exigua 
Wird diese Flechte (lurch die dunklere Kruste, den deuflicben Protothallus, von dem 
816 berandet ist, und durch die nur in dor Form variirendcn Sporen unfoi-scliieden. 

96. 1L colobina (Ach.) (R. loprosa Scliaor. — R. virella Kbr.). Krusto zart, 
^'lig'-sfaubig, graugriiu bis schwarzgTiin, auf fast gleichfarbigem Protothallus. 
Friteh-tq sola- klein, angepresst odor eingesenkt, mit flachor, schwarzer Scheibe und 
aickem, ungetheiltem, bleibendem Thallusrande. Sporen klein, zwcizellig. 

An Woiden und Rirken in Brevnic. 



Mikroskppisch lasst sie sich von don iibrigen durch die blaugrttnen, 



bei 
,l, '" anderen wenigstens am Ende braunlichen Paraphysen unterscheiden. Sub- 
Qymenialschicht wasserhell. Sporen 7—9 f* breit und 15—20 p lang. 

97. It Conradi Kbr. Kruste dtinn, kornig-staubig, braunlich oder grau- 
griiu auf undcutlichom Protothallus. Frtichte sitzend, mit bald gewolbter, braun* 

3* 



36 

scliwarzer Scbeibe und fast nicht getheiltem, graubraunem, verschwindendem Tballus- 
rande. Sporen bedeutend gross, vierzellig. Biehe die Sporen 650mn1 vergrfissert 
hintcn (Nr. II). 

Auf Boden bei der Strasse hinter der St. Salvator-Kapelle. Anders wo 
babe ich sie bisber nicbt gofundon und dortsclbst nur einige Stuck chen. Junge 
Sporen zweizellig. 

98. />'. confragosa (Ach.). Kruste weinsteinartig, warzig bis rissig-getheilt, 
weislichgrau bis grtingrau, mit durchscheinendem, schwarzem Protothallus. Frlichte 
sitzend odcr eingesenkt, mit schwach gewiilbter, scliwarzer Scbeibe und aus- 
dauerndem, dickem, hellem, fast nicbt getheiltem Thallusrande; Sporen zu je 8. 
Siehc die Zeichnung der 650mal vcrgriisserten Sporen liinten (Nr. 10). 

atrocinerea (Fw.). Kruste aus braungrauen, gedrangten und llacben Warzen 

zusammengesetzt. Frlichte angedriickt, meist mit flacher Scbeibe und dickem 

Kande. 

Auf Amphibolit in der Terasse hinter der St. Salvator-Kapelle bei Deutschbrod. 



Lccanora A.ch. 

A. Thallusfarbe weiss, weissgrau, grau oder graugriin. 

90. L. air a (Hnds.). Kruste weinsteinartig, kfirnig oiler warzig, ira Alter 
zerspnmgen, weisslicb oder grau. Frlichte zahlreich, mit dunkelschwarzer, glan- 
zender Scbeibe und ganzraudigem, nicbt getheiltem oder wenig gekerbtem, dickem, 
ausdaucrndem Thallusrande. Sporen oiformig, zu je 8 in einom Schlauche. Para- 
pbysen violett. Krusten gcwoliiilicli dick, flachh ami gross und grosser. Mikroskopiscb 
durch die violettcn Paraphyson von aiideren Arten selir leicht untersebcidbar. 
Ohne Mikroskop lasst sie sich auch an don grossen, sebwarzen, zablreicben Friicbten 
erkennen, dcren Scheibe nur bei den ganz alten Stucken gcwolbt ist. 

In der ganzen Umgebung an Felscn gemein. 

100. L. sordida Pers. (Zeora sordida Kbr.). Kruste weinsteinartig, rissig, 
weisslicb oder grauweiss, auf wcissem Prototballus. Frlichte eingesenkt oder 
sitzend, mit flacher, spiiter gewblbter, verscbiedenartig gef'iirbter (scliwarzlieber, 
gelblicher, grauer bis scliwarzer) und weisgrau bereifter Scheibe mit diiuncin nicbt 
getheiltem, spiiter von der Scheibe verdriingtem Thallusrande. Sporen elliptisch, 
zu je 8 in einem Schlauche. 

In einigen Abarten an Fclsen gemein. Von den ubrigen Arten durch die 
erwahnten Cbaraktore leicht untcrscheidbar. Wunderbar kamen mir die sebwarzen 
Scbciben dieser Art an Stoinen im Hohlwegc hinter der St. Salvator-Kapelle vor, 
in denen ich die schmarotzende Flechte Celidium varians (Dav.) erkannte. 

101. L. caesioalba Kbr. Kruste dtinn, staubig-warzig, weisslicb, oft fob lend. 
Friichte sitzend, klein, mit flacher, hellbrauner bis schwarzlicber, dicht blaugrau 
bereifter Scheibe und machtigem, dauerndem, in der .Kegel ein wenig gezahnclteni 
Kande. Sporen klein, zu je 8 in einem Schlauche, elliptisch. 

An Mauern in Deutschbrod gemein. Geme'msam mit Placed, albescens, 
von dem sie durch die kleineren Friichte und den ziirteren Thallus zu unterscheiden 



37 



ist. Kriichte etwa 0'2-0'fi «im breit, bisweilen gruppirt, manchmal einzeln. Sporen 
4—7 n breit, 10—14 (i lang. 

102. L. subfusca (L.). Krusto ungleiclnnassig kornig-warzig oder rissig 
getheilt, iibrigens glatt genug, von meist weissgrauer Farbe. Friichte gclbroth, hell- 
braun, dunkelbraun bis schwarz, mit ausdauerndem, ganzrandigem, nicht getheiltem 
Thallusrande. Siehe hinten die 650mal vergrosserten Sporen (Nr. 12). 

allophana Acli. (/3 distans 1. allophana Kbr.). Kruste ungleichmiissig run- 
zelig oder kornig-warzig, weisslich oder weissgrau. Friichte sitzend, 1 bis 
.'5 mm breit, mit flacher oder schwach gewolbter, brauner bis braun- 
schwarzer Scheibe und gokerbtem, verbogenem Rande. 

f. Parisiensis (Nyl.). Auf Baumrinde. Scheibe braunschwarz bis schwarz. 
Auf der Scheibe oft die Flechte Pharcidia congesta Kbr. 
gangalea (Ach.). L. subfusca var. lainea (Fr.) Kbr. Kruste gleichmassig, 
dick, rissig gefeldert, schmutzig weisslichgrau, Friichte angepresst, etwa 
1 mm breit, mit miissig gewolbter, schwarzlicher Scheibe und nicht ge- 
theiltem Rande. 

coilocarpa (Ach.) (L. subfusca a vulgaris Kbr. pp.). Kruste dfinn, ungleich- 
mSssig kSrnig-runzelig, weisslichgrau. Friichte angedriickt, etwa 1 mm 
breit, mit vertiefter bis flacher Scheibe von schwarzbrauner oder schwarz- 
licher Farbe, mit meist nicht getheiltem Rande. 

f. pinastri (Schaer.). Kruste fast staubig, aschgrau, gelblichgrau oder 

griingrau. Friichte etwa 0-5 mm breit, mit massig gewolbter Scheibe. 

argentata (Ach.). Kruste zart, glatt oder ganz nach-warzig, weisslich. 

Friichte sitzend, 1 — 1*5 mm breit, mit flacher oder massig gewolbter, roth- 

brauner Scheibe und ungetheiltom Rande. 

f. flavescens (Smf.) (L. subf. var. chlaronea Kbr.). Scheibe von hellgelb- 
rother Farbe. 
Gemeinsam mit L. pallida in der Umgebung von Deutschbrod diehaufigste 
und an Abarten reichste Art. Vorzugsweise auf Baumrinde, audi aber an altem, 
^erarbeitetem Holz und Steiuen. 

103. L. pallida (Schreb.). [L. albella (Vers.)]. Kruste glatt oder runzelig- 
Warzig, dtinn, weiss oder weissgrau, auf weisslichem Brotothallus. Friichte mit 
flacher oder gewolbter, weissgrauer, blassrothgelber bis dunkelbrauner, mehr oder 
Weniger dicht bereifter Scheibe mit nicht getheiltem, blcibendem oder verschwin- 
dendem Thallusrande. Sporen zu je 8 in einem Schlauche, eiformig. Das Innere 
m it dem der vorigeu Art (lbereinstimmend. 

«) sordilescens (Pers.) [Z. pall, a) albella (Hoffin.) Kbr.]. Friichte 0-6— l'5mm 
breit, mit flacher, hell fleischrothlicher, weiss bereifter, deutlich berandeter 
Scheibe. 

ft) cinerella (Flke), Friichte 0-3—1 mm breit, mit bald gewolbter mid dann 
nicht berandeter, bell fleischrfithlicher bis schmutzig brauner, weiss be- 
reifter Scheibe. 

y) angulosa (Schreb.). Friichte bis 1 mm gross, gruppirt und dadureh eckig, 
mit flacher oder schwach gewolbter, schmutzig gelber bis hellbrauner, 
reifter odei fast nackter Scheibe. 



be- 



38 



Sie gehort zu don baufigsten Flechten und bedeckt die Rinde besonders 
der Laubbaume. Dor vorigen Art sehr ahnlich uud von dersolben nur durcli die 
bereifto Scbeibe imterscbeidbar. 

104. L. intumescens (Rbtscli.). Kruste diinn, fast liiiutig, gcglattet, spiiter 
z'artrissig, WeiSSlibb und vom sdiwarzen Protothallus berandet. Fruciite sit^fead, 
zerstreut, in der Jugend flacli, dann linsenfdrmig gewolbt und fast durclischcineud. 
Scheibe fleiscbrotblich bis dunkolbraun, biswcilen feiu bcrcift, mit dickeni, rein 
woissem, nacb Innon gekriimmtem Rande, der spiiter audi gekerbt zu sein pflegt. 
Sporen zu je 8 in einein Schlauche, eiformig. 

Auf glattcr Rinde, besonders dor Laubbaume. Am meisten iihne'lt sie Lee. 
subfusca, an dor glatten Kruste aber, und aiif'godunsenor, fast durchscheiucndoi' 
Scheibe, und diokem weisslichem Rando wirst du sl'e erkonnen. 

105. L, scrupulona Acli. Krusto zart, grau oder weisslich, oft kornig odor 
rissig, auf schwarzlichem Protothallus. Friidito gruppirt, blassbraun odor schwarz- 
braun, nackt odor weisslich bereift, mit ganzrandigem oder fast ganzrandigem, 
weisslichem Thallusrapde. Sporen langlielielliptisch und stots aur zu 8 in einem 
Schlauche, wodurch sic am besten von Lecanora Sambuci zu unterscheiaerj ist. 

An I'a,|i|)oln in Doutschbrod vide Stucke beisanuuon, andorswo weniger 
haufig, — 

106. L. Sambuci (Pers.) (L. scrupulosa Fr.). Krusto sehr diinn, staubig- 
kornig, weissgrau, oft fehlend, auf zartem, weisslichem Protothallus. Ffttchte klein, 
angedriickt, gruppirt, mit flacher, aaclfter, rothbrauncr Schoibo und Jbervorragendem, 
gezahntem s weissem, bloibendom Thallusrande. Sppren mehr als zu 8 in einem 
Schlauche, von olliptischer Form. 

Auf glatter Rinde der Laubbaume. Sporen 5 — 7 ft breit und 9 — 12 ft lang. 

107. L. Ilageni (Ach.). Kruste diinn, warzig odor staubig-warzig, grau- 
weiss, biswcilen audi fehlend. Friichte klein, angedriickt, gruppirt, mit flacher 
oder govWilbtor, schmntzig gclbbraunor bis duiikolrotlibraiiner, micktor odor blau- 
grau bereiftcr Scheibe mit dlinnem, dcht getheiltem odor gcziihntoni, wcisslidioin 
Thallusrande. Die Form und Griisse der 650mal vorgrosserton Sporon siehe hinten 
(Nr. 13). Sporen ni je 8 in einem Schlauche. 

Vorzugsweise an Pappcln haufig und der vorigen Art ahnlich. Die Anzabl 
und Form der Sporen ist bei diescr Art oiuo andere. 
II. Thallusfarbe versohiedonartig gelb. 
a) Thallusrand bleibend. 

I os. L. varia (Kbrh.) (L. varia a) vulgaris Kbr.). Kruste bornig-warzig 
oder rissig-wiirzig, hellgrtingelb odor schwefelgelb. Fruc'ht® siiaendi, gewoilitinlich mit 
flacher, gelblicher (blassgclber, gelbrother auch gelbbrauner) Scheibe und deutlichem, 
gradem, bloibendom, oft bogig geschl&ngeJterB Rande. Sforen BHipiisoh, zu jc 8 in 
einem Schlaoche. 

An alten Schindeldftchern und alten Zaunen sehr biiulig. Sporen 5 6 /< 
breit, 9 — 11 ft lang. Durcli den Fruchtsautn taicht von ahnlicheti y\ i(,<mi iinter 
scheidbar. 

h) Thallusrand spater verschwindend. 



;;<i 



101). L. petrophila Tli. l<'r. (Zeora orosthea Kbr.) [Leeanibra orosthea A.ch.). 
Kruste dick, bestattbt, rissig, inieHgrtSugelb odor bsauflgelb, auf weiesem Proto- 
thallus. FrMtte augedrttckt, mat flaeher oder mfisaig gewolbter, schwii&licher bis 
gslbbrauner, aackter oder din wenig grunt bereifter Scheibe mit donnern, gieioh- 
gefarbtefflj uad versehwiniendtemi Rande. Die Sporen siehe Mfitea 660mal ver- 
gros-seBt (Nr. 15). 

An Gneis und Granit in Hammer bei Deutschbrod. 

110. L. sulphurea (Hoffm.) (Zcora sulphurca Kbr.). Krustc weiasteinartig, 
ris«*g, von schmuteig griinlidier Parte., auf undcutlichem gleiclifarbigem Proto- 
thallus. Kriicbte anfanga eiageBenkt, daanangedrilckt, mil, braungrtaer bis schwaarz- 
griiuor, bisweilo.u griiiD bereifter, bald machtig gewolbter Scbeibe und zartent, gelbem, 
vorsobwindendeni Tballusrande. 

An Gneis und Granit in der ganzen Deutschbroder Umgebung. Dor vorigen 
Art iilinlicli, durcb die Kruste und Kriicbte zu unterschciden. 

111. L. symmida Acb. (P. varia var. syinmicta Kbr.). Ktaste staubig 
kornio o,i ( > r Btaubjg aufgeldst, hollgriiiigelb, aid' wcissom Protothallus. Kriicbte an- 
gedrttckt oder sitzend, mil, bald gewolbter, gelblicher odor gfunsthwtalicher Sclieibe 
""t dllnnem, versebwindeiidem Rande. 

112. L. effusa (Pers.). Kruste kiirnig oder warzig, gvaugriin, bisweilo.u 
fehleid. Kruchte aufsitzend mit rdthlicher bis duukelrolb bran nor Sclieibe. Die 
850riial vergriiKserlen Sporta siehe hinton (Nr. 14). An Fobrea im Sprung. 

Von [,. varia und Symmicta, deaea sie am meisten ilhnelt, wirsi, du sie 
durch die jungen, slots schwiirzlichen Friichte untersoheiden. 



Aspicilia (Mass.) Th. Fr. 

113. A. calcarra (P.). Kruste weinsteinartig, audi aber meblig, zusammen- 
hjtogend bis tief rissig, am Rande oft blattartig-lappig, rein-weiss, bliiulich-weiss 
l,iN sekmutzig graugriin, auf weisslichem Protothallus. Kriicbte aafaugs tief eia- 
mmU., lvrugfdnnig, bold, spiiter sich wdlbend, mit wciss odor blaulich bereifter, 
""'•'ber und schwarzer Scheibe und eigeaem, dunklem Rande, der von dem ein- 
fachen oder runzelig geschlangeltem Tballusrande sicb abhebt. Sporen gross. 

Sie wachst an Maue'rn in Deutschbrod und an Terassen bei Deutschbrod 
llu d ist nicbt hiiufig. Sporen 15—20 jx broit und 18—30 ft lang. 

114. A. gibbosa (Acb.). Kruste weinsteinartig, hdckerig uud rissig, weiss- 
^'"u, Sbhmutzig griingelb bis schwarzgrau, a,uf liellgrauem Protothallus. Frttohte 
Wfahgs e&ngestokt, krugfbrmig, spiiter heraustreteud, mit ffertiefter oder flaeher, 
"ackter, scbwarzer Scbeibe und bleibendem oft bogig gescliliingoltem ThflUusran.de. 
Sporen zu je 4—8, gross. Haufig an Kelson. Der folgenden Art sehr ahnlich, 
&S8t sich abor leicht darnach crkennen, dass Hire Farbe durcb Kalilauge uuver- 
•indert hloibl 0( | (V| . braualich wird, wogegen die der folgenden Art gelb wird. 

515. A. cinerca P. Kruste weinsteinartig;, rissig, woissgra,u bis grau, aid' 
SOhwaffeetB ProtothallUBi Kriicbte orst eingesonkt, da.nn b<>,raustreteud, mit bald 
flaeher, schwroier, oacikter Scheibe und ausdauerndem, diinnem, nichi, getheiltem 
Thallusrande. Sporen gross, zu je 8. 



40 

Weniger hiiufig als die vorige Art, docli aber in der Umgebung von Deutsch- 
brod an Felsen gemein. Durch Kalilauge wird der 'Phallus gelb, spiiter roth. 

116. A. bohemica Kbr. Kruste weinsteinartig, warzig oder rissig, weissgrau, 
auf zartem Prototballus von derselben Farbe. Friichte grostentheils gruppirt, eiu- 
gesenkt, mit ilacher oder massig gewSlbter Scheibe mit ausdauerdem, hervortre- 
tendem, diinnem, weissgrauetn Thallusrande. Friichte klein, zu je 8. Siehe die 
Sporen (550mal vergrossert hinten (Nr. 16). 

Sehr zahlreich an Felsen bei Ranteich in der Nahe von Deutschbrod und 
als Seltenheit auch am Sperberbaume unweit von demselben Felsen. An den mehr 
entfernten Sperberbaumen babe ich kein einziges Stiickclien gefunden. 

117. A. complanata (Kbr. sub Lecanora). Friichte klein-schuppig oder rissig. 
Schuppen flach, unregelmassig eckig bis gekerbt, gruppirt oder zerstreut. Krusten- 
farbe blaulichgrau oder briiunlicbgrau. I'rototballus von scbwarzer Farbe. Fruchte 
klein, fast vollkommen in den Schuppen eingesenkt. Scheibe flach oder ein weuig 
gewfilbt, rothbraun bis schwarz, mit eigenein, diinnem, oft versckwindendem Bftnde 
und dickem Thallusrande. Sporen klein, zu je 8. Siehe die Sporen G50mal ver- 
grossert hinten (Nr. 17). 

Diese Art mit vollkommen entwickelten Friichten habe ich an den Gneis- 
stoinen in der Terasse bei der Schleifmiihle in Deutschbrod entdeckt. Die Stiicke 
mit entwickelten Friichten sihneln mehr der Gattung Lecanora .als Aspicilia. Bisher 
wurdo sie in Iiiihmen nur an der mittleren Ader des Dasaltes der kleinen Schnee- 
grubc entdeckt (Kbr.). 

Gyalecta Ach. 

118. G. Steini Novak. Kruste diinn, warzig-uncben, weissgrau oder grau, 
auf Prototh alius von deiselben Farbe. Friichte in der Jugend krugforinig einge- 
senkt (ein wenig tiefer als bei der Art Aspicilia), spiiter angedriickt, mit Ilacher 
bis fast gewolbter, kornig-rauker, braunscbwarzer, in feuchtem Zustande braun- 
rother Scheibe. Eigener Band diinn, sowie der Thaliusrand, welcher in der Jugend 
hervortritt, spater aber verschwindet. Sporen zu je 8 in einem Schlauche, elliptisch, 
farblos, sich in der Jugend zuerst quer, dann der Lange nach theilend und endlich 
unregelmassig getheilt. Siehe die Sporen hinten (Nr. 18), 650mal vergrossert, in 
verschiedencn Entwickelungsstadien. 

Ich babe diese Art auf der Heide hinter Parknau bei Chlystov gefunden 
und zur Ehre des schlesischen Liclienologen Berthold Stein beuannt. Paraphysen 
Hind zusammengeklebt, farblos, oberhalb gclbbraun mit breiter, kdrniger, gelbbrauner 
Decke. Excipulum gelbbraun und die Subhymenialschicht wasserhell. Sporen lobis 
12 //. breit und 18 — 22 ft lang. 



Urceolaria Ach. 

119. U. SCrupostZ (L). Kruste weinsteinartig, rissig odor stalling aufgeldsl;, 
von weisslicher bis schmutzig dunkelbrauher Farbe, auf weisslichem Protothallus. 
Friichte eingesenkt, mit heller, schwarzer, nieist bereifter Schdbe mit eigenem 
Rande, der anfangB von aufgedunsenem, gezahntem, verschwindendem Thallusrande 
bedeckt ist. Die tJ50mal vergrdsserten Sporen hinten (Nr. 19). 



41 



Eine auf Boden mid an Felsen in tier ganzen Umgebuug hiiufige and 
vou andereu leiclit unterscheidbare Flechte. 

Pertusarieae. 
Die Gattung : 
Pertusaria. Sporen nicht getheilt, farblos, meist mit diclcer, oft mehr- 
schichtiger Zellenhaut. Frttchte scheibenformig gefiffnet, mit Thallusraude odor 
punktformig uud in Thalluswarzen eingesenkt. 

Pertusaria DC. 

120. P. communis DC. Kruste fast hiiutig, runzelig-warzig, rissig, grau- 

grua oder schmutzig grau, auf weisslichem Protothallus. Frttchte einzeln oder einige 

beisammen, in kugeligen Thalluswarzen eingesenkt, mit sehr winziger, punktfdrmiger, 

dunkelgraugrtlner oder schwiLrzlicher Scbeibe. Sporen zu je 1 — 2 in einem Scblauche. 

«) pertusa (L.). Kruste fast hiiutig, mit zahlreichen Fruchtwarzen. Sored inn 

fehlcnd. 
P) variolosa Walk. Kruste gewohulich steril, in zahlreiche, weisse Soredien 
aufgelost. 

An Bftumen in der ganzen Umgebung. Die Abart variolosa haufiger. P. per- 
tusa habe ich bios an Tannen gesehen. 

T^eciclea.e. 

Gberslcht der Gattungen. 

A. Scbeibe von heller Farbe, Excipulum hell and weich. 
«>) Frttchte sitzend (Biatorineae). 

«) Sporen farblos. 

* Sporen nicht getbeilt. 

Biatora. Schliiuche entbalten wenige, farblose uud nicht getheilte Sporen 
(Nr. 20). Fmchtscbeibe hell oder dunkel. Excipulum weich, Subliymenialscliicht 
ferblos oder wenigstens hell. 

** Sporen 2- bis vieltheilig. 

Biatorina. Schlauche enthalten wenige farblose und zweitlieilige Sporen. 
Fruchtscheibe hell oder dunkel, Excipulum weich, Subhy menials chicht farblos oder hell. 

BiUmbia. Sporen langiich bis spindelfSrmig, parallel vier- bis vieltheilig 
(bisweilen nur zweitheilig), farblos (Nr. 21 u. 22). Excipulum weich". 

liacidia. Sporen grade, nadelformig, parallel vieltheilig, farblos (Nr. 23 
u. 24). Excipulum wachsartig. 

Scoliciosporum. Sporen gekriimmt, spiralig eingerollt, nadelformig, zwei- 
theilig bis parallel vieltheilig, farblos (Nr. 25). Excipulum weich. 

P) Sporen braun (briiunlich). 

Abmthallns. Fruchtscheibe dunkel, Excipulum undeuthch, Thallusschicut 
gelarbt. Sporen ellipsoidisch, quer zweitlieilig, braun (Nr. 26). 
b) Friichte gestielt (Baeomyceae). 



42 

Baeomyces. Sporen spindelfdrmig, farblos, nidi!, getheilt oder nndeutlich 
quer-zweitheilig. Friichte gestielt, fast kttgeHg, von btrachigerfi Schleier verhiillt. 
innen von spinnwebigem Gewebe ausgefiillt uud darum hob.] erscheinend. 

Sphyridium. Sporen langlich, aicht getheilt, farblos. Friichte gestielt, hut- 
formig, nackt, innen flach. 

/>'. Sdhetbe dunkel, meist schwarz, Kxcipulum uud Subhymeaialschicht 
gflosstentheile dunkel, oft kohlig (Fulecidineae). 
a) Sporen nicht getheilt. 

a) Sporen zu je 8 in eincm Schlauche. 

Lecidella. Sporen farblos, nicbt g^tlfeilt, ellipsoidisch (Nr. 27). Fruclit- 
SCheibe schwarz. Suhhyiuenialsehieht hellbniun oder dmikelhrauii, nie kohfig-schwarz. 

Lecidea. Sporen farblos, nicht getheilt, ellipsoidisch. Fruchtscheib'e'lsehWafz. 
Subhymenialschieht schwarz, kohlenartig. 
/3) Sporen zablreich, klein. 

Sarcogyne. Sporen farblos, nicbt getheilt, zahlreicti in Schlauchen (Nr. 28). 
Friichte aufsitzend, mit schwarzem (entweder allseitig Oder ^epigslehs au'ssen aus- 
gebildetem) and deutlichem Excipulum. ftfuste (me'is'tj anbedeutehd. 
/>) Sporen getheilt. 

a) Sporen zweitheilig. 

Catocarpus. Sporen quer zweitheilig, farblos bis dunkel, mit dicker, wasser- 
reicher Aussenschicht, ellipsoidisch (Nr. 2'.)). Kxcipiilum (meist) schwarz, kohlenartig. 

Buellia. Sporen ellipsoidisch, quer zweitheilig, dnnkel, ohne wasserreiche 
Aussenschicht (Nr. 30), Excipulum dnnkel, oft koHigi Chromidien grtln, sichdurcb 
Theilung vermehrend. 

PoetscMa. Sporen ellipsoidisch, <\ucr zweitheilig. dnnkel, wasserreicher 
Schleimschicht entbehrend (Nr. 31). Excipulum dnnkel, meist weicb. Ohromddien gelb 
oder gelbroth, sich durcb Sprossung and aicht durch Theilung rerwrehrend. 

(i) Sporen mehrtheilig. 

JHplotomma. Sporen parallel viertheilig, aneb aber nach eini^en EMcKtungen 
getheilt, dunkel gefarbt, wasserreicher Aussenschicht entliehrend (Nr. 32). ExcipultMM 
braun, oft noch vom Thallus berandet. SubhymenialscMcht braun. 

llhkocarpon. Sporen parallel viertheilig oder nach einigeri Ftichtungen ge- 
theilt, ellipsoidisch, farblos bis dunkel, mit dicker, wasserreicher Aussenschicht 
(Nr. 33 35). ^xcipulum (meist) kohlig, 

Arlhrosporum. Sporen langlich, parallel v^erthelJig, farblos, ohne wasser- 
reiche Aussenschicht (Nr. 36). Frachtscheibe schwarz. Subhymenialschieht bell. 



Hiatora Fr. 

A. Friichte in der Jugend mit Thallusrande. 

121. B. coarctala (Sin. (Zeora coarctata Khr.). Ivrnste woinsteinarti»\ weiss- 
grau oder grttugrau, auf undeutlicheni, weisslichem Protothalhm FVuchte sitzend 
oder eingesenkt, mit flacher oder gewolbter; tm fenchten Zustande fast durchschei- 



48 



nender, cottar bis scbwarzer Sclu'ilio. mit duuncin, braunein odflr sehwa.rzem Kande, 
der nodi von ftusdauerndeaaa oder wscbwindeiidem, tiadh la&en ^ngebogeaetna, g&- 
wobnlich rissig-gezanntem Tballusrande betfaadfit ist. Spofien rand bis eiibnnig. 
bisweilen cin wenig braunlicb, 6 — 12 ft breit, 12 — 15 ft lang. 

An Urgebirgsgestein in dor ganzen Umgebung, niclit aber seta bfcflfig. 
Kruste verscbiedenartig dick, ebenfalls der Tballusrand. Mikroskopisch leicht zu 
erkennen. 

B. Kriicbte uur mit efgenfem Uande; Tballusrand i'olilt. 

122. B. granulosa (Ehrli. 1785). | T>. decolorans (IToffm.) Kbr. |. Struste 
kiirnig-warzig, ft staubig aufgelost, vveissgrau oder graugrttlj auf wcisslicbcni IVoto- 
tballiis. 1'riicble afigfedrflCkt; init erst verfiefter, bald llacber, s pater gewftfcter 
Scheibe von erst fleiscbrotblicber, spiiter rotlibrauncr oder sehwarzer Parbe und 
mit eigenem erst bcllcni und bevvortretendem, dann Spatef iindeutlichein Rande. 
Sporen langlicb-elliptiscb, 4—7 ft breit und 8— 16 ft laog, Diesolbeii <;50mal ver- 
gJ58sa6irt liinten (Nr. 20). 

A.uf der lleidc bei Glilystov unweit von Deutscbbrod. 

12)!. B. obscurella (Mi) (1!. pbaeostigma Kbr.). Kruste sehr diinn. oft 
i' (> lilend, k8W.ig, weisslicbgram griinlicbgrau oder grMllChbraufi^ mi vveisslicboni 
lv <>(.otlialbis. Frftcbte klein, angedriickt, erst mil, flacher, diinn berandefer, bald 
"ewiilbter, n j ( .] lt i)oraiidct( r, braunschwarzer oder schwar/or Scbeibe, die ange- 
''•uichteb sich braunrotb fiirbt. Sporen langlicb-elliptiscb, ■'• 4 « breit nnd 8 bis 
!2 ft lang. 

In der Umgebung von Deutschbrod 1 



'Hlion an Liircbenbaumeii. 



Frlicbte nur etwa 0-2— 0-3 mm gross. Bxcipulum braunlicb, Subb.yinenial- 
scbiobt farblos, Parapbysen oberlialb verdickt und griinbraun, ttbrigens farblos. 

124. />'. lucida (Acb.). Kruste ktoig-gfcaubig oder ineldig, ge$ oder griin- 
li(!,| K«'-lb, auf weisslicbem Prototballus. Frttclite aftgedrttflkt, klein, mit bald gewiilbter, 
geibe* und niclit berandcter Scbeibe. Sporen walzenfbnnig oder langlicb keulcn- 
^Wtaigj 1—2 ft breit, I 7 u lang. 

An Kelson im Hammer am linkcn lifer des Sazawa-Klussos nut Krucbten, 
gWfibnlich aber steril wie gelbes Mebl an Felsen und Baumen. 

125. B. ambigua Mass. (B. tabeseens Kbr.). Kruste zart, grauweiss, gran 
" ( 'H» oder bellgraugrun, meist von sebwarzen. I'rotofhaHus berandet, Kriicbfe am 
gedrttckt, mit flacber oder ein wenig gewolbfer Scbeibe von unrein lieller oder 
rtunkelrolbbi-auner bis braunsebwaper Parbe, mit diinnem, erst liorvortrcteudcim 
' s l'iiler vcrscbwindendein, diinkleni Rande. Sporen eifdrmig, 6-^8 ft breit, 12 bis 



l( 



ft lang. 



In der ganzen Umgebung von Deutscbbrod, oesonders an Tauuen und Buch- 
biiumen haufig. Der Art Lecidella olivacea sehr almlich und von derselben eigentlicb 
uur durch die Farbe der Frlicbte zu unterscheiden. Parapbysen farblos, braunbcli, 
gCttn, oben und unten bisweilen gelblicb. Subliymenialschicbt bellgelb oder rotbbraun. 

126. B. vliginosa (Scbrad.). Kruste meist diinn, kbrnig oder staubig, 
dunkelgrftnbraun, rotbbraun bis sebwarz, auf braunsebwarzem Prototballus. Frftttte 
klein. angedrttckt oder fast eingesenkt, mit lladier, spiiter gewolbter, braunsebwarzer 



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oder schwarzer Seheibe und mit eigenem, dunnem, verschwindendem Bande von 
derselben oder ein wenig hellerer Farbe. Sporeu eiformig, elliptisch oder liinglicli 
elliptisch, 3 — 8 [i breit und 8 — 17 ;* lang. 

An verwittertora Gneis bei dor Schleiiiniihle in Deutschbrod mit zahlreichen 
Friiehten. 

Biatorina Mass. 

127. B. Ehrhartiana (Acb.) (Biatora Ehrhartiana Kbr.). Krusto diinn, 
kiirnig oder runzelig-warzig, strohgelb, gelblicbweissgrau, auf weisslicbom Proto- 
thallus. Friichte angedriickt, erst mit flachor, diinn berandeter, spiitor gewolbter, 
randloser Seheibe von griingelber oder hellrothlichgelblichcr Farbo. Sporen langlich 
bis fast stabfSrmig, 2 — 3 (i breit, 7 — 10 ji lang. 

Diese Art habe icb an Nadelbaumen gefunden und gewohnlich einzellige, 
bisweilen aber audi zweizellige Sporeu bemerkt. 

128. B. tricolor (With.) [B. Griffithii (Sm.) Kbr.]. Kruste genug miichtig 
und fast rissig oder kornig-warzig bis kornigstaubig oder fehlend, graugriiu oder 
weisslichgrau, auf weisslichem Protothallus. Friichte angedriickt, mit flacher oder 
gewolbter, bisweilen bereifter Seheibe von blaulichrothbrauner bis braunschwarzer 
Farbe. Sporen langlicli-elliptisch oder fast spindelformig, 3 — 4 n breit, 8 — 1G (i lang. 

An alten Birken genug hiiufig. Von einigen iilmlieben Arton nur mikro- 
skopisch iinterselieidbar. Exeipulum nicht tief, miichtig und ebenfalls die Subliy- 
menialschicht. Paraphysen oberhalb gelblich oder dunkelbraun. 



Bilimbia D. N. 

129. B. Naegelii (Hepp.) (B. faginea Kbr.). Kruste diinn, unebeu, kiirnig, 
oft rissig aufgelost, weisslichgrau oder graugriin, auf helleni Prototliallus. Friichte 
angedriickt oder sitzend, mit flacher, spiiter gewiilbter Seheibe von fleischroth- 
licher, rothbrauner bis schwarzer Farbe. Band diinn, heller gefiirbt als die Seheibe, 
volJkoinmc.n verschwindend. Subhymenialschicht farblos. Sporen liinglicli bis fast 
spiadelformig, (meist) viertheilig. Siehe die Spores 660mal vergn'isseri, hinten 
(Nro. 21). 

Auf Ahorurinde, an Espen in Hammer. Sporen selten 6 — Stheilig, in der 
Jugend nicht getheilt oder zweizellig. Paraphysen oben violettbraun bis schwarzlic.lt. 
Sporen selten mehr als 0'5 mm breit. 

130. B. hypnophila (Ach.) [B. sphaeroides (Sinf.) 1. muscorum (Sw.) Kbr. 
pp. et 2. terrigena (Fw.) Kbr.]. Kruste ausgedehnt, warzig-kiJrnlg oder staubig, 
weisslicli, grflnlich oder grau, auf weisslichem Protothallus. Friichte angedriickt 
oder sitzend, erst mit vertiefter, spiiter stark gewolbter bis kugelformiger Seheibe, 
anfangs von hellfleischrothlicher, spater verschiedenartig brauner bis schwarzer und 
bisweilen gleich vom Anfang von schwarzer Farbe. Band an junger Frucht bemerklich. 
Subhymenialschicht fast farblos bis dunkelrothbraun. Sporen splndelfBrmig oder 
langiiclispindeifonnig, 4 I2theilig. Siehe die Sporen 660mal vergrSssert hinten 
(Nro. 22). 

f. atrior Stitzb. Friichte bald gewolbt, gleich voin Anfang schwarz. 



45 

An bemoosten Mauern in Deutsehbrod nur die Form atrior Stitzbg. genug 
haufig vorkommend, am meisten an der alten Kirchhofmauer. Die im Schatten 
wachsenden Arten sind von hellerer Farbe. 

181. B. trisepta (Naeg.) [B. milliaria (Fr. pp. min.) Kbr.]. Kruste ausge- 
breitot, kiJrnig-staubig, grttnlich odor grau, auf weisslichem Protothallus. Friichte 
angedrttckt, mit stark gewolbter bis halbkugeliger, niclit berandeter Scheibe von 
schmutzig grtlnbrauner bis schwarzer Farbo, Subhymenialschieht farblos bis braun. 
Sporen schmal-spindelformig bis fingerformig, 4theillg. 

f. saprophila Kbr. Kruste machtig, nieist staubig, braungrttn. Subhynienial- 
schiclit (grflsstentheils) braun. 
Auf sich absehiilendor Rindc eines alten Ahorns an der Humpolctzer Strasse. 



Bacldla De Not. 

132. B. rubella (Ehrh.). Kruste kornig odor schuppig-warzig, bisweilen 
fehlend, graugrttn oder weisslichgrttn, auf weisslichem Protothallus. Friichte sit- 
zend, mit flacher, spater gewolbter, nackter oder diinn bereifter Scheibe von hell 
aiegelrother Farbe, mit hellercm, dickcm, spater verscliwindendem eigenem Rande. 

An Birnbaumen im Klostergarten and alten Wciden in Bfevnic. Sic gehort 
in der Umgebung von Deutsehbrod zu den hftufigen Flechten. Sporen nadelformig, 
3 bis 4 jh breit, 50—100 ft iang. 

L33. B. rosella (Pers.). Kruste diinn, kornig bis kornig-staubig, zuweilen 
bis rissig, weisslichgrttn bis schmutzig graugrun, auf l'rotothallus von derselben 
'' ill 'bo. Friichte aufsitzend, mit vcrticftor, spater fiacher, diinn weiss-bereifter Sclieibe, 
Vo " fleischrothheher oder rosenrother Farbe und mit eigenem, dickem, hellercm 
un d ausdauerndem Rande, Die Sporen 650mal vergrossert siehe hiuten (Nr. 23). 

Diese Art habc ich bisher nur an Buchbaumen unweit von Steken gesehen. 

131. B. muscorum (Sw.) (Raphiospora viridescons Mass., Biatora protensa 
Kbr.) (ArthrorapiS viridescens Rb.). Kruste feinkornig, fast hautig, graugriin oder 
weisslichgrttn, auf undeutlichem Protothallus. Friichte angedrttckt -sitzend, mit 
braunschwarzer oder schwarzer, erst flacher, bald mftchtig gewolbter und hocke- 
n wr Scheibe mit zeitlich verscliwindendem und schwarzem Rande. Die Sporen 
650mal vergrossert siehe tauten (Nr. .24). 

An absterbenden und vermodcrnden Pflanzen, auf nackter Erde in der Um- 
gebung von Deutsehbrod haufig. 

ScoLiciosporum Mass. 

135. S. compactum Kbr. Kruste genug dick, ein wenig kornig, grauschwarz, 
schwarzgrun oder schwarz, auf schwarzlichcm Protothallus. Friichte angedrttckt, 
mit schwarzer, erst flacher, spater gewolbter Scheibe mit erst diinnem und gliin- 
zendem, spater aber vollkoninieii verscliwindendem Rande. Paraphysen oben bhvu- 
grttn, dunkelgrttn oder griinschwarz. 

Sie wachst in der Umgebung von Deutsehbrod auf vielen Orten, wird aber 
leicht iibersehen, weil der Thallus anderen tnorscheu Arten ahnlich ist. Audi an 



46 



alten Sehindeldachern, wo .sir, doutlicher ist als am (lestein. Die Sporen ha 
Schlariche schwach vergrossert and ails deni Sehlauche hervortretencL, 480mal ver- 
grossert siehe hinten (Nf. 25). 

AluotliaUus De Not. 

!.'!(). A. parmcliarum (Smf.) (A. Smitliii Pal.'). Schmarotzende Art. Kn'ichte 
horvorragend, im Alter sitzend, mit bald flaclior, bald gewfllbtei 1 bis kugfcliger 
nicht glftnzender, schwarzer oder braunschwarzer, oft graugrttn bereifter, ranher, 
randloser Scheibe. I'araphyseu sehmutzig braungcttn. Sporen 3 5 ft breit, 10 — 12 ^ 
lang, grtinbraun. Dieselben 650mal vergrossert siehe liinton (Nr. 26). 

Auf Thallus von Pannelia conepersa am Ufcr des ('hotcbofer Teicb.es. 

Kacomyccs Pcrs. 

137. II. rosms Pers. Kruste ausgedehnt, zusammenhangend^, war,zig oder 
hpckerig, weisslich, auf graugrunem Protothallus. Friichte fast rund, rosenroth, auf 
weissem, oyalem, kraftigem Stiele. 

Eino gemeine Art, deren Kruste audi einige m* Erdc bedeckt. Von alien 
lciclit unterscheidbar. 

Sphyridium Hot. 

L38. 8. byssoides (L.). Kruste ausgedehnt, kSrnig-schuppig, kleink8rnig bis 
fast staubig, am. Rande fast schuppig. Farbe dor Kruste graugrtin oder vieissgrtin, 
auf weissem Protothallus. Frttchte eiri wenig gewolbt, auf seitlich zusammenge- 
driickton, rothlichen Stieleh. Scheibe im Ganzcn von rothbraiuior V:\x\h\ 

In dor ganzei) EJmgebung auf Erdc hftufig. Dor vorigon Fl'echte iihnlich, 
durch den anders gefarbten und hoHen Stiel kenntlich. 

Lccidclla Kbr. 

189. L. pungens (Kbr. sub IHatora). Kruste diinn, k6rnig Oder schuppig, 
weissgrau oder weisslich, auf undeutlichcm Protothallus. Frtfehte sftzend; mil, 
vortiel'ter oder llachcr, raulicr, schwarzer odor rothbraunsehwarzer Scheibe, die 
angefenchtet rothbraun wird, mil, dickem, glftnzend schwarzem, anfangs hervnrtre. 
tendem, spftter verdr&ngtem Rande. Sporen eifflrmig, berandet. 

Hftafig an (ineis und audi auf der Erde wie ein Uborzug von vermo- 
dernden Flechten. Paraphysen farblos, oben ein wehtig grtth, SabhymenialscHchl 
gelbbraan. 

140. L. pilularis (I)av teste Th. Fries) | L. goniophila (Flke) Kbr.]. Kruste 
last weinsteinartig, Warzig gefeldert, waxzig bis fast fohlond, graugelbhch, gran 
grtinlich odor grii.nl ichbraun, auf iimleutJiehem I'rotothallus. Friichte angedriickt. 
anfangs mit flacher, dick berandeter, bald verschiedenartig gcwdlhter, randloser, 
nackter und schwarzer Scheibe. Sporen eiforiuig-clliptixeli, mit schmaJcm Rande, 
7 — 9 jii breit und 12 — 15 [i lang. 

An (ineis in der Hnigehung mid audi an der Klosterinauer in Deutschbrod. 
Siihliymeiiialschichl, farblos, Paraphysen roth, oben schwarz. 



47 



141. L. sabuldoram (Sehreb.). Kruste weiusteinartig, kbcnig-warzig oder 
rissig) weisslich, weissgrau oiler schmuteig-gr.a«u Kriiohte mil sphwarzen moist Haclicr 
Scheibe unci dunnem, dauerndem Rande. Sporen in aufgedunseneni keuleoJoiapnigec 
Soblaucbei, elliptisch, diinn b$randet, Sielie sie liintcn (!50mal vergrossert (Nr. 27). 
Parapbysen oben schon blaugrtln. 

cnteroleuca (Fr.) (Lecidella enteroleuca Kbr. L. elacocliroma v. achrista 
Smf.). Kruste kfimig warzig, schuppig bis fast staubig, weisslichgrau, griin- 
lichgrati odor sebmutzig-grau, auf schwarzem Prototliallus. Friichte ftn- 
gedriickt-sitzend, mit flacber, lange und dauernd berandeter ScheibB. 

f. olwacea (Hoffm,) | Kbr. als Art. |. Kruste grflUgrua, von schwarzem 
Prototliallus borandot uud durchkreuzt. 
Aul Haunirinde sehr h&ufig. Die liiiufigste ist die Form olivacoa. 

lecidea (Acb.) Kbr. 

142. L. fuscoatra (L.) [L. fumosa (Hoffm.) Kbr.], Kruste weiDsteinftrtig, 
risflig, mit llaolien oder hohlen, braiincn odor graueiQ Tlieilohcn, ant' doutlioheni, 
uoliwarzem Prototliallus, wolclier bisweilon die, Kruste nmsiiumt, Friichte ango- 
drtickt, anfangs mit flacber Md diinn berandeter, sohwarzer, nackter, blaulirli be- 
reifter, spiLter aufgodunsencr und randloser Selicibc. Sporen elliptisch bis fast 
1; Juglich, 5—7 [i brcit und 10— bis 15 fi lang. 

An Gncis auf vielen Orton, audi auf nackter Erde a,n dem Damme des 
CbotSbofer Teiches. Parapbysen oben grunlich, ganz oben sebwarz, Excipuluin und 
Subhymenialscbiobt sebwarz, kpblig, Schl&uche scbmal-keulenformig. 

143. L. macrocarpa (DC). Kruste weinsteinartig, fcinrissig, moist diinn, 
zuweiieii fast feblend, weisslich, weissgrau ode'i schmutzig graubraun, grossten- 
tQ eils auf undeutlichem, schwarzem Prototliallus. Fruchte sitzend, erst mit fiacher, 
macbtig berandeter, spater stark gowiilbter, randloser Scheibe. Sporen elliptisch 
bis langlich elliptisch, 8 1 1 ft brcit, 1(5—24 ft lang. 

Sehr gemein an alien Felsarten dor Umgobung von Deutschbrod. Durch 
den maohtigcii Hand, die grosson Friichte und Sporen von anderon loicht ZU un- 
toi'scbeiden. 

144. L. cmstulata Aoh. Kruste' sehr diinn, weinsteinartig, zusaiflmen- 
' liUI Wnd oder zerstreut-warzig, bis fast rissig. grau. weisslich- odor gelblichgrau. 
olt auf uudeutlichem, schwarzem Pratothallus. Frlicbte klein, angedrttckt-sitzend, 
moist mit glanzender, aicht bereifter, schwarzer; fast dauernd flacber und diinn 
'^•'andcter <>,ler im Alter gewolbter und randloser Solieibe. Sporen elliptisch oder 
^nglicb-elliptiscli, (>— <> [i broil,, 12—20 ft lang. 

An verschiedenom Urgebirgsgestein in dor Deutschbroder Umgobung ver- 
breitet. — 

Parapbysen grttn, oben braun. Von P. mftcrocarpa durch die kleiaen Friiclite 
l(>i(, ht, miters cheid bar. i:\oipuluin uud Siibhymenialsehieht hraunsehwarz. 

Sarcogryne (Flot.) Mass. 

145. Kpruiuosa (Sin.). Kruste weiss. moist feblend, krustig-mehlig, weisslicb 
°der -van, leinrissig, auf undeutlichem Prototliallus. Kriichte angodriiokt oder fast 



48 

eingesenkt, rand, mit schwarzer oder ein wenig rothlicher, blau bereifter, selteu 
nackter Seheibe, mit diinncm, dauerndem, im Alter bogigem Raade. Subhymenial- 
schicht fast farblos. 

f. macroloma Flke. Frachtseheibe dicht bereift. Hand beroift und aufge- 
dunsen. 

An dor Mauer bei der hi. Dreifaltigkeit in Deutschbrod und an den Kapellen 
auf der Kalvarie. Excipulum aussen braunschwarz, inncn hell. Subhymenialschicht 
getblich oder farblos. Paraphysen verlcimt, oben braun. Sporen elliptisch, 2 ft breit, 
4 — 6 ft lang. 

146. S. clavus DC. (S. privigua /J) Clavus Kbr. — Stcroopcltis macrocarpa 
I)e Not.). — St. Carestiae Be Not.). Kruste undeutlich. Fruchte mittelgross, kurz- 
gestielt, rundlich oder bogig geschlangelt, erst mit vertiefter, spiiter flacher, schwarz- 
lichcr oder dunkelrothbrauncr, nackter Seheibe mit schwarzem, meist dauerndem, 
anfangs dickem, spiiter sich verschmalerndcm, rissig-warzigem Ramie. Subhymenial- 
schicht schwarzbraun oder rothbraun. 

An Granit in der Terasse beiin Kircbliof und miter dem Felde „na Pren- 
pfru". Der verkohlte Stiel steckt in den Granitrisscn und man sieht nur die Frucht 
ohne Tballus. Die Sporen 660mal vergrossert siohe hinten (Nr. 28). 

147. 8. regularis Kbr. Kruste diinn, graubraun, oft fast fcblcnd. Proto- 
thallus undeutlich. Fruchte aufsitzend, rand, anfangs mit flacher, bald halbkugelig 
gewolbter, schwarzbrauncr Seheibe und dtlnnem, glattem, anfangs bervortretendem, 
spiiter vcrsehwindendem, schwarzem Rande. Subhymenialschicht braun. 

Paraphysen oben gelbhraun. Sporen an cinom oder beiden Enden mit 
oliger Masse, 1-5—2 (i breit und 3—4 ft lang. An Gneis beim Kirchbof in 
Deutschbrod. 

148. 8. simplex (Dav.) (S. privigna a) simplex Kbr.). Kruste undeutlich. 
I'liiclite klein, angedrackt, fast stets bogig, bisweilen seitlich zusammengedruckt 
und gekrummt, mit verbogencr oder rauher, schwarzer Seheibe und dickem, ber- 
vortretendem, dauerndem, aufgedunsen-kornigem Rande. Subhymenialschicht farblos. 

Aji Granit in der Umgebung von Deutschbrod ziemlieh verbreitet. Friicbte 
viel kleiner, unregelmftssiger als die der vorigen Arton. Stets macht sie den Ein- 
druck einer eingetrockueteu Flechte. Sporen 1 — 2 ft breit und 3— fi ft lang. 

Catocarpus Kbr. em. 

149. C. badioater (Flke.) (Buellia badioatra Kbr.). Kruste weinsteinartig, 
rissig oder warzig, braun oder rothbraun, auf sebwarzom Protothallus. Frttchte 
eingesenkt, die Kruste nicht iibcrragend, mit flacher, nackter, schwarzer Seheibe 
und diinnem, horvortrctendem, schwarzem Rande. Sporen zeitlich braun. Die Sporen 
660mal vergrossert siehe hinten (Nr. 29). 

An Gneis bei der Schleiftntthle und anderswo geiiug liiiufig. 



IJuellia Dc Not. 

150. B. myriocarpa (DC.) [15. punctata (Ach.) Kbr.] Kruste kornig oder 
kornig-staubig, hcllgrau, wcisslich oder graugriin, bisweilen audi l'ehleud, aufweiss- 



49 

lichem Protothallus. Frttchte klein bis sefar klein, angedrttekt, mil, dacher oder 
gewolbter, berandetcr odor randloser, schwarzer Scheibe. Sporen 4 — 8 (i breit und 
9—16 [i lang. 

«) pimctiformis (Hoffm.). Krustc diinn, zuwcilen fast fehlcnd, weisslich oder 

hellgrau. 
ft) cMoropolia (Fr.). Kruste dick, kornig, graugran oder schmutzig grtlnlich. 
Selir hauftg an Nadel- und Laubbaumen, sowie audi an altera Holz. Para- 
physen braun, oben brainier. Frttchte 0-2— (Hi mm gross. Sporen im Ganzen 
elliptisch, an dor Scheidewand oft zusammengezogen. 

151. II parasema (Acb.). Kruste glatt, warzig-kfirnig, rein weiss oder 
weisslich, auf schwarzem Protothallus. Frttchte aufsitzend, rnit fiacher, glftnzend 
°der nicht gliinzcnd schwarzer Scheibe und dtiunem, fast bleibendem, glftnzend 
schwarzem Rande oder mit gewSlbter, randloser Scheibe. Sporen 5—10 n breit 
und 15—30 p i au „_ Dieselben 650mal vcrgrossert siehe liinten (Nr. 30). 

«) disciformis (Fr.) (1!. parasema a) tersa Kbr.). Krustc weiss oder hell- 
grau. Frttchte 1 — 2 mm gross. 
ft) microcarpa Schaer. Kruste weiss oder hellgrau. Frttchte sehr klein, bis 
L mm gross. 

In der Deutsclibroder Umgebung vorzugsweise an Sperber- und Buchbaumen, 
p lcJlt aber haufig. Die Abart ft) an Fichte in Leithon. Subliymcnialschicht braun. 
'"apliysen oben braun; ich babe aber auch grttnliche gesehen. 



PoetscMa. Kbr. era. 

. ^' J '- arthonioides F6e [Buellia Ricasolii (Mass.) Kbr.]. Kruste kornig- 

ppig, ziemlich dick, von grauweisser Farbe. Frttchte eingesenkt, spater aufsitzend 

z v7tt^ Z '' - rait vorticltcr ' s P ater gewolbter Scheibe. Subliymcnialschicht braun. Sporen 

neilig, in ( i or Mitte stark zusammengezogen, 4— 5 fi breit und 10 — 15 » lang. 

7 l(: W; ichst an Linden bei der hi. Anna, ist aber sehr klein geblicbon, mit 

Zw erg-Frttchten. 

Diplotomma Fw. 

fein ' • 153- I) ' ath,romt l^ch.). Kruste sehr dttnn, zerstreut, kfiraig-warzig oder 

naclf SS1S ' PrototIiallus weisslich. Frttchte angedrttekt oder aufsitzend, mit meist 

rail 1^' 8C ^ w f rzer ) glanzloser Scheibe und diinnem, schwarzem Rande. Sporen pa- 

6 " Vlerfc hoiIig. Dieselben 660mal vcrgrossert, siehe liinten (Nr. 32). 

«) pharcidia (Ach.) |l). populorum Mass. Kbr.]. Kruste weiss oder weissgrau, 

Frttchte aufsitzend, mit bald gewolbter und nicht berandeter, zuwcilen fein 

bereifter Scheibe. 

nitat ' s ' atter K,in( ' le <^ er Faubbaume. An einer Rosskastanic bei der hi. Tri- 

1 > an Espe und Pappeln bei Wassennaun in Deutschbrod. 

tjjoj.1- .^' alboatrum (Hoffm.). Kruste fast weinsteinartig, oder ein wenig 

thall A ' War/ 'K"-rissif>, weiss oder grauweiss, oft auf undeutlichem, schwarzem Proto- 

dicht hi ftC ^ te StCtS ein S esen]{t Oder im Alter hervortretend, mit schwarzer, 

Maugrau bereifter, erst fiacher und von Thallus berandeter, spater m&chtig 

4 



50 



gewolbter unci nackter Scheibe. Sporen sich quer urid nach anderen Richtungen 
einigemal theilend unci braun. 

epipolium (Ach.) [margaritaceum (Smf.) Kbr.]. An Steinen. Kruste mehr 

weinsteinartig, feinrissig unci rein weiss. Scheibe flach, bereift unci lange 

vom Thallus beranclet. 

la der Uingebung von Deutschbrod habe ich lusher nur die Abart D. albo- 
atrum epipolium sichergestellt und zwar an Gneis bei der Schleifmtthle, wosiege- 
meinschaftlich mil, Aspicilia complanata wiichst unci an der Mauer des Klostei- 
gartens in Deutschbrod. 

RhlzocarpoD. Ram, 

A. Eurhisodarpon Stitzbg. cm. Sporen zeitlich braun oder schwarz werdend. 

a) Kruste griin oder gelb. 

1.55. B. geographicum (L.). Kruste weinsteinartig, rissig, von hellgrttn- 
gelber oder hellgelber Farbe, auf schwarzem Protothallus. Frttchte nackt, schwarz, 
schmal berandet, liber die Kruste nicbt hinreichend. Sporen zu je 8 im Schlaucbe, 
bald schwarz werdend, 11—18 ft breit und 20 — 35 ft lang. 

An Gneis, Granit und Amphibolit sowie an andcrem Urgebirgsgestein in 
der ganzen Deutschbroder Umgebung. In einigen Formen vorkommend. 

156. 11. viridiatrum (Flke.). Kruste weinsteinartig, rissig, einzelne Felderehen 
aufgedunsen und griingelb geflirbt, auf schwarzem Protothallus. Frttchte bald liber 
die Kruste hervortretend, mit schwarzer, nackter, anfangs flacher, fast unberandeter, 
bald sich wolbender und randloser Scheibe. Sporen zu je 8, erst farblos, dann 
braungrttn und cndlich schwarz, 6 — 9 ft breit, 15 — 22 ft lang. 

Ich habe sie nur an den Chlystover Felsen hinter Perknau gefunden, dort 
aber viele Stiicke. Die Hyphen bleiben durch Jod unveriindert, bei der vorigen 
Art werden sie aber blau. Durch die iiber die Kruste hervortretenden und dicsclbe 
uberragenden Frttchte von der vorigen Art leicht zu unterscheiden. 

b) Kruste weisslich, grau bis braun. 

157. B. grande (Flke.) [B. petraeum form, graude Kbr.?]. Kruste wein- 
steinartig, warzig, grau oder bniunlich, auf schwarzem Protothallus. Frttchte an- 
fangs mit flacher, diinn bereifter, bald aber gewolbter unci randloser, nackter, 
schwarzer Scheibe. Sporen zu je 8 in einem Schlauche unci bald schwarz werdend. 
Die Sporen 650mal vergrossert, siehe hinten (Nr. 35). 

An Urgebirgsgestein im Hohlwege bei der St. Salvator-Kapellc habe ich 
einige Stiicke gesehen. Die Kruste von diesen Stiicken ist nur weissgrau. Anderswo 
habe ich diese Art bisher nicht gesehen. 

B. Siegertia Kbr. em. Sporen lange farblos bleibend. 

158. B. atroalbum Arn. [R. petraeum Kbr. a) vulgaro Fw. Kbr. pp. R. 
clistinctum Th. Fr.]. Kruste weinsteinartig, kleinrissig oder auch warzig-rissig. 
Felderehen Bach oder wenig gewolbt, grau, graubraun oder rothbraun, auf schwarzem 
Protothallus. Frttchte klein, aufsitzend, mit flacher oder ganz wenig gewolbter, 
sehr dttnn berandeter oder randloser, nackter und schwarzer Scheibe. Frttchte zu 



51 

je 8 in einem Schlauche, farblos odor hellgrlin, 12—16 ft breit, 24—32 n lang. 
Siehe dieselben hinten (Nr. 33). 

An verschiedcnein Urgebtrgsgestein in der Deutschbroder Uragebung haufig. 
Bei den an den Chlystover Felsen vorkommenden ist die Kruste grau gefarbt, bei 
denen an den Felsen bei Ranteich nur rothbraun, wodurch die Formen zu untcr- 
scheiden sind. 

159. li. obscuratum (Ach.). Kruste weinsteinartig, dtinn und kleinrissig. 
Felderchen fiach, chocoladenfarbig oder brauner, auf schwarzem, gewohnlicb. nicbt 
deutlichem Protothallus, Frtlohte eingesenkt oder aufsitzend, mit flacher, nackter, 
scnwarzer Scheibe mit dauerndem, dickem, schwarzem und nacktem Rande. Sporen 
zu je 8, lange farblos, 10—20 ft breit und 25—50 ft lang. Siehe dieselben 650mal 
vergrossert binten (Nr. 24). 

f. lavatum (Fr.) (11. petraeum /3) lavatum Kbr.). Kruste weisslich, durch eisen- 
laltigen Stoff gclbbraun gefarbt. In der Umgebung von Deutsclibrod mit rothbrauner 
Scbcibo. 

Sic wlichst in der Umgebung an Urgebirgsfelscn, scltener abcr als die 
vonge Art, der sie, was die Farbe anbelangt, nahe kommt, durch den dicken, 
''i^enen ^ an( i von dersolben leicht zu unterscbciden ist. Die Form lavatum (Fr.) 
babe ich nur bei der St. Salvator-Kapclle geseben. 

Arthrosporum Mass. 

160. A. accline (Fw). Kruste diinn, kornig-warzig, weissgrau oder grau- 
tn, auf weisslichem Protothallus. Friichte angedriickt, mit schwarzer, flacber 



Scheibe 
kriinuut 



mit (Uinnom und meist dauerndem Rande. Die meistcn Sporen sind go- 



p , f ^ n glatten Rinden der Laubbftume. In Deutschbrod an Ahornen an der 
ger Strasse und anderswo. Ohne Mikroskop von Lecidella entcrolcuca fast nicht 
z « unterschciden. 



Gri-aphicleae. 

Uebersicht der Gattungen. 

^ 4. Excipulum deutlich, oft kohlig, mit meist deutlich hcrvortretendem 

' Kr 'iste (grosstentheils) gut entwickelt (Opegrapheae). 
V Sporen farblos, 4- bis mehrtheilig. 
mel -fi ° pc<Jra Pl %a - Sporen liinglich clliptisch bis spiudolforinig, parallel 4- bis 

FrftSt r 8 ' ferbl0S (Nr ' 88 U ' 39) ' Exci l ),llum kohlenartig oder dunkelbraun. 
c hnearisch (selten rundlich). Kruste einfiirmig, anfangs oft unterrindig. 
b ) Sporen vieltheilig. 

verz -. Zwac/chia - Sporen lang-lanzettlich, parallel vieltheilig, farblos. Friichte 
^ogen, rundlich oder strichformig. Excipulum kohlenartig. Kruste anfangs 
,tCT nndig, spater oberflachlich, einfiirmig. 

kohF Graph f s - Sporen langlich, parallel vieltheilig, farblos (Nr. 37). Excipulum 



Iruchte strichformig. Kruste anfangs unterrindig. 



4* 



52 

B. Excipulum undeutlkh, ohne eigenen Eland. Kruste (meist) spiirlicli 
entwickelt, oft nur unterrindig (Arthonieae). 

Arthonia. Sporen langlich-elliptisch, spindelformig, odcr puppenformig (die 
cine ilalfte dicker als die andere), selten zweitheilig, meist parallel Tier- bis mehr- 
theilig, farblos (Nr. 40 bis 41). Frttchte fleokenartig, rund, rundlich odor strich- 
formig, ohne Excipulum. Kruste einformig, bisweilen unterrindig. 

Celidium. Epiphyten. Frttchte rund odcr fleckartig. Excipulum weich, 
oft undeutlich. Sporen ellipsoidisch, parallel viertheilig, farblos. 

Opegrapha Ilumb. 

nil. 0. varia (Pers.). Kruste dttnn, bisweilen unterrindig, weiss, weisslich 
oder graugrttn, graubraun odcr grunbraun. Frttchte aufsitzend, unregclmassig rund, 
elliptisch oder lincarisch, mit schwarzer, nacktcr oder bereifter, meist rhombischer 
Scheibe und schwarzem, anfangs mftchtig hervortretendem, spater fast yerschwin- 
dendem Kandc. Sporen fingerformig oder breit spindelformig, 4— 6theilig. Siehe 
hinten die 650mal vcrgrosscrten Sporen (Nr. 38). 

pulicaris (Iloffm.). Frttchte fast elliptisch, mit vertiefter Scheibe und aach 

I linen oingebogenem Rande. 

An Laubbiiumen h&ufig, weniger h&ufig an Nadelbaumen. Die angefeuchtete 
Kruste riecht nach Veilchen. 

\{\2. 0. vulgata (Acli.). Kruste diinn, weisslich, grauweiss oder graubraun. 
Frttchte vortretend oder aufsitzend, mit kurz-linearischer, sehr schmaler, nackter 
Scheibe und eigenem, die Scheibe fast vollkommen bedeckendem, schwarzem and 
glanzlosem Rande. Sporen schraal spindelformig, 6— 8theilig. 

An Nadclbiiumen geniein. 

163. 0. herpetica (Ach.). Kruste ausgebreitet, erst unterrindig, dann sehr 
diinn krustig oder sp&rlich kornig, graubraun oder grunbraun. Prototh alius unter- 
rindig. Frttchte hervortretend, sehr klein, anfangs punktforniig, dann unregclmassig 
rundlich, elliptisch oder kurz-linearisch, mit flacher oder krumm gefurchter, 
schwarzer, glanzloser Scheibe und diinnem, anfangs zusammenfliessenden, sp&ter 
las!, ganz zurttcktretenden, schwarzen und. glanzlosen Etandern. Sporen finger- oder 
spindelformig, viertheilig. Siehe dieselbea binten 650mal vergrfissert (Nr. 39). 

An Laubbiiumen und Tannen geniein.. Die Kruste riecht nach Veilchen. 



Zwackhia Kbr. 

164. Z. involuta (Wallr. sub Graphis) (Opegrapha involuta Aut.). ECruste 
anfangs unterrindig, dann erst auf der Oberfl&che erscheinend, fast hautig, diinn 
schuppig bis feinkornig, von rothbrauncr, achmutzig grunlicher his grttnbrauner 
Farbe. Kriichte sehr klein, her vortretend, fast eingesenkt oder angedtiiekt, un- 
regelm&Ssig rundlich, elliptisch oder ganz kurz lincarisch, mit vertiefter his flacher, 
nackter, niattschwarzer, im Alter kornig-rauhcr Scheibe, und schwarzem, anfangs 
aufgedunsenem, nach Innen oingehogenem, spater fehlendem, bisweilen bis zuriick- 
tretendem, warzig-faserigem Rande. 



53 

An Tannen im Sommorwald. Yon Opegrapha herpetica uud vulgata nur 
mikroskopisch zu unterscheiden. 

Graphis Adans. 

1G5. G. scripta (L.). Kruste anfangs unterrindig, moist bald hervortretend 
U ™1 diinn, von weisslicher odor weissgrauer Farbe. Frttchte einfacb odor verlistolt, 
einzeln oder gruppirt, krumm gcfurclit, gcrade oder gekrttmmt, lang-lineariscli, mit 
nnnenformiger, schwarzer, nackter oder blaugrau bereifter Scheibe und hervor- 
*<'I,<;iuI(mi, parallelen, machtigen, schwarzen Randern und bisweilen mit weissem 
Thallusrande. Sporen langlich, S— 12theilig. Dieselben 650mal vergrSssert siehe 
ainten (Nr. 37). 

An Baumrinde wachst sie biiufig. 

Arthonia Ach. 

ICG. A. vulgaris Schaor. Kruste anfangs unterrindig, spater oberflfichlich, 

unii, von weisslicher, weissgrauer oder grttngrauer Farbe. Frttchte eingesenkt, 

Ull °gelmassig rundlicb oder stricbformig und nieist sternartig gruppirt, mit flacher 

01 er scbwach gewolbter, dnnkelscbwarzer Scbeibe. Sporen viertbeilig. Siehe die- 

s elben 650mal vergrossert liinten (Nr. 40). 

i- ttwartziana Acb. Kruste weisslich. Friichte rund, mit gewolbter Sclieibe. 
Erne an Laubb&umen hiiufige Art. 

,li7 - A minutula Nyl. (A. dispersa Schrad. nee Duf. A. cpipasta Kbr. et 

■ plur. recent nee Ach.). Kruste anfangs unterrindig, spater oberhalb der Kindc, 

zart, weisslich oder weissgrau. Friichte klein, angedriickt, rundlicb, lang- 

arisch, einfach oder verzweigt, mit sehr schmaler, schwarzer Scheibe. Sporen 

meist zweitlieilig. 

An glatten Rinden der Laubbiiume biiufig. Die Sporen G50mal vergrossert 
' su ' lu ' liinten (Nr. 41). 

-4- populina Mass. (A. punctiformis Mass. Kbr.). Kruste meist stets 

' (| uudig, wenn oberflachlicb feinhiiutig, grauweisslich oder graubraun. Friichte 

., Ugs auc1t unterrindig, dann eingesenkt, fleckenartig-rundlich oder elliptiscli, 

11 schwarzer, glanzloser und flacher Scheibe. Sporen 4— Gtheilig. 

scl - ■! Al ' g * atter liindc einer .i im 8 eri Lill de an der Vitkova stran. Subhymenial- 

' J lu '>tkaum bemerklicli, farblos. Schlaucho birnformig. Fine griinschwarze Schicht 

Ckt <lle farblose Hymcnialschicht. 



Celidium (Ful.) Kbr. 



I iiatora verrucarioides 
glaucomarina Nyl.). Frttchte ruadlich-fleckenartig, 



1G9. C. varians (Dav.) (Oelidiuni grumosuin Kbr. 
® p P- — ATthonia varians et A 

t llacher, spater m&ssig gewSlbter, glatter oder ein wenig rauher Scheibe 
ei » p. rzer Farbe, glanzlos. Sporen spindelformig bis fast puppenfiirmig (die 
e Halite miichtigor als die audere, wie bei den Puppen), 4—6 » breit und 14 bis 
•^ v lanjr. 



54 



Auf der Scheibe der Art Lecanora sordida haufig. 
Vorzugsweise bei der St. Salvator-Kapelle bei Deutsclibrod. 

Verr ulc arieae. 

Die Gattungen : 

A. Parapliysen zerfliessend. 

Lithoicca. Erudite in die Krusto fast ganz oingoscnkt oder von derselben 
iiberdeckt. Excipulum doppelt, iiusseres Thallus-Excipulum und eigenes, inneres 
an der Basis offenes Excipulum mit deutlich durchbolirtoin Scheitel. Parapliysen 
zerfliessend. Sporen ellipsoidisch, nicht getheilt, farblos. Siehe hinteu Nr. 42. 

Verrucaria. Friichte aufsitzend oder halb eingesenkt. Excipulum einfach, 
kohlig, unten offen, am Scheitel warzig oder einfach durchbohrt. Paraphysen zer- 
fliesseud. Sporen ellipsoidisch, nicht getheilt, farblos. 

B. Paraphysen deutlich. 

Thrombium. Excipulum einfach, weich. Paraphysen fein und deutlich. 
Sporen ellipsoidisch, nicht getheilt, farblos. Schliiuche walzenfijruiig. 

Lithoicea Mass. 

170. L. nigrescens (Pers.) (Verrucaria fuscoatra Wallr. Kbr.). Kruste diinn, 
weinsteinartig, fast zusammenhangend oder rissig, griinbraun, dunkelbraun bis 
dunkelschwarz, auf undeutlichem Protothalus von derselben Earbe. Friichte klein, 
fast kugelig, ganz eingesenkt, nur mit der warzigen, spiiter durchbohrter Mlindung 
hervorragend. Die elliptischen S]>oren 650maJ vergrossert siehe binton (Nr. 42). 

In Deutsclibrod an alten Maueru haufig genug. 

Verrucaria (Wigg.) Mass. 

171. V. muralis Ach. Kruste weinsteinartig, rissig oder wulstig-warzig 
oder verschiedeuartig staubig bis fast fehlend, weisslieb, auf deutlicheui, weisslichem 
Protothallus. Friichte klein, aufsitzend, nut eingesenkter Basis, halbkugelig, schwarz, 
bisweilon grauweiss bereift, mit undeutlich eingedriicktein und fein durchbohrtem 
Scheitel. Sporen eiformig oder breit-elliptisch, 6 — 8 fi breit und 12 — 16 (i lang. 

Eine an alten Mauern gemeine Art. 

Thrombium Wallr. 

172. Th. epigaeum (Pers.). Kruste diinn, ausgetrocknet, fast staubig, wenn 
feucht schmicrig-gallertig, griinlichgrau, auf undeutlichem Protothallus. Erudite 
klein, braunschwarz, fast kugelig, halb eingesenkt, mit vorragendem, abgeflachtem, 
deutlich durchbohrtem, im Alter zerfallcndem Scheitel. Sporen langlich-olliptisch, 
5 — 6 (i breit, 18 — 21 fi lang. 

Eine auf diirrem Sandboden gemeine Art. Nach dem Eegen sind die Eriidile 
deutlicher, und die Kruste schmierig. Friichte sehr zahlreich und nach Entleerung 
der Sporen niedergesunken, So dass der uutere Tlieii wie eine Fruchtscheibe aussieht. 



55 



l?.y renulac e ae. 



Die Gattungen. 

Pyrenula. Sporen ellipsoidisch, parallel viertheilig, gefiirbt (siehe Nr. 43). 
Excipulum einfach, schwarz. Paraphysen dcutlich. 

Arthropyrenia. Sporen keil- oder eiforrnig, quer zweitheilig oder puppen- 
formig (die e i ue Hftlfte dicker ala die andere), parallel 4 — Gtheilig, farblos (Nr. 44). 
Excipulum einfach, dunkel. Paraphysen grosstentheils undeutlich, zu einer bau- 
schichten Masse vereinigt. 

Tichothecium. Eine parasitische Gattung. Excipulum einfach, schwarz. 
"araphysen im Scheine zerfliessend. Sporen ellipsoidisch, qner zweitheilig, gefiirbt 
(Nr. 45). 

Cercidospora. Excipulum einfach, dunkel uud weich. Paraphysen dcutlich. 
Sporen spindelformig oder fast elliptisch, quer-zweitheilig, farblos. 

Pharcidia. Epiphytisch. Excipulum einfach, weich, schwarz. Paraphysen in 
' Chleim zerfliessend. Sporen stabformig, quer-zweitheilig, farblos. Siehe hinten 
die Zeichnung (Nr. 46). 

Pyrenula Ach. 

173. P. nitida (Schrad.). Kruste zusammenhangeiid, hautig-knorpelig oder 

ri «sig, mattglanzend, grtinlichbraun, golbbraun bis dunkelrothbraun, selten weisslicli, 

isweilen auf undeutlichem, manchmal auf braungriinem Protothallus, welcher die 

_"iste umsaumt. Frtichte mittelgross, anfangs vom Thallus verhiillt, spiiter auf- 

sitzend, halbkugelig, braunschwarz oder schwarz, mit eingedruckter Offnung. Sporen 

^nglich-elliptis ch oder liinglich, 4—5 ft breit uud 16—21 ft lang, hellrothbraun. 

^selben vergrossert siehe hinten (Nr. 43). 

Auf glatten Puchrinden im Leithen und bei Stocken. Frtichte zahlreich, bis 
»»»» gross und lanee von der Kruste verdeckt. 



Arthropyrenia Mass. 

A. Sporen zweitheilig. 

174. A. analepta (Ach.) Kbr. Kruste fast nur unterrindig, selten ober- 
acnlich, zerstreut feinkoruig und grau. Fruchte vortretend, zerstreut, mattschwarz 

Otter fast glanzlos, verschieden gross, abgeflacht halbkugelig, mit verbreiteter Basis. 
effnung undeutlich multerartig und sehr klein. Sporen zweitheilig, eiforrnig, in 
' 0I ' Mitte zusammengezogen, 3—4 ft breit und 12—15 ft lang. 

An glatten Einden der Laubbaume, z. B. an der grauen Erie an der Kal- 
varie bei Deutschbrod. 

175. A. stenospora Kbr. Kruste nur unterrindig. Fruchte auftretend, zer- 
streut und klein, schwarz glanzlos und meist durch Krustcn- und Rindentheilchen 
vcrunreinigt, abgeflacht halbkugelig, mit multerartiger und meist deutlichcr Offnung. 
h Poren zweitheilig, fast stabformig, 3 ft breit, 14—18 ft lang. 

An junger Pinde der Laubbaume in der Umgebung von Deutschbrod. 

B. Sporen vier- und mehrtheilig. 



56 

176. A. bohemica Novak. Die Kruste bildot einen dunueu und weissen 
Ulberzug, welcher glatt und ein wenig glanzend ist. Frtichte scliwarz, fast glanzlos, 
halbkugelig bis kegelfflrmig, bisweilen ein wenig verbogcn, aufsitzend, am Scheitel 
sich durch kleines Loch offneud. Sporen limglich, zweizellig, anch aber vierzellig, 
an den Schoidcwiindcn zusamraengezogen, farblos, zu je 8 in walzformigen, im 
Alter keulenffirraigen Schlauchen, 3 — 4 fi breit und 14 — 18 ft lang. Paraphysen 
ganz deutlich. 

An Einde alter Pftppel in Deutschbrod. Siehe die Sporen 650mal und einen 
Schjauch schwach vergrossert hinten (Nr. 44). 

177. A. Persoonii Mass. (A. punctiformis Hepp. et Aut. plur an Pers.?). 
Kruste meist dauernd unterrindig, selten oberffiichlich und dann fein, weissgrau. 
Frtichte klein oder sehr klein, mattschwarz, angedriickt, halbkugelig mit zerflies- 
sender Basis oder abgestutzt halbkugelig, meist mit fein durchbohrter Mundung. 
Sporen anfangs zweitheilig, bald viertheilig, zuweilen 6 — Stheilig, langlicli, oft quer 
ninzelig, 3 ft breit, 11 — 15 ft lang. 

An Laubbauinen. Erie bei Wassermann in Brod. 

Tichothcciiim IV. 

178. T. pygmaeum Kbr. Ein Schraarotzer. Friichto sehr klein, fast glanzend 
schwarz, ganz oder fast eingcsenkt, kugelig, mit undcutlich-multerartiger, sehr 
feiner Miindung. Sporen zu 24 — 36, elliptisch, oft in der Mitte ein wenig zusam- 
mengezogen, dunkelbraun, 8 ft breit, 6 — 8 ft lang. 

Auf der Kruste der (lattung Lecidea an d(;r Klostermaucr. 

179. T. Opegraphae Novdk. Frtichte fast ansitzeud, klein, auf der Kruste 
zerstrent, glanzend schwarz, kugelig, mit nicht multerartiger Offnung. Sporen zu 
je 8, im Ganzen eiformig-elliptisch (langlich-elliptisch bis eifiirmig mit nicht gleich 
grossen Zellen), anfangs farblos, spiiter von graublauer bis brauner Farbe. Die 
iilteren Sporen sind bei der breiten Scheidewand zusammengezogen. 

Die Sporen 650mal vergriissert siehe hinten (Nr. 45). Diese neue Art ent- 
deckte ich auf der Kruste der Gattung Opegraplia aus Leithen bei Friedenau. 



Cercidospora Kbr. 

180. G. minima Stein. Epiphytisch. Frtichte so klein, dass sie nur durch 
die Luppe zu sehen sind, gliinzend schwarz und fein durchstochen. Sporen zu je 8, 
wasserhell, quer-zweitheilig, liinglich-elliptisch, mit bisweilen ungleichen Iliilften, 
bisweilen mit Olkorperchen, viertheilig erscheinend, 8 — 10 ft breit und 20 — 25 ft 
lang. Schlauche meist rubenffirmig, Paraphysen sich bald krtimmend und ver- 
schwindend. Subhymenialschiclit graubraun und Excipulum braunschwarz. 

Diese Art entdeckte B. Stein auf der von mir benannton Art Gyalecta 
Steini. Zugleich gestattete er mir, dass ich die mir mitgetheilte Beschreibung 
dieser Art veroffentlichen kann. Die Art Gyalecta Steini Novak wunle bisher nur 
auf der Heide blnter Perknau entdeckt. 



57 



Pharcidia Kbr. 



181. Ph. congesta Kbr. Epiphytisch. Frtichte wiiizig, gruppirt, schwarz 
glanzlos, warzig oder kugelig, Miindung undeutlicli. Sporen stabfonnig, zweitheilig, 
2-5 ft breit und 8— 1.2 ft Lang. Die Sporen 650mal vergrossert, siehe hinten (Nr. 46). 

Auf der Scheibe der Art Lecanora subfusca an Sperberbaumen an der 
Humpoletzer Strasse Mufig genug vorkommend. 



TV. Gallertflechten dor Umgebung von Dontschbrod. 

Thallus (grSsstentheils nicht geschichtet), Chromidien und Hyphen in galler- 
"ger Masse eingeschlossen, welche im Feuchten mftchtig anschwillt und einer Gal- 
le *te ahnelt. 

Collemaceae. 

Die Gattungen: 

Synechoblastu8. Sporen quer-zweitheilig oder parallel-vier- auch mehrtheilig, 
ngiich-elliptisch odor spindelformig, farblos, mit eigenera, bisweilen audi thallo- 
1 l scnem Rande. Chromidien einzeln oder rosenkranzformig. Thallns raeist blatt- 
art| g- Rindenschicht undeutlicli. 

Leptogium. Sporen ellipsoidisch, meist nach einigen Richtungen getheilt, 
)los (Nr. 47 hiuton). Excipulum doppelt. Oliromidien rosenkranzformig. Thallus 
oiattartig. Rindenschicht deutlich. 

Collema. Thallus blattartig, sclten krustig oder fast fehlend. Rindenschicht 
' eu "Wh. Chromidien einzeln oder rosenkranzformig. Frflchte schiisselformig, 
1,1 Lnallug berandet. Frftchte ellipsoidisch, erst parallel riertheilig, moist aber 
8lc h zeitlich nnregelmftssig theilend und farblos (Nr. 48). 

Syncchoblastus Trey. 

182. S. flaccidus Ach. Thallus diinnhiiutig, grossbklttcrig, schmutzig dunkel- 

j oil (>r grftnhraun, unterseits griinlichgrau oder blaugran, blattartig gelappt. 

ppen gross, breit und gerundet, blasig aufgedunsen, nackt oder dichtkornig, mit 

' ' getheiltem oder undeutlicli gekerbteui Rande. Friichte angedriickt sitzend, 

^gross, mit flacher, brauurother Scheibe und cliinnem, oft gekerbtem, anfangs 

Innen eingebogenem, hellgrtlnem Rande. Sporen spindelformig, meist G — 7- 

leilig, 7_g ft breit, 22—28 ft lang. 

An Steinen im Thale boi „Certuv stolek" umveit von Chotebof und an 
,el8e n bei Ronov hinter Pfibislau. 

Leptogium Fr. 

,,. . 18;) - L. sinuatum (Huds.) [L. scotinum (Ach.) Nyl. |. Thallus hiiutig, klein- 
er ig, lockerrasig, netzadrig, blaugrau oder granbraun, angefeuchtet dunkelgrtii). 



58 

BliLttchen gerimdet, bisweilen dachziegelig gruppirt, mit ungetheilten oder seicht 
gekerbten Random. Friichte klein, aufsitzend, mit rothbrauner, flacher Scheibe, 
gleichfarbigem, vortretend aufgedunsenem, erst nacb Innen eingebogeuem, eigenem 
uud bald zuriicktretendem thallodischem Rande. Sporen elliptisch, bald unregel- 
raiissig vieltheilig, 16 — 15 ft breit und 24 — 40 ft lang. Siebe die Sporen 650mal 
vergrosseit binteu (Nr. 47). 

Auf feuchter, sparlicb bewachsener Erde. Im Hoblwege bci der FFibislauer 
Strasse, welcher auf die Kalvarie fiihrt. Am Abhang bei der Schleifimihle. Durcli 
die ungetheilten Lappen am leicbtesten von den verwandten Arten zu unterschoiden. 

184. L. tefmissimum (Dcks.). [L. spongiosum (Sm.) Nyl.'|. Tballus derb 
genug, sehr kleinbl&tterig, so dass dicbte Rasen oder fast Krusten entsteben, von 
griinlicber oder schwiirzlichbrauncr Farbe. Blattchen lineariscb, anliegend oder 
aufsteigend, zerschlitzt getheilt, mit aufrecbten, fingerformig gespalteten Enden. 

Bei der St. Salvator-Kapelle unweit von Deutscbbrod an nur von Flechten 
und Moosen bewaebsenen Pliitzen, gemeinschaftlich mit Rinodina Conradi. Friichte 
babe icb keine geseben, es geniigen aber sterile Stiicke zur Bcstimmung der Art. 

Collema Hoffm. 

185. C. pulposum (Bernb.). Thallus lederartig, grossbliitterig, im trockenen 
Zustande griinlicb-scbwarz, braunsebwarz bis sebwarz, feucbt dunkelbraungriin, stark 
quellend. Eriicbte aufsitzend, gross genug (mit Rande bis 2 mm im Durchmesser), 
mit erst vertiefter, spiiter flacher bis massig gewolbter Scheibe von rothbrauner 
bis braunschwarzer Farbe, mit dickem, ungetheiltem oder korniggekerbtem Thallus- 
rande. Sporen eiformig oder zugespitzt-elliptisch, parallel-viertheilig, selten un- 
regelmftssig in wenige Theile getheilt, (i — 10 /t breit und 12 — 22 ft king. Siebe 
dieselbeu hinten 650mal vergrossert (Nr. 48). 

In des Umgebung von Deutscbbrod kommt nur die Abart C. pulposum 
granulatum Sw. vor und zwar nur bei den Scheuern an der 1'rager Strasse mit 
zahlreichen Fruchten. 

An der Laureta bei Jicin kommt die Abart G. nudum Schaer. vor. 



Dio in Bohmeu entdeckten, in der ITmgc^bung von Deutschbrod aber 

felilendcn Kriistenilechten. 

Pannaria conoplea Ach. (P. rubiginosa var. conoplea Kbr.). 

In der Umgebung von Karlsbad (Bbhst.). 
Pannaria lepidota (Smf.) (Massalongia carnosa /J) lepidota Kbr.). An Basalt der 
kleinen Schneegrube. 
„ microphytta (Sw.). An Basalt der kleinen Schneegrube (Sw.). 
Psoroma hypnorum (Hoffm.). a) deaurata (Ach.). Nur am Ziegenrucken. 
(hjalohchia nivalis Kbr. An Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). Enter der 
Kapelle auf der Schueekoppe (Kbr.) 
„ epixantha (Ach.) (G. subsimilis Th. IV.). Uiber Moosen am Basalt der 

lcleinen Schneegrube. 
Placodium concolor (Rain.) Te.ifelsgiirtchen (Stein). 



59 



Placodmm gelidum (L). In der Gegend von Heida (Bbhst.). 
i) circinatum (Pers.). 

/3) myrrhina Ach. Am Milleschauer (Rbhst.). 
Acarospora flava (Bell.). 

a) chlorophana (Whlbg.). Schneekoppe (Ludwig) and Felsenwand des 
Teufelsgartchens (Stein). 
Fritzea lampropora (Kbr.) (Psora lamprophora Kbr.). Basalt der kleinen Schnee- 

grube (Kbr.). 
Callopisma aurantiacum (Lghlft.). Nach Mann in Bohmen. 

» variabile (Pers.). In Bohmen nach Rabenhorst an mehreren Orteu. 

Dimerospora rugulosa (Hepp.) (Biatora rugulosa Hepp. Biatorina rugulosa Kbr.). 

Elbegrund (Stein). 
Rinodina turfacea (Wnbg.). Uiber Moosen am Basalt der kleinen Schneegrnbe (Kbr.). 
K Biatorina Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). 
,, punnarioides Kbr. Am .Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr). 
Lecanora tephraea Kbr. An Gneis der Schneekoppe (Kbr.). 

n bicincta Ram. (Leora Stenhammari (Kbr.). An Felsen im Riesengebirge 

(Stein). 
» nigrescens (Th. Fr.). An Granit der kleinen Sturmhaube (Stein). 
n badia (Pers.) f. pallida Tw. An den Felsen von der Schneekoppe zum 

Riesengrund (Kbr.). 
» frustulosa (I)cks.). Am Basalt der kleinen Schneegrube (Fw. Kbr.). 
Mosigia gibbosa (Ach.) (Lecanora Bockii Fries). Riesengrund im Riesengebirge 

(Fw. Kbr.). 
Ochrolechia tartarea (L.) Massal. Krumau (Kirchner), Rothenhaus (Saclis), Jeschken 
(Rabenhorst). 
» pallcscens (L.) parella (L.). Bei Zinnwald in Bohmen. 

ITaematomma elatinum (Ach.). An Tannen im Riesengebirge nicht seltene Art (Stein). 
AspiciUa tenebrosa (Fw.) (Lecidella tencbrosa (Fw.)]. Jeschken bei Reichenberg. 
,i verrucosa (Ach.). Uiber Moos am Basalt der kleinen Schneegrube im 

Riesengebirge (Kbr.). 
,i aquatica (Fr.). An iiberflutheten Felsen im Rieseugruude (Fw. Kbr.). 

Kesselkoppe (Stein). 
» alpina (Smf.) (A. cinereorufescens Kbr.). 

f. ochracea Kbr. Auf Magnetkies im Riesengrunde (Kbr.). 
i, microlepis Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube. 
Jonaspis svaveolens (Ach.) (Aspicilia svaveolens Kbr.). Kesselkoppe im Riesenge- 
birge (Stein). 

chrysophana (Kbr. sub Aspicilia,). Am Basalt dor kleinen Schneegrube (Kbr.). 
odora (Ach.) (Aspicilia odora Kbr.). Aupafall (Fw. Kbr.). Teufeisgartchen 
(Stein). 
Gyalecta Fritzei Stein. An iibernuthetem Granit cities Baches an der Westseite 
der Kesselkoppe (Stein). 

exantliematica (Smith.). Auf Kalk am St. Laurentius-Berg (Mann). 
tiecoliga Uformis Kbr. Am Basalt der kleinen Schneegrube (Kbr.). 



CO 



Secoliga Friesii (Fw.) Kbr. An morscheii Wurzeln alter Fichten am Wege oberhalb 

des Arsenikschachtcs ini Riesengrunde (Fw. Kbr.). 
Thelotrema lepadinum Acb. An Fiohtea und Taimen in der bohmischen Schweiz 

(libhst.). 
Phialopsis rubra (Hoffm.). Nach Mann in BObmen verbreitet. Bei Alt-Leipa auf 
abgestorbenen Moosen (Schauter). 

Pertmaria communis DC. f. areolata (Acb.) [P. rupestris (DC.) Kbr.], Im bobini- 
schen Erzgebirge (Rabenhorst). 

leioplaca (Ach.). Scbluckenau (Karl). Kuschwarda im Bohmerwalde 
(Kirchner), Alt-Leipa (Schauter). 
„ oculata (Dcks.). Auf dem Gipfel der Scbneekoppe (Kbr.). 

corallina (L.). (P. ocellata (i) coral ina (Acb.) Kbr. Mit Frtlchten auf 
dem Gipfel der Scbneekoppe (Stein). 
„ ocellata (Wallr.). An den Weckelsdorfer und Adcrsbacber Felsen (Kbr. 

Fritze). 
„ glomerata (Ach.). Am Basalt der kleinen Schneegrube. 

Varicellaria rhodocarpa (Kbr. sub Pertusaria). Auf nackter Ftdc und liber Moosen 

am Hoheu Rad (Fw.). 
Bellonia liussula Kbr. Ain Basalt der kleinen Schneegrube. 

Oatolechia pulchella (Schrad.) [C. Wahlenbergii (Ach.) Kbr.]. Gr. Sturmhaube (Haus- 
knecht). Riesengebirge (Weigel). An den Abbiingen der Schneekoppe 
nach dem Riescngrunde (Kbr. St.). 
Psora lurida (Sw.). Bei Kaplitz (Kirchner). 
„ decipiens (Ehrh.). Riesengebirge (Weigel). Lausek (Kirchner). Schlossberg 
bei Teplitz (Rabenhorst). 
Schaereria cinereo-rufa (Schaer.). [Sch. lugubris (Fr.) Kbr.]. Eesselkoppe (St.). 

Thalleodoma squalescens (Nyl.). Catillania sphaeralis Kbr. Auf Moos in Felsspalten 
der Schneekoppe (Kbr.). Kesselkoppe (Stein). 
„ candidum (Web.). Im Riesengebirge (Weigel). 

Btrangospora moriformis (Acb.) (St. trabicola Kbr.). Alte Bretterz&une im Ausgang 

des Riesengrundes (Kbr.). 
Hacidia carneola (Acb.). Zinkenstein, Eichwald (Rabenhorst). Nach Mann in . Riilmieii 
verbreitet. 
„ inundata (Fr.). Kbr. Kesselkoppe im Riesengebirge (St.). Die kleine Schnee- 
grube (St.). 
Artliror aphis flavovirescens (Borr.) Th. Fr. In Bobmeu soil sie verbreitet sein(Rbst.). 
Bilimbia sphaeroides (Dcks.) Th. Fr. — B. sphaeroides Kbr. 1. muscorum Kbr. 
p. p. min. Bei Teplitz (Sachs), Kaplitz (Kirchner), Ueichcnberg (Siegmund). 
„ sabulosa Kbr. Schneekoppe (Kbr.). Elbegnmd (Fritze). 
„ coprodes Kbr. /9) seposita Th. Fr. Auf Kalk im Riesengrunde (Stein). 
„ obscurata (Smf.) [B. sphaeroides 1. muscorum (Sw.) Kbr. pp.], Uiber 
Moos in der kleinen Schneegrube (Stein). 
Biatorina synothea (Ach.). Nach Mann in Bohmen verbreitet. 
„ pineti (Schrad.), Reichenberg (Siegmund). 



61 



Biut&rma pyratiM Kbr. B. luteoalba (Turn.). Bei Prag (Oorda). Man gibt keinen 

Fundort an. 
Biafora fusca (Schaer.) (B. vernalis Kbr.) y) tristior Nyl. (Lecidea riphaea Kbr.). 
Auf dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr. St.). Teufelsgartchen (St.). 
n aenea (Dai.) (Lecidella atrobruunea Kbr. a) aechumena Kbr.). Auf dem 

Gipfel der Schneekoppe (Fw. Kbr.). 
„ leucophaea (Flkl.). In den Thalern des Riescngcbirges an Urgcbirgsfelscn 

(Stein). 
» fusca Schaer. Uiber Moosen auf dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr. St.). 
), Laureri Fw. Die Felsen im Riesengrunde (Laurer u. Flotow). 
» gcochroa Kbr. Auf nackter Erde auf den alten Treppenstufen der Schnee- 
koppe (Kbr.). 
,, mollis (Wbg.). (B. rivulosa Kbr. p. p.). 

f. albescens Kbr. Teufelsgartchen (Kbr.). 
„ lygaea (Ach.) |B. rivulosa /3) Kochiana (Hepp). Kbr. pp.]. Auf dem Gipfel 

der Schneekoppe (Stein). 
» cinnabarina (Smf.). Im Riesengebirge (Fw.). 
» Sieocnhaariana Kbr. Basalt der kleineu Scbncegrube (Siebenbaar). 
» quernea Dcks. (Pyrrhospora quernea Kbr.). An Tannen im Riesengebirge (Fw). 
i, helvola Kbr. [B. conglomerata (Ileydn.). Kbr. Elbegrund (Stein). An Vacci- 
nium iiliginosum am Elbefalle. 
gibberosa (Ach.) (B. conglomerata Heydn.). 
b) ligneraria Kbr. Elbegrund (Stein). 
,, Cadubriae Mass. An Fichten im Riesengrunde (Kbr.). 
„ trachona (Ach.). Im Riesengrunde (Kbr.). 
Lopadium pemoideum Ach. /J) muscicolum Smf. (Kbr.). Uiber Moosen an Felsen 

oberhalb des kleinen Teiches im Riesengebirge (Siebenbaar). 
Sphyridmm speciosum Kbr. Auf sandiger Erde in der kleinen Schneegrube (Kbr.). 
Btenhammara turgida (Ach.). Fw. Kbr. Felsen im Teufelsgartchen. 
IhHillia stellulata (I)a,yl.) (I!, spuria/3) minuluta Kbr. An Felsen des Sclmeekoppen- 
gipfels. 
» purasema Ach. muscorum (Schaer.) (B. bryophilla Kbr.). An Moosen in Fels- 

spalten unter dem Gipfel der Schneekoppe (Kbr.). 
„ chloroleuca Kbr. Elbegrund (Stein). 
Gatocarpus Koerberi St. Teufelsgartchen (Kbr.). 

„ polycarpus (Hepp.). Basalt der kleinen Schneegrube, an Granit des 

kleinen Teiches (Stein). 
„ chionophilus Th. Fr. (Rhizocarpon geograficum (L.) var. alpicolum Kbr. 

p. p.). In der kleinen Schneegrube (St.). 
Khizocarpon Montagnei (Fw.) Kbr. Karlsbad and Kamnitz (Rbhst.). 

„ calcareum (Weiss.) «) Weisii (Mass.) (Siegortia calcarea Kbr.). Kies- 

graben an der Sclmeekoppe (Fw.). Teufelsgartchen und Elbegrund 
(Fw. Kbr.). 
Rhizocarpon postumum Nyl. An Rollsteinen des Basaltes der kleinen Schneegrube 
(Stein). 



62 



Lcddclla coniops (Wahlenb. ?) Schaer. L. s&buletorum «) lalypea (Ach.). Bei Kaplitz 

(Kirchncr). 
„ goniopJiila (Flk.). Schacr. Auf Granit am Schoninger auf dei Schlossruine 

Maidstein ( Kirchner). 
LecideUa polycarpa Flk. Iin si'idlichcn Bolimerwable. Fohrenhan (Kirchner). 

„ spilota Fr. An der Schlossruine bei Maidstein (Kirchner), bei Teplitz 

(Mann). 
„ Armeniaca (DC). Um die Schneekoppe (Fw.). 
„ hullata Kbr. Auf dem Schneekoppengipfel (St.). 
„ aglaea (Smf.). Felseu des Uiesengebirges (St.). 
„ nodulosa Kbr. Gneis der Schneekoppe (Kbr.). 
„ Mosigii (Hepp.). Im Riesengebirge nicht selten (Stein). 
„ distans (Kraphbr.). Der Schneckoppengipfel (Kbr.), 
„ marginata (Schaer.). Am A bhang dei Schneekoppe nach Riesengrund (Fw.). 
„ theoides (Smf.). An einem Magnetkiesblocke im Rioscngrundo von v. Flotow 

gef linden. 
„ albqjlava Kbr. Basalt der kleinen Schnoegrube. 
„ Sudetica (Kbr.). Gliramerschiefer an der Schneekoppe (Kbr.). Eesselkoppe 

(Stein). 
„ lapicida (Ach. non Kbr.). L. polycarpa Kbr. p. max. p. Teufelsgfixtchen 

(Stein). 
„ silacea (Ach.). [L. lapicidia (Fr.) Kbr.]. An oisenschiissigcni Gestein im 

Riesengrunde (Fw.). 
„ lithophila (Ach.). f. arenaria Kbr. | Sarcogyne arenaria Kbr.]. Adorsbachcr 

Felsen (Kbi.). 
„ plana Lohm. Granit der kleinen Sturmhaube (Stein). 
„ turgidula Fr. pulveracea Th. Fr. An altgestorbenen Stammen im Riesen- 
grunde (Stein). 
„ neglecta Nyl. Auf Moos auf dem Gipfcl der Schneekoppe (Kbr.). 
„ assimilata Nyl. infuscata Th. Fr. Schneelcoppo und Kesselkoppe (Stein). 
„ arefica (Smf.). Schneekoppe (Fw. Kbr.). Holes Rad (Stein). Schncegruben 

(Fw. Kbr.). Kleiner Teich (Kbr.). 
„ verrucula (Norm.) (Biatora turfosa Mass. Kbr.). An morschcn Pflanzen. 

Schneekoppengipfel (Kbr.). Schneegrubon (Fw.). 
I.ccidea cinercoatia Ach. (L. contigua Fr.) f. subcrelacea Arn. Basalt der kleinen 
Schneegrube (St.). 
„ speirea Ach. f. trullissata (Kmphbr.) (Porjilddia trulissata (Kmplibr.) b) mi- 
crocarpa Kbr.). An den Felswiinden des Teufelsgiirtchens (Kbr.). Felsen unter 
dem Gipfel der Kesselkoppe (Stein). 
/xcidea macrocarpa (DC). /3) tumida Mass. Basalt der kleinen Schneegrube. 

„ superba Kbr. Basalt der hleinen Schneegrube (Kbr.). Teufeisgartchen (Stein). 
„ ventricosa Flke. Schneekoppe (Fw. Kbr.). Kesselkoppe (Stein). 
„ silvicola Fw. An Urkalk im Riesengrunde (Fw.). 
„ monticola Schaer. Kalk im Riesengrunde (Fw.). 
„ Jurana Schaer. Kalk im Riesengrunde (Fw.). 



63 



Lecidea crasaipes Th. Fr. (Helooarpon crassipes Th. Fr. oliin.). An inorschen Moosen 
am Aufstiege aus der kleinen Schneekoppe (Stein). 
» albo-coerulescens (Wulf.). Bci Kaplitz (Kirclmer). Nach Maun soil sie in 
Bohmen verbreitet sein. 
MyeoUastus sanguinarius (L.). Haucnsteiner Rcvier (Opic). Im Ricscngebirge an 

Bfiumen und Felsen (Kbr.). 
Sporaslatia testudinacea (Ach.). [Sp. Morio (Fr.) Kbr.]. a) palleus (Mont.). /J) cora- 
cina Smf. An Steinen der Schneekoppe (Fw. Kbr.). 
„ cinerea (Scliaer.). (Gyrothecium polysporuin Nyl.). Gneis und Granit 

im Eiesengebirge,' Schneekoppe (Kbr.). Grosser Teich und die kleine 
Schnee grube (Stein). 
Placographa xenophona Kbr. An Granitfelsen bei dem kleinen Teiche (Kbr.). Basalt 

der kl. Sclmeegrube (St.). 
Lecanactis Dilleniana (Ach.). GlimmerscMcfer im Tcufelsgartcheu (Stein). 

Opegrapha saxicola Ach. Goldenkron (Kirclmer). 

„ rupestris (Pers.). (Lecidea saxicola Ach. Opegrapha gyrocarpa Fw.). 

«) arenaris Kbr. Adersbach (Fw. Kbr.). 
Schismatomma peristeum Th. Fr. (Sell, dolosum Kbr. Lecidea dolosa Ach.). Im 
Eiesengebirge hiiufig. In der siichsischen Schweiz in Bohmen (Rbst.). 
Arthonia sorbma Kbr. An einem abgostorbonen Ebereschen-Stamme im Riesen- 
grunde (Kbr.). 
» cinereopruinosa Schacr. An Tannen bei dor Tafeliichte (Fw.). 
i, gregaria (Weig.). Kbr. [A. cinnabarina (DC.) Rbst.]. Bei Kaplitz in 
Bohmen (Kirclmer). 
Trachylia arthonioides (Ach.). An scbattigen, feucbten Plfitzen in Adersbach (Kbr.). 

Weckelsdorf (Stein). 
Acolium tympanellum (Ach.). An Fichten bei Marienbad (Flotow.). 
» stigonellum Ach. Karlsbad (Kbr.). Bohmerwald (Gattinger). 
» Neesii Fw. Bei Johannesbad (Flotow?). 

vphictrina mkrocephala (Sin.). (Sph. Anglica Nyl.). Adersbach und Weckelsdorf 

( K br.). Schluckenau (Karl). 
Lalicium subtile Ach. (C. parietinum Ach.). An entrindeten Buchen im Elbegrunde 
(Stein). 
n nigrum (Schaer.) Kbr. An alten Fichten bei der Tafelfichte. 
i, pusittum Ach. Karlsbad (L. K.). Niemonscr Park (Scbauter). 
» (jucrcinum (Pers.). Karlsbad L. K. 
» hypcrdlum Ach. Karlsbad, Marienbad (Krb.). 
Vyphcliuvi brunneolum (Ach.). Riescngebirge (F'w.). 

Coniocybe gracilenta Ach. Karlsbad, am Keilberg. 
n pallida (Pers.) Fw. Karlsbad (L. I!.). 

Mndopyrenium rufescens (Ach.). Kesselkoppe (Stein). Basalt der kleinen Schnee- 

grube (Kbr.). 
Catopyrenium cinereum (Pers.). Gipfel der Schneekoppe in den Vertiefungen uni 
die Kapelle (Kbr.). Altcs Bergwerk (St.). 



64 



Microglaena sphinctrinoides Nyl. (Weitenwebera spll. Kbr.). An Felsen bei dem 
kleinen Teiehe (Kbr.). 
„ leucothelia Nyl. liber abstcrbonden Moosen und Pflauzenresten auf der 

Schneekoppe (Kbr.). 
Sphaeromphale clopimum (Wbg.) (Stigmatomma clopimom Kbr.) f. lithinum (Ach.). 

(Stigmatomma spacideum Kbr.). Am Basalt der Id. Schneegrube. 
Sphaeromphale fissa (Payl.) f. elegans (Wallr. Kbr. als Art). Aupafall, Elbefall 
(Kbr.), in ciner Wasserrinnc der Eesselkoppe (St.), am Basalt der 
kl. Schneegrnbe (Kbr.). f. umbrosa Stein. An iiberfluthetem Granit 
der Kesselkoppe (Stein). 
1'olyblastia scotinospora (Nyl.) (P. monstruin Kbr. f. ecrustacea). Teufelsg&rtchen (St.). 

Thelidium diaboli (Kbr. sub Verrucaria). (Sagedia acneovinosa Anzi. Tb. pyreno- 
pborum Kbr.). An zoitweise uberfluthetem Granit des Schneegrabens am 
Brunnenberge (Stein), sowic auch ira ToufelsgJlrtchen. (Kbr. St.). 
Thelidium pyrenophorum (Ach.). Im Teufelsgartch.cn die kleiufriichtige Form, iiu 

Schuecgraben die grossfriiclitige f. alpina. 
Lithoicea margacea (Wbg.). Verrucaria margacca (Wbg. Kbr.). An (iberflutheten 

Steinen im Riesengrunde (Kbr.), im kleinen Teiehe (St.). 
Verrucaria Dufomei DC. Kbr. An Kalkfelsen im Riesengrunde (Fw.). 
„ plnmbea Ach. An Kalkfelsen im Riesengrurde (Fw. Kbr.). 
„ letabrosa Kbr. An feuchten Wiiuden des Basaltes der kl. Schneegrube 
(Kbr. St.). 
Lithoicea chlorotica (Ach.). Hepp. An hohem Gebirge verbrcitet. In Nordbohmen 

(l'f. Karl). 
Thrombium CoUemae Stein. Auf der Scheibe von Collcma furorum am Basalt der 

kl. Schneegrube (St.). 
Microthelia analeptoides Bayl. An den Stiimmchen von Daphne Mezereiim am Basalt 

der kl. Schneegrube (Stein). 
Microthelia micula (Fw.). Bei Moxdorf in Iiohmcn (IIoll.) 

Segcstrella lectissima Fr. Basalt der kleinen Schneegrube (Stein). 

Sagedia Koerberi (Fw.). «) major Kbr. An feuchten Granitfelsen des hohen Ge- 

birges beim kleinen Teich (Fw. Kbr.). 
Sagedia chlorotica Ach. Altes Bcrgwerk im Riesongrund (Stein). 
„ grandis Kbr. Am Basalt dor kl. Schneegrube (Khr. Stein). 
„ abietina Kbr. Buchen im Elbegrunde qei St. Peter (St.). 
„ parvipuncta Stein. Auf der Kruste von Thelidium diaboli Kbr. an liber 
rieselten Felsw&nden im Schneegraben des Brunnenbirges. 
I'yrenula incrustans Kbr. tjber morschen Laubmoosen am Basalt der kl. Schnee- 
grube (Kbr.). 
Arthropyrenia disparsa Lahm. Auf der Kruste von Callopisma ferruginea var. fe- 
stiva und Lecanora subf. v. margaritacea am Basalt der kl. Schnee- 
grube (St.). 
Leptorhaphis Steinii Kbr. Auf der Kruste von Lecanora frustulosa am Basalt der 
kl. Schneegrube (Stein, Kbr.). 



65 

Leptorhaphis Koerberi Stein. Auf der Kruste von Korberiella Wimmeriana am Ba- 
salt der kleinen Schneegrube (Stein). 

Phaeospora rimosicola (Lght.). (Xenosphaeria rimosicola Kbr.). Auf der Kruste von 
Ebizocarpon calcareum im Tiiufelsgartchen (Stein). 

Tichothecium gemmiferrum (Tayl.). (Microthelia propinqua Kbr.). Auf der Kruste 
von verscbiedenen Lecidea-Arten im Riesengebirge (Stein). 

Tichothecium stigma Kbr. Auf der Kruste von Fritzea lampropbora am Basalt der 
kl. Schneegrube (Kbr.). 

Die in BOhmen entdeckten, in der ITingebung von Dcntschbrod aber 

fehlenden Gallertflechten. 

Lecothecium corallinoides (Hoffm.). Am Glimmers chief er der Kesselkoppe im Riesen- 
gebirge (Strieker). 
Atichia glomerulosa (Ach.) (A. Mosigii Fw.). «) Mosigii (Fw.). An uralten Tannen- 

wipfeln der Tafelfichte (Mosig). 
"hysma compactwm Kbr. (Lempholemma compactum Kbr.). Bei Reichenberg (Sieg- 

mund). Karlsbad (L. K.). 
bynechoblastus conglomerate (Hoffm.). Trosky. Von mir mit zahlreichen Friichten 

gefunden. 
Synechoblastus Lauren (Fw.). Kalkfelsen im Riesengrunde unter dem Gipfel der 
Schneekoppe (Fw. Kbr.). Altes Bergwerk im Riesengrunde (Stein). 
tynechoblastus flaccidus Ach. f. abbreviatum Wbg. Am Basalt der kleinen Schnee- 
grube (Stein). 
^ollema pulposum Bernh. a) nudum Schaer. Im Riesengrunde und anf der Schnee- 
koppe (Kbr.). 
''Ollema furvum Ach. Basalt der kleinen Schneegrube (Stein). Nach Mann bei Prag ? 
» microphyllum (Ach.). Schlossgarten bei Teplitz (L. K.). 
» byssinum (Hoffm.). Nach Mann in Bohmeu. 
» multifidum (Scop.). Schaer. Nach Mann bei Prag. 
Leptogium minutissimum Pike. Bei Niemens und Alt-Leipa (Schauta). 

„ satuminum (Dicks.). Th. Fr. Rothenhaus (Sachs), Mallotium saturninum 
(Dcks.). 
Bynalissa ramulosa Fr. Collema synalissum Ach. Nach Mann in Bohmen. 



_C~5£~»- 



Verzeichnis der Gattungnamexi 

der Fleehten in der Umgebung von Deutschbrod. 



Seite 

Abrothallus 41, 46 

Acarospora 30, 32 

Amphiloma 31 

Anaptychia 22 

Artbonia 52, 53 

Artbopyrenia 55 

Artbrorhaphis 45 

Artbroaporum 42, 51 

Aspicilia 31, 39 

Bacidia 41, 45 

Baeomyces 42, 46 

Biatoria 41, 42, 53 

Biatorina 34, 35, 41, 44 

Bilimbia 41, 44 

Blastenia 33 

Bryopogon 6, 7, 15 

Buellia 42, 48, 49 

Callopisma 31, 32 

Candelaria 17, 24, 32 

Catocarpus 42, 48 

Oelidium 36, 51, 53 

Cercidoapora 55, 56 

Cetraria 7, 16, 17, 28 

Cladonia 9, 10, 15 

Collema 57, 58 

Cornicularia 6, 7, 15 

Dimeroapora 31, 34 

Diplotomma 42, 49 

Endocarpon 28 

Evernia 7, 15 

Gasparrinia 30, 31 

Grapbia 51, 53 

Gyalecta 31, 40 

Gyrophora 27 

Haematomma 31, 34 

Hagenia 22 

Imbricaria 21, 22 

Lecania 31, 33 



Seite 

Lecanora 31, 36 

Lecidea 42, 47 

Lecidella 42, 46 

Leptogium . . 57 

Lithoicea . . 54 

Menegazzia 17, 18 

Nephromium 24 

Opwgrapba 51, 52 

Pannaria 30 

Parmelia 16, 18, 28 

Peltigera 24, 25 

Pertuaaria 41 

Pbarcidia 37, 55, 57 

Pblebia 26 

Phyacia 17, 22 

Placodium 22, 30, 32 

Poetachia 42, 49 

Pyrenula 55 

Ramalina . 7 8, 15 

Rhapbiospora 45 

Rhizocarpon 42, 50 

Rinodina 31, 35 

Sarcogyne 42, 47 

Scoliciosporum 41, 45 

Spbyridium 42, 46 

Stereocaulon 9, 15 

Stereopeltis 48 

Synechoblaatus 57 

Thrombium 54 

Ticbotbecium 55, 56 

Umbilicaria 27 

Urceolaria 31, 40 

Uanea 6, 7, 15 

Verrucaria 54 

Xantboria 17, 24 

Zeora 36, 39, 42 

Zwackhia 51, 52 



o-<3g>-o 



II. Theil cntkall: 
Br. Em. Boficky: Petrogr aphische Studien an den Basaltges teinen *^ m ™* 

Preis toganze'n "ersten Half'te'des 'zweiten Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. fl. 10- 

Z W E I T E R BAND. 
Zweiter Theil. 

III. Botanischc Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

1'rodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky ("^Theil) 
Preis 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Die Wirbelthiere Bohmcns. 

6) „ „ Die Flussfischerei in Bohmen 

o) " I I „ Die Krustenthiere Bohmens Preis n. <J — 

V. Cheraischc Abtheilung. 

Prof. Dr. Em. Boficky: Uber die Verbreitung des Kali und der Phoiphori&ure 

^t^^t^^^*^^^^^'^ IV. u. ^Abth/zusammeni geb. ft. 5- 

D R I T T E R BAN V>. 

I. Topographische Abtheilung. 

Verzeichniss der in den J. 1877-1879 vom k. k. ^"--geogr InBtitut trigonom e trisch 
bestimmten Ilohen von Bohmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Konstka una 
Major R. Daublebsky von Sterneck 

II. Geologische Abtheilung. 
Ileit. 

Hell,. 

Hi. Heft. j)ie lieoiogie ues Dummauucu u^e"" *— 2- 

Gustav Laube. Preis 

III. Botanischc Abtheilunu;. 

1'rodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (HL Tb.eil 
Schluss.) Preis . ... 

IV. Zoologische Abtheilung. 

I. Heft. Die Myriopoden Bohmens von KV. Rosicky Preis. 60 Jr 

H. Heft. Die Cladoceren Bohmcns von Bohuslav Hellick. Preis «. 1 bU 

V. Chemisch-petrologische Abtheilung. 

Elemente einer neucn chemisch-mikroskopischen Mineral- und G es teinsanal^y se 
von Prof. Dr. Boficky. Preis • ■ 

V I E R T E R BAN D. 

No. 1. Studien im Gcbietc der bohmiseheii Kreideformation Die Weissen- 
beraor und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Inc. Preis. • • • • n - * 

No. a. Erlguterungen zar gcologischcn Karte der Umgebungen von Prag yon 
J. Kreici und R. Helmhacker ■ • • • • ' .V,' ' L'i.' t .' lrsti 

No. 8. Prodromal der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky 
(IV Thrill Narhtriiae bis 1880. Verzeichniss und Register . n. - *u 

No. 4. teirolofische .sSdien an den Porphyrgesteinen Bohmens von Prof^Dr. 

No. b. IforVdM /lu.tgibieti." der Ci'dl'ina'and Mrd'lina von Prof/Ed.'Poip^chal. 

No. 6. Der Hangendflotzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 
Feistmantel 




FtNFTER B A 1ST O. 

No. l. Erlauterungen zur geologischen Karte desEisengebirges (2el8zne h 
"Helmh"A7r" en f '^ on,Ion im ostliehen Uohmon von J Krejci 

. Stndien im G.ebiete dor boh'mis'chen' Kr'ei'deform'ation. 'ill ' Die 1 *! 

schichten. Von Dr. Anton Fric fl 

)ie mittolbdhm. Sjteinkojblenablagerun'g Von Carl Feistmantel' 



No. 3. 
No. 4. 
No. 5. 



No. 6. P 



No. 1. 



n ,- t ;," ».».u.uinou»ui««tr8ng von uan Feistmante . .11 

Die Lebermoose (Mnioi Hepatici) Bohmens von Prof. Jos. Dedefiek fl 
Orographisch-geotektonische Obersicht des silurischen Gebietes 
mit loron Pohmon. Von Johann Krejci und Karl Feistmantel fl 

Prodromus der Algenflora von Bohmen. I. Th. Von Dr. A. Hansgirg fl 



ory) 
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S E O HE S X E It H AN T>. 



No. 
No. 


2. 
8. 


No. 


1. 


No. 


5. 


No. 


6. 




Geologie des 



1T>0 



bohmischen Erzgebirges. 11. Theil. Von Dr. Gustav C. LauVe" 

Untorsnchungen iibor dio Fauna dor Gewasser Bohmens. I MetamJrolS 
der Tnchopteren. I. Serie. Von Fr. Klapalek . . mewmorpnose 

Prodromus dor Algenflora von BShmen. I. Th Forts' : 
Hansgirg ' 



Von Prof. Dr. Anton 



S I E n E N T E R B A N O. 



No. 1. 
No. 2. 

No. 3. 



Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod von Jos. Novak fl i_ 

Schick VonXV? i! A b nt Fri" he . B Kreideformat1 ^ ™ Die TepJitzeT 



l /wi. die £x£ mi8 ? he Znsammensetzung verschiedener Ackererd'e'n und 
Hanamann me """ iU,er ihrSn ft 8 r ° n °°>i^hen Worth. Volt J 0S 

N0 ' *' SlmUb mika^ ?? Sus^a'ss'er-Con'ohylien dMnorfV Po'hmon^ 
No'fi' gi e n ^y? om yceten Bohmens Von lh : . Dad.' Ce'la'k'ov'sky' (So'hn) .' .' ' "fl v'.IJI 

it- Z 20 

A O IT X E 11 BAND. 

" &1 - flVi r A fl ^& T i?irl"!*.i I1 d t S r . ,, * t0 "- '•"-•-'"•"or.ch.a, v J. 18 e4 

"' ™ JoTKaf'kT" ^ V& ™ & ** b ° hm ' G •»*»«■ TT - *«« d. bo'hm. TeiThS 

No. 3. Monographic der'o's t'raoodon 'li'o ll mens. Von Wen/el Vav'ra ' ' ' «' a«! 

Ha°n d s r gir m g U8 ' 1<U ' A1 « enfl °ra von Pobmen. Zweiter Theil! Von pVof. Dr. Anfo^ 

No - 6 - Bsaasaiissi *\i&£\ii&jai?*\ v*?™ 1 **^ 



©leichzeitig mit diesem Hefte werden die Titel und Inhaltsverzeichnisse 

zum IV., V., VI. und VII. Band alien Jenen ausgeliefert, welche im 

Besitze aller dieser Bande sind. 



Dmok von Dr. Ed. GrSgv In Prag 1898. - Selbstrsrlag. 









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naturwissenschaftlichc Landesdurchforschung von Bohmen 

unter Redaktion von 

Prof. Dr. K. Koristka und Prof. J. Krej6i 
enlMlt folgende Arheiten : 

E Ft S T E Ft BAND. 

I. Die Arbeiten der topographischcn Abtheilung (Terrain und Hohenverhaltnisse). 
Dieselbe enthalt: 

a) Das Terrain und die Hohenverhaltnisse des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nordlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Koristka. 
139 Seiten Text, 2 chromolith. Ansichten, 1 Proflltafel und 11 Holzschnitte. 

b) Erste Serie gemessener Hohcnpunkte in Bohmen (Seet.-Blatt II.) von Prof. 
Dr. Koristka. 128 Seiten Text. 

c) Hohenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kofistka. Diesc Karte enthalt 
die in dem Text a) besehriebene Situation. Sie ist 58 Centimeter lang, 41 Centimeter hoch, 
im Massstabe von 1 : 200.000 gezeichnet, und es sind die allgemeinen Hohenverhaltnisse 
durch Schichtenlinien von 25 zu 25 Meter und durch verschiedone Farben ausgedriickt. 
Preis fl. 4 - — Preis der Karte app A- 1'fiO 

II. Die Arbeiten tier geologischen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnisso des nord- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejci. 37 Seiten Text, 7 Holzschnitte. 

b) Studien im Gebiete der bohm. Krei deformation von Prof. J. Krejci. 
142 Seiten Text, 1 chromolith. Ansicht, 39 Holzschnitte. 

c) Palaontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der bohm. 
Kreideformation sowie einiger Fundorte in anderen Formationen von 
Dr. Anton Fric. 103 Seiten Text, 4 chromolith. Tafeln, 9 Holzschnitte. 

d) Die Steinkohlenbecken von Radnic, vom Huttenmeister Karl Feistmantcl. 
120 Seiten Text, 40 Holzschnitte, 2 Karten der Steinkohlenbecken von Radnic und Bfas. 
Preis A- 4-50 

III. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Theil.) 
104 Seiten Text. Preis fl. 1'— 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Verzeichniss der KaferBohmens vom Conservator Em. Lokaj. 78 Seiten Text 

b) Monographic der Land- und Susswassermollusken Bohmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavlk. 54 Seiten Text und 5 chromolith. Tafeln. 

c) Verzeichniss der Spinnen des n6rdlichen Bohmen vom Real-Lehrer 
Emanuel B a r t a. 10 Seiten Text. Preis fl. 2" — 



V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 16 S. Text. Preis 25 kr. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb fl. 9 - — 

Z W EITER, BAND. 

Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topographisclieu Abtheilung (Terrain- und Hohenverhaltniss 
Dieselbe enthalt: 

aJDas Terrain und die Hohenverhaltnisse des I s e r- und des Riesen- 
gebirges und seiner siidlichen und ostlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kofistka. 128 Seiten Text, 2 chromolith. Ansicht., 1 Proflltafel und 10 Holzschnitte. 



S T U D I E N 



im Gebiete der 



BOHMISCHEN KREIDEFORIVIATION. 



moo' 



11 



IV. 



Die Teplitzer Schichten. 



Von 



IFrof. X3r. ANT. PEIC. 



Mit vielcu Textflguren. 



(Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Bohmen.) 
VII. Band Nr. 2. (Geolog. Abtheilung.) 



PR AG. 

Commissions-Verlag voji Fr. &ivnii8. - Druck von Dr. Ed. Gr6gr. 



VORWORT. 



. weiteren Schritt der monographischen Bearbeitung der einzelnen Schichten 
er bohm. Kreideformation iibergebe ich hiemit die vierte Studie: Die Teplitzer 

b( 'bichten.*) 

In dieser Arbeit stellte ich mir als Hauptaufgabe den palaeontologischen 
arakter der so bezeichneten Schichten zu praecisiren und die Vertheilung der 
1( n vorkomnienden Arten, je nacb den einzelnen Lagen sicherzustellen. 

Fbenso trachtete icli durcli genaue Profilaufnahme das Liegende und Han- 

? e diese s Horizontes ins Klare zu bringen und namentlich das Verhiiltniss der 

°ischichten zu den Teplitzer Schichten durch gewichtige palaeontologische That- 

sachen klar darzulegen. 

_ Die Aufgabe wurde mir dadurch erleichtert, dass in neuercr Zeit mehrcro 

1 ere Gruppen der bohm. Kreidepetrefacten monographisch bearbeitet wurden, 

die Spongien und Anthozocn durch llcrrnPr. Ph. Pocta, die niederen Crustaceen 

llc h Herrn J. Kafka, wahrend die vorbereitenden Studien anch iiber die Echino- 

eri nen von Prof. Dr. Ottomar Novak und iiber Gastropoden und Pelecypoden von 

ttn Wal. Weinzettl mir viele Belehrung brachten. Nur die Foraminiferen harren 

c ' immer einer grtindlichen Bearbeitung und werde mich demnach in folgendem 

; «if die Darstellung der grosseren typischen Arten beschranken mlissen. 

Die Illustrirung des kritiscben Verzcichnisses wurde durch die Fortschritte 

^nemigraphie sehr erleichtert und fur die praecise Durchftlhrung dor zahl- 

c 'en Figuren bin ich der Firma Angerer und Goeschel in Wieu zu besondcrein 

u anke verpflichtet. 

In dor Citirung dor Literatur hatte ich mich auf das nothigste zu beschranken 

1 nchtete mich dabei durch die Rucksicht auf unsere einheimischen Frounde der 

aeontologie, welchen die grosseren Werke nicht zuganglich sind, bei denen 

aber voraussetzen kann, dass ihnen die im Archive erschienenen Studien iiber 



Weis cenomanen Perutzer und Korycaner SoHchten wurden im I, Bands, die turonen 

des T v r86r un(1 M '' llllilZ( ''' Schichten im ll. Bande, die. untersenonen [serscHchten im V. Bande 
''chives fur Landesdurchforschung von BtJhmen verfjffentlicht. 



(lie Weissenberger und Malnitzer Schichten, sowie die iiber die Iserschichten vor- 
liegen. Ebcnso kann ich voraussetzen, dass sie das Eeussiscbe Werk, sowie das 
Elbthalgebirge von Geinitz eher sich werden verschaffen konnen als die kostspieligen 
Werke von Goldfuss und D'Orbigny. Auch kann icb voraussetzen, dass die in den 
Bibliotheken der Lehranstalten offers anzutreffenden Arbeiten iiber die Reptilien 
und Fiscbe, iiber Cepbalopoden und Crustacecn der bolrm. Kreideformation werden 
leicht consultirt werden konnen. Desshalb citire icb in Nachfolgendem nur die oben 
erwiihnten, leicht zuganglichen Werke, weil man in denselben dann die (ibrigen 
Literaturnachweise und Synonime findet. 

Aus Rucksicht auf den einheimiscben Sammler wurde aucb manche Art abge- 
bildet, deren Bild scbon anderwiirts zu finden ist, aber in solcben Fallen wahlte 
ich racist Stiicke von neuen Fundorten, von denen die Fundscbicbt genau bekannt ist. 
Urn das Bild der Fauna der Teplitzer Schichten vollstiindiger bieten zu konnen, 
nabm ich in nachstehende Arbeit auch die in Geinitz Elbthalgebirge von Strehlen und 
Weinbohla angefuhrten Arten auf, in der Ueberzeugung, dass sie bei erasigein 
Sammeln auch bald in den in Bohmen aufgeschlossenen Teplitzer Schichten werden 
nachgewiesen werden. 

Solche Arten, die bisher nicht in Bohmen gefunden wurden, setzte ich in 
l'arcntheso und liess sie im kritisclien Verzciclraiss rait kleinercr Schrift setzen. 
Dadurch wird die tabellarische Uebersicht, die ich waiter unten gebe, zugleich ein Re- 
gister der bisher in Sachsen in den Teplitzer Schichten an den genannten Fundorten 
aufgefundenen Arten, wie es meines Wissens nocli nicht zusammengestellt wurde. 
Die Zcit zur Zusaramenstellung nachfolgender Arbeit konnte ich, bei Ueber- 
haufung rait anderweitigen Berufspflichtcn, nur rait grosser Milne abgewinnen und 
wenn ich nun doch zur Vcroffcntlichung schreite, so gescliiel.it es in der Ueber- 
zeugung, dass zur Bearbeitung der bohmischen Kreideformation eine Kraft designii'l 
werden sollte, die sich dem (icgenstandc vollkommen widmen konnte. 

Da bei der mir bevorstehenden Arbeit der Organisirung des neuen Museums 
die Gefahr bestand, dass meine bisherigen Krfahrungen ttber die Teplitzer SchichteS 
bei weiterem Aufschub gar nicht zur Publication karaeii, so veroffentliche ich sie, 
so wie sie sind, und rechne dabei auf das nachsichtige Urtheil der Leser. 

PRAG im October 1888. 



Dr. A. Fric. 



I Charakteristik und Gliederung der Teplitzer Schichten. 



Die Teplitzer Schichten wufden von Prof. Reuss grosstentheils als 
»Oberer Plftnerkalk 11 beschrieben.*) EinenThcil derselben fuhrt or als unteren 
P&nerkalk von Koschtitz an, einen anderen als Plfinermergel von Kystra; beide 
l etzteren werden wir als zum unteren Niveau der Teplitzer Schichten gehorig 
erkennen. 

Da die Ausdriicke oberer Planerkalk, unterer Planerkalk und Pliinermorgel 
llH ''irfac]i fiii- verschiedenaltrige Ablagerungen gebraucht wurden, entschloss sich 
Prof, Krcjcf und ich, diejenigen Schichten, die (lurch Terebratula subrotunda Schl. 
J r - semiglobosa Ant.) charakterisirt sind, nach dem am besten aufgeschlossenen 
terrain bei Teplitz „Teplitzer Scliichten" zu benennen. In Nachstcliendera wird 
""'In- auf die Gruppirung und das Vorkommen von wichtigen Arten als auf petro- 
§ r aphische Eigenthumlichkeit, oh mehr kalkig Oder merglig, Rucksicht genommen 
Werden. 

Die Verzeichnisse von Petrefacten, welcho Reuss aus dem Planerkalke an- 
ilni V : *) enthalten Arten aus zwei sehr verscbiedenen Horizonten, nSmlicb dem Ceno- 
ma » aus den Localit&ten Weisskirohlitz, den Schillingen bei Bilin und dann aus 
Vln| jtlngeren dem untersten Senon angehorigen von Teplitz und Koschtitz etc., 
w °ssha,lh auch das Verzeichniss auf die damalige Zeit sehr reich ausfiel. 

Ebenso enthalt das Reussische Verzeichniss der aus dem Pliinermorgel her- 
s ' a nunenden Arten***) auch die Vorkommnisse voii zwei im Alter sehr verscbiedenen 
■Horizonten. Der Planermergcl von Kystra,, Patch, Koschtitz, Hofeuz und Kautz 
gehort dem unteren Niveau der Teplitzer Schichten an, wahrend der Plfinermergel 
Vou Luschitz, Priesen, Wollenitz und Grabern, den viel jtlngeren Priesener Schich- 
1,111 angehort. 

Reuss bemerkte schon die Verscbiedenheit der zwei Reihen von Fundorten, 
Wusste sich aber dieselbe nicht zu erkl&ren und vereinigte die Vorkommnisse beider 
111 e iuem Register. 

Der Habitus der Teplitzer Schichten erinnert sowohl in petrographischer als 
auch in faunistischer Hinsicht an die Weissenberger Schichten, namentlich an den 
^ehlowitzer Planer. Merglige und mehr teste kalkigo B&nke wechsellagern, da, 



1844 



*) Reuss: Geognost. Skizzen aus Biihmen. Die Kreidegebilde des wostl. BOhmens. Prag 



i pag. 17. 



**) Reuss: Versteinerungen der B. Kreideformation II., pag. 121. 
**) Reuss: Geogr. Skizzen 1844, pag. 48. 



6 



wie dort, nur ist hier bei den Teplitzer Schichten die Farbe des Gesteins mehr 
grau und der Kalkgehalt bedeutender. 

Jedenfalls haben sich die Teplitzer Schichten unter ganz Shnlichen Verhalt- 
nissen aber in einer spateren Periode wie die Weissenberger abgelagert. Quader- 
sande komraen darin nirgends vor. Grosse Ammonites peramplus, Nautilus sublae- 
vigatus, Haifischzahne und Inoceramen sind das erste, was bei einem fllichtigen 
Besuche eines Steinbruches in die Augen fallt und an die obenerwahnten alteren 
Schichten erinnert. 

Sobald man emsiger zu sammeln bcginnt, so begegnet man bald Arten, welche 
hier zum erstonmale auftreten und unter diesen ist es vor allem die Terebra- 
tula semiglobosa, Aut. (sub rot und a Schl.), welche im mittleren Theile 
das bezeichnendste Petrefact ist. Darin trifft man Micraster, Holaster, zahlreiche 
Schwamme und manche Mollusken, die man in den alteren Schichten vergebens 
suchen mochtc. 

Klein ist die /aid der speciell fur die Teplitzer Schichten bezeichnenden 
Arten und diese sind zumeist selten. Abgesehen von den Foraminiferen sind es 
hauptsachlich folgende sicher bestimmte Arten, welche hier zum erstenmale auftreten: 



Lamna acuminata, Ag. 
Otodus serratus, Ag. 
Ptychodus latissimus, Ag. 
Acrodus affinis, Reuss. 
Acrodus triangularis, Gcin. 
Sphaerodus tenuis, Reuss. 
Ammonites subtricarinatus, d'Orb. 
Ilelicoceras polyplocus, d'Orb. 
Belemnites Strehlensis, Fr. 
Aptyclms radiatus, Fr. 
Pleurotomaria pespectiva, Mant. 
Trochus amatus, Gein. 
Turbo decemcostatus, Reuss. 
Turbo Stoinlai, Gein. 
Aporhais stonoptera, Goldf. 
Acteon ovum, Duj. 
Isocardia sublunulata, d'Orb. 
Cardium deforme, Gcin. 
Cardium bipartitum, d'Orb. 
Cardium alutaceum, Miinst. 
Cardium semipapillatmn, Reuss. 
Cardita tenuicosta, Saw. 
Area Geinitzii, Reuss. 
Area striatula, Reuss. 
Mytiius Cottac, Roiner. 
Modiola tetragonus, Reuss. 
Inoceramus Cuvieri, Saw. 



Lima, granulata, d'Orb. 
lima divaricata, Duj. 
Pecten squamula, Lam. 
Plicatula nodosa, Duj. 
Plicatula radiata, Goldf. 
Crania barbata, v. Hag. 
Terebratula semiglobosa,, Saw. 
Lepralia pediculus, Reuss, 
Pollicipes Koschticensis, Kf. 
Bairdia depressa, Kf. 
Cythere ornatissima, Reuss. 
Cy there Geinitzi, Reuss. 
Cythere reticulata, Kf. 
Cythere gracilis, Kf. 
Cythere cunoata, Kf. 
Cythere nodifera, Kf. 
Cythere serrulata, Bosq. 
Cythere elongata, Gein. 
Cytherideis laevigata, Roem. 
Cytherella ovata, Rom. 
Cytherella Muensteri, Reuss. 
Cytherella asperula, Reuss. 
Lupeitcs granulatus, Fr. 
Micraster breviporus, Ag. 
Micraster cor testudinarium, Gf. 
Eolaster planus, Mant. 
Offaster corculum, Goldf. 



sp. 



Psolus sp., Poc. 
Nephthya cretacea, Poc. 
Parasmilia centralis, Reuss. 
Phyniatella elongata, Reuss. 



Phymatella intumescens, Rom. 
Ventriculites Zippei, Reuss. 
Coeloptychiuin Frici, Poc. 



Beachtung verdient audi dor negative Charakter diescr Fauna im Vergleich 
mit den alteren Schichten, denn verschwunden ist der in den Weissenberger und 
Malidtzer Schichten haufige Ammonites Woolgari, Lima elongata ist selten geworden, 
Protocardium hillanum fehlt. 

Keine Spur der Trigonien und knotigen Pholadomien der Iserschichten ist 
aufzufinden und verschwuuden sind die zahlreichen Bryozoen und die Serpula 
socialis. Von den fiir die Iserschichten bezoiclmendcn Echinodermen ist keine 
eiuzige in den Teplitzer Schichten wiederzufhiden. 

Fin Orientationschema der Lagerung der Teplitzer Schichten, welches fur 
ganz Bohmen Giltigkeit hatte, lasst sich nicht zusammenstellen, denn in der west- 
lichen Hiilfte Bohmens begegnen wir einer bedeutenden Machtigkeit und Verschieden- 
fl eit der Schichten, wahrend in der ostlichen Hiilfte (von Melnik ostwiirts) wir die 
Teplitzer Schichten nur durch eine etwa 1 Meter miichtige Mergelschichte ver- 
treten finden. 



Schema der Schichtenfolge im westlichen Bohmen. 

Wir miissen hier zuerst einige Bemerkungen iiber die petrographische Be- 
schaffenheit vorausschicken und dann erst die palaeontologischen Horizonte andeuten. 

Die Teplitzer Schichten sind in ihrem unteren Theile meist gelbliche oder 
graue Mergel, welche oft den Semitzer Mergeln*) oder den Baculitenthonen der 
^riosencr Schichten zum Verwechseln ahnlich sind und zur Bildung des Nainens 
nPlanermergel 11 Veranlassung gegeben haben und besonders im Egergebiet 
tadeutend miichtig sind. In der Teplitzer Umgebung diirften sie bloss durch die 
inter der „Grundschicht" liegenden Letten vertreten sein. (Vergl. Settenzer Profil 
Nro, 20.) Man trifft diese Pliiuermergel meist nur an Berglehnen und in Schluchten 
an - In Steinbrhchen sind sie selten entbliisst und meist von dem Schutte ganz verdeckt. 

Der mittlere Theil ist am meisten kalkreich und wird als sog. K or per 
111 den Steinbruchen ausgebeutet, um zu Kalk gebrannt zu werden. 

Der obere Theil wird immcr armer an Kalkbiinken, die mit mergeligen 
Sc hichten wechsellagern, bis sie allmahlig in diinnplattige klingende Planer iibcr- 
Sehen, die t ias llangende der Teplitzer Schichten bilden und das Liegende der 
^riesener Schichten darstellen. 

Ira Einklange mit dieser petrographischen Verscbiedenhcit finden wir audi 
(li « Vertbeilung der Petrefacten verschieden. 

Der untere Theil ist durch Vorherrschen der Terebratulina rigida, der 
mittlere durch Terebratula semiglobosa, der obere durch Rhynchonellen chara- 
kteristisch. Fingeheuder betrachtet finden wir nachstehende Schichtenfolge: 



') Vergleiche Weissenberger und Malnitzer Schichten pag. 



8 




Fig. 1. Schliffprobe der scharfen 

Schichte von Leneschitz. 

l.Spongiett-Nftd6l(Geodia), 2. Hexa- 

ctinellide. 8. Globigerina. 4. Textil- 

laria. 5. Cristellaria. 



Das Liegende dor Teplitzer Scliichten ist in dem Egergebiet eine 
rauhe oder „scharfe" Schichte, welche viele Spongien entha.lt, nameatlich: 

Pleurostoma Bohcmicum, Amorphospongia rugosa, 
Craticularia vulgata, dann grosse Exemplare von 
Ostrea semiplana mit aiifgewachsenen Bryozoen. 
Die Schliffprobe zeigt zahlreiche Nadeto von Kie- 
selspongien, namentlich von Geodia communis und 
von Hexactelliden. Von Foraminifera ist wenig 
darin, namentlich sind Globigerinen und kleine 
Textillarien selten, welche in andcren Scliichten 
iiberwiegon. 

Diese Schichte ist zugiinglich bei der Lene- 
sebitzer Ziegelei, in den Lehmbriichcn zwischen 
Laun und Malnitz, sowie bei der Podhrazmlihle 
bei Slavetin. 

Nun folgt der erste Horizont: der des 
Planermergels von Kystra. Dies sind graue 
Mergel mit sparsamen, schlecht erhaltenen Petrefacten. Fischschuppen, nicht sicher 
bestimmbare Bivalven und Foraminiferen herrschon vor. Auf den von diesen Mergeln 
gebildeten Berglehnen, welche von Wasserfurchen durchzogcn crscheinen, kann man 
oft sehr viele Petrefacten sammeln, aber dieselbcn entstammen den hoher obon 
licgendcn Horizonten. 

Die Schlemmprobe zeigt sehr viele Textilaria globuJosa, (ilobigerinen selten, 
dann Rosalina amonoides Reuss. 

Ich fasse unter der Benennung des Planermergels von Kystra diejenigen 
grauen und braunen Mergel zusammcn, welche unterhalb dem Niv«!au der Kosch- 
titzer Flatten liegen. Diese Schichten sind entblosst bei der Podhrazmlihle unweit 
Slavetin, sowie am Fusse der Berglehne bei Kystra,. Hoi Koschtitz sind sie nur 
bei sehr niedtigem Wasscrstande zuganglich. 

Der zwcitc Horizont ist dcrjcnigc der Koschtitzer Flatten, in welcliem 
ausscr zahlreichen Terebratulina gracilis grosse Foraminiferen, Haifischzahne und 
Ostracodon vorkommen. 

Es sind dies fingerdicke Flatten, deren Oberfliiche Tausendo von klcinen 
Petrefacten triigt, die theils lose darauf liegen, theils, namentlich die grossercn, 
damit fest verbunden sind, so dass sic an die Dudloy-Platten des englischen Silurs 
(Minnern. 

Ausserdem ist die ganze Fliiche mit mikroskopischen Foraminiferen, Globi- 
gerinen, Textillarien etc. bedeckt. Die Darstellung von Fig. 2. ist mehr vom male- 
rischen Standpunkt ausgefiiiirt, um den Beichthum an Petrefacten zu zcigen, olme 
Anspruch auf exactes Detail der einzelnen ^Vrten zu machen. 

Diese Anhiiufung von Petrefacten auf cine diinne Schicht ist nicht loicht zu 
erkliiren. Entweder crfolgte die Ablagerung in (iiner stillen Bucht allmiihlig durch 
lange Zeit hindurch oder sankcn die im Wasser suspendirten Thiere plOtzlich zu 
Boden in Folge einer Vertaderung des Gasgehaltes des Wassers (vielleicht in Folge 



9 

einer Erruption). Jedenfalls sieht man, (lass dieses schone und reiche Leben plotzlich 
aufhorte, da liber don Platten erne meterdicke Bank festen Gesteins zu liegen 
kommt, in der nur Fucoiden wahrzunehmen sind. 

Obzwar man nicbt Ilberall den Reiehthum an Petrefacten auf cine einzige 
Scbichte concentrirt findet wie in Koscbtitz, so ist doch dieser Horizont bei Teplitz, 




Fjg. 2. Koschtitzer Platte 4mal vergrOssert. Gezeicb.net von K. Neumann. 1876. 
»Vesmir", roc. V. sir. 240, vykres Ss. 90. a Haifischzahn Oxyrhina angustidens. 
?) Terebratulina gracilis. V Dorsalschale. cBairdia subdeltoidea. a Flabellina elliptioa. 
« Flabellina Cordai? /Frondicularia inversa. g CristeUaria sp. h Frondioularia Cordai. 
» I'VondicuIaria striatula. j Haplophragmium irregulare. k Nodosaria Zippei. I Nodo- 
saria annnllata. m Nodosaria obsenra. u I'lanorlmlinn, polysraphes. 

Bilin, Podhraz, Popelz etc. (lurch das hlufige Auftreten der Terebr. gracilis kennt- 
* ic]l - Dadurch will icb nicht bebaupten, dass dieser kleine Brachiopode nicbt 
a 'ich in bdlieren Schiehtcn vorkommen sollte, doch geschieht dies dort moist nur 
Ve i'einzelnt. Von der Oberflache der Koscbtitzer Platten genommene Scblemmprobe 
Zei gt Unmassen von Globigerinen, Textillarien, Cristellarien, dann Spongiennadeln 
1Ul| l Scbalen von glatten und verzierten Ostracoden. 



Verzeichniss der fur den Horizont der Koschtitzer Platten 
charakteristischen Petrefacten. 

In dieses Verzeichniss nehme tch ausser den in unserer Sammlung bch'ndlichen 
*rten audi alle diejenigen auf, welche Reuss aus dem sog. „unteren Planerkal ke 
v °n Koscbtitz" anfuhrt, weil dieselben von ihm hauptsiichlich auf den Koseh- 
"tzer Platten gefunden wurden. 



Oxyrhina angustidens, Reuss. 
Lamna acuminata,, Ag. 
Lauina, subulata, Ag. 
Lamna raphiodon, Ag. 



Otodus appendiculatus, Ag. 
Otodus serratus, Ag. 
Otodus semiplicatus, v. Mflnst. 
Corax heterodon, Reuss. 



10 



Spinax rotundatus, Reuss. 
Ptychodus mammillaris, Ag. 
Acrodus affinis, Eeuss. 
Acrodus triangularis, Gein. 
Ilybodus cristatus, Ag. 
Pycnodus complanatus, Ag. 
Pycnodus cretaceus, Ag. 
Pycnodus serobiculatus, Reuss. 
Sphaerodus tenuis, Reuss. 
Gyrodus mammillaris, Ag. 
Enchodus Halocyon, Ag. 
Saurocephalus marginatum, Reuss. 
Terebratulina gracilis, Schotth. 
Bairdia depressa, Kf. 
Bairdia arquata var. faba, Reuss. 
Bairdia inodesta, Reuss. 
Bairdia subdeltoidea, v. Mttnst. 
Cytherideis laevigata, Rom. sp. 
Cytherideis perforata, Rom. sp. 



Cytbere elongata, Reuss. 
Cythere serrulata, Bosq. 
Cythere nodifera, Kf. 
Cytbere cuneata, Kf. 
Cythere gracilis, Kf. 
Cythere reticulata, Kf. 
Cythere Geinitzi, Reuss. 
Cythere ornatissima, Reuss. 
Cytberella asperula, Reuss. 
Cytherella Mtinsteri, Rom. sp. 
Cytberella ovata, Rom. sp. 
Pollicipes glaber, Rom. 
Pollicipes Bronni, Rom. 
Pollicipes Koschticensis, Kf. 
Cidaris Reussi, Gein. 
Antedon Fiscberi, Gein. 
Psolus sp., Poc. 
Nephthya cretacea, Poc. 



Von Foraminiferen fast alle, die weiter unton in der tabellarischen Uebersiclit 
angefiihrt sind. 

Der dritte Horizont ist der eigentliche obere Pliinerkalk im engeren 
Sinnc des Wortes, fur welchen icb die Bezeichnung ,,Hundorfer Kalkstein" 
vorschlagen wttrde und welcber die grossen Ammonites peramplus, den Spondylus 
spinosus und die Terebratula semiglobosa fiilirt. 



Verzeichniss der fur den Hundorfer Kalkstein bezeichnenden 

Petrefacten. 



Oxyrhina Mantelli, Ag. 
Otodus appendiculatus, Ag. 
Corax heterodon, Reuss. 
Ptychodus latissimus, Ag. 
Nautilus sublaevigatus, D'Orb. 
Nautilus rugatus, Fr. et Schl. 
Ammonites subtricarinatus, D'Orb. 
Ammonites peramplus, Mant. 
Ammonites Austeni, Sbarpe. 
Scapbites Goinitzi, D'Orb. 
Belicoceras polyplocus, D'Orb. 
Belemnites Strehlensis, Fr. 
Pleurotomaria linearis, Mant. 
Pleurotomaria perspectiva, Mant. 
Turbo decemcostatus, Reuss. 



Turbo Steinlai, Gein. 
Trochus amatus, Gein. 
Acteon ovum, Duj. 
Cardium deforme, Gein. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Area, Geinitzi, Reuss. 
Area striatula, Reuss. 
Mytilus Cottae, Rom. 
Inoceramus Brongniarti, Park. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Inoceramus latus, Maul, 
Lima, granulata, D'Orb, 
Lima Boperi, Mant. 
Spondylus spinosus, Goldf. 
Ostrea semiplana, Sow. 



11 



Ostrea frons, Park. 
Crania barbata, v. Hag. 
Crania spinulosa, Niles. 
Terebratula semiglobosa, Sow. 
Enoploclythia Leacbi, Mant. 
Bairdia subdeltoidea, Miinst. 
Cytherella ovata, Rom. 
Loricula pulchella, var. gigas, 



Fr. 



Pollicipes glaber, Rom. 
Serpula gordialis, v. Sch. 
Cidaris subvesiculosa, D'Orb. 
Micraster breviporus, A.gass, 
Micraster cor testudinariuin, Goldf. 
Holaster planus, Mant. 
Ventriculites angustatus, Rom. 
Ventriculites radiatus, Mant. 



V<'n den grosseren Foraminiferen sind die haufigsten: 

Cristellaria rotulata, D'Orb. Frondicularia angusta, Nilss. 

Flabellina elliptica, Nilss. 

Die kleinen Foraminiferen miissen erst grtindlich studirt werden, sic bilden 
50 ~-90°/ des ganzen Gesteins. 

Man findet den Hundorfer Kalkstein in geringer Machtigkeit, aber urn so 
oelenrender beztlglich der Lagerung an der Berglehne bei Kystra, dann in halber 
none der steilen Uferwand bei Koschtitz. Ausserdera in den zahlreichen Stein- 
Dr <ichen bei Teplitz, bei Leitmeritz, Clzkowic u. s. w. 

Den vierten Horizont bilden die Rhynchonellenschichten, welche die 
^nwacheren Kalkbanke und das merglige Gostcin der hochsten Lagen der Teplitzer 
schichten darstellen. 

Anstehend land ich sie deutlich oberhalb den Schichten mit den grossen 
^•""iioniten und oberhalb den Schichten mit Micraster und Scaphites an der 
° c hluchtlehne in Popelz bei Libochovic. (Siehe Profil winter unten.) Dei Koschtitz 
^ (>,l <m sie an den verwitterten und abgeregneten Berglehnen (in der Richtung gegen 
■kauri hin) Gelegenheit Hunderte von Rhynchonellen zu sammeln, unter denen alle 
V)l| 'ietii,ten: Cuvieri, .octoplicata, Mantelliana und pisum in zahlreichen Uebergangen 
2,1 finden sind. In Popelz entstammt dieser Rhynchonellenschichte audi Turbo 
(le cemcostatus, Reuss. 

P j S ist zu hoffen, dass audi in der Vertheilung der Foraminiferen ein Unter- 
°hied zwischen den bier angedeuteten 4 Horizonten zu konstatiren sein wird. 

Die Unterscheidung dieser 4 Horizonte ist als erster Versuch anzusehen im 

ereiche der Teplitzer Schichten den einzelnen Artgruppen ihre eigentliche Lager- 

tatte zu iixiren und es wird Aufgabe der Localsammler sein, die Richtigkeit 

leser Auffassung zu prufen und dann entweder zu bestatigen oder zu verbessern. 

Jedenfals will ich dadurch Anregung geben zur genauen Praecisirung der 

*«ndschicht fur jedea einzelne Petrefact. 

Von den Arbeitern eingekaufte Stiicke sowie die auf den alten abgeregneten 

•wuen aufgelesenen konnen da nicht massgebend sein, sondern man muss durch 

Keren Besuch der Steinbrtiche und eigenhandiges Hammern bestrebt sein, einen 

icntigen Einblick in die Vertheilung der Arten je nach den einzelnen Schichten 

Z11 erlangen. 



12 

Bei dei- wciter iinten folgenden Schilderung der vcrschiedenen Localitaten 
wird man vielfache Bestfttigung meiner Ansicht fmden, aber in manchen Fallen 
wegen Mangel an gehorigem Aufschlusse in Unsicherheit bleiben. 

Das Hangende der Teplitzer Schichten sind im westlichen Bohmen meist 
direkt die brannen und blauen Thone der Pricsencr Schicbten, welcbe dort, wo sie 
feucbt liegen, nirgerids einen Anhaltspunkt geben, eine soharfe Grenze zwischen 
den hochsten Teplitzer und tiefeten Priesener Schichten zu Ziehen. 

Dort aber, wo sic bocb und trocken liegen, dort nehmen die tiefeten Lagen 
der Priesener Schicbten den Charakter yon w e i s s e n klingenden I n o c e r a - 
menpliinern an, in welcber Form sie dann im ostlichen Bohmen eine weite 
Verbreitung bis auf die mahrischc Grenze hin haben. 

Dass ich diese weissen Inoceramenplftner nicbt mcbr zu den Teplitzer Schichten 
recbne, hat palaeontologiscbe Griinde, weil ich bei Chotzeu in denselben Ammo- 
oites d'Orbignyanus nachwies, und auch im tibrigen ihr microscopischer Cha- 
rakter ganz anders ist als derjenige dor Teplitzer Schichten. 

Im westlichen Bohmen fand ich dieselben z. B. bei Teplitz am weissen Wege, 
am Fnsse des Schlossbcrges, dann am. Trippelberg bei Kutschlin, oberhalb des 
Gaubenhofes bei Leitmeritz, am Wege nach Michelsberg, sowie auf den Anhohen 
von Zidowec, Sovice etc. in der Raudnitzer (iegend. 



Schema der Teplitzer Schichten im ostlichen Bohmen. 



Von der senkrecbtcn iiber die Stadt Melnik von Nord nach Slid gezogenen 
Linie beginnend, finden wir im ostlichen Bobmen die Teplitzer Scbichten selion de- 
nials in der Art entwickelt, wie wir es bei Teplitz und an der Eger von Laun 
abwarts fanden. 

Hier sind sie sehr wenig mftchtig und sebwer kenntlich, so dass man bei 
fluchtiger Beobachtung annehmen konnte, dass in dieser Gegend auf die Iserschichten 
direkt die Priesener Schichten zu liegen kommen. 

Urn so konstanter findct man sie aber iiberall bis nach Miibren bin auf der 
Basis der klingenden Inoceramenplaner in Form von etwa 1 m machtigen, meist 
gelblichbraunlichen feucliten Mergeln, die ungemein roich an Foraminiferen, na- 
mentlich Haplophragmium irregulare sind und von grosseren Pctrefacten 
bloss Terebratula semiglobosa liofern. 

Sic verrathen sich oft durch Fiibrung von Wasser, indem sie dasjenigc auf- 
halten, was durch die Inoceramenplftner herunter sickerte. 

In Steinbriichen sind sie selten entbltisst und meist vom Abraumgestein verdeckt. 

Als Localitaten zum Studium dieser Verhiiltnisse empfiehlt sich besonders Repin, 

dann JUcany bei Podebrad, Leitomyschl. und vor allem Abtsdorf bei B6hm. Trftbau. 

Hit; Gliedeinmg und Lagerung dor Teplitzer Schicbten in Bohmen dilrfte aus 
nachfolgenden drei ttbersichtlichen Tabellen zu ersehen sein: 



13 



A. Schema der Lagerung dor Teplitzer Schichten bei Teplitz und am 

Fusse des Erzgebirges. 



Hangendes 



IV. Ilorizont der Rhynchonellen 



Weiclie Baculitenthone oder klingende Ino- 
ceramenplaner der Priesener Schichten. 



Die liochsten Lagen des Profils von Sct- 
tenz. Nro. 3 — 7. 



III. 


Ilorizont von Hundorf . . 


II. 


Ilorizont von Koschtitz . . 


I. 


Ilorizont von Kystra . . . 



Die Eisenschicht und der Korper des Set- 
tenzer Profils. Nro. 8 — 17. 



Grundschicht und Klotzelschicht des Profils 
von Settenz. 



Unzugiinglich. (Nro. 20 von Settenz.) 



Liegendes? 



Sandige Lagen. 



B. Schema der Lagerung der Teplitzer Schichten im EgergcMete. 



Han send e 



IV. Ilorizont der Rhynchonellen 



Weiche Baculitenthone oder klingende Ino- 
ceramenplancr der Priesener Schichten. 



Die liochsten Lagen bei Kystra, Koschtitz 
und Popelz. 



III. Ilorizont von Hundorf 



II. Horizont von Koschtitz 



I. Ilorizont von Kystra 



Lie g end 



es 



Die Aurmonitenschichte von Kystra, Kosch- 
titz und Popelz. 



Die Koschtitzer Platten und Terebratulina 
gracilis Schichten bei Laun. 



Die Pliiiienuergel von Kystra und danmter 
die „scharfe" Schichte in Leneschitz und 
bei der Podhrazmiihlo. 



Malnitzer Schichten. 



C. Schema der Teplitzer Schichten im Sstlichen Bohmen. 





Weisse klingende Inoceramenpliiner o. graue 
Planer mit Ammonites D'Orbignianus. 




IV. Horizont der Rhynchonellen 


? 




III. Horizont von Hundorf . . 


Graue und braunliche Mergel mit Tere- 
bratula semiglobosa und Haplophrag- 
mium irregulare. 




II, Horizont von Kosclititz . . 




I. Horizont von Kystra . . . 


? 






Bryozoenschichten und Trigonia - Schichten 
(mit Callianassen) der Iserschichten. 





14 



II. Beschreibung dor ira Bezirke der Teplitzer Schichten 
untersuchten Localitaten. 

Die orientirendon Ausfliige nach Localitaten, wo die Teplitzer Schichten zu- 
ganglich sind, fallen in die verschiedenen Jahrgange der systematischen Landes- 
durchforschung, in denen uur wenige Profile griindlicher aufgenommen werdon 
konnten, und zwar: 

18G4 Teplitz Graupen. 

1865 Gaubenliof bei Leitmeritz. 

1868 Popelz bei Libochovic. 

1869 Der Sovice-Berg bei Eaudnitz. 

1870 Umgebnng von Laun. 

Eingehende Detail aufnahmen von Profilen und Einsammlung von Petrefacten 
mit prftciser Notinmg der Lagerschichte wnrden durchgefuhrt: 

1882 Mariaschein, Laun, Koschtitz, Kystra und der Sovice-Berg 
bei Eaudnitz. 

1884 Abtsdorf, Teplitz, Bilin, Mariaschein, Laun, Kystra,, Popelz. 

1885 Podiebrad, Wolfsberg, Teplitz. 

1886 Chlomek bei Jungbunzlau. 

Ini Ganzen wurden an 40 Localitaten untersucht und an 250 ArteD in mehreren 
Hundert Exemplaren den Museumssammlungeii eingereiht. 

Die ersten Versteinerungen aus den Teplitzer Schichten erhielt unser Museum 
in den vierziger Jahren von Prof. Reuss, damals Brunnenarzt in Bilin. Der Band- 
schrift nach zu urtheilen, kamen auch mehrere Stucke durch Grafen Kasp. Stern- 
berg und Prof. Zippe liinzu. 

Seit dem lie-inn der Landesdurchforschungs-Arbeiten war ich bcimiht, durch 
Einkaufe in den Kalkbrlichen der Umgebung von Teplitz, sowie bei den 1 1 en-en 
Seifert und Fassel, unsere Sammlung zu vervollstandigen. Linen aamhaften Zu- 
wachs erhielt dteaelhe durch die von Dr. Curda aus Postelberg geschenkten Petre- 
facten aus der Gegend von Laun. Das Prachtexemplar des A.mmonites subtricari- 
natus aus Keblic bei Lobositz erhielt das Museum von Herrn Tschinkel zum 
Geschenk, den Ammonites Austeni erhielt ich vom Gymnasium in Mariaschein hn 
Tausche. Auch von Dr. Holub erhielt das Museum eiuen seltenen Belemniten 
Das I!,iesenexemplar des Amm. peramplus schenkte der Grundbesitzer lien- Zahalka 
in Popelz bei Libochovic. 

Im Einsammeln waren mir behilflich llerr Seehars, Oberlehrer in Mariaschein 
f llerr Mann, Oberlehrer in Boltschitz, llerr Prof. Barta in Leitomyschl, Herr Feigl 
Lehrer in Laun, llerr Hellich, Btlrgermeister in Podiebrad. 

Auch machten mir Prof. Waagcn und Prof. Laube, die unter ihrer Leitung 
stehenden Samrrdungen, mit grosster Zuvorkommenheit zuganglich. Mehrere mite 



15 

Stticke aquirirte ich aus der Verlassenschaft des leider zu frtih verstorbenen Prof. 
Raffelt in Leitmeritz. 

Allen diesen Herren sage ich meinen besten Dank. 

Die Originale zu den Reussischen Beschreibungen und Abbildungen befinden 
sich theils im Nationalmuseum zu Pest, tlieils im Hofmineralienkabinet in Wien, 
smd aber nicht als abgebildete Stticke bezeichnet. 

_ Den grSssten Theil des vorliegenden Materials sammelte ich aber selbst mit 

memera damaligen Petrefactensammler J. Staska, spatermit dem Museumsassistenten 

e f™ Dr. Ph. Pocta, welcher mich durch zwei Jahre auf den Excursionen begleitete. 

ei Anfertigung der Detailprofile wurden die Petrefacten mit genauer Angabe ihrer 

L agerstatte versehen. 

. Von a Uen besuchten Localitaten wurden auch Handstticke der einzelnen 
ic iten und Schlemraproben eingesammelt, welche das Material zur mikroskopi- 

q, ^ Untersuchung boten und noch auf lange bin brauchbares Material fur spatere 

btudien liefern werden. 

Scl ' li 1<am in den lotzten dreissig Jahren eine Sammlung aus den Teplitzer 
dor? ^ Unserem Museum m Stande, welche ein ziemlich vollstandiges Bild 
auch f UQa <lerselben S' iol)t und in nachfolgendem verarbeitet werden soil, wold aber 
c » iernerhin die Basis zu speciellen Monographien bieten wird. 



1. Die Umgebung von Teplitz. 

reicl a & - TIl ""' < - ,lun «' von Teplitz sind die uns besch&ftigenden Schichten in zahl- 
Po/?" Stoin1)rii( '' lll 'ii aufgeschlossen und namentlich ist eine fast ununterbrochene 
e derselben in der Richtungvon Settenz-Hundorf-Loosch anzutreffen, welche in 
br< , em 'md demselben Schichtencomplexe arbeiten. Selten sind aber diese Stein- 
Te ]•+ so Seoffhet, dass sie zum genauen Studium der sammtlichen Lagen der 
der h ' Sc]licllt< ' n geeignet wftren. Meist wird nur der mittlere Tract ausgebeutet, 
rtih t J 6 al8 Al,r;umi beseitigt und die tieferen Schichten entweder gar nicht be- 
oder man findet sie mit Schutt verdeckt oder unter Wasser. 

welcl •° lt ° n ^ det "' an anch m r>1 ' ucll ° oder beim Kalkofen einen erfahrenen Maun, 
fiber ? einzelnen Lagen richtig zu bezeichnen weiss und auch Andeutungen 

dl e Fundschicht der grosseren Petrefacten zu geben im Stande ist. 
beiih . W<U ' ,K> ' ""'" 10U1 Besuche von Settenz im Jahre 1884 so glticklich, in 
bracht ZiehUngeD g<instige Um8tande '" Pickhardt's Kalkbruch zu finden und 
Nacb 6 8e ^ st lr,ll "' ci ' < ' Zeit zu und nach wiederholtem Besuche und andauerndem 
suchen in den einzelnen Lagen gelang es mir Daten zu sammeln, welche zur 
wicbM mens ^ un 8 ,lcs genauen Profiles ftihrten, an welchem die Vertheilung der 
1 igsten Petrefacten versuchsweise angedeutet ist. 

Del • Z ' , ' ,I ""K auf die Benennung der einzelnen Lagen fand ich eine ziemliche 

oft ei f s ti m iaung in alien iibrigen Kalkbrttchen, nur sind ftir gewisse Schichten 

weierlei Benennungen im Gebrauche, Die Bezeichnungen der Nro. 12—17. 
st,,| wten ttberall (iberein. 



16 




Ackcrkrumi: 
Ziegellehm 



• AbraumscMclitcu 



Bothsohicht 

Wilder Stein 
Dreiviertelsclucht 

KOrper od. StarkschicM 

EisensoMoht 

BackOfen 

KlOtzelsehioht 
Grundschicht 
Letten 



Fig. 8. Profil der Teplitzer Schichten im Pickhardt's Stelnbruche bei Scttenz mil einer versuchs- 

weisen Andeutung der in den einzelner, Schiohten rorwaltenden Versteinerungen. 

Aufgenommen 18. August 1884. 



17 



a. Ackerkrume. i h. Diluvialer Ziegellehm. 2«s. Tiefere Schichte von Ziegellehm mil, grobein 

'•'i-i'lli' untermischt. 26. Oberste graue Mergelschicht. 3a. Abraumsohiohte weiss mit Fischresten. 
°o, ■ Abraumschichte, graue Merge] schicht. 4. Plattige Planerschicht mit Pycnodus. 5. Graue 
Jjettensohiohte. 6. Starkere Banke ron Planerkalk. 7. Mergelsohicht. 8. Planerkalk mit Scyphia 

restate und Terebratula semiglobosa. 9. Mergelschichte. 10. Planerkalk mit Amorphosp. rugosa 
»n tier Basis riesige Spongiten. 11. Mergelschicht. 12, „Rothschicht", Planerkalk mitSchuppen 

l >» Usmeroides und mit Chondriten. 18. Wilder Stein. 14. Dreiviertelschichte ; oberste Lage des 

aauptiagers _ J m. in. KOrper oder Starkscbicbt 2£ m. Nautilus rugatus, Spondylus spinosus. 

die ens °kicht. Hauptlager von Ammonites peramplus. 17. „l!ac,k(Vfen". Planerkalk, in welchem 

I'l-'n ! !'i' )S n fin P ainsc h wrroel vorkommen. 18. Klotzelschiclit in senkreclite Siiulcben spaltender 

anerfealk mit sebr wenig Petrefacten, 19. Grundsobicht mit sebr haufiger Terebratnlina gracilis. 

20. Letten. Feuchte Mergelschicbt, unter welclier Sand liegen soil. 

■ tcli gehe uun zur Beschreibung der Schichtenfolge im Pickhardt's Kalkbruche 
)0 i' und glaube, dass audi in alien anderen Briichen nach anhaltenderer Beobach- 
ll| g aluiliclie Schichtenfolge wird nachgewiesen werden. 

Zu _oberst liegt eine bis 1 m machtige dunkle Ackerkrume (1 a), darunter 

geiber Ziegellehm (1/;) mit grossen zahlreichen LOsskindeln und mit groben Geroll- 

fiT 6n . in den tieferen Schichtcn (2 a). Am Contacts mit den Mergelschichten 

( «u sich sehr grosse walzenformige, verschieden geformte Concretionen, welche 

nneren eine harte quarzige Beschaffenheit zeigen. 
1 . I)i( ' Jiochsto Lage der Teplitzer Schichten bildet hier eine zorbrockelte Kalk- 
lcil te (3a), die aach oben und unten von mergligen Lagen begrenzt wird (26, 3?;) 
n zahlreiche Trlimmer von Fischresten fiihrt. (Diese rechnet man bis ziv Nro. 10. 
os Profils zu den Abraumschichten.) 

flft 1 Bl6 mm folgende 1 m machtl > Schichte (4) entbilt plattige, auf der Ober- 
e ' C |° *reidige Kalke, die am Bruche weisslich, etwas ins rothliche spielend, sich 

^eisen. Sie sind auch reich an Fischresten (z. B. Pyc- 

p, us ) u nd dor Schliff zeigt, dass sie zur Halfte aus 

gmenten von Foraminiferen bestehen, unter denen 

mzelne Globigerinen eingestreut sind. 

. ^ Die merglige, br5cklige, graubraunliche Schichte (5), 

sie von der niichstfolgenden Lage festeren Gesteins 

r ■ n ? ' ei * wie s sich bei der Schlemmung als sehr 

J'"' 1 ' an Foraminiferen, unter denen die Textillaricn 80°/ 

I . mac hten. Einzelne Globigerinen und Cristellarien sind 

und da sowie unreine rauhe Nadeln untermischt. 
ingur 4.) 

riff G 8tarlfe Abraumschichte (6) 1st von plan- 
m °? r Be schaffenheit, von Farbe grau, die Spaltflachen 

^, S l ' ost gelb. Scheint der Ilauptfundort der kleinen Rhynchonellen zu sein. Der 
lit zeigt zur Halfte unreinen Detritus, zur Halfte Foraminiferen. 
Qichte wird auch zu Kalk gebrannt. 




Fig. 4. Schlemmprobe der 

Schichte Nro. 5. des Setten- 

zer Profils. Yergr. 50mal. 



Diese 



starker 



Nach 



ciner schwachen Mergelsohicht folgt eine 1\ m machtige Lage (8) von 



J e ,'5 6n Kalksteinbanken, welche reich an Ventriculites angustatus und 
>ratula semiglobosa ist. Von Rhynchonellen kommen einzelne grosse 

m P lare vor. Das Gestein ist ein gelblich und grau gefleckter Planer, welcher 
lichlj- V -+ Q ^^elgrauen Chondriten durchsetzt ist, in welchen die Steinbrecher Aehn- 

Keit mit der „hebraischen Schrift" erl 



rkennen. 



Der Diinnschliff zeigt die 

2 



18 






*'< 






:;;^ 



Fig. 5. Schliff lies Kalksteins 

der Schichte Nro. 10. des 
Settenzer Profils. Yergr. SOmal, 



Halfte aus Detritus, die andere Halfte aus sclir kleincn Textillarien, bei denen 
einzelne Kammern mit schwarzer Masse erfullt Bind. 

Nach einer mergligen Zwischenschicht (9) folgen zwei starkere Kalkstein- 
banke (10), welche Achilleum rugosum (var. elliptica) ftihren und an der Basis 

selir grosse flache Spongiten enthalten, welche an den 
Spongites gigas Fr. (Weissenberger Schichten pag. 75.) 
erinnern. Der Schliff zeigt | Foraminiferen, unter 
denen die genug haufigen grosseren Formen die Kam- 
niern mit Brauneisenstein erfullt zeigen. 

Mit der unter einer Lettenschichte (11) liegenden 
festen Bank der Kothschicht beginnt die Scbichtenfolge 
des cigentlichen besten zum Kalkbrennen verwendeten 
Gesteins. Diese Bank erhielt don Namen „Roth- 
schicht" (12), weil die Kluftflachen mit einer iiber 
1 mm dicken Schicbte von rostrothen Brauneisenstein 
bedockt sind, wodurch sie schon von weitem auffallen. 
Der Schliff zeigt zur Halfte Foraminiferen, die 
(irundsubstanz 1st unrein mit vielen Braunoisensteinkdrnern. Die Textillarien und 
Globigerinen klein und mittelgross , sehr viele Kalknadeln und Fragmente grosseror 
Versteinerungen. 

DieSchlemmung zeigt grosse und kleino Foraminiferen in zicmlich gleichem 
Verhaltnisse und reprasentiren dieselben viel mehr Gattungen als die hiiheren Schich- 
ten aufweisen. Ausserdem findet man in der Schlemmung sehr viele kurze dicke, 
im Inneren unreine Kalknadeln. 

Auf die Rothschicht folgt nach unten bin der sogenannte Wilde Stein (13). 
Dies ist eine 60 cm miichtigo Schichte von schwarzlich (nicht blaulich) grauem, 
riuib anzufiihlendem Gestein, das frisch gebrochen fiir den Laien auch wie Kalkstein 
aussieM, aber gar nicht zum Brennen taugt. Die Arbeiter bezeichnen ihn als 
klanglos und schwer, er verwittert in flache schalige Kugeln, welche auf den Halden, 
dem Regen und der Hitze ausgesetzt ganz zerfallen. 

Der Schliff zeigt nur etwa i Foraminiferen, von denen wenigc ganz sind, 
hie und da sehr grosse Globigerinen. Die Grundsubstanz unrein, ungleich. 

Die Schlemmung zeigt viel mittelgrosse Textillarien und einzelne grosse 
Globigerinen, Cristellarien, sowie Ostracodenschalen von wahrscheinlich neuen Arten 
Ausserdem sind ganz feine Stacheln von Echiniden hauflg. 

Nun folgen sechs Kalksteinbanke (Nro. 14— 19.) von verschiedener Miichtigkeit 
und Beschaffenheit, welche alle zum Kalkbrennen ausgebeutet werden. Die oberste 
Lage wird Dreiviertel-Schicht genannt (14) wegen der constant beobachtetefl 
Machtigkeit von f Ellen alten Maases (etwa 50 cm). Darunter kommt die 2 \ "> 
miichtige Starkschicht (15) auch Korper genannt. In derselben kommt Nautilus 
rugatus vor und hier ist der Spondylus spinosus am haufigsten. Das Gestein ist 
schwer, die Spaltfliichen moist nur rostgelb, die Masse grau und gelblich gefleckfc 
Der Schliff zeigt, dass nur etwa \ aus kleinen Foraminiferen besteht, dereB 
Kammern rein (nicht mit Brauneisenstein erfullt) sind. Grosse Foraminiferen sind spai- 
sain eingestreut und die Grundmasse enthalt feine zahlreiche Brauneisensteinkorner. 



19 

Auf diese Schiclito beziehen sich die chemischen Analysen, welcbe bei Gele- 
genbeit dor im j a hre 1883 zu Teplitz abgebaltenen Ausstellung zuganglich waren 
Und von denen ich hier ein Beispiel wiedergebe. 

Analyse des Kalkes aus den Stiickkalkwerken von Karl 

Endisch in Loosen bei Dux. Angefuhrt vom k. k. Bergratli 

Adolf Patera. 



Probe Nro. 3. 

Kieselsaure 15.0 

Eisenoxyd 1.3 

Tlionorde 5.7 

Kalkerde Spur 

Koblensaure Kalkerde .... 70.5 
„ Talkerde . . . Spur 

„ Eisenoxydul . . 5.9 



22.0% in Salzs&ure 
loslicbe Thone. 



76.4°/ in Salzsiiure 
loslicbe Bcstandtbcile. 



98.4 



die ° l Kl ' k S<)11 V01 ' z 'isiicbe Dienste bei Wasserbauten leisten und wird in 

weite Umgebung von Teplitz und nach Sacbsen vorfiibrt. 
Kail den Looschei " Kalkwerken werclen jahrlich bis 800.000 Centner gebrannten 



erzengt. Der Kalk 



Wo 1 — e u < I'^-i ixam. wuu am ^muiiu ail geioscm, eaiweuer „trocKen , 

Zerff n ZuSatZ von wenig Wasser ( 10 ° Liter auf 10 Centner Kalk), wodurch das 

1 ' cn ^ Pulver erzielt wird, odor „nass" mit viel Wasser. 
EWj'T? ''''Tlitzer Kalkwerkgesellscbaft liess audi Druck- und Zugproben fiber 

sioUv i ^ es Mortels vornehinen, deren Resultate aus beigefligter Tabelle er- 
" Ult| ich sind. 



Te Plitzer Kalk 



Dr uck-Proben J 



Grosse Wurfel . 



Kleine Wiirfel . 



Zu 8-Proben 



30tagige Probe 

i Theil Kalk 1 1 TheH Kalk" 
2TheileSand [ sTheileSand 



90tagige Probe 

i Theil Kalk j i Theil K.-dk 
STheileSand 8TheileSand 



Kilogramm per Q Centimeter 



6.89 



20.38 



7.32 



10.82 



26.70 



7.75 



29.8 
65.2 
15.2 



18.2 



46.2 



10.5 



Wird m f ° Igt die festeste Kank ' die sogenannte Eisenscbicbte (16); diese 
Amnio °? ^ Arbeiteni l " ll), ' l ' ;lJI als das Hauptlager der grossen Exemplare von 
Windier I P ei ' a "»plus bezeichnet. Sie ist wenig machtig (6—8 cm), ungemein 

8> schwer zu zerschlagen, zeigt die Spaltfliichen rostroth. 
ke ]Ull 01 ' "Chliff liisst sie als die reiebste an Foraminiferen er- 
en i denn derselbe zeigt fast gar nicbts anderes als kleine Textillarien und 



20 



i IKjnMi 



V '-« 



Fig. 0. Schliff der Eisen- 
schichte Nro. 16. des Settenzer 

Profit. Vergr. 60mal. 
Hi,' graue Masse bei starkerer 
Vergriisserung aus lautcr Globi 
gerinen u. Textillaricn bestehend. 



Globigerinen, die gewiss 90°/ der ganzen Masse betragen (Fig. 6.). Grossere 
Foraminiferen sind selten, alter auffallend sind hellgrune (Glauconit?) Korner. 

Unter der Eisenschicht liegt die I m starke Lag« 
welche „Back6fen" (17) genannt wird. Sio ist grau 
mid gclblichweiss schackig und in derselben konstaj 
tirte ich das Vorkoramen der grossen Wirbol von Oxy- 
rhina Mantelli. 

Am Schliff zeigen sicb | der Masse aus Fora- 
m in Keren, hie und da Reste gnisserer Petrefacten und 
zahlreiche Spongiennadeln. Die Kammcrn der Fora- 
niiniferen sind meist rein. 

Die unter den Backofen liegende Schichte zeis 
eine senkrechte Zerklttftung in unregelmassige Siiul- 
chen, wesshalb sie „Kli>tzelschicht" (18) genannt 
wird. Das Gestoin ist compactor als die hflher lifl 
genden mehr kreidigen Kalke, die Spaltccken scharf. 
Das G ostein klingt unter dem Hammer. 

Grossere Petrefacten konnte ich nicht darin findon* 
Der Scldiff besteht etwa zur Ilalfte aus kleinen Fori 
miniforcn und doron Triimmer; grosse Globigerin6| 
sind sparsam eingestreut. 

Die Ursache der Saulchenbildung mat; die seii 
dass diese Schichte auf barter Unterlage liegt COT 
die ganze Wucht der hoheren Schichteu zu tragen hfl$ 
Von besonderem Interesse ist die letzte dor fostcD 
Kalkbiinko, welche Grundschicht gonannt wird f L9| 
Man ist iiberrascht (lurch dio H&ufigkeit der Tore- 
bratulina gracilis und wird unwillkiihrlich zur Paralle- 
lisirung der Grundschicht mit den Koschtitzer riatton geflihrt. Audi sind dariD 
die Ostracodcn, Bairdia subdeltoidea und depressa auffallend haufig. Von grosses 
Foraminiferen, Cristellaria rotulata und Frondicularia angusta. 

Das Gestein ist gleichmiissig weissgrau compact (erinnert an den lithograph! 
schen Stein), hat fast muschligen Bruch mit scharfen Kanten. 

Der Schliff zeigt sich als zur .Ilalfte a,us Textillarien und Globigerinen n" 1 ' 
reinen Kammern bestehend. 

Das Liegende der schwer zug&nglichen Grundschicht soil grauer Letten (2i 
sein, der auf sandigcn Schichteu liegt. (Die Sicherstellung des Liegenden der Tepli' 
tzer Schichten bei Settenz durch Abtaufung eines kleinen Schachtes ware im InteresS 6 
der Wissenschalt sehr wiinschenswcrth.) 

In einem der weitcr westlich gelegcnen Steinbriiche bei TiOosch liegt tibi 
den im Pickhardt's Steinbruch geschilderten Schichten noch cine an 2 m miichtig fi 
Lage von lettigem Pliinermergel, welche wahrscheinlich schon den Priesener Schick 
ten angchort. 

Die Schlemmung zeigt zwar audi viol Textillarien und Globigerinen, abf 
hat im Ganzen doch cinen von den Schloinnumgen der tieferen Teplitzer Schichte! 1 



I 



Fig. 7. Schliff der Grundschicht 
Nro. 19. des Settenzer Profils. 

Vergr. 50mal. 



21 



abweichenden Charakter, indem mehrere Gattungen auflreten, die wahrscheinlich 

scnon als fur die Priesener Schichten bezeichnend sicli lierausstellen werden. 

Ein ganz anderes Aussehen hat das Hangende der Teplitzer Scliichten in der 



ung zwischen dem Sandberg und dein Schlossberg, ostlich von Teplitz. An 



Nieder 

( (>| u Bogenannten „Weissen Weg" zieht sich eine Schlucht, in welcher man von 

n 'iten aufsteigend zuerst Scliichten mit Terebratula semiglobosa antrifft, dann hohere 

mit Micraster breviporus; weiter sind blattrige Lagen mit Achilleum rugosum 
ltva, Dentalium, dann graue Kalke mit Terebratulina chrysalis, womit meiner 

Ansicht nach, hier die Teplitzer Schichten abschliessen. 

Die nun folgenden weissen klingenden an Inoceramen reichen Plattcnkalke, 
©trachte ich als die uutersten (hier trocken liegenden) Lagen der Priesener Schichten. 

( ' tend hier ein Fragment einer Scheere des interessanten Krebses Stenocheles*), 
olclier im gleichen Niveau auch in den weissen Inoceramenkalken bei Repin auf- 

gefunden wurde. 

Der allgemeine palaeontologische Charakter der Teplitzer Schichten in der 
Wgebung ,von Teplitz ist aus nachstehendem Verzeichniss zu ersehen, das ich 
er ohne Angabe des speciellen Fundortes der einzelnen Arten gebe. 

Ich thue das desshalb, weil bei den wenigsten Stucken der genaue Fundort 
u ler festzustellen war und weil es dem Palaeontologen fur die Beurtheilung eines 
s aaunenhangenden Schichtenkomplexes gleichgiltig sein kann, ob der oder jener 
ein bruch zm- Catastralgemeinde Loosch oder Hundorf gerechnet wird. 



verzeichniss der in der Umgebung von Teplitz, namentlich bei 
Settenz, Hundorf und Loosch gefundenen Petrefacten. 



Plesiosaurus sp.? Zehenglieder. 
Otodus appendiculatus, Ag. 
Oxyrhina Mantelli, Ag. 
Lamna subulata, Ag. 
Corax heterodon, Reuss. 
Ptychodus latissimus, Ag. 
■Ptychodus mammillaris, Reuss. 
Pycnodus scrobiculatus, Reuss. 
Pycnodus cretaceus, Ag. 
Hypsodon Lewesiensis, Ag. 
Cladocyclus Strehlensis, Gein. 
Enchodus Halocyon, Ag. 
Osmeroides Lewesiensis, Ag. 
,!( 'i'.yx ornatus, Ag. 
Lepidenteron longissimum, Fr. 
Nautilus sublaevigatus, D'Orb. 
Nautilus rugatus, Fr. et Seal. 
Nautilus galea, Fr. et Schl. 



Ammonites peramplus, Mant. 
Ammonites Austeni, Sharpe. 
Helicoceras polyplocus, D'Orb. 
Scaphites Geinitzii, D'Orb. 
Baculites (undulatus), Fr. 
Aptychus complanatus, Gein. 
Turritella multistriata, Reuss. 
Pleurotomaria linearis, Mant. 
Pleurotomaria perspectiva, Mant. 
Turbo decemcostatus, Reuss. 
Turbo Steilai, Gein. 
Trochus amatus, Gein. 
Etostellaria Burmeisteri, Gein. 
Mitra Roemeri, D'Orb. 
Acteon ovum, Duj. 
Isocardia cretacea, Goldf. 
[socardia turgida, Reuss. 
Cardium deforme, Gein. 



) CrustaoeeD der bohm. Kreideformation, pag. 40. 



22 




Cardium alutaceum, Miinster. 


Ostrea semiplana, Sow. 


Gardita parvula, Miinster. 


Crania barbata, v. Hag. 


Cardita modiolus, Nilss. 


Terebratula semiglobosa, Sow. 


Cardita tenuicosta, Sow. 


Terebratulina gracilis, Schl. 


Mutiella Ringmerensis, Gein. 


Terebratulina chrysalis, Schl. 


Eriphyla lenticularis, Goldf. 


Rhynchonella plicatilis, Sow. 


Nucula semilunaris, v. Buch. 


Bippothoa desiderata, Nov. 


Nucula pectinata, Sow. 


Membranipora confluens, Reuss. 


Area subglabra, D'Orb. 


Membranipora clliptica, v. Hag. 


Area Geinitzii, Reuss. 


Berenicea confluens, R6m. sp. 


Mytilus Cottac, Rom. 


Lepralia pediculus, Reuss. 


Teredo, sp. 


Enoploclythia Leachii, Reuss. 


Gastrochaena amphisbaona, Gein. 


Bairdia subdeltoidea, v. Miinst. 


Panopaea gurgitis, Brongn. 


Bairdia depressa, Kf. 


Venus ovalis, Sow. 


Pollicipes glaber, Rom. 


Venus Goldfussi, Gein. 


Serpula biplicata, Reuss. 


Venus parva, Sow. 


Serpula depressa, v. Miinst. 


Corbula caudata, Nilss. 


Serpula gordialis, v. Schl. 


Perna, sp. ? 


Serpula pustulosa, Gein. 


Inoccramus Brongniarti, Park. 


Serpula rotula, Goldf. 


Inoeeramus Cuvieri, Sow. 


Cidaris subvcsiculosa, D'Orb. 


Inoceramus latus, Mant. 


Pliymosoma radiatum, Schl. 


Inoeeramus Cripsii, Mant. 


Micraster cor testudinarium, Goldf. 


f Lima Sowerbyi, Gein. 


Micraster breviporus, Ag. 


Lima dichotoma, Reuss. 


Holaster planus, Mant. 


Lima Hoped, Mant. 


Craticularia subseriata, Rom. sp. 


Lima elongata, Sow. 


Ventriculites angustatus, Rom. 


Lima (cf. aspera.) 


Ventriculites radiatus, Mant. 


Pecten serratus, Nilss. 


Ventriculites Zippei, Reuss. sp. 


Pecten cretosus, Defr. 


Ventriculites cribrosus, Phill. sp. 


Pecten Dujardinii, Romor. 


Plocoscyphia labyrintbica, Reuss. 


Vola quiquecostata, Sow. 


Plocoscypliia pertusa, Gein. 


Spondylus spinosus, Sow. 


Rhizopoterion cervicorne, Goldf. sp. 


Spondylus latus, Rom. 


Phymatella elongata, Reuss. sp. 


Plicatula inflata, Sow. 


Cliona Conybeari, Brongn. 


Exogyra lateralis, Reuss. 


Amorphospongia globosa v. Hag., sp- 


Ostrea hippopodium, Nilss. 


Achilleum rugosum, Reuss. var. ellipticf 


Von Foraminiferen filhre ich nur 


eine Anzabl der grdsseren haufigeren Forme 11 


an. Die kleineren miissen erst monographisch bearbeitet werden. 


Nodosaria, Zippoi, Reuss. 


Textillaria grosse und kleinc Arten 11J 


Frondicularia angusta, Nilss. 


den Schlemmungen und Schliffen. 


Flabellina clliptica, Nilss. 


Globigerina marginata etc. etc. 


Cristellaria 


rotulata, D'Orb. 



23 



2. Umgebung von Osseg, Judendorf, Rosenthal nnd Mariaschein. 

Am Fusse des Erzgebirges trifft man die Teplitzer Schichton in gehobener 
Ji age als den nordlichen Rand dcr Mulde an, deren siidliclien Rand wir bei Teplitz 
sennen gelernt haben und deren Centrum von der Braunkohlenformation ausge- 
flUlt ist. 

Die einzelnen Lagcn sind bier mebr kalkig, die mergligen Zwischenmittel 
schwacher. Die meisten Steinbrtiche, in denen sie entblosst sind, wurden bereits ver- 
assen, weil die Gewinmmg des Kalksteins hier wegen viol Abraum schwieriger und 
J ostspieliger ist, als bei Teplitz. Der palaeontologisebe Cbarakter ist ganz derselbe 
wie bei Teplitz, aber ich fand keine giinstige Gelegenheit ein Lihnliches Profil auf- 
'"'■'"aen zu kiinnen wie bei Settenz. 

Ein Kalkbruch war vor einigen Jaliren bei Osscg geoffihet am Fusse des 

er Ses „Strobnitz" und ich fand in der Sammlung des Stiftes zu Osseg eine 
rp , Vou dort stammenden Arten, die mit den gewohnlichen Vorkommnissen der 

e Pbtzer Kalkbruche iibereinstimmen. 

er zeichniss der im Kalkwerke am Fusse der Strobnitz bei Osseg 
au *gefundenen Arten. Nach der im Stifte daselbst aufbewahrten 

Sammlung. 

Oxyrhina Mantelli, Ag. 



Oxyrhina angustidens, Reuss. 
Otodus semiplicatus? v. Miinst. 
Corax heterodon, Reuss. 
Nautilus sublaevigatus, D'Orb. 
Helicoceras Reussianum, D'Orb. 
Mitra Roemeri D'Orb. 
Heurotomaria linearis, Mant. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Eriphyla lenticularis, Goldf. 



Venus sp. 
Inoceramus Brongniarti, Park. 
Inoceramus Cripsii? Mant. 
Lima Hoperi, Mant. 
Spondylus spinosus, Sow. 
Exogyra lateralis, Reuss. 
Plocoscyphia labyrintbica, Reuss. 
Pleurostoma bohemicum, Zitt. 
Ventriculites sp. n.? 



Wiederholt in verscbiedenen Jahren besuchte ich die Reihc von Steinbruchen, 
We lch e in der Linie Judendorf-Rosenthal-Graupen und Mariaschein zu treffcn ist, 
sammelte auf den Halden und kaufte von den Arbeitern, und revidirte die Samm- 

Utl 8'ou in dor Scliule sowie im Kloster zu Mariaschein, worauf icb das Vorkommen 

011 lachfolgenden Arten sicherstellte : 

"erzeichniss der in den Teplitzer Schichten bei Mariaschein und 
Rosenthal aufgefundenen Arten. 



Corax heterodon. 
Oxyrhina angustidens? 
Ammonites peramplus. 
Ammonites Austeni. 
Nautilus sublaevigatus. 



Helicoceras polyplocus. 
Helicoceras Reussianum. 
Scaphites Geinitzii. 
Pleurotomaria linearis. 
Turbo decemcostatus. 



24 



Aporrhais megaloptera. 
Mitra Roemeri. 

Acteon ovum. 
Dentalium cidaris. 
Cardium dcforme. 
Mutiella Ringmerensis. 
Tollina concentrica. 
Venus Goldfussi. 
Area Geinitzii. 
Gastrochaena amphisbaena. 
Inoceramus I Irongniarti. 
Inoceramus Cuvieri. 
Lima Hoped. 
Spondylus spinosus. 
Spondylus latus. 



Pecten serratus. 
Ostrea Mppopodium, 
Exogyra lateralis. 
Terebratula semiglobosa. 
Terebratulina gracilis. 
Terebratulina chrysalis. 
Rhynchonella plicatilis. 
Holaster planus. 
Micraster cf. cor anquinum. 
Micraster breviporus. 
Ventriculites angustatus. 
Ventriculites cribrosus. 
Coeloptycliium Frifiii. 
Enoploclythia Leachi. 



Unter den vor Jahren oingesammelten Handstiicken lassen sich die typischen 
Formen des Settenzcr Profils wiedererkennen, namentlich die an Chondriten reicbe 
Scliicht 8., die Starkschicht 15. und die Grundschicht 19. 



3. Umgelmng von Kilin. 

In der durch die Arbciten von Reuss klassisch gewordenen TJmgebung vol) 
Bilin sind es namentlich drei Localitiiten, welchc uns als zu den Teplitzer Schichten 
gchorig beschaftigen werden. 

Vor allem ist es der Sauerbrunnberg bei Bilin, welcher Reuss so viol lieferte, 
aber gegenwartig (lurch Waldkultur dem Palaeontologcn unzugiinglich wurde. Ein 
etwas bedenklicher 'Besuch der Localit&t tiberzeugte mich, dass hier der tiefste 
Horizont der Teplitzer Schichten, von Alter <\r.\- Planermergel von Kystra und dem- 
jenigen dor Kosclititzer Platten ansteht. Dafiir spriclit auch das nach Reuss zu- 
sammengestellte Verzeiclmiss der Petrefacten, unter denen die Tercbratulina- gra- 
cilis die haufigste Erscheinune ist. 



Nucula semilunaris. 
Pecten curvatus. 
(Pecten subaratus). 
Spondylus latus. 
Ostrea semiplana. 



Terebratulina gracilis. 
Pollicipcs conicus. 
Serpula granulata. 
Autedon Fischeri. 
Cystispongia verrucosa. 
Aniorphospongia globosa. 



Die hoheren Lagen der Teplitzer Schichten findet man in der Fortsetzung de* 
den Sauerbrunnberg bildenden Berglehne beim sog. Ganghof, hier siud tiefe Wasser- 
risse, auf deren abgeregneten Elachen icb eine Reihe von Arten aurloste, welche 
den mittleren Horizont der Teplitzer Schichten bezeichnen. 



25 

Ich fand daselbst: 

Inoceramus Brongniarti. Plocoscyphia labyrinthica. 

Terebratula semiglobosa. Amphithelion tenue. 

Cidaris subvesiculosa. Rhizopoterion cervicorne. 

Trochosmilia laxa. Chonella sp. 

Die dritte Localitat in dor Nahe Bilins ist der Kutschliner Berg, den 
Rouss vielfach als Fundort von Petrefacten aus den Teplitzer Scbichten anfuhrt. 
Dieselben starnniten meist aus den daselbst geoffneten Steinbriichen, die den sog. 
Korper (Nro. 15 des Settenzer Profils) ausbeuten. 

Icb glaube bier die Hauptglieder der Teplitzer Schicbtcn wiedererkannt zu 
haben und gebc ein scb.ematiscb.es Orientationsscbema zum Verstandniss dicser 
interessanten Localitat. (Fig. 8.) 







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Fig. 8. Schema der Schichtenfolge am Trippelberge bei Kutschlin. 

• gneiss. 2. Cenomanes, Rudistenkonglomerat. Selten zugangliche Efluftausfullung im Gneiss. 

«• -Leplitzer Scbichten, unterer KoscMtzer Horizont mit kleinen Terebratulina gracilis. 4. Teplitzer 

° c uchten mittlerer Borizont mit Terebratula semiglobosa (etwa Nro. 15. des Profils von Settenz). 

''• ''Jattenpliiner mit Inoccramen. C. Tertiaerschichten mit Blattabdrticken und selteneren Fisch- 

resten. 7. Trippel. Diatomacecnschichten mil lii'uiligen Fischen. 

Die Basis des Berges besteht aus Gneiss (1), in dessen Kliiften seinerzeit 
Reuss das Hippuritenkonglomerat (2) mit Petrefacten der Korytzaner cenomanen 
"chichten aufgefunden hat. Dasselbe ist selten zuganglich. 

Direkt dariiber liegen merglige Schichten mit zablreicben kleinen Tcrebra- 
™iina gracilis (3) und glaube icb, dass dieselben den Pliincrmergeln von Kystra 
llI id den Koschtitzer Plattcn im Alter gleichkommen. Dann folgen machtigere Kalk- 
Oanke (4), welche im Steinbruche zeitweise abgebaut werden und die typiscben 
"srsteinerungen Pleurotomaria linearis, Spondylus spinosus etc. liefern. 

Die hoheren Lagen der Schichte (4) sind mebr kalkarm, diirften dem Rhyn- 
c noncllen]iorizont cntsprecben und gebeu nacli oben in klingende Inoceramenpltoer 
(5), fiber, die wir als Liegendes der Priesener Scbichten auffassen. Darauf liegen 
( ' u> Diatomacaeen Schiefer (6) der Tertiiirformation mit zablreicben Blattabdrtlcken 



26 



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und den Schluss dor Schichtenfolge bildet 
dor sogen. Trippel (7) mit zahlreichen Msch- 
abdriicken und Insektenrcsten. 

Die genaue Durchftihrung dor ange- 
deuteten Gliederung der Schichtenfolge der 
Teplitzer Schichten am Kutschliner lierge 
durfte fur einen in der Nahe wohnenden 
Palaeontologen eine lohnende Aufgabe sein. 

Stidlich bei Bilin wurde in neuerer Zeit 
auch ein Kalkbruch geoffnet, der aber die 
Teplitzer Schichten nocli wenig entblosste, 
um dort ein eingehenderes Studium zu er- 



moglichen. 



4. Umgebung von Laun. 

An den Egerufern oberhalb und unter- 
halb Laun fin den wir die Teplitzer Schichten 
an vielen Orten dera genaueren Studium zu- 
giinglich und in manchen Beziehungen cr- 
halten wier hier einen besscren Einblick in 
ihre Lagerung und in die Vertheilung der 
Petrefacten als in der Teplitzer Gegend. 

Sic [iegen in der Niederung dor Eger 
und fallen massig gegefl Norden, gegen das 
eruptive Mittelgebirge ein, wobei ihre Schich- 
ten, namentlich die kalkigen Lagen immer 
machtigcr wcrden. (Vergl. Profil Fig. 9.) 

Schreiten wir von dem Hochplateau bei 
Perutz „I5ytiny" (-B), welches auf permischer 
Unterlage die Pcrutzer, Korycaner und Weis- 
senberger Schichten triigt, herab, so treffen 
wir bei Slavetin (S) noch eine Scholle von 
Weissenberger Pliinern und dann bei der Pod- 
hrazmuhlc auf den Mallnitzer Griinsanden ( I.) 
und dor Launer Knollenschicht (2) die tiefsten 
Lagen der Teplitzer Schichten (3—4), writer 
hin gegen den Egerfiuss kommen die mittlcren 
Teplitzer Schichten darauf zu liegen (5 — 6) 
und bilden den oberen Theil der Berglehne 
bei Kystra (A). 

Am Egerufer selbst bei Koschtitz (As) 
trifft man die tieferen Lagen (4) nur bei 
niedrigem Wasserstand entblosst und zugang- 
lich und die Uferlehue wird hauptsachlicb 






27 

von den Ammoniten (5) und Rhynchonellcnschichten gebildet. (Von der Podhraz- 
miihle angefangen werden in dor Gegend gegen Koschtitz hin die Teplitzer Schichten 
von Pyropconglomeraten bedeckt.) 

In der Richtung gegen den Weinberg bei Wunitz (7) werden die Teplitzer 
Schichten von vielen abwechselnd grauen und braunlichen Lagen der Priesener 
Schichten bedeckt (7), welche am Gipfel des genannten Berges cine festere kalkige 
Hattenschicht bilden (8). 

Dieses quer durch das Egcrthal gefiihrte Profil kann so ziemlich als das 
Normale angeseben werden fiir die Lagerung der Teplitzer Scliichten von Malnic 
fiber Lauu und Koschtitz bis liber Libochovic gegen Brozan bin. 

Ich schreite nun zur Scbilderung von einigen Localitaten westlich von Laun, 
welche aber nicht so belehrend sind, als die zwischen Laun und Libochovic gcle- 
genen, die weiter unten beschrieben werden sollen. 

Rcclites Egerufer von Malnitz bis Laun. 

Lie von Rcuss erwiihnten und als arm an Petrefacten bezeiclmeten kleinen 
Ablagerungen bei der Hasina Mlihle (siidlich von Malnitz) und bei Malnitz*) ge- 
,1( " )1 ' ( ' 11 'loin unteren Niveau der Teplitzer Schichten an, bieten aber wegen ungenii- 
gendem Aufschlusse wenig Gelcgenheit zu einem eingehenderen Studium, wie wir 
e s anstreben. 

Eine viel bessere Localitiit zTim Studium der tieferen Lagen der Teplitzer 
Schichten ist eine Anbohe oberhalb der Malnitzer Griinsandsteinbriiche , welche 
a nf der iiltoren Generalstabskarte als „Lehmb ruche", auf der neuesten als 
Weisser Berg bezeiclmet ist. 

Ueber die Lagen, welche unmittelbar auf dem Griinsand (2) liegen, fiihrt ein 
We S und sind dieselben auch durch den Schutt der hohercn Lagen verdeckt und 
daher schwer zuganglich. 

Sie sind ein fein glauconitischer grauer Planer, welcher ziemlich viel Petre- 
facten enthalt : 



Lamna sp. 
Coprolith. 
Lepidenteron. 
Lima Hoped. 



Pecten Nilssoni. 
Spondylus spinosus. 
Ostrea hippopodium. 
Ostrca semiplana. 
Terebratulina gracilis. 



Nun I'olgt ein selir feiner bliiulicher Mergel mit rostiger Oberflache (4), welcher 
fa st gar keine grosseren Petrefacten enthiilt. 

Lie Schlemmung zeigt sehr viele Foraminiferen, unter denen ausser Texti- 
farien auch verschiedene Arten von Nodosarien und anderc Gattungen vorkommen. 
Das hellgriine Mineral tritt bier ebenfalls auf. 



') Weissenberger Schichtoii Seite 6C>, Profl] Nro. 14. 



28 

Die mit 5 bezoichneten Schichten sind das Bereich des Achilleum. Sic werden 
diirch cine ctwas festere Bank in einc obere und cine untere Halfte getheilt. Die 
tnergligen Schichten unter der festeren Hank (5a) zeichneten sich (lurch ungeniein 
liaufige Fischreste (Trtlmmer) aus und enthielten ausserdem Area Bubglabra und 
gute Exemplare von Frondicularia angusta. 

Die festere Bank (56) cnthalt sclir zahlroiche grosse Achilleum bisquitiforme 
Fr., von der wir auf ursprttnglicher Lagerstatte Exemplare bis 30 cm auffanden. 
Auf der Unterseite diescr Achilleum sind fest angewachsen: Ostrea vesicularis, 
Exogyra lateralis, Terebratulina gracilis, grosse Nodosarien, Cristellarien und Fron- 
dicularien sowie Ostracodenschalen. 



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Fig. 10. Profil der Anhohe „Lehmbriiche" zwischen Laun und Malnitz. 
1. Typischer Grflnsand (ftasak), der in den unter der Anhohe gelegenen Steinbrttchen ausrebeutet 
trird. 2 Glaucointisclier I'liuier mil, Coprolithen und Austern. 8. Graue Mergelschichte fein elan 
conitisch. 4. Sehrfemer brftunlicher Merge] mit rostiger Oberlliiche. ivti-efuotenie,..-. r, Sdiid.tr,. 
iiut Acmlleum. 55. Die eigenthche Lage dor grossen Achilleum. 6. Weisse men-line Scbic.lite mil, 
Frondicularia angusta und kleinen Austern, 7. und 8. Petrefaotenarme Schichten; welche an die 

i laculitenthone erinnern. 

Die dariiber folgenden Merge! (5c) enthielten: Fischschuppen, Mutiella Eing- 
merensis, Exogyra lateralis, Ostrea semiplana (mit aufgewachsener Membranipora 
depressa Hag.), Terebratulina, gracilis hiiufig, Terebratulina chrysalis, Pleurostoma 
bohemicum und Achilleum rugosum. 

Die Schleinmung der Schichte 5 zeigte J Spongiennadeln und Echiniten- 
stacheln, dann grosse Foraminiferen der Gattungen Cristellaria, Globigcrina, be- 
dorntc Ostracodenschalen und das griine Mineral, 

Ueber der Achilleum-Schichte folgen weisse Mergel (6), dcren Schleinmung 
sich als reich an glatten und dornigen Ostracodenschalen und rauhen Kalknadeln 
erweist; von Foraminiferen sind wenige vorhanden, aber die meist grossen Exemplare 
gehoren sehr verschiedenen Gattungen an. Dann folgt cine graue und eine gelblich- 
weisse (7, 8) Lage von Mergeln, welche sehr arm an grossercn Petrefacten sind, 
deren Schlemmung aber cine imgeheuere Masse von kleinen Foraminiferen lieferte. 



29 

Obgleich sie dem Aussehen nach schon sehr den Baculitenthonen dor Priesener 
Schichten ahnlich sehen, durften sie doch noch zum unteren Niveau dor Teplitzer 
Schichten gehoren und im Alter den Koschtitzer Flatten nahe kommen. 

In Laun selbst fand ich im Jahre 1870 an dem steilen Egerufer, wo jetzt 
die Zuckerfabrik stelit, auch die unteren Lagen dor Teplitzer Schichten zuganglich 
(Vergl. Weissenb. Sch. p. 61. Fig. 16.), land daselbst auch das grosse Achilleum 
bisquitiforme, dann die Tama divaricata, welche wir spiiter als auch fur die tieferen 
Lagen bezeichnend erkennen wcrden. Diese Schichten neigten sich in ostl. Richtung 
immer mebr zum Flusse und waren weiter bin von dem Planermergol von Alter 
der Koschtitzer Schichten bedeckt. 



linkcs Egerufer von Lencscliitz bis laun. 

Oberhalb dor Ziegelei in Leneschitz (nordlich vom Meierhofe Neuhof) linden 
s ich dio tiofsten Lagen dor Teplitzer Schichten durch Graben und Wasserrisse 
°ntblosst. Sie liegen auf etwas glauconitischen Pliinern, die ich noch als zu den 
Malnitzer Schichten gehSrig betracbte. (Vergl. Weissenb. Schichten p. 50.) 

Es ist eine tiefe Lage von rostfarbigen, sandigen, rauh anzuftthlenden Pliinern, 
welche vide Craticularia Zitteli Poc. entbalt, dann folgt eine briiunliche Mergel- 
schicbt mit Pleurostoma bobemicum und vielen grossen Ostrea scmiplana. Die 
Schlemmung liefert grosse Mengen von Foraminiferen der Gattung Globigerina 
u nd Textillaria sowio Spongiennadeln. Die nun folgende blauliche Schichte entbalt 
das Acbilleum bisquitiforme Fr. und rugosum var. elliptica. 

Die Reihenfolge schliesst hier mit weisslichen Mergeln ab. 

Im ganzen sind es hier dieselben Schichten wie auf den Lehmbriichen am 
rechten Egerufer und ein intensives Stadium beider Localitaten wird deren Ueber- 
einstimmung wohl noch klarer hervorbeben. 

Schwieriger ist die Deutung der unterhalb Leneschitz am Egerufer anste- 
henden dunkelgrauen plfairigen Schichten, die bloss vom Flusse aus und diess noch 
sehr schwierig zuganglich sind. Ich untersuchte dieselben an einer Localitat „Mo- 
r *cka straft" bei ausgiebiger Hilfe des Schwimmmeisters von Laun Herrn Forst. 

Es lassen sich an den daselbst in einer Kobe von etwas 6 m anstehenden 
Schichten drei Niveau unterscheiden. 

1. Am Flussufer sind zu untcrst dunkelgraue Mergel wahrscheinlich vom Alter 
(l ° 1 ' Planermergel von Kystra. Dann folgen blassgraue planrige Merge] mit sehr 
We «ig Petrefacten und mit schwarzen Fucoidenstengeln. 

Darauf liegen die dunkleren, an Petrefacten reichen Schichten in der Miich- 
tigkeit von etwa 1 m, welche folgende Arten lieferten: 



Schuppon von Osmeroides. 
Rissoa Reussi. 
Voluta elongata, D'Orb. 
Cerithimn fasciatum. 



Frondicularia angusta. 



Dentalium polygonum. 
Nucula pectinata. 
Cardita tenuicosta. 
Rhynchonella plicatilis. 



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Die Schlemmung der mergligen Schichten crgab eine grosse Menge von Tex- 
tillaria und Globigerinen von kleiner und grosser Form, dann Planorbulina ammo- 
noides, Cristellaria ovalis, Nodosaria etc. sowie Ostracoden-Schalen und Spongien- 
Nadeln. 

Weiter stroinabwarts trcten die Teplitzer Schichten vis a vis Laun unterhalb 
des Dorfes Dobromefic auf. Sie sind wenig aufgeschlossen, aber die zugiinglichen 
gelblichen Planer sind voll von kleinen Petrefacten, welche auf das Niveau der 
Koschtitzer Platten erinnern. 

Weiter oben am Fusse des Berges Hoblik sind auch an einer Stelle die 
tiefsten Lagen der Teplitzer Schichten zugftnglich und entsprecben wahrscheinlich 
den sog. Plancrmergeln von Kystra und den Koschtitzer Platten. Ich fand daselbst : 



Cladocyclus Strehlensis, Schuppe. 
Osmeroides Lewesiensis, Schuppe. 
Cyclolepis Agassizi, Schuppe. 
Fischwirbel. 



Terebratulina gracilis, sehr hiiufig. 
Nodosaria Zippci. 
Frondicularia angusta. 
Cristellaria rotulata etc. 



Am Fusse des siidlichen Abhanges des Rannay-Berges sind auch an Wasser- 
rissen und abgeregneten Lehnen Petrefacten der Teplitzer Schichten zu finden, doch 
land ich diese Localitaten ftir nicht genug gtinstig zum eingehendcn Stadium. Von 
iilmlichen Fundorten bei Krondorf (Kftonov) erhielt ich in neuerer Zeit von Prof. 
Feigel in Laun eine L'eibe schoner Petrefacten aus don Teplitzer Schichten, aber 
olme genauere Angabe der Fundschichte. 

So gibt es noch am linken Egerufer in der Richtung iiber Wunitz und Brozan 
sehr viele Stellen, wo die Teplitzer Schichten aufgeschlossen sind, aber die Auf- 
z&hlung aller kann nicht Aufgabe vorliegender Arbeit sein, welche sich auf griind- 
licheres Studium gut aufgeschlossener und somit belehrender Profile beschranken 
muss, welche den Charakter der in dieser Gegend abgelagerten Schichten bezeichnen. 



5. Umgebung von Kystra und Koschtitz. 

Behufs der Erlangung der richtigen Einsicht in don Bau und die Gliederung 
der Teplitzer Schichten in der Umgebung des durch Reuss Arbeiten klassisch ge- 
wordenen Ortes Koschtitz, muss man mit dem Studium der Localitaten in der 
Richtung des auf Seite 26 gegebenen Profils in der Ordnung Podhrazrniihle, Kystra, 
Koschtitz beginnen. 

Ich war zuerst bemiiht das Liegende der Teplitzer Schichten sicher zu stellen 
und untersuchte die Schlucht, welche sich von Veltcz gegen die Niederung „v Luhu" 
hinzieht. 

Hier traf ich nur machtig aufgeschlossene Planermergel von Kystra (Nro. 4. 
des Profils) mit sehr mangel halt erhaltenen Petrefacten, konnte aber deren Bezie- 
lumg zu den tieferen Schichten nicht eruiren. Erst im Jahre 1882 traf ich in einer 
mehr ostlich gelegenen der oben erwahnten parallelen Schlucht bei der Podhraz- 
rniihle einen sehr gttustigen Aufschluss, zu dessen Schilderung ich nun tibergehe. 



31 



Profil bei der Podhrazmtthle nordlich von Slavntin. 

Schreitet man von Slavetin, das an der Strasse von Laun nach Perutz gelegen 
ist, in nordlicher Richtung einein kleinen Bache entlang gegen die Eger hin, so 
gelangt man zur PodhrazmuMe. Am Bache, ostlich von der Miihle steht der typi- 
sche Griinsand an, der bei Cencic und Malnitz die tiefste Lage der Malnitzer 
Schichten bildct (vergl. Weissenb. und Malnitzer Schicbten) und hier audi die 
gewdhnlichen Petrefacten: Protocardia Hillana, Ammonites peramplus etc. ftlhrt. 
(Profil Fig. ll—l.) 

Darauf folgen planerige Scliicbten, aus welchen drei festere Petrefacten fuhrende 
Banke hervorragen, die wohl den Launer Knollcn entsprecben diirften. In den 
unmittclbar auf dem Griinsande liegenden Schichten fand ich folgende Arten : 



Fischwirbel. 

Pleurotomaria soriatogranul ata. 

Lithodomus spatulatus. 

Modi ola capitata. 

Inoceramus Brongniarti. 

Lima clongata. 

Lima multicostata. 



Lima pseudocardium. 
Ostrea hippopodium. 

Exogyra lateralis. 
Magas Geinitzii. 
I !a irdia subdeltoidea. 
Cristellaria rotulata. 
Flabellina elliptica. 



Die erste feste Panic (2) lieferte: 

Schuppe von Osmeroides lewesiensis. Eryphila lenticularis. 
Nautilus sublaevigatus. Nucula pectinata. 

Dentalium? Gervillia solenoides. 

Ostrea hippopodium. 

Die zweite festere Bank (3) cntbielt: 
Schuppen von Osmeroides. 
Ammonites Woolgari. 
Scaphites Geinitzii. 
Turritella sp. 



Dentalium glabrum. 
Dentalium cidaris. 
M 1 1 tiella Ringmerensis. 
Siliqua truncata. 



Ostrea hippopodium. 

Sehr reicli an Petrefacten envies sich die dritte feste unterhalb des Fahrweges 
Selegene Bank (4) und glaube ich darin bereits ein Aequivalent der Malnitzer 
Av( 'Uanenschichte zu erkennen. (Vergl. Weissenb. Schichten, pag. 58.) 

Ich sammelte daselbst: 



Ammonites peramplus jun. 

Turritella multistriata. 

Turbo sp. 

Aporrhais megaloptera. 

Natica (Roemeri). 

! A v e 11 a n a A r c h i a c i a, n a. 

Dentalium cidaris. 

Cardium pustulosum 

Isocardia sublunulata ? 



Crassatella protracta. 
Astartc acuta. 
Eryphila lenticularis. 
Nucula pectinata. 
Leda siliqua. 
Pectunculus lens. 
Modiola capitata.. 
Tellina semicostata. 
Venus v 



32 






Avicula anomala. 
Inoccraraus Brongniarti. 
Lima Sowerbyi. 
Lima septemcostata. 
Lima tecta. 
Lima, psoudocardium. 
Lima elongata. 
Pecten lacvis. 



Pecten Nilssoni. 

Pecten curvatus. 

Pecten Dujardinii. 

Spondylus spinosus. 

Ostrea bippopodiuin. 

Anomia radiata. 

Rhynchonella plicatilis (gallina), 35 mm. 

Pollicipes. 



Bairdia subdeltoidea. 



Oberhalb des Fahrweges triflt man cine sehr festc, etwas glauconitische Bank, 
welche sich sehr rauh anfub.lt und am mikroskopischen Schliff sich als sehr reich 
an Spongiennadeln envcist. Icfa nemu: dieselbe die „scharfe Schichte" (5). 



! i 




Fig. 11. Profil bei tier Podhrazmiihle n'drdlich von Slavetin (unweit Laun), 

1. Blockigm.' Gri'msand d<ir Malnitzer Schiohten. 2. und 8. Festere Planers chichten vom Alter 
der Launer Knollen. i. Petrefactenreiche Pl&nerschichto mit grossen Uliynchonelleu. 5. Scharft 
Spongienschichte. r>. Festere Schichte in grauen mergligen Lagen mit Terehratulina gracilis Tep- 
litzer Schichten. (Orientationsprofil Fig. 9— 4.) 7. Br&unliche plaBtische Schichten. 8. Pyropensande. 

'.). Ackerkrume. 



Dieselbe enthielt: 
Lepidenteron. 
Crassatella arcacea. 
Poctunculus lens. 



Viele unbestimmbare Bivalven. 
Spondylus spinosus. 
Ostrea scmiplana. 
Scyphia sp. 

Der Schliff zeigte wenig Foraminiferen, unter denen Globigerina sehr selten 
war, von Textillarien sind meist grosse Formen und sehr wenig kleine wahmehmbar. 
Unter den Spongiennadeln erkannte Herr Pocta diejenigen von Geodia communis 
und Fragmente von Hexactinelliden. 



33 

Es ist dies dieselbe Schichte, welche wir bei Leneschitz und auf den Lehm- 
briichen als das Lager von Craticularia vulgata, Plourostoma bohemicum, Achilloum 
I'ugosum haben kennen gelernt. 

Ich halte die „scbarfe Schichte 11 flir das unmittelbare Liegende der 
Teplitzer Schichten. Dariiber liegen miirbe Mergel, auf deren Oberflache lose 
Exemplare von Ostrea semiplana und Achilleum rugosum herumliegen und in der 
darauf liegenden festeren Bank (6) findet sich sehr haufig die Tcrebratulina 
gracilis, weshalb ich diese flir eine Andeutung der sog. Koschtitzer Flatten und 
d °i' »Grundschicht" des Profiles von Scttenz (pag. 16) halte. 

Die Schlammungen der Schichte (6) zcigten im Ganzen sparliche Foramini- 
fe ren, unter denen Textillaria globulosa haufig, Globigerinen dagegen selten warcn. 
Auch wurde darunter Eosalina amonoides constatirt. 

Die letzte festere Bank (7) bestcht aus plastischcn Thonen und envies sich 
a ls sehr arm. 

Die Schlammung der Schichte (7) zeigte ein Fragment der fur die Koschtitzer 
flatten bezeichnenden stachligen Ostracoden, von Foraminifercn die Textillaria glo- 
"Ulosa in sehr klcinen Exemplaren. 

Leber den auf die Schichte (7) folgenden Mergel liegen bis 2 m miichtige 
Pyropensando (8), [in denen wirklich ein Pyrop hier vor einigon Jahrcn von Herrn 
Lisec gefunden wurde], dann Ackerkrume (9). 

Profil an der Berglelme von Kystra. 

G-elangt man von der Podhrazmiihle auf die Egerniederung „v Luhu", wo 
schone Wicsen nacb Norden hin von dem Vegetationssaume des Egerflusses ab- 
Segrenzt werden, so sieht man zur rechten Hand eine lange steile Berglelme, die 
Slcl ' bis zum Orte Kystra hinzieht. 

Dies ist eine fiir das Verstandniss der Teplitzer Schichten sehr wichtige 
Ij Ocalitiit, denn hier sind die cinzelnen Schichten noch wenig miichtig und liegen 
111 schoner Reihenfolge von den Malnitzer angefangen aufeinander. 

Gleich am Umbuge des Weges,*) unterhalb desselben gegen den Bach hin, 
s tehen die an Petrefacten reichen Schichten an, die wir am Profile von Podhraz 
;i, « die hochsten Malnitzer mit 4 bezeichnet haben. Sie fallen steil am Bachufer 
•«) und enthielten ausser mehreren kleinen Petrefacten auch cinen grossen Ainmo- 
nit es peramplus, der ganz mit zahlreichen Exemplaren der Lima divaricata be- 
^achsen war. 

Die darauf folgenden Schichten enthaltcn sehr viel verwitterte Schwefelkies- 
1( nollen und Platten (zum Theil an der Oberflache in Brauneisenstein und Gyps 
" m gewandelt). Auf den abgeregneten Flachen liegen viele Ostrea semiplana, und 
das grosse A.chilleum bisquitiforme. 

Jodenfalls ist dies die „scharfe" Schichte Nro. 5 des Profils von Podhraz, 
^ ro - 5 des Profils der Lehinbruche. 



*) Das Profil ist stark vcikin-zt und die SchioMen 4, 5 melirero Sohritte vom Wege abwarts. 

3 



34 

Oberhalb des Weges am Fusse dor Berglehne stchon die eigentlichen „P1 aner- 
m erg el von Kystra" von Reuss an (6), enthalten Fischschuppen, Foraminiferen 
und undeutliche Bivalven. Sie sind von dem Schutte der hoher liegenden Schichten 
verdeckt und in den in sie einschneidendon Furchen liegen ausgewaschene Pctre- 
facten, deren ursprilngliches Lager die oberhalb gelagerten Schichten 8, 9 bildeten. 

In der oberen Halfte der Berglehne trifft man Schichten mit auffallend vielen 
Terebratulina gracilis, welche bier den Horizont der Koschtitzer Flatten andeuten (7). 

Aus beidcn diesen Schichten riihren die Petrefacten her, welche Reuss als im 
Pliincrmergel von Kystra vorkommencl angibt. 




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I 



-v- J^'jyK' ' .via.- 



Fig, 12. Berglehne bei Kystra. (Nummern anschliessend an diejenigon des .Prodis bei der Podhraz- 

miihle. Der Theil unter dem Wego stark verkiirzt.) 

4. Petrefactenreiche Avellanenschichte (Malnitzer Schichten). 6. Scharfe Spongienschichte mitAchil- 
li'uni bisauitaorme. 6. u. 7. Schichten mit Terebratulina gracilis. (Planennergel von Kystra Reuss ) 
8. Feste Plftnerkalkschichte mit riesigen Ammoniten. (Planerkalk von Kystra, Reuss.) 9. Schwachere 
Planerkalkschichte, auf welche weisshche, mttrbe Schichten mit Micraster breviporus folgen. 

io. Pyropensande. 11. Ackerkrume. 



Verzeichniss der im Planermergel von Kystra (Profil-Nro. 6. und 7.) 
vorkommenden Petrefacten. 



Ptychodus mammilaris? Kleiner Neben- 

zahn. 
Aulolepis Reussi. Schuppen. 
Osmeroides Lewesiensis. 
Fischkiefer mit langen Spitzen-Zahnen, 
Fischwirbel. 

Turritella Noegeratbiana. 
Natica vulgaris. 
Aporrhais stenoptera. 



Rissoa Reussi. 
Dentalium sp. 
Cardita tenuicostata. 
Nucula semilunaris. 
Nucula pectinata. 
Avicula anomala, 
Gervillia solenoides. 
Pecten Dujardinii jun. 
Pecten Nilssoni. 



35 



Pecten sqnamula. 

Ostrea Proteus. 

Ostrea hippopodium var. vesical. 

Exogyra lateralis, 

Ter ebratulina gracilis . 

Pollicipes glaber. 



Bairdia subdeltoidea. 
Frondicularia inversa. 
Frondicularia angusta. 
Flabellina elliptic;!. 
Cristellaria rotulata. 
Baplostiche sp. 



Abies minor, Vel. Plattnadeln. 

Oberhalb dieser grauen Planormergel gewalirt man schon von weitem eine 

feste liet'vorragende Planerkalkschichte (8), welche das mittlere Niveau der Teplitzer 

Schichten andeutet und der Eisenschicht (16) des Settenzer Profits entsprechen diirfte. 

Es ist dies der Hauptsitz der riesigen Exemplare von Ammonites peramplus, 

„ eren Wohnkammern eine reiche Fundgrube fur kleinere Pctrefacten namentlich fiir 

Ca Phiten ist. Diese Schichte ist diejenige, welche Prof. Reuss als oberer Pliinerkalk 

on Kystra anfiihrt und die beim Doric gleicben Namens zuweilen zum Kalkbrennen 

oenutzt wird. 

Ich fand in dieser Schichte: Corax heterodon, Ammonites peramplus grosse 
Xe mplare hiiufig, Scaphitcs Geinitzii, Baculites sp., Cardita tenuicostata. 

Auf miirbere Schichten folgt eine ahnliche ganz schwache feste Bank (9), 
worauf dann weissliche plastische Mergel folgen, die dem „K6rper" des Settenzer 
u, hls sowie den hoheren Schichten entsprechen diirften. 

Micraster breviporus ist hier blufig und niehr in den tieferen Lagen zu 
,lon , wahrend Micraster cf. cor testudinarium in den hoheren Lagen und zwar 
• ener Y01 'kommt. Dann traf ich hier Terebratula semiglobosa und in don 
0c <isten Lagen die Rhynchonella plicatilis. 

Den Schluss der Schiehtenfolge bilden die Pyropensande (10) und die Acker- 
lfl 'ume (ii). 



" r ofli d ei . gteilen Berglehne am linken Egerufer oberhalb Koschtitz. 

Von Kystra, gelangt man iiach A.bschneidung dor his gegen Patek hin reichcn- 
011 Aiishieguno; der Eeer, ttber Radonitz und Wolenitz an das steile linke Egerufer 
"voschtitz, eine der bcriihmtesten und interessantesten Localitiiten im Eereiche 
aer Teplitzer Schichten. 

Lurch sehr niedrigen Wasserstand des Flusses begiinstigt, konnte icli hier 
16 Schiehtenfolge im Jahre 1808 genau untersuchen und das Niveau der Kosch- 
ltz01 ' Platten sicherstellen, 

Schon Reuss unterschied hier einen unteren Pliinerkalk*), niimlich die Kosch- 
zer Tlatten und einen oberen Pliinerkalk, die Schichten mit den grossen Ammo- 
„ ° n u nd mit Terebratula semiglobosa, welche dem mittlcron Niveau der Teplitzer 
ch ichten entsprechen. 

) In den meisten andereu Fallen bezeichnete Reuss mit dem Worte „Unterer Planerkalk" 



Sohi 



'iclitcn 



von cenomanem Alter, •/,. B. die von Weisskirchlitz etc. 



3* 



36 

Ich fand nun die Schichtenfolge nachstehend: 

Die Basis der Wand (bei hoherem Wasserstande unzuganglich) bilden grain' 
Planermergel, welclie im Alter dem Nro. 6. des Profils von Kystra entsprechen (!)• 
Darauf folgt die merkwtlrdige Anluufung von Petrefacten, die an eine diinne etwas 
festere Mergelschichte angeschmiegt sind und unter dem Naincn der Koschtitzei' 
Flatten (2) bekannt sind. (Ueber deren Entstehung vergleiche pag. 8.) 

Ausser Unmassen von Foraminiferen und Ostracoden ist es von grosseren Petre- 
facten nanientlich die Terebratulina gracilis, die diesen Ilorizont bezeiclmet. 




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,..,.., 




^vH^ 5 ^" 









Fig. 13. Berglehne am linken Egerufer bei Koschtitz. 0. Egerfluss. 

1. Fliinermergel (etwa der Nro. G. des Profits von Podhraz entsprecliend). 2. Lago 
der Koscbtitzer Flatten; ein Theil derselben an der Untcrseite eines atigesttateii 
Blockes der Scbichte 3. 3. Machtige, bloss Fucoiden fuhrende Bank. 4. Planerkalk 
mit riesigen Ammonites peramplus. Fundort der Loricula pulcbella var. gigas. 
5. Schichten mit Terebratula semiglobosa. (>. Kbynchonellen-Sebichten. 7. Pyropen- 
sand. 8. Gelber Ziegellehm. 9. Ackerkrume. 



Die Flatten bleiben bei dem Herabsturzen der dariiber liegenden miicbtigei 1 
Bank (3), an deren Untcrseite haften und miissen sorgfaltig abgeldst, dann voi'- 
sichtig gewaschen und getrocknet werden. Das Waschon muss in einem Gefasse 
gescliehen, da der Etlckstand einen wahren Schatz fiir mikroskopische Untersuchung 
bietet. — Das Vcrzeickniss der hier vorkominenden Arten gab ich auf Seite 9i 
abor dasselbe durfte kcinen Anspruch auf absolute Vollkommenlieit macbon. 



37 



Ober den Platten liegt cine etwa 1 in liolie Bank von gelblichem festem 
"lauergestein, das nur dichotomisch sich thcilende Fucoidenstengel cnthiilt (3). 

Dartiber folgen kalMge, grosse flache Knollen bildendc Kalke (4), aus denen 
°ft riesige Ammonites peramplus hervorragen oder tbeilweise darin noch stecken, 
w&hrend die von ihnen abgebroclienen Fragments am Ufer herumliegen. Diese 
Wohnkammern der Ammoniten lieferten uns eine Menge der grossen Exemplare 
V °Q Scaphites Geinitzii, dann das Prachtexemplar von Loricula pulchella var. 
gigas sowie Mytilus Cottae. 

Etwas hoher liegende Banke (5) enthalten vorherrschend die Terebratula 
s °raiglobosa sowie zahlreiche Micraster breviporus, Spondylus und andere Arten, 
( be i m B K5rper" des Settenzer Profiles ihren Sitz haben. 

Nach oben hin werden die Scbicbten immer diinner und miirber und enthalten 

■Wflallcnd viele Rhynchonellen (6). Diese Schichten sind weiter Strom aufwiirts 

n me breren Orten auf abgcregneten Lebnen sowie auf flachen Hutweiden entblosst, 

dann die Rhynchonellen in grosser Menge auf der Oberfliiche liegen untcrmischt 

« den Bestandtheilen der Pyropensande, die audi an der steilen Wand des Kosch- 

itzer Profils auf den Rhynchonollenschichten liegen (7). 

Eine etwa 2 m miicbtige Lage von gelbem Ziegellelim (8) und schwarze Acker- 
a 'ume (9) schliessen hier die Reihenfolge. 



Verzeichniss der in Koschtitz oberhalb der Koschtitzer Platten (im 

0l gentlichen oberen Planerkalke, Nro. 11—15. des Settenzer Profils) aufgefun- 

denen Arten. 



Ptychodus mammilatus. 
Corax heterodon. 
Coprolithen. 
Nautilus rugatus. 
Nautilus sublaevigatus. 
Ammonites peramplus. 
Scaphites Geinitzii. 
Paculites sp. 
Bolemnitos Strehlensis. 
Turritella multistriata. 
Aporrhais Reussi. 
Cerithium pseudoclathratum. 
Dontalium cidaris. 
Acmea sp. 

Isocardia sublunulata. 
Cardita tenuicosta. 
Astarte acuta. 
Nucula pectinata. 
Area Geinitzii. 
Area undulata, 
Area striatula. 



Mytilus Cottae. 

Lima Sowerbyi. 

Lima elongata (selten). 

Lima Hoperi. 

Lima granulata. 

Lima divaricata. 

Pccten Nilssoni. 

Pecten curvatus. 

Ostrea hippopodium var. vesicularis. 
(Riesenexemplar von 8 cm Breite. An- 
satzflache 4 cm und 6 cm.) 

Ostrea semiplana. 

Exogyra lateralis. 

Mehrere nicht sicher bestimmbare Bi- 
valven. 

Terebratula semiglobosa. 

Terebratulina gracilis (selten). 

Terebratulina chrysalis. 

Loricula pulchella, var. gigas. 

Pollicipes. 

Enoploclythia ? 



38 



Bairdia subdeltoidea. 
Micraster breviporus. 
Micraster cf. cor testudinarium, 
Cidaris subvesiculosa. 
Ventriculites radiatus. 



Ventriculites angustatus. 
Pleurostoma scyphus. 
Flabellina elliptica. 
Cristellaria rotulata. 

Abies. 



6. Umgebung von Libochovic und Lobositz. 

Am rechten Egerufer gegentiber von Libochovic liegt das Dorf Popelz ganz 
auf Teplitzer Schichten und schon vor Jaliron erhielt ich daselbst vora Grundbesitzer 
Herrn Zahalka ein riesiges Exemplar von Ammonites peramplus, das gogenwiirtig 
die geologische Sammlung unseres Museums ziert. Ich fand mm bei einem spa- 
teren Besuche des Ortes in einer gegen Osten hin gelegenen Schlucht ein beleb- 
rendes Profil (Fig. 14.). 



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Fig. 14. Profil der oberen Halfte der Teplitzer Schichten am Bache bstlich im Dorfe 

Popelz bei Libochovic. 

l. Schichte mit Scaphiten und Micraster. a. Festers petrefactenarme Schichte. 
:;. Rhynchonellenschichte. 4. Eflingende Schichte mit mstrothen Fucoiden. r>. 11 arte 
Schichte mit breiten Fucoiden. 6. Graue and braune Merge] mit Fischschuppen. 
7. Braune festere arme ScHchte. 8. Feste runde Concretionen ftthrende Schichte am 
neuen Wege von Popelz nach Osten hin gut zu beobachten. 

In einem Steinbruch unterhalb den Baches wurde das weiterunten abgcbildctc ricsige 
Exemplar des Am. peramplus gefunden. 



Ich stellte sicher, dass der grosse Ammonit aus einem gelegentlich geoffneteut 
nun verscliiittcton Steinbruche herrtthrt, welcher noch tiefere Schichten entblosstei 
als die am Profil verzeichneten, Es waren dies jedenfalls dieselben, die wir affl 
Koschtitzer Profil mit 4 bezeichnet haben. Somit wind die in der Schlucht ent- 
blossten den Nro. 5. und 6. entsprechend, was sich auch aus der Vertheilung def 
Petrefacten ersiebt. 



39 



An der im Ganzen aus grauem Mergel bestehenden schroffen Schluchtlehne 
lassen sich 8 festere, meist nur wenige Centimeter machtige Schichten wahrnehmen, 
die durch 1—2 Meter starke miirbe Schichten von einandcr getrennt sind. 

Die tiefste (1) lieferte Scapbiten und Micraster; die folgende (2) war leer, 
wiihrend die (lurch ein Gestriipp bezeichnete (3) sich als eine Rhynchonellenschichto 
erwies und Turbo decemcostatus enthielt. 

Die nlichst hohere (4) war eine klingende, mit rostrothen Fucoiden besetzte, 
ai * Welche sich eine bedeutend feste Lage (5) mit breiten Fucoiden anschloss. 

Die nach oben folgenden Schichten iihneln schon bedeutend den Priesener 
Baculitenthonen (6) sind graue und braune Mergel mit Fischschuppen, (7) eine 
festere petrefactenarme Schicht. 

Die 8. Lage ist durch rundc Concretionen charakteristisch, deren ich ctwas 
goiter nach Osten hin an einem neu angelegten Wege mehrere Reihen bcobachten 
{ °nnte, ohne abor in denselben deutliche Petrefacten aufzufinden. 

Die Knollenbildung scheint bier eine ganz locale Erscheinung zu scin, die 
c l anderwarts nirgend so entwickelt wicderfand. 

Ohne genauere Angabe der Fundschicht besitzen wir folgende im Jahre 1865 
gesammelte Arten: 

Corax heterodon. Ventriculites radiatus. 

Cardium alutaceum. Ventriculites angustatus. 

Tellina concentrica. Guettardia trilobata. 

Cardita tenuicosta. Tragos globularis. 

Ventriculites Zippei. Leptophragma fragilis. 

Bevor wir diese Gcgend verlassen, mag noch erwahnt wcrden, dass auch in 
en Pyropensanden, welche bei Dlazkowitz gewonnen werden, Petrefacten aus den 
_ e plitzer Schichten auf secundiirer Lagerstatte vorkommen und findet man derer 
11 uem kleinen Museum zu Trebnitz eine hiibsche Sammlung. 

Namentlich sind es Brachiopoden, Terebratula somiglobosa, Rhynchonella pli- 
Ca wlis, Terebratulina gracilis und chrysalis, dann Fragments grosser Inoceramen- 
s | ; lialen etc., die dort zusammen mit den aus den jungeren Priesener Schichten 
animenden in Brauneisen umgewandelten kleinen Petrefacten vorkommen. 

Dieses Vorkommen ist fur unser Studium der Teplitzer Schichten von neben- 
8 achlicher Bedeutung. 

Von grosserem Interesse sind die in neuerer Zeit aufgeschlossenen Kalkstein- 
oriiche bei Clzkovic und Vrbitschan. *) 

Sclion im Jahre 1860, als uns vom Herrn Tschinkel aus den Steinbriichen bei 
el >litz das Prachtexemplar von Ammonites subtricarinatus eingesandt wurde, 
6 Suchte ich die dort aufgeschlossenen Teplitzer Schichten, land aber sehr wenige 
a ndere Petrefacten. 

f In neuerer Zeit untersuchte ich namentlicb die Aufscldusse bei Clzkovic und 

a H (biss hier nur das mittlere und obere Niveau der Teplitzer Schichten zuganglich 

u nd keine glinstige Gelegenheit zur Praccisirung der Fundschicht einzelner Arten 

r nanden ist. Die in nachstehendem Verzeichniss aufgez&hlten Arten sind tlieils 



) lleber dis 



'ublikationen dea Prof. Zahalka fiber diese Gegend vergl. welter unten. 



40 

von den Arbeitera gekauft, theils auf den Halden des Abraumgesteines aufgelesen 
und theils von mir, Herrn Dr. Pocta und Herrn liukovsky durch tagelanges Klopfen 
aus dcm znm Brennen aufgeschichteten Kalkstein acquirirt, der namentlich deffi 
„K6rper" sowie den Bbynchonellenschichtcn gehorte. 

Eine Sache ist bier auffallead, dass namlich die Terebratulina gracilis auch in 
den hoheren Schichten haufiger vorzukommen scheint als an den bisher beschriebenen 
Localitiiten. 



Verzeichniss der in den Kalkbriichen bei Ciikovic aufgefundenen 

Arten. *) 



Otodus a,ppendiculatus. 
Oxyrrhina Mantelli. 
Corax heterodon. 

* Pycnodus complanatus. 
Coprolithes. 

Scbuppen von Aulolepis Reussi. 

Sclmppcn von Cladocyclus Strchlensis. 

Ammonites peramplus. 

Nautilus sublaevigatus. 

Scaphites Geinitzii. 

Baculites sp. 

Helicoceras Beussianum. 

Aptychus radiatus. 

Aptychus cretaceus. 

* Natica vulgaris. 

* Pleurotomaria linearis, Mant. 
Turbo decemcostatus. 
Trochus amatus. 

Cerithium pseudoclatbratum. 
Turritella sp. 
Actcon ovum. 

* Cardium allutaceum, Goldf. 
Eripbyla lenticularis. 
Isocardia sp. 

Nucula pectinata. 
Inoceramus Cuvieri. 
Inoceramus Brongniarti. 
Lima Sowerbyi. 
Lima Hoperi. 
Lima elongata. 
Lima granulata. 



Pccten Dujardinii. 
Pccten curvatus. 
Spondylus spinosus. 
Spondylus latus. 

Ostrea hippopodium, var. vesicularis. 
Ostrea semiplana. 
Exogyra lateralis. 
Terebratula semiglobosa, Sow. 
Terebratulina gracilis. 
Terebratulina chrysalis. 
Rhynchonella plicatilis, var. pisum, varj 
Cuvieri, var. Mantelli. 

* Magas? 

V * Crania barbata? 

* Membranipora curta, Nov. 

* Membranipora irregularis, v. Hag. 
:,< Membranipora elliptica. 

* Membranipora tuberosa, 

* Hippothoa. 

* Berenicea radians. 
Serpula gordialis. 

* Serpula granulata. 
Pollicipes glaber. 

* Pollicipes sp. 
Bairdia subdeltoidea. 
Micraster cor testudinarium. 
Micraster breviporus. 

V Holaster planus. 
Phymosoma radiatum. 
Cidaris Reussi. 
Anted on Pischeri. 



*) Die mit einem Stern bezeichneten Arten beflnden sich in der Sammlunff des HerrD 
Vineenz /aluilka, Prof, in Raudnitz, die iil>i-i^cn in der Nanindiiiu>- des Museums zu Prag. 



41 



Craticularia subseriata. 
Leptophragma fragilis. 
Pleurostoma bohcmicum. 
Ventriculites angustatus. 
Ventriculites radiatus. 
Ventriculites cribrosus. 
Plocoscyphia labyrinthica. 
Ithizopoterion cervicorne. 

* ? Cyrtobolia formosa. 

* Cystispongia verrucosa. 



* Cyrtobolia Morchella. 

* Astrobolia acuta,. 
Clionella sp. 

* Doryderma ramosa. 
Phymatella intumescens. 

* ? Tremabolites megastoma. 
Amorphospongia globosa. 
Achilleum rugosura. 
Cristellaria rotulata. 

Picea calcarea. 



7. Umgcbung von Leitmeritz. 

Die Teplitzer Schicliten behalten bier nocb iiber den Elbefluss hiniiber den 
Charakter, wie wir ibn bei Teplitz und im Gebiete der Eger beobachtet baben. 

Es sind aber wenig Orte, wo man bier ein gutes Profil studieren konnte, 
denn alio die Anhiihen nach Osten von Leitmeritz, wo diese Schicliten anstehen 
Oder vielmebr wo wir voraussetzen, dass sie anstehen, sind durch Weingarten ganz 
"nzuganglich und wo man doch Kings cines Weges einzudringen sucht, findet man 
lur die von den hSchsten Schicliten herabgefallenen klingenden Inoceramenplaner, 
die schon zu den Priesener Schicliten gehoren. 

Ueber die tiefstcn Lagen der Teplitzer Schicliten wurde ich durch oin Petre- 
f act belehrt, welches Herr Ig. Ant. Gaube, Civilingenieur in Leitmeritz auf der 
Ausstellung zu Teplitz ausgcstellt hat und das er mir gefiilligst zur naheren Unter- 
suchung eingesandt hat. 

Dasselbe stellt einen glatten Steinkern von olivenbrauner Masse dar, welche 
S&nz derjenigen gleichkbmmt, wie sie die Petrefacten-Steinkeme an dem Contacte 
d or Iser- und Teplitzer Schicliten beim Eriedkofe in Ghotzen aufweisen. (Vergleiche 
feerschichten pag. 54.) 

Das Exemplar riihrt aus einem Steinbruche in der Flur „Augeste" bei 
Leitmeritz aus einer Tiei'e von G in her. 

Die einzige Localitiit, wo man sich von der Uebereinstimmung der hier ent- 
wickelton Schicliten, mit denen von Teplitz uberzeugen kann, ist der Kalksteinbruch 
be bn Gaubenhofe nordlich von Leitmeritz am Wege nach Michelsberg gelegen. 
Schon i m Jahre 18G5 untersuchte ich hier Schichte fur Schichte und erkannte, 
dass die tiefsten Lagen reich an Terebratulina gracilis sind. Die in der Regel 
zu 8anglichon Lagen sind an 4 m miichtige „Hundorfer Kalke", welche demKorper 
(15) des Settenzer Profils entsprechon. 

Auf den Kalkschichten liegt eine ctwa 1 m miichtige Lage von blaulichem 
er digen Gestein, das reich an Chondriten ist und dem „Wildeu Stein" (Nro. 14 des 
Settenzer Profils) entspricht. 

Die nun folgenden hohcren Lagen entsprechen den Abraumschichten von 
Settenz (Nro. 11—2). 



42 



Verzeichniss der im Kalkbruche am Gaubenhofe bei Leitmeritz 
aufgefundenen Petrefacten. 



Otodus appendiculatus. 
Oxyrhina Mantelli. 
Pycnodus sp. 
Cladocyclus Strehlensis. 
Ein Fischzahn ncucr Gattung. 
Scaphites Geinitzii. 
Baculites sp. 
Aporrhais Keussi. 
Turritella sp. 
Cardita tenuicosta. 
Mutiella Ringmerensis. 
Nucula pcctinata. 
Nucula semilunata. 
Venus ovalis. 
Lima Iioperi. 
Spondylus spinosus. 



Spondylus latus. 

Ostrea hippopodium, var. vesicularis. 

Exogyra lateralis. 

Terebratula semiglobosa. 

Terebratulina gracilis. 

Rhynchonella plicatilis. 

a) grosse Exemplare der var. octo- 
plicata. 

b) mittelgrosse var. Cuvieri. 

c) var. Mantelliana. 
Serpula gordlalis. 
Phymosoma granulosum. 
Micrastcr breviporus. 
Micraster cf. cor anguinum. 
Plourostoma bohemicum. 
Amorphospongia globosa. 



Cristellaria rotulata. 

Oben in der Richtung nach Michelsberg gehen die Teplitzer Schichten all- 
mfthlig in den weissen klingenden Inoceramenplaner iiber, der dann in der ganzen 
Gegend ostlicli von Leitmeritz die Gipfel der Anhohen einnimmt. 

Diese Anhohen, welclie machtige Lagen der Teplitzer Schichten bergen, sind 
dem Geologen fast ganz unzuganglich, da ihre Lehnen, wie schon oben erwahnt 
wurde, mit Weingiirten bedeckt sind. In der Ackerkrume gewahrt man nur Bruch- 
stiicke der hochst gelegenen Inoceramenplaner, ans denen auch die stufenffinnigen 
Absatze and die Grenzmauern der Weinberge gebildef sind. 

Nur zufallige Aufschliisse beim Strassen- oder Bahnbau diirfen dem Local- 
geologen in der Zukunft Gelegenheit bieten, hier die Schichtcnfolge genauer con- 
statiren zu konnen. 

Es scheint iibrigens, dass in ostlicher Richtung bin die Teplitzer Schichten 
schon keine machtigeren Kalkbiinke fuhren, sonst wiirde man ihnen zu lieb doch 
hie und da einen Steinbruch angelegt haben. 



8. Umgcbimg von Raudnitz. 

Ich untersuchte die Umgebung von Raudnitz 1868 und 18(59, namentlich 
die Localitaten Zidovec und den Sovice-Berg bei Brozdnka. Das Profil der letztge- 
nannten Localitat fand verkleinerte Aufnahme in dem ersten Band des Arcliivs p. 105. 

Ms ich mich mit dem Studium der Teplitzer Schichten spcciell zu befassen 
begann, erkannte ich, dass hier koine so belehrenden Aufschliisse vorhanden sind 
als bei Teplitz und Koschtitz und dass es nur einem Localsammler gelingen kann, 
nach und nach Material zu sanimeln, aus dem man die Vertheiluna der Petrefacten 



43 

nach einzolnon Schichten ersehen konnte. Ich munterte daher den mich einmal 
oegleitenden ehemaligen Schiller Herrn Professor Zahalka aus Raudnitz auf, er 
moge zur Ffirderung meiner Arbeit die Petrefacten der Teplitzer Schichten in der 
Uingebung von Raudnitz mit genauer Beriicksichtigung der Fundschiohtc sammeln. 

Derselbe unterzog sich dieser Aufga,be mit seltenem Eifer in der ganzen Um- 
gebnng von Raudnitz und veroffentlichte die gewonnenen Resultate selber. Ich kann 
Hnch daher liier kiirzer fassen und werde mich auf meine eigenen Beobachtungen 
oeschriiuiccn und im Detail auf die Publicationen des Prof. Zahalka verweisen.*) 

Die Teplitzer Schichten haben in der Gegend von Brozan und Raudnitz einen 
Meist planermergligen Charakter und die in den Steinbriichen zugiinglichen Schichten 
e ntsprechen dem Korper sowie den Abraumschichten des Settenzer Profils. In den 
fl °chsten Lagen kominen bei Rohatec nach Prof. Zahalka schono Spongien der 
j attungen Thecosiphonia vor und wcrden diese Lagen von ihm als zu den Priesener 
schichten gohorig angefiihrt; da abor unter den in dieser Spongienschicht vor- 
^oiumenden Arten die Torebratula semiglobosa aufgezahlt wird, welche das 
typischste Leitfossil der Teplitzer Schichten ist, das noch nie in echten Priesener 
c 'uchten vorgefunden wurde, so ist zu ersehen, dass die Spongienschichte von Rohatec 
n ° c h zu den Teplitzer Schichten zu rechnen ist. Auch von den iibrigen der aufge- 
undenen Petrefacten ist keines, das nicht in den Teplitzer Schichten vorkommen 
Wlil *dc, dagegen nicht cine einzige fur die Priesener Schichten speciell charakto- 
ri stische Art. 

Meine Auffassung wird erst in der niichsten Studio uber die Priesener Schichten 
lni 'e ausfubrliche Bogriindung finden. 

Der Beweis, dass in dieser Gegend nur die hijehsten klingenden Inoceramen- 
Planer zu den Priesener Schichten gohoren, kann nicht hier, sondern weiter nach 
^'sten in ihrer Fortsetzung durchgefuhrt werden, wie ich es schon weiter oben 
!'■ 12. angedeutet habe. 

Fur das Studiura des Liegenden der Teplitzer Schichten ist von hervorragender 
i5 °deutung der am rechten Elbeufer gegeniiber von Raudnitz gelegene Soviceberg, 
Welcher durch seine aus dem Terrain hervorragende Form zum Studium seines 
! «ies von weitom auffordert. 

Ich machte von dieser Localitiit bereits Erwiihnung in den Weissenbcrger 
schichten p. 84. und in den Iserschichten p. 7G. und will jetzt ein zusammen- 
lan gondes Bild der hier obwaltenden Verhiiltnisse entwerfen. 

Her Soviceberg ist ein inselformiger Rest der Kreidebalagerungen , welche 
eiIls t als zusammenhangende Decke die Niederung zwischen Leitmeritz, Brozan 



T *) Cenek Zahalka, Prraf zprava o geologickycli pomfirech v^siny Brozanske. Krajina mezi 

'"vosicemj, Oi£kovicemi a Lukavcem, (Zpriivy o zasedanf kral. Seskc spoleciiosti nauk ze due 
• frjna 1884.) S geologiokou mapou a prfifezem. 

C. Zahalka, Geologie vysiny Kohatecke u lioudnice n. L. (Zpravy za^edani kral. ceske 
s P°locnosti nauk 1885, str. 868.) 

» '!. Zalialka, Drulia zprava o geologickych pomSrech vysoeiny Brozanske. Krajina mezi 
'Skovicemi, Lukavcem, Libochovicemi a Budyni. (Vestnlk kral. iesk.6 Bpoleftnosti nauk 28. ledna 
'•) S geologiokou mapou a prfifezy. 



44 

und Raudnitz einnahm. Hier weisen die Teplitzer Schichten zum letztenmale eine 
bedeutende Miichtigkeit auf, wie sie weiter ostlich nicht wiederkehrt. 

Der stidliche Abhang in der Richtung gegen den Elbestrom bin gestattet die 
Schichtenfolge von den tiefsten Lagen an bis zum Gipfcl des Sovicebcrges zu vorfolgen. 

Am rechten Elbcufcr beim Dorfe Brozanek findet man die Wehlowitzer Pliiner, 
welche sich von der Anhohe des langen Pliinerzugcs zwiscben Gastorf und Weg- 

12 
11 
10 




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Fig. 15. Schemati$ches Profil des Sovice-Berges bei Brozanek nordi5stlich von Raudnitz. 

1. und 2. Graue glauconitische Planer mit Callianassen bohemica. 3. Festere glauconitisohe Bank. 
4. und 5. Praune Planer mit Area subglabra. (Weissenberger und Malnitzer Schichten.) — 6. San- 
dige Knollenplaner der Pischitzer Uebergangsscliicbten. 7. Sandige Folder den zerfallenen Koko- 
finer Quadern entsprechend. (Iserschichten.) — 8. Graue Mergel vom Alter der Plilnermergel von 
Kystra und der Koschtitzer Platten. 9. Festere Piinke vom Alter des Kcirpers des Setteuzer 
Profils. 10. HOcbste (Rhynchonel)en) Page der Teplitzer Schichten [Abraumschichten des Proflls 
von Settenz]. (Teplitzer Schichten.) — 11. Klingende Inoceramenplaner. (Liegendes der Priesener 

Scbichten.) 12. DiluviaJgerolle. 



stiidtl allmiihlig bis zum Flussufer herabgesenkt haben (Profil Nro. 1., 2.) in Form 
von grauem, stark glauconitiscben Gesteine, welches folgende Arten von Petre- 
facten lieferte: 



Callianassa (bohemica?). 
Ammonites Woolgari. 
Baculites sp. 
Natica Gcntii. 



Eriphyla lonticularis. 
Leguminaria truncatula. 
Inoceramus Brongniarti. 
Lima elongata. 
Exogyra lateralis. 



45 



Eine festere, stark glauconitische Bank (3) dttrfte als das A equivalent des 
Malnitzer Griinsandes aufzufassen sein, da die daselbst vorkommenden Exemplare 
v °n Area subglabra und Eriphyla lenticularis ganz dasselbe flachgedriickte Aus- 
sehen haben, wie in den Steinbriichen bei Cencic und Malnitz. Oberhalb dieser 
Bank treten Quellen zu Tage. 

Dariiber folgen etwa 12 ra braune Planer, walirscheinlich vom Alter der Launer 

nollen (4, 5), welche Enoploclythia Leachii, Area subglabra und Spongien enthielten. 

le we iter oben anstebenden mehr sandigen Planer fiibren drei Reihen von Knollen- 

a gen (6), die sehr reich an Turritellen sind, die ich friiher als Turritella Fittoniana 

Wffasste, welche aber aucb zu T. Noegerathiana (Goldf.) gehdren konnten. 

Die iibrigen darin aufgefundenen Arten weisen darauf bin, dass wir es bier 
lt den tiefsten Iserschichtcn, init den Biscbitzer Uebergangsscbicliten zu tbun 
aben, wie sie weiter ostlich uberall an der Basis des ersten Kokofiner Quadcrs 
auftreten. Ich fand darin: 



Natica lamellosa. 
Avicula sp. 
Isocardia gracilis. 
Pholadomya aequivalvis. 



Area subglabra. 
Inoceramus sp. 
Lima pseudocardium. 
Ostrea semiplana. 
Rhynchonella plicatilis. 
Die Kokofiner Quader, die nun dem Alter nach folgen sollten, stehen hier 
a r nicht als nrassige Felsen an, sondern verrathen ihre Gegenwart in zerfallenem 
ustande in den sandigen Feldern (7), welche die Anhohe des eigentlichen Sovice- 
>ei 8'es umgeben und den Bodcn der armseeligcn Fahrenwiildchon bilden, welcher 
m Wege von Wettel nach Raudnitz den Wanderer ermiidet. 

Die untere Halfte des aus dem Terrain hervorragenden Sovice-Berges bilden 

t> aue Morgel (8), welche (lurch Vegetation total unzuganglich sind und von denen 

lr nach don stellenweise hiiufigen Terebratulina gracilis schliessen konnen, dass 

_ e dem Planermergel von Kystra entsprechen und in ihren hoheren Lagen den 

0l 'izont der Koschtitzer Flatten bcrgen. Nach oben werden die Fliiner weisser 

Jester, verrathen sich durch die Fiihrung von Terebratula semiglobosa als zum 

eren Niveau der Teplitzer Schichten gehorig (9). 

In den obersten Lagen (10) tritt iihnlich wie an der Lehne bei Kystra der 
eite Micraster cor testudinarium auf und ganz allmahlig gehen die Schichten 
ac h oben in die klingenden Inoceramcnkalke iiber (11). Dieselben werden von 
(Ulu vialem Gerollo bedeckt. 



9. Umgelmng von Melnik und Repin. 

Auf den breiten Riicken der durch labyrintische Thaler zerklufteten Iser- 
"ichten, die sich in westlicher Richtung von Melnik hinziehen, licgen mergelige 
11,1 kalkige Ablagerungen in kleinen isolirten Inseln, welche in der Regel Veran- 

■ ssung zu ciner Ansiedelung gaben, weil sit 1 zur Anlegung von Brunnen auf diesen 
n8t wasserarmen Hochplateau Gelegenheit boten. So bei Hostin, Vysokd,, Repin, 

fell ^no und Lieben. 



4(5 

In der Niihe dieser Ortschaften findet man nnr gelegentlich ausgebeutete, meist 
verlassene Steinbrtiche, in denen die weissen mid grauen pMnvigkalkigen Flatten 
gewonnen wurdcn, aus denen fast alle diese Ortschaften erbaut sind. 

Diese weissen klingendcn Plattenpliiner sind reich an Inoceramen, an zer- 
driicktcn Echiniden, an Scaphitcn und Foraminiferen, rait ciner Erhaltungsweise, 
wie wir sie in den Baculitenthoncn der Priesener Schichten zu selien gew8hnt sind. 

Sie mogen der Basis der Priesener Schichten angehoren und werden eingehend 
erst in der niichsten Monographic bcsprochen werden. 

Es sind dies dieselben Schichten, die wir im westlichen Bohmen als das Han- 
gende der Teplitzer Schichten kennen gelernt haben. 




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Fig. 16. Profil im Steinbruche des Herrn Pixa Nro. 35. in Hostin ndrdlich 

von Byschitz. 

1. Lettige Mergel mit Haplophragmium irregulare. (Teplitzer Schichten), 8. Blftuliche 

Plattenplaner. 8. Peste Bank, die als Baustein gewouneu wird. 4. Plattenplaner 

(Kfidlak). 5. Die diumsteu weissen Plattenplftner mit Callianassa brevis. (Priesener 

Schichten tiefste Lage.) (>. Sehr schwaohe Ackerkrume. 

Boi einem fliichtigon Besnche dieser Steinbruche gewahrt man nichts anderes 
als diese Plattenplaner und kiinnte meinen, dass dieselben direkt auf den Iser- 
schichten liegen. 1st man aber so glucklich, eine gut und frisch aufgeschlossene Stelle 
zu finden, so gewahrt man, da,ss die Basis der Plattenpliiner cine etwa 1 in mftchtige 
Schichte eines grauen plastischen Thones bildet. 

Diese Schichte stellt im ganzen ostlichen ISobmen das Aequivalent der Teplitzer 
Schichten dar und man kann sie in verschiedener Machtigkeit iiber Jungbunzlau, 
Koniggrfttz, Loitomyschl bis Abstdorf vcrfolgen. 

Zu dieser Auffassung gelangte ich vor Jahren auf Grimdlage der Lagerungs- 
verhaltnisse, aber lange wollte es nicht gclingen den palaeontologischen Beweis fill* 
diese Behauptung zu liefern. Aus nachfol gender Schilderung wird man nun erkeimen, 
dass jetzt kein Zweifel iiber das palaeontologisclie Alter bestehen kann und dass 
wir hier sicher den Teplitzer Horizont vor uns haben. 

Als Beispiele fftr die hier herrschenclen Verhiiltnisse wiihle ich nur 2 Localitftten. 

Vor allem ist der Besuch der Anholie von Hostin (ostlich von Melnik, nordlich 
von Byschitz) zu empfehlen, wo die uns beschaftigenden Schichten nahe am Orte 
in zahlreichen klcinen Steinbriiclien cntbldsst sind. Die tiefste Lage, die seltcn un- 



47 

verdeckt anzutreffen 1st, sind gelblickbraune plastische Merge! (Fig. 16. 1), welche bei 
der Schl&mmung cine Menge der fiir die Teplitzer Schichten bezeichnenden Foramini- 
teren aufwe i sen, namentlich das grosse Haplophragmiu m i r r e g u 1 a r e, welches 

as Niveau der Koschtitzer Platten andeutet. — Alle dartlber liogenden Schichten 
gehSren zu den Inoceramenpltaern, welche ich in der nachsten Studie iiber die Prie- 

e ner Schichten genauer behandeln werde und hier nur auf die Profilerkliining verweise. 

Ganz dieselben Verhiiltnisse trifft man bei Vysoka an, dann zwischen Jenikov 

u 'w Stfem, bei Slivno u. s. w. Bei Vysoka muss unter den Teplitzer Schichten 

{ - le glauconitische Contactschichte mit den Iserschichten liegen (vergl. Iserschichten 




] g- 17. Profil der Anhohe von Repin, aufgenommen von Herrn Jos. Jarisa, Lehrer in Repin. 

8." Zwiu" Df ' 1 Das rhal unter,ialb ftepin. — l. Erster Kokofiner Quader. 2. Zwischenplaner. 

6 ' Gp)k tv Kokofiner Quader. 4. Trigonienschichten. 5. RhynchoneUenlage. (Iserschichten.) — 

te a \ '° er Merge! mit Terebratula semiglobosa und Haplophragmium irrogulare. (Teplitzer Schich- 

'l '• Weisse klingende Inoceramenpliiner. (Priesener Sch.) 8. Diluvialer Lehm u. Ackerkrume. 

8- 54.), derm ich erhielt von dort die typischen glatten, olivenbraunen Steinkerne 
rch n omi p],_ q_ p.ukovsky, doch werden dieselben nur gelegentlich auf Feldern 
6u nden und die Contactschichte stent nirgend an. 

^ Bezuglich des Liegenden ist die Gegend von Pepin sehr belehrend und ich 
. e bier ein Profil, das Herr Jos. Jansa, Lehrer in Pepin, nach dem Muster der 

ttteinon Kreidestudien iiblichen Profile angefertigt hat. 
Q u j (1<>m °™8 eu Tlial ° « T)ftl " unterhalb Pepin stehen die beiden Kokofiner 
ader (l, 3) ail) ge theilt durch einen Zwischenpliiner (2), darauf folgen die Trigo- 
bra ascni cliten (4) und eine an Rhynchonellen reiche Lage(5); darauf liegen gelblich 
k 'f ne P lastisc he Mergel der Teplitzer Schichten, in demon ausser zahlreichen 
d 0l . '?,'," " lf,>n ' n ' besonders Haplophragmium irregulare, auch vier Exemplars 
6 ^' rere bratula semiglobosa aufgefunden wurden (6). Diese Mergel haben 
An] 8r ° SSe ln ' a,<tisclie Bedeutung fiir ftepin, da sie auf der Hohe des Ortes das 
8©n von Brumien ermoglichen, wahrend im Thale „I)ul" Noth una Wasser ist. 



den aK ,l;msendo (lor Teplitzer Schichten sind hier wieder die plattigen klingen- 
Stoii nplaner ' (lio aber selten znganglich sind und behufs Bauten aurmittels 

j en gewonnen werden. Pie Decke der Kreidegebilde bilden zweieiiei Diluvial- 
m und dann die A.ckerkrunie. 



48 



10. Umgebung von Benatek und Jungbunzlau. 

Von Benatek besitzt unser Museum seit alten Zeiten einen Zahn von Ptychodus 
latissimus in einem Gesteino, das sehr an dasjenige von Hundorf erinnert. Ich 
konnte eine ahnliche Schichte in Benatek nirgend gewahr wordon und falls liier 
nicht ein Irrthuni beziiglich des Fundortes obwaltet, so ware es moglicli, dass 
beim Graben von Griinden zu einem Gebaude in der am Plateau gelegenen Partie 
von Benatek einmal die Teplitzerschichten entblosst wurden und hier der grosse 
Fischzahn aufgefunden wurde. 

Unweit von Benatek beim Dorfe Sedlec fand icb an der Basis der Priesener 
Schichten eine Lage mit zahlreichen Austern, welclie bier das Niveau der Teplitzer 
Schichten andeuten diirften. Es ist dies eine stark glauconitische grobe Sandkorner 
entbaltende Contactschichte zwischen den hochsten Iserschichtcn und den tiefstcn 
Teplitzer Schichten, almlich wie am Friedhofe bei Chotzen. Es kann daher eine 
Mischung von Petrefacten beider Schichten hier nicht iiberraschen. Die Gastropoden 
finden sich als olivenbraune glatte Steinkerne der Gattungcn Mitra und Aporrhais 
mit vielen Eindriicken nach Serpularohren, ausserdem fand ich Exogyra conica, 
Inoceramus-Schaalenfragmcnte, Magas Geinitzii, Serpula gordialis, Achilleum 
rug o sum var. elliptic a. 

Die Schliimmung lieferte: Frondicularia inversa, Textillaria conulus, dann die 
Gattungen: Nodosaria, Globigerina, Cristellaria, Dentalina, Plauorbulina. *) Von 
Ostracoden: Cytherella ovata, C. Miinsteri, Bairdia subdeltoidea, was alles auf den 
Jlorizont von Koschtitz hinweist. 

Diese glauconitische Contactschicht wird in dieser Gegend bei Bezno durch 
Ackeriing aufgewiihlt und die Steinkerne der grosseren Petrefacten wurden vorfl 
Lehrer Herrn Vanek eifrig gesammelt und unserem Museum eingesendet. 

Sehr schwierig sind die Teplitzer Schichten audi am Fusse des Chlomek- 
Berges bei Jungbunzlau zu eruiren. 

Schreitet man von Jungbunzlau nach Siiden gegen Bezdecin iiber die hochsten 
Lagen der Iserschichten, so gewahrt man vor dem Fusse des Chlomck-Berges eine 
Welle im Terrain, welche die Teplitzer Schichten bergen durfte, aber diesclbc ist 
von Vegetation ganz verdeckt und nur in einem Wasserrisse gelang es mir etwaS 
von dem braunlichen plastischen Mergel zu sammeln, welcher reich an Foramini- 
feren ist und sehr an denjenigen erinnert, der am Platteau bei Melnik die Teplitzer 
Schichten vertritt. 

Die tiefste Schichte, die am nordlichcn Abhango des Chlomek-Berges gut zu- 
ganglich ist, zeigt vicle grosse Foraminiferen, welche wir in der Ilegel in den 
Inoceramenpliinern bei Melnik und Repin finden und werden der Basis der Priesener 
Schichten entsprechen. 

Die Schichte mit loser Ostrea semiplana durfte audi weitcr gegen Turnau 
gelegentlich den Teplitzer Horizont zu eruiren helfen. Aus einer Mittheilung 



*) Das grttndliche Studium der Foraminiferen wurde soeben von einer jungeren Kraft i» 
Angriff genommen und durfte in nicht zu langer Zeit die Kenntniss dieser kleinen ThierfornieB 
vervollstiindigen. 



49 



koines der Wissenschaft so Mb. entrissenen 
■treundes Dr. U. Schlonbach entnahm ich seiner 
^ e it, dass an den damals frisch entblossten B6- 
schungen der Bahn zwischen Bakov und Turnau 
diese Ostreenschichte zu bemerken war. 

11. Umgebung von Podiebrad. 

Ostlich von Podiebrad erhebt sich aus 

^r Elbeniederung der Wolfsberg (Voskovrch), 

ei ne isolirte Scholle von jiingeren Kreideablage- 

f^ngen, welche weiter nordlich ein zusammen- 

kangendes Plateau in der Richtung gegen Jicfn, 

{ Wn ostlich bis an die Landesgreuze bei Abts- 

d °i'f bildet. 

Zur Orientirung iiber die Frage, wo bier 

. Teplitzer Schicbten zu suchen seien, nahm 

lc h das Profil von Podiebrad iiber den Wolfs- 

bor 8' bis nach KSnigstadtl auf (Fig. 18.), wobei 

lc « ausgiebig von Herrn Hellich, Burgermeister 

on Podiebrad, unterstiitzt wurde, (lessen Petre- 

ac tensammlung die Belege fur meine Auffassun- 

S' e n enthalt. 

Ueber die Schichten, auf denen die ge- 

" ;iI mte Stadt selbst steht, belehrte mich eine tiefe 

ochacht bei der Ringhofer'scben Fabrik [unweit 

j? m Bahnhofe] (Fig. 18. 1.), welche graue 

p'gel vom Alter der Semitzer Mergel und fe- 

ere Knollen, welche die Dfinover Knoll en der 

°)ssenberger Schichten hier vertreten, lieferte. 

ea Mergeln fand ich Schuppen von Osraeroides 

(l Cyclolepis Agassizi, dann Spondylus spino- 

' Cristellaria rotulata, Frondicularia angusta 

ul viele Gattimgen von Foraminiferen. 

Einen weiteren Einblick in die Schichten- 

p 0l S e gewahrt ein Steinbruch „SkaIka," bei 

4t ek (2), wo das Einfallen der Schichten 

^ e 8en Nordost bin, unter den Wolfsberg deutlich 

j rzu nehmen ist. Die entblossten Planer haben 

6 Machtigkeit von 8 ra und cs ist die tiefste 

e Bank bloss, welche als Baustein verwend- 
oar iof ui 

J °i'i wanrend die noheren Lagen an der Luft 

^fallen. 

' n der tiefsten Rank liegen oben flache 
6 Knollen, welche die moisten der von 



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reliefert haben. Die Sammluns 



Lima Sowcrbyi. 

Lima pseudocardium. 

Pecten Reussi. 

Pecten Dujardinii, hiiufig und gross. 

Spondylus spinosus. 

Ostrea semiplana. 

Ventriculites radiatus. 

angusta. 



diesem Fundorte bekannt gewordenen Petrefacten 
des Herrn Hellich enthalt von bier: 

Nautilus sublaevigatus. 

Aporrhais Reussi var. megaloptera. 

Muticlla Ringmerensis. 

Pinna decussata. 

Inoceramus Brongniarti. 

Lima Hoperi. 

Lima multicostata. 

Frondicularia, 

Nach dieser Fauna zu urtheilcn, haben wir bier die Wehlowitzer Planer der 
Weissenberger Schichten vor uns. 

Jtingere Schichten treffen wir in zahlroichen klcinon Steinbriichon nordlich von 
dem „Laner Kanal" (pr) cntblosst (3). Es sind dies weissliche plattige Planer, deren 
Gesammterscheinung an den plattigen Griinsand von Malnitz erinnert, nur das hier 
weniger gruner Glaukonit vorlianden ist. Hier ist der Fundort von schonen Exem- 
plaren des Ammonites Austcni, von welchem ieh nach einem von hier stam- 
menden Excmplarc schon die Abbildung gegebon babe (Cephalopod. d. B. Kreide- 
formation, Taf. 6.) und von dem zahlreiche Exemplare in der Sammlung des 
H. Hellich vorliegen. 

Ausserdem fanden sich grosse Ammonites pcramplus, ein grosser Helicoceras, 
Scaphites Geinitzii, Natica Roemeri, Cardium pustulosum, Area subglabra, 
Gyprina quadrata, Lima elongata, Lima, dichotoma, Ventriculites radiatus. 

Ich glaube hier die Malnitzer Schichten wioder zu erkennen. 

Auf ahnlichc Schichten stosst man auch in Grfiben ostlich vom Wolfsberg 
und an den Ufern der „stekla struha" bei Odfepos, wo II err Hellich folgende 
Arten sammelte: 

Nucula sp. 

Inoceramus Brongniarti. 

Pecten pulchellus. 

Pecten Nilsoni. 

Von hier an bis zum Fusse des Wolfsbcrgcs sind die Schichten so griindlich 
von Feldern bedeckt, (hiss nicht die geringste G-elegenheit zu deren Studium ge- 
boten erscheint. Doch sieht man hier im Terrain eine Welle (N), welche die Vertreter 
der Iserschichten bergen diirfte, was erst gelcgentlich beim etwaigen Graben eines 
Brunnens oder bei einem Bahnbau wird entschieden werden ki'innen. 

Am Wolfsberg selbst sind an dor entblossten Siidseite die Teplitzer Schichten 
durch herabgerutschte Inoceramenplftner ganz verdeckt, und urn die Lagerung der- 
selben zu studircn, muss man weiter nordlich die steile Berglehne bei Rafiany und 
Vrbicc untersuchen. Hier bilden sic die Basis der Lehne in Form von braunlichen 
Letten, welche zur Bildung von Quellen beitragen und zu egyptischen ZiegelD 
(vepfovice) verarbeitct werden (5). Sie sind reich an Fischschuppen und die Schlaffl' 
mung lieferte viele kleine Echinitonstacheln, dann glatte und bedornte Ostracoden- 
schalen sowie die gewShnlichen kleincn Formen von Foraminiferen, welche in den 
Teplitzer Schichten in der Regel vorkommen. 



Pecten levis. 

Pecten curvatus. 

Ostrea hippopodium, var. vesicularis. 

Zahlreiche Gristellarien. 



51 

Die Inoceramenplaner von grauer Farbe ((!) sehr arm an andere Petrefacten 
nehmen den grossten Theil der Anhohe cin nnd erst ganz oben sind die weissen 
klingenden Inoceramenplaner in einer Reihe kleiner Steinbriiche geoffnet (7). 

Diese lieferten am Wolfsberg den interessanten Krebs Stenocbeles eso- 
Cl 'uis, dann Callianassa brevis, zahlreiche flachgedruckte Scaphitcn und Echiniden 
l,,; >' haufigste Inoceramus scheint I. latus zu sein. Es tritt bier eine Erscheinung 
Geutlich hervor, dass nftmlich die Inoceramenplaner in ostlicher Richtung immer 
' m>l11 ' an Macktigkeit znnebmen. Wahrend die Teplitzer Schichten in Form von 
waunen Letten sammt den grauen nnd weissen Inoceramenpltaern bei Hostin und 
lie Pin kaum 2—3 m miichtig waren, haben sie hier am Wolfsberg das lOfacbe. 

In der Richtung von Chlumec und Koniggnitz ist immer weniger Gelegenheit 
ae « Teplitzer Horizont zu verfolgen und nur ostlich von Koniggriitz bei Svinarek 
a mmelte ich an der bier vortretenden Lehne auf abgeregneten Fliichen Petre- 
a cten, die den Teplitzer Schichten angehoren. 

Woiter nordlich bei Smific fand ich am Wege nach Smrzov Schichten mit 
ei 'ebratulina gracilis anstehend, welche dem Teplitzer Horizont angehoren durften ; 
8le lieferten auch Serpula gordialis, Terebratula chrysalis, Plicatula nodosa. 

Beidc diese Localitiiten empfehle ich der Beachtung von Localsammlern. 



12. Umgebung von Chotzen, Leitomyschl und Abtsdorf. 



Bei Chotzen glaubte ich die Teplitzer Schichten an der oft erwahnten 
°calitat beim Friedhofe suchen zu sollen und fiihrte den hier anstehenden ocker- 

geiben Letten in dem dortigen Profile (Iserschichten pag. 55.) als Teplitzer Schichten 
tt Fragezeichen an. Die Schliimmung zeigte keine Spur von Foraminiferen und 
s ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Letten der Tertiarfonnation des Wiener 
ec Kens angehort, welcher bei Triebitz und Landskron von Mahren nach Bohmen 

Sein e Auslaufcr entsendet. ■ 

Leber die Lagerung der Teplitzer Schichten in der Umgebung von Leito- 
1 y s c h I gab ich ein Profil in der Studie iiber die Iserschichten pag. 74. Am 
°ltacte der Iserschichten mit den hier m&chtig entwickelten Priesener Schichten 
e gen graue merglige Letten, in welchen Prof. Barta die Terebratula semiglobosa 
* ac bgewiesen hat. Die Fundstelle liegt in Leitomyschl selbst am linken Flussufer, 
° die Strasse nach Policka umbiegt und waren daselbst die Schichten bei Gelegen- 
ei t eines Baues kurze Zeit zugiinglich. Die Exemplare des gcnannten Brachiopoden 
n d in unserer Sammlung aufbewahrt. 

^ Deutlicher erkennt man die Lagerung der Teplitzer Schichten in den Stein- 

uc] leil von a 1> t s d o i- f (Fig. 19.). Auf den an Callianassen rcichen und von 

Onlungen nach Spongien durchlocherten Iserschichten (1, 2) liegt eine knotige 

gelbe (3) und eine glauconitische Contactschichte (4) mit olivenbraunen glatten 

i ''"'kei'iien von Petrefacten, wie am Friedhofe bei Chotzen. Darauf liegt eine 

starke graue merglige Schicht, welche in ihrer unteren Lage Qahe der Contact- 

Olchte die Terebratula semiglobosa, als Seltenheit fuhrt. 

4* 



52 

Die Schlammung lieferte ciri grosses Exemplar der Nodosaria Zippei, dann 
Nodos. cylindracea, grosse Globigerinen und Cristellarien , sowie die Gattungen 
Rotalina und Bulimina. 

Die letzte Schiclite sind hier weisse klingende Inoceramenplaner (6). 

Ich fand einen guten Aufschluss in dem Steinbruche hinter dem Hause Nro. 248, 
von dem ich das Profil gebe. Noch deutlicher fand ich dieselben Lagerungsver- 




Fig. 19. Profil im Steinbruche hinter dem Hause Nro. 248 in Abtsdorf. 

l. Iserschiohten mit Callianassen. 2. Iserschiohten mit HOhlungen nach Spongien. 
8. Knotige rostige Lage. A. Glanconitische Contactsehiclite wie am Friedhofe bei 
Chotzen. 5 Graue Mergel der Teplitzer Schichten mit Terebratula semiglobosa in der 
Nahe der Scbichte 4. 6. Klingende weisse Inoceramenplaner der Priesener Schicliten. 



haltnisse im Killer's Sandsteinbruch, den ich spateren Forschern zum Detailstudiuffl 
empfehle. Die Callianassenscliichten haben da cine Machtigkeit von 8 m, die beideB 
Contactschichten 1 m, die merglige Teplitzer Schiclite i m, die klingenden Inocera- 
menplaner \\ m. 

Wenn ich nun die Reihe der geschilderten Localitiiten iiberblicke, zu deren 
richtigem Verstandniss ich erst in den letzten Jahren gekommen bin, kann ich 
mich nicht des Wunsches erwiibren, alle die Ortc von neuem besuchen und noch 
genauer untersuchen zu konnen. Dies muss wohl der niichsten Generation von 
Palaeontologen iiberlassen werden und ich werde mich gliicklich schatzen, falls mil' 
das Schicksal es gestatten wird, noch die Priesener und Chlomeker Schichten i 11 
ahnlich bindiger Weisc wie die iilteren Schichten zu behandeln. 



53 



III. Tabollarischo Uobersicht 

<ler in den Teplitzer Schichten aufgefundenen Petrefacten. 

(Die eingeklammerten Arten sind bislier nur aus Sachsen bekannt.) 



Reptilia. 

(Plesiosaurus Bernardi. Owen.). 
Kesiosaurus sp.? 

Pisces. 
Selachii. 

(Chimaera Agassizi. Buckland.) 
(Chimaera Mantelli. Buekiand.) 
Oxyrhina Mantelli. Ag. . . 
Oxyrhina angustidens. Bams. 
Lamna acuminata, Ag. . ■ 
Lamna subulata. Ag, . . ■ 
'"'iiiiii;!, raphiodon. Ag. ■ . 
(Notidanus microdon. Ag.) . 
Otodus appendicular. ./i /7 . 
Otodus Bemiplicatus. «. Mf»««. 
Otodus serratus. Ag. . • • 
~ 0r ax heterodon. .#«?«»». . • 
kpinax rotundatus. Beuss. • 
*tychodus mammillaris. Ag. 
^tychodus latissimus. Ag. ■ 
yyclioduK decurrcns. Ag. ■ 
Acrodus affinis. Beuss. . • 
^crodus triangularis. ffe». . 
■Hybodus cristatus. Ag. . • 



Ganoidei. 

Pycnodus cretaceus ^. . • • 
£ycnodus complanatus. Ag. 

^ycnodus SCrobiculatUS. Beuss. ■ 

kphaerodus tenuis. Beuss. • • 
^yrodus mammillaris. Ag, ■ ■ 
vHemilampronites Steinlai. Gem.) 
(Hemicyclus Streblensis. Oein.) 



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Teleostei. 

Enchodus Halocyon. Ag. ■ ■ 
Osmeroides Lewesiensis. Ag. . 
(Osmeroides divaricatus. Gein.) 
Cyclolepis Agassizii. Gein. ■ ■ 
Aspidolepis Steinlai, Gein. . • 
Saurocephalus marginatus. Beusa sp 
( Saurocephalus lanciformis. Harlan.) 
(Saurocephalus ? dispar. Eebert.) 
Hypsodon Lewesiensis. Ag.. . 
Cladocyclus Strehlensis. Gein. ■ 
(Acrogramatolepis Steinlai. Gein 

Beryx ornatus. Ag 

Lepidenteron longissimuin. Fr. 

Mollusca. 

Cephalopoda. 

Nautilus sublaevigatus. D'Orb. 
Nautilus rugatus. Fr. et Sehl. ■ 
Ammonites subtricarinatus. D'Orb 
Ammonites peramplus. Mont. ■ 
Ammonites Austeni. Sharpe. 
Scaphites Geinitzii. D'Orb. ■ . 
Helicoceras Reussianum. Fr. . 
Helicoceras polyplocus, irorb. 
Baculites undulatus. D'Orb. $ . 
Belemnites Strehlensis. Fr. 
Aptychus cretaceus. MUnat. • . 
Aptychus radiatus. Fr. ■ ■ . 
Aptychus complanatus. Gein. ■ 

Gastropoda. 

Turritella multi striata. Beusa. ■ 
Turritella Neogerathiana. Goldfut 

Scala decorata. Gein 

Natica vulgaris. Beusa. • ■ ■ 
Natica Gentii. Sow. .... 

Rissoa Reussi. Gein 

Pleurotomaria linearis. Mant. ■ 
Pleurotomaria perspectiva. Mant. 
Turbo decemcostatus. Beuas, . 
Turbo Steinlai. Gein 



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Trochus amatus. Gem 

Aporhais stenoptera. Goldf.. . . 
Apo.iiia.is Reussi. Gein. sp. . ■ ■ 

Mitra Romeri. D'Orb 

Cerithium pseudoclathratum. nsm. 
(Patella angulosa. Gein) . . . 

Actoon ovum. Duj 

Dentalium Cidaris. Gein. ■ • • 



Pelecypoda. 

Isocardia cretacea. Goldf. ■ 
Isocardia sublunulata. D'Orh. 
isocardia turgida. Beuss. . 
Cardium deforme. Gein. 
Cardium bipartitum. iyo,-h. 
Cardium alutaceum. Munst. 
Cardium semipapillatum. Bcu, 
Cardium lineolatum. iieuss, 
Cardita parvula. Munst. ■ 
Cardita modiolus? miss. 
Cardita tenuicosta. Sow.. 
Astarte acuta. Beuss. . ■ 
Mutiella Ringmerensis. Gem 
^riphyla lenticularis. GoUf. 
Nucula semilunaris, v. Buck 
^ucula pectinata. Sow. . 
Pectunculus sp. ? . . . 
Ajca subglabra. worb. . 
™ r ca Geinitzii. Beuss. 

A''Ca Striatula. Beuss. . . 

Area undulata. Beuss. 

Pinna ? 

Mytilus Cottao. Bow,. . 
Gastrochaena amphisbaena. Gein 
» — var. cingulata. Fr. 
Modiola tetragonus . . 
Panopaea Gurgitis. Brongn 
*ellina concentrica. Reusa. 
Venus laminosa. Beuss. . 
Venus ovaiis. Sow. . . 
v enus Goldfussi. Gein. . 
ivenus Reussiana. Gem.) 
^°rtmla caudata. miss. . 
^ervillia solenoides. Defr. 



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56 



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Perna ? sp 

Inoceramus Brongniarti. Park. 
Inoceramus Cripsii. Mant. 
Inoceramus Cuvieri. Sow. 
Inoceramus latus. Mant. ■ 
Lima Sowerbyi. Gein. 
Lima granulata. rrori. . 
Lima divaricata. Buj. 
Lima semisulcata. miss. 

Lima Hoperi. Beshai/es. . 

Lima dichotoma. iieuss. . 
Lima elongata. Sow. ■ . 
Pecten Mlssoni. Goidf. . 
Pecten squamula. Lam. . 
Pecten serratus. miss. . 
Pecten cretosus. Befr. 
Pecten Dujardinii. BSm. . 
Pecten curvatus. Gein. . 
Vola quinquecostata. Sow. sp. 
Spondylus spinosus. Gold/. 
Spondylus latus. ESm. ■ 
Plicatula nodosa. Buj. . 
Plicatula inflata. Sow. 
Plicatula radiata. Gold/. . 
(riicatula granulosa. Gem.) 
Exogyra lateralis. Bmet. 
(Exogyra conica. Sow.) . 
Ostrea Proteus, iieuss. . 
Ostrea, semiplana. Sow. . 
Ostrea hippopodium. miss. 
Ostrea irons. Park. . . 
Anomia semiglobosa. Gein. 
Anomia subtruncata. B'Orb. 
Anomia subradiata. jteuss. 
Anomia immitans. Fr. . 



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Brachiopoda. 

Crania barbata. v. Bag, . . ■ 
Crania spinulosa. NUss. ■ . . 
Terebratu la semiglobosa. Sow. ■ 
Terebratwlina gracilis. Sehlott. ■ 
Terebratulina chrysalis. ScUoit. 
Rhynchonella plicatilis. Sow. . 



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57 



Bryozoa. 

Hippothoa desiderata. Nov. 
Membranipora confluens. Reuaa. 
Membranipora depressa. v. Uaag 
Membranipora ol Liptica,. v . Eaag. 
jperenicea confluens. mm. sp 
Lepralia pediculus. muss. . 

Crustacea. 

Lupeitos granulatus. Fr. . 
Enoploclytia Leacbi. Mant. 
Callianassa sp. ? . . . 
Cytberella ovata. RSm. . 
Cytherella Munsteri. Hews. 
^ytherella asperula. Beues. 

Cytherella sp 

Qythere ornatissima. muss. 
^ythere Geinitzii. Reuas. 
^ythere reticulata,. Kafka. 
^ytbere gracilis. Kafka. 
Wthere cuneata. Kafka. 
^ythere nodifera. Kafka. 
J^ythere serrulata. Bosq. 
^ythere elongata. Gem. .. 
^ytheridea perforata, mm. 
^ytherideis laevigata. RSm. 
*jairdia subdeltoidea. Munat 
^airdia modesta. items. ■ 
j^tii'dia arquata, var. faba 
r^dia depressa. Kafka. 
' ollicipos Kosticensis. Kafh 
^ollicipes glaber. nam. . 

^OlllCipeS COniCUS. Reus* 

*°Uieipes Bronni. mm. . . 
IScalpellum angustatum. z>«».) 
■koiicula pulcbella, Sow. var. gigas 

Fr 

Vermes. 

Serpula umbilicata. ». Sag. . . 

vperpuia macropus. Sow.) . . 

«erpula biplicata. Hems. . . 

"Srpuia depressa. v. Mamt. . . 



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58 



Serpula gordialis. ». SeU. 
Serpula pustulosa. Qei%. . 
Serpula rotula. Gold/. . 
Serpula granulata. Sow. . 
(Serpula ampulacea. Sow.) 

Echinodermata. 



D'Orb. 



Cidaris Eeussi. Gem. . 
Cidaris subvesiculosa 
Phymosoma radiatum 
Micraster cor testudinarium. Gold/. 
Micraster breviporus. Agassi* . 
Holaster planus. Mant. sp. . . 
Offaster (cf. corculum.) GoUf.sp. 
Stellaster quinqueloba. Goid/.sp. 
Mesocrinus Fischeri. Gem. sp. . 
PSOIUS sp 



Anthozoa. 

Nephthya cretacea. Potoa. . • 
Micrabatia coronula. Gold/, sp. 
Parasmilia centralis. Momt. sp. . 
Coelosmilia ? laxa. m, b. et iMme. 

Porifera. 

Craticularia vul^ata. PoK . . 
Craticularia subseriata. Mm. sp. 
Leptophragma striatopunotatum. 

Mom. sp 

Leptophragma fragilis. Bsm. sp. 
Pleurostoma bohemicum. zittl, 
Pleurostoma scyphus. Poc. . . 
Pleurostoma, ramosum. Gerstersp. 
Guettardia stellata. mm. . . 
Ventriculites angustatus. RSm. 
Ventriculites radiatus, Mant. . 
Ventriculites Zippei. Beuss sp. . 
Ventriculites cribrosus. Phiii. sp. 
Ventriculites marginatus. PoHa. 
Ventriculites convolutus. Emde. 
Plocoscyphialabyripthica. Beuss sp 



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59 



Plocoscyphia labrosa. Smiu sp. 
Plocoscyphia pertusa. Gem. 
Rhizopoterion cervicorne. Ooidf.ap, 
Cystispongia verrucosa. BSm. sp. 
Coeloptychium Frici. Poiia. 
Doryderma ramosa. Mant. sp. ■ 
Phymatella intumescens. Rom. sp 
Phymatella elongata. Reuss sp. . 
Thecosiphonia erecta. PoSta. • 
Cliona Conybeari. Brongn. ■ ■ 
Ainorphospongia globosa. v.iiag.sp 
A.chilleum rugosum, var. elliptica 
Achilleum bisquittiforme. Pr. . 
Spongites saxonicus. <?«». . • 

Poraminiferae. 

(Lagena globosa. Montg) . . 
Nodosaria Zippei. Beuss. • ■ 
(Nodosaria bactroides. Reuss.) . 
(Nodosaria inflata. Reuss) . . 
Nodosaria obscura. Hems. . ■ 
Nodosaria paupercula. Reuss. ■ 
(Nodosaria amphioxys. Beuss.) ■ 
(Nodosaria, Insula. Reuss.) . . 
(Nodosaria acicula. Reuss.) . . 
(Nodosaria Naumani. Reuss.) . 
(Nodosaria affinis. Beuss.) ■ ■ 
(Nodosaria, obsoiescens. Reuss.) 
(Nodosaria, multilineata. Beuss.) 
(Nodosaria oligOStegia. Beuss.) ■ 
(Nodosaria discrepans. Beuss.) ■ 
(Nodosaria distincta. Beuss.) ■ 
(Nodosaria, strangulata. Reuss.) 
(Nodosaria cognata. Reuss.). ■ 

Nodosaria, annulata. Beuss. . . 

Nodosaria, Lorneiana. D'Orb. ■ 

(Nodosaria, peracuta. Beuss.) ■ 
Nodosaria nodosa,. D'Orb. . . 
(Nodosaria gracilis. D'Orb.) . 

'Nodosaria, sororia. Benss.) ■ ■ 

Nodosaria communis. Beuss) . 

Nodosaria defiexa. Beuss.) . . 

'Nodosaria, legumen. Beuss.) . 



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60 



Nodosaria aculeata. D'Orb. . . 
(G-Iandulina cylindi'acea. Reus,?) 
(Glandulina mutabilis. nevus.) . 
Vaginulina costulata. Mm. . . 
Frondicularia angusta. miss. . 
Frondicularia canaliculate, Beuss. 
Frondicularia marginata. items. 
Frondicularia angustissima. Beuss 
Frondicularia trisulca. miss. . 
Frondicularia, simplex, itcnss. . 
Frondicularia striatula. items. . 
Frondicularia tenuis. Beuss. 
Frondicularia microsphaera. items 
Frondicularia inversa. Beuss. . . 
Frondicularia, Cordai. Beuss. . 
Frondicularia d'Arcluacina. D'Orb 
Flabcllina rugosa. D'Orb. . . 
Flabellina elliptica. miss. . . 
Flabellina Baudouiniana. D'Orh. 
(Flabcllina ornata. Beuss.) . . 
Cristellaria elongata. D'Orb. . 
Cristellaria ovalis. Beuss. . . 
Cristellaria denticulate. Beuss. 
Cristellaria corapressa. jyOrb. 
(Cristellaria recta, D'Orb.) . . 
Cristellaria ScbJonbachi. Beuss. 
(Cristellaria Kirsteni. Beuss.) . 
(Cristellaria navicula. D'Orb.). 
(Cristellaria intermedia. Bems.) 
(Cristellaria oligostegia. Beuss.) 
(Cristellaria lobata. Beuss.) ■ . 
Cristellaria rotulata. D'Orb. . 
(Cristellaria nuda. Bems.) . . 
(Cristellaria lepida. Beuss.) . . 
(Polymorphina globosa. v. m. sp 
(Polymorphina lacrima. Beuss.) 
(Polymorphina horrida. Beuss.) 
Bulimina D'Orbignyi. Beuss. ■ 
(Bulimina intermedia. Beuss.) . 
Bulimina Freslii. Beuss. . . . 
Bulimina Murchisoniana. D'Orb. 
Bulimina truncata. Beuss. . . 
Bolivina tegulata. Beuss. . . 
Textillaria conulus. Beuss. ■ ■ 



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61 



Textillaria praelonga. Beuss. . 
Textillaria obtusangula. BSm. . 
Textillaria turris. D'Orb. . . 
Textillaria Baudouiniana. D'Orb. 
Globigerina cretacea. D'Orb. . 
Globigerina marginata. Beuss. . 
Planorbulina ammonoides. Beuss. 
(Planorbulina polyraphes. Beuss.) 
(Planorbulina lenticula. Beuss.) 
Rotalia umbilicata. vorb. . . 
Rotalia nitida. Beuss. . , . . 
(Cornuspira cretacea. Beuss.) . 
Haplophragmium irregul. Bom.sp 
(Haplopliragmium aequale. BSm.sp.] 
(Haplostiche foedissima. Beuss) . 
(Haplosticbe dentalinoides. Beuss.) 
■Tritaxia tricarinata. Beuss. . . 
(Verneuillina Bronni. Beuss.) . 
(Verneuillina Miinsteri. Beuss.) 
Ataxophragmium variabile. D'Or 
(Plecanium Partschi. Beuss.) . 
Plecanium concinnum. Beuss. . 
G-audryina rugosa. d'Oi-i. . . 
Noiiionina compressa. Bom. . . 
■Truncatulina laevigata. Bom. . 



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Das Verhaitniss der in den Teplitzer Schicbten nachgcwiescnen 328 Arteu zu 
aei * in den anderen Kreideschichten Bohmens vorkommenden lasst sicb gegenw&rtig 
'""' mit Ausscbluss dor Forarniniferen durchftihren, denn die von den letzteren 
* Us den Teplitzer Schicbten in Bohmen und Sachsen von Beuss angefuhrten Arten 
la ' )(! <i meist cine vie] grSssere verticals Verbreitung, als man bisher annahm. Zabl- 
r eicbe Schlamm- und Schliffproben aus alien Schicbten der bohm. Kreideschichten, 
"©lche behufs der neuen Verarbeitung unserer Forarniniferen gemacbt wurden, 
We isen darauf bin. 

Somit bleiben zur Vergleiclumg 232 Arten aus den Teplitzer Scbichten iibrig, 

011 doncn 48 schon in den cenoinanen Korycaner, 71 in den Weissenberger, 45 in 

' e " Malnitzer, 49 in den fserschichten vorkommen. Es bleiben dann 134 Arten, 



(52 



welche zum erstenmale in den Teplitzer Schichten auftrcten. Davon wurden 16 
Arten bisher nur in Sachsen (Strehlen und Weinbohla) angetroffen; somit sind in 
Bohmen 118 Arten in den Teplitzer Schichten neu auftretend. Wie viele davon 
dann in die jiingeren Priesener Schichten iibergehcn, wird erst nach der neuen 
Verarbeitung der letzteren klar hervorgehon. 

Ueber die Zulassigkeit der Parallelisirung mit dem franzosischen Turon und 
Senon habe ich mich bereits friiher (Weissenberger Schichten pag. 7.) ausgesprochen 
und will hier nur beifiigen, dass die iibliche Bezoichnung der Teplitzer Schichten 
als Turon gewiss noch fraglich ist. 

Der Umstand, dass die Iserschichten , welche sicher untor den Teplitzer 
Schichten liegen, entschieden senone Formen wie Trigonia limbata und Pholadomya 
nodulifera fiihren, deutet darauf hin, dass diese Frage durchaus nicht als gelost zu 
betrachten ist. 



63 



IV. Kritisches illustrates Verzeichniss der in den Teplitzer 
Schichten vorkommenden Versteinerungen. 

Dieses Verzeichniss 1st zur Orientirung und Einftihrung in die palaeontolo- 
gische Wissenschaft zusammengestellt, und zwar in btindiger Kiirze, welche bei 
den Publikationen der Landesdurchforschung zu beobachten ist. (Vergl. Weissen- 
berger Schichten pag. 95.) 

Es bringt kurze Hinweisungen auf die palaeontologischen Hauptwerke und 
auf specielle Monographien ohne den ganzen Balast der Synonymik mitzuschleppen. 
Bei Arten, wo ich diesen Hinweis in meinen Schriftcn liber die Weissenberger, 
Malnitzer und Iserschichten bereits gegeben habe, verweise ich hier auf die bc- 
treffenden Stellen. 

Die Abbildungen beschriinken sich nicht bloss auf neue Arten, sondern bieten 
auch Darstellungen von den charakteristischen Leitpetrefacten, deren die Freunde der 
''alaeontologie, denen die grossen Werke unzugiinglich sind, am meisten brauchen. 

Arten, von denen ich in den fruheren Monographien bereits Eiguren gegeben 
habe und die in den Teplitzer Scbichten in ganz ahnlicher Form auftreten, habe 
ich nicht von neuem abgebildet und verweise auf die dort gegebenen Abbildungen. 




Vig. 20. Plesiosaurus Bernardl, Owen. 

Von Strehlen bei Dresden. 
Oopie nach Geinitz. Nattirl. (ivosse. 




.«. , 







' a 

Fig. 21. Plesiosaurus? sp. aus den Teplitzer 

Schichten von Loosch. Natiirl. Grosse. 
a von unten, b von der Seite, c von hinten. 



(Plesiosaurus Bernardi, Owen.) (Geinitz, Elbthalgeb. II. pag. 230. Tai 43. Fig. 
13—15,) — Fig. 20. 

Ich gebe die Abbildung dieses Saurierzahnes , der in den Teplitzer 
Schichten in Strehlen und Weinbohla in Sachsen vorgefunden wurde, urn 
die einheimischen Sammler auf diese Art iiufmerksam zu machen. 

Plesiosaurus? sp. Fig. 21. 

Mehrere /ebon eines grossen Sauriers wurden vom f Herrn Mann, 
Oberlehrer in Holtschitz bei Brttx, im Looscher Steinbruche aufgefunden. 



64 



(Chlmaera Agassizi, BuoMand.) (Geinitz, Elbthalgeb. II. pag. 206. Taf, 39. Fig. 8 — 10.) 

(CMmaera Mantelli, Buckland.) (Geinitz, Elbthalgeb. II. pag. 206. Taf. 39. Fig. 1 1 — 12.) 

Beide Arten kommen im Planerkalke bei Strehlon vor, sowie in der 

englischen Kreide. (Der einheimische Sammler moge ausser dem citirten 

Werke beziiglich des Aussehens der Gattung aueb vorgleichen Fric Reptil. 

u. Fische der bohm. Kr.-Form. pag. 17. Fig. 40. imd Vesralr IX. pag. 64. 

Fig. 22.) 

Oxyrlnna Mantelli, Ag. (Reuss I. pag. 5. T. III. Fig. 1—6, Fr. Rept. u. Fische 

pag. 7. Fig. 12., pag. 18. Fig. 41.) — Fig. 22. 

Diese bekannte, weit verbreitete Haiflschart kommt in den Teplitzcr 
Schichten itberall vor, wo dieselben in grosserem Maasstabe ausgebeutet 
wcrden und die Ziihne erreichen cine Langc von 45 mm. Wir besitzen den- 
selben aus den verschiedenen Kalkbriichen bei Teplitz, dann von Laun, Ko- 
schtitz, Cizkovic u. s. w. 

Zu der Art gehoren wahrscheinlicb die grossen Wirbel, die iin Kalk- 
bruche bei Loosch in lotzteror Zeit hiiufiger vorkommon nnd bis 85 mm 
Durchmesser besitzen. Anch glaube ich, dass die grosseren Coprolithen, von 
denen icb Fig. 22. ein Fragment abbilde, zu diescr Art gehoren. 

In neuester Zeit wurde die Zugehorigkeit der grossen Wirbel zu Oxyrlnna 
von Bassani direkt nachgewiesen (Memorie della Societa Italiana dolle Science. 
Napoli. 20. 2. 88.), indem dersolbe an einem Exemplare von Castellavazzo 
(Museum von Pavia) die Zahne neben der wohlerhaltenen Wirbelsaule vorfand. 



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- V" * 




Mg. '2ii. Lamna acu- 
minata, Ag. 




Fig. 22. Ooprolith, der wahrscheinlich 

der Oxyrhina Mantelli angehOrt. Aus den 

Teplitzer Schichten von Cizkovic. 



Fig. 24. Lamna subu- 
lata, Ag. 



Oxyrhina angustidens, Reuss. (Reuss I. pag. 6., 7. Taf. III. Fig. 7—10. Frifi, 
Rept. u. Fische pag. 8.) 

Kommt auf den sogenannten Koschtitzer Platten vor. — Geinitz filhrt die 
Art auch von Strehlen an. Wir besitzen dieselbe von Osseg und Teplitz. 

Lamna acuminata, Ag. (Reuss I. Fig. 8. Agass. Vol. 3. Taf. 37. Fig. 54., 57. 
Fric Rept. u. Fische pag. 9.) — Fig. 2;;. 

Reuss fuhrt diese Art von Koschtitz an, ohne cine Abbildung zn geben. 
Ich gebe hier Fig. 2.'!. <iine Copie der Figur bei Agassiz, urn unsere Sammler 
auf diese Art aufmerksam zu machen. Wir besitzen diese Art nicht und 
wisscn auch nicht, wohin das Original gekommen ist. 



65 

lamna subulata, Ag. (Reuss II. pag. 100. Taf. 14. Fig 25. Frig Kept. u. Fische 
pag. 9.) — Fig. 24. 

Reuss fiihrt die Art von Kosclititz und von Kautz an. Kommt haufig im 
Pliinerkalke von Strehlen und Weinbohla vor. 

lamna raphlodon, Ag. (Reuss I. pag. 7. Taf. III. Fig. 34—36. Fric Rept. und 
Fische pag. 10. Fig. 17. Fric Weissenberger Schichten pag. 97. Fig. 34.) 

Kommt auf den Koschtitzer Platten vor, jedoch viel seltener als dies in 
den cenomanen Korycaner Schichten der Fall es ist. Geinitz fiihrt sie auch 
von Strehlen an. 
(Notidamis microdon, Agass.) (Geinitz Elbthalgcb. II. pag. 210. Taf. 40. Fig. 1.) 
Fig. 25. 

Geinitz fiihrt diese Art von Strehlen an und ich mache hiemit die ein- 
heimischen Saminler auf diesen interessanten Haifischzahn aufmerksam. 




F k- 25. Notfdanus mi- 
crodon, Ag. 




Fig. 26. Fragment der Wirbel- 
siiule eines liaifisches aus dem 
Pliinerkalke von Loosch. Wahr- 
scheinlicli zu Otodus appendicu- 
lar gehorig. Natiirl. Grosse. 




Fig. 27. Copvolitli aus dem Pliiner- 
kalke von llundorf. Wahrschein- 
lich zu Otodus appendiculatus ge- 
horig. Natiirl. Grosse. 



Otodus appendiculatus, Ag. (Reuss I. pag. 5. Taf. III. Fig. 22—29. II. pag. 99. 
Geinitz Elbth. I. pag. 294. Taf. 65. Fig. 6. 7. Fric Rept. und Fische pag. 5. 
Fig. 5.) — Fig. 26. und 27. 

Gehort zu den haufigen Erscheinungen in den Teplitzer Schichten, ist 
aber schwer sicher zu bestimmen, wenn die Seitenziihnchen abgebrochen sind. 
Ich gebe auch die Abbildung eines Fragmentes der Wirbelsaule, das ich bei 
Loosch sammelte und von dem ich glaube, dass es dieser Art angehort. 

Otodus semiplicatus, v. Munster. (Fric Rept. und Fische pag. 7. Reuss I. pag. 5. 
Taf. III. Fig. 20. u. 21.) 

Reuss fiihrt die Art von Koschtitz an. Einen deutlich gefalteten Neben- 
zahn, welcher dieser Art angehoren dlirfte, fand ich in der Sammlung des 
Stiftcs Osseg und riihrt derselbe aus dem jetzt verlassenen Kallcwerke am 
Fusse der Strobnitz her. Derselbe ist 7 mm breit und hoch, tragt auf der 
Aachen Seite 4 Falten, die bis zur halben Hohe reichen und zwischen welche 
sich unten kleinere einlegen. Die gewolbte Seite ist glatt. Die langere 
Kante ist fein gezahnelt, die ktlrzere trftgt unten zwei grobe Zacken. Dieser 
Rest deutet auf ein viel grosseres Exemplar, als es lusher von dieser Art 
bekannt ist. 

5 



Otodus serratus, Ag. (Reuss I. pag. 5. Fric Rept. u. Fische pag. 7.) — Fig. 28. 
Wurde von Reuss nur einraal in den Teplitzer Schichten von Koschtitz 
vorgefunden. 
Corax hctcrodon, Reuss. (Reuss I. pag. 3. Taf. III. Fig. 49—71. Fric Rept. und 
Fische pag. 11. Fig. 23. Weissenb. Schichten Seite 96. Fig. 35.) 

Fine haufige Erscheinung iiberall, wo der Planerkalk der Teplitzer 
Schichten gewonnen wird Oder gut cntbliisst ist. Wir besitzen ihn von 
Koschtitz, Teplitz, Kystra, Osseg etc. 
Spinax rotundatus, Reuss. (Reuss pag. 8. Taf. IV. Fig. 12—14.) 

Reuss fiihrt diesen Haifisch-Flossenstachel aus den Teplitzer Schichten 
von Koschtitz an. Es sind dies glatte Stacheln, deren Bestimmung Reuss 
nur als provisorisch bezeichnet. — Spinax marginatus Reuss erwies 
sich als ein Zahn von Saurocephalus. 




Fig. 28. Otodus serratus, 

Ag. 





Fig. 80. Ptychodus latissimus, Ag. 

Aus den Teplitzer Schichten am Eger- 
ufer bei Koschtitz. Ansicht von oben. 



Fig. 29. Ptychodus mammi- 
laris? Ein kleiner Seitcu- 
znJin aus der vordersten 
Partie des Kiefers v. Ilun- 
dorf. (Coll. Eaffelt.) 



Ptychodus mammillaris, Ag. (Reuss I. pag. 2. Taf. II. Fig. 11—13. Fric Rept. 
u. Fische pag. 14. Fig. 33.) — Fig. 20. 

Diese Art scheint den tieferen Lagen der Teplitzer Schichten anzugc- 
horen, indem sie Reuss als haufig auf den sogenannten Koschtitzer Platten 
anfiihrt. Seltener ist sie in dem mittleren Niveau, welches in den Kalk- 
briichen bei Teplitz ausgebeutet wird. Aus diesem stanrmt der Fig. 29. abge- 
bildete kleine Nebenzahn, der bios eine grossere Falte triigt. 

Ptychodus latissimus, Ag. (Reuss I. pag. 1. Taf. II. Fig. 5—8. Fric Rept. u. 
Fische pag. 15.) — Fig. 30. 

Diese prachtvolle Art kommt in den mittleren Lagen der Teplitzer 
Schichten vor, etwa in Nro. 15. des Profils von Scttenz. Es kommt die Art 
selten in den Kalkbriichen von Settenz, Loosch und Hundorf vor und cine 
prachtvolle Gruppe, die wahrscheinlich einem Individuum angehort und die 
aus dem Settenzer Steinbruche des Herrn Pickliardt stammt, wurde dem If. k- 
Hofmineraliencabinete zu Wien von f Lehramtskandidaten Raffelt aus Leit- 
meritz geliefert. — Unser Museum erhielt von dem eifrigen Sammler Herrn 
Fassel in Teplitz (Bohm. Saal) ein grosses Exemplar dieser Art, welches wahr- 
scheinlich zu der Raffelt'schen Gruppe gehort. Ausserdem bositzt unser Museum 
aus Sternberg's Zeiten ein Exemplar aus Benatek an der Iser, was darauf hin- 
deuten wurde, dass auf den [serschichten daselbst irgendwo der Planerkalk 



67 

der Teplitzor Schichten liegt, der nur gelegentlich bei Gnmdgrabungen ent- 

blosst werden dtlrfte. Mem Nachsuchen daselbst war vergebens. — Reuss 

ftihrt die Art auch von Kosclititz an. 
Ptychodus decurrens, Ag. (Reuss I. pag. 1. Taf. II. Fig. 10. Fric Rept. u. Fische 

pag. 14. Fig. 34.) 

Diese Art ist kleiner als latissimus und durch die Verzweigung der Rippen 

an den Seiten des Zahnes charakteristisch. Reuss fiihrt dieselbe von Hundorf 

und Koschtitz an. 
Aerodus alfinis, Reuss. (Reuss I. pag. 1. Taf. II. Fig. 3—4. Fric Rept. u. Fische 

pag. 15.) — Fig. 31. 
Aerodus triangularis, Gein. (Reuss I. pag. 2. Taf. II. Fig. 14., 16. Fric Rept. 

u. Fische pag. 16. Fig. 38.) — Fig. 32. 

Reuss fiihrt beide Arten aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz an. 



Fig, 81. Acrotlus affinis, 

Reuss. 





i.<!. 82. Acrodus triangula- 
ris, Gein. 



Fig. 88. Hybodus cristatus, 

Reuss. Von Koschtitz. 
Naturl. Gr. (Nach Reuss.) 



1 



Hybodus cristatus, Reuss. (Reuss I. pag. 2. Taf. II. Fig. 20. Fric Rept. u. Fische 
pag. 13. Fig. 27.) — Fig. 33. 

Diese Art wurde von Reuss nur einmal in Koschtitz gefunden. 
ycnodns cretaceus, Ag. (Fric Rept. u. Fische pag. 22. Taf. II. Fig. 1—4.) 

Reuss fiihrt diese Art unter dem Namen P. rhomboidalis nnd P. sub- 
deltoideus aus dem unteren Niveau von Koschtitz an. Ich fand einen schonen 
Unterkiefer aus dem Teplitzer Kalke von Loosch in der Sammlung des f Ober- 
lehrers Mann in Holtschitz bei Komotau. 
Pycuodus coniplanatus, Ag. (Fric Rept. u. Fische pag. 21. Taf. II. Fig. 5.) 

Wird von Reuss aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz angefiihrt 
wo sie im tieferen Niveau auf den Koschtitzer Plattcn (unterer Pliinerkalk 
von Reuss) vorkam. 
^'nodus scrobiculatllS, Reuss. (Fric Rept. u. Fische pag. 22. Taf. II. Fig. 6., 7.) 
Reuss fiihrt diese Art aus Koschtitz an. Das geologische Cabinet der 
deutschen Universitat in Prag besitzt einen grossen Pycnoduskiefer von Hun- 
dorf, dessen Zahne mit ahnlichen Griibclum besetzt sind, wie man es fur I'. 
scrobiculatus als bezeichnend halt. Eine Habere Beschrcibung dieses Restes 
ist sohr wiinschenswerth. 
8 Phaerodus tenuis, Reuss. (Reuss Geogn. SK. II. pag. 220., 257. Fric Rept. u. 
Fische pag. 24.) 

Von Reuss auf den Koschtitzer Flatten gefunden. 
'•y»'«dus mammillaris, Ag. (Reuss I. pag. 9. Taf. VII. Fig. 28. Fric Kept. u. 
Fische pag. 25.) 

Von Reuss auf den Koschtitzer Flatten gefunden. 



(Uemilampronites Stehilai, Gein.) (Elbthlgb. II. pag. 220. Taf. 44. Fig. 3, 4.) — Fig. 34. 

Selten im Planerkalke von Strehlen. 
(Hemicyclus Strehlensis, Gein.) (Elbthlgb. II. pag. 220. Taf. 45. Fig. 1.) — Fig. 35. 
Vereinzelt im Planerkalke von Strehlen. 
Enchoclus Halocyon, Ag. (Reuss I. pag. 13. Taf. IV. Fig. 65. u. 66. Fric Kept, 
und Fische pag. 35. Taf. 7. Fig. 1—4.) 

Diese Art, welche bei uns im Wehlowitzer Fischplaner der Weissenberger 
Schichten ihr eigentliches Lager hat, wird von Reuss auch aus den Teplitzer 
Schichten von Hundorf und Koschtitz angefiihrt. Nach Geinitz war dieselbe 
in fruheren Zeiten in Strehlen hiiung. 
Osmeroides Le/wesiensis, Ag. (Fric Rept. und Fische pag. 32. Taf. VII. Fig. 5, 6. 
Taf. VII. Fig. 1.) — Fig. 36. 

Einzelne Schuppen kommen zuweilen vor, aber namentlich hiiung decken 
dieselben die rohrenformigen Korper, welche wir weiter untcn untcr dem 
Namen Lepidcnteron besprechen werden. 






Fig. 34. Hemilampronites Fig. 85. Hemicyclus Streh- 
Steinlai, Gein. lensis, Gein. 

Vergrdssert. Nach Geinitz. Vergrossert. Nach Geinitz. 



Fig. 36. Osmeroides Lewe- 
siensis, Ag. 

Vergrossert. 



(Osmeroides divaricatus, Gein.) 

Geinitz fiihrt diese Art, welche sich durch bedeutendere Grosse von dor 
vorigen unterscheiden soil, aus Strehlen an. 
Aulolepis Reussi, Gein. (Fric Rept. und Fische pag. 34. Fig. 59.) 

Diese kleinen, diinnen, runden Schuppen kommen ebcnfalls auf dem 
Lepidenteron vor. 
(Aspidolepis Steinlai, Gein.) (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 234. Taf. 46. Fig. 4.) 
Vereinzelnt im Planerkalke von Strehlen. — Fig. 37. 
Sanrocephalus ? marginatus. [Spinax Marginatus, Keuss.] (Geinitz Elbthalgeb. II. 
pag. 222. Taf. 43. Fig. 3-8.) — Fig. 38. 

Dieser Zahn wurde von Reuss in Koschtitz gefunden und fur einen 
Flossenstachel angesehen. Geinitz bildet mehrere von Strehlen ab. Auch 
fiihrt er von demselben Fundorte 
(Saurocephalus laneiformis, Harlan.), 

(Sanrocephalus dispar, Hebert.) an, welche viel kleiner sind und nicht die schief 
abgestutzte Spitze haben. Ein Rest, an dem ahnliche Zahne in Verbindung 
init, dem Kiefer stehen wiirden, hiitte bedeutenden Werth fur die Losung del 
Frage. In neuerer Zeit wurde die erstere Art sowohl in den Iserscliichten von 
Vinar, sowic, auch in den Priesener Schichten von Chotzen vorgefunden. 



69 

Hypsodon Lewesiensis, Ag. (Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 42. Taf. 43. Fig. I., 2. 
Fric Rept. u. Fische pag. 40. Taf. 6.) 

Zahlreiche Reste fiihrt Geinitz von Strehlen an. 

Cladocyclus Strehlensis, Gein. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 224. Taf. 45. Fig. 
2—9. Fric Rept. u. Fische pag. 44. Fig. 66.) — Fig. 39. 

Die grossen Scliuppen dieser Art kommen bei uns in Bolimen in den etwas 
jiingeren Plattenplanern vor, welche wir aus spilter darzustellenden Griinden 
schon zu den Priesener Schichten zahlen. Geinitz fiihrt sie von Weinbohla 
und Strehlen, sowie aus den Baculitenthonen (Priesener Schichten) von 
Zatschke bei Pirna an. Aus den Teplitzer Schichten in Bohmen besitzen 
wir diese Scliuppen von Hundorf. 

(Acrogrammatolepis Steinlai, Gein.) (Elbthalgeb. II. pag. 223. Taf. 45. Fig. 22.) 
Figur 40. 

Ich gebe die Abbildung dieser seltenen Schuppe nach Geinitz, um die 
einheimischen Sammler darauf aufmerksam zu machen. 




% 87. Aspidolepis 

Steinlai, Gein. 
^opie nach Geinitz. 




Fig. 38. Sauroce- Fig. 89. Cladocyclus Streh- Fig. 40. Acrogrammato- 
phalus margina lensis, Gein. lepis Steinlai, Gein. 

tus, Reuss. Copie nach Geinitz. 



IJe ryx ornatus, Ag. (Reuss pag. 12. Fric Rept. und Fische pag. 43. Taf. V. 
Kg. 2., 3.) 

Reuss fiihrt einen grosseren Rest aus den Teplitzer Schichten von 
Kutschlin an und einzelne Schuppen von Koschtitz. Bin schones Fragment 
bofindet sich in der geologischen Sammlung der dcutschen Universitiit in 
Prag. Ein fast ganzes Exemplar soil nach Aussage der Arbeiter von einem 
Privatsammler in Briix angekauft worden sein. 

J< 'I»i<lentcron longissimum, Fr. (Fric Reptilien und Fische pag. 19.) 

Ich erwahne hier des wurmartigen Gebildes bios darum, weil seine 
Obcrfliiche mit zahlreichen Fischschuppen bedeckt ist, deren genaues Studium 
einer spateren Zeit aufbewahrt bleibt. Osmeroides, Cyclolepis, Beryx etc. 
kommen darauf neben Fischknochcn vor. In meiner Auffassung als Wurm- 
rohre wurde ich neuerdings durch Exemplare bekraftigt, welche im inneren 
aur leere Steinmasse cnthielten und nur die Obertliiclie mit Schuppen be- 
deckt zeigten. Wir besitzen solche Rohren von Hundorf und den meisten 
gut aufgeschlossenen Local itiiten. 



70 



Nautilus sublaevigatus, d'Orb. (Fric et Schlonbach Ceph, pag. 21. Taf. 12. Fig. 1.) 

Kommt in den Teplitzer Schichten im mittleren Niveau vor, aber viel 

seltener als in den Weissenberger und Malnitzer Schichten. An seiner Ober- 

flache findet man oft zahlreiche Austern, Serpulen und den Bohrschwamni 

Cliona Conybeari. Wir besitzen denselben von Settenz-Hundorf. 

Nautilus rugatus, Fr. (Fric et Schlonbach, Cepbalopoden pag. 23. Taf. 12. Fig. 2. 
Taf. 15. Fig. 2.) 

Kommt selten und meist sehr verdriickt in Hundorf und Koschtitz vor. 
Reuss fuhrt ihn unter dem Nam en N. elegans Sow. an, olmc ihn naher zu 
beschreiben und abzubilden. Derselbe ist durch die grobe Berippung vom 
N. sublaevigatus leicht zu unterscheiden. 

Ammonites (Schloenbachia) subtricarinatns, d'Orb. (Fric et Schlonbach, Cepha- 
lopoden, pag. 26. Taf. 1. Fig. 1—3.) 

Von dieser Art, welche eigentlich erst in den viel jiingeren Ohlomokcr 
Schichten haufiger auftritt, ist in den Teplitzer Schichten bis her nur ein 
Prachtexemplar von 34 cm Durchmesser gefunden und zwar in den nun- 
mehr verlassenen Kalkbriichon zwischen Wrbican und Keblitz bei Lobositz. 
(Geschenk des Herrn Tschinkel in Lobositz.) 



r 





Fig. 41. Ammonites peramplus, Mant. 

Photographic des Exemplars von Cizkovic. 

Natilrl. Grosse 84 cm. 



Fig. 42. Ammonites Austeni, Sharpe. 

Aus dem Teplitzer Sch. v. Mariascliein. 
| naturl. Grosse. Nach einer Photogra- 
phic gczeichnet. 



Ammonites (Pachydiscus) peramplus, Mant. (Fric et Schlonbach Ceph. pag- 
38. Fig. 8. Taf. 1—4.) — Fig. 41. 

Der Eiese unter unseren Ammoniten kommt hauptsachlich in den tieferen 
Lagen des mittleren Niveaus vor (vergl. Profil Fig. 3. Nro. 16.). Das griisste 
Exemplar von Popelz bei Libochowitz hat cinen Durchmesser von 84 cm, 
eine Breite der Miindung von 20 cm. Ein ahnliches Exemplar von Cizkovic 
bei Lobositz hat bei gleichem Langendurchmesser die Miindung 28 cm breit. 
Diese Art tritt liberal] auf, wo der Planerkalk der Teplitzer Schichten gul 
an einer Thallehne entblosst ist oder in Steinbriichen ausgebeutet wird. 



71 

Die Wohnkammer der grossen Exemplare enthalt in dor Regel eine Menge 
kleiner Petrefacten, so ■/.. B. fand ioli in Koschtitz in einer derselben das 
Prachtexemplar der Loricula (Crustaceen der bohm. Kreideformation Taf. I.), 
viele Exemplare des Scaphites Geinitzii, dann Mytilus etc. — Unsere 
Sammlung besitzt Exemplare von Hundorf, Gaubenhof bei Leitmeritz, von 
Popelz und vielen andercn. 
Ammonites (Desmoceras) Austeni, Sharpe. (Fric et Schlonb. Cephalopoden 
pag. 36. Taf. 6. Fig. 12.) — Figur 42. 

Das abgebildete Exemplar erliielt unser Museum als Ceschenk vom Stifte 
S. J. zu Mariaschein bei Toplitz. Dasselbe hat einen Durchmesser von 
. r ). r ) cm und seine Windungen sind viel gewolbter als diejenigen bei den Exem- 
plaren aus den Weissenberger und Malnitzer Schichten. 






■^ig. 44. Helicoceras 

•vHissianum, Gein. Von 

Uikovio bei Lobositz. 

Natilrl. Grosse. 



Fig. 48. Scaphites Gfei- 
nitzii, D'Orb. 

Natilrl. Griisse v. Maria- 
schein. 



Fig. 45. Helicoceras polyplocum, D'Orb. 
Von Hundorf. I natilrl. Grosse. 

Ansicht von vorne. Ansicht von hinten. 



Scaphites Geinitzil, D'Orb. (Eric et Schlonbacli Cephal. pag. 42. Taf. 13. Fig. 7., 
8., 10., 12. Taf. 11. Fig. 11.) — Figur 43. 

Kommt in vcrschiedener Grosse vor. Das abgebildete Exemplar stellt 
die mittelgrosse Form dar. In den Wohnkammern des Ammonites peramplus 
von Koschtitz fand ich Exemplare bis zu einer Liinge von 55 mm. 
Helicoceras Ilcussianum, Gein. [H. armatum, D'Orb.] (Fric et Schlonbacli, Ceph. 
pag. 47. Taf. 14. Fig. 14-19. Taf. 16. Fig. 9.) — Fig. 44. 

Windungsfragmentc kommen in Hundorf, Oizkovic und Kystra vor, 
reichen aber kaum zur sicheren Bestimmung der Art aus. 
Helicoceras polyplocum, D'Orb. [Turrilites polyplocus, Gein.] (Fric et Schlonbacli, 
Ceph. pag. 48. Geinitz Cher. pag. 67. Taf. 13. Fig. 1.) — Fig. 45. 

Das schone abgebildete Exemplar von 80 mm Lange befindet sich in 
der Sammlung des deutschen Polytechnicums in Prag und wurde mir von 
Prof. Waagen gefalligst zur Abbildung geliehen. Sonst sind selbst Fragmcnte 
in Hundorf seltcn. 
Baculites undnlatus, D'Orb.? (Fric et Schlonbacli, Cephal. pag. 49.) 

Schalenlose Steinkerne von Baculiten, welche dem Faujassi var. bohemica 
sehr aahe stehen, finden sich auch hie und da namentlich in Koschtitz, 



72 

Gaubenhof, Kystra etc., sind aber kaum zu einer genauen Bestimmung 
tauglich. Geinitz fiihrt einen ahnlichon Rest unter dem Naincn Bac. bacu- 
loides, Mant. von Strehlen an. 
Belemnites Strehlensis, Fr. (Fric ct Schlonbacli, Ceph. pag. 18. Taf. 16. Fig. 
10—12, 17 a.) — Fig. 46. 
(Belemnitella plena, Blainw., var. Strehlensis.) (Fric, bei Geinitz Elbthalgebirge, II. 
pag. 180. Taf. 31. Fig. 13.) 

Wir besitzen bios ein einziges Exemplar dieser schlanken Art, welclio un- 
serer Sammlung vom Afrikareisonden Dr. Holub gescbenkt wnrde, der in seincn 
Studienjahren eifrig in der Umgebung von Laun Petrcfacten gesammolt hat. 









Fig. 40. Belemnites Streh- 
lensis, Fr. 
Von Koschtitz. Natiirl. Gr. 



Fig. 47. Aptychus radiatus, Fr. Von Clikovic. 
A. Natiirl. Grosse. B. 8Jmal vergrossert. O Frag- 
ment der Schale stark vergrossert. 



Aptychus cretaceus, Miinster. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 193. Taf. 35. Fig. 5.) 
Von diesem Aptychus, welchen wir in Bohmen in Verbindung mit Sca- 
phites gefunden haben, bildot Geinitz auch ein grosses Exemplar aus den 
Tcplitzer Schichten von Strehlen ab. Ein zukunftiger Monograph der Aptychcn 
wird wohl zu prufen haben, ob diess nicht cine andere Art ist als die, 
welche dem Scaphites Geinitzii angehort. 

Aptychus radiatus, n. sp. — Fig. 47. 

Aus dem Planerkalk der Teplitzer Schichten von Gizkovic bei Lobositz 
besitzen wir einen 13 mm langen Aptychus, der ziemlich stark gewolbt ist 
und dessen vorspringende Anwachsstreifen zur ITiilfte mit radialen Rippchen 
besetzt sind. Die Inncnnache ist glatt. Wahrsclieiidich gehort dieser Aptychus 
einem Bacuiiten an. 



7)5 

Aptyehus complanatus, Gem. (Fric et Schlonbach, Ceph. pag. 51. Taf. 14. 
Fig. 9., 10. Reuss I. pag. 25.) 

Von dieser Art ist es nicht festgestellt, ob sie wirklich aus don Teplitzer 
Schichten stammt. 
Tnrritella multistriata, Reuss. (Fric, Weissenberger Schichten pag. 103. Fig. 38.) 
Scheint in den tieferen Lagen der Teplitzer Schichten hiiufiger vorzu- 
komrnen als in den hoheren. 
Turritella Noeggerathiana, Goldf. (1843. Goldfuss, Petref. Germ. III. pag. 107. 
Taf. 197. Fig. 1. 1880. Fric, Weissenberger Schichten pag. 103. Fig. 39. 
Iserschichten pag. 94. Fig. 56. Turrit. Fittoniana, Munst.) 

Selten im unteren Niveau von Kystra. Die Exemplare aus den Teplitzer 
Schichten sind nicht genug gut erhalten, urn die Frage zu entscheiden, ob 
diese Art zu Noeggerathiana Oder Fittoniana gehort. 
Scala decorata, Gein. (Weissenberger Schichten pag. 105. Fig. 41.) 
Selten im Pliinerkalke von Cfzkovic. 





Fig. 48. Pleurotomaria linearis, Mant. Aus dcm mittleren Niveau der Teplitzer 

Schichten von Ilundorf. 

re. Von oben. b. Von der Seite. c. Windungsfragment. 

Natica vulgaris, Reuss. (Natica lamellosa, Rom. Fric Weissonbergerschichten, 
pag. 105. Fig. 43.) 

Wird von Reuss aus dem tieferen Niveau (Planermergel) von Kystra, 
angcfuhrt. Die verdriickten und schalenlosen Exemplare lassen kaum erne 
sichere Bestimmung zu. Die von Reuss als Litorina rotundata, Sow. ange- 
fuhrte Art diirfte audi hierher gehoren. 

Natica Gentii, Sow. (Geinitz Elbthalgebirge. II. Taf. 29. Fig. 12-14. Fric Weissen- 
berger Schichten pag. 106. Fig. 45.) 

Kommt in sehr mangelhaften Exemplaren bei uns in den Teplitzer 
Schichten und dann in StreMen vor. 



74 

Rissoa Reussi, Gein. (Fric, Weissenbergef Sehichten pag. 106. Fig. 46.) 

Nach Reuss selten ira tieferen Niveau von Kystra. 
Pleurotomarla linearis, Mantell. — Fig. 48. 

1st eine der wenigen fur die Teplitzer Sehichten bezeichnenden Arten, 
welche iiberall, wo dieselben gut zngtoglich sind, vorkommt. 
Pleurotomaria perspectiva, Mant. (1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 166. 
Taf. 29. Fig. 11.) — Fig. 49. 

Diese Art zeichnet sich von der vorigen durch hohere abgerundete Um- 
giinge und durch engeren Nabel aus. Sie kornmt bios als Steinkern bei 
Hundorf, Settenz, Loosch, Mariaschein vor. Geinitz fiihrt sie von Strehlen, 
Weinbiihla und von Oppeln in Oberschlesien an. 

(Reuss fiihrt noch PI. sublaevis, Gein. als sehr selten von Koschtitz 
an. Obne Vergleichung des Originals ist ein Urtheil dariiber nicht miiglich- 
Ebenso ist es nicht zu entscheiden, was Reuss unter PL gurgites Bron- 
gniart gemeint hat, die er von Hundorf und Kutschlin anfuhrt.) 









Fig. 49. Pleurotomaria perspectiva, Mant. Von Hundorf. 

a. Von vorne. b. Von unten. 



Turbo decemcostatus, (v. Buch.) Reuss. Solarium decemcostatum, Reuss. (Verst. 

pag. 48. Taf. X. Fig. 1., 2. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 164. Taf. 29 Fie 98 ) 

— Fig. 50. " b ' ! 

Diese Art kommt selten in Hundorf und Cizkovic vor. 

Trochus amatus, Gein. (1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 164. Taf. 29. Fig 7.) 

Von dieser Art, welche Geinitz von Strehlen und von vielen andereu 

Localitiiten in Deutschland anfuhrt, bositzen wir bios ein i''ragnicnt von Hundorf. 

Turbo Steinlai, Gein. (Elbthalgeb. II. pag. 164. Taf. 29. Fig. 9.) — Fig. 51. 

Kommt hiiung, nach Geinitz, in Strehlen vor, aus Bohmen sind bisher 
bios 2 Exemplare aus der Sammlung des f Oberlehrers Mann in Holtschitz 
bei Komotau bekannt. 



75 

l>io Rostellarieo Kind in den Teplitzer Schichtea so mangelhaft erhaltem, class 
deren Bestimmung meist ganz unmoglich ist. Reuss fiilirt R. ParMnsonii 
von Hundorf an, deren Vorkommen daselbst unwalirscheinlicli ist. 

RosteHaria (cakarata) stenoptera, Sow. (Aporhais.) RosteHaria stenoptera, Gholdf. 

— Fig. 52. 

Reuss fiihrt sie aus dem unteren Niveau (Planermergel) von Kystra an, 
Wir besitzen von dort nur cin mangelhaftes Exemplar. Icli gebe einc Abbildung 
aus jiingeren Schichten, urn die Sainmler darauf aufmerksam zu niachen. 






Fig. 50. Turbo decemco 
status, Keuss.Von Cfikovic. 

.Natiirl. Grosse. 



Fig. 51. Turbo Steinlai, 

Gein. Vim Hundorf. 

Natiirl. Grosso. 



Fig. 62. Rostellarla (Apor- 
hais) stenoptera, Goldf. 



RosteHaria (Aporhais) Reussi, Gein. Var. megaloptera. (Elbthalgeb. pag 169. 
Taf, 30. Eig. 9—11. Vesmlr XIII. pag. 7.) 

Geinitz fiihrt die Art als haufig aus dem Pliinerkalke von Strehlen und 
Weinbohla an; wir besitzcn nur schlechtc Exempjare von Koschtitz. 
Cerithinm pscmloclatliratiim, D'Orb. (1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 175. 
Taf. 81. Eig. 5.) 

Fiihrt Geinitz von Strehlen an. Wir besitzen es von Koschitz und Ctzkovic. 

(Patella angulosa, Gein.)' Fiihrt derselbc als auf den Schalen von Hamiten etc. 
vorkominend an. 




Fig. 53. Acteon ovum, Duj. Von Hundorf. Natiirl. Grosso. 

* 

Acteon ovum, Dujardin. (Reuss I. pag. 50. 1874. Geinitz Elbthalgeb. II. 2. pag. 
17(5. Taf. 29. Fig. 16., 17.) — Fig. 53. 

Selten in Hundorf, Kutschlin und Cizkovic, nach Geinitz in btrelilen. 

I>entalium (Maris, («ein. (Eric Weissenb. Schichten pag. 112. Fig. 63.) 

Kommt in Koschtitz im mittlereu Niveau vor. 
Isocardia cretacea, Goldf. (Reuss n. 2. Taf. 42. Fig. 29.) — Fig. 54. 

Diese Steinkerne kominen selten in Hundorf vor und es ist schwer zu 
entscheiden, ob manche derselben nicht zu Cardium deforme gehbren. 



76 

Isocardia sublunulata, D'Orb. (Isocardia lunulata, Rom. bei Eeuss II. pag. 2. 
Taf. 40. Fig. 17. Frig Weissenb. Schichten pag. 114. Fig. 68.) 

Mangelhafte Steinkeme besitzen wir von Koschtitz und Sulevic. 

Isocardia turgida, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 2. Taf. 40. Fig. 16.) — Fig. 55. 

Kommt nach Reuss selten als Stoinkern in Hundorf vor. Unsere Sammlung 

besitzt nichts ahnliclies und es waren diese unschonen Reste, welche moist 

von Sammlern verschmftht werden, dennoch eifriger zu sammeln, damit man 

mehr Sicherheit in Bezug auf ihre Deutung gewinnt. 





Fig. 54. Isocardia cretacea, Goldf. 
Copie nach Reuss. i naturl. Grosse. 




Fig. 55. Isocardia turgida, 

Reusa. Stelnkern, Copie nach 

Reuss. Natilrl. Grosse. 



Cardium deforme, Gein. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 64. Taf. 17. Fig. 8.) — Fig. 56. 
Aus der Reihe der rauhon Cardien fiihrt Reuss das Cardium pustulosum 
als hiiufig von Hundorf an. Geinitz sondert die in den Teplitzer Schichten 
bei Strehlen vorkommende Form als Car. deforme ab und legt Gewicht darauf, 
dass auf der Vorderseite starkere Rippen mit schwacheren abwechseln. Wir 
besitzen die Art von Hundorf, Rosenthal, Mariaschein etc. 








Fig. 50. Cardium deforme, Gein, Von Hundorf. 

Naturl. Grosse. 



Cardium Mpartitum, D'Orb. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 64 Taf 17 Fie 21 
Taf. 18. Fig. 5.) — Fig. 57. ' ' 

Diesen langlichen Steinkern besitzen wir von Koschtitz, Sulevic, Cfzkovic 
und Odfepes. 



77 

Cardium alutaceum, Mtinster. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1. pag. 65. Taf. 18. Fig. 
6., 7. Reuss Verstein. II. pag. 1. Goldfuss Petref. Gennaniae II. pag. 220. 
Taf. 144. Fig. 5.) — Fig. 58. 

Eine fiir die Teplitzer Schicliten sehr bezeichnende Art, die nicht 
selten in Hundorf und Strehlen vorkommt. 
Cardium semipapillatum, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 1. Taf. 40. Fig. 12.) 
— Fig. 59. 

Kommt sehr selten im unteren Niveau bei Kystra vor, ura dann spater 
in den Priesener Schicliten wiederzukehren. 





Fig. 57. Cardium bipartitum, 

D'Orb. Von CiSkovic. 

Natiirl. Grosse. 





X ... •-' fe 



Fig. 58. Cardium alutaceum, 

Miinst. Von Hundorf. 

Natiirl. Groase. 





Fig. 59. Cardium semipapillatum, 

Keuss. a. liatiirliche Grosse von 
Kystra. b. Schalenstiiek vergr. 




Fig. 60. Cardita parvula, Miinst. 
Copie nach Goldfuss. 



Cardium lineolatum, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 1. Taf. 35. Fig. 17.) 

Eine Heine Art, die mit 90—100 sehr feinen gerundeten Rippen geziert 
ist. Nach Reuss selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten (Pliiner- 
mergel) von Patek. Wir besitzen die Art von Sulevic. 

Cardita parvula, Miinst. (Goldfuss Taf. 133. Fig. 13. Reuss Verstein. II. pag. 3.) 
— Fig. 60. 

Reuss ftihrt die Art als sehr selten von Hundorf und Kutschlin an, ohne 
dieselbe abzubiklen. Icb niache hiemit (lurch die Kopie nach Goldfuss auf 
diese Art aufmerksam, damit entschicdcn werden kann, ob diess nur, wie 
Geinitz meint, eine kleino Cardita tenuicosta oder eine selbstitndige Art ist. 



78 



Cardita modiolus, Nils. (Reuss Verstein. II. pag. 3. Taf. 37. Fig. 13.1 — Fig. 61. 
Ein sehr zweifelhafter Steinkem von Reuss aus dem Hanerkalk von 
Hundorf angefiihrt. 
Cardita tcmiicosta, Sow. (Gcinitz Elbthalgeb. II. 1. pag. 60. Taf. 17. Fig. 11—13. 
Reuss Verstein. II. pag. 4. Taf. 33. Fig. 16.) — Fig. 62. 

Einc fur die Teplitzer Schichten sehr bezeichnende Form, welche ttberall 
zu linden ist, wo dieselbcn gut aufgeschlossen sind. Wir besitzen sic von 
Hundorf, Koschtitz, Kystra, Popelz, Sulevic und zwar aus deiu mittleren Niveau. 





Fig. 61. Cardita modiolus, Nilss. 
Copio nach Reuss. 



Fig. 62. Cardita tenuicosta, Sow. 
Von Hundorf. 



Astarte acuta, Reuss. (Fric Weissenb. Schichten pag. 115. Fig. 73.) 

Selten im Pliinerkalke von Koschtitz. 
Muticlla Ringmerensis, Gein. (Elbthalgeb. II. pag. 61. Taf. 16. Fig. 11—13. 
Fric Iserschichten pag. 101. Fig. 64.) 

Die unter dicsem Namen aus den Teplitzer Schichten angefultrte Art 
bezieht sich auf eine Menge verschieden verdriicktcr schalenloser Steinkerne, 
an denen man sehr selten etwas von der radialcn Verzierung wahrnimmt. Sowohl 
die Gattungs- als Artangehorigkeit ungewiss. 
Eriphyla lcntieiilaris, (Goldf.) Stol. Lucina lenticuiaris. (Frig Weissenb. Schichten 
pag. 117. Fig. 78.) 

Kommt selten und schlecht erhalten in den Teplitzen Schichten von 
Koschtitz und Hundorf vor. 

Niicula semilunaris, v. Buch. (Reuss II. pag. 7. Taf. 34. Fig. 14 16. Fric 

Weissenb. Schichten pag. 117. Fig. 80.) 

Selten in Kystra, Hundorf, Sauerbrunnberg bei Bilin, Leitmeritz etc. Ob 
die aus dem Planermergel von Kystra von Reuss angefuhrte N. producta, 
Nils, wirklich eine selbstiindige Art ist, wird erst ein spftterer Monograph 
entscheiden kiinnen. Geinitz fiihrt noch von Strehlen eine sehr ahnliche Art 
an, N. sublineata, Gein. (Elbthalgeb. II. pag. 58. Taf. 17. Fig. 6 — 8.) 
Bfucula pectinata, Sow. (Fric Weissenb. Schichten pag. 117. Fig. 70.) 

Hiiufig in Hundorf, Kutschlin, Koschtitz, Kystra etc. 
Pectunculus sj>. 

Wir besitzen aus den Teplitzer Schichten bios ein mangelhaftes Exemplar 
eines Pectunculus von Gfzkovic, das eine nahere Rostiminung nicht zuliisst. 
Reuss fiihrt aus Kystra Pect. reticularis und inscnlptus an, fiber die man 
sich ohne Vergieichung der Originale kaum ein sicheres Urtheil bilden kann. 
Area (Cucilllaea) SUbglabra, D'Orb. (Fric Weissenb. Schichten pag. 119. Fig. 85. 
Iserschichten pag. 103. Fig. 67.) 

ScMecht crhaltene Steinkerne, welche aber immer nach der voni Wirbel 
nach unten sich ziehenden Furche zu erkennen sind, kommen in Hundorf, 
Kutschlin etc. vor. 



79 

Area Geinitzii, Reuss. (Verstein, II. pag. 11. Tat 34. Fig. 31. Geinitz Elbthalgeb. 
II. pag. 55. Taf. 16. Fig. 7., 8.) — Fig. 63. 

Selten im Planerkalk von Koschtitz, Hundorf, sowie in Strchlen. 




Fig. 63. Area Geinitzii, Reuss. Von Hundorf. 
a. naturliche Grosse. b. vergrosserte Hilll'te. 

Area striatula, Reuss. (Verstein. II. pag. 12. Taf. 34. Fig. 28.) - Fig. 64. 

Nach Reuss nicht selten im unteren Planermergel von Laun (unteres 
Niveau der Teplitzer Schichten). Wir besitzen ein schemes Exemplar von 
Hundorf, ein anderes aus der Sammlung des f Oberlehrers Mann in Holtsehitz 
bei Komotau. 

Area undulata, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 12. Taf. 34. Fig. 33., 39.) — Fig. 65. 
Diese kleine Art fiihrt Reuss als selten aus dem Planermergel von Kystra an. 
p inua decussata, Goldf. (Fric Weissenb. Schichten pag. 120. Fig. 86.) 

Die Gattung Pinna kommt meines Wissens nirgend in den Teplitzer 
Schichten vor. Reuss erwahnt bios Spuren davon aus dem oberen Planerkalk 
von Chlum bei Bilin. 





Fig. 64. Area striatula, Reuss, 

Von Hundorf. Is'atiirl. (iriissc. 



Fig. (!5. Area undulata, Reuss. 
Oojiie nadi Reuss vergriissert. 



%tihis Cottae, Rom. (Reuss Verstein. II. pag. 14. Taf. 33. Fig. 4. Geinitz Elb- 
thalgeb. I. 1. pag. 214. Taf. 48. Fig. 4—8.) — Fig. 66. 

Kommt selten im Planerkalke von Hundorf, Mariaschein, Koschtitz vor. 
Ich fand grosse Exemplare in der Wohnkanimer eines riesigen Exemplars 
von Ammonites peramplus. 

G »stroehaen;i ampliisbaena, Gein. (Fric Weissenb. Schichten pag. 122. Fig. 93.) 
— Fig. (17. 

Die normale Form dieser Pohrinuschel kommt hiiufig in den Teplitzer 
Schichten vor. Namentlich findet man Fragmente auf den abgeregneten Halden 
der Steinbriiche. Ausserdem findet man Fragmente, welche vorspringende 



80 

Querringe zcigen, unci wclche ich vorderhand als varietas cingulata be- 
zeichnen will. 

Modiola tetragonus, Eeuss. (Reuss Verstein. II. pag. 15. Taf. 33. Fig. 6.) — Fig 68. 
Nach Reuss selten im Planerkalke von Brozan; wir besitzen bios das 
abgebildete Exemplar. 




lillllfsi?'? 



Fig. 66. Mytilus Cottae, Romer. 

Von Koschtitz. a. natilrl. Grosse. 6. ein 

Fragment stark vergrossert. 




Fig. 67. Gastrochaena amphisbaena, 

Gein. var. cingulata Fr. 
Von llundorf. 




Fig. 68. Modiola tetragonus, Eeuss. Von Brozan. 
Copie nach Reuss. lOmal vergrossert. 







Fig. 60. Venus ovalis, Sow. Von Ilnn- 
dorf. Natilrl. Grosse. Copie nach Reuss, 



Fig. 70. Venus Goldfussi, Gein. 
Von llundorf. 



Panopaea Gurgitis, Brongniart. (FriS Weissenb. Schichten pag. 125. Fig. 100.) 
Nach Reuss selten im Planerkalke von. llundorf. Die genauo Lager- 
schichte unbekannt. 

Tellina concentrica, Reuss. (Frie Weissenb. Schichten pag. 126. Fig. 103.) 

Selten und schlecht erhalten in Popelz, bei Libochowitz und Kystra. 
Venus ovalis, Sow. bei Reuss. (Nucula concentrica, Geinitz.) (Reuss II. pag. 21. 
Taf. 34. Fig. 22.) — Fig. 69. 

Nicht sehr hftufig bei Hundorf und Kutschlin. Geinitz vereinigt diese 
Art mit V. faba. 



81 

Venus (ioldfussi, Gem. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 67. Taf. 18. Fig. 16., 17.) 

— Fig. 70. 

Selten im Planerkalke von Hundorf, Mariaschein, Cfzkovic und Strelilon. 
(Venus Reussiana, Gein.) (Elbthalgeb. II. pag. (56. Taf. 18. Fig. 14., 15.) 

1st eine niedrigere breitere Abiinderung der V. faba und kommt selten 
bci Strehlen vor. 
Corbula caudata, Nils. (Frig Weissenb. Schichten pag. 128. Fig. 107.) 

Selten im Planerkalke von Hundorf und Strehlen. 
GervilUa solenoides, Defr. (Fri6 Weissenb. Schichten pag. 129. Fig. 109.) 

Selten im Planerkalke von Mariaschein und Kystra. 
Perna? — Fig. 71. 

Ein rathselhaftes, leider sehr fragmentares Petrefact, das ich selbst in 
den Steinbruchen bei Hundorf sammelte, zeigt eine diinne blattrige Sehale, 
welche auf der Innenflliche vcrtiefte Rippenfurcb.cn triigt, welche am Stem- 
kerne hervorspringende Positive hinterliessen. Es erinnert theils an die Gattung 
Perna, theils an Placuna, bei welcher letzteren auch solche hohle Rippen auf 
der Innenflache, wenn auch nicht so scharf randig vorkommen. 




Fig. 71. Perna? sp. Aus dem Plilnerkalke von Hmidorf. Natiirl. Grosse. 

a. Kippen am Steinkeme. b. Tiefere concentrisch geseliiohtete Lage. 

c. Kaulie Obersekiehte. 




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Fig. 7-2. Inoceramus Brongniarti, Park. a. Sclilossstiick. 6. Schalenstuck. 



tnocAP. 



Oceramus Brongniarti, Park. (Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 11. Fig. 3— 10. 
Taf. 13. Fig. 3. Eric Weissenb. Schichten pag. 130. Fig. 111.) — Fig. 72. 



8y 

Die haufigste und am sichersten bestimmte Art, welche bedeutende 
Dimensionen in den Teplitzer Schichten erreicht hat, wie man nach den 
mehr als 1 cm dicken stangligfaserigen Schalenfragmenten und grossen Schloss- 
stiicken mit gekerbten Ligamengriibchen schliessen kann. Sie ist durch die 
Rechtwinkligkeit und durch das schraffe Abfallen des vorderen Randes be- 
zeichnend. Ueberall in den Teplitzer Schichten, z. B. in Hundorf, Osseg, 
Mariaschein, Rosenthal, Sulevic etc. 
Inoceramus Cripsi, Mant. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 49. Taf. 13. Fig. 11—15.) 
— Fig. 73. 

Unser bestes Exemplar, das ich in nat. Grosse abbilde, stimmt in der 
Form mit der von Geinitz Taf. 13. Fig. 12. als In. Cripsi dargestellten Figur. 
Aehnliche Exemplare besitzen wir von Hundorf. 
(Inoceramus laMatus, Gein.) 

Das Vorkommen dieser fiir die Weissenberger Schichten so bczeichnenden 
Art in den Teplitzer Schichten ist sehr unwahrscheinlich. Die von Reuss 
angefuhrten Exemplare diirften sich auf schmale Formen von I. latus be- 
ziehen, bei denen die Wirbel nicht wesentlich iiber den Schalenrand vor- 
treten. Geinitz behauptet, dass davon in Strehlen nur jiingere verktimmerte 
Exemplare vorkamen. (Wohl kaum sicher bestimmbare.) 




s- 




Fig. 73. Inoceramus Cripsi, Maut. 

Von Hundorf. Natiirl. Grosse. 

Unten Querprofil. 



Fig. 74. Inoceramus Cuvieri, Sow. 

Von Hundorf. Natiirl. Grosse. 

/; ./''. Querprofil. 



Inoceramus Cuvieri, Sow. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1. pag. 48. Taf. 13. Fig. 6 8. 

Reuss Verstein. II. pag. 25.) — Fig. 74. 

Bestimmbare Exemplare von Inoceramen sind in den Teplitzer Schichten 
in Bohmen selten und unter denen glaube ich nur wenige als sicher zu 
I. Cuvieri gehorig erkannt zu haben. Ich gebe von einem die Abbildung, 
welche sowohl mit der von Schliiter als sicher Cuvieri erkannten Figur bei 
Goldfuss Taf. 111. Fig. 1., sowie mit dem von Geinitz aus Strehlen abge- 
bildeten Exemplare iiber einstimmt. 

Inoceramus latus, Mantell. (Geinitz Elbthalgeb. II. 1, j K ,,g. 45. Taf 13 Fig 4 
5.) — Fig. 75. 



83 

Diese Art zieht Schlatter zu Inoceramus orbicularis, Miinster. Ich bo- 
schriinke mich darauf, die Abbildung eines Exemplars von Hundorf zu geben, 
welches Geinitz als die schmale Form von I. latus bezeichnet und auf Taf. 
13. Fig. 5. abbildet. Solche Exemplare mogen fruher als I. labiatus aus den 
Teplitzer Schichten angefiihrt worden sein. 
(Inoceramus striatus, Mautell.) 

Von dieser bei uns im Cenoman (Korycaner Schichten) typisch vorkom- 

menden Art erwahnt Geinitz, dass sie in Strehlen in kleinen sparlichen 

Exemplaren vorkommt. Audi Reuss fuhrt die Art von Hundorf an. Wir be- 

sitzen nichts, was wir mit Sicherheit als zu dieser Art gehorig bezeichnen konnten. 

Um& Sowerbyi, Gein. (Eric Weissenb. Schichten pag. 133. Fig. 120.) 

Selten im Pliinerkalke von Hundorf. 
Lima graunlata, Desh. (Goldfuss Petref. Germ. II. pag. 88. Taf. 103. Fig. 5. 
Reuss Verstein. II. pag. 32. Taf. 38. Fig. 21.) — Fig. 76. 

Selten im Pliinerkalke von Cizkovic bei Lobositz. Reuss fuhrt die Art 
aus den jiingeren Schichten von Priesen und Werschowitz an. 





Fig. 75. Inoceramus latus, Mantell. 

Von Hundorf. Nattlrl. Grosse. 

f, /'. QuerprofiL 



Fig. 76. IJma granulata, Desh. 

a. Schale von CiZkovic 6mal vergrftssert. 

6. Quersohnitt (lurch die Rippenverzie- 

rung stark vergrossert. 



Li ma divaricata, Duj. (Geinitz Elbthalgeb. I. pag. 205. Taf. 42. Fig. 18.) — Fig. 77. 
Diese Art sieht im Gesammthabitus sehr iilmlich derjenigen, welche ich 
in den Weissenb. Schichten pag. 130. Fig. 113. unter dem Namen L. tecta, 
Goldf. angefiihrt habe. Sie unterschcidet sich nach Geinitz von derselben 
dadurch, dass die Rippen gekornt sind und in dcr Mitte dcr Schale unter 
einem Winkel nach links und rechts auseinander gehen und sich iiberdies 
theilen. (Vergl. Fig. 77.) Ich fand diese Art ziemlich haufig in Koschtitz und 
Kystra in den Schichten, welche die grossen Ammoniten fiihren, auf deren 
Schalen sic sich festsetzten. 

6* 



84 

Lima scmisulcata, Nils. (Fric Weissonb. Schichten pag. 131. Fig. 115.) 

Selten im Pliinerkalke von Sulovic. 
Lima Hoperi, Mant. (Fric Weissenb. Schichten pag. 136.) — Fig. 78. 

Eine der hiiufigsten Erscheinungen iibcrall, wo die Teplitzer Schichten 
gut aufgeschlossen sind. Bei jungen gehen die radialen Linien iiber die ganze 
Schale, bei alten findet man sie bios am Wirbel und an den Seitenriindern. 
Wir besitzen die Art von Hundorf, Mariaschein, Koschtitz, Kutschlin, Kystra 
und Cizkovic. 
Lima dichotoma, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 35. Taf. 38. Fig. 10. Fric 
Iserschichten pag. 115. Fig. 86.) 

Diese in den Iserschichten blunge Art wurde ursprunglich von Reuss 
nach einem Exemplare von Hundorf beschrieben. 





Fig. 77. Lima divaricata, Duj. 
Bruchstiick der Schale vergrossert. 



Fig. 78. Lima Hoperi, Mant. 
Von Hundorf. Natttrl. Grosse. 




Fig. 79. Pecten squamula, Lam. 

Aus dem Planermergel von Kystra. 

5mal vergrossert. 




Fig. 80. Pecten seratus, Nilsson. 

Von Mariaschein. Fragment der Schale 

vergrossert. 



Lima elongata, Sow. (Fric Weissenb. Schichten pag. 131. Fig. 116.) 

Selten im Pliinerkalke von Hundorf. 
Pecten Mlssoni, Goldf. (membranaceus, Zittel.) (Fric Weissenb. Schichten pag. 135. 
Fig. 124. Iserschichten pag. 116. Fig. 88.) 

Diese Art besitzen wir von Koschtitz, Kystra, Stdevic, Leitmeritz (Gau- 
benhof). Sie kommt meist in don mergligen, an Fischschuppen reichen Lagen vor. 
Pecten squamula, Lam. (Reuss Verstein. II. pag. 27. Taf. 39. Fig. 12.) — Fig. 79. 
Wir besitzen von dieser Art ein einziges Exemplar aus dem Planer- 
mergel von Kystra. Reuss fiihrt Exemplare aus den jiiugeren (Priescner) 
Schichten von Luschitz und Priesen bei Laun an. 
Pecten serratus, Nils. (Reuss Taf. XXXIX. Fig. 19.) — Fig. so. 



85 

Von diesem Pecten aus dor Gruppe des I', acuminatus und serratus 
besitzen wir aus den Teplitzer Schichten kein geniigendes Material, nachdem 
die Artfrage gelost werden konnte. Reuss fiihrt denselbon aus den Teplitzer 
Schichten von Kutschlin an. Wir besitzen ein Exemplar von Rosenthal, von 
dem ich ein Fragment mit Vergrosserung der Schalenskulptur abbilde. 
Pecten eretosus, Defr. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 34. Taf. 10. Fig. 5., 6.) 

Geinitz fiihrt die Art aus dem Planerkalke von Strehlen, Weinbohla, 
sowie aus Hundorf an. Wir besitzen bios ein mangelhaftes Exemplar von 
Sulevic, von dem es nicht sicher ist, ob es nicht ein junger P. serratus, Nils. ist. 
Pecten Dnjardinii, Rom. (Fric Weissenb. Schichten pag. 137. Fig. 129.) 

Nicht selten im Planerkalke von Koschtitz, Cfzkovic, Hundorf, Popelz etc. 




Fig. 81. Spondylus spinosus, Gold. Von Hundorf. 
£ natiirl. Grosse. 

l> ecten cui'vatiis, Gem. (Fric Weissenb. Schichten pag. 135. Fig. 127.) 
Nicht hiiufig in Koschtitz und Kystra. 
(Pecten subaratus, Nils.) (Reuss II. pag. 29. Taf. 39. Fig. 16.) 

Reuss fiihrt dieso Art als sehr selten aus dem oberen Planerkalke des 
Sauerbrunnberges bei Bilin an. Sowohl die Sclbstandigkeit der Art, wolclie 
dem P. pulchellus (Weissenb. Schichten pag. 135. Fig. 130.) alrnelt, sowie die 
Fundschichte sind zweifelhaft. 

(Reuss fiihrt audi P. asper aus dem oberen Planerkalke von Hundorf 
an. Das Vorkommen dicser typisch-cenomanen Art in den Teplitzer Schichten 
ist sehr unwahrscheinlich und es ist die Untersuchung der Reussischen Ori- 
ginale frtlher vorzunehmen, bevor man die Thatsache als sicher hinstellt.) 
»Ola qiihiqueeostata, Sow. (Fric Iserschichten pag. 117. Fig. 90.) 

Diese Art besitzen wir von Sulevic, Rosenthal und Hundorf. 
S POndylus spinosus, Goldf. (Geinitz Elbthalgeb. H pag. 31. Taf. 9. Fig. 1—3.) 
— Fig. 81. 

Eine der haufigsten Versteinerungen der Teplitzer Schichten, welche 
ihr Tlauptlager im mittleren Niveau hat. Moist werden Exemplare mit ab- 



86 

gebrochcnen Spitzen odor blosse Stcinkerne vorgefunden, namentlich auf don 

abgeregneten Berglehnen, wo sie daim auf tieferen Scbichten liegen, aus 

denen sie aber nicht stammen. Wir besitzen die Art aus Hundorf, Koschtitz, 

Rosenthal, Mariaschein, Cfzkovic etc. 
Spondylus latus, R8m. (Fric Weissenb. Scbichten pag. 138.) — Fig. 82. 

Steinkeme finden sicli in Hundorf, Kutschlin, Popelz, (Sizkovic, Sulevic etc. 

Bei Spondylen sollten vorsichtig auch die negativen Lager gesammelt werden, 

da man an denselben die Bewaffnung dor Aussenseite studiren kann. 
Plicatula nodosa, Duj. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 32. Taf. 9. Fig. 5. Reuss 

Verstein. II. pag. 37. Taf. 31. Fig. 16., 17. PI. poctinoides, Sow.) — Fig. 83. 
Selten bei „Podhorni ujezd" unweit Chlumec, gesammelt von Herrn Vincenc 

Sandera und bei Kftenov unweit Laun, gesammelt von Herrn Lehrer Feigel. 
Plicatula inflata, Sow. (Reuss Verstein. II. pag. 37. Goldfuss Petref. Germ. II. 

pag. 102. Taf. 107. Fig. 6.) — Fig. 84. 

Reuss fuhrt die Art als selten im Planerkalke von Kutschlin und Hundorf 

an, ohne eine Abbildung zu geben. 





Fig. 82. Spondylus latus, Romer. Von Hundorf. Naturl. Grosse. 
a. Schalenfragment vergrossert. b. Oberschale. c. Unterschale. 





Fig. 83. Plicatula nodosa, Puj. 

4mal vergrossert. 

a. Unterschale. b. Oberschale. 

Von Podhorni lijezd. 




Fig. 84. Plicatula inflata, Sow. 
Oopie nach Goldfuss. Naturl. Griisse. 



Plicatula radiata, Goldf. (Reuss Verstein. II. pag. 37. Goldfuss Petref Germ II. 
pag. 102. Taf. 107. Fig. 7.) 

Reuss fuhrt dieselbe aus dem unteren Niveau von Koschtitz an. 
(Plicatula granulata, Gein.) (Elbthalgeb. II. pag. 32. Taf. 9. Fig. 4.) 

Geinitz fuhrt die Art als auf Micraster angewachsen von Strehlen an. 
Die Abbildung macht auf mich den Eindruck einer Crania. 
Exogyra lateralis, Reuss. (Fric Weissenb. Scbichten pag. 140. Fig. 136.) 

Haufig in Hundorf, Mariaschein, Kystra, Koschtitz, Cizkovic etc. (Geinitz 
fuhrt auch Exogyra conica, Sow. als selten von Strehlen an.) 

Ostrea Proteus, Reuss. (Reuss Verstein. II. pag. 41. Taf. 27. Fig. 12 27.) — Fig. 85. 

Diese Reussische Art umfasst wahrscheinlich die ganz jungen Stadien 
verschiedener Austemarten. Bei fleissigem Sammeln diirfte es moglich sein, 



87 

ganze Reihen von Uebergangen zu Ostrea hippopodium odor zu 0. serai- 
plana zu finden. 
Ostrea semiplana, Sow. (Frifi Weissenb. Schichten pag. 141. Fig. 138.) 

Eine dor hiiufigston Arten in den Teplitzer Schichten, deren Schalen 
moist auf den abgeregneten Halden der Steinbriicho herumliegen. 



/fcv 






Fig. 85. Ostrea proteus, Eeuss. 

Von Kystra. 

Copio nacli Reuss. Natiirl. Grosse. 



Fig. 8G. Ostrea frons, Park. 

Natiiri. Grosse. 
a. von Sulevic. b. von Kriindorf. 



Ostrea hippopodium, Nils. (Fric Weissenb. Schichten pag. 140. Fig. 137.) 

Hiking mit der vorigen Art auf abgeregneten Halden und Berglehnen. 
Ostrea frons, Park. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 30. Taf. 8. Fig. 12.) — Fig. 86. 

Selten in Sulevic bei Lobositz und in Kftenov bei Laun (Lehrer Feigel.) 
Anomia scmiglobosa, Gein. (Fric Weissenb. Schichten pag. 142. Fig. 141.) 

Selten bei Hundorf. 
(Anomia subtruncata, D'Orb.) (Fric Weissenb. Schichten pag. 141. Fig. 139.) 

Nach Geinitz bis 3 cm gross aus dem Plancrkalke von Strehlen. 
Anomia subradiata, Reuss. (Fric Weissenb. Schichten, pag. 143. Fig. 143.) 

Selten bei Koschtitz. 
Attomia immltans, Fr. (Fric Weissenb. Schichten pag. 142. Fig. 140.) 

Selten bei Hundorf. 
Crania barbata, v. Hag. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 28. Taf. 8. Fig. 1., 2. Crania 
Ignabergensis, Schl.) — Fig. 87. 

Geinitz fiihrt diese Art von Strehlen und Hundorf an. 



\'';t:V;s. 





Fig. 87. Crania barbata, v. Hag. Copio nach Geinitz. 
a. Oberscbale. b. Untersclialo. 



Cran 



nia spinulosa, Nils. (Reuss II. pag. 53.) 

Wird von Reuss aus den Teplitzer Schichten von Wunitz (unweit Koschtitz) 

angefiihrt, aber nicht abgebildet. 

Terebratula semlglobosa, Sow. (T. subrotunda, Schl. Gein. Elbth. II. pag. 23.)- Fig. 88. 

Kommt hauptsiichlich im mittleren Niveau dor Teplitzer Schichten vor 

und ist ttberall hiiufig, wo dieselben aufgeschlossen sind. Von besonderem 



Interesse sind Exemplare, welche im Hangenden dor Iserschichten in Repin, 
Leitomischl und Abtsdorf gefunden wurden und im ostlichen Bohmen den 
Horizont dor Teplitzer Scliichten zu erkennen helfen. 




Fig. 88. Terebratula semiglobosa, Sow. Naturl. Grossc. Von Hundorf. 
a. Bauchseite. b. Rttckenseite. c. Von der Seite. d. Von hinten. 

Terebratulina gracilis, v. Schlotheim. (T. rigida, Sow. Geinitz Elbthalgeb. II. 
pag. 24. U. Schlcinbach Krit. Studion iiber Kreidebrachiopoden. Palaeonto- 
graphica XIII.) — Fig. 89. 

Kommt besonders haufig im untersten Niveau der Teplitzer Schichten 
vor; so z. B. in der sog. Grundschiclit in Scttenz (vergl. pag. 16.), dann 
am Fusse (!) des Sauerbrunnberges bei Bilin und in den tiefsten Schichten 
des Planerkalkes am Kutschliner Berge. Die meisten in Sammlungen vor- 
liegenden Exemplare sind auf abgeregneten Halden gcsammelt olme genaue 
Angabe der Fundschichte. 

Terebratulina chrysalis, Schl.(T. striatula, T. Faujassi. Reuss II. pag. 49.)— Fig. 90. 
Selten im Planerkalke von Hundorf; hiiufiger in Cizkovic. 




Fig. 89. Terebratulina gracilis, 
v. Schlotheim. Von Krondorf. 




Fig. 90. 



Terebratulina chrysalis, Sold. 

Von Cizkovic. 



Rhynchonella plicatilis, Sow. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 26. Taf. 7. Fig. 6—1 
Frig Iserschichten pag. 123. Fig. 100. var. Guvieri. Fig. 101. Mantel liam 
— Fig. 91. 



15. 

a.) 



89 



Kommt in mehreren Varietaten vor, die als octoplicata, Cuvieri, Man- 
telliana und pisum, frtther als Arten, angeftihrt wurden. Diese Rhynchonellen 
kommen in einein liohereu Niveau als die Ter. semiglobosa vor, was icli 
an den Profilen von Koschtitz und Popelz (pag. 38.) nachzuweisen Gele- 
genlieit liatte. 





Fig. 91. Rhynchonella plicatilis, Sow., var octoplicata. Von Krondorf. 
Natiirl. Grosse. a. Ruchenseite. 5. Hintere Ansicht. 



Die Bryozoen der b. Kreidcformation wurden in neuerer Zeit von Dr. Ottomar 
Novak bearbeitet und in den Abbandlungen der kais. Akademie in Wien veroffentliclit. 
Di e im Nachfolgenden gegebenen kleinen Abbildungen sind mit Einverstiindniss des 
Autors aus diesem Werke genoraraen. Viele Arten sind nacb Exemplaren aus den 
cenomanen Korycaner Scliicbten gezeichnet, aber da sie ebenso in den Teplitzer 
"chichten vorkommen, so wird dies wohl kauni etwas schaden. 

Ich beziehe mich in der Bezeiclmung nur auf genanntes Werk, wo die iibrige 
Synonimik und ausfuhrliche Bescbreibung zu finden ist. (Die von Bezdekov bei 
Raudnitz angeftihrten Arten Proboscina intermedia und Diastopora acupunctata, Nov. 
gehoren nicbt den Teplitzer, sondern den Weissenberger Scbichten an.) 

Hippothoa desiderata, Nov. (Novak pag. 10. [86]. Taf. 1., 2.) — Fig. 92. 
Aus den Teplitzer Scbichten von Hundorf auf Micraster. 




<8* 




Fig. 92. Hippothoa desiderata, Nov. a. Vier Tafeln ernes 

Seeigels mit aufgewachsener Hippothoa in natiirl. Grosse. 

b. Ein Exemplar vergrossert. 



^Icmbi 



Jranipora conflueus, Reuss. (Novak pag. 11. [87]. Taf. II. Fig. 17., 18.) 

— Fig. 93. 

Selten in Hundorf. 
Membranipora depre§sa, v. Hag. (Novak pag. 12. [88]. Taf. II. Fig. 9. 10.) 

— Fig. 94. 




90 

Auf Ostrea semiplana im tiefsten Niveau der Teplitzer Schichten in den 
Lehmbriichcn bei Laun. 

Membranipora elliptic, v. Hag. (Novak pag. 13. [89]. Taf. II. Fig. 11—16.) 
— Fig. 95. 

Auf Micraster aufsitzcnd in don Teplitzer Schichten von Hundorf. 





Fig. 98. Membranipora confluens, Reuss. 
a. In nattirhcher GrOsse auf einem Seeigel. />. Vergrfissert. 




Fig. 94. Membranipora depressa, v. Hag. 
VergrOssert. 




Fig. 1)5. Membranipora elliptica, v. Hag. 
Von Hundorf. VergrOssert. 



u J»f%M 



iMMm 

toH 

Fig. 90. Berenicea confluens, ROmer. 

Vergrossert. 




Fig. 97. Lepralia pediculus, Rouss. 
Von Hundorf. Vergrossert. 



Berenicea confluens, Rom. sp. (Novak pag. 22. [98]. Taf. 4. Fig. 1 9—22.) — Fig. 96- 
Auf Austern aufgewachsen im Planerkalke von Hundorf und Kutschlin- 

Lepralia pediculus, Reuss. (Novak pag. 17. [93]. Taf. I. Fig. 12.) — Fig. 97. 
Kommt auf Micraster in Hundorf und Strehlen vor. 



91 

lupestes granulatus, Fr. (Die Crustaceen der bohm. Kreideformation von Dr. A. 
Fric und J. Kafka pag. 49. Taf. 10. Fig. 8. Textfigur Nro 71.) 

Ein selir mangelhaft erhaltenes Schild einer pellagischen Krabbe, welches 
durch die Verzienmg der Schale die Verwandtschaft zur Gattung zeigt. Aus 
den Teplitzer Schichten von Rohatec, nordlich von Raudnitz. 
Enoploclythia leachii, Reuss. (Fric und Kafka, Crustaceen pag. 27. Taf. 9. Fig. 9. 
Textfigur Nro. 46—52.) 

Die Exemplars aus den Teplitzer Schichten von Hundorf, Kutschlin, Kystra 
und Strehlen weichen nicht von denen aus den Weissenberger Schichten ab. 

(Das Vorkommen der Gattung Callianassa in den Teplitzer Schichten ist 

sehr zweifelhaft, denn bios Reuss erwiihnt kleiner Scheeren aus dem Planer- 

mergel von Koschtitz, ohne davon eine Beschreibung oder Abbildung zu gebcn.) 

Cytherella ovata, Rom. sp. (Cytherina complanata, Reuss. Elbthalgeb. II. pag. 151. 

Taf. 28. Fig. 4., 5.) — Fig. 98. 

Hftufig im Pliinerkalke von Koschtitz und Kutschlin. 







Fig 08. Cytherella ovata, Rttm. sp. 

»• u. 5. nach Reuss, c. eine ovale Form 

von Koschtitz. 50mal vergrossort. 



Fig. 99. Cytherella Miinsteri, Rom. sp. 
a. u. b. nach Reuss. 



Cytherella Miinsteri, R5m. sp. (Cytherina parallela, Reuss. Fric und Kafka pag. 
18. Fig. 41.) — - Fig. 99. 

Nicht selten in den Teplitzer Schichten bei Koschtitz, namentlich in dem 
Schlammmatcrial, das beim Waschen der Koschtitzer Flatten gewonnen wurde, 
welche Bemerkung fur alle von Koschtitz angefuhrten Ostracoden gilt. 





Fig. 100. Cytherella asperula, Reuss. 
Vergrosserte Reussiseho Figur. 



Fig, 101. Cytherella? sp. 

Von Koschtitz. r>Omal vergrossert. 



Cytherella asperula, Reuss. (Cytherina, asperula, Reuss. Fric und Kafka, Crusta- 
ceen pag. 19. Fig. 42.) — Fig. 100. 

Kinzeln in den Teplitzer Schichten von Koschtitz. 



92 



Cytherella (?) sp. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 19. Fig. 43.) — Fig-. 101. 

Auf den Koschtitzer Flatten kommen zahlreiche Schalenbruchstiicke vor, 
welche sehr wahrscheinlich auch einer, nicht naher bekannten Ostracodenart 
angohoren. Ich gebe in Fig. 101. cine Abbildung von eincm solcben Bruch- 
stiicke, auf welcliem der Schalenrand und die in Reihen geordneten Grtlbchen 
auf der sonst glatten Oberfiache der Schale zu sehen sind. Derselbe weist 
darauf bin, dass diese Ostracodenart im Verhaltnisse zu den iibrigen Kreide- 
ostracoden von einer sebr bedeutenden Grosso war. 

' . . ■■ . 





Fig. 102. Cythere ornafissima, Rouss. 
Copie nach Ileuss. 



Fig. 10.'!. Cythere Geinitzi, Reuss. 
Von Koschtitz. Copie nach ReuSS. 



Cythere ornatissima, Reuss. (Fric und Kafka pag. 15. Fig. 30.) — Fig. 102. 

Ziemlich haufig in den Teplitzer Scbicbten von Koschtitz, seltener bei 
Kystra. 
Cythere Geinitzi, Reuss. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 15. Fig. 31.) — Fig. 103. 

Ziemlich haufig in den Teplitzer Schicbten von Koschtitz. 



\\Uilj 




itefe 






Fig. 104. Cythere reticulata, Kafka. 

nomal vergrossert. a. Seitenansicht. 

b. u. c. Bauchansichten von 2 vcrsch. 

Exemplaren. 



a h 

Fig. 105. Cythere gracilis, Kafka. 

50mal vergrdssert. Von Koschtitz. 
a. Seitenausicht, b. Bauchansicht. 



Cythere reticulata, Kf. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 15. Fig. 32.) Fig. 104. 

Nicbt selten, aber meist abgerieben in Koschtitz. 
Cythere gracilis, Kf. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 16. Fig. 33.) Fig. 105. 

Ziemlich haufig im Schlainmmateriale von Koschtitz. 
Cythere cuneata, Kf. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 16. Fig. 85.) Fig. 100. 

Selten in Koschtitz. 



93 



Fig. 107. 



Cythere nodifera, Kf. (FriS und Kafka Crustaceen.) 

Selten in Koschtitz. 
Cythere serrulata, Bosq. (Cytherina cornuta, Reuss. II. pag. 105. Taf. 24. Fig. 

20., 21. Fric und Kafka Crustaceen pag. 16. Fig. 36.) — Fig. 108. 
Selten in den Teplitzer Schichten von Koschtitz und Brozan. 



*^ytvj 






Fig. 106. Cythere cuneata, Fig. 107. Cythere nodifera, Fig. 108. Cythere serrulata, 

Kf. 60ma) vergrOssert von i<r. 50mal vergrOssert von Bosq. Original SOmal vergr. 

Koschtitz. a. Seitenansicht. Koschtitz. a. Seitenansicht. b. Bauch- 

i>. Bauchansicht. ansicht. 







Fig. 109. Cythere elongata, Reuss sp. 

Copie nach Reuse. 



Fig. 110. Cytheridea perforata, Rom. 
Copie uach Reuss. 






Fig. in. Cytherideis laevi- Fin. 112. Bairdia subdeltoi- Fig. 113. Bairdia modesta, 

gata, 1,'oin. sp. dea, Mtinst. Yon Koschtitz. Reuss. Original nach cinem 

SOmal vergrOssert. Exemplare von Koschtitz. 

°ythere elongata, Reuss. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 17. Fig. 37.) — Fig. 109. 

Selten in Koschtitz; war lusher nur aus Saclisen bekannt. 
Cytheridea perforata, Rom. sp. (Cytherina Hilseana, Rom. Frid und Kafka Crus- 
taceen pag. 17. Fig. 38.) — Fig. 1 LO. 
v In Koschtitz, Kriindorf, Strehlen und Weinbohla. 

ytherideis laevigata, R5m. sp. (Cytherina attenuata, Reuss. Fric und Kafka 
Crustaceen pag. 1 7. Fig. 39.) — Fig. 111. 
In Koschtitz, Strehlen und Weinbohla. 



94 

Bairdia Sllbdeltoidea, v. Miinst. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 13. Fig. 23.) 
— Eig. 112. 

Sehr hiiufig in dem Schliimmmatcrial von Koschtitz, obenso in Strehlen 
und Weinbohla. 
Bairdia modesta, Eeuss. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 13. Fig. 24.) — Fig. 113. 
Hilufig in Koschtitz, kommt bereits in den Semitzer Mergeln der Weissen- 
bergcr Schichten vor. 
Bairdia arcuata, var. faba, Eeuss. (Cytherina faba, Reuss. Fric und Kafka Cru- 
staceen pag. 13. Fig. 25.) — Fig. 114. 

Findet sich scbon in den Weissenberger Schichten bei Semitz, in den 
Teplitzer bei Koschtitz, in den Priesener bei Luschitz und Priesen. 






Fig. 114. Bairdia arcuata, Fig. 116. Pollicipes KoSti- Fig. 115. Bairdia depressa, 
var. faba. censis, Kf. Tergum v. Ko- Kf. Von Koschtitz. 

Copie uach lleuss. sehtitz, 4nial vergrossert. 50mal vergrossert. 




Fig. 117. Pollicipes glaber, Homer. 

c Carina, t Tergum, s Scutum, si obere Laterale (uach lleuss), d Carinolaterale, rl Rostrolaterale, 

I untercs Laterale. Alle 4mal vergrossert. 



95 

Bairdia depressa, Kf. (Frifi und Kafka Crustaceen pag. 14. Fig. 26.) —Fig. 115. 

Die Form der Schale ist der von Cytherella Miinsteri, R8m. sp. ahnlich. 

Sie ist jedoch verhaltnissmassig breiter und die Riickenansicht zeigt einen 

nocli grosseren Unterschied in der Wolbung, da die Schalen dieser Art sehr 

gleichmasig und flach gewolbt sind. Wie bei den iibrigen Bairdien ist auch 

bier die Oberfliiche der Scbale glatt und gliinzend. Diese Art kommt ziemlicb 

oft bei Koscbtitz vor. 

°Hicipes Koiticensis, Kf. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 11. Fig. 19.) — Fig. 1 1 G. 

In dem unteren Niveau der Teplitzer Schicbten bei Koschtitz. 




a h 

Kg. 118. Pollicipes Bronni. 

Carina 4mal vergrOssert. 

« von oben, b von der Seite, 

« Qucrschnitt. 




Fig. Hi). Pollicipes conicus, 

Reuss. Copie nach Reuse. 

a von oben, b v. der Seite, 

c Querschnitt. 





Fig. 121. Lorleula 

var. gigas 
Naturl. Grose v. 



pulchella, 

Fr. 
Koschtitz. 



Fig. 120. Scalpellum angustatum, Dix. (>mal vergrossert. 
von der Seite, b von oben, c Querschnitt, d in natiirlicher Grosse. 



p oUici 



iicipcs glaber, R6m. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 8. Fig. 13.) — Fig. 117. 

Hiiufig in den Teplitzer Scbicbten in Koscbtitz, Kystra, Hundorf, in 

Streblen und Weinbohla. Ich gebe von dieser Art die Abbildung von Exem- 

plaren aus den cenomanen Korycaner Schicbten, welche kaurn von denen 

p ; ll 's den Teplitzer abweichen. 

"Uicipes Bronni, R5m. (Fric und Kafka Crustaceen pag. 9. Fig. 14.) — Fig. 118. 
p . • Selte n in den Teplitzer Schicbten von Koscbtitz. 

"icipes conicus, Reuss. (Verstein. I. pag. 17. Taf. V. Fig. 13. Fric und 
Kafka Crust, pag. 11. Fig. 21.) — Fig. 119. 



96 

Eeuss beschrieb die Art nach einer einzigen Carina vom Sauerbrunn- 

berge bei Bilin. 

(Scalpellum angiistatum, Dix. sp.) Fric und Kafka Crust, pag. 6. Fig. 8.) — Fig. 120. 

Diese Art besitzen wir bios aus den Korycaner Schichten, aber Geinitz 

fiilirt sie auch aus den Teplitzer Schichten von Strehlen und Woinbohla an. 

Loricula pulchella, Sow. var. gigas, Fr. (Fric und Kafka Crustacecn pag. 3. Taf. 1- 

Fig. 1.) — Fig. 121. 

Das Prachtexemplar dieses schonen Cirripeden wurde 18G5 von meinem 
f Petrefactensammler Staska in der Wohnkammer eines riesigen Ammonites 
peramplus gefunden. Der Ammonit stammte aus dem mittleren Niveau der 
am linken Egerufer vor Koschtitz entblossten Teplitzer Schichten und ent- 
hielt ausser der Loricula noch riesige Exemplare von Scaphites Geinitzii, 
Mytilus Cottae und vielen anderen Petrcfacten. Die emsige Verarbcitung 
der Wohnkammern grosser Ammoniten und Nautilen ist sehr zu empfehlen. 
(Serpula umbilicata, v. Hag.) (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 202. Grundriss Taf. 16. 
Fig. 24.) 

Nach Geinitz aufgewachsen auf Inoceramen, Spondylen und Terebratuleu 
in Strehlen. 
(Serpula macropus, Sow.) (Iserschichten pag. 129. Fig. 115.) 
Nach Geinitz bis 5 cm lang in Strehlen. 
Serpula hiplicata, Reuss. (Reuss I. pag. 18. Taf. V. Fig. 23.) 

Durch stftrkere Falten der Anwachsstrcifen charakterisirt. Nach Reuss 
auf Micraster in Hundorf. 
Serpula deprcssa, v. Miinst. (Reuss I. pag. 18. Taf. 5. Fig. 28.) 
Nach Reuss auf Rhynchonella von Hundorf aufsitzend. 




Fig. 122. Serpula gordialis, v. Sohl. Von Krondorf in natiirl. Grosse. 



Serpula gordialis, v. SchL (Reuss I. pag. 19.) — Fig. 122. 

Von dieser veranderlichen Art fiihrt Reuss die var. infibulata von Hundorf 

und var. implicata von Brozan an. Das abgebildete schime Exemplar erhiclt 

das Museum von Herrn Feigel, Lehrer in Laun ; es stammt aus den Teplitzer 

Schichten von Krondorf. 
Serpula pustulosa, (Join. (Reuss I. pag. 19. Taf. V. Fig. 25. Geinitz Elbthalgeb- 

II. pag. 201. Taf. 37. Fig. 5.) 

Diese durch einen gekrauselten Kiel unci dreieckigen Querschnitt kennt- 

liche Art kommt auf Inoceramus Brongniarti aufgewachsen in Hundorf und 

Strehlen vor. 



97 

Serpuia rotula, Goldf. (Reuss I. pag. 18. Taf. XIII. Fig. 94.) 

Diese kleine flache Serpula sieht einem zusammengedriickten Ammoniten 
ahnlich, Sie ist involut, am Riickon gekielt, an den Seiten mit einer flachen 
Furche versehen. Feine koncontrische Linien zieren die Oberflache. Auf Spon- 
dylus spinosus aufgewaohscn seiten in Hundorf und Kutschlin. 
Serpula granulata, Sow. (Reuss I. pag. 20. Taf. XIII. Fig. 9(3.) 

Durch 12 erhabene feine Liingskerben kenntlicb. Sebr seiten im oberen 
Planerkalke am Sauerbrunnbcrge bei Bilin. 
(Serpula ampullacea, Sow.) (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 200. Taf. 37. Fig. 6—9.) 
Geinitz fuhrt die Art aus dera Planerkalke von Strehlen an. Reuss nur 
aus den cenomanen Schicliten in den Schillingen bei Bilin. 

Die Revision der Echinodermen wurde von Dr. Ot. Novak vorgenommen, 
p her eino grossere Monograpbie iiber dieselben in den Abhandlungon der k. bobm. 

e sellschaft der Wissenscbaften zu veroffentlichen begonnen bat. Die Zeichnungen 
^ u< i nach seinen zur Publication vorbereiteten Tafeln verfertigt. (Vergl. Dr. Ot. 

ovak: Studien tiber Echinodermen der bobm. Kreideformation Nro. 1. Abhandl. 
aer k. bobm. Gesell. der Wissenschaften VII. Folge, 2. Band 1887.) 




VoT, «a* ; , Cldar 's Reussi, Gein. 

a f . l ' t | 1,lon - c °Pie nach Geinitz. 

• nattlrl. Grosse, b. vergrossert, 

o. Querschnitt. 




Fig. 124. Cidaris subvesiculosa, D'Orb. 

Von Eundorf. Oopie nach Geinitz. 

a. Ganzes Exemplar, b. Abulacralplatte vergrossert. 

c, Stachel vergrossert. 



Cidai 



'»s Reussi, Gein. (Elbthalgeb. II. pag. 7. Taf. 2. Fig. 5. und 6.) — Fig. 123. 
Einzelne Stacheln fiihrt Reuss von Koschtitz, Geinitz von Strehlen und 
Weinbohla an. 



98 

(Maris subvesiculosa, D'Orb. (Gcinitz Elbthalgeb. IT. pag. 6. Taf. 2. Fig. 1. 
bis 4.) — Fig. 124. 

Das abgebildete Exemplar von Hundorf befmdet sicli in dor Sammlung 
der Bergakademie zu Freiburg. Einzelne Staclieln sammelte ich beim Gang- 
hof unweit Bilin. 




' ■■, — : 





a 



f 



Fig. 125. Phymosoma radiatum, Schliiter. (Cypliosoma radiatum Sorign.) 

a. Gauzes Exemplar in natiirl. Grosse von unten. b. Von der Seite. 

e, Stacliel in natiirl. Grosse. d. Vergrossert von der Seite. e. Von unten. 

/. Ambulacralreihe vergrossert. 




Fig. 126. Micraster cf. cor. testuclinarium, Goldf. 
a. Von oben. b. Von der Seite. Natiirl. Grosse. 



Phymosoma radiatum, Schliiter. [Cyphosoma radiatum Sorign.] (Geinitz Elbthal- 
geb. II. pag. 9. Taf. 2. Fig. 7.) — Fig. 125. 

Der eingebiirgerte Namen Cyphosoma wurde in Phymosoma geandert, 
da sich ersterer als bereits ciuem Insekte vergeben envies. Staclieln nicht 
selten in Hundorf, Strehlen etc., gauze Exemplare seltener. 



M 



99 

icraster cf. cor testudinarinm, Goldf. sp. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 11. 
Taf. 4. Fig. 1—4.) — Fig. 120. 

Gehort einer hoheren Lage an als dor Micr. breviporus, was man an 
der Berglehne bei Kystra wahrnehmen kann. Die Art wurde friiher als 
Micraster cor anquinum angefiihrt (Keuss II. pag. 50.), welclior aber viol 
jungeren Schichten der oberen weissen Schreibkreide angehort und in seiner 
typischen Form nie in Bohmen gefundcn wurde. Uebrigens finden sich in 
Frankreich zwiscben beiden Arten Uebergiinge, welcbe selbst Fachiminner 
nicht mit Sicherheit zu dieser odor jener Art zu stellen wisscn. 




Fig. 127. Micraster breviporus, Ag. In natiirlicher Grosse. Haufig meist ohne 
Schale in Hundorf. a. Von oben. b. Von unten. c. Yon der Seite. 

"•ieraster breviporus, Ag. [Micraster Leskei des Moulins.] (Geinitz Elbthalgeb. 
II. pag. 13.) — Fig. 127. 

Derselbe scheint einem tieferen Niveau anzugehoren als M. cor testudi- 
narium, wie ich mich namentlich an der Berglehne von Kystra iiberzeugte. 
(Vergl. Profil auf Seite 34.) 
(Ananchytes ovata. Echinocorys vtUgaris.) [Vergl. Novak Studien pag. 9.] 

Diese Art wurde vielfach als in Bohmen in den Teplitzer Schichten 
vorkommend angefiihrt. Fine genaue Untersuchung der Exemplare zeigte, 
dass dies sammtlich Holaster planus ist. Dennoch findet man den wahren 
Echinocorys zuweilen bei den Handlern in Teplitz, aber diese Exemplare 
riihren aus der weissen Schreibkreide von Kiigen her, welche in den Teplitzer 
Fabriken vielfach verarbeitet wird. 

blaster planus, Mant. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 9. Taf. 3. Fig. 2., 3. Anan- 
chytes ovata bei Reuss II. pag. 50.) — Fig. 128. 

Diese Art wurde friiher unter dem Namen Ananchytes ovata vielfach 
aus Txihrnen angefiihrt. Sie untcrscheidet sich von derselben durch diinnere 
Schale und durch abweichende Stellung des Afters. A. ovata gehort einem 
viol jiingeren Niveau der weissen Schreibkreide an und ihr Vorkommen in 
Bohmen ist sehr unwahrscheinlich. Meist verdriickte Exemplare im Pliiner- 
kalke von Hundorf, Kutschlin, Sauerbrunnberg bei Bilin etc. 

7* 



100 

Offaster (cf.) corculum, Goldf. (Ananchytes corculum Reuss II. pag. 56.) — Fig. 129. 
Reuss flihrt die Art als selten im oberen Pliinerkalk von Pokratitz an, 
oline eine Abbildung zu geben. Das abgebildete Exemplar befindet sicb in 
der geol. Sammlung des deutschen Polyteclmikunis zu Prag. 





Fig. 128. Holaster planus, |Maut. Von Mariaschein. 
a. I naturl. Grosse. 6. Scheitel stark vergrossert. 





*4^ 



Fig. 129. Offaster (cf.) corculum, Goldf. Von Hundorf. 
a. Von oben. h. Von unten. c. von der Seite. d. Vergrosserte Ambulacralplatten. 

Stellaster qulnqueloba, Goldf. sp. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 17. Taf. 6. Fig. ?•) 
— Fig. 130. 

Geinitz flihrt die Randplatten von Strcblen an, wir besitzen sie von 
Popelz bei Libocbovic. 
Mesocrinus Fischeri, Gein. sp. (Antedon Fischeri, Geinitz Elbthalgeb. II. pag- 
18. Taf. 6. Fig. 9-12.) — Fig. 181. 

Diese Seelilie wurde frliher unter dem Namen Bourgueticrinus aud 
Bohmen angeftihrt (Reuss II. pag. 59. Taf. XX. Fig. 28—33.) und soil nacb 



101 

Carpenter der Gattung Mesocrinus angchoren. Reicheres Material wird 
wohl dicse Zweifel 16sen. Wir besitzen bisher nur Saulenglieder. Reuss 
ttlhrt sie aus don Teplitzer Schichten von Kutschlin, Krondorf, Koschtitz 
und dem Sauerbrunnberg bei Bilin an. 




Fig. 130. Stellaster quinqueloba, Goldf. 

sp. Randplatten in naturl. Grosse von 

Popelz bei Libochovic. 



Fig. 131. Mesocrinus Fischeri, Gein. sp. 

VergrOssertes Saulenglied. 

Copie nach Geinitz. 



Mollis? sp. Pocta. (Sitzungsber. d. kais. Akad. der Wiss. Juli 1885.) — Fig. 132. 

Scltene Brucbstiicke dieser gitterformigen Kalkkiirper, die denjenigen 

der jetzt lebenden Holotlruriengattung riosus sehr iibnlich sind, fanden sich 

im Schlamm-Materiale, das von den Koschtitzer Platten abgewaschen wurde. 




Fig. 132. Psolus? sp. Po6ta. 

Kalkkorperchen einer Ilolothurie von 

Koschtitz. llOmal vergrossert. 




Fig. 188. Nephthya cretacea, Pocta. 

Aus dein unteren Niveau v. Koschtitz. 

25mal vergrossert. 




Pig- 184. Micrabacia coronula, Godf. sp. 





Fig. 135. Parasmilia centralis, Mant. sp. 
Von iidovic bei Raudnitz. a. Naturl. 
Grosse. b. Querschnitt vergrossert. 



Nephthya cretacea, Pocta. (Sitzungsber. d. kais. Akademic der Wiss. in Wien. 
Band XCII. pag. 8. Taf. 1. Pig. 7. Pocta die Antliozoen der bohm. Kreide- 
formation. Abhandl. der k. bohm. Gesell. der Wiss. VII. Polge. Band 2.) — 
Pig. 133. 



102 

Die Scleriten dieses Polypen wui'den bei der Untersuchung des durcli 
Abwaschen der Koschtitzer Platten gewonnenen Materiales vom Museums- 
assistenten Herrn Kafka gefunden und Ilerrn Pocta zur Beschreibung ubergeben. 

Micrabacia coronula, Goldf. sp. (Pocta Anthozoen pag. .'52. Fig. 12. und 13.) — 
Fig. 134. 

1st aus den Teplitzer Schichten von Postelberg, Wollenitz bekannt. 
Farasmilia centralis, Mant. sp. (Pofita Anthozoen pag. 43. Fig. 20.) — Fig. 135. 

Selten im Planerkalke bei Zidovic unwoit Raudnitz. 
Coelosmllia ? Iaxa, M. E. et Haine. (Pocta Anthozoen pag. 42.) 

Ein Querschnitt im Gestein fraglichen Alters von Neudorfel bei Teplitz. 

Craticnlaria vulgata, Poc. (Pocta Beitr. z. K. d. Sp. I. pag. 15. Fig. im Texte 3. 
Taf. I. Fig. 7. a b.) — Fig. 136. 




Fig. 136. Craticularia vulgata, Poc. Nattirliohe Grosse. 





Fig. 137. „Craticularia subseriata, Rem. 

Von Cizlcovic. Natiirl. Grosse. 



Fig. 138. Pleurostoma bohemicum, Zitt. 
Von Leneschitz. Naturl. Grosse. 



Craticxilaria subseriata, Rom. sp. (Scyphia subseriata, Rom. Kreide. pag. 9- 
Taf. III. Fig. 8. Reuss Kreide. pag. 75. Taf. XVIII. Fig. 7. Pocta Beitrage 
III. pag. 33.) — Fig. 137. 

Selten in Hundorf, Kutschlin und Cizkovic. 

Leptophragma striatopunctata, Rom. sp. (Rom. Kreidegeb. pag. 9. Taf. Ill- 
Fig. 7. Pocta Beitr. I. pag. 18.) 



i 



103 



In den „scharfen" Schichten, welche das Licgende der Teplitzer Schichten 
bilden, oberhalb dor Ziegelei in Leneschitz, sowio von Cfzkovic. 
leptophragma fragilis, Rom. sp. (Scyphia, 116m. Kreidegeb. pag. 8. Taf. III. 
Fig. 11. Pocta Beitr. III. pag. 84. Taf. I. Fig. 20.) 

Haufig in den Teplitzer Schichten nordlich von Raudnitz, Cfzkovic, 
Hrobce, Zidovic, Rohatce. Gesammelt von Prof. Zahalka. 
Pleurostoma bohemicum, Zitt. (Zitt Studien iiber fossile Spongien I. pag. 48. 
Pocta Beitr. z. K. d. Sp. I. pag. 21. Fig. ira Textc 7. Taf. II. Fig. 7.) — Fig. 138. 
Hiiufig in den tiefsten Lagen der Teplitzer Schichten zusammen nut 
Achilleum rugosum in Leneschitz, in den Lehmhriichen bei Laun, dann bei 
Michelsberg bei Lcitmeritz und in Cizkovic. Auf den abgeregneten Halden 
der Steinbruche wird es oft gesammelt. 
Plcurostoma scyphus, Poc. (Beitr. z. K. d. Sp. pag. 21. Fig. im Texte 8. Taf. II. 
Fig. 4.) — Fig. 139. 

Das einzige Exemplar aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz erhielt 
unser Museum von Prof. Dr. Ott. Novak zum Geschenk. 







Fig. 139. Pleurostoma scyphus, Pocta. Von Koschtitz. Natiirl. Grosse. 

I'leurostoma raraosum, Gerster sp. (1881. Gerster Nova Acta pag. 23. Taf. I. 

Fig. 1-5.) 

Selten in Bruchstucken bei Leneschitz und Gizkovic. 

Gllettardia stellata, Mich. (Pocta Beitr. I. pag. 24.) — Fig. 140. 

Romer fiihrt die Art aus Bohmen von Malnitz an, wo es wohl auch 
aus der „scharfen" Schichte der Lehmbruche herriihren durfte. Wir besitzen 
cin einziges Exemplar von Mariaschein. 
Guettardia trilobata, Rom. sp. (1864. Rom. palaeontographica, pag. 14. Taf. V. 
Fig. 8. Pocta Beitr. z. K d. Sp. I. pag. 23. Fig. im Texte 9.) 

Der vorigen ahnlich, aber nur dreilappig. Aus den „scharfen" Schichten 
an der Basis der Teplitzer in Leneschitz. 



104 



Ventriculites angustatus, Rom. (Scyphia angustata, Reuss. Verstein. II. pag. 74. 
Taf. XVII. Fig. 11. Elbthalgeb. II. pag. 1. Taf. I. Pig. 3. Porta Beitr. L 
pag. 30.) — Fig. 141. 

Eine der haufigsten Erscheinungen in den Teplitzer Schichten, wo sie im 
mittleren Niveau dem sog. „K6rper" ihr Hauptlager hat. Auf abgeregneten 
Halden und Berglehnen findet sic sich haufig. Im festen Gestein trifft man 
oft ihro zierlichen Querschnitte in Schwefelkies verwandelt. Localitaten: 
Kutschlin, Hundorf, Mariaschein, Rosenthal, Leneschitz, Koschtitz, Cizkovic 
und iiberall, wo die Teplitzer Schichten gut aufgeschlossen sind. 




Fig. 140. Guettardia stellata, Mich. 

Von Mariaschein. Natiirl. Grcisse. 




torn. 




Fig. 141. Ventriculites angustatus, Rt 

Von Cfzkovio. Natttrl. Grosse. 

«. Gauzes Exemplar, b. Querschnitt. 

c Eine Masche vergrossert. 




Fig. 142. Ventriculites radiatus, Mant. 
Von Kystra. Natttrl. GrSsse. 



Fig. 148. Ventriculites cribrosus, Thill. 
Sp. Von Teplitz. Natttrl. Grfisse. 



105 



14. 



Ventriculites radiatus, Mant. (Reuss Kreide. pag. 74. Taf. XVII. Fig 
Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 3. Pocta, I. pag. 32.) — Fig. 142. 

llaufige Bruchstiicke in den Teplitzer Schichten von Hundorf, Koschtitz, 
Popelz, Kutschlin, Kystra, Cizkovic etc.; auch in Strohlen und Weinbbhla. 
ventriculites Zippei, Reuss. sp. (Reuss Kreidogeb. pag. 76. Taf. XVIII. Fig. 5. 
Pocta Beitr. I. 32.) 

Ahnlich dem radiatus, aber init regelmiissigen rhombischen Vortiefungen. 
Selten in den Teplitzer Schichten von Kutschlin und Hundorf. 
Ventriculites cribrosus, Phill. sp. (1883. Hinde Catal. pag. 113. Taf. XXVI. 
Fig. 2. Pocta Beitr. III. pag. 34. Ventr. radiatus var. subcylindrica Pocta 
I. pag. 33.) — Fig. 143. 

Bisher ein einziges Exemplar in den Teplitzer Schichten von Hundorf. 



m t ',( t, 






Fig. 144. Ventriculites marginatus, Poc. 

Von Kystra. Natiirl. Grosse. 



Fig. 145. Plocoscyphia labyrinthica, 
Reuss. Verkiestes Exemplar. 
Von Hundorf. Natiirl. Grosse. 



Ventriculites marginatus, Poc. (Beitr. III. pag. 34.) — Fig. 144. 

Die Art kommt in ziemlich verschiedenen Grossen in den Teplitzer 
Schichten nordlich von Raudnitz, in Cizkovic, Rohatec und Zidovic vor. 
e ntriculites convolutus, Hinde. (Hinde Catalogue of fossils Sponges pag. 110. 
Taf. XXV. Fig. 5. 5 a. Pocta liber 2 neue Spongien pag. 3. Sitzungsber. der 
k- bohrn. Gesells. d. Wissensch. 1885.) 
p. Bios ein Fragment bekannt von Sulevic bei Lobositz, 

^ocoscyphia, labyrinthica, Reuss. (Reuss Kreideverst. pag. 77. Taf. XVIII. 
Kg. 10. Pocta Beitr. z. K. d. S. I. pag. 36.) — Fig. 145. 

Haufig meist vcrkiest wird der Schwamm auf den 1 1 ah I en der Teplitzer 
Schichten oder fest im Pliinerkalke eingewachsen vorgefunden. Fundorte: 
Kutschlin, Hundorf, Cizkovic etc. 
l °Goscyphia labrosa, Smitt. sp. (1848. Annals pag. 368. Taf. 6. Fig. 4. Pocta 
Beitr. III. pag. 35.) 

Ein Exemplar von Cizkovic befindet sich in der Sammhmg des Prof. 
Zahalka in Raudnitz. 



106 

Plocoscyphia pertusa, Gein. (Porta (lber 2 neue Spongien. Stzgsber. dor k. b. 
Gesell. d. Wiss. 1885. pag. 3. Elbthalgeb. I. pag. 20. Taf. 2. Fig. 5. Taf. 3. 
Fig. 1.) — Fig. 146. 

Selten in Settenz und Ilundorf. 
Rhizopoterion cervicorne, Goldf. sp. (Siph. cerv. Goldfuss I. pag. 18. Taf. VI 
Fig. 11. Siph. cerv. Reuss Vcrst. pag. 73. Taf. XVI. Fig. 15. Taf. XVII. 
Fig. 2. Pocta Beitr. III. pag. 36.) — Fig. 147. 

Fragmente dor Stangel sind aus den Teplitzer Schichten bekannt von 
Ilundorf, Kutschlin, Zabovfosk und Chudovlic. 




Fig. L46. Plocoscyphia pertusa, Gein. 
Von Hundorf. Nattirl. GrOsse. 




Fig. 147. Rhizopoterion cervicorne, 
Goldf. sp. Von /iabovfesk. Natiirl. Gro'sso. 




Fig. 148. Coeloptychium Frici, Pofita. Von Mariaschein. \ nattirl. GrOsse. 



Cystispongia verrucosa, Reuss sp. (Manon verrucosum. Verst. d. bohm. Kr. II. 
pag. 77. Taf. XX. Fig. 6. Pocta Beitr. III. pag. 36. Taf. I. Fig. 29. a b.) 

Reuss fuhrt die Art aus den Teplitzer Schichten vom Sauerbrunnberge 
und von Kutschlin an. Prof. Zahalka besitzt ein Exemplar von Cfzkovic. 
Coeloptychium Fridi, Poc. (Beitr. z. K. d. Sp. I. pag. 41. Fig. fm Texte 19.) 
— Fig. 148. 

Ein einziges Exemplar aus den Teplitzer Schichten von Mariaschein. 
Doryderma ramosum, Mant. sp. (Mantell G. Yorkshire pag. 162. Taf. XV. Fig. 11. 
Spongia ramosa Reuss. Verst. I. pag. 79. Taf. 20. Fig. 7., 8. Pocta Beitr. 
II. pag. 30.) 

Nach Reuss nicht selten in den Teplitzer Schichten von Kutschlin und 

am Sauerbrunnberge bei Bilin. Wir besitzen sie von Clzkovic. Die Fragmente 

sind meist durch Vcrwandlung in Schwcfelkiese zur Unkenntlichkeit vcriindert. 

Phymatella iutumescens, Rom. sp. (Rom. Spongitarien pag. 26. Taf. XL Fig. I- 

Podta Beitrage II. pag. 33.) 

In den Sammlungen der bohm. Universitat zu Prag sind zwei in Schwofcl- 
kicss verwandeltc Excmj.)iare von Koschtitz. 



107 

"hymatelLa elongata, Reuss sp. (Siplionia, elongata Reuss, Kr. II. pag. 73. Taf. 

XLIII. Fig. 4. Pocta Beitrage III. pag. 32.) — Fig. 149. 

Aus den Teplitzer Scliichten von Kntschlin unci Ilundorf. Unser Museum 

besitzt kein Exemplar, aber mehrere sollen aus Bohmen in der geol. Samm- 

lung zu Breslau sich befinden. 
Tbecosiphonia erecta, Poc. sp. (Jerea errecta Pocta,. Vesmfr XIV. pag. 35. — 

Pocta Beitrage III. pag. 37. Textfigur Nro. 11. Taf. I. Fig. 30.) — Fig. 150. 
Aus den hochstcn Lagen dor Teplitzer Scbichten von Rohatec nord- 

lich bei Raudnitz. Das abgebildete Prachtexemplar befindet sich in der 

Sammlung des Prof. Zahalka. 




Fig. Hi). Phymatella elongata, 

■KeiiBs. sp. Copie nach Itcuss in 
i natiirl. Grdsse. 




Fig. 150. Thecosiphonia erecta, Pocta sp. 
Von .Rohatec in I natiirl. Grdsse. 




Fig. 151. Cliona Conybeari, Bronn sp. Copie nach Geinitz. Natiirl. Griisse. 



Cliona Conybeari, Bronn sp. (Pocta Beitrage III. pag. 13.) — Fig. 151. 

Auf der Oberflaclio der Steinkerne von Ammoniton und Nautilen finilon 
sich Erhabenhciton, von denen man beliauptet, dass sic eincm Bohrschwamine 
iingeboren. Die bewoisenden Kieselnadeln wurdcn aber lusher nicht gefunden. 



108 



Amorphospongia globosa, v. Hag. sp. 



(, ig. 5. Geinitz 



(Tragos globularis, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 78. Taf. XX 
Elbthalgeb. II. pag. 4. Taf. 1. Fig. 2.) — Fig. 152. 

Diese Schrotkorn ahnliclie Gebilde, welche bisher fur Schwamme ge- 
balten wurden, sollen nacb don nouesten Untersuchungen von Munier Cbalmas 
Friichte von eigenthtimlichen Algen scin. — Auf dem vergrosserten Durch- 
schnitte zeigt sich eine Eindenschicbte, welcbe aus cinem dichten Gewcbe 
von Nadeln zu bestehen scheint. Im Inneren wechseln lichte und dunkle 
radiale Streifen. Die lichten Streifen scbeinen audi ein Geflechte von Na- 
dcln zu sein, welche ebenso wie die der Eindc kalkig sind. Die dunklen 
Streifen sind mit erdiger Masse odor mit Scbwefelkies gefiillt. Findet sich 
auf den abgeregneten Halden oder an Berglehnen, wo die Teplitzer Schichtcn 
ontblosst sind. Reuss fiihrt sie von Kutschlin, vom Sauerbrunnborg bei 
Bilin an, Geinitz von Strcblen und Weinbohla ; wir besitzen sie von Ilundorf, 
Cfzkovic und Gaubenbof. 




Fig. 52. Amorphospongia globosa, v. Hag. sp. Von Gaubenhof. 

a. Ganzes Exemplar in nattirl. GrOsse. b. Querschnitt. c. Eadialer Sclmitt 

6mal vergrossert. d. Oberflache vergrossert. 



Achillcum rugosum, Reuss, var. elliptica. (Reuss Verst. II. pag. 79. Taf. XX. 
Fig. 4. Pocta Beitrage III. pag. 32.) — Fig. 153. 

Das Achillcum rugosum kommt bei uns in zwei Formen vor, von welchen 
ich die eine als var. elliptica anfuhre und die andere als selbstandigc Art 
Ach. bisquitiforme. Die var. elliptica ist 
stets kleiner und auf beiden Enden zugespitzt, 
von der LSngsfurche, die auf der gewolbten 
Fliiche sich hinzieht, gehen rechts und links 
Runzeln nach aussen und hinten. Die Unter- 
flache ist flach und raub. Am Querschnitt fand 
Pocta viele Foraminiferen und stellenweise 
horizontale Schichtung. (Von der Reussischen 
Abbildung lasst sichnicht entscheidcn, welcbe 
von beiden Formen hat zur Darstellung kom- 
mon sollen.) — Diese Art hat eine grossere 
verticale Verbreitung als die andere. Fruhor 
war sie nur aus den Teplitzer Schichten von 

Kutschlin und vom Sauerbrunnberg bei Bilin „ Fi g- 188 - Achilleum rugosum, 

. lieuss, var. elliptica. Yon Lene- 

bekanut. Ich traf Sie scbon in den Bemitzer schitz in naturlicher Grosae. 




109 

Mergeln der Weissenberger Schichten, dann namentlich haufig in den „s char- 
fen" Lagen an der Basis der Teplitzer Schichten in Leneschitz, in den Lehm- 
bruchen bei Laun und bei Kystra etc. Sie liegen in der Kegel auf den abge- 
regneten Halden und Berglehnen und werden von Sammlern leicht ubersehen. 

A.chilleum bisquittiforme, Fr. — Fig. 154. 

Dieses grosse Achilleum kommt an der Basis der Teplitzer Scliichten 
vor und konnte ich in den Lehmbruchen bei Laun ganz genau die Lager- 
scliichte sicherstellen. (Vergl. Profil auf Seite 28, Fig. 10.) Dasselbe hat 
ini Ganzen die Form eines Bisquitts (alter Form), das eine Ende ist schon 
abgerundet und oben miissig gewolbt, unten etwas concav und mit zahl- 
reichen Austern, Foraminiferen etc. bewachsen. Der mittlere Theil : ist ver- 
engt, der hintore ausgebreitet und sich flach verlierend. Die Kunzeln ziehen 
sich iiber die ganze obere Seite und lassen langs der Achse einen Streifen frei. 
Liinge 24 cm. Ich fand die Art haufig, aber immer nur den abgerundeten Vorder- 
theil in den Lehmbruchen bei Laun, in Leneschitz oberhalb der Ziegolei. 



i 




w 







a b 

Fig. 154. Achilleum bisquittiforme, Fr. Von den Lehmbruchen bei Laun. 
a. J natttrlicher Grosse. b. Der Vordertheil von unten. Natllrl. Grosse. 

1. Ostrea semiplana. '2. Terebratulina gracilis. 8. u. 4. Ostrea hippopodium. 5. Nodo- 

saria Zippoi. 6. Oristellaria. i. Frondicularia inveraa. 8. Dentalina. 9. Junge Ostrea. 

10. u. 11. Lairdia subdeltoidea. 



s P<>ngites saxonicns, Q-ein. (Fric Iserschichten pag. 134. Fig. 128.) 

Diese aoch immer rftthselhaften Gebilde kommen in den Teplitzer 

Scliichten nur selten und in unkemrfclichen Bn ich stuck en vor. 



110 

Die Foramiiiiferen der bShmischen Kreideformation harren noch immer einer 
monographischen Bearbeitung und meine wiederholten Versuche jiingere Krafte zur 
Losung dieser Frage anzueifern, blieben ohne Erfolg. Es ist auch einzusehen, dass 
os dankbarere Zweige naturwissenschaftlicher Arbeit gibt als die Krcideforaminifeven, 
wo man nach langer emsigcn Arbeit zu dem Resultate kommt, dass manche Gat- 
tung und Art kanm von jetzt lobcnden Formon abweiclit. 

Ich beschranke mich daher in Nachfolgendem auf die bildliche Darstellung dor 
grosseren hftufigeren Formcn und von den kleineren gab icli nur von einigen Gat- 
tungen ein Bild und verweise im Uebrigen auf die neuere Reussische Arbeit in 
Geinitz Elbtlialgebirge. 

Bei der Sichtung des Materiales und Zeichnung der Exemplare, sowie bei der 
sehr schwierigen Anfertigung von Diinnschliffen des miirben Planergesteins war rnir 
Herr Dr. Ph. Pocta behilflich. 

Der sich wiederholende Umstand, dass von Strehlen Arten angefuhrt werden, 
die in Bohmen nur in den jiingeren Priesener Schichton nachgewiesen wurden, diirfte 
sich folgendermassen erklaren lassen. Entweder sind die von Strehlen citirten Fora- 
miiiiferen aus einer der hochsten Lagen der dortigcn Steinbriiche, welcho don Prie- 
sener Schichten entsprcchcn, oder ist dort in den Teplitzer Schichten intensiver 
gesammelt worden als in Bohinen. 

(lagena globosa, Montg.) (Rcuss Elbthalgeb. I. pag. 78. Foram. d. Kreidem. von 
Lemberg pag. 22. Taf. I. Fig. 2.) — Fig. 155. 
Sehr sclten in Strehlen. 




Fig. 155. Lagena globosa, Montg. 

Nach ltouss stark vergrossert. 



Fig. 157. Nodosaria annulata, Reuss. 
6mal vergrflssert toju Kosclititz. 



Fig. 15(1. Nodosaria Zippei, Eeuss. 
6mal vergrossert. 



Nodosaria Zippei, Renss. (Eeuss Verst. I. pag. 25. Taf. VIII. Fig. 1 3. Elb- 
thalgeb. II. pag. 79.) — Fig. 156. 

Sehr hiiufig und bis 12 mm lang in den Teplitzer Schichten, namentlich 
auf den sog. Koschtitzer Flatten. Hundorf, Kutschlin, Koschtitz, Krondorf etc. 



111 



(Sodosaria bactroldes, Eeuss.) (Elbthalgeb. pag. 80.) 

Sehr selten in Strehlen. 
CVodosaria Inflata, Eeuss.) (Elbthalgeb. pag. 80.) 
Selten in Strehlen und Weinbohla. 
■Nodosaria obscura, Eeuss. (Eeuss Verst. I. pag. 26. Elbthalgeb. pag. 81.) 
Nach Eeuss im Pl&nermergel von Kystra. Sehr selten in Strehlen. 
Nodosaria paupercula, Eeuss. (Eeuss Verst. I. pag. 26. Taf. XII. Fig. 12. Elb- 
thalgeb. II. pag. 81. Taf. II. Fig. 5—7.) 

Sehr selten im Pl&nermergel von Koschtitz, sowie in Strehlen undWeinbohla. 
CVodosaria amphioxus, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 8.) 

Sehr selten in Strehlen. 
CVodosaria fusula, Eeuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 9.) 

Selten im Planer von Strehlen. 
CVodosaria acicula, Eeuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 10.) 

Sehr selten im Planer von Strehlen. 
CVodosaria ffaumani, Eeuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 82. Taf. 20. Fig. 11.) 

Sehr selten im Planer von Strehlen. 
CVodosaria affims, Eeuss.) [Nicht N. aft'., D'Orb.] (Elbthalgeb. II. pag. 83. Taf. 20. 
Fig. 12. Eeuss Verst. I. pag. 26. Taf. 13. Fig. 16.) 

Sehr selten im Planer von Weinbohla. In Bohmen in den jiingeren Prie- 
sener Schichten. 
CVodosaria obsolescens, Eeuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 83. Taf. 20. Fig. 14.) 

Sehr selten im Planer von Strehlen. 
(Nodosaria multilineata, Eeuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 83. Taf. 20. Fig. 13.) 

Sehr selten im Planer von Strehlen. In Bohmen in den Priesener Schichten. 
CVodosaria oligostega, Eeuss.) (Eeuss Verst. I. pag. 27. Taf. 13. Fig. 19., 20. 
Elbthalgeb. pag. 83. II. Taf. 20. Fig. 15—18.) 

Nicht selten bei Strehlen, sehr selten bei Weinbohla. 
CVodosaria discrepans, Eeuss.) (Eeuss Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissenschaften, 
Wien. Band 40. pag. 40. Taf. 3. Fig. 7.) 

Durch Ungleichhcit der Kammern ausgezeichnet ; sehr selten im Planer 
von Strehlen. 
CVodosaria distincta, Eeuss.) (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissenschaften, Wien. 
Pand 40. pag. 40. Taf. 2. Fig. 5.) 
Selten im Planer von Strehlen. 
(Nodosaria strangulata, Eeuss.) (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissenschaften. Band 
40. pag. 41. Taf. 2. Fig. 6.) 

Sehr selten im Planer von Strehlen. 
CVodosaria eognata, Eeuss.) (Eeuss Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissenschaften, 
Wien. Band 40. pag. 39. Taf. I. Fig. 9.) 
_ Sehr selten im Planer von Strehlen. 

Vodosaria annulata, Eeuss. [Dentalina annulata, Gilmbel.] (Eeuss Verst. I. pag. 27. 
Taf. VIII. Fig. I,, 67. Taf. Kill. Fig. 21.) — Fig. 157. 

Sehr hfuilig auf den Koschtitzer Platten, dann im Planerkalke von Kutschlin, 
Wollenitz, im Planermergel von Kystra, Brozan etc. 



112 



Nodosaria Lorneiana, D'Orb. (Reuss Vcrst. I. pag. 27. Taf. 8. Fig. 5. Elbthalgeb. 
II. pag. 86.) 

In den Teplitzer Scliichten von Koschtitz und in WeinbOhla. 
(Nodosaria peracuta, Eeuss.) (Reuss Elbthalgeb. II. pag. 80. Taf. 20. Fig. 21.) 
Selten im Planer von Weinbohla. 

Nodosaria nodosa, D'Orb. [Dentalina nodosa, D'Orb.] (Reuss Verst. I. pag. 28. 
Taf. 28. Fig. 13. Elbthalgeb. II. pag. 86. Taf. 13. Kg. 22.) 

Nach Reuss im Planermengol von Kystra. Selten im Planer von Strehlen 
und Weinbohla. 
(Nodosaria gracilis, D'Orb.) [Dentalina gracilis, D'Orb.] (Reuss Verst. I. pag. 27. 
Taf. 8. Fig. 6. Elbthalgeb. II. pag. 86.) 

Selten im Planer von Strehlen, in Bohmon in den jungcrcn Priesener 
Schichten. 
(Nodosaria sororia, Reuss.) (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch., Wien. Band 
40. pag. 186. Taf. 2. Fig. 8.) 

Selten im Planer von Strehlen. 
(Nodosaria communis, Reuss.) (Reuss Yerst. I. pag. 28. Taf. XII. Fig. 21. Elb- 
thalgeb. II. pag. 87. 

Nicht selten im Planer von Strehlen, in Bohmen in den jungeren Prie- 
sener Schichten. 
(Nodosaria dcflexa, Reuss.) (Reuss Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wischensch. Wien. 
Band 46. Taf. 2. Fig. 19.) 

Sehr selten im Planer von Strehlen. 
(Nodosaria legumen, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 28. Taf. 13. Fig. 23. und 24- 
Elbthalgeb. II. pag. 88. Taf. 20. Fig. 22.) 
Nicht selten im Planer von Strehlen. 

Nodosaria aculeata, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 28. Taf. 12. Fig. 29. Elbthal- 
geb. II. pag. 88.) 

Nicht selten, aber immer zerbrochen im Planermergel von Kystra und 
in Strehlen. 

Glandulina cylindracea, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 25.) 
Sehr selten im Planermergel von Kystra. 
((ilandulina imitabilis, Reuss.) (Sitzungsber. der k. Akad. d. Wissensch. Wien. 
Band 46. pag. 58. Taf. 5. Fig. 7—11.) 
Selten im Planer von Strehlen. 

Vaginulina costulata, Rom. sp. (Marginulina costulata Reuss I. pag. 28. Taf. 13. 
Fig. 25. Elbthalgeb. II. pag. 90. Taf. 20. Fig. 24.) 

Nicht haufig im Planermergel der Teplitzer Schichten in Kystra. 
Frondicularia angiista, Mils. (Reuss I. pag. 29. Taf. VIII. Fig. 13. und 14. 
Elbthalgeb. pag. 91. Fric Weissenb. Schichten pag. 149. Fig. 153.) 

Sehr haufig in den mergligen und kalkigen Lagen der Teplitzer Schichten 
in Koschtitz, Kystra etc. 
Frondicularia apiculata, Reuss. (Reuss Verst. I. 30. Taf. VIII. Fig. 24.) 

Sehr selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten in Koschtitz. 



113 

•rondicularia canaliculata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. VIII. Fig-. 20., 21.) 

Selten in Koschtitz, Strehlen und Weinbohla. 
Frondicularia marginata, Reuss. (Verstein. d. b. Kr. I. pag. 30. Taf. XII. Fig. 9. 
Reuss Sitzungsber. Wien. Band 40. Taf. 50. Fig. 3. Gein. Elbthalgeb. II. 
Pag. 93.) 

Selten in den Teplitzer Schicbten in Bohmon, sowie in Weinbohla. 
(Frondicularia angustissima, Eeuss.) (Sitzungsber. der k. Akad. d. Wissenscb. 
Wien. Band 40. pag. 197. Taf. 4. Fig. 6.) 
Selten in Weinbohla. 
Fr °ndicularia trisulca, Nils. (Reuss I. pag. 30. Taf. VIII. Fig. 22.) 
Selten im Planermergel von Koschtitz. 

• r °ndicularia simplex, Reuss. (Verst. I. pag. 31. Taf. VIII. Fig. 30.) 

Sehr selten im unteren Niveau von Koschtitz. 
r °ndicularia striatula, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. VIII. Fig. 23. 
Taf. 8. Fig. 23. Taf. 43. Fig. 11. Gein. Elbthalgeb. II. Taf. 21. Fig. 2.) 
Sehr selten ini Planer von Strehlen und Weinbohla sowie in Koschtitz. 





F: 

''"Hal 




g. 158. Frondicularia in- 
vcrsa, Eeuss. 
vergr. von Koschtitz. 



Fig. 151). Frondicularia Cordai, 

Eeuss. 
6mal vergrossert von Koschtitz. 



Fig. 160. Flabellina ellip- 

tica, Miss. 
Cmal vergr. von Koschtitz. 



Fr 



ndicularia tenuis, Reuss. (Reuss I. pag. 30. Taf. 8. Fig. 25. Gcinitz Elb 
tbalgeb. II. pag. 94. Taf. 21. Fig. 3.) 
Sehr selten im Planer von Koschtitz. 
^'ondicuiaria microsphaera, Eeuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 94, Taf. 21. Fig. 4.) 
j, Sehr selten im Planer von Weinbohla, 

r °naicularia inversa, 1 



Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 31. Taf. 8. 



Fig. 15—19. 



Taf. 13. Fig. 42. Geinitz Elbthalgeb. II. Taf. 21. Fig 5—7.) -- Fig. 158. 
Selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten in Koschtitz, dann in 
_ Strehlen und Weinbohla. 

°ndicularia Cordai, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 31. Taf. 8. Fig. 26—28. Taf. 
13. Fig. 4i. Taf _ 24 Kg 38 Reugs Denkscln .ift e n d. k. Akad. Wien. Band 7. 
M 25. Fig. 3.) — Fig. 159. 

Hiiufig in Koschtitz und Kystra. Selten in Strehlen und Weinbohla. 



114 



(Frondicularia d'Archiacina, D'Orb.) (Eeuss Verst. d. b. Kreid. I. pag. 31. Taf. 
13. Fig. 39. Elbthalgeb. pag. 96.) 

Selten und schlecht erhalten in WeinbShla. 
Flabellina rugosa, D'Orb. (Eeuss Verst. I. pag. 33. Taf. VIII. Fig. 31—34., 68. 
Taf. XIII. Fig. 49—53. Elbthalgeb. pag. 98.) 

Sehr geraein im Schlammmaterial der Koschtitzer Platten. 
Flabellina elliptica, Nilss. [Flabellina cordata, Reuss.J (Reuss Verst. I. Taf. 8. 
Fig. 37—46., 78. Elbthalgeb. pag. 97.) — Fig. 160. 

Sehr gemein in den Teplitzer Schichten und neben Cristellaria und 
Frondicularia wegen ihrer Grosse mit freiem Auge zu erkennen. 
Flabellina Bandouiniana, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 32. Taf. 8. Fig. 36. 
Elbthalgeb. pag. 99.) 

Selten im Planerkalke von Koschtitz, in Strehlen und Weinbohla. 
(Flabellina ornata, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 32. Taf. 13. Fig. 48.) 

In Sachsen, in Strehlen, in den Teplitzer Schichten, in Bohmen bisher 
nur in den jtingeren Priesener Schichten. 



• 





Fig. 161. Cristellaria ovalis, Reuss 
6mal vergrossert von Koschtitz. 



Fig. 162. Cristellaria rotulata, D'Orb. 
6mal vergrossert von Koschtitz. 



Cristellaria (Margiinilina) elongata, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 29. Taf. XIII- 
Fig. 28—32. Elbthalgcb. pag. 100.) 

Reuss fiihrt die Art aus den Teplitzer Schichten von Kystra, Gcinitz 
von Strehlen und Weinbohla an. 
Cristellaria ovalis, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. 8. Fig. 49. Taf. 12- 
Fig. 19. T. 13. Fig. 60-63. Gein. Elbthalgeb. II. Taf. 22. Fig. 6—11.) — 
Fig. 161. 

Haufig in den Teplitzer Schichten von Koschtitz, Kutschlin etc., dann 
in Strehlen und Weinbohla. 
Cristellaria denticnlata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. VIII. Fig. 12.) 

Sehr selten im unteren Niveau der Teplitzer Schichten von Koschtitz. 
(Cristellaria compressa, D'Orb.) [Marginulina compressa, Reuss.] (Elbthalgeb. fl- 
pag. 101. Reuss Verst. I. pag. 29. Taf. 13. Fig. 33.) 

Selten im Planer von Strehlen und Weinbohla; in Bohmen bisher nur 
in den Korycaner und Priesener Schichten. 
(Cristellaria recta, D'Orb.) (Reuss Verst. I. pag. 33. Elbthalgeb. II. Taf. 22. Fig. 2., 3. 

Nicht selten im Planer von Strehlen. 
(Cristellaria Schloenbachi, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 102. Sitzungsber. der k- 
Akad. der Wissensch. Wien. Band 46. pag. 65. Taf. 6. Fig. 14. mid 15.) 
Aus dem Planer von Weinbohla. 



115 

(Cristellaria Kirsteni, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 102.) 

Selten im Planer von Strehlen. 
(Cristellaria navlcula, D'Orb.) (Verst. (1. b. Kr. 1. pag. 34 Taf. 12. Fig. 27. Elb- 
thalgeb. II. pag. 102.) 

Selten in Strehlen, bei ims bisher nur in den jimgeren Priesener Schichten 
gefunden. 
(Cristellaria intermedia, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 33. Taf. XIII. Fig. 57. u. 58. 
Elbthalgeb. II. pag. 103. Taf. 22. Fig. 4. u. 5.) 

Sehr seltene Jugendexeraplare von Weinbohla, in Bohmon aus den 
jungeren Priesener Schichten. 
(Cristellaria oligostegia, Reuss.) (Reuss Elbthalgeb. II. pag. 103. Sitzungsber. der 
k. Akad. der Wissensch. Wien. Band 40. pag. 213. Taf. 8. Fig. 8.) 
Sehr selten in Strehlen. 
(Cristellaria lobata, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 104. Taf. 22. Fig. 12. Taf. 23. Fig. 1.) 
Sehr selten im Planer von Strehlen. 
Cristellaria rotulata, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. VIII. Fig. 50., 70. 
Taf. XII. Fig. 25.) — Fig. 162. 

Sehr hiiufig auf den Koschtitzer Platten und audi in alien iibrigen Lagen 
der Teplitzer Schichten. Koramt in alien Schichten der bohmischen Kreide- 
forraation vor. 
(Cristellaria nuda, Reuss.) (Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch., Wien. Band 44. 
pag. 328. Taf. VI. Fig. 1—3. Elbthalgeb. II. pag. 106. Taf. XXIII. Fig. 2., 3.) 
Selten im Planer von Strehlen. 
(Cristellaria lepida, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 106. Taf. XXIII. Fig. 4.) 

Nicht selten im Planer von Weinbohla. 
(Polymorphic lacrima, Reuss.) (Verst. d. b. Kreidef. I. pag. 40. Taf. XIII. Fig. 
83. Taf. XII. Fig. 6. Elbthalgeb. II. pag. 107.) 
Nicht selten im Planer von Strehlen. 
(PolymorpMna horrida, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 110. Taf. XLIII. Fig. 14. 
Elbthalgeb. pag. 107.) 

Sehr selten in Weinbohla. 
1>0 Jymorpliina glomerata, Rom. (Reuss Verst. I. pag. 40. Taf. XII. Fig. 32.) 
Nicht selten in Koschtitz. 
(Polymorphic g i bosa, v. Mttnst. sp.) (Elbthalgeb. II. pag. 107. Reuss Verst. I. 
pag. 40. Taf. XIII. Fig. 82.) 

Nicht selten im Planer von Strehlen. 
Bl *li»lina D'OrMgnyi, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. XIII. Fig. 74.) 
Nach Reuss ziemlich hiiufig im Planermergel von Kystra. 
(Bullmina intermedia, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 37. Taf. 13. Fig. 71. Elb- 
thalgeb. II. pag. 108.) 

Hiiufig im Planer von Strehlen und Weinbohla, in Bohmen in den Prie- 
sener Schichten von Lusclutz. 
B «Hmina Preslii, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. XIII. Fig. 72.) 
Selten im Schliimmmaterial der Koschtitzer Platten. 

8* 



116 

Bulimina Murchisoniaiia, D'Orb. (Beuss Verst. I. pag. 37. Taf. VIII. Fig. 69., 
72. Taf. XIII. Fig. 70.) 

Selten in den Teplitzer Schichten von Kutschlin irad Kosclititz. 
Bulimina trimcata, Kcuss. (Reuss Verst, I. pag. 37. Taf. VIII. Fig. 73.) 

Sehr selten in Koschtitz. 
Holivina tegulata, Rouss. (Virgulina tegulata, Reuss, Verst. I. pag. 40. Taf. 13. 
Fig. 81. Elbthalgeb. II. pag. 109. Taf. 23. Fig. (',.) 

Im Planermergel von Kystra, selten. Hliufig im Planer von Strchlon, 
selten in Weinbohla. 
Textilaria couulus, Reuss. (Rouss Verst. I. pag. 38. Taf. VIII. Fig. 59. Taf. XIII. 
Fig. 75. Elbthalgeb. II. pag. 110.) 
Haufig in Kystra und Strehlen. 
Textilaria globulosa, Reuss. (Textilaria globulosa Reuss. I. pag. 39. Taf. XII. 
Fig. 23.) — Fig. 163. 

Diese Meine Foraminifcre ist die hliufigste Erscheinung in den Schliim- 
mungen der Teplitzer Schichten. Dieselbe wurde von Reuss in seinem Workc 
Verstcinerungcn der bohm. Kreideforraation boschrieben und abgebildet, aber 
merkwiirdiger Weise in der neueren Verarboitung der Foraininiferon in Gei- 
nitz Elbthalgcbirge gar nicht erwahnt. Aus Verschen wurde sie in dor 
pag. 61. gegebenen tabellarischen Uebersicht ausgclassen. 



Fig. 188. Textilaria globulosa, Reuss. 

Aus dcu Teplitzer Schichten von llepin. 

Geueichnet von Jar. I'erner. llOmal 

vergrossert. 



i 






Fig. 164. Globigerina cretacea, D'Orb. 

Gezeichnet von Jar. Perner. 

60mal vergrossert. 




Textilaria praelonga, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. XII. Fig. 14. Elb- 
thalgeb. II. pag. 111. Taf. 23. Fig. 7. und 8.) 

Sehr haufig in Koschtitz. Solten in Weinbohla. 
Textilaria obtusangula, Rom. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. VIII. Fig. 58.) 

Haufig in den Teplitzer Schichten von Kutschlin. 
Textilaria turris, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. VIII. Fig. 76. Elbthalgeb. 
II. pag. 110.) 

Selten im untersten Pliinerkalk (Koschtitzer Niveau) von Kutschlin. 
Textilaria Baudouiniana, D'Orb. (Textilaria Partschi, Rouss Verst. pag. 39. Taf. 39. 
Taf. XIII. Fig. 80.) 

Selten im Planermergel von Kystra. 
Globigerina cretacea, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 36. Taf. VIII. Fig. 55. Elb- 
thalgeb: II. pag. 112.) — Fig. 164. 

Selten im unteren Niveau von Kosclititz und ebenfalls selten in Strehlen- 



117 

Globigerina marginata, Reuss sp. (Eosalina marginata, Reuss Verst. T. pag. 36. 
Taf. VIII. Fig. 54. und 74. Taf. XIII. Fig. 68. Elbthalgeb, II. pag. 112.) 

Sehr haufig im Pliinermergel von Kystra, Kosclititz und Kutsehlin, in 
Strehlen und Weinbohla. 
Planorbulina ammonoides, Reuss. (Rosalina ammonoides, Reuss. Verst. I. pag. 36. 
Taf. L3. Fig. 66. Elbthalgeb. II. pag. 114. Taf. 23. Fig. 9.) 

Nicht selten im Pliinermergel von Kystra und im Planer von Strehlen. 

(Planorbullna polyraphes, Reuss.) (Rotalina polyraphes, Reuss. Verst. I. pag. 35. 
Taf. 12. Fig. 18. Elbthalgeb. II. pag. 114. Taf. 23. Fig. 10.) 

Selten im Planer von Strehlen, in Rohmen in den jiingeren Priesener 
Schichten. 

(Planorbullna lenticula, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 35. Taf. XII. Fig. 17. Elb- 
thalgeb. II. pag. 115. Taf. 23. Fig. 11.) 

Selten im Planer von Strehlen, in Rohmen in den Priesener Schichten 
von Luschitz, Rannay etc. 
Kotalia umbilicata, D'Orb. var. nitida Reuss. (Rotalia nitida, Reuss. Verst. I. 
pag. 35. Taf. 8. Fig. 52. Elbthalgeb. pag. IK!. Taf. 23. Fig. 12.) 

Sehr vereinzelnt im untercn Niveau von Koschtitz. Gemein im Planer 
von Strehlen. 

(Cornuspira cretaoea, Reuss.) (Operculina cretacea, Reuss. Verst. I. pag. 35. Taf. 13. 
Fig. 64. und 65. Elbthalgeb. pag. 117.) 

Sehr selten im Pliiner von Strehlen, in Rohmen in den jiingeren Schichten 
von Luschitz und Priesen. 




Fig. 165. Haplophragmium irregulare, Rom. sp. Von Koschtitz Gmal vergrossert. 

J' a Plophragminm irregulare, Rom. sp. (Spirolina inaequalis, Reuss. Verst. I. 
pag. 35. Taf. 8. Fig. 62., (36., 75. Elbthalgeb. pag. 119.) — Fig. 165. 

Eine der bezeiclmendsten Arten fur die Teplitzer Schichten. Sehr haufig 
im unteren Niveau derselben, nanientlich auf den Koschtitzer Flatten. In 
grossen, typischcn Exemplaren audi in den von mir als zum Teplitzer 
Horizont gehorigen Mergeln, die im. ostlichen Rohmen auf den Iserschichten 
liegen, nanientlich in Repin. Audi haufig in Strehlen und Weinbohla. 
(Haplophragmium aequale, Rem. sp.) (Elbthalgeb. II. pag. 120.) 
Selten im Planer von Strehlen. 



118 

(llaplostiohe foedissiraa, Eeuss.) (Dentalina foedissima, Reuss. Sitzungsber. dor k. 
Akad. der Wissensch. Band 40. pag. 189. Taf. 3. Fig. 2. und3. Elbthalgeb. 
II. pag. 121. Taf. 24. Fig. 1—3.) 
Im Planer von Strohlen. 
(iraplostiche dentalinoides, Reuss.) (Elbthalgeb. II. pag. 121. Taf. 24. Fig. 4— 0.) 
Haufig im Planer von Strehlen. 

Tritaxia tricarinata, Reuss. (Textilaria tricarinata, Reuss. Verst. I. pag. 39. 
Taf. 8. Fig. 60. Elbthalgeb. II. pag. 122.) 

Sehr gemein im unteren Niveau in Koschtitz, seltener bei Kystra. Auch 
sehr haufig in Strehlen und Weinbohla. 
(Verneullina Broimi, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. 12. Fig. 3. Elbthal- 
geb. II. pag. 123.) 

Nicht selten im Planer von Strehlen, in Bohmen in den Priesener 
Schichten von Luschitz. 
(Vcmcullina Mlinsteri, Keuss.) (Textilaria triquetra, Reuss. Verst. I. pag. 39. 
Taf. 13. Fig. 77. Elbthalgeb. pag. 124.) 

Selten im Planer von Strehlen, in Bohmen in den Priesener Schichten 
von Luschitz. 

Ataxopliragmium variabile, D'Orb. (Bulimina variabilis, Reuss. Verst. I. pag. 37. 
Taf. 8. Fig. 56., 76. und 77. Elbthalgeb. pag. 124.) 

Haufig im unteren Niveau in Koschtitz, Kystra und im oberen von 
Kutschlin; ebenso gemein im Planer von Strehlen. 
(Plecairium Partschi, Reuss.) (Textilaria Partschi, Reuss. Sitzungsber. der kais. 
Akad. der Wissensch. Wien. Band 40. pag. 233. Taf. 14. Fig. 6. [icon mala]. 
Elbthalgeb. II. pag. 126. Taf. 24. Fig. 13.) 
Ziemlich haufig in Strehlen. 
(Plecanium concinnum, Reuss.) (Textilaria concinna, Reuss. Verst. II. pag. 109. 
Taf. 24. Fig. 54.) 

Reuss fiihrt die Art aus den cenomanen Schichten von Weisskirchlitz 
an. Nach Geinitz haufig im Planer von Strehlen. 

Gaudryina rugosa, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. 12. Fig. 15., 24. Elb- 
thalgeb. II. pag. 126.) 

Selten im Planermergel von Kystra, ziemlich haufig im Planer von 
Strehlen. 

Nonionina compressa, Rom. (Reuss Verst. I. pag. 35. Taf. VIII. Fig. 51.) 
Nach Reuss haufig in Ilundorf, Kutschlin und Koschtitz. 



Pflaiizenrestc. Reste von Pflanzen kommen in den Teplitzer Schichten 
eigentlich gar nicht vor, denn das, was bisher von dort angefuhrt wurde, ist sehr 
fraglich oder ist mit thierischen Resten in enger Beziehung. Die Chondriten von 
welchen Geinitz zwei Arten anfuhrt, werden von manchen als Produkte von im 
Schlamm bohrenden Wiirmern angesehen. Abies minor sind lilngliche Haufen von 
Blattnadeln und Coniferen, welche vielleicht von einem terebcllaartigem Wurme 
zum Aufbau des Geniuses vei'wendet wurden. Es bleiben nur die fiir manche 



119 

Schichten bezeichneuden sich dichotomisch theilenden Fucoidenstiingel , von denen 
ich eine Abbildung gebe. 

Chondrites Mantelli, A. R8mer. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 231. Taf. 46. Fig. 
6. und 7.) — Fig. 166. 

Nicht selten in Ilundorf. Nach Geinitz vercinzelnt im Planerkalke von 
Strehlen. 




Fig. 1G6. Chondrites Mantelli, A. Komer. Von Ilundorf. Natttrl. Grosse. (Kaffelt.) 

Chondrites furcillatus, A. Reiner. (Geinitz Elbthalgeb. I. pag. 304. Taf. 67. 
Fig. 7. II. Taf. 46. Fig. 5.) 

1st eine zartere oft dichotomisch sich theilende Form, welche zuweilen 
manche Banke ganz erfiillt, zum Beispiel in Settenz die Schichte 8. 

Abies minor, Velenovsky. (Die Gymnospermen der bohm. Kreideforrnation Seite 33. 
Taf. V. Fig. 14. und 15., Taf. VIII. Fig. 1.) 

Nicht selten findet man langliche Anhiiufungen von Blattnadeln dieser 
Conifere in den Kalken der Teplitzer Schichten, z. B. in Hundorf und in 
Cfzkovic. Dieselben diirften von einem Wurme zum Aufbaue seiner Rohre 
benutzt worden sein, wahrend die Zweige am Ufer lagen. 

Fucoides ? diohotomus, Fr. — Fig. 167. 

Gewisse Banke des Planerkalkes, die sonst arm an Petrefacten sind, 
fuhren zahlreiche dichotomisch sich theilende schlanke Stftngel, die an den 
Theilstellen erweitert sind und wahrscheinlich Fucoiden angehoren. Nament- 
lich fand ich dieselben in dev festcn Bank, welche in Koschtitz auf die 
petrefactenreichen Flatten folgt. Vergl. Profil Fig. 13. 3. 



J 



"'*«*»»'" ■ ■ 



Fig. 1G7. Fucoides dichotomus, Fr. Nattirliclie Grosse von Koschtitz. 



Alphabetisches Verzeichniss der angefuhrten Localitftten. 



Abtsdorf .... Scite 51 

Bakov 49 

Benatek 48 

Bilin, Ganghof .... 25 
Bilin, Sauerbrunnberg . 24 

Brozanek 44 

Budin 43 

Chotzen 51 

Cizkovic 40 

Dobromeric (Laun) . . 30 

Gaubcnhof 41 

Hostin 46 

Hundorf 15 

Judendorf 2. 'J 

Jungbunzlau 48 

KOniggratz 51 

Koscbtitz 35 

KrOndorf 30 

Kutschlin 25 

Kystra 33 



Lauu Soitc 26 

Lehmbrttche 27 

Leitmcritz 41 

Leitomyschl 51 

Leneschitz, Moficka stran 29 
Leneschitz, Ziegelci . . 29 

Libochovic 38 

Lobositz 38 

Loosch 21 

Malnitz 27 

Malnitz, Hasina Mttlilc . 27 

Marias chein 23 

Melnik 45 

Odfepes 50 

Osseg 23 

Patek bei Podicbrad . . 49 

I'odhrazmuhlc 31 

Podiebrad 49 

Popelz 38 

Racany 50 



Rannay-Berg . . Seite 80 

Repin 47 

Rohatec 13 

Rosenthal 23 

Raudnitz 42 

Sedlcc 48 

Settenz 15 

Smific 51 

Smrzov 51 

Sovice-Berg 43 

Svinarek 51 

Teplitz 15 

Turnau 49 

Vrbice 50 

Vysoka 47 

Weisscr Berg bei Laun . 27 

Wolfsberg 49 

Zidovee 42 



INHALT. 



Solto 

Vorwort 3 

I. Cbaraktcristik und Gliedcrung der Teplitzer Schichten 5 

Schema dor Scbichtcnfolge im wcstlichen BOhrnen 7 

Schema der Teplitzer Schichten im (istlichen Bcihmen 12 

II. Beschreibung der im Bereiche der Teplitzer Schichten untorsuchtcn Localitftten . 14 

1. Umgebung von Teplitz 15 

2. Umgebung von Osseg, Judendorf, Rosenthal unci Mariaschcin . . . 23 

3. Umgebung von Bilin 24 

4. Umgebung von Laun 26 

5. Umgebung von Kystra und Koscbtitz 30 

6. Umgebung von Libochovic und Lobositz ;j8 

7. Umgebung von Leitmeritz 41 

8. Umgebung von Raudnitz ... 42 

9. Umgebung von Melnik und Repin 45 

10. Umgebung von Benatek und Jungbunzlau .48 

11. Umgebung von Podiebrad 49 

12. Umgebung von Ohotzen, Leitomyschl und Abtsdorf 51 

III. Tabcllarische Uebcrsicht der in den Teplitzer Schichten aufgefundenen Petrei'acton 53 

IV. Kritisches illustrirtes Verzeichniss der in den Teplitzer Schichten vorkommenden 
Versteinerungen 63 



i) Zwcite Serie gemessencr Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) v on Prof. 

Dr. Kofistka. 84 Soiten Text. 
') Hohenschich tenkarte, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. (Diese Karte 

cnthalt die in dom vorstelienden Text angegebene Situation ira Massstabe von 1 : 200.000). 
d) Hohenschichten des lliesengobirges von Prof. Dr. Kofistka im Maasstabe 

von 1 : 100.000. Preis dieser Abtbeilnng fl 450 



II. Die Arbeiten der geologischen Abtbeilung. I. Tbeil enthalt: 

<*) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenf ormation Bohmens mit 4 Tafeln. 
h ) Karl Feistmantel: DieStcinkohlenbecken bei Klein-Pf f lep, Lisek, Stilecj 

Holoubkow, Mireschau und Letkow mit 9 Holzschnitten. 
cj Jos. Vala und Jl. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gogend 

von Prag und Beraun mit 6 Tafeln, 9 Holzschnitten und 1 Karte. 
d) 11- Helmhacker: Geognostische Bcschreibung einos Theiles der Gegend 

zwischen Beneschau und der Sazava, mit 1 Tafel und 1 Karte. 

Dieser Theil cnthalt 448 Seiten Text, 11 Tafeln, 18 Ilolzsclmitte und 2 geol. Karten. 

Preis fl. 4-_ 



Dr. E 



II. Tbeil cnthalt: 

m. Boficky: Pe trogr aphischc Studien an den Basaltges 
mit 294 Seiten Text und 8 Tafeln. Preis 



t o i n e n 



Bohmens 
fl. 3-50 



reis der ganzen ersten Halfte des zweiten Bandes (I. und II. Abtbeilung zusammen) geb. fl. 10 



Z W E I T E R BAND. 

Zweiter Theil. 

III. Botanlsohe Abtlieilung. Dieselbe cnthalt: 

r °dromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky (II. Tbeil) 
288 Seiten Text und 1 Tafel. Preis fl. 260 

IV. Zoologisehe Abtbeilung. Dieselbe enthalt: 

«J Prof. Dr. Ant. Fric: Die Wirbelthiere Bohmens. 
J » „ „ „ Die Fl us sfischcroi in Bohmen. 

C J » „ „ „ Die Krustenthiere B6hmens. 

Mit 1 Tafel, 100 Holzschnitten, 272 Seiten Text. Preis fl. 3 — 



V. Chemisehe Abtbeilung. 

r °i. Dr. Em. Boficky: Ubcr die Verbreitung des Kali und der Phosphorsaure 

p . ln 'Ion Gcsteinen Bohmens. 58 Seiten Text. Preis 60 kr. 

u s der ganzen zweiten Halfte des zweiten Bandes (III., IV. u. V. Abth. zusammen) geb. fl. 5-— 

I> R I T T E R BAND. 
I. Topograpbische Abtheilung. 

e rzeichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
hestinimten Ilohen von Bohmen berausgegeben von Prof Dr. Karl Kofistka und 
Major R. Daublebsky von Sterneck mit 1 Karte fl. 1-80 



II. Geologischc Abtbeilung: 



eft. Petrographische Studien an den Phonolithgesteinen Bohmens von 

II Heft }> >rot " Dr " Km- Boficky mit 2 chromolith. Tafeln, 96 Seiten Text. Preis . fl. 1 — 

ctt. Petrographische Studien an den Melaphyrgesteinen Bohmens von 

Hi 11 ft • Pr . of - I )r - Em - Boficky mit 2 chromolith. Tafeln. 88 Seiten Text. Preis fl. V— 

eit. I)ie Geologic des bohmischen Erzgebirges (I. Theil) von Prof. Dr. 

Gustav Laube mit mehreren Holzschnitten und einer Profiltafel. 216 Seiten Text 

Preis fl. 2'— 



rod 



III. Botaniscbe Abtbeilung: 

r °mus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Cel'kovsky. (III. Theil. 
Schluss.) 320 Seiten Text. Preis fl. 2-40 






IV. Zoologische Abtheilung: 

I. Heft. Die Myriopoden Biihmens von F. V. Rosicky mit 24 Holzschnitten. U Sjiten 

II. Heft, me' Clfdoceren Bohmons" Von' Bo'hus'lav' He'll'ic'h '.mit 7o" HoMehMtten. 
132 Seiten Text 

V. Chemisch-petrologische Abtheilung: 

Elemente einer neuen chemisch-mikroakopischen Mineral^ 

von Prof. Dr. BoHcky mit 3 Holzschnitten und 2 hth. Tafeln. 80 beiten lext. fl. 1 4U 

v i e b, t e n band. 

v„ 1 s t „,H„„ ; m (labiate dor bohmischen Kre ideformation. Die Weissen- 
N °- \ S erg;e l r e i "nd m Mal n b Az t e°r Schichten von Dr. Anton Fric mit 158 IMUW; 

No 2 ErU?t e Lu C nten Pr zur'ge'ol'ogisc'hen Ka'rie' der Umgebungen von'p'rag v,m 

J Kreici und^R Ilelmhackcr mit 1 Karte, mehrcren Profiler Mind I olzsclyii ten fl *50 

No. 8. Prodromus dor Flora von Bobmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsk*. 

(IV Theil.) Nachtriige bis 1880. Verzeichniss und Register . . ■ n. -w 

No. 4. PetroTogisehc Studien an den Porphyrgesteinen Bohmens von ^Dr. 

No. 5^1* files Fiussg'eb'ietea'd'er Ci'dl'ina'u'nci Mrdli'na Von Prof. Ed.'p'o special 

No. 6. Der HangendflOtzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkoblenbccken von Carl 
Feistmantel 



F XI N F T E It B A IS D. 

No 1 Erlauterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (2elezn6 hory) 
und d" an/renzenlen Gegenden im ostlichen Bbhmen von J. Krejcf und 

siu I d e i , en h lm k Gebi'ete d'er 'boh'mis'cheY Reformation. " HI.' Die W 
schichten. Von Dr. A 
Die mittelbohmisch 

20 Holzschnitten 

Die Lebermoose (Musci Hepatici) Bobmens von 1 rot. 
Ornirranhisch-aootektonis cbo Ubersicht des _ 
mittleren Bobmen. Von Johann Krejci und Karl Feistmantel. 
Karte und vielen Holzschnitten .... • • • ■ • • • 

No G Prodromus der Algenflora von Bobmen. ftrstcr 

phyceen Phaeophyccen und einen Theil der Chloropbyceen. Von Dr. Anton Hansgugj 



No. 

No. 

No. 
No. 



8. 



.nton Fric. Mit 132 Textfiguren . . . . . ._. . . ■ ■ ■&. 8>- 

;he Steinkohlenablagerung von Garl leistmante . M« 

n. 1 «« 



Jos. Dedccek. fl. I — 
silurischen Gebiotes i™ 



Theil enthaltend die 



2- 

Rhodo- 



S E O II S T E B BAND. 

Die bohmischen Torfo vom naturbistorischen und wirthschaftlicheii 
Standpunkte. Von Prof. Fr. L. Sitcnsky. (Die deutsche Ausgabe noch mchtvo e «U 
Die Sttsswasserbryozoen Bohmons. Von Josef Kafka. Mit 91 AbbUaung^ 

cTrunlziigo einer Ilyetogr'aphie 'des' Konig'reichc s Bohm'en. ' Nach "mohr- 
jahngen Beobachtungsergebnissen von 700 ombrometrlschen Stationen ontworien von Dg 
F. J. Studnicka. Mit einer Karte und mehreren Holzschnitten ... . . . • fl. J - 

Geologie dos bohmischen Erzgebirges. Von Dr. GustavO. Lanbe. II. WU 
Goolo-io des ostlichen Erzgebirges oder des Gebirges zwischen Joach msthal-Gpttesgao 
und der Elbe. Mit 8 LandscWtsWern, 7 geolog. Durchschnitten, 5 Abbildungen im rest. 

Untersuchungen iiber die Fauna der Gewasser Bobmens von Fr. K1 'M ,;i |*.^ 

Prodromus der Algenflora von Bohmen. Erster Theil enthaltend die Rhodo- 
phycS Phaeophyceen und Chlorophyceen. Von Prof. Dr. Anton Ilansgirg . fl. 8.-T 

SIEBENTEB BAND. 

No. 2. Studien im Gebiete der bohmiscben Kreideformation.IV. Die Tcplit/or 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric. Mit 167 Textfiguren. 



No. l. 

No. 2. 
No. 3. 

No. 4. 

No. 5. 
No. 8, 



DmoV von Dr. Ed. Gr6gr In Prag 1889. - SdbltTuUg 



DAS ARCHIV 

fur die 

naturwissensckaftliche Landesdurchforschung von BtJhmen 

unter Redaktion von 
Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejci 



E Ft S T E rfc JSANE>. 

I. Die Arbeiten der topographiscken Abtheilung (Terrain und Ilohenverhaltnisse). 
Dieselbe enthalt: 

a) Das Terrain und die Ho h en v e r h alt nis s e des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nordlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Kofistka. 
139 Seiten Text, 2 chromolith. Ansichtcn, 1 Proflltafel und 11 Holzschnitte. 

b) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt II.) von Prof. 
Dr. Kofistka. 128 Seiten Text. 

c) Hohensehichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kofistka. Diese Karte enthalt 
die in dem Text a) beschriebene Situation. Sie ist 58 Centimeter lang, 41 Centimeter hock, 
im Massstabe von 1 : 200.000 gezeichnet, und es sind die allgemeinen Ilohenverhaltnisse 
durch Schichtenlinien von 25 zu 25 Meter und durch verschiedene Farben ausgedriickt. 
Preis fl. 4— Preis der Karte app n - 1"60 

II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnisse des nord- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejci. 37 Seiten Text, 7 Holzschnitte. 

&) Studien im Gebiete der bohm. Kreideformation von Prof. J. Krc.j ci. 
H2 Seiten Text, 1 chromolith. Ansicht, 39 Holzschnitte. 

c) Palaontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der b6hm. 
Kreideformation sowie einiger Fundorte in anderen Pormationen von 
Dr. Anton Fric. 103 Seiten Text, 4 chromolith. Tafeln, 9 Holzschnitte. 

d) Die Steinkohlenbeckon von Kadnic, vom Hiittenmeister Karl Feistmantel. 
120 Seiten Text, 40 Holzschnitte, 2 Karten der Steinkohlenbecken von Radnic und Bras. 
Preis fl - 4 ' 50 



III. Die Arbeiten der botaniscben Abtbeilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Dr. Ladislav Celakovsky. 
104 Seiten Text. Preis 



(I. Theil.) 
fl. !•- 



IV. Zoologisehe Abtbeilung. Dieselbe enthalt: 

a) Verzeichniss der Kafer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj. 78 Seiten Text 

b) Monographic der Land- und Susswassermollusken Bohmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavik. 54 Seiten Text und 5 chromolith. Tafeln. 

c) Verzeichniss der Spinnen des nordlichen Bohmen vom Real-Lehrer 
Emanuel Bart a. 10 Seiten Text. Preis fl. 2'— 



V. Chemiscbe Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 16 S. Text. Preis 25 kr. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb fl. 9 — 

25 W EITER BAND. 

Erster Theil. 
I. Die Arbeiten der topographisclicn Abtheilung (Terrain- und Ilohenverhaltnisse) 
Dieselbe enthalt: 

ojDas Terrain und die Ilohenverhaltnisse des Iser- und des Rieson- 
gebirges und seiner siidlichen und ostlichcn Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kofistka. 128 Seiten Text, 2 chromolith. Ansicht., 1 Proflltafel und 10 Holzschnitte. 



liber die chemischc Zusammensetzung 







imd 



uber ihren aqronomischen Werth. 



Von 



Vo: 



Dr. JOS. HANAMANN, 

•teher <l cr agriculturchemischen Vcrsuchsstation Lobosiu, wirkliclu-m iM iii-Ji.-.l.- .In- l> t ;jniiis<:licn Liimlesdurcliforschung, 
Correspondent dcr k. k. geologischen Reichsanstalt, wirkl. Mitglicde der nwtoorologischen Gesellschaft etc., etc. 



Mit mehreren Tafeln. 



ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN. 

(VII. Band, Nro. 3.) 



PRAG. 

In Commission bei Fr. Uivnar, - Druck vim dr. Ed. Gr^gr. 
1890. 






Einleitung. 



Nachdem schon mehrere Agricultur-Chemiker des vorigen Jahrhunderts auf 

den entschiedenen Nutzen der chemischen Bodenuntersuchungon hingewiesen hatten, 
dlirfte wohl Davy der Erste gewesen sein, der Bodenanalysen vornahm. In den 
dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts trug wesentlich ScMbler zur Weiterentwicke- 
lung der Bodenuntersuchungen bei, doch legte er nach dem damaligen Standpunkte 
der Wissenschaft in erster Linie den ira Wasser 16slichen Bodenbestandtheilen und 
inter ihnen ganz besonders dem Humus grossen Werth bei. Doch wusste man nicht 
°inmal den Humus richtig zu bestimmen. 

Man gliihte den Boden, der Gliihverlust war Humus. Damals glaubte man, 
dass die Pflanzenwurzeln nur die im Wasser loslichcn Stoffe, insbesonderc den 
Humus aufzunehmen vermflgen und dass der Humus die Pflanzen mit Kohlcnstoff 
v ersieht, wahrend wir jetzt positiv wissen, dass es die Kohlensiiure der Luft thut, 
doch erinnerte Schiibler stots daran, dass es bei Bodenuntersuchungen nothwendig 
s °i, auch die schwerloslichen Stoffe in den Erden zu beriicksichtigen. 

Die cpochcmachenden Lehren Liebigs, die aber schon in Sprengels Arbeiten 
8 ich aussprachen, mussten auch fur die Entwickelung der Methode der chemischen 
^odcnanalyse von Bedeutung werdcn. Es wurde die innige Beziehung zwischen 
don mineralischen Nahrstoffen und dem Gedeihen der Pflanzen erkannt und namcnt- 
lich auf die Bestimmung der Phosphorsiiure, des Kalis, Kalkes etc., welche durch 
Starke Mineralsauren aus dem Boden ausgezogen werden, grosser Werth gelegt. Von 
Sprengel riihren gute Methoden zur Bestimmung einzelner Bodenbestandtheile her; 
er empfahl die Untersuchung des Ober- wie Untergrundes, doch legte schon 
Schubler mehr Gcwicht wie Sprengel auf die Form des Vorkommens der einzelnen 
l ! csta,ndtheilc in der Ackererde. Boussingault wollte nur den Gehalt der Erdc an 
T} 'on, Sand, Kalk und Humus durch die Bodenanalyse ermittclt haben. Die alte 
Unthersuchungsmethode erfuhr durch Urn keine Verbcsserung. Durch die ttber Vcr- 
a nlassung des preussischen Laudesidconomie-Collegiums ausgefiihrten zahlreichen 
fiodonuntcrsuchungen wurde der Worth dor Bodennalyse nicht erkannt, weil jeder 
Chemiker nach einer andercn Methode arbeitete und daher die gefundenen Werthe 






unter einander nicht vergleichbar waren. Daher drang E. Wolff aus Ilohenheim 
auf eine Einigung, nach welcher Mothode Boden untersucht werden sollen. 

E. Wolff legte mit Recht hohes Gewicht auf die Formen, in denen die 
einzelnen Pflanzenn&hrstoffe im Boden vorkommen, verlangte die Untersuchung von 
vierbis fiinf Bodenausztigen mit immer starkeren Losungsmitteln, zuletzt die Analyse 
des aufgeschlossenen Rtickstandes, wodurch aber die Untersuchung sehr complizirt 
und ihrc Durchfuhrung zeitraubend wird. 

Knop's Methode erofmete neue Gesichtspunkte. Schldsing gab cine priicisere 
Trennungsmethode der mechanischen Boclengemengtheilc. Er ist dorErste, welcher 
eine genaue Thonbestimnmngsart beschreibt. Lining legte der Bodenanalyse hohen 
Werth bci, indem er die Landwirthe zu tiberzeugen sich bemiihte, dass sie vol' 
allem wissen miissen, welche Nahrstoffe der von ihnen bewirthschaftete Boden den 
Culturpflanzen in assimilirbarer Form iiberschiissig zu bieten vermag und an welchen 
er relativ Mangel leidet. Von den letzteren fiihrc er seinem Boden zuniichst so 
viel zu, bis der Mangel getilgt ist, und ersetze dann von ihnen alljahrlich (lurch 
Zukauf eine ebenso grosse Quantitiit, wie er mit seinen verkauflichen Productcn aus 
der Wirthschaft ausfiihrt. 

Urn diese Ersteren braucht er sich so lange nicht zu kummern, als ihr 
Ueberschuss vorhiilt. Der Angelpunkt jedes Fortschrittes im Ackerbaue ist nach 
Liebig der, dass man lernt, aus den natuiiichen Quellen soviel Stickstofthahrung 
zu schopfen, als man braucht. Tausende von Thatsachcn lehren, dass das moglich 
ist. Unter alien Umstiinden hat es der Landwirth als seine erste und wichtigste 
Aufgabe zu betrachten, dass er eben so hohe und immer steigende Ertriige erzielen 
lernt ohne Zukauf der theueren Salpetersaure und des theueren Ammoniaks. Das 
war der Kern der Liebig'schen Lehre. 

Binder hat die Wissenschaft die Bodenanalyse noch nicht dahin ausge- 
bildet, dass sich mit Hilfe derselben die Menge des in einem Boden vorhandenen 
disponiblen Nabrstoffcapitals klar und riclitig bestiramcn liisst; von dem Moment 
an, wo diese Kenntniss geboten sein wird, vermag man die Praxis des Ackerbaues 
auf wahrhaft rationeller Grundlagc zu betrciben. Wenn heute die mechanische 
Bodenanalyse einen bosseren Credit geniesst, licgt der Grand nur darin, dass man 
leichter findot und besser wciss, was fruchtet, als hier. Die Eleraentc, welche die 
Grundlage der Pflanzennahrung bilden, koinmen in dem Erdboden in sehr verschie- 
denen Verbindungen vor, welche leicht, schwer o der gar nicht assimilirbar sind, die 
physiologisch als mehr oder minderwerthig odor auch als ganzlich werthlos gelten 
miissen. Die einfache Bostimmung dor Summc, in welcher diese Stoffe in einem 
fraglichen Boden auftreten, erlaubt noch kein Urthcil daruber, ob derselbc in Bezug 
auf das Pflanzenwachsthum als reich odor arm ausgestattet zu betrachten ist; denn 
os kommt vorzuglich darauf an, den physiologisch wirksamen Stickstoff, das Kali 
etc. kennen zu lernen. 

In der vorliegenden Abhandlung sind die Resultate mehrjahriger Unter- 
suchungen, welche sich auf den Boden, das wichtigste Besitzthum des Landwirthes 
beziehen, niedergelegt. In einer Zeit, wo man immer und immer wieder den Schwer- 
punkt der Bodenuntersuchung in dio blosse Erforschuug seiner physikalischen Eigen- 
schaften legt; manche geradezu bebaupten, der Boden bestimme seine Vegetation 



nur im untergeordneten Masse durcli seine chcmisclie Beschaffenheit, vielmehr durcli 

seme physikalischen Eigenschaften, diese seien fiir den Ernahrungsprocess der 

nanzen von holier Wichtigkeit und fiir die Ausbildung nutzbarer Pilanzensubstanz 

°n dem grfissten Einfluss; in einer Zeit, wo Bodenphysiker geradezu behaupten, 

ass die physikalische Analyse mit Hilfe des Mikroskops und mineralogiscber Kennt- 

nisse die chemische Bodenanalyse in den meisten Fallen zu crsetzen im Stande ist, 

Sonnte es Wunder nelnnen, so viel Fleiss auf pbysikaliscli-chemischc Bodenanalyseu 

VG i'wendet zu selien. 

Mit Becht rief diesen Verfechtorn einer einseitigen Bodenuntersuchung 
loiossor Braungart in soinen sebr interessanten „geobotanisch-landwirthschaftlichen 



Zander 
dem 



ungen durcli Bohmen" zu, dass die citirte Anschauung scliwcrer Irrthurn sei, 

nur dor Umstand einigerniassen entschuldigend zur Seite stelit, dass er sebr 

aUgemein verbreitet ist. 

Gelegentlich eines Besuches des nordbohmischcn Sandsteingebirges spricht 

u braungart folgendermassen aus: „ An diese Felsenpforten sollte man in grossen 

ettern schreiben: fliehet bier, Botaniker, denn bier gibt es keine Pflanzen, aber 

a ^onunet herein, fiir alio jene, welche inder physikalischen Natur des Bodens 

wiclitigste Agens der lokalen Pflanzenvertheilung gefunden zu haben glauben. 

ni) physikalischen Standorten fehlt es nicht, aber an Pflanzen!" Nach dem Besuche 

J 31 Herrschaft Wittingau sagt er: „dass der Boden geradezu mit seinen zahlreichen 

ysikalischen Bodenschattirungen vom Flugsande bis zum Letten, in alien Stufen, 
denen, 



i'uhrt 



wits die zahlreichen sorgfaltigen ohemischen Analysen dieser Boden ausgc- 



constatirt wurde, und dass daher audi der Dolomit, welcher auf den 
1 Schwarzenberg'schen Besitzungen in Cheynov vorkommt und den der durch- 

J gste Besitzer 



in der Versuchsstation Lobositz beweisen, nur der Mangel an Kalk geinein- 

ist, wie nicht leicht ein anderes Gebiet berufen zu sein scheint, endgiltiges 

. e isinatcrial zu Gunsten einer ebenso im wissenschaftlichen wie im prahtischen 

110 bedeutsamen Frage zu liefcrn und so audi auf bohmischer Erde den Nach- 

8 fiir die herrschende Irrlehre beizubringen." Verfasser bat nur noch beizu- 

8en, dass in den socbon angefuhrten Wittingauer Boden eine ehen so grosse Ar- 

i an loslichcr (kohlensaurer und humussaurer), mitunter auch an der gesammten 

Magnesia 

fttrstlic 

c 'tigste Besitzer gegenwartig im grossten Massstabe abbauet, brennt und zum 
ocke der Felddtingung nach Wittingau fiihren lasst, dort „walire Wunder wirkt", 
.! micu der Worte des dortigen Herrschaftsleiters Susta zu bedienen. Die mittel- 
Ssigen Ernten, welche die Hulsenfruchte von jeher auf dieser Herrschaft gaben, 
Unsicherheit, mit welcher der Bothklec in diesen kalireichen Boden fortkommt, 
j ' UnD efriedigende Wachsthum und Gedeihen der Kleegattungen uberhaupt, veran- 
da. ert den durchlauchtigsten Besitzer mit der Ergrllndung der Ursachen dieser 
htndwirthschaftliche Production beeintrachtigenden Erscheinung an seine agro- 
ische Versuchsstation naher heranzutreten, und die vor vielen Jahren in dieser 
m vorgenommenen Untersuchungen und gewonnenen Ergebnisse hat Verfasser 

lor,?! m Titel: „Beitrage zur Kenntniss der Ackererden in Leitmeritz im Jahre 



1877" 



veroffontlicht und die Mittel angegeben, (lurch welche zunachst der Kleehau 



uoen werden konnte, welcher bei lippigerem Gedeihen weiter die Aufschliessung 
\ erwerthung der Bodenschatze des Untergrundes, sowie die Ausniitzung der 



6 

Pflanzenniihrstoffe dor Atmosphiire in dor rentabelsten Weise vollbringt. Es fehlte 
wohl niclit in friiheren Jahren an Vcrsuclicn die Wittingauer Felder zu kalken, 
aber einmal traten sic vereinzelt auf, das anderemal waren es niclit die geeigneten 
Kalke, welche man beniitzte. Ueberhaupt wurde die Kalkung fiir unrentabel ge- 
halten, weil man das Dungmaterial ans grossen Entfernungen beziehen musste. 

Durch die zablreichen Bodenanalysen kam aber Ueberzengung in die prak- 
tiscben Gemiither, an Stelle planlosen Herumtappcns trat methodisches VersucheD, 
allgeineinere und intensivere Benutzung der angeratbenen Mittel, iiber deren Qua- 
litat und Vcrwendbarkeit die Untersuchung des Chemikers cntscbieden hatte, und 
so wurden die Schiitze, welche die Natur in weisser Fiirsorge im Schoosse angrcn- 
zender Gesteine niedergelegt hatte, an dencn der Landwirth lebensiang voriibcrging, 
ohne deren Wichtigkeit fur die Verbesserung seiner wirthschaftlichen Existcnz zu 
abnen, ail's Licht gezogen und dem bediirftigen Boden cinverleibt, der sich hiefiir 
sehr dankbar zeigte und bluhende und lohnende Culturen, wic sic vordem nicht 
bestanden, hervorbringt. Coutejean, *) ein Schiller des beruhmtestcn Vorkiimpfei'S 
des physikalischen Einflusses, niimlich Thurmanrts, sagtc sich, nachdem er langc an 
den Ansicbton Thurmann's festgohaltcn und bedeutende Studien in bcinaho ganZ 
Frankreich und namentlich in dem Centralalpenplateau angestellt hatte, von den 
Anschauungen seines Lehrers los und nachdem er die neue Lehre mit dem Eifei't 
welcher aus cincr aufrichtigen Uoberzeugung und aus dem Einfiusse hervorgeht, 
welcben stets ein bervorragender Lehrer iiussert, an Thatsacben priifto, sail er sich 
zu folgenden Bemerkungen veranlasst: „Wenig geschen habend, glaubte icb an den 
physikalischen Einfluss des Bodens, noch mehr beobachtet habend, bin icb ein 
Parteigenosse der entgegengesetzten Meinung geworden." 

Die erschopfende Ergriindung der wirkenden Ursachen mag noch fur Jahf* 
hundertc ein Problem der Naturforschung soin und wenn die gegenwartigen Boden- 
analysen nicht alien Anforderungen entsprcchen, so darf man niclit glauben, dasS 
der grosse Fleiss, den man auf die Bodenuntersuchung verwendet hat, vergeblich 
gewesen ist. Vollkommcn werden unserc Ansicbton iiber die Natur des fruchtbareH 
Bodens niemals sein, stets wird sich in den Untersucliiingsmethoden die Erkenntniss 
der Zeit wicderspiegeln, zu der man nach und nach auf dem Gebiete der Pflanzefl- 
physiologie gclangte. Damit sind wir weit entfernt, den physikalischen Einfluss aut 
das (iedeiben der Gcwiichse liiugncn zu wollen; denn ein Mangel an bodenkonsti- 
tuirenden Stoffen ist glcicbbedeutend mit cincr daucrnden Entwertliung, die; went 1 
sie behoben werden solltc, wonn nicht iibcrhaupt unmoglich, doch meist einen solchen 
Aufwand von Miihe, Zeit und pekuniiiren Opfern erheiscbt, (lass dadurch die Kenta' 
bilitiit geradezu in Frage gestcllt ist. Dcrartige Unternehmungcn werden nur dann 
lohnend sein, wenn sich die zur Verbesserung des Ober- oder Untergrundcs geeignetc 
Erdart unter oder iiber densclben befindet, so dass sic auf billige Weise durch den 
Pflug und andere Ackcrwerkzeuge vermiscbt werden konncn. Im andcron FftU e 
wird man sich in der Walil der anzubauenden Pjlanzen nach der phydlcalischnf 1 
BcscJiaffenheit des Bodens richten milssen. 



*) Brannffart, die Wisscnschaft in dor Bodnnkimdo 1870. 



Hilgard *) sagt mit Recht, „dass gewisse Eigenthiimlicbkeiten der Flora 
und vor Allem gewisse wunschenswerthe Resultate des Ackerbaues fast immer im 
Zusammenhange mit einem verhaltnissmftssig hohen Kalkgehalte des Bodens stehen. 
Die Gegenwart eines bedeutenden Kalkgebaltes offenbart sicb aber nicbt allein in 
den Spezies der Biiume mid Krauter, sondern audi oft besonders deutlich in den 
Eigenthumlicbkeiten der individuellen Entwickelung derselben Spezies. Zu den 
Pflanzen, deren Vorkommen oder Vorwiegen als sicheres Zeichen eines bohen Kalk- 
gebaltes gelten kann, gehoren in den siidwestlicben Gebieten der Vereinigten Staaten 
z - B. der Tulpenbaum, die Linde, die wilden Pflaumen etc. Die Bedeutung des Vor- 
konirnens der meisten dieser Pflanzen ist dem Farmer so geliiufig, dass er sicli 
darnach sein Urtheil iiber den Boden bildet. Umgekehrt dient die Anwesenheit 
anderer Pflanzen allgemein dazu, den Wertb des Bodens, welcbem sie angehdren, 
herimterzudrucken, indem sie thatsachlich den Mangel oder die Abwesenbeit des 
Kalkes anzcigen." Hilgard erliiutert das Gesagte an zwei Eicbenarten. Dasselbe 
w as fiir die gonannten Eicben gilt, hat audi im Allgemeiiien fur andere Baumarten 
und Pflanzen Geltung, welcbe weit vcrbreitet sind und auf vorscbiedenen Bodenarten 
vorkommen. Ein holier Kalkgehalt befordert im Ganzen einen niedrigen aber gedrun- 
genen compactcn Wuchs und reiche Tragbarkeit. Die Abwesenheit des Kalkes 
dagogen bewirkt sogar in Boden, die sonst eine gute Zusammensetzung haben, 
einen diinneu Wuchs und geringe Tragfahigkeit. „In grosscm Massstabe zeigt sich 
dieselbe Erscheinung audi an den niedrigen gedrungenen Baumformen in den 
Wasserarmen Gebieten von Kalifornien und Oregon. Dieselben sind nur zuin Tlicil 
eine Foi ge des Sonnenbrandes, zum grossten Tbeil eine Eolgc des hohen Kalkgebaltes 
Jener Boden, welcher sicli in Folge der Geringfiigigkeit der Niederschliige dort in 
vie l stiirkerem Grade angehiiuft hat, als in Boden, welche einer stiirkeren Aus- 
laugung (iurch me teorische Niederschliige ausgesetzt sind". 

Sowie die mechanische und physikalische Bescliaffenheit, so darf audi die 
c '»emische Zusammensetzung der Boden nicht nebensachliche Beriicksichtigung finden. 

Jeder, welcher sich mit Bodenuntersuchungen befasst bat, gibt zu, dass 
der Boden nicbt allein durch seine chemische Zusammensetzung, sondern audi 
duvcli seine pbysikalischen Eigenschaften von grossem Einfluss auf die Entwickelung 
Un d das Leben der Pflanzen ist. Wenn audi Eeuchtigkeit und Warme die iippige 
Entwickelung der Pflanzen wobl vorziiglich bedingen, wenn audi manche Cultur- 
PHanzen einen wesentlich sandigeren, andere einen bindigeren Boden vorziehen, 
So gedeihen sie docb nur iippig, wenn sie alle zu Hirer Ernahruiig nothwen- 
digen Stoft'e in ausreichendem und aufnabmsfiibigem Zustande vorfinden, und 
v °r dem Einfluss der ihrem Gedeiben abtriiglichen und geradezu scbiidlichen Stoft'e 
bewahrt bleiben. Schon Sprengel der Vorkampfer Liebig's sagte in seiner 1837 
ei'schienenen Bodenkunde, dass ausser der chemischen Untersuchung des Bodens 
auch die Erkenntniss seines pbysikalischen "Verhaltens von hervorragendcr Bedeutung, 
di e Art der Gesteine, woraus der Sand zusammengesetzt ist, von Wichtigkeit sei 
Ul *d dass eine griindliche Bodenuntersuchung audi den Untergrund in das Bereich 
ihi-er Betracbtung ziehen muss. Wie oft findet man pbysikalisch uberaus iihnliche 



*) Nobbe's landwirthschal'tliclie Versuchastationcn 1887. 



8 



Thonboden, die hinsichtlich ihrer chcmischen Zusammensetzung sehr verscliiodcn 
sind. Sandboden der Tertiarformation sind physikaliscb den Diluvialsandb&den 
vollkommcn illmlich und chemisch ist die Bodenbeschaffenheit durcliaus verscbieden. 
So liosson sich nocli viele Beispiele anfuhrcn. Nacb zablreicben Analysen schwankt 
der Gchalt der Accidite und Basite der so ungemeineoniplizirten krystallinischen 
Gesteinsbildungen nacb ihrer cbemiscben Verwandtscbaft in folgendcn Grenzcn: 

A ccidite Basite 

Kieselsiiure 54— 79% 42— 63°/ 

Thonerde 10— 23 „ 10— 21 „ 

Eiscnoxyduloxyd . . 0\8— 7'0 „ 4—17,, 

Kalk 0-1 - 40 „ 1-8— 15 „ 

Magnesia 0-1— 1-5 „ 1*1— 11 „ 

Kali 1-3— 8-0 „ 0-1— 8 „ 

Natron 0-4— 91) „ 0*2— 8 „ 

Phosplmrsaure .... 0-1—O8 „ Q-1^2-0 „ 

Wasser 0'4— 1-5 „ 0-2-3'3 „ 

Manganoxydnl . . . . 0*0— 0-5 „ O-O-O'S „ 

Fiir den Agriculturchemiker ist es von Wichtigkeit, dass innerhalb der 
beiden Gruppen der krystalliniscben Gosteinc die Unterscbiede der Gesteinstypen 
mehr in den Struktur- und Altersversobiedenheiten als in der cbemiscben Zusammen- 
setzung begriindet sind. Dagegen seben wir, in welcben weiten Grenzcn scbon in 
den Gesteinen und wie wir weiter wissen, scbon bei einer und derselben Gesteinsart 
sicb die wichtigsten Pflanzenniibrstoffe bcwegen; um wie viel grosser werden jene 
Unterscbiede in den Verwitterungsprodukten derselben nnd in den yon diesen Ge- 
steinen abstammenden mctauiorphosirten Verbindungen sein, so dass man, wenn 
man audi die geognostischo Abstammung der Boden kennt, die cbemiscben Be- 
standtbeile, welclie in ibnen vorhcrrschen werden, zwar vermuthen, abor nicht 
vorhersagen kann so, dass die cbemisebe Bodenanalyse biedurcb entbebrlicb 
werden wiirdc. Da der Ertrag eines Feldes abcr von dem in minimalster Quantitat 
im Boden vorhandenen Nahrstoff'e, wie Liebicj gozeigt bat, sicb abhiiugig erweist, 
so ist es klar, dass gcrade die in geringster Menge im Boden vorhandenen Niihr- 
stoffe audi das grosste Interesse fur den Landwirtb besitzen. Aus diesen Erorte- 
rungen geht also zur Genttge bcrvor, dass der Landwirth audi die Qualitat und 
Quantitat der im Boden vorhandenen Niibrstoffe kennen lernen muss und dass die 
Bodenanalyse audi in dieser Richtung geniigenden Aufscbluss geben soil. 

Die Eruchtbarkeit eines Bodens ist daher — abgesehen von kliinatischcn 
Verhiiltnissen — abbangig von seiner chemischen, wie von seiner mechanischen und 
physikalischen Beschaffenheit. Die cbemisebe Beschaffenheit ist nicht nur bedingt 
durch die Art und das gegenseitige Verhaltniss der Bestandtbeile, sondern audi 
durch den Loslicbkeitszu stand und die Bindungswoise derselben. 

Soil daher cine Analyse Aufscbluss nicht nur iiber don Reichthum, sondern 
audi iiber die Eruchtbarkeit eines Bodens geben, so muss sie alle oben genannten 
Punkte nacb Miiglichkeit in Betracht ziehen. Zwar gelingt es im Laboratoriuin 
nicht, die Losungsmittel ganz in derselben Weise einwirken zu lassen, in welcher 
sie in der Natur wirken, audi gestattot uns die pliysikalisch- cbemisebe Unter- 



suchung kaum genligenden Aufschluss fiber die verschiedenen Arten der Bindxmg 
der Stoffe im Boden zu geben, welch' Letztere sich z. B. darin anssert, dass cin 
n °ch ganz uncultivirter Boden, obgleich er an und fur sich die einer Pflanzenart 
nothigen Stoffe enthalt, doch desshalb nocb nicbt fiihig ist sio zu ernahren, wahrend 
er andere Pflanzen von gleichem oder selbst grosserem stofflichen Bedurfhiss schon 
z u ernahren. vermag. Bindung der Stoffe ist somit der Widerstand, welchen der 
Boden der Abgabe gewisser Bestandtheile an die Pflanzen entgegensetzt, ein Wider- 
stand, der von manchen Pflanzen besiegt, dagegen von andern nicht iiberwunden 
Wl rd und der erfahrungsgemass mit der Cultur des Bodens abnimmt. So lange man 
den Boden einfach als den Trager der Pflanzen ansah, wurde die chemische Unter- 
suchung des Bodens sehr vernachlassigt, weil man einzig und allein den physika- 
hschen Eigenschaften eincn wichtigen Einfluss auf die Vegetation zuschrieb. Heute 
^ochte man noch laugnen, dass die chemische Natur des Bodens die Pflanzen- 
produktion, d. h. die Ernten beeinflusst, und doch spielt die chemische Natur des 
bodens in alien Fallen eine deutlich walirzunehmende, in gewissen Fallen sogar eine 
eatscheidende Kolle. 

Ohne Zweifel iiben auch die physikalischen Eigenschaften einen betracbt- 
liclien Einfluss auf die Entwickelung der Pflanzen aus, alter sic allein konnen uns 
seine gentigende Kenntniss einer Erde und ihrer Beziehungen zu den Ernten ver- 
Sc baften. Wenn nun zwar auch die chemische Analyse des Ackerbodens nicht im 
otande ist, alle Fragen zu loson, die man an sie in landwirtbschaftlicbor Beziebung 
Wcnten kann, so ist doch nicht zu verkennen, dass dieselbe, wenn sie nach be- 
Surumten feststehenden Gmndsatzen ausgefiihrt wird, die cinen Vergleich dor Ana- 
ysen untorcinander zulassen, unsere Kenntnisse eines Bodens wesentlicli befordert 
u nd eine Anzahl Fragen aufklart, die ohne sie vollstiindig dunkel geblieben waxen. 

Der Zweck der- Bodenanalyse ist stets der, zu erfahren wie reich der 
«oden an gewissen Nahrstoffen ist, welche fehlen, welche in geringer Menge, welche 
lai Uberflussc vorhanden sind. Die absolute Menge des cinzclnen Pflanzennahrstoffes 
^Stinamt zwar nicht allein die Hohe der Erntc, aber es kann fur den Landwirth 
Uicht gleichgiltig sein, ob er sehr kleine oder iiberrascbend grosse Mengen werth- 
Yoller Pflanzenuahrstoffe in seinem Boden angchauft hat und auf Kosten derselben 
^s umlaufende N&hrstoffecapital in der billigsten Wcise ergiinzen kann; und da 
[ ll ° Analyse lehrt, dass der Landwirtli blufig mit Bodenartcn zu thun hat, die bis 
° U Kali und bis 20% Kalk entbalten, also auf Tausende von Jaliren mit Kali 
°« e r Kalk verselien sind, so wird es sich in solchen Fallen inehr darum handein, 
die billigsten Mittel ausfindig zu machen, um das in verschiedenen Zustiinden der 
^Slichkeit und Bindung vorhandene Kali in assimilirbaro Formen iiberzufiihren, als 
djesen Dungstoff von Aussen zuzufiihrcn. Es hat also die Bestimmung der absoluten 
M( '»ge einzelner Nfthrstoffe ebensoviel Werth, als die Bestimmung jener Mengen in 
^rschiedenen sauren Bodonausziigen, welche jetzt schon and welche in nachster 
ei t fur die Pflanzen aufnelimbar sind. 

Den von mehreren Seiten cmpfohlenen essigsauren Auszug konnte der Ver- 
ier sich nicht entschlicssen auszufuhren, da er nur die Arbeit, welche so schon 
eil »e sehr bedeutende war, vermehrt biitte, ohne dass sich, wio vergleichende Untor- 
BUchungen verdiinnter, kalt erhaltener salzsaurer und heisser essigsaurer Ausziige 



H ' ■■■ . 



10 



zeigten, die Moglichkeit eines besseren, allgemein giltigen Vergloiclics der ausgezo- 
genen Bodenbestandtheile herausstellte. Zehnprocentige, kalte salzsaure und salpeter- 
saure Bodenausziige entsprachen daher dem vorliegenden Zweck und wurden neben 
heissen salzsauren Auszligen dargestellt. Ein Auszug mit Kohlensaure erschion dem 
Verfasser sehr problematisch, cin Wasserauszug vollig ungeniigend, worm es darauf 
ankommt zu bestimmen, ob die vorhandene Menge annahernd nicht iiur dem mo- 
mentanen Bediirfnisse geniigt, sondern don Pflanzen fur einen langeren Zeitraum 
zur Verfiigung zu stehen im Stande ist. 

Schon Liebig sagt in seinem klassischen Werke „ Die Naturgesetze des 
Feldbaues": „Wenn man Ackererde kalt mit Salzsaure 24 Stunden in Beruhrung 
stehen lasst, so nimmt diese einc gewisse Menge Kali etc. auf. Behandelt man die 
Erde mit kochender Salzsaure, so crhiilt man das Doppelte bis Achtfache und nach 
vorhergegangener Aufscbliessung mit Flusssaure den ganzen Kaligolialt der Erde". 
„Ohne einen Irrthum zu bogehen, wird man voraussetzen konnen, dass die von 
kalter Salzsaure der Erde entziehbaren Pflanzenniihrstoffe am schwiicbsten angezogen 
sind und ihrer Form nach den physikalisch gebundcnon am niicbstcn stehen, jedenfalls 
so nahe, dass sie durcli die gewohnlichen Verwittcrungsursachen sehr lcicht in 
diese Form der Verbindung iibergchen konnen!" 

Es besteht aber noch cin grosser Unterscliied zwischon den Bodenaus- 
ziigen, welche mit kalter concentrirter und denjenigen, welche mit kalter miissig 
und sehr stark vordiinnter Salzsaure dargestellt werden. Es scheint 10% Salzsiiurc 
diesem Zwecke am meisten zu dienen, wenn es sich urn die Ermittelung des ZU- 
giinglichen Kalis, und 10°/ Salpetersiiure, wenn es sicli urn diejenige der zugiing- 
lichen Phosphorsiiure handelt. Die mit kochender Salzsaure aus dem Boden ausge- 
zogenen Bestandthcile der Ackererde entlialten vorzugsweise jene zeolithartigen 
Verbindimgon, die sich in jedem guten Ackorboden in bestandigor Zersetzung und 
Auflosung befinden, wenn auch die Pflanzenniihrstoffe, welche sie enthalten, erst in 
fernen Zeitriiumen in den aufnehmbaren, physikalisch gcbundenen Zustand iiber- 
gehen. Ihre Mengen kenncn zu lernen, ist ebenfalls von der grossten Wichtigkeit, 
und sie mtissen in einer vollstandigen Bodenanalyse Beriicksichtigung finden. 

Urn anniihernd die Gesammtmenge der Phosphorsiiure zu erhalten, ist die 
P.ehandlung der Erde mit kochender concentrirter Salpetersiiure ocler Konigswassor 
unentbehrlich, sie kann mit Vortlieil nach der von Gasparin angegebenen Methode 
vorgenommen werden. 

Uie Phosphorsaure ist dcrjenige Pflanzenniihrstoff, welcher moist nnr in sehr 
geringen Quantitiiten im Boden vorzukommen pflcgt und an dem es oft sehr mangelt, 
wahrend alio iibrigen Niihrstoffe in verhiiltnissmiissig grosser Menge vorhanden sind. 
Unter gewissen Verliiiltnissen kann also der Phosphorsiiuregohalt des Bodens als 
Massstab seiner Ertragsiahigkeit dienen. Wir werden sohen, dass auch der Kalh 
und die Magnesia auf ein Minimum im Boden herabsinkcn konnen, auf eine Menge, 
in welcher sie kalkbediirftige Pflanzen nur nothdurftig zu erniihren vermogen. 

Pie Stickstoffquellen fliessen in so unglcichen Zeiten und Mengen, dass sic 
in unseren Breitegradcn als wcscntlicher Beitrag zur Stickstoll'nahrung fttr die 
Pflanzen niemals mit Sicherheit in Eechnung gestellt werden konnen. Ja haufig ist 
der Verlust an Stickstoff in den Wassern, welche die Drainage aus dem Boden cut- 



11 

fernt, grosser als die Stickstoffmenge betrftgt, welche durch die Atmosphftre dem 
Boden zugeftihrt wird. Ganz ungelost ist die landwirthschaftlich hoebwichtige Frage, 
ob die oberirdischen Organe insbesondere der peronnirendon Leguminosen den gebun- 
denen Stickstoff der Atmosphftre und in welcher Mengc zu entzichen vermogen, so 
dass wir die richtige Erkenntniss der tftglichen Erfahrung, dass fur unsere hoheren 
wirthschaftlichen Anspriiche beide Quellcn dor Atmosphftre und des Bodens nicht 
hinreichend und ihre Zufuhr im Dttnger neben den Mineralstoffen stets unsere 
Hauptaufgabe bleiben wird, audi heute noch festhalten miissen. 

Ein Hektar Feld ist gleich 1 Million Quadrat-Deziinetcr. Auf a / 2 Meter 
Tiefe rnacht dies 5 Millionen Kubikdezimetcr odor mindestens 5 Millionen Kilo Erde- 

Ein zclmtel Procent Phosphorsiiure betrftgt auf l /» Mcter Tiefe = 500 ° 
Kilo, wo der Gelialt der rohen Ackercrde unter 5 / 100 Procent = 0'05°/ o Pliosphor- 
siiure oder 2500 Kilo fallt, da wird man auf die Deckung des Fhosphorsaurebe- 
d arfes der Pflanzen von Aussen her bedacht sein miissen, denn von dieser Monge 
ist kaum die Hiilfte bis ein Eiinftel momentan disponibel oder in kalter 10°/ Sal- 
petersiiure loslich. In der Wittingauer Tertiiirformation kommen Felder vor, welche 
Wie Miihlhof, Purkrabsky pr. ha kaum 2500 Kilo Pliosphorsiiure auf 75.000 Kilo Kali 
enthalten. 

Erreichbar sind davon alter fur die nachste Zukunft kaum 500 Kilo Phos- 
Phorsaure und 5000 Kilo Kali, wciter 3000 Kilo Kalk und 250 Kilo Bittererde. 
Dies gibt statt wie bei einem idealen Normalboden auf 1 Pliosphorsiiure, 2 Kali, 
12 Kalk, 1 Bittererde: auf 1 Theil Pliosphorsiiure, 10 Kali, 6 Kalk, J / 2 Bittererde. 
Die Fhosphorsiiure, die Bittererde und Kalk im Minimum oder auf 2 Kali nur 0'2 
Phosphorsiiure, 1-2 Kalk und 0-2 Bittererde. 

Ein Hectar Eeld soil aber, am eine gute Weizen- und Riibenernte zu geben, 
auf die Tiefe der Wurzeln nach Liebig 5-10.000 Kilo Kali und 2000-5000 Kilo 
Phosphorsiiure im aufnehmbaren Zustande enthalten. Diese Forderung ist aber cine 
entschieden iibertriebene, wie die Pflanzenniihrstoffmengen verschiedener Siiureextrakte 
sehr fruchtbarer Boden beweisen, welche viol geringcre Quantitiiten enthalten. 
Freilich erfullcn die bezeichneten Losungsmittel des Bodens nicht ganz ihre Auf- 
gabe, denn wir wissen, dass im Boden nicht nur Wasser, Kohlensiiure oder eine 
Organische Siiurc, sondern auch eine Anzahl von Salzen die Losung der im Boden 
vorhandencn Niihrstoffe vermitteln ; wir wissen ferner, dass die Pflanze sich nicht 
Passiv bei der Aufnahmc dor ihr nothwendigen Niihrstoffe verhiilt, sondern selbst 
zur Loslichwerdung der fiir sie erforderlichen Nahrung beitriigt. Aus einem richtig 
'lurcligofiihrten Vergleich von Bodenanalyscn liisst sich aber selbst ein Zusammen- 
bang zwischen chemischer Zusammensetzung und Ertragsfabigkeit des Bodens nicht 
verkonnen, er kann aber nur bei jenen Substanzen hervortreten, die im Boden nicht 
im Ueberfluss, sondern nur in so geringer Menge vorkommen, dass die Pflanze im 
Verhaltniss zu den iibrigen Pflanzennfthrstoffen nicht soviel von innen vorfmdet, 
als sie aufzimehmen im Stande ist, sondern mehr odor wenigcr Mangel an rhnen 

leidet. . , _ „ , 

Lange, bevor es eine Agriculturchemie gab, bestand bcreits das Kalken der 
Thonboden, und ohne ein vergleichendes Studium der Ackerboden konnte die voile 
Bedeutung des Kalkes fur den Boden kaum erkannt und gewiirdigt werden. Selbst 



12 

die spftter von den Agriculturchemikern aufgestellte Behauptung, „der Kalk mackt 
reiche Vater, aber arme Sonne", war niclit geeignet der vermehrtcn Verwendung 
des Kalkes Balm zu brechen, indem dieser Satz alle jeno Landwirthe von dessen 
Benlitzung abhielt, welche niclit Pachter waren oder iiber genttgende Diingermongen 
geboton. Gewisse Eigenthumlichkeiten dor Mora kalkreicher Gcbiete konnten erst 
dann crkannt und begehrenswerthe Besultate in der Landwirtkschaft erzielt werden, 
wenn dem Studiura des Bodens, welclies goradc die liiezu berufenon Agricultur- 
cheraiker vornehm ignorirten, mehr Aufmerksamkeit geschenkt und die Bodenana- 
lysen ira Zusammenbang mit Vegetationsversuchen und statistisclien Zusammen- 
stellungen der Bewirthscbaftungsergebnisse dieser Boden betrachtet wurden. 

Die nachhaltig fruchtbarsten Ackerboden des herrschaftliehen (Irossgrund- 
besitzes, welche wenig oder gar niclit gediingt werden und in don frucbtbarsten 
Landstrichen Bohniens liegen, wie der Schelchowiteer, Malnitzer, Wchinitzer Boden, 
sind von Natur aus sebr reicb an don wichtigstcn Pflanzenniihrstoffen und an auf- 
geschlossenen Silikatbasen. Aus oinigon bundert Bodenanalysen der herrschaftliehen 
Feldfluron gobt horvor, dass jene Ackerboden zu den an Phosphorsiiure sobr armen 
zu rechnen sind, welche von O'Ol— 0'05°/ , zu den sobr reicben, welche 0'20— 0-50°/ 
Phosphorsaure des Rohbodcngcwichtes enthalten. 

Es stellt sich der Durchschnittsgehalt an Phosphorsaure in LOO GewichtS- 
theilen der Erden und in 100 Kilogrammen folgendermasscn heraus: 

An in kalter verdiinnter Salpetersiinre loslieher Phosphoi'saure. 

In Procenten: In 100 Kilogrammen: 

Sebr arme Boden . . Spur —0-01 Spur — 10 Grm. 

Arme Boden . . 0-01— 0-05 1.0 grm— 50 

Reiche Bodon . 0-05— 0-10 50 —100 



An Phospborsaure sebr arme 
Anne 

Reiche 

Sebr reiche , 



Gesammtphosphorg&ure : 

In Procenten : In 100 Kilogr. : 

des Rohhodens. 

0-0 1— 0-05 odor 10— 50 grm. 

0-05— 0-10 „ 50—100 „ 

0-10— 0-20 „ 100-200 „ 

0-20 - 0-50 „ 200—500 „ 



a 

:0 



An Kalkerde sehr arme 

Arme 

Kalkbaltige . . . 
Kalkreiche .... 



An Kalkerde: 

In Procenten: In 100 Kilogr.: 
den Rohhodens, 
O'Ol— 0-05 oder 10— 50 grm. 
0-05- 0-20 „ 50- 200 „ 
0-20- POO „ 200- 100O „ 



lO 



2-00 -15-00 



2000—15000 



Es ist noch festzusetzen, was man unter niedrigem und hohem KalkgehaK 
des Bodens zu versteben bat; oft sclion wurdo erwiihnt, dass der Beobachtung nach 



13 



der Kalkgehalt, wenn er sich in der nattirlichen Flora deutlich auspriigen soil, nm 
so holier sein muss, je thoniger der Boden ist. So findet man auf sehr schwerem 
i'honboden noch bei O'50 / Kalk keine Kalkptlanzen, wahrend Sandboden schon 
De i 0-15°/ Kalkwuchs zu zeigen beginnt, leicliter Lelimboden etwa bei 0*25%. 
Je der Boden, dessen Kalkprozentsatz fiber O75°/ gelit, zeigt Kalkwuchs, and wenn 
de r Gehalt auf 2*0 steigt, soheint das Maximum der speziellen Wirkung erreicht 
zu - scin; d. h. grossere Mengen bringen keine auffallendere Wirkung hervor. Es 
!st daher faktisch einfach unrichtig, wenn ein „Kalkboden" erst dann als solcher 
genannt wird, wenn der Gehalt fiber 2°/ steigt, so class Siiuren Aufbrausen bewirken. 
Die wesentlichen Eigenschaften cines solchen Bodens werden schon mit 
Vle l kleineren Mengen erreicht. 



An in kalter 10°/ o Salzsaure nach 24 Stunden losl. Kali. 

In Procenten : In 100 Kilogrammen : 
O'Ol— 0-02 oder 10— 20 grm. 



Anne . . . 
Eeiche . , 
Sehr reiche 



j 0-03— 0-10 
Jw 020—0-40 



30- 

200- 



-100 
400 



An loslicliem Kali (in heisser cone Salzsaure). 



Sehr arme . . 
Armc .... 
Beinahe reiche 
Reiche . . . 
Sehr reiche 



In Procenten : In 100 Kilogr. : 
0-05— 0-09 oder 50— 90 grm. 
0'20 „ 100— 200 „ 
0-40 „ 300— 400 „ 
0-60 „ 400— 600 „ 
0-70— 1 -00 „ 700—1000 „ 



a o-io 

I 0-30 
m 0-40 



An Gesammtkali (in Flusssaure und Salzsaure). 

In Procenten : In 100 Kilogr. : 
0-2— 0'5 oder 200— 500 grm. 
5—1-0 „ 500—1000 „ 
1-0— 2-0 „ 1000-2000 ,, 
3-0— 4-0 . 3000—4000 „ 



Sehr arme 
Arme . . 
Beiche 
Sehr reiche 



a 

:© 



Liebig hielt eine Stickstotfdttngung bekanntlich ffir uberflussig und erkannte 
ei 'St am Ende seines Lebens seinen Irrthum, welcher darin bestand, dass er den 
gesammten gefundenen Stickstoffgehalt des Bodens fur activ hielt, wahrend nur ein 
8e fr kleiner Theil desselben in Wirklichkeit zu activen StickstoftVerbindungen 
v «rwcst, wolchc sich in verschieden thiitigen Boden in unterschiedlichen Mengen 
111 jedem Jahre bilden. Immerhin wird ein grosserer Stickstoffgehalt der Feinerde 
a,lf grossere Humusmengen im Boden schliessen lassen und auf die Fahigkeit des 
B °dons audi grossere disponible Mengen activen Stickstoffcs den Pflanzenwurzeln 
Zur Verfugung stellen zu konnen. 

Der organische Stickstoff bildet den Vorrathsstickstoff, welcher jedes Jahr 
(nach Schlosing ungefahr 2°| Stickstoff), die assimilirbaren Verbindungen der Pflanze 
Uefert, mehr oder weniger, jo nach Klima, Witterung, Bodenbeschaffenheit, immerhin 



14 



nur einen sehr geringen Bruchtheil, wie aus zahlreichen Diingungsversuchen her- 
vorgeht. Noch weniger geniigen gewisscn Culturpflanzen mit kurzer Vegetationszeit 
die atmospharischen, in den Niederschlagen herabfallenden, gebundenen Stickstoff- 
mengen, so dass sich selbst Ackerboden mit bedeutenden organischen Stickstoff- 
vorrathen fur eine Diingung mit Salpeter, Ammoniak oder Stallmist in den meisten 
Fallen sehr dankbar verbalten und unter alien Umstanden noch ein viel grosserer 
Vorrath an geeigneten Stickstoffverbindungen in dcm Nahrboden vorhanden sein 
muss, damit die Pflanzen eine landwirthschaitlick lohnende Entwickclung zeigen. 

Der geringste Stickstoffgehalt eines Bodens ist 0*05— 0-10°/ - Bodcnarten 
mit solchen Stickstoffmengen miissen aufgeforstct werden, mogen die wirthschaft- 
lichen Bedingungen ihres Standortes welche immer sein, sio sind nicht geniigend 
mit Stickstoff versorgt. 

Ein Blick auf die Zusammenstellung unserer Stickstoffgchalte der Feinerden 
von guten Ackerboden zeigt, dass eine Ackercrde auf 20 — 30 cm Tiefe als stick- 
stoffarme gelten wird, wenn sie enthiilt an: 

Stickstoff in Procenten in 100 Kilogramm : 
Stickstoffarm . . . . 0*05— 0-10 oder 50— 100 gnu. 
Stickstoffhaltig . . . . 0-10— 0-15 „ 100-150 „ 
Stickstoffreich .... 0'16— 0*20 „ 100—200 „ 
Sehr reich 0*30— 0*90 „ .300—900 „ 

So grosse Stickstoffmengen, wie sie die viertc Tloihe gibt, findet man in 
den Alluvionen ehemaliger Teiche und Moorboden, in Kirchhofboden und Garten- 
erden, in der russischen Schwarzerde etc., und sic bodingen, wenn sie audi einen 
grosseren Vorrath an mineralischon Nahrstoffcn der Pflanzen besitzen, die grosse 
und nachhaltige Fruchtbarkeit dieser Bodcn. 

Je tiefere Bodcnschichten man auf Stickstoff untersucht, um so geringere 
Mengen findet man. In den vom Pfluge nicht mehr beriihrten Bodcnschichten, 
unterhalb eines halben Meters sind in den Ackerboden nur noch - 02 bis - 09 
Procent, im Mittel 0*04 Stickstoff in der Feinerde enthalten. 

Der organische Stickstoff ist der Hauptfactor jenes Capitals, welches dor 
Verpiichtcr dein Piicliter loiht, die Zinscn sind durch jenen Anthcil von Salpeter 
und Ammoniakstickstoff vertretcn, welcher sich jedos Jalir aus dem Vorrathsstick- 
stoff bildet. 

Aus den Versuchen von Lawes und Gilbert, Deherairfs mit Ackcrerden und 
Jouliess mit natiirlichen Wiesen, sowie aus den Versuchen mehrerer anderen Forscher 
geht zur Gcniige hervor, dass wenn auch dor Verlust und Gewinn an Stickstoff 
in den Ackererden dem Verlust und Gewinn an Kohlenstoff im Humus nicht pro- 
portional ist, dass fur die bciden gonanntcn Stoffe doch eine gesetzmassige Be- 
zichung bestcht, so dass mit der Menge des Kohlenstoffes die Stickstoff menge, audi 
umgekehrt, mit der Stickstoffmenge, die Kohlenstoffmenge steigt "oder fixllt. 

Aus nachfolgcnden Untersuchungcn geht weiter hervor, dass im Allgcmeinen 
die Ackerboden um so fruchtbarcr sind, je mehr sie bei gutcm physikalischcii Ver- 
halten feinerdige Bestandthcile enthalten, je mehr leicht verwitterndes pflanzen- 
niihrendes Material sie besitzen, je grossere Absorptionen sie bei glcichzeitiger Ge- 
genwart grosserer Mengen von Sesquioxyden zeigen, je mehr aufgcschlossene Silicat- 



15 



basen sie enthalten, je wenigor leicht losliche Magnesiasalze in ihnen vorherrschen, 
je grosser die Gliihverluste derselben sind, je mehr Stickstoff sie enthalten, mit einem 
Worte, je mehr sie sich in ihrer Zusammensetzung dem „Schelchowitzcr Boden" 
niihern. Solche Erden sind nicht nur vorttbergehend, sondern nachhaltig fruchtbar, 
sie bringen ungediingt sehr hohe Ertriige hervor und bedtirfen nur eines ihrer 
Mischung zusagenden Klimas und einer nach diesem sich richtenden entsprechenden 
Unterlage, um die denkbar hochsten Ertriige zu Tage zu fordern. 

Vorliegende Definition eines fruchtbaren Bodens darf nicht missverstanden 
werden. Es giebt Bodenarten, welche grosse Mengen Feinerde enthalten oder beinahe 
ganz aus ihr bestehen und doch nicht fruchtbar sind; ja unter den hier angefuhrten 
Boden ist die Krendorfer „Durrwiese" gleich ein solcher Boden. Nichts fehlt ihm, 
u w fruchtbar zu sein, als eine Verminderung seines Bittersalzgehaltes. Wiirde die 
Hauptmasse einer Feinerde aus Talkerde bestehen, so ist dem Landwirthe mit der 
vielen Feinerde wenig geholfen. Nur von einem richtigen gegenseitigen Verhliltniss 
zwischen Sand oder Gesteinskornchen und Thon, Kalk, Talk, Humus, von einem 
gewissen Grad der Verwitterung dor feinerdigen Masse hiingt die Fruchtbarkeit 
des Bodens ab. Aus vollig verwitterten Gesteinen bestehendo Boden sind arm und 
infruchtbar, Sie haben die wesentlichsten Pflanzenniihrstoffe verloren. Ebenso exi- 
stiren Boden, welche grossere Mengen aufgeschlossener Bason und doch kleine Ab- 
s °rptionen, und umgekehrt, kleine Mengen aufloslicher Basen und sehr hohe Ab- 
SOr ptionen zeigen, woraus wir deutlich sehen, dass diese wichtige Eigenschaft der 
Erden nicht allein von der Menge der aufgeschlossenen Basen, sondern audi von 
der Feinheit und der Menge der Thontheilchen und von dem Verwitterungszustand 
ei ner Erde abhiingt. 

Die Silikate bilden den Hauptbestandtheil der meisten Bodenarten, doch 
Sibt es auch unter den angeiiihrten Erden einige, die 20 bis 30 Prozent kohlen- 
sauren Kalkes in ihrer Feinerde enthalten. 

Der nach der Schlosing'schen Methode ormittelte Thongehalt der Acker- 
boden wechselt in den verschiedenen Bodenarten von 3 bis 35°/ des natiirlichen 
bodens. Sandboden werden solche sein, die 3 bis 10%, sandige Lehmboden, die 
10 bis 15%, Lehmboden die 15 bis 20%, Thonboden die bis 28% und strenge 
Thonboden, die bis 35% Thon enthalten. Doch kommt es sehr auf die Menge des 
gleichzeitig vorhandenen kohlensauren Kalkes an, welchen Grad der Plasticitat ein 
Boden zeigt; donn seine Bundigkcit kann schon bei kleineren Thonmengen weit 
grosser sein, als sie in der innigen Kalkthonmischung bei weit grosseren Mengen 
des letzteren zu sein pflegt. Sandboden mit ein Prozent Kalkkarbonat konnen schon 
als kalkreich gelten, wahrend ein Thonboden erst bei einem doppelt so hohen 
Kalkgohalt diese Bezeichnung verdienen wird. 

Die Menge des an Kieselsaure gebundenon Thoncrdc-Eisenoxydes betragt 
in lcichten Erden 8 bis 10%, in mittleren 12 bis 16%, in reichen 16 bis 20, in 
sehr reichen Erden 20 bis 30% der Feinerde. Die Menge der Monoxyde bewegt 
sich in leichteren Erden zwischen 1 bis 3%, in mittleren zwischen 3 bis 6%, in 
reichen und sehr reichen Boden zwischen 5 bis 8% des Feinbodens. 



16 

Unter den untersuchten Biklen kaben wir ferner solchc, die zum grossten 
Theile aus Quarz, dann aber auch solche, welche aus Feldspath, Glimmer, uberhaupt 
aus kalireichen Substanzen bestehen. 

Die Tertiarboden uuterscheiden sicb von den ubrigen Boden durch einen 
hohen Quarzgehalt, der durchsclmittlich bis gegen 70% botriigt. Viel Feldspath 
und Glimmer enthalten die Gneisboden und der Boden des Rothtodtliegenden. 

Eine bohe hygroskopische Feuchtigkeit deutet gewohnlich auf einen gros- 
seron Humusgelialt des Bodens. Der Humus macht den Thonboden lockerer, den 
Sandboden bindiger, beeinflusst giinstig die warmchaltende Fahigkeit beider Boden. 

Die wasserhaltende und wasserleitende Fabigkeit des Bodens, die Capilla- 
ritiit und Absorption etc. werden von dem Grad dor Verwitterung der Silicate 
bestimmt. Wir haben es mit Boden zu thun, die nur 0\3% bis 6% hygroskopische 
Feucbtigkeit zuriickhalten und mit Boden , die nur 2 bis 8 % gebundenes 
Wasser in ihrcr Fcinerde enthalten, mit Erden, die eine Absorption von 30 bis 50 
und mit solchen, die eine von 100 bis 118, ja deren Silicate darin 149 besitzen- 
Der Humusgelialt wechselt bei den Mineralboden von 1 bis 3%, ausnahmsweise 
erreicht er 4 und mehr Prozente; bei den Moorboden steigt cr bis auf 13% der 
Feinerde, wohl auch noch hoher, woher es kommt, dass der Gliihverlust mancher 
Feinerdo iiber 20% betriigt. 



Untersuchungsmethode. 

Zur Trennung der verschiedenen mechanischen Glieder des Bodens be- 
dienten wir tins verschiedener Siebe und zvvar des drei Millimeters-, des ein und 
des 0-5 Millimetersiebes, und trennten auf trockenem Wege alle groboren sandigen 
Gemengtheile des Bodens von den feineren Bestandtheilchen, welche man Feinerde 
nennt, zum Unterscbiede von den grobsandigen Mineralien, die unter dem Namen 
Bodenskelett angefiihrt wurden. 

Auf diese Art erhalt man die Glieder des Bodenskelettes in drei verschie- 
denen Grossen als: Grohes Qestein, welches grosser 1st als der Koriandersamen, 
Mittelkies, welcher die Grosse des Rubensamens und Feinhies, welcher nicht einmal 
die Grosse der Hirse besitzt, und ermittelt in reingewascbenem und dann getrock- 
netem Zustande ihre Gewichtsmengen. Die oben besprochene Feinerde trennt man 
dutch Schlammen weitor in zwei Theile, in einen sandigen und einen thonigen 
Theil; letzteron nennt man fiilschlich Thon. Kein Schlammapparat entspricht, wenn 
es darauf ankommt, nicht nur Theilchen von verschiedener Feinbeit, sondcrn auch 
gleicher Beschaffenheit von einander getrennt zu erhalten, den Anforderungen der 
Wissenschaft. Der grossen Unvollkommenheit der Schlammanalyse half zwar thcil- 
weise Schlosing ab, indom er ein Vcrfahren zur Trennung des Tliones vom Sande, 
eine Trcnnungsmethode auf mechanisch-chemischem Wege ersann, vermfige welcher 
man in den strengsten Boden nicht mehr als 20% Thon findct. Trotzdem ist der 
praktischen Bodenanalyse mit der genannten Methodc nicht gedient, weil, wenn 
auch der feinste Sand niemals die Eigcnschaften des Tliones, jener Verbindung von 
kicselsaurer Thonerdc mit Wasser zeigen kann, welche wir „Thon" nennen; doch 



17 



derselbe audi die Funktionen oines plastischen Bindemittels erfiillen kann in dem 
Masse, als seine Feinlieit zunimmt, wenn er sich audi niemals so entschieden 
oaUen, knotton und formen lasst, wie der befeuchtete Thon. *) Yerfasser bediente 
s ich daher der Knop'schen Methode zur Bestimmung nicht des Thones, sondera der 
thonigen feinsten Gemengtheile der Ackererden. Man hat dann Skelet, Feinerde 
und zwei wesentliche Glieder der Feinerde und die ganzo unveriinderte Feinerde, 
seiche der Analyse unterworfen wird. Die Schliimrnanalyse maclit una den Boden 
dttrchsichtig und das Mikroskop gestattet die einzelnen Skeletglieder nicht nur 
leicht zu bestimmen, sondera sich auch von der Beschaffenheit und Reinheit der 
aD gesc]iliiminten Massen tiberzeugcn zu kiinnen. Einen grossen Werth wird man 
aber der Schliimrnanalyse iiberhaupt nicht beilegen diirfen. 

■ Schon Hilgard zeigte und Verfasser kann es bestiitigen, dass konische 
"Chlammgefiisse ganz unrichtige Resultate ergeben, ebenso alle Mcthoden, welche 

as Absetzen der Erde aus einor bestimmten Hone des Wassers in bestimmter Zeit 
**W Grundlage nehmen. Osborne kritisirte in einem englischen Fachblatte die ge- 

)l 'auchlichsten mechanischen Bodenuntersuchungen und kam zu dem Ergebnis, dass 
&ucn die /MoWsche (Berliner) Schlammmethode nur bei sandigen Boden, wie sie 

n der Provinz Brandenburg vornehmlich vorkommen, bei Boden, die sehr wenig 
J-hon und Stoffe von grosser Feinlieit enthalten, richtigo Resultate ergebe, bei 

lumus und thonreichen Lehmboden aber unrichtig sei und dass der Fehler 8 — 14% 
oetragen konne. 

Auch bietet diese Methode in technischer Hiusicht, in Bezug auf Zeiter- 
"Paniis etc. koine Vortheile vor dem Bechcrverfahren, welches diesen mechanischen 
^iialysen zu Grunde liegt. Doch wurde auch da, wo es bemerkt ist, die Schlosing'sche 
Methode versucht und angefiihrt. 

Die in der lufttrockenen Erde zuriickbleibende Wassermenge nennt man 

ie hygroskopische Fcuchtigkeit der Erde. Sic ist um so grosser, je poroser und 
1Un nisrcicher die Erden sind. Das hygroskopische, das chemisch gebundene Wasser, 
niches aus den Ackererden erst bei heftiger Gliihhitze entweicht, und der aus 
1 ° m Kohlenstoffgehalte der Erde berechnete Humus bilden zusammen den Gliih- 

enust. Ein holier Gliihverlust ist ein gutes Prognostikon ftlr eine Ackererde. Das 

le 'nisch gebundene Wasser gehort in den meisten Fallen den wasserhaltigen Sili- 

aten an. Moistens sind diese in Salzsiiuro loslich. Die Bestimmung des Humus 

an n auch durch Verbrennen der organischen Substanz mit Chromsauro und Sal- 
P 6 tersaure, Entwickelung der Kohlensiiure und Auffangen derselbcn in Barytwasser 
S^chclien. Aus dem kohlensauren Baryt wird der Kohlenstoff der Kohlensaure, aus 
chesem nach dem Verhiiltniss 6:10 der Humusgehalt auf Procente der lufttrockcnon 
, 4( ie berechnet, genaucr durch die Elemcntaranalyse bestimmt. Untcr Feinboden 

t die starkgegliihte und mit kohlensaurem Amnion behandelte, hierauf wieder mit 

°nlensaure gesattigte lufttrockene Feinerde zu verstehen. 

.. Die Bestimmung der /Sulfate geschah durch Kochen dor Erde mit Salz- 

aure und Wftgung ties schwefolsauren Baryts. Die Bestimmung dor Carbonate 
1 in dor Art vorgenommcn, dass man die Feinerde mit dem gleichen Gewiclit 

*) Ausserdem gibt diese Methode im mechanischen Theilo keine genugenden Trennungen 
u. kanu durch die cliemische Behandlung eine Vcriinderaig dor Bodetitextur herbeifuhren. 



18 



sehr feingeriebenen chlorsauren Kali's mischt unci durchfeuchtct, dann in einein 
Tiegel rasch erhitzt, die gcgliihte Erde nach dem Erkalten mit etwa zweiprocen- 
tiger Salzsaure auszieht, in dieser Losung nach dem Ausfallen dcr Sesquioxyde 
Kalk und Talkerde wie gcwohnlich pracipitirt und wfigt. Die chemischo Analyse 
der Feinerde wird in bekannter Weise durchgefiihrt : Das Kali wird in der salz- 
sauren wie fiusssauren Losung dcr Erde genau bestimmt. Die Phosphorsdurehe- 
stimmung gcschieht nach vollstiindiger Abscheidung der Kieselsiiure und Zerstorung 
der organischen Substanzen nach Sonnenscheins-Methodc, in bekannter Art und 
"Weise. Der Itieselmure Thonruckstand wird bestimmt, indom man 2 gr. Erde mit 
50 Cn. einer Salzsaure, die in 100 gr. genau 5 Gewichtstheile Chlorwasserstoff ent- 
hiilt und fur jedes Prozent kohlensauron Kalk's und Talkerde 0'87 grm. Chlorwasser- 
stoff mehr enthalt und zur Trockene abdunstet. Dann iibergiesst man mit 100 Cn- 
Wasser,! fiigt 1 — 2 gr. kryst. Chromsilure hinzu, kocht bis aller Humus zorstoi't 
ist, giesst nach dem Erkalten 20 Cn. gewohnlicher cone. Salzsaure dazu, mischt, 
filtrirt, wtischt aus, trocknet, gliiht, wiigt diesen Kiickstand. Der von der Salzsaure auS- 
gezogene Theil des Bodens wird als loslicher, die Zeolithe enthaltender Bestand- 
theil der Ackererde angefiihrt. Die Absorptionsbestimmung wird in der von Knof) 
angefiihrten Weise vorgenommen, indem man 100 gr. lufttrockene Ackererde mit 
10 grm. Kreidepulver mischt und 200 Kubikcontimtr Salmiaklosung hinzufiigt, die 
in 200 Cn. 1 gr. trockenes Salmiak enthalt. Nach mehrtagigem Stehen und haU- 
figem Schiitteln der Erden wird filtrirt und bestimmte Mcngcn des Filtrates im 
Azotometer mit untcrbromigsauren Natron behandelt, die Menge des entwickelten 
Stickgases gemessen, welche in der Flussigkeit vor und nach der Vermischung mit 
Ackererde enthalten war, und aus der Differenz die absorbirte Stickstoffmenge 
berechnet. 

Der Quarzgehalt der Feinerde wurde in der von Knop angegebenen Art 
bestimmt, dass die mit Salzsaure und Natron ausgekochte Erde gegluht und hicrauf 
mit saurem, schwefelsauren Kali geschmolzen, nach dem Erkalten ausgewaschen 
und das zuriickblcibende Gestein gegluht wird. Der gewogene Kiickstand ist ziemlic" 
reiner Quarz. Die Kieselsiiure kann durch Kochen mit Soda, vom Quarz getrenm 
werden. Handelt cs sicli um die Ermittelung dcr loichter odor schwerer loslichen 
Kali- und Phosphorsiiuremengen der Erden, so wird ein kalter und heisser salzsaurei' 
Auszug bereitet und in jedem dersclben nach den beaten analytischen Methods 
die Bestimmung dieser Korpcr vorgenommen. 

Die Geologic lehrt uns, dass die Stoffe, welche den Korper einer FeiH" 
erde ausmachen, sich auf folgende wenige Gliedcr reduciren lassen: 

Apatite 

Ferrophosphate 

Kochsalz 

Glaubersalz 

Anhydrit 

Bittersalz 

Gyps 



Phosphate 
Chloride 

Sulphate 



{ 



*; Dio Bonitirung dor Ackererde Leipzig 1871. 



19 



Carbonate 

Silikate u. 
Kieselsiiure 



Kalkerde 

Talkerde 

Sesquioxyde (Thonerde, Eisen-Manganoxyd), 

Monoxyde (Natron, Kalk, Magnesia, Kali). 

Nur ausnahmsweise gibt es Eeinerden, wclche mehr oder weniger als l°/„ 
ihres Gewichtes entweder von Bittersalz, Eisenvitriol, kohlensaurem Natron oder 
grossere Quantitiiten von Chloriden enthalten und durch diesen Gehalt an leicht- 
loslichen Salzen unfruchtbar sein konnen. 

Jeder Boden entbiilt ausser Tbon, Sand, noch Bestandtheile zaolithischer 
Natur, welclie aus wasserfreien Eeldspathen durch Wasseraufnahme bei der fort- 
schreitenden Verwitterung hervorgegangen sind, einen grosseren Grad von Loslich- 
kcit in Salzsaure besitzen und zu den Absorptionsorscheinungen des Bodens in 
Beziehung zu stehen scheinen. Die Zeolithe sind aber auch in schwachcren Siiuren, 
wie Essigsiiure, Humussaure und Kohlensiiure loslich, wenn audi die Aufliisung 
^ngsamcr vor sich geht. Die aufgelosten Bestandtbeile des Zoolithen gehcn nicht 
wieder aus der Losung in ihre urspriinglichc Gestalt zuriick, nur unter ganz be- 
sonderen Vcrluiltnissen kann es stattfinden. Die durch die Zersetzung des Zeolitlien 
frei werdcnde Kieselstiure hat die Eigenschaft, sich in Soda zu losen. Ziemlicli 
kiclit werden die kalihaltigen Zeolithe im Boden zersetzt. 

Die salzsaurcn Ausziige der Ackorerden enthalten vorzugsweisc jene zeolith- 
ai 'tigen Bestandtheile des Bodens, die sich in jedem guten Ackerboden in bestlin- 
uiger Zersetzung und Auflosung befinden. Ihre Menge und das Quantum der in 
Anon cntbaltenen wichtigstcn Pflanzennahrstoffe zu kennen, ist ebenfalls von der 
grossten Wichtigkeit und deshalb diirfen sie in einer vollstiindigen Bodenanalyse, 
Wclcho neben den physikalischen Eigenschaftcn auch den Zustand, in welchem sich die 
wichtigstcn Nahrstoffe des Bodens befinden, angeben soil, nicht unberiicksichtigt bloiben. 

Der Thon der Bodenarten wird durch verdiinnte Salzsaure und Salpeter- 
S; iure nicht, wohl aber durch Kochen mit cone. Schwefclsiiure vollstiindig zersetzt. 
■D&8, was nach der Einwirkung all dicser chemischen Losungsmittel von dem Boden 
tibi-ig bloibt, sind die noch nicht verwitterten Mineralstoffe der Ackerboden. 

Es konunen aber auch Substanzcn im Boden vor, die nicht als Nahrstoffe 
hir die Pflanzen anzuschen sind, doch aber fiir dieselben unverkennbar eine gewisse 
^edeutung besitzen. 

Die chemische Bodenanalyse hat somit weiter die Aufgabe, uns auch Auf- 
Sc hluss liber die im Boden vorhandencn Mengen der Stofi'e zu geben, die zwar 
nicht direkte Nalirungsmittel der Pflanzen sind, doch aber fur dieselben bedeutungs- 
V °U crschcinen konnen. 

B eschaffenheit, Lage, Abstammung und landwirthschaftlicher Wert der unter- 

suchten Bodenarten und Gesteine. 



Tertiarboden. 

Die in das Bereich der beiden Tertiiirbccken von Budweis und Wittingau 
fellendcn Bodenschichten lassen ungeachtet der ausserordentlich wechselnden Boden- 

'2* 



20 

beschaffenheit von Kies bis zum Thon dcnnoch nicht unschwer ihre geognostiscbe 
Abstamniung vom Urgebirge erkennen, welches seine miichtigste Entwickelung in 
der siidlichen Hiilfte von Bohmen erlangte, die beiden genannten Tertiiirbecken 
allseitig umscbliesst und von einander trennt. Der ungemeine Wasserreichthum 
dieser Gegend musste in den Niederungen zu natiirlicben Ansammlungen des 
atrnospharischen und Quellwassers, begiinstigt durch die thonige Unterlage fuhrcn, 
zu welchen natiirlichen Wasserbehliltern spiiter noch grosse kiinstliche Teiche hin- 
zukamen, die formlichen Landseeen glcichen. 

Was aus diesen, einst von Waldern starrenden, von Siimpfen, Moriisten 
und Gewassern bedeckten Landstrichen seither geworden, habcn sie dem Wirken 
und Walten der Schwarzenberge zu verdanken. Der westliche Theil des Wittin- 
gauer Gebietes mit mehr bindigem Boden, und thonigem Untorgrund umfasst Teiche, 
Acker und Wiesen, der ostliche Theil Sand und Moorbodenmitausgedehnten Wiildern. 

In Mulden sind diese vcrschiedenen Ablagerungen von machtigen und aus- 
gedehnten Torflagern iiberdeckt. Diese Verschiedenartigkeit des Bodens und seiner 
Beniitzung trftgt wesentlich dazu bei, den schiidlichen Einfluss des mehr rauhcn 
Klimas und des sehr excessiven wechselnden Witterungscharakters, untcr welchein 
die Gegend vielfach zu leiden hat, abzuschwiichon. 

Die Tertiiirboden von Frauenberg und Wittingau unterscheiden sich von 
den iibrigen untersuchten bithmischen Boden durch eineu hohen Quarzgehalt, der 
durchschnittlich bis gegen 70°/ betragt. 

Die einzigen alteren Analysen von bohmischen Ackerbodcn staminen 
von Professor Hoffmann in Prag und sind im Jahresbericht der Fortschritte der 
Agricultur-Chemie des Jahres 1859/60 (Berlin 18G0) erschienen. Unter 15 Boden- 
analysen finden sich zwei von Boden des fiirstlich Schwarzenberg'schen Besitzes. 
Dis eino Analyse gibt die Zusammensetzung eines Witingauer, die andcre die eines 
Postelberger Culturbodens. Erstere lautet: 

Mcchanisclie Analyse: 

Steinchon, Grob- und Feinsand 78 

Schliimmerde 22 



100 



Chcmischc Zusammensetzung : 

Chemisch gcbundenes Wasser u. org. Stoffe 2 , f).'50() 

Kieselsauro 89-0731 

Kohlensiiure Spur kohlens. 

Schwcfclsaure 0-0036 

Phosphorsiiure 0-1001 

Eisenoxyd [0-9189 

Sesquioxyde ... J 

Thonerde (2-7366 

Kalkerde Kalk tiberhaupt .... 0-0774 

An Monoxyden (Talkerde, Natron, Kali) zusammen . . . 4-0464 

99-686! 



Kalks 



3-6556 



21 

Hoffmann legte aber gerade wie seine Zeitgeuossen, den Bodenanalysen 
geringen Werth bei und weil jeder Chemiker nach einer anderen Methode arbeitete, 
s o waron die gefundenon Werthe untereinander nicht vergleich . 

Knop's Verdienst bestand vorztiglich darin, eine Methode geschaffen zu 
flaben, nach welcher Analyscn der verschiedensten Chemiker zum erstenmale untcr- 
einauder vergleichbar wurden, obwohl or zu wenig Rttcksicht auf die oft in ge- 
fingster Menge im Boden enthaltonen kostbarsten Niihrstoffe der Pflanzen, wie 
Kali, Phosphorsaure und Stickstoff nahra. 

Friiher untersu elite man die ganze von Steinen und groberom Sande befreite 
*rae, mdem man sie nach dem Trocknen zu einem feinen Pulver zerrieb und 
theses analysirte. Jotzt verwendet man nur die Feincrde zur Untorsuchung. Nach 
unseren 22 Analysen der Wittingauer Tertiiirboden hat der von Hoffmann unter- 
s «chte Boden die grtisste Aehnlichkcit mit dem Boden von Berghof (u. sw. Jiljl), 
Wenn die auf Fcinerde bezogene und mit Feinerde durchgefiihrte Analyse auf 100 
'jewichtstheile roher Erde umgerechnet wird. 

I>ie Analyse ergab in 100 Gewichtstheilen lufttrockener Roherdc 

Ilanamann : Hoffmann : 
Gluliverlust 3-95 2-63 



In 100 Gewichtstheilen geglllhten Bodens: 

Kieselerde 91-22 91-97 

Basen (Oxyde) 8-69 7-95 

Kalkerdekarbonat .... 0'09 0-08 



100-00 



H)l)-(X) 



Hoffmann fand ebenso geringe Kalkmengen in der untersuchten Wittingauer 
* r de als wie wir gefunden haben. Zur weiteren Bestiitigung des oben mitgetheilten 
m °gen die Resultate der analytischen Untorsuchung einiger Wittingauer Erden und 
z ^ar des Ober- wie Untergrundes folgcn, nachdem vorher die mit grosster Sorgfalt 
"estimmten Ibslichcn Kalk- und Magnesiamengen, welche in hundert Gewiclitsthcilen 
^ wasserfreien Ackerkrume enthalten waren, geordnet nach zunehmenden Kalk- 
S°halt hier angefiihrt worden sind: 

Kohlensaurer Kalk : Magnesia : 

1. Dworcc - 05 Spur 

2. Muhlhof 0-00 — 

3. Wall 0-06 — 

4. Berghof 0'07 — 

5. Wranin 0-07 — 

6. Muhlhof 0'08 — 

7. Lhota 0-08 Spur 

8. Dworec 0-08 — 

9. Muhlhof 0-09 Spur 

10. Dworec 0-09 — 

1 1 . Dworec 0-09 — 



22 



Kohlensaurer Kalk : Magnesia : 

12. Dehetnik 0-09 — 

13. Miihlhof 009 — 

14. Berghof 0-1.0 Spur 

15. Schaloun 0-12 — 

16. Berghof 0-12 — 

17. Schaloun 0-12 — 

18. Dworec 0-13 — 

19. Dworec 0'13 Spur 

20. Schwainberg .... 014 002 

21. Neuhof 0-20 — 

22. Berghof 0-23 (Spin-) 



Bekanntlich zcigt die Braunkohlenformation in Bohmen koine so grosse 
Mannigfaltigkeit in ihrer Gliederung wio in andoren Liindern. Die ausgcdehnten Ab- 
lagernngcn der marinen Schichten fehlen beinahe ganz und wio alle Siisswasser- 
formationen fiillen die bohmischen Tertiarablagerungen nur isolirtc Becken aus- 
Das an Braunkohlen reiche Becken folgt dem siidlichen Fusse des Erzgcbirges, 
zwei andere Becken dehnen sich in der Umgebnng von Frauenberg und Wittingau 
aus und sind wohl aus einem zusammenhangenden Binnensce abgesetzt wordcn, 
dessen weite Ausdehnung cinzelne nordlich und stidlich vorkomroende Abl:i,gerungen 
darthun. Die beinahe horizontal gclagerten Schichten ruhen unmittelbar auf krystal- 
linischen Gesteinen Gneis und Granit, die auch stellenweise ohne bedeutende Ele- 
vation mitten in der Ebcnc hervorbrechen. Dem Wittingauer Braunkohlenbecken 
fehlen die Kohlen, woiterbin die Basalte, welche im nordwestlichen Bohmen die 
Entstehung kalk- und magncsiahaltiger Schichten ermoglichcn. Der Boden ist un- 
glaublich arm an Kalk und Magnesia, so wohl nahe an der Obornacho wie in del 
Tiefe. Deshalb fehlt den Teichrandern seltsamer Weise das gcmcine Eohrschilf 
Diese im kalkhaltigen Thonschlanim ftppig wuchornde Pflanze lasst sich um Witting''- 11 
nicht in einem Exemplare in den ungeheuren Teichen blicken, erscheint aher sofoi't 
in einigen entfernten Wasserbassins, welche mergcligen Untcrgrund besitzen, unter 
gleichen klimatischen Verhaltnissen. 

Der kalkarme Boden spiegelt sich ferner in einigen Ginstcrarten, dann in 
mehreren andcren Pflanzen, wie in Glycerias spectahilis und Typha angustifolia ah. 
Zwischen den Teichen breiten sich die Elilcheu, welche dor Landwirthschaft zugc- 
wiesen sind aus, deren Betrieb durch die gemischte Bewirthschaftung von Waldj 
Wiesc und Teich cine erhebliche Unterstiltzung erhalt. 

Das Ackerland besitzt fast durchwegs schwer durchlassendcn Untorgrund, 
in der Ackerkrume aber herrscht die grosste Mannigfaltigkeit, Lehmboden wechselt 
mit Thon- und Sandboden oft aut einer und dcrselben Meierei in iiberraschendei' 
Weise, so dass es nothwendig war, um ein richtiges Bild der Zusammensetzung 
dicscr Boden zu erhalten, eine grossere Anzahl Ackererden, welche den verschie- 
densten herrschaftlichen Meierhofcn angehoren, zu untersuchen, selbstverstiindlich 
mit der Vorsicht, dass das Untersuchungsmatcrial mehreren Punkten eines FeldeS 



23 

entnommen, innig gemengt und eine verjtingte, die durchschnittliche Zusammensetzung 
cl «s Peldes angebende Erdprobe erhalten wurde, so dass die die Bodenmischungen 
enthaltenden Erdproben die Zusammensetzung der grossten und wichtigsten Feld- 
flachen reprasentiren. Es wurden nicht nur Erdproben des Obergrundes, sondern 
a uch des Untergrundes untersucbt, weil die Zusammensetzung und das Gefiige des 
Bodens in we it grosserer Tiefe auf die Vegetation von Einfluss sind, als man in 
frtiherer Zeit geahnt hat. 

Bis zum Jahre 1850 war der Betriebseinrichtung einer Mehrzahl von Meier- 
hofen eine verbesserte Dreifelderwirthschaft zu Grunde gelegt. Spiiter erhielt der 
F utterbau am Felde durch die Aufnahme von Bothklee mit italieniscben Raygras 
Un d Thymoteusgras in die Rotation eine wesentliche Erweiterung, gegenwartig aber 
wi rd sogar der Riibenbau betrieben und an einer grossen Mannigfaltigkeit in der 
Ve getabilischen Produktion boi sorgfilltiger Viehzucht festgehalten. 

Am sichersten gedeihen in den siidbohmischen tertiiiren Ablagerungen Korn 
u ^d Hafer. Nicht alle Feldlagen sind fur den Weizen und Gerstenanbau geeignet. 
A «f den besseren Aeckern kann selbst ein befriedigender Rapsertrag erzielt werden. 
^agegen gaben die Hulsenfriichtc nur mittelmiissige Ernten, der Rothklee war in 
dieser Bodenformation eine sehr unsichere Futtcrpflanze in Folge der Kalkarmuth 
des Bodens. Unter den Hackfruchten kommt am besten die Kartoffel fort. Die 
Jtobe findet nur theilweise die nothige Tiefgriindigkeit. Sehr storend erweist sich 
° e _i ihrer Cultur das geringe Austrocknungsvermogen des Bodens nach erfolgten 
Niederschliigen, die in dieser Gegend hiiufig eintreten und die damit verknupfte 
starke Krustenbildung, welchem Ubelstande durch fortgesetzte Drainage entgegen 
gearbeitet wird. Das intensivste Wirthschaftsverfahren vcrfolgt die Meierei Berghof, 
a,1 f Welcber sehr sandiger und thoniger Boden regellos wechselt, doch ist sie durch 
'] le daselbst am weitesten fortgeschrittene Drainage und mechanische Bewiiltigung 
j los Bodens, welche seit einigen Jahren audi durch den Dampfpflug bewirkt wird, 
)e ahigt, hoberc Ertriige abzuwerfen. 

tlber die Bodenbeschaffenheit geben die Bodenanalysen vollkommenen Auf- 
s chl USS) i ernen ung den Reichthum oder die Armuth an aufgeschlossenen, wie abso- 
liteu Mengen wichtiger Pflauzennahrstoffe, den Vcrwitterungzustand des Bodens 
' 111(1 seine Zusammensetzung in verschiedenen Tiefen kennen. Im Yerein mit der 
Keautniss der Aschenzusammensetzung der auf den untersuchten Boden gewon- 
*?. 0u °n Culturpfianzen erhalten wir selbst fiber den momentanen Mangel oder 
l ' 1)c rschuss verschiedener Boden an Pflanzenniihrstoffen wichtige Aufschliisse und 
Ke nntniss iiber den Bedarf derselben an verschiedenen Beidiingern. 



Stickstoffgehalte verschiedener Ackererden. 

In 1000 (low. der lufttrockenon Feinerde waren enthalten Stickstoft. 

Im Obergnmde Im Untcrgrando 
0—25 cm. Tiof'e 25—50 cm. 

Im Schelchowitzer Teichboden von Lobositz . 3'87 3-02 

„ Moorboden von Wittingau ... • • • • ;i- 14 — 

,, Malnitzer Teichboden von Postelberg . • 2-85 2-60 



24 



Wittingau : 



Im Obergrunde Im irnf.ergrunde 



0—25 cm. Tiefe 

Berghof u Jilji k dvoru 1-63 

„ velka lejkovnice L'68 

Dvorec bci d. Budw. Strasse 1-10 

Miihlhof pulkrabsky 1-41 J 

Neuhof na vrSku 1-74 j 



Netolitz : 

M. Peterhof Schwambergfelder 1-51 

Schwarzcnberg Sadafelder 1*85 

Zitna spaleny Griinde 1*18 

Kramerhof pejsarka 1*68 

Neuhof Bergfeld 1-52 

Zittolieb : 

Meierei Zittolieb Boden v. Dolik 2-4G 

Hinter dem Schiittbodcn 1*90 

Unter dem Fasangarten 2-24 

Ober der Kirche 2-24 

Gogen Laun (Strasse) 1/74 

Meierei Brdloch fiber'm Waldchen 1*85 

„ „ „ Garten 1*69 

Rotschov-Flur, Tabulka \ . . . 1-GO 

Meierei Divitz-Grossstiick 1-40 



Lobositz ; 

Grossstuck 1-74 

Galgenfeld 1-70 | .o 

Aujezd 1-93 I L ^ 

Kottomif 1-65 



25—80 cm. 

. 0-46 
. 0-56 
. 0-28 
. 0-45 | 
. 0-50 j 





. 0-45 ^ 


. 


. 0-33 




. 056 


1 — 1 


. 0-22 


• 


. 0-39 

■ 



0-82 
089 
0-70 

052 



era 

CO 





. 089] 




. 1-06 




. 061 




. 0.89 


o 


. 033 


, ~ , 


. 072 




. 0-95 




. 0-40 



CO 

1 - 



CO 



Krumau : 

Krenau, Kapellenhof 1-63 

„ Kogler-Quirten 1-57 

Favoriten Kladner Quirten 1*23 

Untcres Stadtholzfcld 1-63 

Neuhof Rundfeld 1-53 



. 


. 0'67 ) 


. 


. 0-78 




. 0-70 


1— 1 


. 0-80 


• 


. 088 



CD 
O 



Bei Berghof werden die Aecker gegenwartig reichlich gekalkt und jiihrlich 
ansehnliche Mengen Superphosphate angesohafft und neben Schilf, Torfstreu und 
Stalldiinger verwendet. Die Fiicalien der Stadt Wittingau kommen siiinmtlich del" 
furstUchen, etwas tiefer als die Stadt liegenden Uberrieselungswicsc zu Gute, W° 
sie sich zweckmlssig vertheilen, so wic die zahlreichen Meliorationen die Besserung 



25 



der Futterverhaltnisae der Herrschaft bezwecken und dor bedeutungsvollen Ent- 
wickelung dor Viehzucht eine gesicherte Grundlage gewahren. 

Die folgenden physikalisch-chemischcn Analysen von fiinf, den grossten 
Ackerflachen angehiircnden Boden des herrschaftliehen Besitzes zoigen in physika- 
lischer Bcziohung'f die groaae Mannigfaltigkeit dor Ackerkruraen selbst in einer 
Sektion. Ea wechaelt das Bodenskelet von 13 bis 39°/ . Dor Gehalt der Feinerde 
von 87— 61°/ . Die Menge der tbonigen Substanz in der Feinerde von 12—53%. 
^ie Hauptmaaae des Bodenskelctes bestcht aus eisenschiissigem Quarzsand mit 
Glimmorresten und nnverwitterten Gneis und Granit, sowie Hornblende-Fragmenten, 
ln i Korn nach unten hin grober, nach oben feiner werdend. 

Gelegentlich der Bildung dieser Ablagerungen wurden die leicht loslichen 
Kalk- und Talkverbindungen, theilweise selbst Phosphate aus den, an diesen Stoffen 
olmehin iirmeren Mineralien der primaren Formation ausgewaschen und die Vcr- 
yitterungsprodnktc durch die Gewalt des fliessenden Wassers mannigfach vertheilt, 
•1° nach ihrer spezifischen Schwere, bald in grosscren oder geringeren Entfcrnungen 
v °n ihrem Stammgebirge abgclagert. So entstand bier mehr Thon, dort Sandboden. 

So verschieden die untersuchten Boden physikalisch znsammengesetzt sind, 
das eine habcn sie mit einander gcmein, dass in ihnen einzelne chemische Bestand- 
thoile, wie Gyps, kohlensaure Magnesia nur spurenweise, Kalkkarbonat in sehr ge- 
ri ngen Mangcn von DO — - 2% des Feinbodens vorkommen, wiihrend die in zeoli- 
tn ischen Verbindungen enthaltenen Kaligehalte nur von 0-10— 0-22%, die Phos- 
I'hoi'siiuremengen von 0*038— 0-128% des Feinbodens differiren, dagegen sind diese 
Widen iiberhaupt sehr quarz- und kalireich, wenn audi dieses wichtige Alkali in 
Sc nwcr loslichen Verbindungen zugegen iat. 

Manche Ackerboden sind, wie die „bejkovnice" bereits vortrefflich aufge- 
Se hlosscn, geben eine Absorptionszahl von 82, die grosste, welche in diesen Boden 
<fer Domaine iiberhaupt gefunden wurde, bci cinem loslichen Silikatbasenbestande 
von 12'3% des Feinbodens. 

Die physikalischen Analysen, namentlich die Bereitung und Bestimmung 
v °n Skelet, Feinerde, Quarz, Humus und Thon sind von dem friiheren Assistenten, 
Jotz t Adjuncten Ilr. L. Kou¥imslcy durchgefiihrt worden, dessen fleissiger Untcr- 
B tfttzung der Verfassor an dieser Stelle dankbar gedenkt. 



26 



Cheraische Zusammensetzung. 



Meier el Berghof 



Jilji kc dvoni 



Unlwrnnil 



VclkA bejkovnloe 

Olimmind I!iiI«tiiii(I 



In 100 Gew. 

Skelet . . . . 
Feinerde . . . . 



Rohbodens sind enthalten: 



In 100 Gew. 

Sandiger Theil . 
Thonige Substanz 



Feinerde sind enthalten: 



In 100 Gew. Feinerde sind: 



Hygroskopiscbes Wasser ... 
Humus und gebundenes Wasser 

Gliihverlust 

Stickstoff (Gesammtstickstoff) . 



In 100 Kilo Feinboden sind Grammes: 

Zuganglicb.es Kali 1 ) 

Gebundenes Kali 8 ) ' 

Schwerl8slicb.es Kali 3 ) 

Gesammtkali 

Natron (in Clli. ISslich) 



Zugangliche 



\j\ Phosphors 



satire 



Gebuudene 
Gesammtphosphorsaure . . 
Aufgeschlossene Silikatbasen 



In Proc. des Humus u. 

Gyps 

Kalkkai'bonat 

Bittererdekarbonat . . 
Phosphorsaure .... 

Kali 

Natron 

Bitter orde 

Kalk 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Kieselsaure etc. . . . 

Quarz 

Absorption 



wasserfr. Feinbodens: 



29-3 
70-7 



40-0 
60-0 



76-0 

24-0 



01.6 

;$8-4 



13-1 

86-9 



46-5 

53-5 



0-96 
4-64 



560 
0-163 



5-72 
0-046 



') u. *) loslich in 10% kalter Salzsiiure. 

a ) u. ») loalich in dicscr Saure in der Siedhitze. 

3 ) nach Behandlung mit Flusssfture in Salzsanre ldslich. 



2(> 

82 

1710 



1818 
89 
20 
44 



64 

3870 



Spur 
045 

Spur 
006 



1-82 



(>45 
0-48 
0'49 

10-63 

16-01 
69-91 



19 
170 

1780 



1969 

46 

8 

100 



108 
3950 



o-u 



1-97 



0-50 
0-68 
0-32 

13-46 

82-97 



47 



2-67 
7-68 



10-35 
0-168 



45 

175 

1540 



1760 
74 
19 
56 



(0 

12270 



001 

0-26 

Spur 

0-07 



•76 



0-62 
0-58 
0-33 

19-11 

23-35 
53-91 



82 



8-9 
91-1 



56-4 
43-6 



9-82 
0056 



33 

291 
1600 



1924 

232 

120/ 



128 
1080 



0- 1 2 



I -92 



0-74 
1-26 
0-27 

1845 
■77-24 



27 



Avis dcm Vergleich der loslichen Kalimengen des Obergrundes gegeniiber 
d em Untergrunde ergibt sich unter der Voraussetzung, dass der Kaligehalt in bciden 
Bodenschichten einst gleich gross war, eine geringe Kaliabnabme in der vom Pfluge 
durchwiiblten Ackerkrumc, doch nocb weit bcmerklicher wird sie bei dem Ver- 
gleich der Phosphorsiiuregehalte beider Bodensclncbten. 

Die Menge diescr werthvollen Substanz wechselt in den untersnchten Boden 
ausserordentlich, geht aber nur selten liber 7io7o des Kohbodengcwichtes hinaus, 
dj e Produktionsfiihigkeit der einzelnen Bodenlagen nnd der Jahrgiinge ist sehr ver- 
Schieden. So betragt der Kornerertrag bei Weizen und Roggen (Korn) 17—35 hi., 
°ei Hafer 21-49 hi., bei Zuckerriibe 110—200 MCtr., bei Hiilsenfrlichten von 
9 — 17 hi.; der Strohertrag ist in der Begel sehr gut, bcsonders beini Korn. Der 
schwerere, an Eisenoxydul reiche Boden der Tertiarformation crheischt bei seiner 
Bearbeitung grosse Vorsicht und das Aufschliessen des Untergrundes kann da nur 
Recessive mit Untergrundwuhlern geschehen. Diese Liindereien umfassen die kalk- 
iii'mston Bodentypen des ganzen herrschaftlichen Besitzes, weshalb auch die Hiilsen- 
ft'Uchte nur mittelmassige Ernten gcben, der Bothldee aber eine sehr unsichere 
^'utterpflanze war. Noch einmal so reich an Kalk sind Primarbdden ; doch immer- 
llin - noch tiberaus arm an diesem Begleiter jedes fruchtbaren Bodens gegeniiber den 
Bfiden der Diluvialformation und des Basaltes. Aber selbst fur das Gedeihen und 
,lio qualitative Beschaffenheit der Getreidearten ist es sehr denkwiirdig, dass sich 
eine grossere Mischung von kohlensaurem Kalk im Allgemeinen sehr giinstig zeigt, 
'isbesondere auch fiir den Weizen und die Gerste. Vergleicht man den Ertrag der 
kalkarmen Urgebirgsbfiden mit jenen der Kalkgebiete, so findet man bei gleicher 
°der iilmlicher Lage, Dtingung, Klima eincn nahmhaften Unterschied unter densel- 
be n und noch augenfitlliger tritt dieser Uuterschied in der Vegetation da hervor, wo 
kalkarme Gesteine mit kalkreichen wechseln. 

Von den Cheynover Kalksteinen *) enthalten nach den vorgenommenen 
Analysen die Pacova und Kladrubska Hora, krystallinische Ablagerungen im Urge- 
bil 'go, einen durchschnittlichen Gchalt an kohlensaurem Kalk von 55—68%, einen 
Gel »alt an Bittererdekarbonat von 28— 48°/ , sind somit dolomitischer Natur, 
wiilu-end der in unausgiebigen zerstreuten Lagern auftretende Freilesser Stein 60% 
Kalk und 25% Kalkkarbonat, der Pozderazes 54—60% Kalk und 32—42% Kalk- 
^arbonat und der Letztere abweichend von den anderen Kalksteinen sehr wenig Magne- 
s iakarbonat 1—4%, dagegen in griisserer Menge kieselsaure Magnesia enthalt. Bei 
dei " Kladrubska Hora kommen durchschnittlich auf zwei Aequivalente kohlensauren 
Kalkes 1 Aequival. koklensaure Magnesia, aber nur in tieferen Lagen, wahrend 
die oberen Schichten des Feldes aus reinen Kalksteinen bestehen. Diese herrhchen 
Kalklager bei dor friiher geschilderten Bodenbeschaffenheit des siidbohmischen 
Territoriums nicht umfangreich ausbauen und industriell verwerthen, hiesse an den 
wfc l'tigsten Mitteln zur Verbesserung der landwirthschaftlichen Existenz des Land- 
^irthes lebenslang voriibergehen, ohne einen vergrabenen Schatz zu heben, mit dcm 
m &a die Bediirfnisse der Landwirthschaft leicht befriedigen, den Boden wesentlich 
Vc rbessern, die Ertriige nahmhaft steigern konnte. 



*) An Phosphors&ure sind diese Kalkatelne whr arm. 



28 



Bei entsprechender Pflego kommen zwar Culturpnanzen audi noeli auf 
Boden fort, wo ihr spontanea Auftreten unbedingt ausgeschlossen ist, aber diese 
kiinstliche Ziichtung tangirt erapfindlich die rentenwirthschaftliche Frage. Will man 
einen rationellen Fruchtfolge-Entwurf verfassen, uberhaupt cine entsprechende 
Wirthschaftsorganisation durcbftthren, so muss man neben don klimatischen Ver* 
haltnissen die Natur des Bodens kennen. Aus dor Erkenntniss des Bodens orgeben 
sich die billigsten und wirksamsten Mittel zur Verbesserung und Abliilfe von selbst. 
Der Kalk wirkt in den betrachteten Boden verbessernd, indem er die physikalische 
Beschaffenheit des Bodens gunstig abiindcrt, den schwerloslichen Nahrstofibestand 
derselben ergiinzt, das hcisst dtingt. Zumal in feuchtcn Jahren leiden die schweren 
Thonboden an grosser Niisse. Ein Ubermass von Feuchtigkeit ist aber durclnve^s 
nicbt vortheilhaft fur die Vegetation, denn die Wurzeln der Pflanzen sind unter 
solchen Umstanden im Boden nicht nur leicht Faulnissprocessen ausgesetzt, sondern 
cs ist auch der ganze Chemismus in der Ackererde gohemmt. Bringt man Kalk 
oder Mergel auf einen schweren Thonboden, der auch nicht arm an Humus ist, so 
wird die Zersetzung der organischen Massen wesentlich gesteigert und jeder saure 
Humus neutralisirt und die so wiehtige Salpoterbildung im Boden eingeleitet. Gleich- 
zeitig wird reichlich Kohlensaure gebildet, welclie wieder forderlich auf das Manzen- 
wachsthum wirkt, wcil sie die Zersetzung mancher Silikate beschleunigt und somit 
dazu beitragt, das umlaufende Nahrstofikapital im Boden zu erhohen. Eine hohe 
hygroskopische Feuchtigkeit deutet gewolmlich auf einen grosseren Humusgehalt 
des Bodens. Der Humus macht den Thonboden lockerer, den Sandboden bindiger, 
beeinflusst daher gunstig die warmehaltende Fahigkeit cinos Bodens, was fur das 
Gedeihen der Vegetation von nicht geringem Einfluss ist. Unter den untersuchten 
siidbohmischen Boden haben wir ferner quarzreiche, im Allgemeinen aber auch 
kalireiche Boden vor uns in verschiedonen Zustanden der Verwittorung. Die ana- 
lytisch festgestellte Armuth des Neogenbodens an Magnesia, an Kalk und Phos- 
phorsdure rechtfertigt daher die besondere Empfehlung dieser drei Dungmittel, 
welche neben Stalldunger, als die lohnendsten Dungstoffe dieser Ackererden ausge- 
breitete Verwendung verdienen. 

Ausserdem werden gegenwlirtig noch von der mitten in dem ausgedehnton 
herrschaftiichen Territorium liegenden furstlich. Schwarzenberg'schen Zuckerfabrik 
Budweis wiihrend der Campagne allein tiiglich 100 Zentner etwas Stickstoff, Phos- 
phorsaure und kalihaltiger, vorziiglicli feinzertheilter Saturationskalkschlamm, durch 
100 und 30 Tage hindurch kalkbedurftigen Nachbarbesitzungen zugefuhrt, was 
jahrlich einem Quantum von 13000 MCtr entspricht. Grosse Quantitiiten Kalk 
liefern die Kalkofen von Cheynov an dolomitischem Uricalkstein und es ist durch 
fortgesetzte forcirte Kalkung des dieses Mineralkorpcrs bediirftigsten Bodens ein 
sehr giimtiger Erfolg erzielt worden, wie weitor unten ziffermiissig angegeben 
werden soil. 

Der Kalk ist der machtigo Zauberor, der Wecker einer iippigen Vcg(^ta,tioH 
des Kloeos und der Lcguminosen iiberhaupt und so der Schopfer cines hohen 
Ertrages geworden und fiihrt gleichzeitig neben Drainage und Tiefackcrung zu be- 
deutenden Erfolgen. 



29 



Mitder allgemeinea Verweadung des Kalkes wird die Morgenrothe einer scho- 
neren Zeit fiir die Landwirthschaft des siidbohmischen Landergebietes herangeferochen 
s °in. Ausserdem konnte man die mangelhafte Beschaffenheit verschiedener Boden 
wohl durch Zufuhr der ihnen fehlcnden thonigen oder sandigen Erdbestandtheilo. 
verbessorn, aber abgesehen davon, dass man die zur Verbesserung nothige Erdart 
selteu in der Nahe findet, ist es keine leichte und mit billigen Kosten durcbiuhr- 
baro Unternehmung, einem Boden soviel Sand oder Thon beizumengen und dieso 
nil t der zu verbessernden Erde so zu vermischen, um nur einigermassen den feh- 
lenden Bestandtbeil zu ersetzen, wie cs die Natur auf leichte Weise durch die 
Ve i'mittelnde TMtigkeit gewaltiger Fluthen erzielte uud taglich vollfuhrt. 

Die Rektification ungiinstiger physikalischer Verhaltnisse ist nur dann in 
Einklang zu bringen mit den wirthschaftlichen Bedingungen der Produktion, wonn 
f ie zur Verbesserung der Ackerkrurne taugliche Erdart unmittelbar untor diesor 
1X & Untergrunde in cincr Tiefe, welche mit dem Pfluge erreichbar ist, lagert. Eino 
aHmahlige Vertiefung dor Furche und Vermengung mit den unterlagernden Erd- 
schichten kann dann im Verlaufe kurzer Zeitriiume eine Verbesserung des Ober- 
Ri'undes bewirken. Selten aber sind die Verhaltnisse so giinstig, dass die geeignete 
■Erganzung aus dem Untergrunde bewirkt werden kann und dann besitzen wir im 
Mergel und KaTk unschiitzbare Mittel, durch welche einer fehlerhaften Boden- 
Wischung mit einem vcrhiiltnissmiissig geringen Aufwande abgeholfen werden kann. 
^ s ist bekannt, dass die Zufuhr an Kalk zu den Verwitterungsprodukten verschie- 
dener Gestcine stets auch eine giinstige physikalische Wirkung in dem Verhalten 
des Bodens zur Warme und zum Wasser hervorbringt, bei starkeren Zufuhren 
Selbst die Coharenzverhaltnisse des Bodens giinstig beeinfmsst, aber auch eine che- 
toische Wirkung in der Aufschliessung der Silikate, Phosphate, sowie der humoscn 
J^standtheile des Bodens, welche die Salpetersaure- und Kohlensiiurebildung befordert, 
bewirkt. Der Cheynover Kalkstein wirkt auch noch durch den Gehalt an Magnesia. 

Seit der Entwickelung der wichtigen Absorptionsgesetze aber wissen wir, 
dass bei Kalkmangel im Boden auch die Auswaschung und Entfiihrung des so wich- 
%n Pflanzennahrstoffes Kali und in dessen Gefolge von Humusstoffen statt linden 
tonne, denn das Kali wird, wenn es sich in Losung befindet, aus der Ackererde 
nur dann absorbirt, wenn die zur ZoolitliBildung erforderlichen alkalischen Erden 
na -mentlich Kalk vorhanden sind. Knop hat gezeigt, dass reiner Kaolin kein Kali 
au s der Losung absorbirt, dass er dies aber vermag, wenn ihm Kreidepulver bei- 
gemengt wird. St&rkere Kalkungen verbessern daher physikalisch auch den Boden 
* n der Art, dass sie die Absorptionsfahigkeit desselben bedeutend steigern ; chemisch, 
111 dem sie ihm das kostbare Kali besser erhaltcn. 

Eine der grossten Meiereien der im Tertiiirboden liegenden Herrschatt 
^ittingau ist Dworec mit 280 ha Ackerland und 250 ha Wiesen- und Weideland 
Un d mit vorwiegend schwerem Boden. Den am wenigsten fruchtbaren Boden zeigt 
jm Allgemeinen die Meierei Miihlhof mit 130 ha Ackerland und 140 ha Wicsenland. 
U °iner Sandboden wechselt da mit Moorboden und strengem Lehmboden, nur aus- 
nahmsweise kommen bessere Bodenparthien zum Vorschein. 

Die physikalisch-chemischc Zusammensetzung der Boden von Dworec gibt 



fob, 



°nde Zusammcnstellim^ : 



30 



Chcmisclie Zusammensetzung. 



u Budw. 

silnice 



I'l'li! 



K sosni 
pod 

strict. 



za 

ovuincm 

V. 

Okwnind 



In 100 Gew. Rohbodens sind enthalten: 



Skelet . 
Feinerde 



In 100 Gew. Feinerde sind enthalten: 



Sandiger Theil . 
Thonige Substanz 



In 100 Gew. Feinerde sind: 



Ilygroskopiscbes Wasser . . . 
1 1 1 1 1 n ii s und gebundenes Wasser 

Ciluhverlust 

Gesammtstickstoff 



In 100 Kg. sind enthalten Grammes: 

Zugiingliches Kali 

Gebundenes Kali 

Schwcr loslicbes Kali 

Gcsammtkali 

Natron (in Clh. loslicli) 



%££? | »*»«•«. 



Gesammtphospborsaure . . 
Aufgeschlossene Silikatbasen 



In Proc. des Feinbodens: 



Gyps . 

Kalkkarbonat 

Bittererdekarbonat 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Eisen, Thoncrdc u. Manganoxyd 

Kieselsaure etc 

Quarz 

Absorption 



16-41 
83-59 



65-50 
34*50 



1-35 

4-95 



6-30 
0-110 



61 

217 
1332 



1610 
40 

19 

75 



94 

7820 



0-15 
Spur 

0-09 
1-61 

0-48 

0-62 

0-75 

14-38 

25-97 
55-10 



66 



18-19 

81-81 



63-50 
36'50 



0-028 



29 
251 

1630 



1910 
47 

11 

57 



68 
7049 



Spur 
Spur 

006 
1-91 
0-50 
1-28 
0-10 
14-04 

81-19 



47-89 
52-1 1 



84.80 
15-20 



0-88 
4-69 



5-57 
0-141 



60 

574 



0-10 
Spur 
0-06 



0-52 

0-46 

13-76 

61-53 



50 



32-09 
67-91 



78-40 
21-60 



1-14 
5-21 



6-35 

0-045 



= 1 



575 



Spur 
0-14 
Spur 



0-35 

0-71 

14-14 

59-20 

"52 



31 



Es charakterisiren sich die Boden der Mcierei Dworec, wie die vorliegenden 
Zahlen lehren, zunachst durch einen grossen Gehalt an Feinerde. Er betragt bei 
de n vier untersuchten Bodenproben 52, 68, 64 85°/ im Obergrund imd 61, 82, 
90 und 91% im Untergrund. 30°/ dieser Feinerde sind streng tbonige Substanz. 
Eine Aufackerung des Untergrundes ist bei diesen BSden verwerflich, dagegen wird 
s ich die Vollendung der Drainage und die Verwendung grosserer Kalkmengen von 
besonderen Nutzen erweisen. 

Die starken animalischen Diingungen, welche der Boden empfangen hat, 
iiussern sich in dem vorhaltnissmiissig grosseren, im Mittel 2°/ betragcnden Humus- 
gehalt des Obergrundes. Mit den Boden des friiher betrachteten Meierhofes haben 
sie die Kalk- und Magnesiaarmut, den Kali- und Quarzreichthum gemein. Aber 
die Boden von Dworec sind gleichartiger verwittert und aufgeschlossener als die 
von Berghof, denn es entfallen auf einen Theil aufgeschlossener Basen folgende 
kesquioxydmcngen : 







Dworec : 


Berghof: 






Sesquioxyde Absorption 


Sesquioxyde Absorption 


Nro. 


1. . 


. . .1:2-6. . . . 50 . . 


. .1:4-0. . . . 30 










Nro. 


3. . 


. . .1:1-8. . . . 66 . . 


. .1:2-0. . . .66 


Nro. 


4. . 


. . .1:1-6. . . . 68 . . 


. .1:1-6. . . .66 


Nro 


5 




. .1:1-5. . . .82 



Die Phosphorsaure variirt zwischen 0-036— 0-094°/ des Feinbodens. Der 
Obergrund ist reicher an ihr, als der Untergrund. Man sieht, class durch das Herauf- 
holon des Untergrundes weder der physikalische noch der chemische Bcstand des 
Obergrundes gebessert eher noch verschlechtert werden kann, dass die Mittel zur 
^erbesserung des Bodens von Aussen kommen und nacli beiden Eichtungen tliatig 
sei n miissen. Der Landwirth besitzt zwar Ackergeriithe, wodurch er befahigt ist, die 
"ngimstigen Folgen der Tiefackerung zu beseitigen, ohne auf den Vortheil der Tief- 
cultur verzichten zu miissen, sic miissen aber mit Kalk und Mergel in diesem Falle 
Hand in Hand gehen. 

Kalk niitzt aber auf Boden, die an Niisse leiden, gar nicht, so lange nicht 
eine Trockenlegung des Bodens vorangegangen ist, dann aber wirkt der Mergel 
ganz gewaltig, namentlich auf Moorboden und Thonbbden. Eine Reihc Aschen- 
analysen haben ubrigens den Verfasser zu der Uberzeugung gebracht, dass auch 
die Pflanzc selbst — wie dies schon Hellriegel aussprach — bonutzt werden kann, 
"W die relativen Mengen der im Boden vorhandenen Pflanzenniihrstoffe festzustellen. 
^io Untersuchung ganzer Pflanzen kann aber zu irrigen Ergebnissen fiihren. In 
de n hoher gelegenen jiingeren Pflanzentheilen spricht sich die Differenz zwischen 
»arm« lm d „reich" weniger gut aus. Sie iiussert sich aber sehr deutlich in den 
Wteren und tiefer gelegenen Pflanzentheilen, besonders im Stroh und in den Wurzeln 
vi eler nicht perenirenden Pflanzen. Selbstverstiindlich werden die betreffenden Pflanzen- 
theile immer nur von Pflanzen genommen werden miissen, welche sich in dem 
g'eichen Entwickelungsstadium befmdon. 



32 

Zu diesem Endc wurde Korn- und Gerstenstroh von schweren, mittleren 
und leichten Feldern vcrschiedener Meierhofe der Herrschaft Wittingau untersucht 
und folgendcs analytische Ergebniss erhalten: 



Chemische Untersnchung 

von Wittingauor Kornstroh, Gewilchs doa Jahroa 1879, 

Nro. I. Berghof „za kulovou zahradou", leichter Boden. 
Nro. II. Wranln „za stodolou", mittlercr Bodcn, 
Nro. III. Muhlhof „doubi" schwerer Bodcn. 



Wassergehalt des Kornstrohcs in % ■ • • 
Stickstoffgehalt dcr wasserfr. Substanz , . . 

Proteinstoffe °/ 

Reinasche % 

In 100 Gew. Rohasche sincl enthalten: 

Kohle und Sand 

Kioselsiiure 

Schwefelsaure 

Phosphorsaure 

Kohlensaure 

Chlor 

Kali 

Natron 

Kalk 

Magnesia 

Eisenoxyd 

Summa . 
Fiir Chlor- Sauerstoff ab 



Nro. I. 



Nro. II. 



Nro. III. 



10-62 
0-56 
8*50 
2-83 

6-400 
44-125 
4-272 
3-013 
1-150 
0-805 
27-652 
1-777 
6-821 
3-987 
0-657 



100-659 
0-181 



100-478 



11-27 
0-56 
3-50 
3-43 

8-605 
47-450 
3-526 
3-105 
0-845 
Spur 
25-659 
0-795 
5-213 
3-935 
0-524 



99-657 



11-05 
0-55 
3-43 
4-27 

8-455 
58-400 
2-833 
2-832 
Spur 
Spur 
14-725 
4-717 
5-110 
2-252 
0-599 



99-923 



Aus diesen Strohasclienanalyscn sowohl als auch aus den folgenden des Wit* 
tingauer Gerstenstrohes, vcrglichcn mit den iiberhaupt vorliegenden Aschonanalysen 
dieser Pflanzcntheile, gelit klar hervor, dass sich dor Kalk in beiden Stroliarton 
unter alien iibrigen mineralischen Pflanzennahrstoff'cn im Minimum befindet, so dass 
eine Dflngung mit diesem Stoffe audi eine Vermehrung desjenigen assimilirbaren 
PnanzenniihrstofFes bedeutet, welcher im Bodcn in geringster Menge zugegen ist. 



33 



Chemische Untersuchung 

von Wittingauer Gerstenstroli, Gewachs das J. 1879. 

Nro. I. Berghof „u. sv. Jiljl na kratkych", nach Kartoffeln. Leichter Boden. 
Nro. II. Berghof „u sv. Jiljl, na kratkych", nach Zuckerriibe. Mittlcrer Boden. 



Nro. III. Berghof „cirkvicnl k spoli". Schwerer 


Boden. 








Nro. I. 


Nro. II. 


Nro. III. 


Wassergehalt des Gerstenstrohes in % .... 
Stickstoffgchalt in d. wasserfr. Subst. °/ . . • 
Entsprechende Proteinstofie in % ' 

Das Gerstenstroli ergab an Beinasche ... 


10-65 
0-84 
5-25 
4-98 
4-52 


10-45 
0-84 
5-25 
6-34 
5-69 


12-62 
0-82 
5-12 
6-64 

5-88 


In 100 Gew. Rohasche waren enthalten: 


9-315 

44-107 
4-740 
4-045 

Spur 
7-365 

22-042 
1-503 
2-530 
2-512 
2-952 


10-269 

48-476 
3-490 
2-822 

Spur 
7-424 

21.714 
2-260 
1-770 
1-512 
1.806 


11-051 

49-420 
4-014 
2-963 

Spur 
6-250 

20-160 
1-388 
2-760 
1-506 
1-818 








Chlor . 

Kali 

Kallc . . 








1-661 


1-675 


1410 


Suinrna . . . 


99-450 


99-868 


99-920 



Nach den Kornstroh-Aschcnanalysen f'ehlt cs aber audi den drei Boden von 
Bei 'ghof, Miihlhof und Wranln an dor so unentbchrlichen Phosphorsiiure, die dort 
audi gegenwiirtig rnit Erfolg zum Dungen beniitzt wird. 

Wir sehen also, dass die Rcsultate der Aschcnanalysen des Strobes*) mit den 
Er gebniasen der Bodenuntersuchungen iibereinstimmen und dass die zur Benlitzung 
em pfohlenen Diinger audi thatsiichlich rontabel wirken, moge noch durch folgende, 
Vo n dor fiirstlichen Domaine- Administration Wittingau ausgewiesene Ertragsstci- 
§ e i'ungen bei Anwendung des Bolomit-Kalkes von Oheynov erhiirtet werden. 

Menge der Aschenhestandtheile in 100 Gew. der Troclcensubstanz bei hoherem, 
mi ttleren und niedrigerem Gehalte des Stops an Alkali und zwar bei Boggenstroh, 
Gerstenstroh (nach E. Wolff). 
*) Siehe S. 34. 



34 





3 q 

a^ 

O 


"3 


o 

"3 


M 

3 

M 


'm 

oo 

e 

5b 

« 

3 


o 

a 

CO 

in 

w 


Hi 


Schwefel- 
saure 


r/j 


o 

E 


i Reich. . . 

Winterrogen. Stroh J Mittel . . 

1 Arm . . . 


44-1 
47-9 
52-6 


10-01 
9-22 
8-31 


0-88 
1-03 
1-21 


4-14 
4-11 
4-09 


1-18 
1-30 
1-46 


0-39 
0-50 
0-63 


2-31 
2-46 
2-66 


1-31 
1-30 
1-29 


22-76 
27-01 
32-08 


1-30 
1-20 
1-09 


Wittingauer ( Schwerer Boden 
R.oggenstroh ( Mittlcrer Boden . 
(Kornstoli) { Leichter Boden . 


42-7 
34-3 
28-3 


7-89 
9-76 
8-4G 


2'20 
0-30 
036 


2 38 
1-98 
2-08 


1-05 
1-50 
1-22 


0-28 
0-20 
0-20 


1-32 
1-18 
0-92 


1-32 
1-34 
1-31 


20-26 
18-04 
13-49 


0-24 


Mittel: . . . 


.'!5-l 


8-70 


0-99 


2-15 


1-26 


0-23 


1-14 


1-32 


19-26 


0-21 


Gerstc. Stroh Mittel 

{ Arm .... 


47-6 
48-0 
49-4 


18-76 

10-97 
6-86 


2-01 
1-97 
1-9G 


3-53 
3-73 
4-08 


1-17 
1-25 
1-37 


0-00 
0.33 
0-62 


1-97 
2-15 

2-44 


2-15 

1-78 
1-30 


22-12 
24-97 
29-56 


0-94 

109 
f20 


Wittingauer ( ^!'™ ^'J™ . 

Gerstenstroh Mlttlerer B ° den . 
uerstenstroh ^ Leichter Boden _ 


58'8 
56-9 
45-2 


13-13 

13-54 
10-85 


0*90 
1-41 

0-74 


1-80 
1-10 
1-25 


0-98 
0-94 
1-24 


1-18 
1-13 
1-45 


1-93 
1-76 
1-99 


2-62 
2-17 
2-33 


32-19 

30-22 
21-72 


4-07 
4-62 
3-62 


Mittel : . . . 


536 


12-51 


1-02 


1-38 


1-05 


1-25 


1-89 


2-37 


28-04 


4-10 


Lobositzer Gerstenstroh im Mittel 


5.5-8 


13-44 


1-51 


3 00 


1-39 


0-19 


1-95 


3.21 


23-70 


7.43 



Ertriige 

in Meterzentnern pr ha nach den Angaben der Wittingauer Bircktion. 





o 

o=l 

1° 

CO 

ffi 


o 

3 

a 


o 

i-3 


o 

CO 
C 
| 




a 
a so 

J! 

o 


o 

a 


a 

"3 
,5 

a 

m 


3 




Gekalkt .... 
Ungekalkt . . . 


38 

28 


27 

22 


52 1 42 
38 2G 


33 

19 


32 
21 


34 

22 


44 
24 


35 
21 


> Lnzcrnklce 






MtrCtr. pr ha. 






Gekalkt .... 

Ungekalkt . . . 


290 
240 


253 
208 


303 
240 


275 
223 


180 
145 


210 1 220 
148 148 


275 
185 


275 
170 


> Zuckerrtibe 






Hktltr pr ha. 






Gekalkt .... 


32-5 
22-5 


24-51 38 
20-0 ;w 


31-0 

22-5 


24-5 
17-0 


251 261 27 
19 1 22 1 21 


28 

22 


\ Gerstcnkorn 


Ungekalkt . . . 






Zollctner pr ha. 






Gekalkt .... 
Ungekalkt . . . 


23-5 
18-5 


21 
17 


27 
19 


23-5 
18-0 


19 | 

14 


24'5 
15-5 


22-5 
16-5 


24-5 
16-5 


3 1 -5 
27 


> Gerstenstroh 



Vegetationsversuclie mit Pflanzen in sehr verdi'mnten Salzlosungen'haben 
dargethan, dass die Kali- und salpetersauren Salze bei gleichzeitiger Gegenwart 
sines Kalksalzes von den Pfhnzenwnrzeln in weit grosserer Menge aufgenomnicn 
werden, als dies der Fall ist, wenn die Base des letzten Salzes fehlt. 



35 



Ans kalkarmen Verwitterungsprodukten tritt das Kali sehr loicht aus. Das 
1)11 kieselsaurem Kali reiche Wasser, welches solche Bodengebiete durchzieht, nimmt 
yeichlich die in Alkalien loslichon Humuskorpcr auf und fiirbt sich gelb und schwarz, 
jauchenartig und entfiihrt dem Boden die wertvollen Humusktirper. Gerade der grosse 
Verlust des wertvollsten Theiles dor organischen Substanzen ist nocli viel zu wenig 
gewiirdigt wordon. Audi der Goldbacli, welcher die Wittingauer Teiclie speist, ist 
ounkelbraun gefarbt und fuhrt ein sehr weiches, kalkarmes Wasser. Dasselbe ist 
^r Fall bei der Lysimeterflussigkeit oder den Drainwiissern der Wittingauer Acker- 
Wden. Die Bodenflussigkeit der kalkreichen Erden ist ein hartes, lmmusarmes und 
•liirinn sehr farbloses Wasser. Abgesehen davon, (lass der Kalk ein nothwendiger 
Nahi-stoff fttr die Pflanze ist, verbindet sich der Kalk niit den Humussauren zu in 
Wasser unaufloslichen Salzen und somit schlagt der Kalk die Humussauren aus 
,ler Bodenflttssigkeit nieder. 

TertiftrbOden. 



Hersch. Wittingau 



'" 100 (lew. Roliliwlons siml : 

Skelet . 
Feinerde . 



M. Berghof 



Jllji u dvorfi 



grund 



In 100 (icw. Feinerdc and : 
Sandiger Theil 

^honige Substanz . . . 

1,1 100 (Jew. Feinerde sind : 

§ygroskopisohes Wasser 
uumus u. gebund. Wasser 

;l)ihverlu St . . . . 
^esammtstickstoff . . . 
, '" 100 Kilo Fcinbodeiisf, p. 
Zugangliches Kali . . . 
?«>undeaes Kali .... 
» c nwerl6sliches Kali . . 

S^ammtkali 

patron (Chi. loslich) . . 
£ u 8angl, i ; 

Ue bundene ' Phosphor- 
Sammt- / sii " n ' 
Al %schlossene Silikatb. 

11 "»«• (1. Humus n. wasser. Fcinli. 

; y p 3 • • . . 

:''kkarl,onat . .' .' .' | 
S"tererdekarbonat . . . 

iir horsaurc 

patron \ 

gittererde . . 

Kalk . 

*;isen oxy( j \ 

.'.'oiierde . 

(V es elsauro . ,' 

Absorption 



70-0 
24-0 



29-3 
70-7 



0'9G 
4-04 



5-60 
0168 



26 

82 

1710 



Untor- 
gnmd 



40-0 

oo-o 



61-0 

38'4 



V oik ft 

bejko vnlo e 

Obev- j Untor- 

pfrnnd ! grund 



13-1 

8G-9 



4C-5 
3-5 



2'67 
7-68 



'72 10-35 
0-04(1 0-168 



19 
170 

1780 



45 

175 

1510 



1818 


19(19 


89 


46 


" 20 


8 


44 


100 



1760 
74 
19 
56 



8-9 
91-1 



M. Dworoc 



u lludw. 

silnloe 

ohor- Unter- 

gl'lllld grund 



56-4 
43-6 



65-50 
34-50 



9-8 
0-056 



33 
29] 

1 600 



64 

3870 



Spur 
0-15 

Spur 
0-06 
1-82 
0-45 
0-48 
0-49 

ilO-63 



16-01 
69-91 

47 



108 75 
3950 12270 



0-01 
0-26 
Spur 
0-07 
1-76 
062 
0-58 
0-33 



0-11 
1-97 

0-50 
0-68 
0-32 

13-45 

■82-97 



19-11 

28-85 

52-91 

82 



1924 
282 

8 
120 



128 
11080 



0-12 
1-92 
0-74 
1-2(1 
0-27 

18-45 
■77-24 



16-41 

83-59 



1-35 

1-95 



18-19 14-45 
81-81 85-55 



M. Miiblhof 



Purkrabsky 



Obor- Untcr- 
grund ffrand 



63-50 
36-50 



15-00 
85-00 



Nadojo 
Moorbod 

( IIki i-_ 

grund 



40-07 
59-93 



62-04 
87-96 



0-93 
4-73 



6-30 6-601 5-66 
0-110 0-028 0-141 



61 

217 
1882 



29 

251 

1630 



161.0 
40 
19 

75 



1910 
47 
11 

57 



22 

112 

1346 



1 480 

86 

9 

43 



72-34 
27-66 



4-18 
0045 



19 

233 
1748 



78-44 
21-56 



4-13 

18-49 



22-62 

0-314 



43 
114 

1213 



M. Ncuhof 



Na vi'Skn 

Ober- Unter- 
grund grund 



43-91 

56-09 



81-16 

18-84 



2000 

54 

4 

81 



94 ! 68 
7820 7049 



0-15 
Spur 
0-09 
1-61 
0-48 
0-62 
0-75 

14-38 



25-97 | 

65 lI2I 

66 



0-06 
1-91 
0-50 
I -28 
0-40 

14-04 
81-19 



52 35 
6320 5267 



0-11 

Spur 
o-<>, 
1-48 
0-47 
0-62 
0-38 

12-21 

18-17 
60-21 



0-03 
2-00 
0-56 
0-85 
0-27 

10-85 
85-46 



1370 
60 

Spur 
88 



0-82 
4-14 



4-9(1 
0-174 



.",2 

27 

1301 



1360 
46 
29 

67 



32-00 
68-00 



69-90 
30-10 



5-45 
0-050 

20 
40 

1780 



.1840 
36 



67 



38 
10430 



0-40 
0-02 
0-04 
1-37 
0-52 
0-01 
0-10 

16-01 

25-90 
55-54 



69 



96 

2280 



013 

0-09 
1-36 
0-41 
0-39 
0-96 

9-43 

9-31 

78-14 



82 



62/ 



70 
4040 



Spur 

0-07 
1-80 
0-35 
0-80 
0-75 

11-74 
1 84-552 



3* 



36 

Die Verbindungen der llumussauren mit Kalk oxydieren an der Luft viel 
schneller als Humus fur sicli und desbalb sind kalkreiche Erden humuszehrend. 
Dor Untergrund dor Wittingauer Boden enthalt audi Eisenoxydul, mitunter Schwefel- 
cisen, welche unter der Mitwirkung des Kalkes in das unschadlidie Eisenoxyd 
umgewandelt werden. Aus dieser Eigenschaft, die thonigcn Partikeln der Eeinerde 
zu inkrustiercn, das Eisenoxydul und den Humus zu oxydieren, erklart sich aucU 
die giinstige Anwendung des Kalkes bei der Dungung uberbaupt. Mit der Kalk" 
armut steht in innigster Wcdiselbezichung die artenarme Flora der kalkarmen 
Gebiete, sowohl in Hinsicht auf die wildwachsenden wie audi auf die kultivirten 
Gewiichse. 



Lliiiln 



Wall 



Wraniii 



In 100 Gewichtstheilen ties Obergrundes sind: 



Skelet . 
Feinerde 



36-80 
63-20 



iOO'OO 



40-46 
59-54 



100-00 



53-77 
46-23 



26-44 
73-56 



100-00; IOO'OO 



In 100 Gewichtstheilen des Untergrundes sind: 



Skelet . 
Eeinerde 



47-32 

52-68 



100-00 



42-52 

57-48 



100-00 



60-20 
39-80 



100-00 



In 100 Gewichtstheilen der Feinerde des Obergrundes: 



Hygroskopiscbes Wasser 
Gebundenos Wasser . . 
Humus 

Gluhvcrlust 



1-16 

2-27 
1-82 



5-25 



1-92 
1-74 

a -si; 



Koblcnsauror Kalk . . 
Koblcnsaure Magnesia . 
Gesammt-Kalkerde . . 
Gesammt-Bittererde . . 
Gesammt-Phosphorsaure 

Sesquioxyde 

Aufgeschlossene Basen . 



Auf 1 Theil aufgeschloss. Basen entfallen: 



Gesammtsesquioxyde 

Absorption 



0-22 
Spur 

0-870 
0-820 
0-080 
13-40 
5-73 



2-3 
54 



6-52 



2-65 
4-51 
4-63 



11-79 



In 100 Gewichtstheilen Feinboden sind: 



10-30 

89-70 

Too^oo 



l.U 

4-35 
1-59 

Tol 



0-14 


0-13 


— 


Spur 


0-890 


5-540 


0-500 


0-280 


0-009 


0-077 


10-64 


L6-92 


3-65 


6-38 


2-9 


2-6 


36 


69 



o-io 

0^850 
0-370 
0-083 
14-46 
6-95 



2-0 
53 



Zusammensetzuiig dev Wittingauer Ackererdeu. 



In llH) Gew. b&neimn 
Helens sind enthalten : 

Hygroskopisches 
Waaser .... 

Gebundenes Wasser 

Humns 

Gliihverlust . . . 
Gegliihter Boden . 

In IM (Jew. wasser- u. humus- 
freien Bodens sind futhalten : 

Grober Quarz . . 
Feiner Quarz 

(Mikros) .... 
Kieselsaure .... 

Gesammtkieselsaure 

Basen 

Kohlensaurer Kalk 

Summa . . . 

Gesamnitquarz . . 

Silikatbas. u. Kiesel 

saure 

Thon (nach Schlo- 

si ng) 

Zeolithe 

Absorption . . . . 



0-42 
0-82 

0-42 



0-46 
1-42 
0-89 



0-51 
1-24 
0-75 



9 10 11 12 13 14 W 16 



0-68 
2-40 
0-87 



0-46 
1-44 
1-00 



1-23 
2-08 
2-14 



1-35 
1-99 
1-61 



0-92 
3-13 

0-74 



0-73 
1-43 
1-15 



0-77 
1-99 
1-52 



1-22 
2-34 
1- 



0-99 
2-27 
0-99 



1-29 
2-80 
1-01 



0-82 
3-20 
1-17 



0-80 
3-29 
0-76 



11 I 18 



1-05 
2-76 
1-33 



2'48 
2-89 
8-19 



19 |! 20 21 



1-29' 
3-40 

0-92 



1-15 2-32 
2'71 5-47 
1-52 1-11 



1-66 2-77 
98-34 97-23 



58-54 

29-06 
7-32 



43-91 

43-83 
5-53 



2'50 3-88 3-95 2'90 5"45 
57-50 96-12 96-05 97-10 9455 



39-45 

47-69 
6-28 



40-46 

36-24 
15-40 



29-26 

49-45 
12-26 



47-89 

32-06 
11-81 



53-77 

26-44 
11-32 



4-95 
95-05 



31-75 

53-16 
6-33 



4-79 
95-21 



12-08 

57-62 
19-70 



3-31 4- 
96-69 95- 



36-80 

38-08 
1503 



32-09 

40-20 
16-88 



524 
94-76 



20-18 



56-11 



4-25 
95'75 



24-52 



48-28 



5-10 5-19 
94-90 94-81 



11-76 16-61 



11-25 

62-24 
13-62 



26-44 

40-48 
20-87 



4'85 
95-15 



14-45 

56-64 
13-55 



5-14 13-56 
94-86 86-44 



21-50 

51-54 
12-82 



40-07 

33-29 
15- 



5-61 
94-39 



16-41 

46-06 
23-51 



5-38 8-90 
94-62 91-10 



14-47 13-13 

44-89 46-88 
25-69 21-46 



94-92 93-27 93"42 
5-02 6-66 6-49 
0-06' 0-07 0-00 



92-10 

7-82i 



90-97 91-76 
8-91 8-19. 



91-53 
8-40 ! 



91-24 89-40 89-91 
8-67 10-52: 9-95j| 



0-08;i 0-12' 0-06 0-06 0'09 0-08 0*14 



100-00 


100-00, 


87-60 


87-74 


1234 


12-19 


3-02 


3-63 


1-15 


1-28 


15 


18 



12-77 

4-12 
1-36 
18 



100-00 


100-00 


100-00 


100-00 


100-00 


76-70 


78-91, 


79-95 


80-21 


84-91 


23-22 


21-17 


20-00 


19-73 


15-00 


5-98 


9-39 


8-46 


8-69 


6-89 


2-16 


2-74 


2-99 


2-95 


3-08 


21 


33 


26 


32 


31 



10 ■ '.v 
69-70 

30-22 

11-14 

3.23 
43 



89-17 88-05 

10-74 11-83' 

0-09 0-12 



89-41 87-11 87-79 84-64 85'86 
10-51 12-69 12-14: 15-27 14-04 

0-08 0-20 0-07 0-09 O'lO 



89.32 85-98 85-05 81-47 

10-44 13-89 14-82 18-30 

0-24 0-13 0-13 0-23 



100-00 


100-00 


100 00 


100-00 


10000 


100-00 


100-00 


100-00 


100-00 : 


10000 


74-88 


72-29 


76-29 


72-80 73-49 


66-92 


71-09 


73-04 


73-36 


62-47 


24-98 


27-62 


23-59 


27-12 


26-37 


33-01 


28-82 


26-86 


26-40 


37-40 


10-68 


10-08 


9-24 


13-07 


14-16 


9-06 


14-03 


16-09 


11-09 


14-91 


3-62 


3-90 


4-09 


4-36 


5-04 


5-11 


5-41 


5-51 


6-25 


6-54 


34 


35 

1 


36 


49 


51 
1 


39 


57 


42 


41 


55 



100-00 

59-36 



10000 

60-01 



40-51 39-70 



18-43 
7-63 
58 



22'23 

10-06 

77 



1. M. Miihlhof, F. piskova. 2. M. Neuhof, F. na vrsku. 3. M. 
5. M. Berghof, F. u sv. Jilji ke dvoru. 6. M. D-vrorec, k sosni 



M. = Meierei, F. = Feld. Die Ackererden sind folgenden Feldern entnommen: 

Bergbof, F. za Kulovou zahradou k svetu. 4. M. Lhotta, F. MistroYy 2. 
pod smetanou. 7. M. Wall, F. pod kfedle. 8. M. Dehetnik, F. dlouhy u feky. 9. M. Muhlhof, F. Doubl. Altere Neubriiche bei Kusovy. 10. M. 
Schwammberg, F. Kracata nad cestou. 11. M. Dworec, F. za ovcinem V. 12. M. Schalauu, F. u splavu malem. 13. M. Berghof, F. u doubi. 
Neben dem Hopfengarten. 14. M. Xeuhof, F. Velky kus. 15. M. Wranin, F. u lisy vedle cesty. 16. M. Muhlhof, F. Purkrabsky. 17. M. 
Berghof, F. Clrkviom k spoli. 18. M. Xadeje, F. Pfi krazi skutku. Moorhoden. 19. M. Dworec, F. u stare silnice. 20. M. Dworec. Ein- 
gezogene Pachtfelder an der Budweiser Strasse. 21. M. Berghof, F. Velka bejkovnice. 



38 



Auffallend ist in dem untersuchten Felde des Meierhofes Lhotta die Phos- 
phorsaurearmut , bei dem von Wall der Humnsreichthum , bei dem Felde von 
Wranln der geringe Humusgehalt An Phosphors&ure ist kerne witersuchte Ackererde 
retch. Die Menge aufgeschlossener Basen liegt zwischen 4 — 6%, das Verhaltniss 
zwischen den aufgeschlossenen und der Gesammtmenge an Sesquioxyden ist ein 
ziemlich constantes, zwischen 1 : 2*0 — 1 :' 2'3— 1 : 2*6— 1*2 : 9 vorlaufendes und ist 
wie 1 : 25 im Mittel mehrerer Analysen. Vor sechszehn Jahren boniitzte man den 
Zablater Teichschlamm als Dung- und Compostmaterial in der Meinung, dass der- 
selbe an Kalk und Phosphorsaure reich sei. Die chemische Untersuchung dieses 
Schlammes ergab, dass derselbe ebenso kalkarm sei, wie die Erdcn jener Folder, 
zu deren Verbesserung or beniitzt wurde. Der Zablater Teichschlamm enthalt 
nftmlich nur 0'053°/ Kalkerde und 097% in conccntrirter Salzsaure loslicher 
Magnesia, dagegen bis zu cinem halben Procent des trockenou Schlammes Stick- 
stoff und etwa 7,,,% Phosphorsaure. Chemisch tragt er also durch seinen Stickstoff, 
physikalisch durch seinen Thonerdereichthum zur Verbesserung namentlich von 
Sandboden bei, kann ein gutes Compostmaterial abgeben, aber an Kalk wird er 
den Boden niemals bereichein. 

Rucksichtlich des Phosphorsaurogehaltcs gehoren die untersuchten Wittin- 
gauer Erdcn sowohl beziiglich der zuganglichen, wie der gebundenen Phosphor- 
saure zu den phosphorsaurcarmen Boden des herrschafttichen GrossgrundbesitzeS, 
audi sind sie an zuganglichem Kali nicht reich, obwohl sie dem Gesammtkaligehalt 
nach zu den kalireichen Erden gehoren. Der grosste Theil dieses Alkali ist in 
feldspathigen, schwor loslichen Verbindungen zugegen derm beziiglich des zu- 
ganglichen und des leichter verwitterbaren, in unseren Analysen als „gebundenes" 
Kali bezeichneten Antheils konnen diese Boden nicht eimnal als beinahe kalireiche 
Erden geschatzt werden, und es konnen gleichzeitig zwci Wege beniitzt werden, 
den losliclicn Kaligehalt des Bodens zu erhohen. Sorgfftltige Bodenbearbeitung , 
rcchtzeitige oftere Kalkung, wodurch die Eeldspathe zerlegt werden, sind im Stande, 
den gebundenen Kaliantheil flussig zu maclien, wiibrend guter Stalldiinger, Osmose- 
diinger, Kainit und Holzasche eiuen entsprechenden Ersatz fur das in den Ernten 
entzogene Kali abgeben, rationell angewendet, direkt und indirckteineKalierschopfung 
in der Ackerkrume verliindorn werden. 

Die vorhergehende Zusainmenstellung giebt die in den rohen, wasserfreien 
Erden enthaltenen Mengcn von Quarz, Kieselsaure, zeolithischen Basen, von zu- 
ganglichem Kalk und den gesammten Basen der mit Musssiiure aufgeschlossenen 
Boden, den Thongehalt und die Stickstoffabsorptionen in Zahlen nach Knopp's Be- 
rechnung, in den Obergriindcn der Erden aller Meiereien der Herrschaft an und 
die grossartigen Differenzen, welche die genannteu Bodenbestandtheile in dieseu 
Feldfluren gleicher geognostischer Abstammung zeigcn. Das zweite sUdbohmische 
Tertiarbecken breitet sich zwischen Frauenberg und Budweis aus von dem Wittin- 
gauer Becken nur durch ein niedriges Mittclgebirge geschieden. Das Flotzgebilde 
in dem Frauenberger Boden besteht ebenfalls aus denselben Abhigerungen, wie das 
Wittingauer und ist wohl aus cinem zusammenhangenden Binnensee abgelagert 
worden. Auch bier wechseln Schichten von Sand, Lehm und Thon bis zum 
Letten, graue und bunte mitnnter eisem-eiche aber auch sehr feuerbestandige, iin 



39 



Wkalischen Erden (iberaus arme Thone, die wenig organische Uberreste enthalten 
" IH| an vielen Stellen Thoneisensteine einschliessen. 

Es kGnnten noch mehrere Analysen verschiedener Ackerboden von Frauen- 



ler 9 angeflihrt werdon 



als Beweis der gleichen Abstammung und Beschaffenheit 



dieses Terti&rlagers mit deni Wittingauer Neogen, wo audi ausgiebiges und gutes 
^material fflr Thonwaarenfabrikate gewonnen wird, dieselben sollcn jedocli einer 
s Pilteren Publication vorbehalten bloiben. Aus der folgenden Zusammenstcllung 
er gibt sich auch die Phosphorsdurebediirftigkeit der Ackererden des siidbohmischen 
Tertiargobietes. 

Phosphorsfiuregehalte bohm. Ackererden, ausgedrttckt in Procenten 

des rohen Bodens: 

111 loo (Jew. lufttrock. Untergrttnde nachbenannter Bflden oder Gesteine sind enthalten an in 
cone, heisser Salpeterailure loslicher Gosammtphosphorsiiure. 



Wittingauer Tertiarboden 



Phosphor- 

sSure 



Wittingauer Tertiarboden 



Phosphor- 

siiiiro 



J- Lhotta. Fold Mistrovy . 
M. Berghof (za Kulovou zahradou 

k svetu) 

*[• Nadeje (pfi krazi skutku) . 
v j- Schalaun (u splavu malem) 
J- Neuhof (na vrfiku) .... 
M-- Dwdrec (k sosni pod smetanou) 
\ Miihlhof. Doubt, alterc Neu- 

wiicho 

}}■ w all (pod kfedle) .... 
M. Berghof (u doubl) Neben 

Hopfeng 

J}' Miiblliof (Purkrabsky) . . 
xvl - Scliwannnberg (Kracata nad 

cestou) 



O-OOl 

0-023 
0-023 
0-028 
0-030 
0-031 

0031 
0-036 

0-048 
0-049 

0-051 



M. B-woroc (u stare" silnice) 
M. Dworec (anBudweiser Strasse) 
M. Wranfn (u Ksy vedlc cesty) 
M. Debetnlk (dlouhy u feky) . 
M. Neuhof (velky kus) . . . . 
M. Schwammberg (u baby Nro. 1) 
M. Berghof (u sw. Jiljl ke dvoru) 
M. Berghof (velka bejkovnice) 
M. Wondrov (Frauenberg) Ter 

tiar 

Grenzwerthe von O023°/ bis 

0-111% Phosphors. 
Mittel: 0-0503 



Untersuclit: L. Konrimsky. 



0-053 
0-060 
0-061 
0-074 
0-076 
0-080 
0-090 
0-111 

0-050 



SMbOlimische Urgebirgsboden. 

Das Urgebirge erreicht seine mftchtigste Entwickelung in Bohmen in seiner 
Sll( lliclion Hftlfte, ein ausgedehntes, flachgewolbtes, von Thalera unregelmlissig durcli- 
S( *nittcnes Hochland bildend, welches slldlich vom Granulit durchbrochen, westlich 
J nd ostlich von Granit umschlossen ist und grosstentheils aus grauem Gneis besteht, 
™* an wenigen Punkten Hornblendeschiefer, Gliminerschiefer, kornigen Kalkstein 
Ulld rothen Gneis einschliesst. 

Dor in Siidbohmen verherrschende graue Gneis liefert durch Verwitterung 
J*e thonreiche Bodendecke, welche gflnstige Vorbedingungen der Land- und Wald- 
^hschaft bietet. Ob wold ahnlich zusammengesetzt wie Granit, gibt der Gneis gut 






40 



verwittert, meist kulturfiihigeren Boden wie der Granit, weil or geschichtct ist, 
das Wasser besser zuriickhiilt , wio der massige Granit, Granulit Oder gar dor 
massigc, meist sehr zerklliftete Porphyr. 

Alle krystallinischen Gesteine zeigen abcr cine Unzahl von Ubergangen in 
der Struktur und Zusammensetzung und treten als Aggregate ausserst wecbselndw' 
Mineralindividueii auf, welche mebr oder weniger leicbt verwittern und deshalb 
verwittert derjenige Gnois am schnellsten, welcher reich an Glimmer und Feldspath 
ist. Zuerst zerfij-llt das Gestein in Grus und licfert allmahlich einen feinkornigen 
sandigen Lehm, der bei fortschreitender Verwitterung in einen Tbonboden von be- 
deutendem wasserfassenden Vcrmogen iibergeht. Ein soldier Boden ist in einem 
heissen trockenen Klima schatzenswert, wahrend er in einem kalten feucbtcn Klimft 
einen geringeren Wert besitzt. 

Der Gneisboden zeichnet sicb bekanntlich durch einen holien Kieselsiiure- 
gehalt aus. Seine Machtigkeit wcchsclt sehr. Der Gehalt an Feinerde schwankt von 
30 — 50°/ in abfallenden Lagen, wo der Feinerdegehalt nach der Tiefe zu stets 
zunimmt, wechselt derselbe in den aufgelagerten erdigen Verwitterungsprodukten 
von 50—80%. Der graue Gneis verwittert leicbter wio der rothe Gneis. BedeU* 
tungsvoll fur die siidbohmische Landwirtbschaft ist audi die konstatirte Gliederung 
der bohmischen Gneisformation in eine altere an Silikaten reiche Abtheilung und 
in eine den Amphibolschiefer und Kalk fuhrende jirngere Abtheilung. Der kalk" 
fiihrende Gneis liegt im siidlichen und sudostlichen Bohmen inselformig auf deffl 
alteren kalklosen Gneis und es erkliirt sich daraus, wie benachbartc, der aussereB 
Beschaffenheit nach ahnliche Gneisboden doch einen sehr verschiedencn landwirt- 
schaftlichen Wort haben konnen*). Bei den Gneisen des Erzgebirges hat man 
iibrigens wenn nicht die gleichen, so doch ahnliche Beobaclitungen geinacht. Die 
Gesteine des Urgebirges sind in Betreff ihrer Reichhaltigkeit an Phosphatcn bis 
jetzt wenig untersucht worden. Als das einzige in denselbcn vorkommende Phospb a ' ; 
kennt man den Apatit und dessen feinkornige und erdigc Varietat, den Phosphorit. 
Analyse eines grauen Gneises, dessen Verwitterungsproductes und des zu Feinerde 
zerfallenen Bodens aus der Umgebung von Netolitz. 

I. Gneis II. Sandiges Vcrwittergsprodct Feinerde 

Gliihverlust . . 2-269 6-365 6-361 

Kicselsiiure . . 62-710 45-262 6P775 

Thonerde . . . 14-680 19-440 15-240 

Eisenoxydul . . 6-500 Eisenoxyd 13-271 Eisenoxyduloxyd 8-245 

Kalk 2-357 3-830 1-569 

Magnesia . ■ . 5-290 7-914 D722 

Kali 4-456 3125 . 4-425 

Natron .... 2-269 0-330 0-350 

Phosphorsiiu re . 0456 . . . . . 0-530 . Q-313 

100-987 .... 100-067 ...... . 100-000 

Merkwiirdig reich waren die untcrsuchten Gcsteinsproben an Phosphors&ui' 6 
0-45 — 0-53 °/o, wahrend der Phosphorsiiuregehalt einer grosscn Zahl von Erden 



*) Nacli Kicju - Komers Jahrbuch l8(ii). 






■~^\»w<rv!!ri^ 



HHHHHHHH1HHMHMB 



41 



derselben Formation die Zahl 0-31 . % nur ausnahmsweise erreicht. Gewohnlich 
Uegen die Phosphorsauremengen der Gneisc selbst zwisohen 0-1— 0-5%. 

Der Einfluss der Athmosphiirilien aussert sicli doppelt, mechaniscli und 
chemisch und wirkt so vorbereitend fllr die nachfolgende Zerlegung der Silicate, 
seiche, die schwerloslichen nicht ausgenommen, erst durch das Kohlensaure fiihrende 
Wasser zersetzt werden. 

Wabrcnd der Verwittenmg wird zuniichst der Glimmer angcgriffen , das 
Eisenoxydul oxydirt und in Eisenoxydhydrat umgewandelt, das Natron und die 
Kieselsaure aber am starksten gelost und ausgewaschen, dagegen vermindert sich 
ni cht das Kali, vermchrt sich relativ die Phosphorsiiure und die Magnesia. 1st der 
Glimmer durch das ganze Gcstein vertheilt, so nimmt dieses eine tiefbraunrothe 
F arhe an vorausgesetzt, dass die Zersetzung unter reichlichem Zutritt von Sauer- 
stoff vor sicli ging. Spater wie der Glimmer zersetzt sich der Natronfeldspath, 
;y °bei Kieselsiiure, Natron, Kalkerde ausgewascben, dagegen Magnesia, Eisenoxydul 
una Wasser aufgenommen werden. 

Zum Vergleich rnoge eine Analyse des rothen Gneises und seines Ver- 
witterungsproduktes aus Nordbbhmen und zwar aus dem Steinbruche von Libochovan 
a n der Elbe mitgetheilt werden, der ein schwer verwitternder, zum Pflastern des 
Tl 'ippelweges langs der Elbe beniitzter, sehr barter Stein ist, das Felsenthor des 
fusses gegcn Libochovan bildet, an beiden Ufern steil emporragt, und der Gegend 
eil *en ungemein malerischen Eeiz verleiht. 

Nicht leicht findet man grossere Differenzen in den einzelnen Bostandtbeilen 
Ve i'schiedener Gneise, als wie zwischen dcm rothen Elbegneis und dem grauen siid- 
b °hmischen (Netolitzer) Gneise, wie sich aus der Nebeneinanderstellung mchrcrer 
"Cstandtheile derselben deutlich ergibt. 

I. Rother Gneis: II. Grauer Gneis : 

Kieselsiiure 7745 03-00 

Kalk Spur ^35 

Eisenoxydul 2-70 6-50 

Phosphorsiiure 0-25 . . . • • 0*45 

Sauerstoffquotieut . . . . 0*20 0'33 

Analyse eines rothen Gneises und einer Gneiserde aus dem Steinbruche von 

Libochovan. 
I. Stein: K Gneiserde: 

Kieselsiiure .... 77-15 Kieselsiiure .... 61-75 

Thonerde 12-56 Thonerde I-)' 55 

Eisenoxydul .... 2-70 Eisenoxyd .... 

Kalk Spur Kalk 

Magnesia 015 Magnesia .... 

Kali 4-91 Kali 

Natron 2-61 Natron . . 

Phosphorsiiure . . . 0-25 Phosphorsaure . . 
Kohlensaure .... — Kohlensaure . . . 
Gliihverlust .... — Gliihverlust . . . 



0-72 
0-79 
1-95 
1-30 
0-26 



100-33 



6-05 

99-97 



42 

Wir beschftftigen uns ira folgenden nur mit den GneisbSden von Netolitz 
unci stellen die Untersuchungsresultate charakteristischer Ackererdoproben dieser 
Formation ubersichtlich nacli Meiereien zusammen. 

Bei der Bestimmung des Bodenwertes haben wir unser Augenmerk haupt- 
saehlich mit auf die Tiefe der Ackerkrmne zu richten. Die zur Untersuchung ver- 
wendeten Boden ontstammen zweien Bodenschichten, dem „Obergrund", der vom 
Pfluge durchfurchten Schichte, und dem „Untevgrund", der bis"zu 1 Meter Tiefe 
reichcndei), unter der Ackerkrume liegenden Erdschichte, von deren Beschaffenheit 
die Giite und Leistungsfahigkeit der Ackerkrume mit abh&ngt. 

Die Unterscheidung dieser Schichten lasst sick leicht nacli der ointretendon Far- 
benveriindcrung und physikalischen Beschaffenheit des Bodens erkennen. Die Auf- 
nahme des Bodens erfolgte filr den vorliegenden Zweck in durchschnittlichcn Erd- 
proben, indem man auf dem Felde der Liinge und der Breite nach in gewisson Zwischen- 
raumen Einzelnproben aushob, diesc sorgfiiltig mit einander mengte und schliesslicli 
der ganzen Erdmasse ein passendes Quantum zum Zwecke der Untorsucbung entnalnn. 
Uber die wechselnde pbysikalische Bcscbaffenbcit des Fcldes muss man 
sich ausserdem durcb genauo Besichtigung und Priifung der Scbicbten mit dem 
Erdbohrer unterricbten. Die meclianisclie Bodenanalyse orspart ncbenlier nicht die 
genaue praktische Beobachtung des Bodcus zu verscbiedenen Jabreszeiten, unter 
dem Einfluss verschiedener Wittcrung namentlich audi wabrend der Bearbeitung. 
Die praktische Beurtbeilung der stolfliclien Zusammcnsetzung von Grund 
und Boden wird aber wesentlicb erleichtcrt und gefoi'dert (lurch die Kenntniss der 
geologischcn Verbaltnisse des grosseren natiirlichen Terrains, zu dem das zu unter- 
suchende Gebiet gehort. Bei der Untersuchung des Untergrundcs hat man aber 
audi ganz besonders darauf zu achten, ob er eine gleicliformige Mischung babe, 
da niclits nachtbeiliger auf die tiefwurzelnden Gcwiichsc wirkt, als wenn derselbe 
alternirende Schichten von Thon, Mergel oder Sand entbalt. Die grobsandigen Be- 
standtheile der untersuchten Ackerboden' der Herrschaft Netolitz, die sogenanntcn 
„Skelete", bestehen vorwiegend aus grauem Quarz, weissem Beldspath und einem 
tombackbraunen, sehr eisenreichen Kaliglimmer. Als besonders wertvoller Bestand- 
theil des Skeletes dieser Ackererden tritt ein Orthoklas auf, wclcher unter dem 
Einfluss der Atmosphlirilien in cinen Thon- und kalireicben Boden iibergeht unter 
Abscbeidung von Kieselsaure und Kalk, unter theilweiser Abgabe von Kali unci Natron 
und bei gleichzeitiger Wasser-, Magnesia-, und Eisenoxydulaufnahme eine stiirkero 
Verwitterungsrinde an der Gesteinsoberflache bildot. Dieser Feldspath entbalt 6G"/ 
Kieselerde und bis 10% Kali, wahrend der brauno Glimmer in den Boden ihiv 
Meiereien Peterhof, Zitna etc. folgende Zusammensetzung besitzt: 

Wasser 8 -95 

Kieselsaure 39 - 50 

Thonerde 12-25 

Eisenoxyduloxyd . . 32'66 

Kali 5-92 

Natron 0-72 

Dieser zweite wertvolle Bestandtheil des Skeletes und der Feinerde ver- 
wittert in der Art, dass er zuerst Sauorstoff aufniinmt, wodurcb. das Eisen in Eisen- 



t 



' " * -~.f ,.,». 



43 



ox yd iibcrgelit und dadurch aus seiner bisherigen Verbindung mit den iibrigen Be- 
standtheilen gelockert wird. Das Kalisilikat wandelt das Kohlensiiurewasser um und 
wascht es theilweise aus, wahrend die freiwerdende Kieselsiiure sich in gallertar- 
"ger Form ausscheidet. 

Der dritte Bestandtheil dieser Skelete, der Quarz, findet sich audi nocli 
iiii feinstzertheilten Zustande wie der Glimmer, als zartes mit Thontheilchen um- 
lulltes Pulver in der Feinerde und erreicht nacli den folgenden analytischen Be- 
Summungen 21—47% der Feinerde, so dass der Gesammtquarz in den untersuchten 
u, 'gebirgsb<)den 40— 60°/ des natiirlichen Ackerbodens ausmacht. 

Mit wenigen Ausnahmen besitzt die Meierei Petrhof die thonrcichsten Boden 

' °i' Herrschaft Netolitz. Die Felder bedecken melirseitig eanft abfallcndes, wellen- 

wmigos Terrain, sind durcli Ab- und Verschweminung des verwitterten krystalli- 

ischen Gesteins in den Einsenkungen und Thalmulden entstanden und durch einen 

gvoBsen Thongehalt charakterisirt. 



IMiysikalisch-inineralogisclic Analyse.*) 



■In 100 Gewichtstheilen sind enthalten 



g fM 



1 h 



•>M 



S. in 



n, bestehend aus I Htoinclien 

,,Kei ot, Quarz, Orthoklas Grobsand 
- " Kaliglimmer \ Feinsand 



Resultat der mechanischen Analyse. Obergrund: 



3-44 
8'90 

12-50 



10-41 
10-39 
10-95 



5-34 

8-53 

11-84 



5-50 
14-70 
12-71 



3-00 
11-17 

12-48 



8-68 
14-84 
15-68 



13-23 
13-04 
11-16 



^ c »^ des Skeletes 
menge dor Feinerde 



24*90 31-75 

75-10 I 08-25 



25-71 
74-21) 



82-97 

07-03 



27-25 89-15 
72-75 00-85 



Quarz 

^gldspath 'nn'd Glim 

s ^l»mmr11ckstand . 



Resultat der Schlammanalyse (In 100 Gew. der Feinerde). 



J^n gclilainmtc thonigc Substanz 

Hjgroskopisehea Wasser .... 

«ebnndenes Wasser 

gjjmusstoffe . 



luhverlust 9-91 



2501 
2634 



30-80 
25-00 



51-38 
48-02 



01-92 
38-08 



3-75 
4-32 
1-84 



3-20 
3-79 
2-13 



30-44 
25-30 



55-80 
44-20 



2-70 
3-74 
2-OG 



28-78 
21-34 



50-12 
49-88 



2-07 
3-76 
1-71 



22-14 

20-00 



48-20 
51-80 



2-90 
3-47 
1-48 



31-82 
33-10 



04-98 
35-02 



2-87 
4-31 
2-13 



37-43 
02-57 



27-40 
22-09 



50-09 
49-91 



2-02 
4-03 
1-89 



9-12 



8-50 



8-14 



7-85 



9-31 



Im Untergrund: 



bestehend aus f Stei 

°lffHCt, OnBT-JI Ort.linlrliis ) CtVO 



Steinohen 
Quarz, Orthoklas ! Grobsand . 
ii. I'hscnglimmor [ Feinsand . 



* le nge dos Skeletes 
«ienge der Feinerde 



2-23 

7-80 

12-03 


1-44 
3-62 

5-20 


2-51 
10-50 
13-11 


3-18 
13-79 
1117 


4-56 
16-36 
14-04 


9-41 
9-37 

1 3-47 


1 22*12 
[ 77-88 

! 


10-32 

89-08 


20-21 
73-79 


28-14 
71-86 


34-96 
66-04 


32-25 
67-75 



Quarz 

Zeldspath und 'Glimmer 



In 100 Gewichtstheilen der Feinerde. 



I^lftmmrtlekstand . . . . . . 

•-ogesehlammte thonige Substanz 



34-72 
26-75 



22-78 
55-62 



29-06 

48-72 



25-56 
43-89 



29-94 
39-25 



39-78 I 
28-12 



9-14 



14-10 
13-41 
12-26 



39'77 
00-22 



29-35 
40-45 



6 1 -47 
38-53 



78-40 
21-60 



77-78 
22-22 



09-15 
30-55 



09-19 
30-81 



0790 69-80 
32-10 30-20 



luhverlust 



In 100 Gewichtstheilen der Feinerde. 

. II 8-78 | 9-94 I 8-00 



8-81 | 7-73 I 8-83 I 8'10 



) Von Koufimsky ausgefuhrt. 


















: 



-••*t_5-..--t 






44 



Diese Ablagerungen verdienen die vollste Beachtung der Landwirtlie, wcil 
sie sowohl die Drainage, wic die Tiefcultur and andere Bodenmeliorationen reichlich 
zu verzinsen versprechen. Selten ist dagegen der Boden da tiefgrlindig, wo er als 
Produkt des Zerfalles auf dein Muttergestein aufliegt und sich mehr fur die Forst- 
cultur eignet wegen seines grossen Gehaltes an mineralischen Pflanzennahrstoffen. 

Chemische Bodenanalyse von Feldern bei Peterhof. 



In 100 Gew. Feinboilon 



a &o 
a & 



o 



r^ 



O 



a 

03 

>r/2 



p 

p 



Obergrund. 

Kalkkarbonat 

Talkkarbonat 

Summe der Earbonate . . 
Phosphorsaure 

In 100 Gewichtstheilen des 
Feinbotlens. 

Aufgeschlossene Basen . . 
Zeolithische Eieselsaure . . 
Absorption 

Untergrund : 

Phosphorsaure 

Eieselsaure 

Eisenoxyde u. Thonerde . 

Ealk 

Magnesia 

Kali 

Natron 

Analytischer Verlust . . . 
Summa . . . 

Aufgeschlossene Basen . . 

Summa der Monoxyde . . 



0'40 
016 



013 



13-05 



013 
66-62 
26 61 

1-73 

1-78 
2-30 
0-45 
0-38 



100-00 

15-21 

6-26 



0-40 
013 



0-53 

0-17 



14-78 
12-7(5 

80 



0-14 
64-89 

28-88 
1-02 
113 

3-94 



0-37 
01 



017 
0-16 



0-46 
Oil 



0-57 
014 



15-68 
12-03 



0-12 

69-04 

24-43 

0-98 

1-57 

3-86 



100-00 

15-08 
6-09 



100-00 

13-18 
6-41 



13-48 
9-75 



0-10 
65-04 
25-49 

1-81 

2-62 

4-94 



0-35 
0-09 



1 I 

0-14 



0-41 
Oil 



16-38 
11-89 

8(5 



0-14 
64-67 
25-35 
2-13 
3-64 
2-42 
0-68 
0-97 



100-00 

17-64 

9-37 



100-00 
18-91 

8-87 



0-52 
0-13 



21-55 

15-00 

94 



0-16 
63-36 
27-39 

2-21 

3-07 
2-30 
1-15 

0-36 



100-00 
18-35 

8-73 



0-26 

0-08 



0-34 
00 1 



14-00 

11-46 

68 



Der Boden der meisten Felder dieses Meierhofes ist oberflachlich gclbgrau 
bis braungrau, im Untcrgrunde gelb bis rothbraun gefarbt, enthalt, wio die Analysen 
zeigen, 60— 75°/ Feinerde, welchc zur Hiilfte aus feinthoniger Substanz mit bis zu 
25% aus Quarz, im Ubrigen aus feinem Feldspatbpulvor und Glimmer besteht. Die 
(Jliiliverluste der untersuchten Ackcrerden weichen wenig von einander ab. Am 
starksten gedungt oder am bumusreichsten sind zur Zeit das Grossstiick, die Slony- 
und Dubowecfclder. Der Boden des letztgenannten Feldes erscheint am wenigsten 
aufgeschlossen, wie sich aus der vergleichenden Betrachtnng der Carbonate, der auf- 



45 

S e schlossenen Basen und der Absorptionskoeffizienten ergibt, auch enthalt er die ge- 
ri ngste Menge Feinerde. 

Vergleicht man die Obergriinde mit don Untergriinden derselben Felder, 
S( > Wechselt der Feinerdegebalt derselben unwesentlich, iu hobem Grade nur bei 
dem Grosssttickfeld, welches wegen seiner Ausdelmung und gencigten Lage in seiner 
Beschaffenheit uberhaupt ungleich ist. Im Obergrund kommen 68, im Untergrund 
bis 89°/ Feinerdemengen vor. Im Obergrund sammtlicher Felder dieser grossen 
Meierei ist aber die Zersetzung des Bodens derart fortgeschritten, dass die tbonige 
Substanz in ihm von 85—51% reicht, in den Untergriinden dagegen sich nur 
von 21— 38°/ anhauft, wiibrend in beiden genannten Bodenschichten die Quarz- 
menge nicbt wesentlich, die Feldsp-atb und Glimmermenge dagegen betriichtlich, iin 
Obergrund von 21 bis 33%, im Untergrund von 27—55% der Feinerde differirt. 

Die Verbesserung des physikalischen Zustandes des von Natur avis bin- 
digen Bodens wird selbstverstiindlich mit alien biezu dienlichen und vorhandenen 
Mittcln angestrebt. Drainage, mehrjahrige Beniitzung des B,othkIcegemengs in der 
* r uchtfolge. strohiger Stalldiinger, Kalk und Koblenascbe sind bei diesen Boden 
"nentbehrliche Hilfsmittel der Bodcncultur. 

Die Unsicherheit des Klimas bedingt jedocb die moglichste Mannigfaltigkcit 
111 der Production. Als Ilackfrucbt dicnt durcb den Betrieb einer Zuckerfabrik in 
ii'otivln bedingt, die Zuckerrube, deren Anbau immer intensiver betrieben wird. 
__ e tiefere und sorgfaltigere Bodenbearbeitung, welche dieser Fabriksptlanze gegen- 
wartig gewidmet wird, kommt aber auch dem Gedeihen der tibrigen Culturpflanzen 
z « (Jute. 

Fur die erreichte bedeutende Culturstufe sprechen die erheblichen Durch- 
^hnittsertriige der einzolnen Foldfruchtc. Als Durchschnittsertrage werden fur die 
Jetrachtete Domaine pr ha 23-5 hi Weizen, 24 U Boggen, 30 hi Gerste, 37 hi 
Hafer gerechnet. 

Wie die chemische Analyse lehrt und wie aus der mineralogischen Zu- 
Sammensetzung des Bodens im Vorhinein geschlosscn werden konnte, zeichnen sich 
| li(! betrachteten Biklen durch einen ungewolmlichen Reichtlmm an Kali, dagegen 
°er auch stellenweise durch Armut an kohlensaurem Kalk aus. 

In den Bodenproben von sechs Feldern schwankt die an Kohlensiiure und 

Jl »nussaure gebundene Kalkmenge gering, von 0'44— 0"56% und ffillt nur beim 

^°den des Dubovecfeldes auf 0-34% kohlensauren Kalkes wahrend die kohlensaure 

Magnesia von 016% bis auf 0-08% sinkt undwiederbei dem letztgenannten Falle 

das Minimum erreicht. 

Betrachtlick sind die aufgeschlossenen Kalimengen. Die 1 Sfiden geben 0-62—0-84% 
5 il, i an verdiimito kochende Salzsaure ab und die in derselben Siiurc loslichen 
Bas en erreichen 18—19% des Feinerdegewichtes. Der salzsaure Auszug ist reich 
1111 Kisenoxyd. 

Die landwirthschaftlich so wertvolle Phosphorsaure findet sich in diesen 
, ,l(! " in nicbt unbedeutenden Mengen. Mit Ausnahme des phosphorsaurearmen 
^bovecfeldes, welches nur 0-04% enthalt, schwankt die Phosphorsauremenge in 
den Boden der sechs anderen Felder im Obergrunde von 0-13%— 0' 17% also nur 



46 



unwesentlich. Desgleichen im Untergrund von 0'10°/ — 0'16°/ . Derselbe ist in der 
Kegel um wenige hundertstel Proccnte [inner an diesem wertvollen Bestandtheil als 
der Obergrund. 

Im Mittel dieser dreizehn Bestimmungen betr&gt cr 0*145% Phosphorsaure 
des wasserfreien Bodens oder Feinbodens, enthiilt also nicht mehr von ihr als cin 
nachhaltig fruchtbaror Boden cnthaltcn soil. Nur das Dubovecfcld wiirdo sich gegen 
Phosphorsauredttngungen sehr dankbar verhalten, weil es von alien Pflanzennahr- 
stoffen diese Sfture im Minimum enthiilt. 

Die Peterhofor Boden enthalten innerhalb enger Grenzen sich bewegende, 
zwischen 25—29% liegende Sesquioxydquantitaten (Eisenoxyd und Thonerde) unci 
konnen daher durch fortsclireitende Verwitterung in sehr thonreiclie Ablagerungen 
ubergehen. Die Gesammtkalimenge dieser Feinboden betr&gt 2—3%. 

Uber 30% des gesammten Kalis sind im loslichen Zustande vorhandeB 
oder konnen wenigstens in denselben durch Verwitterung in kiirzester Zeit uber- 
gehen. Beinahe in ebenso grossen Mengen wie das Kali und in denselben Grenzen 
schwankend, trifft man in diesen Boden den Gesammtkalk und die Gesammtmagnesia 
an, so dass wir uns einen idcalen mittleren Wert fur den Reichthum der Boden 
dieses Meierhofes folgendermassen bilden konnen. 



Phosphorsaure 
Kali .... 
Kalk .... 
Talk .... 
Absorption . 



Gesammtprocente : 
. . . 0-14 . . . . 

. . . 2-50 . . . . 
. . . 2-00 . . . . 
. . . 2-50 . . . 



Losliche Procente : 
. . . . 0-10 
. . . . 0-70 
. . . . 50 
. . . . 0*10 



. 80 



Die Absorptionsgrossen schwanken in Knop'schen Werten ausgedrttckt, 

zwischen 68—94%, der Mittel wert strcift an hohe Absorptionszahlen. Es sind 

Boden von starker Absorptionskraft, und wie es seltener vorzukommen pflegt, fast 
gleich reich an Kali, Kalk und Talk (Magnesia). 

Audi die losliche Kalk- und Talkmenge reicht erfahrungsmiissig aus die 
gcwohnlichen Culturpflanzen mit Talk und Kalk zu versorgen. Wiirde sich das 
Verhaltniss zwischen kohlensaurem Kalk und Talk umkehren, so wiirde der Boden 
minder fruchtbar sein. Wenn diese B6den auch die hochgriidigc Kalkarmut der 
Tertiiirablagerungen des frtther untersuchten Budwoiser und Wittingauer Bodens 
nicht theilen, so wird doch auch fiir diese Thonboden eino oftere Kalkung von 
grossem Wert sein und der vortheilhafte Einfluss derselben sich vorziiglich in 
seiner Wirkung auf den Humus, den Thon und die Silikate aussern. Der Kalk 
wirkt in alien diesen Boden in dreifaclier Woise, indem er die ungunstige physi- 
kalischo Beschaffenheit des Bodens verbessert, den schwerloslichen Niihrstoffvorrath 
der Feinerde aufschliesst und den Nahrstoffbcstand desselben erganzt. 

Ein Thonboden, der grossere Mengen kohlensauren Kalkes enthalt, zeig* 
bei einem grfisseren Thongehalt einen viol geringeren Grad der Elastizitat als der 
an kohlensaurem Kalk sehr arme, aber im Thongehalt armere Thonboden. Sand- 
biiden mit 1—2% Kalkcarbonat konnen schon als sehr kalkreich geltcn, wahrend 



47 

'' n ' Thonboden erst bei einem doppelt so liolion Kalkgehalt diese Bezeichnung ver- 
dienen wird. Unter Umstanden ist freilich die Kalkung des Bodens mit erheblicben 
Kosten verbunden. Stehen aber, wie es gegenwartig der Fall ist, der Landwirthschaft 
c 'ie Saturationskalkabfalle der Zuckerfabrik zur Verfiigung, so konnen die Riiben- 
fohren als Etickfracbt verfutterbare Abfalle und Saturationskalk laden und die 
Kalkungen der bindigsten Felder rentabel werden. 

Die Menge des Kalkes, welcbe man auf ein bestimmtes Grundstiick auf- 
zubringen hat, kann ja nacb Umstanden sebr verschieden sein. Hierin muss der 
Pi'aktische Versuch und die Erfahrung entscbeiden. 

Den zeolithartigen Bestandtheilen verdankt der Ackerboden die Fahigkeit, 
Pflanzenniihrstoffe in eigenthumliche Verbindungszustande zu bringen, aus welchen 
® le nicht ausgewascben und von den Pflanzenwurzeln leicbt aufgenommen werden 
konnen. Es fallen daher diesen Stoffen wichtige vermittelnde Functionen bei der Er- 
na hrung der Pflanzen zu, sie sind Sammler, Sichter und Zubereiter der Pflanzen- 
nahrung. 

Die Menge der in den zeolithartigen Bestandtheilen der Peterhofer Acker- 
Doden vorhandenen Basen schwankt von 13% im Dubowecer bis zu 19°/ im Slony- 
< ; l(l ° 1 die Absorptionsgrosse von G8 bis 94 in demselben Verhaltnisse, was auf 
lne n Zustand guter Ertragsfahigkeit hindeutet. 

Den thonreichsten bindigsten TJntergrund haben die „Spaleny"-Griinde des 
°ierhofes Zitna, sind aber sowold in Ober- als Untergrunde an Kalk, Magnesia 
,rul an aufgeschlossenen Basen sehr reich im Verhaltniss zu den iibrigen unter- 
suchten B6den beider Meiereien. Aucli der Phosphorsauregehalt erreicht in diesen 
wtinden beinahe 02% des Feinbodens. Ungewohnlich gross ist auch der Reichthum 
1111 Gesamratkali, welcher 3% betragt. 



Unt. 



Der Obergrund hat eine giinstigere physikalische Bescbaffenheit als der 
; ergrund, der gut drainirt ist. Sehr wirksam erweist sich die Bearbeitung der 
^bweren Thonboden im Herbste und zeitlich im Friihjahre, indem ihr im ersten 

' alle der Einfluss des Frostes, im letzteren der noch zu wenig gewttrdigten soge- 
ni «mtoi) P.odengahre zu stattcn kommt, wodurch eine dreifurchige Ackerbestellung, 
(T? lle SOnSt als notnweildi 8' e Bedingung zum sicheren Gedeihen des Rapses und 

68 Wintergctreides betrachtet wurde, erspart werden kann. Da in dieser Formation 
Us Ge deihen der Rube, neben entsprechender Bodenbearbeitung, von dor Anwendung 

lne r Stallmistdungung wesentlicli bedingt ist, so kann die Sicherung entsprechender 

tr °u- und Feldfutterernten zur Ermoglichung einer recht schwunghaften Diingcr- 
P^duction nicht genug empfohlen werden. Die Unterbringung des Stalldttngers 

rfolgt in einer Tiefe von einem Dezimeter mit einem Pfluge, an welch em die Wiilil- 

0l 'i'ichtungeri angebracht sind, in sehr widerspanstigem Boden mit dem Ruchadlo, 

f1 " 1 der Minirpflug folgt. 

, Mit iusnahme der Luzern vermag keine landwirthschaftliche Culturpfianze 

e J achweren thonreichen Untergrund bis zur Tiefe eines Meters zu durchdringen 
11,1 formlich zu kanalysiren, wie die Zuckerrube im minirten Boden. 



48 

Ein alter Lehrsatz der Bodenkunde sagt schon, dass es bei dor Beur- 
theilung des Bodens hauptsachlich auf die Menge der abschlammbaren Theile 
ankommt, denn von diesen hangt die Pflanzenerniihrungskraft eilies Bodens ab. l jS 
folgt daher das Resultat der meckanischeu Analyse. 

Die Meiereien Schwarzenberg und Zitna. 



Physikalische Bodcnanalysc- 

In 100 Gewichtsth. nachbenannter Ackerbodon siud: 



M. Schwarzen- 
berg 



Ssida- 
felder 



Pod 

pekloiii 



M. Zitna 



Sp&leuy> 

vll lido 



Kouty- 
folder 



lm Obergrund. 

Skelet bostebend f Steinchen 

aus Quarz, Orthoklas-j Grobsand 

und Kaliglimmer | Feinsand 



Menge des Skeletcs 
Menge der Feinerde 



12 
16 
17 



45 
55 



5 
11 
13 



29 
71 



12 
15 



In 100 Gewichtstheilen der Feinerde: 



Quarz 

Feldspath und Glimmer 

Thonige Substanz . . . 



Hygroskopisches Wasser 
Gebundenes Wasser . 
llumusstoffe .... 



47-11 
14-59 
38-30 



3-12 
3-08 
2-15 



29-88 
25-69 
44-43 



2-80 
5-10 



36 
64 



28-60 
44-84 
26-56 



2-20 
5-10 



3 
12 

_h; 

31 

69 



23-15 
2576 
61*09 



2-80 
4-90 



Gliihverlust 



Skelet bestchend l 
aus Quarz, Ortlioklas 
und Kaliglimmer 



lm Untergrnnd 

Steinclien 
Grobsand 



Feinsani 



Menge des Skcletes 



Menge 



der Feinerde 



8-35 



2-27 
3-57 
4 81 



10-65 
89-36 



7-90 



2-55 
4-38 
5-22 



7-30 



12-15 

87-85 



In 100 Gewichtstheilen der Feinerde. 



Quarz 33*94 

Feldspath und Glimmer 40-54 

Thonige Substanz 25-52 



34-70 
32-43 

32-87 



Gliihverlust 



In 100 Gewichtstheilen der Feinerde 

8-96 



24-07 
75-93 



17-12 

34-78 
48-10 



8-61 



7-7 1 



2-78 ! 2-94 

8-22 12-42 

13*07 18-94 



34'30 

65-70 



33-22 
36-12 
30-66 



6-36 



49 



Chemische Zusammensetzirag. 



Herrschaft Netolitz : Moioreien Petrhof, 
Zitna und Schwarzenberg 



M. Petrhof 



Schwammberg- 
feld 



Obor- 
grund 



Unter- 



M. Schwarzen- 
berg 



Sadafelder 



O bor- 

n'l-lliul 



Untor- 
grund 



M. Zitna 



Spalony 
Grilndi. 



Ober- Unter- 
j^miid grund 



■n 100 Gew. Rohbodens sind: 

Skelet, Quarz u. Orthoklas . . 
Feinerde u. Kaliglimmer . 

In 100 Gew. Feinerde sind: 

Sandiger Theil 

rhonige Substanz 



In 100 Gew. Feinerde: 

Sygroskopiscb.es Wasser . . . 

gebundenes Wasser 

Humus 

Gliihvcrlust 

Gesammtstickstoff 

' n 100 Kg. sind enth. Grammes 

Zuganglicbes Kali 

«*bnndenes Kali 

Schwer loslicbes Kali 

Gesammtkali 

Natron (in celt, loslicb) .... 

Zuganglichel 

Gebundene l 

Gesammt- 

A »%escblossene Silikatbasen . 

In Proc. des Feinbodens: 

T %ps 

kdkkarbonat 

jjittererdekaibonat 

£bospborsaure 

■Kali . 

Natron !!■'.!!!'.!!! 

Bittererde 

Kalk . 

Eisen- und Thonerde '.'.'.'. 
5-ieselsanre 



Pliosphorsaure 



Quarz 



Ab 



sorption 



24-90 
75-10 



22-12 

77.88 



51-38 

48-62 



01-47 
38'53 



3-75 
4-32 

1-84 



9-91 
0-151 



178 

377 

1585 



45-00 
55-00 



8-78 
0-045 



49 
393 

1858 



2140 

13 

125 



2300 

95 

11 
119 



130 
16180 



Spuren 
0-40 
0-16 

0-13 
2-14 

0-57 
1-56 
1-14 

28-50 
3(5-86 

27-84 



130 
15210 



Spuren 



0-13 
2-30 
0-45 
1-78 
1-73 
26-61 

[67-00 



85 



61-70 

38-30 



3-12 
3-08 
2-15 



8-35 
0-185 



408 

532 

1140 



2080 

25 

109 
51 



160 

7880 



Spuren 

0-22 

0-07 

0-16 

2-08 

1-40 

0-58 

0-74 

25-20 

47-75 

21-80 



48 



10-65 

89-35 



74-48 
25-52 



35-73 
64-27 



24-07 
75-93 



73-44 

26-56 



51-90 
48-10 



2-20 
5-10 



8-96 
0-033 



204 

560 

1356 



2120 

70 

13 
13 



26 



Spuren 



0-03 
2-12 
1-31 

0-60 

0-88 

25 '04 

32-48 

37-20 



7-30 
0-118 



180 
560 

2360 



3100 

110 

268 
12 



280 
16950 



Spuren 
0-44 
0-11 

0-28 
3-10 
1-38 
4-20 
3-05 
25-20 

[62-24 



85 



8-61 

0-056 



160 

691 

2039 



2890 
140 

166 

16 



182 



Spuren 



0-18 
2-89 
1-35 
5-26 
3-48 
30-42 



6-42 



50 



An die abschlammbaren feinsten Theilchen des Bodens kniipfen sicli die 
wichtigen Vorganger der Absorption, wesshalb ihre Menge als Nahrstoffreserve 
bedeutungsvoll ist. 

Die kleinste Menge an Feinerde besitzen die Sadafelder des Meierhofes 
Schwarzenberg im Obergrund bloss 54%, wahrend der Untergrund desselben Feldes 
nahe zu 90°/ Feinerde enthalt. Hier kann also durcli Tiefackerung die physika- 
liscbe Bescbaffenheit des Obergrundes leicht verbessert werden. Der Untergrund 
ist aber arm an Phosphorsaure. Reich an Feinerde und thoniger Substanz sind die 
langen Felder und die Koutyfelder des Meierhofes Zitna, die auch vorwiegend reich 
an grauein Orthoklas und braunem Glimmer sind. Den kleinsten Kalkgehalt besitzen 
ebenfalls die Sadafelder. Sehr reich sind die betrachteten B8den, wie aus der Natui' 
des Bodens schon geschlossen werden konnte, an Kali, welches zu 8% und selbst 
in dem in Salzsaure loslichen zeolithischen Kali, bis nahe zu 1% im Feinboden reicht 
Dem Landwirth handelt es sich also in diesem Falle nur urn die Mittel, dieses 
Alkali in solche Formen zu iiberfiihren, in welchen sie fiir die Pflanzen nutzbar sind' 
Behandelt man solche Boden mit Losungen von Gyps, Ghilisalpeter oder KochsalZi 
so liisst sich lurch diese Salze eine viel grossere Menge von Kali in Losung iiberfiihren, 
als wenn man den Boden in sonst gleicher Weise mit reinem Wasser behandelt. 

Die Basen der zugesetzten Salze tauschen sich mit dem Kali der Zeolithe 
theilweise aus und in aquivelenten Mengen als erstere unloslich werden, tritt Kali 
aus und wird loslich. 

Die genannten Losungen wirken daher energisch auf die Zersetzung d 01 ' 
Nahrstoffvorrathe des Bodens ein, daher hat auch die Verwendung des Gypses ftls 
Einstreu in den Stallungen der genannten Meierhofe eine hohe Bedeutung, denn del' 
Gyps absorbirt Ammoniak und im thatigen Boden bildet sich aus diesem Ammoniak" 
sulphat und Kalksalpcter, welche aufschliessend auf das schwer losliche Kali wirken. 

Am iirmsten an aufgeschlossonen Basen sind die Sadafelder, wie denn audi 
ihre Absorptionsgrosse gering ist. Hier wird die Anwendung des Atzkalkes neben 
reichlicher Stallmistdiingung am Platze sein. Es eriibrigt nur noch die Betrachtuny' 
der Boden der Meiereien Krainerhof und Neuhof, welche folgendermassen zusad' 
mengesetzt gcfunden wurden. *) 

Vergleicht man die Zusammensetzung der Boden dieser beiden Meiereien 
mit jenen der anderen Meiereien, so tritt keine wesentliche Verschiedenheit in den 
Feincrdemengen zu Tage, wohl aber in dor Bescbafteidieit derselben. Es verdoppd* 
sich beinahe der Quarzgehalt der Feinerde, wahrend die Menge thoniger Substanz 
auf die Halfte herabsinkt. Bei der mehr ebenen Lagc der Felder dieser Meiereien 
blieb der Yerwitterungsboden auf dem Muttcrgestein liegen, ohne wesentliche A' 1 " 
schwemmungen zu erleiden. 

Die kleineren Gluhvcrluste oder thonigen Zuschiisse und niedrigen Absoi'- 
ptionszahlen deuten auf einen geringen Grad der Verwitterung, wir haben es hie 1 ' 
mit kalireichen sandigen Lehmboden, wie sich der Landwirth auszudriickcn pih'r ( ' 
zu thun, in denen auch die Menge der Thonbildner cine klcinere ist, wie in de n 
Boden der vorhin betrachteten Meierhofe. 



*) Dicse Analysen siehe in der Bchlusstabelle. 



51 



An Kalk enthalten diese B6den ziemlich gleiche Mengen, an Magnesia in 
z wei Fallen etwa nur 7 2 °/ , an Phosphorsaure bedeutend kleinere Quantitiiten, als 
Wle di e vorhin betrachteten Boden dieser Herrschaft, namentlich als die von Zitna 
llll( l Schwarzenberg. 

Besser aufgescblossen sind die Boden dor Meierei Krainerhof als Neuhof. 

Dort Warden 11—16%, hier nur 7— 9% an aufgescblossenen Silikatbasen nachge- 

wiesen, untei: denon sich grosse Mengen leicht in Umlaut' zu bringendcn Kalis be- 

nnden. Nach der Menge der aufgescblossenen Silikatbasen rangiren sich die Boden 

er betrachteten Sektionen folgendermassen : 



Die Unterschiede 
sind sehr bedeutend. 



M. 


Neuhof rnit .... 7- 


- 9% 


M. 


Schwarzcnberg mit 8- 


-15 „ 


M. 


Krainerhof mit . .11- 


-16 , 


M. 


Peterhof mit . . .13- 


-21 „ 


M. 


Zitna mit . . . .13- 


-21 „ 



IV 



Stellt man die Phosphorsauregehaltc dieser Ackererden umgerechnet auf 

0Cc "te <les rohen Bodens nebeneinander, so findet man folgende Untcrscbiede, 
; lttel zahlen und Grenzwerthe an diesem wichtigen Bestandtheil jeder fruchtbaren 
4 <*erepde. 

Meierei Krainerhof Pejsarka .... 0-017 Phosphors. 

Meierei Neuhof (u plantaze cllouh6) . 0-017 „ 

Meierei Schwarzenberg (Sadafclder) . 0'021 „ 

Meierei Neuhof (kopafina) 0-032 „ 

Meierei Neuhof (Bergfeld) 0-036 

Meierei Neuhof (Zmrzla) 0-036 „ 

Meierei Krainerhof (Rovina) .... 0-044 „ 

Meierei Peterhof (Sandcra-Fcld) . . 0-066 „ 
Meierei Peterhof (velky kus) .... 0-082 

Meierei Peterhof (kasterna) .... 0-085 „ 

Meierei Krainerhof (u basty) .... 0-087 „ 

Meierei Peterhof (Scbwainmbergfeld) . 0*096 „ 
Meierei Peterhof (Slonyfeld) .... 0-099 

Meierei Krainerhof (sibalka) .... 0*113 » 

Meierei Peterhof (unteres Grossstiick) 0*115 „ 
Meierei Zitna (Spalenyfelder) .... 0*127 
Meierei Schwarzenberg (pod peklern) 0-197 

Meiere Zitna (Koutyfeldcr) 0-206 

Mittel . . .0-082 „ 



Grenzwerthe: 017 bis 0-206°/ Phosphorsaure. 

Untersuoht: Kourimsky. 

Setzen wir die Grenzwerthe der Bodenarten beider Formationen nochrnals 
''7" einander, so erhalten wir folgende Zahlen, welche kernes Commcntars 
"^'fen. Der Reichthum des Bodens ist die Quelle der Fruchtbarkeit. Der sehr 
' loho Gehalt unserer Felder an Nahrstoffen der Pflanzen ist die unerlassig noth- 
Wei %e Bedingung far nacbhaltig hohe Ertrage; er ist aber nicht nothwendig fiir 

4* 



52 



eine oder einige hohe Ernten. Er wird verschieden gross erhalten werden miissen 
fiir das beste Gedeihen verschiedener Culturpflanzen. Der Unterschied in der Be- 
schaffenheit der Boden des Tertiargebietes im Vergleich zu jcneni der Boden der 
mittelhohmischen Gneisformation ergibt sich aus folgender Zusammenstellung. 

I. Tertiiirboden. 



fcilnm 



lin. Mm, 



Berghof 



Min. Mm. 



Dworcc 



Min. Max, 



Miililliof 



Miu. Max. 



Krnliof 



Min. Mm, 



Grenz-Wertte 



Min. Mux. 



Sadft 
KoorWffl 

Als A» 
naliiw 



In 100 Gew. des Rohbodens: 

Skelct 

Feinerde 



In Procenten der Feinerde: 

Quarz und Glimmer . . . . 
Thonigc Substanz*) . • . . 
Gliihverlust 

In Procenten des Feinbodens: 

Gesammtpkosphorsiuire . . 

Kali loslich 

Kalkkarbonat 

Magnesiacarbonat . . . . 

Aufgeschlossene Basen . . 



Gcsammfr 



t Kali .... 

Kalk . . . 
Magnesia . 
Sesquioxyde 
Monoxyde . 



Absorption 



9-G 



0-05 



0-10 
0-10 

Spur 
7-1 



1-1 

0-5 
0-4 
21*8 



jJ-9 



9 



40 



5-6 



10-2 



0-06 0-15 



14 
52 



0-10 
0-13 
Spur 
8-8 



1-5 

o-:: 
0-5 
8-5 



0-32 
0-27 
0'02 
123 



3-0 
47 



1-8 
0-5 
1-3 
19-0 



fO 
88 



52 
84 



48 
86 



12 

42 



r,-<; 



o-oe 



0-27 
0-10 
Spilt 
5-7 



6-7 



4-0 



0-09 0-04 0'06 



:>•<; 



1-6 

0-5 
0-3 
13-0 



50 



0-28 
0-15 
Spur 
8-0 



1-9 

0-7 
13 
15-0 



1-1 
68 



0-03 
009 

Spur 
2-8 



1-5 

0-4 
0-3 
10-3 



0-25 
0-14 
Spot 
8-8 



2-9 
32 



2-0 
0-6 
0-9 
12-4 



4-1 



5o 



0-01 0-09 



0-06 0-12 



0-12 

Spirt 

2-1) 



0-16 

Spur 
4-0 



3-7 

67 



0-7 
0-5 
0-4 
8T» 



80 



1-9 

0-9 
0-8 
11-7 



82 



4-0 



O'Ol 



o-oo 

0'09 

Spur 

2'0 



0-7 
o-l 
0-01 
8-5 



9-6 



0-15 



40 
60 



78 
22 



(22-6) 



0-32 
0-27 
0*08 
12-3 



2-0 
30 



2-0 
()•!) 
1-3 
21-5 



l-l 



jro4_ 

016 
(0-75) 

0-03 
10-4 

1-4 
0-1 
O'Oi 

2'0 
69 



Wiihrend die Grenzwerthe fiir rhosphorsiiurc bei den Tertiiirboden von Wit' 
tingau zwischen 0-01 — 0'15°/ betragen, erheben sic; sich bei den (Ineisboden von 
Nctolitz auf das Doppelte von 002 — 033 in den Feinerde. 



*) Nach Knop geschlammt. 









11. 


Gneisb6den. 
















Peterhof 


Schwarzen- 
bcrg 


2itna 


Krainer- 

hof 


Neuhof 


Grenz- 
werthe 


Mia. Max. 


Min. Max. 


Min. Max. 


Min. Max. 


Min. Max. 


Min. Max. 


1,1 1Q Gew. Rohbodens : 

Skelet 

^inerde .... 

In Proc. der Feinerde: 

Quarz 

Thonige Substanz 

Jeldspath, Glimmer 

Gluhverlust . . . 

In froc, des Feinbodens : 

K'osphorsaure . . 
Kali (lSslich) . . 
^yukkavbcmat . . 
Jfognesiakarbonat 

Au /gesclilossene 
J^ascn . 

^esammtkali . . 
^esammtkalk . . 
^sammtmagnesia 

?> «<iuioxyde . . . 
^onoxyde .... 

Absorption . . . 


96 
63 


37 

75 


21 

55 


45 

79 


24 
64 


36 

76 


22 
74 


26 
78 


28 
61 


39 

72 


21 
55 


45 

79 


25 
35 
11 


37 
52 

40 


21 
31 

14 


50 
54 
40 


17 
26 
30 


35 
51 
44 


39 

18 

28 


49 

28 
40 


40 
15 
30 


53 
26 
32 


17 

15 
11 


53 
54 

44 


7-7 

o-io 


9-9 
0-16 


7-2 
02 


9-0 
0-25 


6-0 
0-18 


9-6 
0-33 


6-5 

0-02 


8-3 
0-12 


5-4 
0-02 


5-6 
0'06 


5-6 

0-02 


9-9 
0-33 


0132 
0-26 
0-08 


0-84 
0-46 
0-16 

21-5 


0-74 
0-22 
0-07 

7-9 


0-94 
27 
0-12 

IB'0 


0-74 
0-29 
0-09 

130 


0-44 

0-11 

21-0 


0-76 
0-23 
0-06 

110 


0-30 
0'09 

17-0 


0-80 
0-21 
0-89 

7-7 


0-34 
0-10 

8-8 


0-62 
0"21 
006 

7-7 


094 
0-46 
0-16 

21-5 


2-1.4 
0'98 
1-18 
24 
6-1 


2-42 
2-21 
3-64 
27 
9-4 


1-50 
0'90 
0-60 
25 
5-0 


2-12 
3-49 
2-01 
28 
7-0 


2-89 
1-67 
1-84 
25 

8-6 


3-10 
3-48 
5-26 
30 
12-9 


1-86 
0-76 
0-71 
21 
5-4 


3-00 
2-43 
2-44 

27 
8-4 


3-17 
1-44 
0-53 
20 

6-0 


1-67 
1-32 

22 
8-0 


1-50 
0-76 
0-53 
20 
5-0 


3-17 
3-49 
5-26 
30 
12-9 


80 


94 


48 


89 


85 


90 


79 


86 


70 


81 


48 


94 



I 



54 



Bohmisclics Mittelgcbirge. 

tiber einige Basalte und Phonolithe und ilire Verwitterungsproducte- 

Westlicli von der Stadt Lobositz erliebt sich mit seinem kleinen Vorberg' 6 ) 
dem kleinen Kibitschken unmittbar vom Elbonivcau, zwischen Lobositz und Klein- 
Cernosek aus einer im Grundrisse naliczu elliptischen Bodonanschwellung der roiicb- 
tige, isolirt stehende, nacb Siiden und Osten steil abfallende Berg Lobosch, welch 61 " 
aus einem kantigen Riicken besteht, dessen siidliches Ende, ein schoner abgeru»" 
deter Bergkegel von 569 m Seehoho kront, welcher dem Blicke cine berrlic' 10 
Fernsicbt gewiibrt. Der Lobosch erhcbt sich 412 m iiber die Elbe und besitzt ein" 
fiir viele Berge des bohmischen Mittelgebirges iiusserst charakteristische Gestal*- 
Die gezogene domformige Bildung gehort dem Klingstein an, die kurzen kantig eD 
Rlicken und die kleinen Plateaus meist dem Basalt. Mantelformig bedecken *l cl1 
ausgebreiteten Fuss des Lobosch mehrere Glieder der bohmischen Kreidefof' 
mation, die er bei seiner Erhebung aus ihrer horizontalen Lage brachte und weh>' lC 
gegen Siiden und Osten wieder von einer sehr jungen Bodcnbildung dem L$ s ' 
mergel in einer gegcn die Elbe bin zunehmenden Miichtigkeit iiberlagert werdefl- 

Am siidlichen Abhange dieses miichtigen Bergcs liegen herrschaftli cllC 
Weingarten, in die ein mit Mandelbaumen gezierter Fahrweg fiilirt. 

Die stattliche Flache des Loboschrtickens wird von Waldungen bedeck 
welche Schaleichen, Weissbuchen, Birken, Kiefem und Fichten nobst einigen Ahor» c "' 
Haselstauden und anderem Strauchwerk enthalten, nur die basaltische Spitze ||C,S 
Barges ist fast kahl und von herabgestiirzten Basaltsteinen und Blocken cingefa> sstl 
Der auf die Bergspitze fuhrende Pfad durchschnoidet gerade die Grenzlinie < lct) 
Basaltea und Phonolithes und es ist interessant, beim Aufstieg zur Rechten (lof) 
Weges das klingende, mit einer schwachen weissen Verwitterungsrinde uberzogeB 
Phonolithgestein, zur Linken die dunklen, mit einer braunen Verwitterungsri» ,lc 
bedcckten Basaltstiicke malerisch umherliegen zu sehcn. 

Die Zusammensetzung der hervorragendsten Basalt- und Phonolith-lio'f 
des bohmischen Mittelgebirges, ist durch die vorziiglichcn Untersuchungen BoHcktf* 
und Safafih's ermittelt. Es wurden daher die noch nicht analysirten Basalte deS 
Lobosch, ferner des Eadobyl, des Ovtin, des Wostry und des Homolka-Bergcs s<> w ' c 
des Klingsteins vom Kahlenberge bei Borec und ihre Zersetzungsprodukte untersucb t ' 
Langs der Teplitzer Strasse ragen diese kegelformigen Berge aus den umlicg<" 1(le11 
Pliinerschichten malerisch hervor, die angrenzenden durch Obstcultur ausgez eicl1 ' 
neten Thaler mit ihren Verwitterungsprodukten bedeckend und befruchtcnd. 



Zusammensetzung des Phonolithsteines und der Phonolitherde. 



Wasser 



Stein 
. 2-25 



Erde 

. 5-45 



55 



In 100 Gewichtstheilen der wasserfreien Substanz sind: 



Kieselerde . 
Thonerde . • 
Eisenoxyd . 
Eisenoxydul . 
Manganoxyd 
Kalk . . . 
Magnesia . . 
Kali .... 
Natron . . . 
Phosphorsaure 



58-02 
21-98 , 
3-33 , 
0-85 
Spur 
3-20 
0-56 
4-48 
6-46 
0-06 



62-85 
23-26 



\ 



2-96 

I 

Spur 
0-28 
0-22 
6-57 
3-56 
0-10 



altes in der verwitterten 



Bemerkenswerth 1st die Zunahme des Kaligeh 
Phonolithmasse. 

Die Analyse des ganzen Gestcines, des geloston und ungeliisten Antheils 

6 i'gab in Procenten: 



B o s t a n d t li e i 1 e 



Ganzes 
Gestcin 

in % 



Phosphorsaure . . 
Kieselsaure . . . 
Thonerde .... 
Eisenoxyd .... 
Eisenoxydul . . . 
Manganoxydnl . . 
Magnesia . . . . 
Kalkerde .... 

Kali 

Natron 



Des gc- 
losten 

Antheiles 
in °/ 



0-06 

58-02 

21-98 

3-33 

0-85 

Spur 

0-56 

3-20 

4-48 

G-4G 



0-22 

44-80 

22-49 

12-00 

3-03 

0-26 

0-42 

7-G8 

1-92 

7-18 



Des unge- 

liisten 
Antlieiles 

in °/ n 



64-29 

21-69 



0-62 
1-50 
5-57 
6-33 



56 



Sauerstoffverhaltnisse 

obiger Analyse und ihre Vertheilung nacb. einzelnen durch die mikroskopische 
Analyse sichergosteltcn Mincralien. 



Bestandtheil 


Dos golosten Antheiles 


Des nigettsten Antheiles 


Sanerstoff- 
TcrlSlt- 

nissc 


Apatit 


Noseau 

mill 
Rcplu'lin 


Augit Magietit 


Rest 




Saradin 


Rest 


Phosphorsiinr*! 


0-124 


0-124 
















Kieselsaure 


23-892 


— 


15-786 


8-106 


— 


-0 018 


34-285 


34-210 


+ 0,075 


Thonerde . . 


10-480 


— 


10-480 


— 


— 


— 


10-107 


8-544 


+ 1-563 


Eisenoxyd . . 
Eisenoxydul . 


3-600 
0-189 





■ — • 


2-210 


1 0-473 


— 


1 — 


— 


— 


Manganoxydul 


0-002 


— 


— 


0-002 


— 


— 


— 


— 


— 


Magnesia . . 


0-168 


— 


— ■ 


0-168 


— 


— 


0-248 


0-248 


— 


Kalk .... 


3-072 


0-074 


1-316 


1-682 


— 


— 


— 


— 


— 


Kali .... 


0-326 


— 


0-326 


— 


— 


— 


0-967 


0-967 


— 


Natron . . . 


1-853 


— 


1-853 








1-633 


1-633 


— 



Daraus resultirt die procontische Zusammensetzung der mineralischcn 
Bestandtheile: 















Des gelOsten Antheiles 


Des ungeltlsten Antkfa 


Bestandtheile 


Nosean 

iiml 

Ncjiliolin 


Jlpalit 


Magnctit 


Angit 


Rest 


Saniilin 


Rest 


Phosphorsaure 


— 


0-220 




| 






Kieselsaure . . 










29-598 


— 


— 


15-199 


— 


64-143 


+ 0141 


Thonerde . . 












22-489 


— 


— 


— 


— 


18-334 


+ 3-354 


Eisenoxyd . 
Eisenoxydul . 















, 


1 1-797 


9-904 


— 


— 


1 — 


Manganoxydul 












— 


— 


— 


0-009 


— 


— 


— 


Magnesia . . 












— 


— 


— 


0-280 


— 


0-413 


-— 


Kalk .... 












4-606 


0-259 


— 


1-682 


— 


— 


— 


Kali .... 












1-919 


— 


— 


— 


— 


5-699 


— 


Natron .... 








• • 

• * 


7-180 | 


— 


, — — 


6-327 


— ■ 


Summa . 


65-792 1 


0-479 1 


1-797 


27-074 1 


4-858 


94*916 


3-495 1 



57 



Die Grundmasse des untersuchten Phonolith's vom Lobosch besteht wc- 
sentlicli aus Nephelin gemengt mit Nosean und Sanidin in winzig kleinen Tafelchen 
llI *d erscheint im polarisirten Liclite lichtgrau und mattblau. Die Vertheilung des 
s parsamen Apatit und Magnetit ist ziemlich gleichmassig. 

Nimmt man von der procentischen Menge eines jeden Minerals aus dem 
gelosten Antheile den 0-2933ten und aus dem ungelosten Antheile den 0"7067sten 
■Theil, so erhiilt man die mhieralische Zusammensetzung des Phonolites. Der in 



zsaure geloste Antheil betrug 29-33%. Der untersuclite Klingstein enthalt daber 



Sal 

an Nephelin und Nosean',19%,"an Sanidin 67%, an Augit 8%, an Magnetit 0-5%, 

an verwittertem Thonerdesilicat 5% mit einer Spur Schwefeleisen und 0-14% Apatit. 



Chemische Zusammensetzung des Loboschbasaltes. 

In 100 Gewichtstbeilen wasserfreier Substanz waren entbalten im: 

Basaltstein: Basalterde: 

Kieselsfture 41-050 56-37 

Thonerde 11-779 16-50 

Eisenoxyd 0-890 | 

Eisenoxydul 17-160 J 

Kalk 11-620 

Magnesia 12-410 

Kali 1-334 • 

Natron 3-457 

Phospliorsaure 0-570 

Dor Glubverlust des Steines betrug 2"05, der Erde 10-0%. In Salzsaure 
liis ton sich vom Steine 52%, von der Erde 34%. Der salzsaure Auszug war fol- 
8'endermassen zusammengesetzt : 

Stein Erde 

. 21-47 Kieselsiiure .... 14-09 
. 8-04 Thonerde 5-92 



10-38 

7-00 
5-72 
117 
2 43 

0-33 



Zeolitiscbe Kieselsiiure 
Thonerde 



Eisenoxydul 11 "01 Eisenoxyd . . 

Kalk . 2-35 Kalk . . • • 

Magnesia 4-13 Magnesia . . 

Kali 1-18 Kali 

Natron 2-30 Natron . . • 

Phosphorsaure 0-56 Phosphorsaure 

Schwefelsaure Spur Schwefelsiiure 



9-44 
1-32 
2-34 
0-41 
0-19 
0-30 
Spur 



Wasser 1'02 Wasuer 10' 04 



58 



Zusammensetzung ties Loboschbasaltes. 

Sauerstoffverhiiltnisse dor Analyse und ihre Vertlieilung nach einzelnen (lurch die 
mikroskopische Analyse sichergestellten Mineralien. 



Bestandtheile 


Sanerstoff- 
TerhSltnisee 


Kiesclsiuiro . . . 


21-892 


Thononle .... 


5-489 


Eisenoxyd .... 


0-267 


Eisenoxydul . . 


3-813 


Magnesia .... 


4-960 






Kali 


0-226 


Natron 


0-892 


Phosphorsfture . . 


0-321 



Apiilil 



Nopliflin 
Lencit 



Angit 



Rest 



0-214 



0-321 



3-541 
2-357 



0-226 
0-892 



12-478 
2-656 



0-793 

0-476 



3-249 
0-327 
3-127 



3-317 



4-780 



0-464 
4-316 



0-267 
0-100 



4-0-3 



Daraus resultirt die procentische Zusamensctzung der miueralisehcn Be- 
standtheile. 



Bestandtheile 


Mejge 
ilor 
Sttffe 


Apatil 


Nephelin 

unit 
Lracit 


Angit 


1 
lliotit Oliiiii 


M;i»nctii 


Best 


Kicselsaurc . . . 


41-050 


— 


6-639 


23-397 


1-487 


8-964 


— 


+ 0-363 


Thonerde .... 


11-778 


— 


5-057 


5-699 


1-022 


— 


— 


— 


Eisenoxydul . . . 


0-890 


— 


— 


— 


— 


— 


0-890 


— 


Eisenoxyd .... 


17-160 


— 


— 


14-624 


— 


2-087 


0-449 


— 


Magnesia .... 


12-409 


— 


— 


0-818 


0-793 


10-798 


— 


— 


Kalk 


11-621 


0-745 


— 


10876 


— 


— 


— 


— 


Kali 


1-334 


— 


1-334 


— 


— 


— 


— 


— 


Natron . . 


3-456 


— 


3-456 


— 


— 


— 


— 


— 


Phosphors&ure . . 


0-569 


0-569 


— 


— 


— 


. — 


— . 


"TFBSff" 


100-267 


I-3M 


16-486 


55-414 


3-302 


21-849 


1-339 



59 



Der krystallinisch dichtc Loboschbasn.lt besteht daher aus l(>-5 Nephelin 
and Leucit, aus 22°/ Olivin, aus 3'3 / Biotit, aus 55% Augit und 1-8% Magnetit. 

Dor Basalt verwittert almlich wic der Phonolith, doch unterschcidet er 
sich wesentlich dadurch von dem Letzteren, dass dieser Vorgang vermoge des he- 
deutend hohcren Kalk- und Magnesiagehaltes und der dabei eintretenden physika- 
lischen Veriinderung, bei ihm viel schneller eintritt. Der Nephelin und Leucit, die 
in Salzsaure leichter loslichen Mineralien unterliegeu der Zersetzung viel leichter, 
il '« die in Siiuren schwerer loslichen, wie der Augit. Es treten Kalk, Magnesia und 
Natron aus, wiihrend Kali und Phosphorsaure zuruckgehalten werden. Beide Grund- 
gesteine des Lobosches sind kalireich besonders abor der Phonolith. Vorherrschend 
sind aber ini Basalt der Kalk, die Magnesia und die Phosphorsaure und im Pho- 
nolith das Kali. Letzterer gibt eine, an den drei genannten Pnanzenuiihrstoffen 
anne Erde, eine seichte Verwitterungsdecke, die sich daher mehr nur fiir den 
Waldbau eignct, wiihrend im Basaltboden die anspruchsvollsten Culturpflanzen das 
•ippigste Gedeihen zeigen. An Phosphorsaure ist der Loboschphonolith arm und 
c *as unterscheidet ihn in agronomischer Hinsicht wesentlich von dem angrenzenden 
basalt, welcher die neunfache Phosphorsiiuremenge, dagegen nur den vierten Tlieil 
fl er Kalimenge des Phonoliths enthiilt. Der Kaligchalt niinmt relativ in der Pho- 
nolitherde zu. Durch Salzsaure wird aus dem Phonolithgestein von den Pflanzen- 
niilirstoffen besonders Natron, Kalkerde, Magnesia und Phosphorsaure ausgezogen, 
Weniger Kali. Die Yerwitterung bewirkt iihnliches. 

Die zwei Basaltberge Lobosch- und Iladobyl bilden die Eingangspforte in 
die bohmische Schweiz und schreiben don Fluthen der Elbe ihren Weg vor, die in 
einem weiten Bogen den Fuss dieser stattlichen Berge bespiilt. 

Chemische Zusammensetzung des Radobylbasaites. 
In Procenten der wasserfreien Substanz: 

Kiesclsiiure 38 ' 78 

Thonerde l8 " 43 

Eisenoxyd ° ■ 

Eisenoxyd ul ° ai 

Manganoxydul u IO 

Kalk 1;,, ' 0( r ) 

Magnesia n '°' ) 

Natron 4 'f 

v v . ■ 1*29 
Kali 

-nt, i •• . . 0'66 
Phosphorsaure 

Titansfture ■ ' ' ','; 

Summa .... 99'44 

Anruhend folgt aus den Ilesultaten der chemischen Untcrsuchung die 
toineralogische Zusammensetzung des Radobylbasaites und die chemische Analyse 
seines Verwitterungsproductes. Dieser steile, dem Lobosch sehr ahnhche dom- 
fSrmige Basaltberg bildet den wttrdigen Abschluss eines Ins an die Elbe bei Ca o c 
verlaufenden Mittelgebirgsgliedes. Der Radobylbasalt unter die Feldspathbasalte 



60 



geziihlt, besteht aus einera groben Gemenge von Augit und Olivin, zahlreichem 
Magnetit, aus triklinem Feldspath, aus Nephelin und Anorthit. Die Augitdurch- 
schnitte sind durch Schalenstructur ausgezeichnet. Dieser Basalt ist reich an Apatit, 
er enthalt auch Titaneisen. 

Von Salzsiiure und Natronlauge werden gegen 54% des frischen Steines 
zersetzt und aufgelost; gegen 46% bleiben im Rtlckstande. Fast s&mmtliche im 
Steine enthaltenen Alkalien (Kali und Natron) werden von dieser Siiure ausgezogen. 
Olivin, das einzige, an Magnesiasilikaten reiche Mineral, welches sich durch leichte 
Zersetzbhrkeit auszeichnet, und der sehr natronreiche Nephelin unterliegen am 
schnellsten der Zersetzung. Unter a folgt die cliemische Analyse des frischen und 
unter h die des verwitterten Gesteines. 



enthaltcn 



Gliihverlust . 
Phosphorsiiure 
Kalk .... 
Magnesia . . . 

Kali 

Natron . . . . 



In 100 Gowichtsthcilen der wasserhaltigen und wasserfreien Substanz waren 



Wasserhaltig 
a b 

2.14 11-80. 

0'65 0-35 • 

12-75 3-10 . 

10-84 6-45 . 

1-27 1-83 . 

4-27 0-96 . 





Wasserfrei 




a 




b 


0-66 




0-40 


13-00 





3-51 


11-05 


. . . 


7-31 


1-29 


.... 


2-08 


4-34 




1-09 



Wenn man die frische und verwitterte wasserfreie Substanz dieses Basaltes 
mit einander vergleicht, so findet man im Verwitterungsprodukt wieder weit we- 
niger Kalk, Natron, Magnesia als im Steine, dagegen nimint das Kali zu, welches 
im Zersetzungsprodukt relativ auf das doppelte stcigt. Der feldspathartige Be- 
standtheil verwandelt sich langsam in Kaolin, wenn die Basaltmasse in Wacke 
iibergeht. Sie enthiilt dann Kornchen von Augit und Magneteisen. Das Zersetzungs- 
produkt ist ein eisenschussiger, thonreicher, dem Pflanzenwachsthum sehr zusagender 
Boden, der durch die Fruhjahrswiisser abgeschwemmt, auf den ebeneren, den Berg 
umschliessenien Planerkalkplateaus abgelagert wird. 

Wie die folgende Interpretation der chemischen Analyse zeigt, wurde der 
untersuchte Basalt etwa aus 1-6% Apatit, 0-83% Titaneisen, 9% Magneteisen, 
19-9% Nephelin, 18-83% Augit, 8-35% Olivin, 12% Anorthit und 29% Feldspath 
bcsteheu. 



61 



Zusammensetzung des Radobylbasaltes. 

Sauerstotfinengen fur einzelne chemische Bestandtheile und ihre Vertheilung nach 

einzelnen Mineralien. 



Bestandtheile 


SimcrstolT 


Apatit 


Titanciscn 


Hagnetit 


Olivin 


Anortliit 


Noplielin 


Augit 


I'eMspath 


Anracr- 
hiig 


Kieselsiiure . 
Thonerde . . 
Eisenoxyd 
Eisenoxydul . 
Kalk .... 


• 


8-818 
5-266 
1-850 
1-102 
0-974 
1-308 
0-040 
0-926 
0-207 
0-364 

0;ii9 

io-(i:i7 

0-062 
2-763 
3-109 
0-198 
0-012 


0-270 
0-36)4 


0-120 

(H19 


1-850 
0-609 


1-716 

0-373 

1-308 
0-040 


2-750 
2-046 

0-704 


4-352 
3-219 

0-926 
0-207 


— 


1.229 

o-ooi 


60 

3 

03 

a 

o 

S3 

■ a-Z, 

3 iO 

c 
3 

:<S 
m 

N 

"3 

GO 


Magnesia . . 
Manganoxydul 
Natron . . . 
Kali .... 


* 


Phosphorsiiure 
Titansaure 


• 


iiieselsaure' . 

Eisenoxydul . 
Kalk ..... 
Magnesia, . . 
Natron . . . 


— 


— 


— 


— 


— 


4-144 
1-100 

1-842 
0-921 


6'493 

2-232 
0-062 
0-921 
2-188 
0-198 
0-012 


CD 

i 

:o3 

GQ 

CO 

> GO 

3 

a 


Kali . . 





Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile des loslichen und 

des unlbslichen Antheiles. 



Iiestandtlieile 



(|iiiinliiiii Apatit 



Masnetit 



Kieselsiiure 
Thonerde . 
Eisenoxyd . 
Eisenoxydul 
Kalk . . . 
Magnesia . 
Manganoxydul 
Natron .' . 
Kali . . . 

Phosphorsaure 
Titansaure 

Kieselsaure 
Thonerde . 
Eisenoxydul 
Kalk . . 

Magnesia . 
Natron . 
Kali . 



Summa 



18' 

II- 
6' 
4 
3' 

.".■ 

o- 

3 
1 
0' 

0- 

I!) 

7' 


9 

!■ 

()■ 

99 



SI 
30 
L6 
93 
39 
:ll 

18 

59 
■22 

66 

32 

94 
13 
•28 
61 

'78 

'77 
07 
•44 



0-94 



0-66 



0-51 



0-32 



L-60! 0-83 



6-16 

2-74 



fllivin 



3-22 



1-68 

3-27 
0-18 



8'90 8-35 



Anorthit Noplirlh 



l'fMs|i;itli Samma 



5-15 
4-39 



2-45 



11-99 



8-16 
6-91 



3-59 

1-22 



19-88 



2-29 



7-77 
2-36 

6-41 
2-29 



18-8; 



12-17 
4-77 
0-28 
3.20 
5-49 
0-77 
0-07 



29-04 



■53-86 



> 45-58 



Anruhend folgen die chemischcn 
bei Borec. 



Analysen des OvSin- und Homolkabasaltes 



62 



Chemische Zusammensetzung ties „Ovcinbjisaltcs" bei Borec unci ties Basaltes 
von der „IIomolka" bei Wchinitz (Lobositz). 

Die Menge der in Salzsliure loslichen Bestandthcile war folgende: 

Ovcln Ilomolka 

Gliihverlust 1-65- .... 3'05 

Thonerde 9-75 9*23 

Eisenoxyd 3-81 7-85 

Eisenoxydul 12-41 8'22 

Kalk • . . 2-10 2*21 

Magnesia 2'02 2-27 

Natron 3-68 2-08 

Kali 0-84 0-64 

Phosphorsaure 026 0-18 

Kieselsiiurc 25'67 21-07 

Sunimc der loslichen Bestandthcile . (52-19 56-80 

Unloslicher Ruckstand . 38-14 43-20 



100-33 



100-00 



Die in Salzsaure unloslichen Rflckstande waren nach einer Analyse von 
Fr. Kourimsky folgenderniassen zusammengesetzt : 



Ovcln 

Thonerde 3-26 . . 

Eisenoxydul Spur . . 

Kalk 8'75 . . 

Magnesia 7-79 . . 

Natron — . . 

Kali — . . 

Kieselsaure 18-34 .... 25-78 



Ilomolka 
. 1-37 
. Spur 

. 8-94 
. 6-08 
. 0-90 
. 0-13 



Summc des Ruckstandes 3814 



43-20 



Nachdem die chemische Zusammensetzung der beiden untersuchten Basalt- 
proben nur unbedeutend abweicht, so beweist dies, dass die Basaltart der beiden 
Beuge die gleiche ist. Dicse Basalte sind nicht reich an Kali und Phosphorsiiin'*'- 
Walirond es gelingt, aus den beiden Basalten durch lange Digestion mit Salzsaure 
siinuntliche Alkalien und alles Eisen auszuziehen, vermag man aus den Phonolithefl 
durch dicsclbe Siiuro an Kali und Natron bedeutend weniger zu extrahiren. l )o1 ' 
augitreiche Zersetzungsriickstand wechselt zwischen 38 bis 43°/ . 

Die Interpretation dor chemischen Analyse des OvSinhamltes ergibt folgend 6 
wahrscheinliche mineralogische Zusammensetzung der untersuchten Gesteine. 



63 



Sauerstoffmengen fur einzelne Bestandtheile und ihre Vertheilung nach einzelnen 

Mineralien. 



Bcstandtheilo 


Sauer- 

stoff 


Apatit 


Leucit 


Neplic- 
lin 


Biotit 


Olivin 


Augit 


Rest 
Silikat 


Kieselsiiure . . . 


23-470 




2-312 


3-202 


2-750 


3-106 


11-000 


+1-100 


Thonerde . 






6-063 


— 


0-866 


2-398 


1-650 


— 


1-149 


— 


Eisenoxyd . 






1-143 


— 


— 


— 


— 


— 


0-274 


+0-869 


Eisenoxydul 






2-757 


— 


— 


— 


— 


0-282 


2-475 


— 


Kalk . . . 






3-119 


0-096 


— 


— 


— 


— 


3-023 


— 


Magnesia . 






3-924 


— 


— 


— 


1-100 


2-824 


— 


— 


Natron . . 






0-949 


— 


0-145 


0-804 


— 


— 


— 


— 


Kali . . . 






0-145 


— 


0-145 


— — 


— 


— 


— 


Phosphors&ure 






0-144 


0-144 















Procentische Berechnung 


der mi 


neralischen Bestandtheile. 




Bestandtheile 


Quan- 
tum 


Apatit 


Leucit 


Nephe- 

lin 


Biotit 


Olivin 


Augit 


Rest 


Kieselsfture . . . 


44-01 


_ 


4-34 


6-00 


5-16 


5-82 


20-63 


+ 2-06 


Thonerde . . 




13-01 





1-86 


5-14 


3-54 


— 


2-47 


— 


Eisenoxyd . . 




3-81 


— 


— 


— 


— 


— 


0-91 


+ 2-90 


Eisenoxydul . 




12-41 


— 


— 


— 


— 


1-27 


11-14 


— 


Kalk .... 




10-85 


0-33 


— 


— 


— 


— 


10-52 


— 


Magnesia . . 




9-81 


— 


— 


— 


2-75 j 7-06 


— 


— 


Natron . . . 




3-68 


— 


0-56 


3-12 


— 


— 


— 


— 


Kali .... 




0-85 


— 


0-85 


— 


— 


— 


— 


— 


Hiosphorsiiure 




0-25 


0-25 


— 


— — 


— 


— 


— 


Nasser . . . 




1-65 





— 


— 


— 


— 


— 


i 


Summa . 


100-33 


0-68 


7-63 


14-26 


11-45 


14-15 


45-67 


4-96 



, Zusammenstellung der Analysen der frischen Basalte uud der in emeni 

^stimmten Stadium der Verwitterung befindlichen Zersetzungsprodukte a) des 
Jc «»i und b) des Homolka. 



64 



In Procenten der wasserhaltigen Substanz. 



Bestandtheile 



If'riach 


Verwittert 


I'ViscJi 


Verwittert 


a 


a 


I) 


I. 


1-65 


14-82 


3-05 


13-86 


— 


3-24 


— 


1-92 


44-01 


39-68 


46-85 


38-25 


29-23 


26-70 


25-30 


32-41 


10-85 


5-23 


11-15 


6-25 


9-81. 


7-93 


8-35 


6-14 


3*68 


0-61 


2-98 


1-19 


0-85 


0-73 


0-77 


0-85 


0-20 


0-23 


0-18 


0-15 



Glfihverlust 

Kohlensaure Kalk . . 

Kieselsaure 

Eisenoxyd und Thonerde 

Kalk 

Magnesia 

Natron 

Kali 

Phospliorsaure . . . 



In Procenten der wasserfreien Substans 



Bestandtlieile 



Kohlensaure Kalk . . . 

Kieselsaure , 

Eisenoxyd und Thonerde 

Kalk 

Magnesia 

Natron 

Kali 

Phospliorsaure 



Frisch 



Verwittert 



a 



44-748 
29-720 
11-032 
9-974 
3-741 
0-864 
0-264 



3-803 
46-583 
31-345 
6-139 
9-309 
0-716 
0-857 
0-270 



Frisch 



I) 



Verwittert 



48-323 
26-095 
11-5.01 
8-6.12 
3-073 
0-791 
0-185 



2-228 
43-404 
37-624 
7-255 
7-127 
1-381 
0-986 
0-174 



Aus dem Vcrgleich der vorliegendon Analysen folgt, dass bei diesen Ba- 
salten nur der Kalk und das Natron einer starken, die Magnesia und die Kiesel- 
saure einer schwachen Auslaugung untcrliegen. Kali und Phosphorsaure von der 
thonig werdenden Masse absorbirt, bleiben dem Zersetzungsprodukt erhalten. Mi" 
neralogisch betrachtet ist der Basaltboden ein Aggregat von basaltischem Staub, 
Grus, von vcrwitterten thonigen Theilchcn mit unzersetzten basaltischen Brocket 
durch den zlihen thonigen Kitt zur compacten Massevorbunden. An steilon Berg' 
geblngen bestcht or nur aus loscn Blocken und Geschieben zwischen denen modrig 6 
Basaltorde oingebettet liegt, die das Emporschiessen von einer ttppigen Wald- 



65 



vegetation gestattot. Nur tier abgeschwemmte, am Fusse der Basaltberge lagernde 
se hr bindige, thon- und eisenreiche Boden bildet den bauwiirdigen, fruchtbaren 
Ackerboden. Im feuchten Zustande ist derselbe klebrig, trocknet aber zu einer, 
f ast steinharten schwor, bearbeitbaren Masse aus. Aus der Hauptgruppe von Ba- 
salten, denen der feldspathige Bestandtheil gtozlich abgcht und dessen Stelle ein 
Glasmagma einnimmt, wurde weiter ein Basalt, die verwitterte Oberflache dosselben 
u nd die zu Erie zerfallene Basaltmasse cheraiscb untersucbt. 

Nordlich von der Zuckerfabrik Chlumcan erhebt sich ein isolirter Basalt- 
hu gel, der cine herrliche Aussicht auf das Mittelgebirge bietet. Mantelformig ist 
er von seinen Verwitterungsprodukten umgeben, welche tief herab die Oberflache 
d er auf Planer ruhenden Acker bedecken und denselben ein an Phosphorsauro 
reiches Bodenmaterial zuftihren. 

Der krystallinisch dichte Basalt dieses Hiigels gebort zu den Magmaba- 
salten und besteht wesentlich aus Augit, Magnetit und Glasmagma. Das Lctzterc 
Is t ein Gemenge von vorherrschendcm Nephelin mit mehr oder weniger Anorthit 
Un d jemehr dasselbe vorwaltet, umsoinebr nimmt die Menge der Alkalien in den 
Kasalten zu, wie deren Zersetzbarkeit durch Salzsaure, wobei sich die Kieselerdc 
fl °ckig ausscheidet. Die Bestandtheile dieses Basaltes sind zu einem gleicbartigen 
dichten Gemenge von kleineren und grossercn Augitkrystallen, Magnetit und spar- 
samen Olivinkornern vereinigt und in einem graulichen, an Mikrolithen reichen 
Magma eingebettet. Apatitnadcln sind mehrfach vorhanden, dalier riihrt der Phos- 
P'lorsiinregehalt dieses Gesteines. Die Augitkrystalle scldiessen zablreiche Augit- 
1T »du-olitlien und Magnetitkornchen ein, die sparsamen Olivindurchschnitte sind in 
eine gelbgriine Serpentinsubstanz umgewandelt. Das Basaltpulver braust mit Siiuren 
be handelt, sehr schwach auf. Um niclit nur den Gchalt dieses Gesteines an vcr- 
Sc hiedencn Pflanzennahrstoffen und ihre Menge, sondern audi das Verhalten desselben 
w alirend des Verwitterungsprocesses kenncn zu lernen, wurden verschiedene Gesteins- 
Proben, sowie die sorgfiiltig abgeliiste oberste verwitterte Rinde des Gesteines und 
0I1( Uieli der aus dem verwitterten Basalt sich bildende Thonboden einer eingehend 
Cn emisch-mikroskopischen Untersuchung unterworfen mit folgenden Resultaten : *) 

1. Der Basaltstein. 

2. Die Verwitterungsrinde desselben. 

3. Der Basalttlion. 

Die chemische Untersuchung des Basaltes und seiner Verwitterungsprodukte 
|'; ,lrt , dass zuniichst durch die oxydirende Wirkung der atmospharischen Luft das 
jl'isenoxydul in Eisenoxydhydrat umgewandelt und Kieselsiiure ausgeschieden wird. 
J{ «lativ niuinit die Kieselsiiure zu, der Wassergehalt wird um so bedeutendcr, je 
Weiter die Verwitterung des Gesteines fortschreitet, unter Bildung von wasserhal- 
Jgen Thonerdesilikaten. Die Kohlensaure zersetzt zunachst die Kalksilikate, dann 
( lu Eisenoxydulsilikate. Die ockergelbe Verwitterungsrinde deutet auf eine Oxy- 
< jation des Eisenoxyduls und Zersetzung dieses Silikates. Besonders interessant ist 
aie Zunahme der Kohlensaure in der Rinde, die daher audi mit Store iibergossen, 
•aftchtig aufbraust und ihre bedeutende Abnalime wieder in der Erde, wo in Eolge 



*) Tag. 66. 









66 

der Veranderung des Aggregatszustandes des verwitterten Basaltes oin Auslaugen 
des kohlensauren Kalkee durch Eegenwasser erfolgte. 

Eine sehr geringe Verminderung erlitt der Magnesiagehalt des Gesteines. 
Dagegen wird "aus dem Basalthon das Natron stark ausgewaschen, wahrend das 
Kali zunimmt, weil das letztere Alkali von dem sich bildenden Thon machtig zur 
rttckgehalten wird. Auch die Pliosphorsiiure erscheint im Boden gegeniiber dem 
Steine etwas vermehrt. 

Der untersuchto Basalt gehort zu den an Natron und an alkalischen Erden 
reichen Basalten, ist dagegen niclit reich an Kali. Wahrend es Leucit und Feld- 
spathbasalte gibt, welche 2, 3 bis 4°/ Kali enthalten, enthalt dieser Basalt kaum 
ein Proc. Kali. Auch an Phosphorsaure ist er nicht bcsonders reich. Er enthalt 
1 I 3 °I , dieser kostbaren Saure wahrend bei einigen anderen Basalten der Phosphor- 
sauregehalt bis auf 2% steigt. 

Analyse des Magmabasaltes von (Mumek bei Psclian. 



Bestandtheile 



Wasserhaltig 



Stein 



Binde 



Erde 



Wasserfrei 



Stein 



B,inde 



Erde 



Wasser .... 
Phosphorsaure . 
Schwefclsaurc . 
Siliciumsiiure . 
Kohlensaure 
Aluminiumoxyd 
Eisenoxyd . . 
Eisenoxydul . . 
Kalciumoxyd . 
Magnesiumoxyd 
Natriumoxyd . 
Kaliumoxyd . . 



Smiiina 



In Salzsaure waren Ibslich: 



Basen 
Natron 
Kali . 



3-560 
0-499 
0-003 

41-840 
0-880 

17509 



12-770 
3-710 

11-159 
3-631 
3-449 
0-821 



99-831 



29-279 
0-540 
0-308 



10-500 
0-471 
Spur 

39-699 
2-674 

16-937 

15-054 

8-019 
3-196 

2-508 
0-828 



99-886 



27-557 
0-806 
0-317 



19-280 
0-481 
Spur 

39-169 

(W,07 
16-576 
14-217 

4-718 
2-925 
1-035 
0-940 



0-515 
0-003 

43-383 
0-912 

18-156 

13-241 
3-846 

11-571 
3-764 
3.577 
0-850 



99-948 



42-951 
0-099 
0-317 



0-536 
Spur 

44-357 

2-988 

18-924 

16-821 

8-960 
3-572 
2-802 
0-926 



0-594 
Spur 

48-525 

0-753 

20-536 

17-613 

5-845 
3-624 
1-283 
1-165 



99-818 



30-360 
0-560 
0-320 



99 886 



30-790 
0-901 
0-355 



99-938 



53-210 
0-123 
0-393 



Als Compostmatcrial verdient dieser Basalt Beachtung. 

Das Phonolithgestein vom Kahlenberge bei Borotsch zcigt in DiinnscliliB 011 
farblose Leistchen als vorwaltcnden Bestandtheil. Neben diesem tritt der Nosean 
in grauon, triiben, meist aufgelosten Durchschnitten in den Vordcrgnmd, Aug 1 * 
(Amphibol) Magnetit ist minder zahlreich vorhanden. Die woitor unten folgende 
Interpratation der chomischen Analyse zeigt, dass der untersuchto Phonolith nicht 
mchr ganz frisch war, da ein grcisserer Best von Kieselsaure und Thonerde z 11 
verthcilen bleibt, der offenbar scinen Alkalicngehalt theilweise bereits verloren 



67 



hat. Hiernach besteht der untersuchte Phonolith wahrschcinlich aus 14°/ Nosean 
"nd Nephelin, aus 14% Augit, 45% Saaidln, 0-7% Magnetit, 0-3% Apatit und 
16 /o kieselsaurer Thonerde, Der Phonolith und das Verwitterungsprodukt desselben 
waren wie folgt zusammengesetzt. Dor in Salzsaure losliche und unlosliche Antheil 
18 ' weiter unten mitgetheilt und interpratirt. Die Gesainmtanalyse des Zersetzungs- 
Pi'oduktes in eincm gewissen Stadium tier Verwitterung, auf wasserfreie Substanz 
"nigerechnet, ergab folgende Werthe. Der Gliihverlust des verwitterten Antheils 
betrug 5-85%,, der des frischen Stcines 3-9%. 

Zersetzungsprodukt 



Stein 

Kieselsaure .... 57-2! 
Thonerde ... . 20-45 
Eisenoxyd .... 0*52 
Eisenoxydul . . . 5-80 . 

Kalk 4-73 

Magnesia 0-20 

Natron 5"77 

Kali 5-14 

Phosphorsiiuro . . . 014 



74-08 

[20-72 

2-34 
0-30 
0-72 
0-69 
0-18 



99-96 99-03 

Der in Salzsaure losliche Antheil des Gesteins betrug 39-6%, der unlos- 
"Cne 60-4%. Wfthrend es gelingt aus vielen Dasalten durch hinrcichend lange 
J)l gestion des feinst zerriebenen Materials mit Salzsaure sammtliche Alkalien aus- 
zuziehen, vermag man aus dem Phonolith durch dieselbe Siiure erst den zehnten 
J-heil des Kalis und die Halfte des gesammten Natrons zu extrahiren. Im Zer- 
8e tzungsprodukt hauft.sich die Kieselsaure an. Am starksten wird das Natron fort- 
8°iuhrt. Der Sanidin widcrsteht der Zersetzung unter alien Geinengtheilen am 

lai 'tnackigsten. Der Phonolith widerstcht dor Verwitterung liinger als der Basalt 
,ln d gibt nur eine schwache Bodcndecke. Zwar finden sich Stellen, wo er sich vollig 
*ersetzt und in einen weissen Thon umgewandelt hat, aber in der Kegel ist der 

^hngsteinboden cin rohes silikatreiches Getriimmer, welches in einen sehr wenig 
""Uchtbaren Boden iibergeht. 

^auerstoffmengen fiir einzelne Bestandtheile und ihre Vertheilung nach einzelnen 

Minerallen. 



Bestandtheile 


l>es geliisten Autheilcs 




Dos migoliiston Antlioilos 


SaucrslolT 


£$ZSL\ Augit | Magnetit | Apatit 


Itosl 


fiancrslollj Augit | SMldia j Host 


Kieselsaure 


9-365 


3-026 


0-802 






5 537 


19-950 


1-685 


15-951 


2-314 


■Ihonorde . 


4'804 


2-019 


— 








2-785 


4-375 


— 


3-987 


0-388 


Eisenoxyd 

Eisenoxydul 

Maiigaiioxydul . . . 
Kalk . . 


— 


. — 


— 


fO-150 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


0-442 


— 


0-242 


\0-050 


— 


— 


0-802 


802 


— 


— 


0110 


— 


o-uo 


— 


— 


— 


— 


— 


■ — 


— 


0-477 


0-070 


0-353 


— 


0-054 


— 


831 


0-83.1 


■ — 


— 


Magnesia 


024 


— 


0-024 








— 


0-052 


0-052 


— 


— 


Kali . . 


0-093 


0-093 





__ 





— 


0-745 


— 


0-745 


— 


Natron 


0-754 


0-754 











— 


0-679 


— 


0-679 


— 


Phosphors&ure .... 


0-081 




— 


— 


0-081 


— 


— 


— 


— 


— 



68 



Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile. 



Bestandthcile 



Kicsclsaurc . 
Thonerde . . 
Eisenoxyd . . 
Eisenoxydul . 
Manganoxydul 
Kalk .... 
Magnesia . . 
Kali . . . . 
Natron . . . 
Phosphorsaure 
Gliihverlust . 
Summa . 



Substanz 



faun 
NepMn 



Angit 



17-500 

10-309 

1-989 
0-489 
1-659 
0-060 
0-547 
2-921 
0-143 
3-900 



39-577 



5-674 
4-333 



1-504 



1-089 

0-489 

0-245 1-227 

— j 0-060 

0-547 — 

2-921 — 



13-720, 4369 



Magnclil 



0-500 
0-225 



Apatit 



0-187 



0-143 



0-725 0-330 



Rest 



Nulistam 



10-382 

5-976 



16-358 



37-408 
9388 

3-609 



Angit 



2-890 
0-130 
4-387 
2-637 



60-449 



3-160 

3-609 



2!)-!»0i) 

8-556 



2-890 
0-130 



9-789 



Saniilin Best 



4-387 
2-637 



45-489 



4-339 
0-832 



5-171 



Der Grund der geringen Fruchtbarkeit des Phonolithbodens liegt theils in 
seiner chemischen theils in seiner physikalischen Beschaffenheit. Die in kalter 10°/ 
Salzsaure ISslichen Pflanzennahrstoffmengen sind bei vielen Klingsteinboden be- 
sonders in Bezug auf Kalk, Schwefclsaurc, Magnesia und Phosphorsiiure nicht be- 
deutend, die durch Verwitterung in jedem Naturboden sich anhiiufenden Quantitaten 
von physikalisch leicht gebundenen Niihrsalzen ott gcringfiigig. Dazu komnit der 
Umstand, dass die durchschnittliche Miichtigkeit des Klingtcinsbodcns unbedeutend, 
gediegener Felsgrund stets nur mit einer schwachen Rasennarbo besetzt ist, wed 
er dem Eindringcn der Wurzeln einen grossercn Widerstand entgegensetzt als an- 
dere Gesteinc, namentlich der Basalt, welcher je nach seiner wechselnden minera- 
logischen Zusammensetzung zwar verschieden schnell verwittert, der aber den Me- 
teorwassern bei seiner Neigung zur Zerkltiftung, und bei seiner meist porosen 
Beschaffenheit ein viel tieferes Eindringen gestattct. 

Unter dem Einfluss der Athmospharilien biisst der Basalt seine bctriicht- 
liche Festigkeit, die ihn zu einem verbrciteten Schottcrmatcriale gemacht hat, 
bald ein und unterliegt haufig einer ungemein schnellen Zerstorung und Unwandlung- 
Die lebhaften Klagen der Strasscneinraumer auf balbwegs starker befahrenen, IB" 
Basal tsebotter beworfenen Strassen, die ansehnlicbcn Kothhiigel, die jaliraus, jabreiB 
von denselben gewonnen und als Compostmaterial vorwendet wcrden, zeigen, dass 
der festeste Basalt nicht allein durch mechanische Kriifte, sondcrn auch unter M^' 
hilfe der meteorischen kohlensaurchaltigen Wiisser und der Oxydation einer schnel- 
leren Zersetzung unterliegt, als man friiher geglaubt hat. Die Karbonisirung schreitet 
rasch von der Oberflache nach der Tiefe zu. 

Auf den Bergen ist wieder die Neigung des Basaltes zur AbsonderuBgi 
Spaltung, Zerkliiftung die Ursache, dass die Meteorwiisser leicht eindringen, dort 
ihr auflosendcs Spiel trciben, zwischen Schutt und Gcrolle die Ansiedelung 
einer reichen Flora begiinstigen und ihr stets neues pflanzennahrendes Materia 
zufiihren. Nach dem chemischen Bestande muss ja der Basalt einen ergiebigen 



69 

Ackerboden liefern, doch wird bei ihm stets physikalisch nocli weiter zu unter- 
scheiden sein, zwischen dem urspriingliclieu Verwitternngsboden mit ebenfalls 
seichter Bodcndecke und den lacunaren Misclibildungcn, die oft grnndverscliieden 
v °m Basaltboden sind. 

Erst in der Ebenc finden sich machtige Absiitze dos Basaltbodens, del- 
tas fruchtbarste Erdreich liefert. Loider sind dieso Ablagerungen von geringer 
Ausdelinung. Wie keine zweite Gebirgsart zcigt der Basalt eine iiberaus mannig- 
ialtige und iippige Flora, und sagt auch alien Laubholzern besonders zu, weil or 
audi in physikalischer Hinsicht in Folge seiner leichten Erwarmungs- und Feuchte- 
er haltenden Fabigkeit zu den begtinstigtesten Bodenarten ziihlt. 

Chemische Zusammcnsetzung des Wostrybasaltes bei Milleschau. 

In Procenten der wasserfreien Substanz: 

Kieselsiiure 45-80 

Thonerde 13-41 

Eiscnoxyd 6-89 

Eisenoxydul 5 - 69 

Kalk 9-91 

Magnesia 12-82 

Kali 1-41 

Natron 3-57 

Phosphorsiiure ■ 0'46 

Summa .... 99-96 

Der Wassergehalt der frisclien Substanz betrug 3-53%. 

Nach der Verthoilung der Sauorstoffquantitiiten der chemischen Verbindungen 
a n die einzelnen Mineralien bestclit der untcrsu elite Basalt wahrscheinlich aus 10% 
^agnetit, 9°/ Ncplielin, 13% Andesit, 12*6% Leucit, 34-3% Augit, 17% Olivin und 
1,] 3% Apatit 3% Rest. 

Anruhend folgt die proceutischo Berechnung der mineraliscben Bestandtheile. 

s auerstoflfmengen fur einzelne chemischen Bestandtheile und ihre Vertheilung 

nach einzelnen Mineralien. 



Bestandtheile 


Sauer- 
stoff 


Magno- 
tit 


Ncphe- 
lin 


Andesit 


Leucit 


Augit 


Olivin 


Apatit 


Rest 


Kieselsiiure . 
Thonerde . . 
Eisenoxyd . 

Eisenoxydul . 
Kalk ... 

Magnesia . . 
Kali .... 
Matron . . 
Phosphorsiiure 


24-424 
6-249 
2-067 
1-264 
2-849 
5-125 
0-240 
0-921 
0-259 


2-067 
0-687 


2-035 
1-524 

0-511 


4-337 
1-513 

0-170 
0-080 

0-170 


3-840 
1-440 

0-240 
0-240 


8-728 
1-772 

0-510 

2-487 
1-269 


3-837 

0-061 
3-776 


0-192 
0-259 


1-647 



I 



70 



Procentische Berechnung der mineralischen Bestandtheile. 



Bestandtheile 


Sub- 

stanz 


Magne- 
tit 


Nephe- 
lin 


Andcsit 


L oucit 


Augit 


Olivin 


Apatit 


Rest 


Kieselstae . 

Thonorde . . 
Eisenoxyd . 
Eisenoxydul . 
Kalk .... 
Magnesia . . 
Kali .... 
Natron . . . 
Phosphorsiiurt 
Summa . . . 


45-80 
13-41 
6-89 
5-69 
9-91 
12-82 
1-41 
3-57 
0-46 


6-89 
3 09 


3-81 
3-27 

1-98 


8-13 
3-25 

0-59 
0-20 

0-66 


7-20 
3-09 

1-41 
0-93 


16-37 
3-80 

2-32 
8-65 
3-17 


7-20 

0-28 
9-44 


0-67 

0-46 


-1 3-09 


99-96 


9-98 


9-06 


12-83 


12-63 


34-31 


16-92 


113 


3-09 



Das Vonviegen yon Feldspath, Ncpholin oder Leucit hat auf die Zusammen- 
setzung des Basaltes, seinen Kaligehalt und die Ffthigkeit rascherer Zersetzung 
den griissten Einfluss. Die Kalimengen der bohmischen Basalte wechseln nach den 
sehr schatzbaren Mittheilungen Bofickfs zwischen Spuren bis zu 2-7°/ , wiihrend 
die Phosphorsfture von imbedeutenden Quantit&ten bis zu 2% ansteigt, fast immcr 
jedoch in fur die Landwirthschaft bedeutungsvollcn Mengen auftritt. Bei den Phono- 
lithen steigt mit dem Vorwalten des Nephelin, Leucit und Nosean ebenfalls der Alkali- 
gehalt und der in Sauren zersetzbare Antheil, soinit auch die Zersetzbarkeit des 
Klingsteins unter dem Einfluss der Athniospkarilien und der sich ansiedelnden Piianzen- 
decke, doch ist fiir den Fruchtbarkcitsgrad des sich bildenden Naturbodens der 
physikalische Zustand des zerfallendon Gcsteines und die Art der Stoffbindung i© 
Boden von besonderem Einfluss. — Ausserdem entscheidet die mehr oder wenig© 1 ' 
geneigte Unterlage des Bodens iiber seine Fruchtbarkeit, denn nur der feinerdereiche 
Basaltboden frommt dem Landwirth ; dieser lagert aber in den Gcsenkcn und Thal- 
griinden am Eusse der Basaltberge, wiihrend die schroffen Abhiingc haufig ga nZ 
kahl oder nur mit einer beschoidenen Waldvegetation bedeckt sind. 



71 



Bohmische Kreideformation. 



Ein grosser Theil Bohnicns wird von mineralischen Gebilden bedeckt, 
Welche unter dem Namen der Kreideformation bekannt sind und unter der mitwir- 
kenden TMtigkeit mikroskopischer Seethiere gebildet, in kalkig sandigen und kalkig 
tlionigon cliemischen Verbindungen auftreten. 

Wie wichtig das Studium der Ablagerungen dieser Formation ist, ergibt 
sich schon aus der einen Thatsache, dass sie in Bohmen allein einen Fliicheninhalt 
von 288 Quadratmeilen umfasst. 

Unter dem Lokalnamen Planer (opuka) breitet sich dieses Gestein im Nord- 
Westen bei Kaaden und Libowitz beginnend, bis gegen Blansko in Mahren aus 
«nd steigt sudlich bis zu den Holienziigen von Neustraschitz, Prag und Kuttenberg 
a n- Es bildet die Grundlage eines vorziiglichen Ackerbodens und eines intensiven 
Ackerbaues und nimmt daher unsere ungetheilte Aufmerksamkeit in Anspruch. 

Die furstlich Schwarzenberg'schen Guter Postelberg, Neuschloss, Zittolieb, 
Tauzetfn, Wrscliowitz und solbst Lobositz liegen im Pliinergebiet und partizipiren 
a n siimmtlichen acht Schichtenstufen dieses miichtigen Meeressedimentes, welcbe 
der geschiitzte Geolog Krejcl mit Lokalnamen bezeichnet hat. 

Am siidlichen Fusse des Lobosch, auf den Kottomiefer Anhohen, oberhalb 
der Dorfes Welhotta und auf dem rechten Elbeufer bei Gross-(3ernosek tritt der 
''liinersandstein in Wechsellagerung mit gelbem Kalkmergel auf und wird in der 
Richtung gegen Kamaik ganz vom Planerkalk bedeckt. Auf der Dobrai und gegen 
Kottomief verliert dieser Planer den kohlensauren Kalk ganzlich und geht in ein 
testes Thonsilikat iiber. 

Mehrere Kalksteine aus diesen Kreideschichten so wie ihre Vcrwitterungs- 
Pi'odukte wurden chemisch untersucht und zwar Steine und Erden jener Kalk- 
s chichten, die beim Steinbruche ober Welhotta beginnen und westlich am Fusse 
d es Lobosch sich hinziehend, die Boden der herrschaftlichen Weingiirten bilden 
u nd den Weissenberger Schichten angelwren, dann Gesteinsproben aus dem Stein- 
b i'uch von Lissa bei Gross-Cernosek und vom Berge „Weisse Leite" zwischen 
Kamaik und dem Berge „Radobyl" den „Teplitzer Schichten" verwandt. 

Im landwirthschaftlichen Interesse lag es, die in jenen Fluren besonders 
verbreiteten Gesteinschichten in ihrer urspriinglichen Beschaffenheit und in ihren 
wichtigeren Verwitterungsstufen, so wie die aus den lctzteren unmittelbar hervor- 
gehenden Bodenarten einer genauen chemischen Analyse zu unterwerfen. 

Wie schwierig es aber ist, cntsprechende Gestcins- und Erdproben aus- 
z 'iheben, und in dieser Hinsicht den Anspruchen des Chemikers zu geniigen, kann 
n «i' derjenige ermessen, welcher sich solbst mit derartigen Arbeiten befasst hat. 
A uch konnten die chemischen Untersuchungen nur auf charakteristische Gesteins- 
u nd Bodentypcn ausgedehnt werden, weil bei der Durcheinanderlagerung so vieler 



72 

Schichten und dem Vorkommen mehrerer Varietiiten einer und derselben Scluchte, 
dann bei dera Umstande, als scharfe Abgrenzungen nicht bestehen, und h&ufig 
das eine Gestein in das andere ttbergeht, sicli die Zahl der zu untersuchenden Ge- 
steine so angehiiuft hiitte, dass iliro analytische Untersuchung in der vorbezeichneten 
Weisc undurchfuhrbar gcworden ware. 

Berechnet man Stein und Erde jeder Bodenprobe auf 100 Gcwichtstheilc 
wasserfreier Substanz nach Abzug der Karbonate, so gelangt man riicksichtlicli dos 
Verhaltens der angefiibrten Gesteine wahrend ihres Zerfalles zu Ackererde, zu 
folgenden bemerkcnswcrthcn Resultaten: 

Durch Verwitterung erhohen sich die Gliihverluste, d. i. es bilden sich 
wasserreichere Doppclsilikate und nimmt in der Regel der kohlensaure Kalk ab, 
nicht aber die Silikate des Kalkes und der Magnesia, dercn Menge relativ zunimmt. 
Dagegen unterliegt wieder das Natron einer starken Auslaugung, so dass die Steine 
an diesem Alkali stets reicher sind als die aus ihnen hervorgchenden Erden, 
wiihrend das austrctendo Kali von der immer thoniger werdendon Erde wieder al>- 
sorbirt und zuruckgelialtcn wird, so dass der Kaligehalt in der Erde gegeniiber 
dem Steine zu, statt abnimmt. Die Natur hat aber audi fur Mittel gesorgt, dem 
Verlust an Phosphorsiire zu begegnen, indem der in den Gesteinen enthaltcne, iffl 
Regenwassor losliche phosphorsaurc Kalk in den Verwittcrungsprodukten, wie in 
der zuletzt zuriickbleibenden Ackererde absorbirt, unter Bildung von Eisen- und 
Thonerdophosphaten in schwercr losliche Verbindungsformen iiberfiihrt und zuruck- 
gehalten wird, und so fur die Existenzbedingungen kommender Geschlechter gesorgt, 
indem sic den Triimmern der Gesteine die merkwttrdige F&higkeit verlich, die 
kostbarsten Prlanzennahrstoffe an sich zu reissen, denn an der Erdoberniiche sollte 
sich im Lichte der Sonne das Leben entfalten und in zunehmender Fiille fort- 
bestehen. 

Chemische Zusammensetzung von Gesteinen der bbhmischen Kreideformation und 

ihrer Verwitterungsprodukte. 



liezeiclimmy 



Ort der Probenalimo 



Untorgucliungsobjekt 



Teplitzer S c h i c h t e n 



Jji.s.sd boi Qro8s*OzernoB6k 



Slot 11 



VcrwiUcrimgH 
produkt 



VoTii Bergei WelBse-Lelte 
zwlfl^iion Kniiiailt n. Rftdoby) 



VerwiUcrunKH- 

piodnkt 



Gluhverlust 



3-754 



5-290 



3-053 



In 100 Gewtheilen des wasserfreien Steines und Feinboclens. 



Kohlensaurer Kalk . . 
Phosphorsaure .... 

Kieselsaure 

Eiscnoxydul 

Eiscnoxyd 

Aluminiumoxyd . . . 

Caleiumoxyd 

Magnesiumoxyd . . . 

Kaliumoxyd 

Natron 

Summa der Silikate 



13-932 





74 
3' 

5 
0- 



1 



146 

579 
•328 

■319 
086 

475 
950 

185 



86-0(58 



9-120 



0-166 

78-335 

2-808 
5-674 
1-316 
0-491 

1-330 
0-760 



90880 



49-560 



0-059 

41-702 

1-792 

4-342 
0-361 

351 
0-841 

0-992 



50-440 



8-987 



29-345 



0-153 

58-834 

2-718 
5-814 
1-095 
0-638 
1-120 
0-283 



70-655 



73 



_ I" Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 



liezeichuung 



Ort dor Probenahme 
Untersuchungsobjekt 



Phosphors aure 
Kieselsaure . 
Eisenoxydul . 
Eisenoxyd . . 
Thonerde . . 
Kalk .... 
Magnesia . . 
Kali .... 
Natron . . . 



To ]> 1 i i, ■/. v. v S c. h i c li I, e ii 



Tjlawa bol Grosg-CKOrnosek 



Ktoln 



VerwiUcrunKH- 
produkt 



0-170 
86651 

3-867 

6-180 
0-100 
0-552 
1-103 
1-377 



100'0(X) 



0-183 
86-197 

3-090 
6-243 
1-448 
0-540 
1-463 
0-836 



100-000 



Vom Barge : WoisBe-Jjotto 
mvteclien Knmnlk n. Itadoliyl 

Stein I Vetwitterung»- 
produkt 



0-117 

82-684 

3-553 

8-608 
0715 
0-696 
1-667 
1-960 



100-000 



0-216 

83 272 

3-847 
8-228 
1-549 
0-903 

1-585 
0-400 



100-000 



Professor Boficky fiihrt in den sehr bemerkenswerthcn Arbeiten der che- 

m ischen Sektion fur die Landesdurchforschung Bohmens 1872 an (Pg. 27), dass 

aus den mitgetheilten Analysen von K John hervorgehe, wie der Alkaligehalt des 

; ^ners iiusserst gering sei, nur in den mit dem Basalte in unmittelbarem Kontakte 

e findUchen Plilnerprobcn bctrage derselbe einige wcnige Prozente und dies gebc 

e r Verrauthung Raum,. dass die Alkalien bei der Eruption des Basaltes aus der 

asaltsubstanz in den Planerkalk gelangten. 

Wir werden aber aus den zahlreichen, spftter folgenden Analysen vieler 
ohmischer Pl&nergesteine noch mehrmals ersehen, dass dieselbcn audi da, wo sie 
lc h nicht in der unmittelbaren Nahe der Basalte beiinden, niclit so arm an Al- 
<alien sind, als Boficky annahm und dass ihre Verwitterungsprodukte, wolche den 
clcer-und Waldbodcn grosser, sebr fruchtbarer Landerstriche im nordlichen Bohmen 
"den, ducbaus nicht kaliann sind. 

^ Auf der Dobrai gegen Dubkowitz und gegen Kottomirz verliert der Planer*) 

0l1 kohlensauren Kalk gftnzlich und geht in ein festes gelbbraunes Tlionsilikat 
er , welches grime Eisensilikat- (nicht Glaukonit) Kornchen eingesprengt enthalt. 
0l 't ist er auch sehr arm an Versteinerungen. 

Der aus diesem Gestein hervorgehende Boden zeigt folgendc Zusammensetzung : 

■n 100 Gewichtstheilen der bei 100° C. getrockneten Erde sind enthalten. 

Steinchen 12-78 

[ Grobsand 3-96 

Feinsand 5-88 

Feinster Sand 7P60 

[ Thon 5-27 

Kalk und Talkkarbonat . ■ 0-51 

100-00 



) Dio Analyse diesos Planers ist auf Pg. 83 zu linden. 



74 



In 100 Gewichtstheilen lufttrockener Feinertle sind enthalten. 

Hygroskopisches Wasser 1"84 

Gebundenes Wasser • . . 1'80 

Humus ■ • • 1'86 

Gliihverlust 5-50 

Feinboden 94-50 

In 100 Gewichtstheilen Feinboden sind enthalten. 

Chlor 0-02 

Sulphate (Gyps) Spur 

Kalkkarbonat 0155 

Talkkarbonat ■ • • Spur 

Summc der Karbonate .... 0'65 

Kieselsiiure 8047 

Ihonerde 11*73 

Eisenoxyd 4-77 

Kalciumoxyd - 84 

Magnesia 0-51 

*r } ^^ 

Sunrme der Kieselsiiure unci Silikatbaseu . . . 99'33 

Aufgcschlossene Basen 9-32 

Absorption der Feinerde 72-00 

In heisscr concentrirter Salzsaure loston sicli: 

In Prozenten des Feinbodens: 

Natron 009 

Kali 025 

Phosphorsiiure 0'08 

Verfolgen wir die im Bozirke verbreitetsten Gesteinsschichten und zwar dis 
„Teplitzer Schichtcn" des Planers am rechten Egerufer, so begegnen wir ihn en 
zuniichst am nordlichcn Abhange der Hiigel von Lipno gegen die Thalflache W- 
Sic bilden als blassgelbe thonige Mergel die Hiigel bei Skupitz in der Niihc des 
MaMtzer Baches und den niedrigen Uferrand bis Malnitz. An der Eger scn> st 
stehen von der Mundung des genannten Baches gegentiber von Postelberg bis zuin 
Dorfe Priesen weiche Mergel an. Die unteren Schichtcn dieses Mergels gehoren 
ebenfalls dem Teplitzer, die oberen der hochsten Planerstufe den sogenannt en 
,,1'riosner" Lacculitenschichten an, weiche audi den von Frdbrandprodukten b e " 
deckten Kreuzberg zusammensetzen. *) 

*) Sieho „Archiv fiir Landesdurchforschung" von Dr. Kofistka u. Krejcf. 



75 



Chemische Zusammeusetzung des Bacculitenmergels vom rechten 
Egerufer von Priescn foci Postelberg. 

Stein Erde 

Gliihverlust 6-004 9-857 

In 100 Gewichtstheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens: 



Kohlensaurer Kalk 
Phosphorsaure 



. 23-816 3-781 



. . 0-112 0-046 

Kieselsaure 60-714 65-664 

Eisenoxydul } — — 

Eisenoxyd , . . 10713 23-763 

Aluminiurnoxyd J — — 

Calciumoxyd ..... 1-015 1-532 

Magnesiumoxyd ... 1170 1-664 

Kaliumoxyd 1*420 2-580 

Natron 1-040 Q'970 

Summa der Silikate .76-184 96-219 



In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 

Stein Erde 

Phosphorsiiure . . . 0-127 0-048 

Kieselsfture 79-699 68-245 

Eisenoxydul \ — 

Eisenoxyd I . . . . 14-075 24-697 

Thonerde J — — 

Kalk 1-334 1'592 

Magnesia 1-537 1-729 

Kali 1-863 2-681 

Natron 1-365 P008 



100-000 



100-000 



Der gelblichgraue , leicht verwitternde „Teplitzer" Mergel erscheint auf 
do1 ; ZittOlieber Herrschaft bei dem Dorfe Cencic und bildet den nicdrigen Hiigel, 
ailf welchem die Kirche dieses Dories steht. 

( "emischo Zusaininensetzung des Teplitzer Merge! vom tJeneieer Hiigel. 



Gliiliveilust . 



Stein Verwittcrungsprodukt 
4-650 7-785 



7G 



In 100 Gewichtstheilen ties wasserfreien Steines und Feinbodens. 



Kohlensaurer Kalk 



1 1 -559 



29*575 



Phosphorsaure .... 0-026 0-087 

Kieselsaure 7(1-706 54-484 

Eiscnoxydul j — 

Eisenoxyd I . . 8-520 11-177 

Aluminiuinoxyd J — — 

Calciumoxyd .... 1-101 2-134 



Magnesiumoxyd 



0-388 



0-873 



Kaliumoxyd 0-750 1-060 

Natron ■ 0-950 ■ Q-6J0 

Summa der Silikatc . 88-441 70-425 



In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 





Stein 


Verwitterungsprodukt 


Phosphorsaure . . 


. . 0-030 . 


0-128 


Kieselsaure . . . 


. . 86-730 . 


.... 77-362 


Eisenoxydul | . . 




.... — 


Eisenoxyd 1 . . 


. . 9-635 . 


.... 15-870 


Thonerdo 1 . . 






Kalk 


. . 1-245 . 


.... 3-030 



Magnesia 0-438 1-239 



Kali 0848 

Natron 1074 



1-506 

0-865 



100-000 



100-000 



Derselbe Mergel abcr in vorschiedcnen thonigen, sandigen odor kalkigen 
Abstufungen erstreckt sich im Siiden vom basaltischen Chlumberge der Chlumcanci' 
Zuckerfabrik liber Pschan hinaus, bis gegen die holier aufsteigenden Terassen des 
Perutzer Planers und bildet eino niedrige, sanft gewellte Flache, die im Norden 
gegen die Egerwiesen abfallt. 

Am linken Egerufer herrscht iiberhaupt vorwiegend nur Teplitzer Planer *) 
und zwar von Postelberg ttber Libochowitz, Brozan bis Lobositz, mit aufge- 
lagerten Bacculiten-Mergeln. Nur bei Cencic sioht man den Grunsandstein und bei 
Libochowitz den Weissenbcrger Planer hart am Egerufer anstohen; sonst bestehen 
nach KrejSVs Untersuchungen die Mergelbanke iiberall aus abwechselnd hiirteren 
und weicheren Lagen von kalkig thonigem oder kalkig sandigem Gestein, einen 
hohen Steilrand liings der Eger bildend, der sich bei Leneschitz und Dobromeritz 
ziemlich weit vom jetzigen Elussbette entfernt. 

Der eigentlichc „Teplitzcr" Planer steht in den seichten Bachthalern '' in ' 
welche sich von der Eger zum Plateau hinaufziehen, so liings des HradeckerbacheS 
von Leneschitz bis Weberschan. Die Teplitzer Schichten bedecken ferner d eD 



*) Archiv fiir din biihm. Landesdnrchfbrschuug v. Dr. Kofistka u. Krejci. 



77 

w «issenberger Planer unweit Lobositz von Watislav tibor Wcllcmin liings des 
Wopparner Thales und konstituiren mit ihm die fruchtbaren Anhohen von Wopparn, 
Seiche jedoch voni Urgebirge durchsetzt sind. 

Auf diesem Hohenzuge hat der „Teplitzer" Planer aber einen ganz anderen 
Charakter als an don Lehnen und Terassen des Egerthales. Er ist bier als gelb- 
weisser Mergel vorherrschend, der als Baustein gewonnen wird und auf den Kotto- 
n ^rer H5 hen beinahe kalkfrei. So ausgelaugt, erscheint er in leichten und diinnen 
flatten. Bei Welhota beginnt der Planermergel wieder kalkreich zu werden, wie 
Uachfolgende Analyse des Steines aus dera Welhoter Steinbruclie zeigt, der audi 
gleich wieder die Analyse des verwitterten oder zerfallenen Gestcines beigefugt ist. 



Chemische Zusammensetzung des Pliiners aus dem Steinbruclie ober 
Welhota, der „Teplitzer" Schichten. 



Gliihverlust 



Stein Verwitterungsprodukt 
4-877 9-632 



In 100 Gewichtstheilen des wasserfreien Steines und Feinbodens. 

. . . 16-127 12-520 



Kohlcnsaurer Kalk . . 

Phospliorsiiure 0-064 0-190 

Kieselsiiure 68-827 67-463 

Eisenoxydul 3-048 — 

Eisenoxyd . — 6-460 

Aluminiumoxyd 8'923 9-436 

Calciunioxyd 0-451 0-870 

Magnesiumoxyd - 794 1'041 

Kaliumoxyd 0813 1*810 

Natron ■ 0-953 ■ Q'710 

Summe der Silicate . . 83-873 87-480 



In Procenten der wasserfreien Substanz nach Abzug der Karbonate. 



Phospliorsiiure 0-076 

Kieselsiiure 82-061 

Eisenoxydul 3'634 

Eisenoxyd • . — 

Thonerde 10-639 

Kalk 0-538 

Magnesia 0-947 

Kali 0-969 

Natron P13(> 

100-000 



0-217 

. 77 118 

. 7-385 
. 10-786 
. 0994 
. 1-190 

. 1-498 

0-S12 

10(1-000 



Der „Weissenberger" Planer beginnt bei Tuchofic und gebt von da fast 
"nunterbrochen durch furstlichen Besitz fiber Lipno, Lipenz, Zcmeck und Zittolieb 



78 



bis Slawetiu. Er ist ein gleichformig gelb gefiirbtcr Kalkmergel, haufig mit zarten 
Glimmerblattchen durchsetzt. Die Lipenzer Kalke sind dagegen wieder mit wenigen 
Ausnahmen kalkai-m mid erscheinen dunkelgrau. Die Hiigel zwischen Neuschloss, 
Zittolieb und CMumfian bestehen aus kalkreichem Weissenberger Planer, der mit 
sanftem nordlichen Einfallcn den Griinsandstein nntcrteuft. 

Auf den siidlich von Zittolieb aufsteigenden Anhohen von Rotschow geM 
dieser Planer wieder in ein feinsandiges , poroses, iiussorst kalkarmes Gestein 
tiber, welches durch Vcrwitterung eine schr seichte Bodendecke liefert. 

Bci Neudorf und Tauschetin wird dieser Planer aber wieder harter, schwerer, 
kalkreicher und fruchtbarer. 

Der Pliinerkalk wie der Planormergel entfalten daher mehrcre NiianQen 
und je nachdem ihre Verwitterungsprodukto mehr Oder nach den Terrainverhaltnissen 
bald weniger in cinander iibergehen oder verschiedenen Urawandlungsprozessen unter- 
lagen, zeigt der aus ihnen entstandene Podcn cine mannigfaltige Beschaffenheit, so 
dass man sich vorerst nur auf die Untcrsuchung ciniger roinen Schichten dieser 
Formation bescliriinken musstc. 

Chemische Zusammensetzung der Weissenberger Schichten bci Zittolieb 



Ort der Probenahme 



Unter suchungsobj ekt 



Gltihverlust 5-121 11-400 



Dollk bol ZlUollob 



Erde 



ileim Doife Zitto- 
lieb audi. 



4-950 



5-370 



Mm- Tnbulkn v° n 
llolucjiuv b. Zittolieb 



Stoln 



5-546 



Knlo 



In 100 Gewichtstheilen ties wasserfreien Steines und Feinbodens: 



Kolilensaurer Kalk .... 

Phosphorsaure 

Kieselsiiure 

Eisenoxydul 

Fisenoxyd 

Aluiiiiniunioxyd 

Calciumoxyd 

Magnesiumoxyd 

Kaliumoxyd 

Natron 

Summe der Silikate 



30-681 5-40C 



0-013 

60-593 
2-041 

2-634 

0-873 
0-553 
1-050 
1-562 



,69-319 



0-047 
75-068 

6-930 
6-704 
1-817 
0-910 

1-640 
1-478 



94-594 



27-732 



0-037 
65-229 

4-649 

0-968 
0-417 

0-968 



72-268 



2-250 



0-038 
79-360 

|l4'612 

1-940 
0-670 

(l-130 



97-750 



0-000 



0-038 
90-709 

| 6-456 

0-836 
0-466 
0-720 
0-775 



101)000 



5-240 



0-490 



0-080 
84-870 

3-180 
9-410 
0-670 
0-410 
0-750 
0-140 
99*510 



In Procenten der wasserfreien 

Phosphorsaure I 0-018 

Kieselsauro 87-412 

Eisenoxydul 2-944 

Eisenoxyd — 

Thonerde 3-800 

Kalk 1-260 

Magnesia 0'799 

Kali 1-514 

Natron 2-253 



Substanz nach Abzug der Karbonate. 



0-049 
79-358 

7-329 
7-087 
1-920 
0-962 
1-733 
1-562 



100-000 100-0110 1100-000 100000 



0-051 
90-261 

1 6-433 

1-339 
0-577 

1-339 



0-039 
81-187 



iU'94flJfi 



0-038 
90-709 



,14-949 

1-984 
0-685 

f 1-156 



6-456 

l- 

0-836 

0-466 

0-720 

0-775 



11)0000 100 ooo 



0-081 

85-271 

|l2-658 

0-673 
0-412 

0-760 
0-145 



79 

Bei Zittolieb betreten wir die ausgedchnten Fluren dos Dolik, die sanft 
unsteigenden Felder hinter dera Schiittboden und die Fluren oberhalb des Schloss- 
Sactens. Der Kulturboden zeigt in dicser von Kalkgebirgen durcbzogenene Gegend 
( ''"«i ausgesprochen kalkigen Charakter, weil die durcli Verwitterung und Ab- 
s chwemmung des kalkreichen Gesteins gebildeten Thaler und Gebiingc stete Zufulu- 
a n kalkreicben Verbindungen erhalten. 



Cheimscbe Zusammensetzung 


Dolik 


Hinter dem 

Scbiittboden 


des Kulturbodens 


Obergrund 


Unlergrnnd 


Obergrund 


intergrund 


In 100 Gew. Rohbodens sind: 
Skelet 


12 
88 


8 
92 


12 

88 


13 

87 




in 100 Gev 

Sandiger Thcil . 

Thonige Substam 

In 100 Gev 

'lygroskopiscbes 

Humus und gebi 


u. Feinerde sind: 


90-6 
9-4 


87-1 
12-9 


90-4 

9-6 


86-7 
13-3 




r. Feinerde sind: 

ndenes Wasser . . . 


1-98 
7-55 


2-40 
7-66 


1-85 
7-06 


1-97 
6-84 


•n 100 Kgrm Fe 
Gr 

^ugangliclies 
Gebundenes 
Scliwer 16slicb.eS 


inboden sind enthalten 
ammes . 

■Kali 


9-53 

95 
229 

1782 


10-06 

70 
458 


8-9 1 

149 

408 

1452 


8-81 

65 

496 


Gesammtkali 


2106 
99 


186 


2009 

52 


137 


Natron in Salzsiiure loslich 


^"•gangliche 
Gebundene 


Phosphorsaure . . ( 


31 
35 


8 

73 


30 

55 


25 
65 


Gesammt 

A, 'fgeschlossene 


66 

7-722 


81 
8-684 


85 
9-263 


90 
12-054 



80 



Chemische Zusammensetzung 



Dolik 



Obergrnnd Untergnmd 



Hinter dem 
Schftttboden 



Obergrnnd Unlcrgrnnd 



In Proc. des Feinbodens sind: 

Gyps 

Kalkkarbonat 

Bittererdekarbonat 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Thonerdo 

Eiscnoxyd 

Kieselsaure 



Absorption (fiir Sticks toft) 



2-976 
0*426 

0-066 
2-106 
1-17.-5 
0-532 
Spur 
7-404 
6-588 
78-729 



sehr geringe Mengen 



98 



2-709 
0-267 
0-081 



2-561 
0-328 
0-085 
2-009 
1-268 
0-718 
Spur 
6-875 
6-242 
79-919 



80 



5-052 
0-749 
0-090 



Reiner Kalkbodcn wird in der Natur fast nie beobachtet, stets ftthrt er 
grossere oder geringere Thonmengen mit sich. Der Thongehalt bestimmt dann auch 
dessen Fruchtbarkeit. Die untersuchten Boden sind kalk- und kalireiche Lehmboden, 
die ihrer physikalischen Zusammensetzung nach den warmen Bodonarton angchorc-n, 
indem sie durch raschere Zersetzung der organischen Bestandtheile der Ackorkrn" 10 
eine grossere Warme erzcugen. Diese Boden verlangen nicht zu reiche, aber 
oftere Diingung, besonders auch mit Compostdiinger, weil der organische huinose 
Antheil des Dflngers durch das iiberwiegend erdige Mengungsmaterial vor schnelle* 
Zersetzung und zu grosser Wiirmeentwickelung geschiitzt ist, wodurch die Gefahr 
des Uiberwucherns der jungen Pflanzen beseitigt wird. 

Wie schon aus der Mcngo der aufgeschlossenen Silikatbasen, sowio a« s 
dem Gehalt der Erden an thoniger Substanz hervorgeht, besitzen diese Boden eine 
geringere Absorptionsfahigkeit als die Boden der Priinarformation und es unterliegen 
das Ammoniak und die harnsauren Salze in diesem kalkreichen porosen Boden- 
matcrial einer rascheren Umwandlung in Salpetersaure, die durch atbmospluirische 
Niederschliige leicht ausgewaschen und in den Untergrund gespiilt wird und auS 
diesem Verhalten der bctrachteten Erden crkljirt sich auch die giinstige Wirkung 
einer oftcren, wenn auch schwiicheren Ammoniak- oder Salpoterdungung. Ver- 
gleicht man die cliemische Zusammensetzung des Ober- und Untergrundes i' n 
Feldstiicke „Dolik", so findet man ersteren sowol an Bhosphorsaure als auch an 
zeolithiscbem, in Salzsaure loslichem Kali gegen den letzteren verarmt, wenn auch 
fur Kali bei dem hohen Gehalt beider Bodcnschichten sowol an zuganglichem, w ' c 
an gebundenem Kali keine Erschopfung zu befiirchtcn ist, so bestebt doch fiir die 
Phosphorsaurc die Nothwendigkeit eines von aussen kommenden Ersatzes fttr die 
in den Ernten eutzogene Mcnge dicser Substanz, welche in fruchtbarcn Boden 



81 

mo°/o i" wilir fruchtbaren 2 /io°/o auch noc ' 1 v ' eI raenr der rohen Erde betr&gt, in 
den betrachteten Boden aber kaum em halbes Zelmtel Procent nur ausnahmsweise 

Aon Procent erreicbt. 

Unterhalb des Ortes Zittolieb liingst des Zittolieber Baches, welcher ostlich 
durch den ehemaligen Fasangarten fliesst, liegt eine machtigere, aus leicbter, hu- 
moser, kalkhaltiger Dammerde bestehende, durch grossere Fruchtbarkeit ausge- 
zeichnete Alluvialschichte, welche sich auch entlang des Brdlocher Baches aus braun 
11 "d roth gefiirbter aus der holier liegenden, permischen Formation abgeschwemmten 
Un d niedergefiihrten Feinerde gebildet hat, eine jiingere Ablagerung, welche sich 
uber die Zuckerfabrik Chlumtschan bis gegen Pschan verfolgen lasst. 

Auf den flackgewolbten Anhohen zwischen Neuschloss und Zittolieb, sowie 
zwischen Laun-Zittolieb und Laun-Chlumcan besteht der Boden aus verwitterten, 
"littelgriindigen, feinerdereichen Pliiner, der mittelst des Dampfpfluges tiefgelockert 
UQ d gartenmassig bearbeitet wird. Die vorliegenden Analysen geben Aufschluss iiber 
den Reichthum desselben an violon Pnanzenniihrstoffen, iiber die Verschiedenheit 
des Ober- und Untergrundes, Muttergesteines und der Veriinderung, welche dasselbe 
durch Verwitterung crleidet. 

Kann man nach dem Gehalte an Pflanzeniihrstoffen alle jene Feldfluren, 
Welehe den Bestandtheilen des Planer ihre Fruchtbarkeit verdanken, als gesegnete 
''liii'en bezeichnen, so leiden sie doch an zwei Uibelstanden, an seichter Acker- 
( nune und zerkluftetem Untergrund und in Folge dessen an rascher Versickerung 
der meteorischen Niederschliige. Ware dem nicht so, die nach dem Ansehen und 
der Untersuchung vorziiglichen Boden des bohmischen Planerkalkplateaus miissten 
s an z andere Fruchtbarkeitsgrade entfalten. Leider aber differiren die klimatischen 
jerbaltnisse Bohmens von jenen der Gebirgs- und Seelandereien und es treten 
laufig Perioden extremer Diirre oder unzeitiger Niederschlage ein, welche oft die 
Sjchonsten Hoffnungen auf das Gedeihen der Futterpflanzen vernichten. Im Mittel 
^Uen nur 450 m j. Wiirden die Metcorwiisser regelmassiger und namentlich im Sommer 
bfiufiger wiederkehren, die Fruchtenstiinde dieser Liindereien wiirden noch erheblich 
b essere, die Ertriignisse weit lohnendere sein als dies gegenwiirtig der Fall ist. 



€hcmischc Zusammensetzuug. 








Meierei Chlumcan 


Unterer 
Fasangarten 


Ober der 
Kirche 


Gegen Laun 


Oliorgraml 


Untergrund 


Obsrgrnnd 


Untergrund 


Obergrmd 


Untergrund 


In 100 Gew. Rohboden sincl: 

Skelet .... 


19 

81 


7 
93 


13 

87 


8 
92 


5 
95 


6 
94 




In 100 Gew. Feinerde sind : 

Sandiger Theil 

rhonige 


86-8 
13-2 


85-4 
14-6 


92 2 

7-8 


89-2 

10-8 


85-4 ! 85-8 
1.4-6 ! 14-2 



82 



Meierci Chlumcan 



Unterer 
Fasangarten 



Obergiirad Ontergraid 



Ober der 
Kirche 



OI)or»riin(l llnlorgriiiid 



Gegen Laun 



(Jbergnnid 



Dntergrnnd 



In 100 Gew. Feinerde sind: 

Hygroskopisches Wasser . . . . 
Humus unrt gcbundenes Wasser . 
Gliihverlust 

In 100 Kgr. sind enthalten Grammes : 

Zuganglicb.es Kali 

Gebundenes Kali 

Schwerllosliches Kali 

Gesainmt-Kali 

Natrou in Salzsiiurc loslich . . . 

Zugangliche 1 

Gebundene J- Phosphorsliure . . 

Gesammt- ) 

Aufgeschlossene Silikatbasen . . . 



In Procenten des Feinbodens sind: 



2-65 
8-25 



L090 



131 

412 

1680 



2223 
104 



115 
64 



2-10 

5-56 



7-66 



104 
067 



123 



179 

11-298 



68 
54 



122 
10-817 



1-74 
6-73 



1-73 
6-02 



8-47 7-75 



69 

568 
891 



1528 
42 



48 

578 



113 



48 
65 



23 
68 



113 

•098 



86 
8-394 



1-95 
6-66 



8-61 



105 

284 
1 264 



1-88 
6-52 



1653 
35 



41 
35 



76 

9-883 



8-40 



17 
385 



178 



39 
32 



Gyps 

Kalkkarbonat . . 
Bittererdekarbonat 
Phosphorsaure . . 

Kali 

Natron 

Bittererde . . . 

Kalk 

Thonerde .... 
Eisenoxyd . . . 
Kicselsaure . . . 





sehr geringo Menj 


,en. 


9-474 


14-502 


2-335 


2-490 


12-521 


0-752 


0-626 


0-177 


0-145 


1-116 


0-179 


0-122 


0-113 


0-086 


0-076 


2-223 


— 


1-528 


— 


1-653 


1-197 


— 


1-182 


— 


0-493 


0-725 


— 


0-672 


— 


0-997 


1-085 


— 


0-655 


— 


1-663 


7-509 


— 


6-313 


— 


6-687 


6-507 


— 


6-632 


— 


4-716 


70-349 


— 


80-393 


— 


70-068 



71 
10-242 



25-959 
0-322 
0-071 



Aus den vorhergehenden Analysen ersiebt man, dass obwohl der Gesammt- 
kaligehalt der Pllinerkalk- und Mergel-Gesteine — er bewegt sich bei den Steinen 
zwischen : 

0-950, 0-841, 1-420, 0-750, 0-813, 0-969, 1-050, 0-720% 
und bei den Verwitterungsprodukten zwischen 

1-330, 1-120, 2-580, 1-310, l-640°/ n 
und bei den Erden : 

2-681, 2-106, 2-009 Prozent — 
nur ausnahmsweise ein Procent iiberschreitet, die Verwittcrungsprodukto derselben 
fast das Doppelte an Kali enthalten und dass nahe zwei Procent fiir cinen Cultur- 
boden schon eine sehr betrachtlichc Menge ist. 



83 



Es eriibrigt noch die Betraehtung der chemischen Zusammensetzung zweier 
Schichtenstufen, welche sich in der Nahe von Lobositz ausbreiten. Bekanntlich 
fttllt das Pliiner-Plateau steil gegen die Niederungen am Zusammenflusse der Eger 
und Elbe bei Theresienstadt ab und wird von deni bei Lobositz miindenden Modlbach 
durchfurcht. Von der Quelle dieses Baches bedeckt der Teplitzer Planer den bier 
z » Tage ausgehenden Weissenberger Planer, der sich von Vatislav iiber Veleniin 
kings des Oparnerthales hinzieht und den Untergrund eines anmuthigen Thalgeliindes 
hildet, aus dem sich die vorhin betrachteten Basalt- und Phonolithkegeln, Kostial, 
Vostrey, Ovefn, Kahlcberg und Lobosch malerisch erheben. 

Auf der Dobraj iibergeht dieser Planer in ein iiusserst kalkarmes Silikat- 
gestein, das als ausgezeichneter Baustein dient, wahrond der Planer bei Sullowitz 
und Schifowitz eine kalkreiche Varietiit bildet, die als Mortelstein gesuclite Yer- 
wendung findet. 

Von den Kottomerer Hiihon fiihrt ein an schcinen Aussichten reicher Fahrweg 
nach dem Elbthal bei Lichtowitz herab. Auf halbem Wege befindet sich ein Steinbruch, 
dom eine charakteristische Probe dieses den ganzen Ilolienzug von Lichtowitz bis 
Kottomef bildenden Gesteines entnommen wurde und dessen Zusammensetzung aus 
^olgenden zwei Analysen zu ersehen ist. 



Stein : 

Gluhverlust 1-30 . 

Kohlensiiuie — . 

Kieselsiiure 88-40 . 

Thonerde und Eiscnoxyd . . 6*03 . 

Kalk 062 . 

Magnesia 0'73 . 

Kali 1-24 . 

Natron 0-72 . 

Phosphorsiiure Spur . 



Zersetzungsprodukt : 



99-04 



. 6-95 

. Spur 

. 82-72 

. 7-78 

. 0-45 

. 0-80 

. 1-22 

. Spur 

. 0-08 
100-00 



Im grellen Contrast zu diesem Pliinersilikat steht das Pliincrkarbonat aus 
dem unmittelbar hintcr dem Dorfe Sullowitz liegenden Kalksteinbruche, das die 
Zusammensetzung des Steines dieser Schichtenstufe wiedergibt und eine kalkreiche 
Verwittcrungsrinde absondert, die, wie folgt, zusammengesetzt ist: 



Kalkstein von Sullowitz. 

Stein : Verwitterungsrinde : 
Gliihverlust 0-79 1'81 



Kalkkarbonat 84-06 

Phosphorsiiure 0-17 

Kieselsiiure 2-87 

Eisenoxyd 1*57 

Thonerde 8-66 

Fiirtrag 



70-07 
0-13 

11-17 
1-51 

12-45 



98-12 97-14 

6* 



84 



Stein : 

Ubertrag 98-12 

Kalk 0-30 

Magnesia 0\50 

Kali 0-39 

Natron 043 , 

Schwefelsaure Spur 



99-44 



Verwitterungsrinde : 

. . . 97-14 

. . . 0-45 

. . . 0-88 

. . . 0-87 

. . . 010 

. . . Spur 



99-44 



Nach ihrer chemischen Zusammensetzung zerfallen daher die Glieder der 
bohmischen Kreideformation in zwei grosse Gruppen, in die sandigen odor Silikat- 
bildungen und in die kalkigthonigen Ablagerungen. Die weisse Kreide fehlt 
jedoch giinzlich. 

Wir iibergehen noch zu den Untersuchungen der Waldbodcnunterlagen 
des Domauschitzer Forstamtsbezirkes und beginnen mit dem Semicer Mergel, der 
unteren Etage der Weissenberger Schichten. 

Die Analysen dieser Gesteine sind von Dr. Hanamann, diejenigen der 
Verwitterungsprodukte sind von Herrn Koufimsky ausgefuhrt. Es folgt sowobl die 
Analyse der salzsauren Ausziige als auch die Totalanalyse dieser Naturproduktc 



85 



Waldbo den tint erlajreiL 



I. Der Semicer Mergel. 

Untere Etage der Weissenberger Schichten. 

In 100 Gewichtstheilen der Gesteine und ihrer Zersetzungsprodukte waren 

enthalten : 



Bestandtheile 



• 'hosphorsiiure 



Domauschitz 
(Kamenny Oujezd) 

48/c 



Unvenvlttor- 
tCB Qosteiii 



Jn 
Salz- 
sfluro 
lOilloh 



Tola I 



()■<):«) 



orgam- 



Wasser und 

sclie Stoff'e 
Thonerde . 
Kiscnoxyd . 
Eisenoxvdnl 
Kalk . . . 
Magnesia 
Natron . . . 
Kali .... 
Kieselsiiure 
Kohlensilure 
Schwefelsiiure 



Stickstoffabsorption 
(nach Knopp) . 



12-28 
0-12 
1-12 
0-18 
0-23 
0-07 
0-55 



6-85 
17-59 
0-12 
1-12 
0'18 
0-23 
0-13 
1-33 
72-45 

Spur 



ii. 

Verwltte- 
rungsprochikt 



In 

Salz- 
itture 

10sIIl-.ll 



Totnl 



Domauschitz 

(Umrlci les) 

l»/a 



in. 

Unverwltter- 
tea G ostein 



In 

Salz- 

B&uie 

Oallcli 



Total 



0-050 



2-78 
2-66 
0-30 
0-38 
0-43 
08 
047 



57 



743 

7-87 

2-50 

0-30 

0-38 

0-43 

020 

1-50 

79-13 

Spur 

Spur 



0-040 



IV. 

Verwltte- 

rungsprodukt 



In 

Salz- 
BftUFQ 

Iflsllrii 



Total 



051 



1'ferubcnic (Moriiste) 
io/a 



Unverwltter- 
tes Geatein 



In 

Salz- 
Bfluro 

lOsUoh 



Total 



0-030 



VI. 

Verwltte - 
mngsprodukt 



In 

Sals- 
sit lire 
loallcli 



Total 



0-032 



99-80 



8-23 
047 
1-67 
1-08 
0-39 
0-03 
0-50 

0-85 



G-93 
14-86 

0-47 
1-67 
1-78 
0-39 
0-42 
1-40 

7160 
0.85[ 

Spur i 



99'87 



2-40 
2-07 
0-48 
3-54 
0-80 
003 
0-44 

2-78 



8-80 
9-43 
2-07 
0-48 
4-85 
0-8G 
0-17 
1-45 

G8-85 
2-78 

Spur 



99-74 



264 

o-ot 

4-31 
1 1 '68 
0-39 
0-02 
0-62 

9-14 



7-99 
7-12| 
0-05, 
4-31 

13 GO 
0-39 
0-54 
1-04 

55-43 
9-14 

Spur 



99-01 



8-25 
1-G9 
0-73 
0-G0 
0-06 
0-03 
0-44 



73 



10-07 
17-30 
1-69 
0-73 
0-60 
0-99 
0-17 
1-24 
00-98 
Spin- 
Spur 



99-77 



Diese, die tiefste Stufe der Weissenberger Schichten bildenden Mergel sind 
stets feuchte, mergelige Thone, welche nur an ausgetrockneten Stiicken spaltbar 
^ u< l. Diese Mergel verdienen eino besondero Berflcksichtigung der Land- und. 
'orstwirthe, sie sind von praktischer Bedeutung sclion aus dem Grunde, weil die 
jiuellen regelmassig an ihrera oberen Horizont entspringen. Das Wasscr, welches 
''ui'ch die mehr lockeren und zerkltifteten Schichten der Wehlowitzer Planer und 
I'iiiower Knollen durchsickert, sanunelt sich an den undurchdringlichen Thonen 
au und rieselt an den Berglehnen in zahlreichen Wasserschnuren hervor. 



8fi 

Die Mergel dieser Etage sind weit reicher an Thonerde und Eisenoxyd als 
die der beiden hoheren Etagen. Die Verwitterungsprodukte dieser Gesteine sind 
reicher an Kalk als die beiden iibrigen Etagen. 

Wie die analytischen Ergebnisse darthun, entbalten die Gesteine kohlen- 
saures Eisenoxydul in nicht unbedeutender Menge, welches (lurch das diese Schichten 
reichlich durchziehcnde kohlensaure Wasser als Eiscnkarbonat entfiihrt und an 
tieferen Stellen als durch Kohlensiiureverlust und Sauerstoffaufnahme unloslich 
gewordenes Eisenoxydhydrat abgesetzt wird, und deshalb begegnet man so haufig 
im Niveau der Wasseransammlung diinnen Flatten von Brauneisonstein, welche oft 
den Anhaltspunkt fur die Anlage der Drainagen abgeben konncn. Da, wo das Gestein 
in geneigter Lagcrung einc schiefe Ebene bildet, werden wiihrend dessen Verwit- 
terung und Zcrfall auch die feinsten Thontheilchen mechanisch vom Wasser entfiihrt 
und an tieferen Punkten abgesetzt. Diese natiirlichen Schlammfiinge miissen dann 
von sehr fruchtbarem Boden bedeckt sein, in welchern die geschiitztesten Bestiinde 
anzutreffen sein werden. 

Nicht nur die Kalkmenge, auch die Quantitiit dcs in Salzsaure loslichen, 
d. i. zuganglicheren Kalivorrathes ist bei den Verwitterungsboden der Semicer 
Mergel bedeutend grosser, ja dreimal so gross als bei den gleichnamigen Schichten 
der Wchlowitzer Ablagerungcn, wie sich klar aus folgender Zusarnraenstellung ergibt: 



Verwitterungsprodukte 



der Semicer Planer 



Nro. 
II. 
IV. 
VI. 



Proccnte 
. 0-47 
. 0-44 
. 0-44 



der Wehloivitzer Planer 



Durchschnitt 



. 0-45"/ n 



Nro. 
II. . 




Proccnte 
. . 0-25 


IV. . 




. . 0-14 


VI. . 




. . o-n 


VIII. . 




. . 0-17 




Durchschnitt . 


. . 0-17% 



Aber auch an Phosphorsaure sind die Semicer Mergel weit reicher als 
wie die Wehlowitzer, wie folgcnde Zusammenstellung beweist. 



Semicer Boden 
Nro. Procentc 

II 0-050 

IV 0-051 

VI 0032 



Wehloivitzer Boden 



Nro. 




Proccnte 
0-030 


IV. 




. . o-ou 


VI. 




. . o-oio 


VIII. 




. 0-020 




Durchsclmitt . 


. . o-oi.s% 



Durchschnitt . . . 0-044% 

Nachdem die Mergel vermoge ihres grossercn Thonerdegehaltes bindigei' 6 
Eigenschaffcen, vermoge eincs griisseren Gehaltes an Zeolithen ein bedeutenderes 
Absorptionsvermogen fur Wasser, Pflanzennahrstoffe mineralischer Natur, VOX 
Ammoniak und Gase besitzen, auch stets wasserreicher sind als die ttbrigerj hn 1 ' 
betrachteten Bodenarten, so werden und mussen sie grSssere Eruchtbarkeitsgi" 1 ' 1 '' 



87 



entfalten als die verwitterten Abkommlinge aller anderen Gesteinsschichten dieser 
Gruppe. 

An Eisenoxyd und Thonerde entlialten nixmlich die Gesteine und die Verwit- 
terungsboden der 

Semicer Schichten: 



Nro. 
I. . 




Gesteine 
. . 18-83 


Nro. 
II 




Verwitterte 
. . 10-73 


HI. . 


Durchsclmitt . 


. . 11-48 


IV. . 




. . 11-98 


v. . 


VI. 




. . 19-72 


vn 










. . 15-60 




Durchsclmitt . 


. . 14-14 



Wehlowitzer Schichten: 



Nro. 

I. 

III. 

V. 

VII. 



Gesteine 
. 6-10 
. 3-66 
. 5-55 
. 4-60 



Durcbsclmitt 



4-98 



Nro. 
II. 

IV. 

VI. 
VIII. 



Verwitterte 
. . 6-05 
. . 5-67 
. . 3-98 
. . 8-03 



Durchschnitt 



5-93 



Von den die Plasticitiit eines Bodcns bedingendcn Stoflen entlialten also 
( h'e Semicer Boden dreimal grossere Mengen als die Wehlowitzer Boden. Vergleicbt 
Wan endlich nocb die loslicben Kalimengen dcr Gesteine und Erden beider Schichten- 
stufon und bestimmt ihr gegenseitiges Mengenverbiiltniss zu einander, so erliii.lt 
Wan folgende interessante Zahlen. 

Auf Grund dieses klaren analytiscben Ergebnisscs kann man behaupten, 
•lass die Boden der Semicer Mergel grossere Kalimengen in einer den Pflanzen- 
Wurzoln loicbter zugiinglicbcn Form entbalten als die der Wehlowitzer Mergel und 
Wie nachfolgende Vergleiche lehren, dass sie in jeder Bezicbung gecigneter sind 
ansprucbvollere Nutzpflanzon zu ernabren und desbalb die Aufmerksamkeit der 
*orstwirthe in erster Linie verdienen. 



In Salzsaure losliche Kalimengen der 

Semicer Schichten. Wehlowitzer Schichten. 



Nro. 


Stein 


Nro. 


Ver- 
wittert 


Quotient 


I. 
III. 

V. 
VII. 


0-55 

0-50 
0-62 


II. 
IV. 

VI. 
VIII. 


0-47 
0-44 
0-44 


100 : 86 
100 : 88 
100 : 70 




Dun 


hschn 


tt wie 


100:81 



Nro. 


Ver- 
Stein : Nro. | wittert 


Quotient 


I. 

III. 
V. 

VII. 


0-42 
0-27 
0-32 
0-26 1 


II. 

IV. 

VI. 

VIII. 


025 
0-14 
0-11 

0-17 


100 : 59 

100 : 52 
100 : 34 
100:65 




Dun 


liscbn 


tt wie 


100 : 52 



Die Welilowitzer Planer. 

Oboro Etage der Weissenbergor Schieliten. 

In agronomischer Hinsiclit zeigen die Gesteine dieser Schichtenstufe folgendes 
Verhalten zu Losungsmitteln und die unten angefiihrte Zusammensetzung : 

Der Gesainmtthoncrde- und Eisenoxydgehalt der Gesteine und Verwitterungs- 
produkte der Welilowitzer Pliinerschichtcn bewegt sich, wie ein Blick auf die 
oachfolgende Tabelle zeigt, nur zwischen 4 bis 8°/ n , in der salzsauren Liisung von 
1 bis 3%. Diese Mineralgebilde sind daher sehr arm an Thonbildnern, reich dagegen 
an Kieselerde und Quarz, welcher sich innerhalb der Grenzeu 67—87% der Eeinerde 
bewegt, je nachdem ob man es mit dem Verwitterungsprodukt odor dcm Steine zu 
thun hat. Sammtliclie Mineralprobcn sind sehr arm an Magnesia, deren Menge in 
keiner der vielen untersuchten Gesteins- und Bodenproben bis zu eincm Prozente 
steigt, in der Regel aber untcr '/»°/o betragt, von dem jedoch beinahe zwei Drittel 
in Salzsaure liislicli, also den Pflanzenwurzeln leicht ziigiinglich sind. 

Sehr arm sind siimmtliche Schichten an Natron und Schwefclsiiure, nur da, 
wo Schwefelkiese und Pyrite eingesprengt sich befinden, cnthalten die Boden 
nennenswerthe Mengcn dieser Saure. In der Begel ist sie nur spurcnweise vorhanden- 

Die Gesteine dieses Planers enthalten das Kali in nicht unbedeutender, 
durchschnittlich ein Prozent betragendcr Menge und in wcit leichter lbslichen 
Vcrbindungszustanden als die bereits verwittcrten Waldboden. 

Stellt man zum Verglcich die gefundenen Quantitiiten des leicht loslichen 
Kalis beider Naturprodukto nebeneinandcr, so erhalt man fill' 

die Steine und fur die Erden: 

II 0-25 

IV 014 

VI o-ii 



I. 

III. 

V. 



0-42 
0-27 
0-32 



VII. 



0-26 



Durchschnitt . . . 0-32 
somit fur die Gesteine noch einmal 



VIII. 



Durchsclinitt . . . 
soviel leicht losliches Kali als fur 



0*17 

0-17 



ihre 

Verwitterungsboden, obwohl sich in den letztercn der Gesammtkaligebalt uffl 
mehrere Zehntel Procente holier stellt, als in den crstcren. Indem niimlich ein 
Theil der Silikate der Gesteine zcrsetzt, Kalk, Natron, Kieselerde und Eisenoxydul 
dciiselben entzogen werden, nimmt die Thonerde, das Eisenoxyd und das K a »' 
relativ zu und wird von den sich bildenden wasserreichcn Doppelsilikaten den 
Zeolithen encrgisch zuriickgclialten, absorbirt und vor Auslaugung geschiitzt. Untei" 
dem iinaufhbrlich wirkendcn, liisenden Einfl'uss des kohlonsaurelialtigcn Regenwassel'S 
verschwindet von alien vorhandenen Basen der Kalk als losliches doppelt kohlen- 
saures Salz am schnellsten aus dem kalkreichen Gesteine, wiihrend die Eisenoxydul- 
silikate durch Sauerstoffaufnahme in Eisenoxydsilikate und freies Eisenoxydhydra* 
iibergehen. 

Die sparsame Mutter Natur hat aber audi fiir Mittel gesorgt, dcm Verlust 
des in geringster Menge in den Bdden enthaltenen deshalb kostbarsten Stolles, 



89 

der Phosphorsiiure zu bcgegnen, indem der in den Gesteinen enthaltene, in Regen- 
Wasser losliche phosphorsaure Kalk in den Verwitterungsprodukten wie in der 
zuletzt zui*11ckbleibenden Ackererde, absorbirt und durcli sofortige Umsetznng mit 
den niemals in den Bodcn fehlenden Eisenoxyden in sehr schwer losliche Verbin- 
( "ingsfonnen uberfiihrt und als Eisenphosphat zurtickgehalten wird und so ftir die 
^xistenzbedingungen komniender Geschlechter gesorgt, den Trummern der Gesteine 
'"o merkwiirdige Fahigkeit verleihend, die kostbarsten Pflanzennilhrstoffe an sich 
zu reissen und festzuhalten ; denn an der Erdoberfiache sollte sich das Leben ini 
■wchte der Sonne entfalten und in zunehmender Fiille fortbestchen. 

Die Wehlowitzer Pliinerschichten bilden die hochste Stufe der Weissenberger 
"chichten und enthalten hauptsftchlich den allgemein unter dem Namem „opuka" 
oekannten Baustein und bloss auf diese Schichten bezieht sich der von Reuss in die 
Geologic eingefuhrte Nainen „Planersandstein". 

Er bildet regeknassige Banke von bald mehr sandigem, bald mchr kalkigem 
Planer, an dem man im Allgemeinen zwoi llorizonte unterscheiden kann. Die tiefere 
Lage ist arm an Petrefakten, die hohere Lage liefert den besseren Baustein und 
ei ne Bank, „zlatt opuka" genannt, wird sogar zu Steinmetz- und Bildhauerarbeiten 
v ei'wendet. 

Die DMnover Knollenschichte. 

Nach den Arbeiten der Geologen Dr. Frig und. Krejti*), bilden die Drinover 
Knollen die mittlere Stufe der Weissenberger Schichten, welche zwischen <1< n 
Semieer Mergeln und den Wehlowitzer Pliinern gelagert ist. Der Hauptcharakter 
dieser Stufe liegt in den zab.lreicb.en Petrefakten der drei oder vier Reihen del' 
kalkigen Knollen, welche in der oberen Ilalfte des diese Stufe bildenden, miirben, 
,S; »ulig pulverigen Gesteines eingelagert sind. Diese Knollen widerstehen der Ver- 
w itterung besser als die miirben Pliinergesteine, und deshalb ragen sie zuweilen 
als vorspringende Biinke aus denselben hervor. 

Nach Frig wcchselt die petrographische Bescb.affenb.eit dieser Knollen sehr. 
■ks sind meist graue oder bliiuliche unreine Kalke oder sie sind stark mit Quarz- 
Kornern untermischt und an manchen Lokalitaten so stark, dass man einen formlichen 
Quadersand vor sich hat. 

Niihert man sich einer Berglehne, wo diese Planerstufe entwickelt ist, so 
Sewahrt man von Wcitem kahle wcisse Stellen mit sparsamer Vegetation. Vom 
Regen ausgewaschenc kreidige Balden, von kleinen Wasserrissen durchsetzt, bilden 
''ie tJberreste der hier von Zeit zu Zeit geoffneten Stcinbriiche, welche behufs 
'"'wiimung der kalkreichcn Schichten angelegt werden. Die bezeichneten Knollen- 
S( 'hichten kommen auf der Rovina in der Waldstrecke Sandberg und in Tfeboc in 
(1(! >" Waldstrecke Pforostla vor und es war daher von Interesse, das unverwitterte 
Ostein und die Kalkknollen dieser Gegend ilirer chemischen Zusammensetzung nach 
kennen zu lernen. 

Das Ergebniss der Analyse der unverwitterten Gesteine war folgendes: 



*) Archiv der bShmischen Landesdurchforschung 1878. 



90 



Zusammenstellung der Drinover Gesteinschicliten. 



Bestandtheilc 


Rovina = Sandberg 


Tfeboc = Pferostla 


Loslich in 


Total 


LOslich in 


Total 


Salzsiiuro 


Flussaaurc 


Prozente 


Salzaaure 


Flusssiiure 


Prozente 


Wasser und organ. 

Eisenoxyd .... 
Kohlensaurer Kalk . 
Kohlensaurc Magnesia 

Kali 

KieselsJiure . . . 
Schwcfelsauro . . . 
Phosphorsaure . . . 

Summa . . . 


0-915 
1-720 
49-260 
0-467 
0-025 
0-140 
0-304 
0-012 
0-025 


4-522 
0-975 

0-061 

0-454 

41-106 


4-522 
1-890 
1-720 

49-260 
0-467 
0-086 
0-594 

41-410 
0-012 
0-025 


• 

1-040 
0-970 
24-295 
0-203 
0-062 
0-363 
0-140 
0-315 
0-006 


6-828 
0-345 

0-025 
0-117 

64-865 


6-828 
1-385 
0-970 

24-295 
0-203 
0-087 
0-480 

65-005 
0-315 
0-006 


52-868 


47-118 


99-986 


27-394 


72-180 


99-574 



Aus dieser Untersuchung geht hervor, dass die Drinover Gesteinschichten 
sehr arm an Thonerde, dagegen sehr reich an kohlensaurcm Kalk und Quarz sind, 
dass in der Rovina im Sandberg dor Kalk, im Tfebocer Ilevier in der Pferostla 
die Kieselsiiure und der Quarz vorherrschen und dass sie im Phosphorsiiuregehalt 
sehr erheblich von einander abweichon. 

Gemeinsam ist bei beidcn Gesteinon die Armuth an Magnesia und Natron. 
An leichter loslichem Kali sind bei gleichcm Gesammtkaligehalt die Tfebocer 
(icsteine den Gesteinen des Sandberges dreifach iiberlegen. Die letztgenannten 
<Jcsteine bilden wahrscheinlich den Ubergang zu den Dfinovcr Knollenschichten 
und die in ihnen eingelagerten Kalkknollen sind, urn audi ihro chemischo Natur 
kennen zu lernen, separat untersucht worden. line Zusammensetzung ist folgende: 



91 



Kalkknollen- Analyscn. 








Rovina 


Tfeboc 


Bestandtheile 


Sandberg 


Pferostla 




3 805 
1-990 
1-575 

62-995 
0-438 
0-081 
0-524 
0-018 

27-984 


4-525 
0-960 
0-965 
85-990 
0-498 
0-212 
0-546 
0-002 
5-956 










Kali .... 






Zusammeu .... 


99-410 


99-654 



Die vorliegende Zusammenstelluag zeigt, dass die an Kalk armeren, aus- 
gelaugteren Gesteine der Tfebocer Gesteinschichten die an koldensauren Kalk 
bedeutend reicheren Kalkknollen entbalten und dass sich dieser in ilinen bis zu 
86% ihres Gewiclites ankauft, wesshalb sie im gebrannten Zustande einen guten 
oaukalk und ein ausgiebiges Bodenverbesserungsmaterial fur kalkarme Boden liefern 
konnen. Bedenkt man aber, dass diese Knollen in ihrer Zusammensetzung ausser- 
°i'dentlich wechseln und je nacb dem Orte ihres Vorkommens in formliche Sand- 
knollen ubcrgchcn, so kann man durchaus nicht aus der Bcschafienheit der Tfebocer 
Kalkknollen sofort auf jene anderer Kalkknollen scldiessen, ja die praktische Wich- 
tigkeit vieler Knollen wird ihrer Zusammensetzung nach vielleicht eine nur sehr 
Untergoordnete sein, viele Kalkknollen dieser Schichten wcrtlen nur einen schlechten 
°der unbrauchba,ren Kalk liefern. 

Die betrachtete mittlere Etage der Weissenberger Schichten tritt jedoch 
inuerhalb des Domanschitzer Forstamtsbezirkes gerade nur in den stcilsten Illingen 
z « Tage, so dass von einer Untersuchung des Verwitterungsbodens dieser Gesteine 
Unigang genommen wurde, denn ein soldier wiirde in der bezcichneten Gegend 
fl 'ei von den Beimengungen der uberlagernden Schichten, deren Schutt iiberall die 
"ange bedcckt, kaum gewonnen worden sein. 

Anruhend folgt die chemische Zusammensetzung des Wehlomtser Planer 
Un d seiner Verwitterungsprodukte : 



Wenlowitzer Planer. 



Bestandtheile 



Rovina, 
KounoTer Hau 27,1) 



Domauschitz, 

(Houba 4 k) 



I. 



n. 



in. 



IV. 



Unver- 
wittertes 
Gestein 



Los- 
licli 



Total 



Boden 



Unver- 

vrittertes 
Gestein 



Boden 



Tfeboc, 
(Skalka 40,'b) 



vi. 



Domauschitz. 
(Pravda 43/n) 



vri. 



vni. 



AasfuUung 

der RoTiaa 

Kauuover 

Hau 



Lbs- 
lion 



Total 



Los- 
lich 



Total 



Los- 
lich 



Total 



UnYer- 
wittertes 
Gestein 



Boden 



Unver- 

wittertes 
Gestein 



Boden 



Aus- 
fullung 



Los- 
lich 



Total 



Los- 
lich 



Total 



Los- 
lioh 



Total 



Los- 
lich 



Total 



Los- 
lich 



Total 



Phospborsaure 



0-006 



0-030 



0-010 



0-011 



0-005 



0-010 



0-016 



0-020 



0-070 



Wasser und org. 

Stoffe . . 
Thonerde . 
Eisenoxyd 
Eisenoxvdul 
Kalk . . . 
Magnesia . 
Natron . . 
Kali . . . 
Kieselsaure 
Kohiensaure 
Summa 



Absorptionen Stick- 
stoff (naoh Knopp) 



1-04 
0-65 
0-17 
0-24 
0-23 
0-07 
0-42 



4-93 
5-28 
0-65 
0-17 
0-35 
0-40 
0-34 
1-41 
86-40 



99-93 



0-88 
0-49 
0-47 
0-17 
0-23 

o-oi 

0-25 



15 



3-72 
5-09 
0-49 
0-47 
017 
0-23 
0-31 
1-43 
87-63 



0-90 
0-10 
0-59 
13-26 
0-23 
0-06 
0-27 

10-42 



3-65 
2-97 
0-10 
0-59 

13-50 

0-36 

0-06 

0-82 

67-48 

10-42 



99-54 



99-95 



1-15 
1-30 

0-08 
0-40 
0-17 
0-07 
0-14 



18 



9-82 
4-29 
1-30 
0-08 
0-40 
0-25 
0-34 
1-13 
82-33 



99-94 



1-54 
1-06 
0-29 
0-24 
0-23 
0-07 
0-32 



4-67 
4-20 
1-06 
0-29 
0-33 
0-36 
0-24 
0-75 
88-28 



100- IS 



1-05 
49 
0-39 
0-15 
0-09 
0-03 
0-11 



6-38 
3-10 
0-49 
0-39 
0-15 
0-09 
0-23 
1-10 
87-95 



11 



1-43 
0-58 
0-17 
11-05 
0-24 
0-06 
0-26 

8-80 



■02 

'85 
'58 
17 
25 
35 
12 
f-2 
24 
80 



1-34 
1-02 
0-40 
0-37 
027 

o-oi 

0-17 



99-30 



22 



5-40 
6-61 
1-02 
0-40 
0-38 
027 
0-50 
1-44 
83-68 



99-70 



7-39 
4-69 
0-42 
0-90 
1-05 
0-05 
0-61 



11-24 
15-69 
4-69 
0-42 
0-90 
1-05 
0-30 
1-51 
64-20 



lfHi-llll 



Nro. IX. Eine Erdprobe des Inbaltes des einer der zahlreichen HbMungen in der „Rovina u anstehenden Gesteines. Es ist ein gelblich- 
grauer stark eisenschiissiger, leicht zerreiblicher Niederschlag, der sich aus den mit Mineralstoffen gesattigten, die porosen Schichten dieser 
Gesteine durcbsickernden Regenwassern nacb Yerdunstung derselben in den HbMungen der tieferen Gesteinsstufen absetzt, und Wande 
derselben mit einer amorphen, braunlichen Mineralmasse iiberkleidet. 



C<1 

as 



93 

Dor Plftnersandstein von Tfeboc. 

Das gelblich graue, porose Muttergestein der weiter unten behandelten 
Ve »'witterungsprodukte zerfallt unter dem Einflusse der Atmosphlrilien leicht zu 
eiI *em sandigen nicht unfruchtbaren Boden. Die Natur vollfiihrt diese Zersetzung 
In langeren Zeitraumen mit unscbeinbaren Mitteln. 

Im Lab oratorio konnte die Loslichkeit und Verwitterungsfiihigkeit des Ge- 

steines nur ann&hentd in der Art gepriift werden, dass von dem gepulverten Gesteine 

^ei verschicdene Saureauszuge dargestellt und untcrsucht wurden. Der genannte 

tein gab an reiner Essigsfture, kocbender Salzsaure und an Flusssaure folgende 

'"'Walstoffmengen ab, welche wiihrend der Verwitterung desselben in immer loslicher 

We «londe Verbindungszustande iiberfiihrt werden. 



Es wurden die folgeiiden Mineralstoffe 
von 



In 100000 Gewichtstheilen: 

Essigsfture Salzsfture 



Flusssiiure 



Total 



Thonerdc 

Eisenoxydul 

Calciumoxyd 

Magnesia 

Kali 

Natron 

Phosphorsaure 

Schwefelsiiure 

Kiesels&ure 

Wasser u. organische Stoft'e . . 

Summa 
Zgrlust bei der Analyse .... 



213 

205 

50 

Spur 

98 

5 

Spur 

Spur 

82*) 



1.402 

1.100 

120 

182 

239 

37 

8 

Spur 

5.205 



2.030 

Spur 

Spur 

302 

541 

208 



82.863 



3-645 
1-305 
170 
484 
878 
250 
8 
Spur 
88.150 
4-505 



99.395 
605 



100-000 



p Obwohl die Menge der in den schwftcheren Siiuren loslichen Basen im 

' ai izen genommen klein ist, so sind doch einzelne Nahrstoffe der Pflanzen darin 



) lu Natron liisl. zeolith. Kieselsfture. 



wmm 










<)4 



in grosserer Menge enthalten. Namentlich findet man grbssere Kalimengen, welche 
eine wichtige Rolle im Leben der rilanze spielen. Das Muttergestein entbiilt niimlieh 
iiber acht zehntel Procent Gcsammtkali, welches zur Halite schwer loslich, zur 
andoren Halfte leicht, zum Theil sehr leicht loslich ist, und daher auch leicht ver- 
wittert. In sehr geringer Menge enthalt der Stein Phosphorsaure, Kalk- und 
Schwefelsaure. Die Pflanze wird aus einem, diesem Gestein entstaimuenden Bo Jen 
einen Uberschuss an Kali, gegeniiber den anderen Nahrstoffen empfangen, doch 
iindert sich, wie man sp&ter sehen wird, dieses relative Nahrstoffverlialtniss (lurch 
den wiihrend der Verwitterung erfolgenden Austritt einzelner Bestandtheile des 
Gesteines, noch bedeutend, die grosse Armuth an Kalk- und Phosphorsaure bleibt 
aber der Erde so gut wie dem Stoine, aus welchem dieselbe hervorgegangen ist, 
eigen und charakterisirt diese Schichtenstufe. Die leichte Verwitterbarkeit des 
Gesteines geht aus seiner Porositat, sowie aus den Loslichkeitsvcrhiiltnisscn dor 
Basen in verschiedcnen Mineralsauren klar hervor, denn die Halfte aller Bason 
hist sich leicht in den zwei erstgenannten LSsungsmitteln, Essigsaure und Salzsaure 
auf, wobei das Eisenoxydul durch Sauerstoff- und Wasseraufnahme zur fortschreitend 
schnellcren Zersetzung des Gesteines nicht wenig beitragt. 



95 



Diluvial- unci Alluvialboden. 

Zusammensetzung fruchtbarer Ackererden aus der TTmgebung von 

Postelberg und JGobositz. 

Im Gegensatz zu den friilier betrachteten Bfiden der siidbohmischen tertiaren 
Ablageningen findet man in diesen nordbohmischen Boden einen liinreichenden, 
°ft betrachtlichen Kalkgehalt, eine gleicbiormigere, der Cultur von Feldpflanzen 
Zl 'sagendere physikalische Beschaffenheit und einen liolien Grad von Fruchtbarkeit, 
cl °i" sich aus ihrer chemischen Zusammensetzung leiclit erkliiren liisst. 

Auf der zwischen dem Erzgebirge und dem Mittelgebirge im nordwestliclien 
Bohmen liegenden Hochebene, zwischen Briix und Postelberg, Komotau und Wilomic 
bedecken diluviale Gebilde als Lehm, Sand und Schotter, die jiingeren Tertiar- 
Sebilde oft bis zu bedeutenden Jlohen, obwohl sie gegen das Mittelgebirge zu, 
selten grosse zusammenlningende Fliichen einnelimen. 

Der Diluvialsand runt da entweder unmittelbar auf BraunkoMe oder auf 

i] }'% Scliieferthon, oder miichtigen Schotterbanken. Im Mittelgebirge bedeckt das 

diluvium den Fuss der meisten Basaltberge. Ebenso verbreitet wie der Diluvialsand, 

*ei' weit mehr zerstiickelt sind hier die Lelimablagerungen. Der Diluvialsand 

°kundet gentigend durch seine Uiberreste seinen Ursprung aus den Urfelsarten 

( J e s nahen Erzgebirgcs. Er enthiilt Glimmer und Feldspaththeilchen, besonders in 

en oberen Scliichten grossere Geschiebe, deren Beschaffenheit je nach dem Absatz- 

rte wechselt, meistens aber aus Quarz und Gneistruinmern bestelit. 

Auf dem ebenen, hochliegenden Plateau, welches sich nordwestlich von 

postelberg gegen Ferbenz, Ploscha bis gegen Komotau hinzieht und von dem 

^°motauer Bache durchschnitten wird, bilden diesc Absiitze machtigere, gelbgraue, 

^reibliche Gebilde von mehr oder weniger feinem Korne, welche weite Fluren 

be decken und das Material fur dankbare Culturboden liefern. 

Drei Analysen der Reprasentanten dieser Ablagerungen mogen hier mit- 
8e theilt werden. 



-•uxovuc Ausainiuciiscii/iUllg vuiiDUUVllUUS UC1 


1 Ill^t'SHl 


Ilg VUU X 


U»H;1UIjA £5 




1! 


6 d e n von 


Ploscha 


Ferbenz 


Postelberg 


In 100 Gew. Rohbodens sind enthalten. 

Skelet . 


11-00 
89-00 

7-82 
8'08 


6-54 
93-40 

7-27 
2-35 


21-77 

78-23 

6-33 

2-25 


lenierde. . 


In 100 Gew. Feinerde sind enthalten. 

passer . . 


'lumus . . 


^liibrerlust 


10-85 
0-182 


9-62 
0-171 


8-58 
0-158 


^esammtstickstoff 





06 



15 o d e n von 

Ploscha I Ferbenz ll'ostelberg 



In 100 Kg sind cnthalten: 

Zuganglicbes Kali • 

Gebundenes Kali 

Schwerlosliches Kali 

Gesammt Kali 

Zngangliche riiospborsaurc 

Gebundene Phosphorsaure 

Gcsammtphosphorsaure 

Aufgeschlosscne Silikatbasen 

In Procenten des Feinbodens: 

Gyps 

Konlensaurer Kalk 

Bittererdenkarbonat 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Kisen und Thonerde • 

Kieselsaure 

Sumnie 

Absorption • 



174 

520 

1436 



2120 



92 

8 



100 
15-770 



Spur 
0-62 

Spur 
0-10 
2-12 
0-57 
0-91 
1-16 

21-48 

73-04 



100-00 



87 



155 

260 

1005 



1420 



65 
5 



70 
13-810 



Spur 
1-86 

Spur 
0-07 
1-42 

Spur 
0-66 
1-32 

18-20 

76-47 



100-00 



80 



165 
344 

836 



158 
10 



168 



11-123 



o-oi 

2-43 

Spur 

0-17 

1-34 

0-68 
1-46 
107 

21-82 
70-32 



99-29 



78 



Die Mehrzahl der auf diesen Hohcngriinden liegendcn Felder haben abei' 
leider nur diluvialen Sand und Schotter zur Unterlage und nicbts passt wenig er 
zusammen, als das hier herrschonde Klima mit dem Verwitterungsprodukte d el " 
vorbezeichneten nach haufigem Regen diirstcnden Ablagerungen. Der lioden i st 
allentbalben locker und durchlassend. Geschiitzt durch das Erzgebirge gegen Norden> 
den warmen siidlichen Luftstromungen geofihet, leidet die Vegetation auf dem sica 
sildlich abdacliendon Grundcomplex unter dem Einfluss einer hohen Temperatui 
obwohl sie andererseits in der Entwickelung ihrer edleren Theile gofordert wiro- 

In der Gegend von Wittoscs und Ploscha findet man heidnische Grabei 
und ausgiebige Mengen von Modererde, welche ein willkommenes Hilfsmittel fat* 
den landwirthschaftlichen Betrieb sind, indem man diese dungkraftigen Erden als 
Compostmaterial verwcndet. 

Unter alien Feldern der Postelberger Ilerrschaft steben aber an Frucht- 
barkeit und Uppigkeit der tiefen Ackerkrume die Maluitzer Teicbgriinde ol' 011 
an, die noch vor 300 Jabren ein See waren, welcher durch einen Tunnel zum 
Ablassen eingerichtet und bis zum Jahre 1830 als Teicb bcwirtbschaftct, dan n 
vollig trocken gelegt wurde. Diese Grundstiicke bilden ein iiber Ilundert llecta' 
umfassendes Quadrat von garteniinlichem Aussehcn, indem an den Grenzen del 
Ackerscblage durchwcgs Obstbfame angepflanzt sind. Der lioden dieser Grui) 1 ' 
aus dem nahen „Kotbliegendei)" angesebwemmt, mit den Verwitterungsprodukten 
des Pliinermergels vermengt, ist braunroth von Farbe, im nordlichen tiefer liegenden 



97 

Theile von sehr bindiger, im siidlichen, hohen liegenden, von lehmig sandiger 
Beschaffcnheit. Er wird seit 32 Jahren ununterbrochen mit Zuckerrttben, Hopfen 
u nd Gerste bebaut imd lohnt mit sehr hohen Ertr&gen, welclie sich durchschnittlich 
Per Ilectar auf 400 Mtctr Zuckerriiben und 30 bis 40 Htl Gerste beziffern. Vermoge 
seiner Tiefgriindigkeit und seines Nahrstoffreichthums vertragt der Malnitzer Boden 
eiue intensive Wirthscliaft, so dass Rube mit Gerste in ununterbrochenem Wechsel 
folgen kann, ohne dass er ausserordentlich gediingt werden muss und in dieser 
Beziehung erinnert er an die Nilabs&tze Agyptens, deren Fruchtbarkeit sprichwortlich 
geworden ist. Das Skclet des Malnitzer Bodens besteht aus eisenschussigem Quarz 
ttit Glimmer vermengt. Die chemische Zusammensetzung der fruchtbaren Feinerde 
er gibt sich aus nachstehender Untersuclumg. 

Auf diesen Boden passen so recht die Worte Liebig's, welche er in seiner 
Agricultur-Chemie (Pag. 132) anffthrt. „Was der Landwirth an Nahrungsstolfcn 
( 'om Boden zufiihren kann im besten Falle ohne seine Rente zu gefalirden, ist gegen 
'lie Monge gohalten, welche er in seinem fruchtbaren Boden besitzt, so klein, dass 
er gar niclit hoffen kann den Ertrag seiner Felder zu steigern." Momentan holier 
llr id nachhaltig holier Ertrag mussen daher auseinander gehalten werden. Die 
Skeletmenge dieses Bodens wechselt je nach dem Schlage von 7—18 Perzent, die 
Menge des feinsten Sandes in der Feinerde von 40-00 Prozent. Hier folgt die 
durchschnittliche Zusammensetzung dieses Alluvialbodens : 



Skelet 



In 100 Gew. der bei 100° C getrockneten Erde sind enthalten. 

Steinchen 

Grobsand 

Feinsand 

Feinster Sand . 

Thon 

Kalk und Talkkarbonat 



In 100 Gew. lufttrockner Feinerde sind enthalten. 

Hygroskopiscb.es Wasser 

Gcbundenes Wasser 

Humus . . 

Gli'ihverlust 

Feinboden 



1-27 
2-03 
4-15 



54-31.; 
27-51 
10-68 



3-21 
8-31 
2-25 



13-77 

86-23 



98 



In 100 Gew. Feinboden sind enthalten. 

Chlor 

Sulphate (Gyps) 

Kalkkarbonat 

Talkkarbonat 

Suinme der Karbonate 

Kieselsaure 

Thonerde 

Eisenoxyd 

Calciumoxyd 

Magnesia 

Natron 

Kali 

Summe der Kieselsaure und Silikatbasen 

Kieselsaure-Thon 

Aufgeschlossene Basen 

Absorption der Feinerde 

Absorption der Silikate, fur sich 

Quarzgchalt 



Kieselsaure und Basen 
der Silikate 



In heisser cone Salzsaure Ibslich, in % des Feinbodens. 



Natron 



Kali 

Phosphorsaure 

Gesammtstickstoffgehalt in Proccnteu der Feinerde 



0-04 
007 



10-69 

2-48 



13-17 
55-46 
14-92 
8-52 
3-74 
1-18 
0-48 
2-42 



86-72 
70-23 



16-49 

98 

113 



12-81 

0-27 
0-49 
0-19 



0-285 



An vielen Punktcn breitet sich in der Postelberger Umgebung center 
Lossboden aus, so bei Tatina, Weberschan, Ploscha, etc. und iiberall, wo er nuichtiger 
entwickclt ist, herrscht iippige Vegetation. Hauer charakterisirt den Loss als ein 
Produkt zerstorter, (lurch Auslaugung und Verwitterung metamorphosirter GebirgS- 
massen, als eine diluviale Lehmablagerung, bestehend aus einem gleichartigen Ge- 
menge von eisenhaltigcin Thon und feinen Quarzkornchen, dem mergelige Einschliisso 
eigenthiimlich sind. Nach Sandberger, Fallou und Andcren sind die zahlreich eiD" 
geschlossenen Schncckenschalen und die wunderlich gestalteten hiirteren Knob en 
(Lossmannchen) fiir den Loss charakteristisch. Iiilgcr Ycrlegt die Lossbildung in 



99 



die Eiszeit und betrachtet unsere Lossablagerungen als Absatze aus Hochwiisscrn 
ahnlich den Schlauimabsatzen unserer Fltisse. Bomer kommt schliesslich zu der 
Ansicht, dass der Loss lediglich aus kalkhaltigen Schlammgewassern entstanden sei, in 
denen der Kalk entweder in scliwebendeni oder chemiscb gebundenen Zustande 
vorhanden war. Audi im siidlichen ebenen Tbeile der Lobositzer Umgebung breiten 
s i«h zwischen den Orten Lobositz, Sullowitz und Wchinitz miichtige dilluviale und 
alluviale, den fruchtbarsten District bildende Ablagerungen aus. Letztere liegen 
a »f Loss, der sick bis an die angrenzenden Planer und Basaltliohen liinanzieht. 
Typisch tritt derselbe in den steil gegen die Elbe abbrechenden Wanden wie z. B. 
bei Welhotta zu Tage. Am linken Ufer der Elbe breitet sich der Loss zwischen 
Lobositz, Prosmik, Mllkojed, Kopist und Brnan in oiner sehr fruchtbaren Ebene, 
Lokmens Weizenkammer, bis an die Eger aus, ein mit alien Reizen einer uppigen 
Baumvegetation gescbiniicktes Tafelland bildend welches die Staatseisenbahn mitten 
durchsclmeidet. Zwischen Lobositz, Jentschitz, Wchinitz und Cernosek zieht sich 
der Loss bis hundert Meter lioch an die angrenzenden Kreide- und Basaltliohen 
"inan. Bei Leitmeritz setzt er am rechten Elbeufer in unbcstimmt begrenzten, 
^errissenen, kleinen Lagern fort und fullt die Einsenkungen von Ploschkowitz, 
Liebeschitz und Auscha aus, mehr oder weniger abgeiindert durch das unterlagernde 
Grundgestein oder bedeckt von noch jtingeren Gebilden, den Alluvionen. 

Dieses bolunische Lossgcbiet nimmt mehrere Quadratmeilen ein. Es ist ein 
fiber dem Niveau der Flusse abgelagertes Sediment einer weit verzweigten Diluvial- 
fluth. Wiihrend aber der Loss anderer Lander z. B. der Rheingegenden, Osterreichs 
u ' s. w. reich ist an den Schalen von Land- und Sumpfschnecken aus den Gattungen 
Helix, Pupa etc., kommen diese im bohmischen Lebm nur vereinzelt vor. Auch 
Polythalamien fehlen. Dagegen beherbergt er oftmals Knochen von ausgestorbenen, 
kolossalen Vierfixsslern. Der Lobositzer Obergrund ist ausserlich vom L8ss kaum 
z u unterscheiden, aber kalkarm, ftir tiefwurzelnde Gewachse, bcsonders fur den 
Obstbaum ware dies ein Nachtheil, wenn der Untergrund nicht kalkreicher Loss 
Ware, der zur Verbesserung des Obergrundes und zum Mergeln kalkarmer Boden- 
arten mit Vortheil verwendet werden kann, wie dies auch am Rhein und in 
^sterreich wirklich geschieht. 

Der Untergrund der Lobositzer Felder enthftlt bis 18% kohlensauren 
Kalkes, woraus sich ergibt, dass die gewohnlichen Schliisse von dem Kalkrcichthum 
der Unterlage auf den des Obergrundes oft sehr triigerisch ausfallen ki'mnen. 
Anruhend folgt die chemische Zusammensetzung der Ackererden des Tafellandes 
v °n Lobositz. 

Die nach SoMdsing ausgefuhrte, mechanische Analyse des Bodens ergab in 
^'ozenten : 

Im Obergrund: Untergrund: 

aus 15 cm Tiefe aus 1 m Tiefe 

Steinchen, Quarzsand 1*95 L43 

Grobsand 2-15 365 

Eciner Sand 4 94 479 

Skelet zusam. . . 9-04 9'8V 

7* 



100 



Mineralogisch betrachtet, besteht das Skelet dieses Bodcns aus eincm 
innigen Gemenge von Kalk, Talk, Glimmer und Kieselstaub, weleher durcli Thon 
und Eisenoxyd zu einer dichten schcinbar gleichartigen Masse vcrbundcn ist. Im 
Obergruude findet man audi noch angcschwemmte Basaltfragmente. 

Obergrund Untergrund 

Skelet 9-04 9-87 

Kohlensaurer Kalk . L*76 16*83 

Sandiger Theil . . . 70-87 61 '10 

Thon 17-78 12-20 



99-45 



100-00 



Besonders zeichnet sich der Lobositzer Loss durch seine Auftoslichkcit in 
concentrirter Salzsiiure aus, da man ihm durch fortgesetztes Digeriren mit dieser 
Same den grossten Theil der Basen entziehen kann. Der Obergrund enthielt 
niimlich 21*88°/ Sesquioxyde und Monoxyde; der in Salzsiiure losliche Theil des- 
selben betrug 13-81°/ . Der Grund fiir dieses Verhalten mag wohl in der ausser- 
ordentlichen mechanischen Zertheilung und theilweisen chemischen Zersetzung dieser 
Mergelmasse liegen. 

Wie Bischof zeigte, hat der Loss in seiner chemischen Zusammensetzung 
mit derjenigcn des Thonschiefors und des Glinimerschiefcrs grosse Almliclikeit, 
was der Vermuthung Raum gibt, dass vorzugsweise diese Gesteinc als Matcrialien 
zur Bildung dieser Ablagerungen gedient haben. Im Gebicte des Kreidcmceres 
scheinen aber auch die verschiedenen Glieder dieser Formation zum Loss in niiherer 
Heziehung zu stehen. Wenn man die Bruchstiickc und Steincbcn im Loss der 
Lobositzer Ebene niiher betrachtet, so findet man, dass sie keineswegs fremdartiger 
Herkunft sind, was wol die Annahme rechtfertigt, dass das Bildungsmaterial des 
Lftssmergels in nicht zu grosser Entfernung, seine Ursprungstatte in den benach" 
barten Gebirgen zu suchen ist. Es scheint, dass das Elbegcbiet ausserhnlb Bohmens 
zur Zeit der Lossablagerung ein offenes Meer, in Bohmen eine Bucht bildete, i n 
der das Mergelmeer seinen Schlamm gleichformig absetzte. 

Die Bedeutung der alluvialen und diluvialen Ablagerungen bei Lobositz als 
hervorragendc Nahrstoffbohalter fiir den pflanzlichen Organismus erkennt man aUS 
den folgenden Untersuchungen, insbesondere sprechen auch die bedeutenden 
Phosphorsaurequantitaten in den Obergriinden des Alluviums des Lobositz-Sullo" 
witzer Tafellandes fiir ihren hohen agronomischen Werth, wie nachstehendc TabellC 
bezeugt. 



Probe von den Eeldern: 



Pliosphorsilurc lOslich in 



Gesammtpliospliorsiiiu-e 



I. 

2. 



10% kalter Salpetersilure 

Hinter den Schcuern 0-1828 0-2007 

Oberes Schiifereifeld 0-1440 0-1602 

3. Rohrenfeld 0-2001 0-2111 

4. Kapcllenfeld I 0-1522 0-1592 

5. Wchinitzer Rohrenfeld 04744 0-1834 

6. Kapellenfeld II 0-1866 0-1897 



Probe von den Feldern: 



Phosphorsiiure ldslich in 



101 



Gesammtpliosphorsaure 



9. 
10. 
11. 



10°/o kalter Salpetcrsiiure 

Wchinitzer III ScMag 0-1734 01860 

IV „ 0-1589 0-1589 

Grossstiick I 0-2061 0-2224 

III 0-1920 0-2128 

IV 0-1514 0-1655 



12. Vom Augc Gottes . . 

13. Lobositzer Galgcnfcld 



0-1552 0-1695 

0-1480 0-1795 



Liisst man den kalten 10°/ gen verdiinnten salpetersauren Erdoauszug dieser 
Boden drei Tage lang stehen, so gelit fast alio Phosphorsiiure in Losung uberi 
was bci anderen Erden nur durch Digestion mit kochender starker Salpetersiiure 
erreicht wird. 

Allgemein huldigt man der Ansiclit, dass die Pbosphorsiiure im Boden 
schliesslicb als Eisen- und Aluminiumphosphat cntbalten sei. Erst Kostitscheff ver- 
offentlichte *) Studien iiber das Verhalten der Phospbatc in verschiedenen Boden- 
arten, aus welcben hervorgeht, dass sicb die Phosphate des Eisens und Aluminium- 
oxydes in Gegenwart von Wasser und Calciumkarbonat unter Kohlensaurecntbindung 
zersetzen. K. spricbt die Ansicht aus, dass wabrscbeinlich anfangs Wasser die 
Phosphate der Sesquioxyde unter Phosphorsaureabscheidung zersetzt. 

Die letztere wirke nun auf den koldensaurcn Kalk ein, mache Kohlensiiure 
frei und diese lost einen Theil des Karbonates auf. Das neugebildete Kalkkarbonat 
Wirkt nun wieder zersetzend auf die Sesquioxyde des Eisens und Aluminiums ein, 
Wodurch immer mehr und mehr Kohlensiiure frei wird. Dauert der Versucli lange 
und ist iiberflussiges Calciumkarbonat anwesend, so wird die gcsammte Pkosphor- 
s aure selbst in Boden, welche einen grossen Uiberschuss an Eisenoxyd im Ver- 
hiiltniss zu kohlensaurem Kalk besitzen, an Calcium gebunden. Da nun im Boden 
aus den drei Phosphaten des Calciums, Eisens und des Aluminiums stets dasselbe 
Phosphat hervorgeht, so wiirde sich auch die gleichartige Wirkung derselben auf 
die Pflanzen erkliiren lassen. Gleichzeitig geht aus diesen Versuchen die eigenartige 
Wohlthltige Wirkung des Kalkes in kalkarmen eisenschiissigen Bodenarten, wie im 
»Rothtodtliegenden" besser hervor, indem derselbe ausser anderen Wirkungen, die 
todten Phosphatvorrathe derselben schneller in Losung, Absorption und Umlauf bringt. 

Von den herrscbaftlichen Feldern um Lobositz erscheinen von den auf 
Loss ruhenden Fliichen am gleichartigsten zusammengesetzt das „ Grossstiick", 
dessen Fliicheninhalt etwa 30 ha betriigt, das „Galgenfeld" mit 22 ha, das „Mittel- 
stiick" und „B61irenfeld" mit je 30 ha von ebener Lage, auf welcher der Loss oft 
s chon nach weniger als Fusstiefe im ausgepragten Typus auftritt, frei von Gesteins- 
fragmenten und Flusskieseln, aber (lurch eine weisse eigenthumllclie Effloreszenz 
ausgezeichnet, die die Spriingc und Hiihlungen mit einer kreideartigen Substanz 
auskleidct. Es cnthalten an kohlensaurem Kalk der Obergrund vom „Grossstuckfeld" 
auf 15 cm Tiefe '/ 4 bis 2°/ ( „ der Obergrund des „Mittelstuckes" auf dieselbe Tiefe 



f ) Beriohte der deutschen ohemischea Gesellsohaft Berlin 1886. 



102 

V 4 bis 3% , der Untergrund dagegen 4 — 8% Kalkkarbonat, in 3 / 4 Meter Tiefe 
8— 9°/ , in einem Meter Tiefe 15— 16°/ , in l 2 / 3 Meter 13—14%, so dass die grosste 
Kalkmenge in einem Meter Tiefe angetroffen wird, von wo an sie wieder langsam 
abnimmt. Eine vollstiindige Analyse des Ober- nnd Untergrundes von den zwei 
Feldern „Grossstiick" und „Galgenfeld" ergab folgende Wcrthe:*) 

Ckemische Zusammensetzung der untersuchten Bodenproben. 



Herrscliaft und Meierei Lobositz 



Grossstflck 



Oliorgnnul Untergrtmd 



Galgenfeld 



Obergrund Untcrgruml 



In 100 Gcw. Rohbodens sind: 

Skelet 

Feinerde . 

In 100 Gew. Feinerde sind: 

Sandiger Theil 

Thonige Substanz 

In 100 Gew. Feinerde sind: 

TTygroskopisclies Wasser 

Humus u. gcbundenes Wasser 

Gliihverlust 

Gcsammtstickston" 

In 100 Kilo Feinboden sind Grammes: 

Zugiingliches ] 

Gebundenes > Kali 

Schwerlosliches J 

Gesammt-Kali 

Natron in 01 H loslich 

Zugangliche ] 

Gebundene \ rhosphorsiiurn 

Gesammt- J 

Aufgesohlossene Silikatbasen 

In Proc. des Humus und wasserfreien Feinbodens: 
%ps 

Kalkkarbonat 

Bittorerdenkarbonat 

Phosphorsiiure 

Kali 

Natron 

Bittercrde 

Kalk 

Eisenoxyd I 
Thonerde / 

Kioselsiiure etc 

Quarz 

Absorption 



6-20 

03-80 



81-07 
19-33 



4-fi() 
95-40 



7-80 
92-20 



0-10 
93-90 



82-50 
17-50 



81-20 
18-80 



83-20 
16-80 



2-72 
5-(i8 



8-40 
0-17 



194 
100 

1740 



2040 

230 

74 

91 



105 
18.810 



0-04 
1-78 
0-10 
0-16 
2-04 
0-82 
1-15 
1-32 

10-37 



1-78 
3-10 



3-10 
0-07 



2-45 
4-95 



4-88 
0-10 



98 
342 



40 

30 

120 



78 



150 
10.940 



Spur 
15-15 

1-08 

0-1.5 

2 - 43**) 

0-53 
0-98 

14-94 

G4-14 



9-77 
0-17 



180 

140 

1504 



7-40 
0-09 



95 

205 



1890 
20 
08 
50 



118 
12*630 




2 




1 
1 
1 
1 

18 

72 



03 
80 

18 
12 
89 
04 
38 
75 

82 

80 



77 



30 

27 
133 



160 

10.205 



0-05 

13-92 

0-28 

0-16 

2-39*' 

0-80 
1-14 

15-47 

05-84 



*) Die Analysen von „Mittelstuck" und „R6hrenf'eld" sind bier nicht mitgotheilt, weil das 
Zahlenmatcrial einen ubermassigen Raum eingenommen hiitte und dio analytischen Er- 
gebnisse goringc Difl'eronzen zeigen. 
**) Aus der Differenz berechnet. 



103 



Landwirthschaftlich betrachtet, veroinigt sich bei diesen Boden glucklicb. 
alles, Tim sie zu eincm in physikalisclicr wie cliemischer Hinsicht vorziiglichen 
Kulturmaterial zu rnachen. Vermoge ihrer Lage, Machtigkeit, vorthoilhaften Mischung 
und Beschaffenheit, sind sie von Natur aus ganz besonders zum Ackerbau bestimmt. 

Durch besondere Fruchtbarkeit ausgezeichnet ist die zwischen Planersand 
und Plfinermergel eingebettete Ablagerung des Modelbaches unweit Tschischkowitz, 
welche sich seit undcnklichen Zeiten daselbst gebildet hat und aus einem grauen, 
ait zahlreichen Muschelschalen iibersileten, kalkreichen, beinahe aus reiner Feinerde 
bestehenden, sehr lockeren und leichten Schlamme besteht und als sogenannter 
»Schelcbowitzer Teich" ehemals zu den fischreichsten Teichen Bohmcns gehorte, 
heutc aber ein sehr tiefgriindiger, seinen Ertragen nach, ein uniibertroffener Feld- 
boden ist, welcher beinahe ununterbrochen mit Zuckerriiben bebaut wird. 

Dieser Alluvialboden gehort wol unstreitig zu den allerfruchtbarsten Erden 
Bfihmens. Tabak, Hopfen, Luzerne, Bubo, Weizen und Baps gedeihen gleich vor- 
zuglich in dieser seltenen Ablagerung. Zum Vergleich mag daher Knofs Analyse 
des Nilschlammes bier Platz finden und das Besultat der chemischcn Untersuchung 
Zeigen, wie niitzlich, ja dem praktischen Landwirthe unentbehrlich nach richtigen 
Methoden ausgeflihrte Bodenanalysen sind, wo es sich nicht nur um die Bestimmung 
der momentanen, sondern audi der nachhaltigen Schaffungskraft eines Bodens handelt. 

Welcher fortgeschrittene Landwirth wird dem Kalkboden Kalk oder Mergel, 
Welcher einem Humus oder Moorboden nur Stickstoffsalze , welcher einem feld- 
spathreichen Boden Kalisalzc zufiihren, solbst wenn cr im ersten Falle nur Kalk- 
Pflanzen, im letzten Falle nur kalirciche Pflanzon bauen wurdc? Jeder wird gewiss 
ZUnachst den Gehalt seines Bodens an den verschiedenen Pflanzennahrstoffen kennen 
lei-aen, und seine Dungungen darnach einrichten miissen, wenn er mit den geringsten 
Kosten den grcissten Ertrag erzielen will. Die hier mitgetheiltcn Besultate der Boden- 
analysen beweisen ferner, dass die anfangs ausgesprochone Ansicht, dass die Be- 
handlung der Erden- und Zersetzungsprodukte der Gesteine mit 2%, mit 10°/ und 
concentrirter heisser Salzsaure und endlich mit Flusssaure und Natron ihre voile 
Berechtigung hat, wenn es darauf ankommt, den Grad der Verwitterung der 
Silikatgesteine und ihrer Zersetzungsprodukte, sowie deren Worth fur die Pflanzen- 
feultur, beziehungsweise Pflanzenerniihrmig festzustellen. 

Cliemischc Zusammensetznng des Schelcliowitzer Schlammbodene und 

des Nilschlamms. 





Boden von 

Schelchowitz 


Nilschlamm nach 

einer Analyse von 

Knop 


In 100 Gewth. Rohbodens sind: 


1-20 

98-80 


— 




In 100 Gew. Feinerde sind enthalten: 


6493 
35-07 


— 


Thonige Substanz (nach Schlossiug) . . • 



104 



lioden von 
Sclielchowitz 



Nilsclilamm nach 
oincr Analyse von 
Knop 



lo 100 Gew. Feinerde sind: 



Hygroskopisches Wasser . . . 
Humus und gebundenes Wasser 

Gliihverlust 

Gcsammtstickstoff 



In 100 Kilo Feinboden sind Grammes: 

Zugiingliches 

Gebundenes Kali 

Schwerlosliches 

Gosammt- 

Natron in C1H loslich . . . 

Zugiingliche 1 

Gebundene ! Phosphorsaure 

Gesammt- J 



Aufgeschlossenc Silikatbasen 



In Proc. des Humus und wasserfreien 
Feinbodens: 



Chlor 

Gyps 

Kalkkarbonat 

Bittererdenkarbonat . ... 

Phosphorsaure 

Kali 

Natron 

Bittererde 

Kalk 

Eisenoxyd 

Thonerde 

Kieselsaure 

Quarz 

Absorption 

Absorption der Silikate fiir sich 



4-03 
10-77 



14-80 
0-36 



220 
870 
870 



1460 

410 

129 
101 



230 
14-744 



0-0(5 

0-28 

23-23 

1-45 

0-23 

1-46 

1-02 

1-23 

4-90 

7-30 

12-01 

44-89 



2 -Of) 
112 
149 



3-10 
6-11 



9-21 



15-52 



Spur 
3-30 
0-76 

0-96 

2-72 

3-24 

15-10 

16-40 

57-50 



130 



Ini Schelchowitzer Teichbodcn wird absichtlich Raubbau getricben und es 
zeigt die Zusammenstellung der dreissigjiilirigen Erntcrertrago an Riiben, daSS 
selbst in einera so fruchtbaren Uoden nacb und nach einc Ernteabnalnne eintritt, 
wenn derselbe ohne Bungling ununterbrocbcn Ernten hcrvorbringen soil. Weil die 
llubenertrage je nach den Wittcrungsverliiiltnissen der Jabre grossen Schwankungen 
unterliegen, so wollen wir die Durclisclmittsertriige von 10 zu 10 Jahren anfiihren. 
Dieselben betrugen in der 



105 



I. Periode vorn Jahre 1855-1866 — 385 Met pr ha. 
II. „ „ „ 1867-1876 — 330 „ „ „ 

III. „ „ „ 1877-1886 — 312 „ „ „ 

Das letzte Dezennium war ira Allgcineinen regenreiclier und fruchtbarer 
a»ls das zweito und erstc Dezennium, trotzdem sind die Ertriige im langsamen 
Sinken begriffen und gegenwiirtig wird der angefiihrte Boden bereits mit aniina- 
lischem Diinger reichlich gediingt. 

Der dreissigjiihrige Durchsclmittsertrag an Rube im Lossboden betriigt 
270 Mctr. und es iibersteigen daher die Ernten des Teichbodens noch immer namhaft 
diejenigen des, Lossbodens. 

Wenn die geognostische Beschaffenheit des Bodens einen streckenweise fast 
unerschopflichen Reichthum an den Bedingungen der Frucbtbarkeit verbiirgt, so 
si nd die landwirthscliaftlichen Anspriiche, welche an diese Boden gestellt werden, 
nicht zu unterschiitzen, indem eine intensive Fruchtwechselschaft betrieben, und die 
Halfto des Areals den Hackfruchten cingeriiumt wird. Die am Schlusse beigegebene 
Tabellc iiber die physikalisch-clieiniscbe Zusammensetzung der untersuchten boh- 
■nischen Ackererden gibt ein ubersiclitlicbes Bild des mineralischen Bestandes di- 
verser Ackerboden der verschiedenen geognostischen Formation.*) 

Zur besseren Orientirung wurden die Mittelwerthe der wichtigsten Pflanzen- 
uiihrstoffe der Ackerboden aus dieser grossen tabellariscben Zusammenstellung ge- 
z °gen und in die folgende Tabelle eingereiht. 

Mittelwerthe aus der tahellarischen Uibersicht nach Hirer geognostischen 

Abstammung geordnct. 

In 100.000 Gew. Feinboden sind enthalten : 





! 




TJrgcbirge 


I'liiuor Knidc- 


Alluvium mill 




Tertiares 


Msbodet || Cnois o, Granit 


formation 


Diluvium 




Wittingau 


Nettolitz | 


Kruniau 


Zittolieb 


Lobositz 




Oboi- 
grund 


Untoi- 
grnnd 


Ober- 

grunti 


(Inter- 1 
grand | 


Ober- 
grund 


Unter- 
gniiul 


Ober- jUnter- 
grund | grand 


Ober- 
grund 


Untor- 
gruncl 




Kali 


"ebundenes Kali 

keliwcrlosliclies Kali 


38 

121 

1 408 


24 
190 

1929 


212 

571 

1791 


129 

508 

2032 


87 

456 

1711 


80 
521 

1773 


92 

362 

1396 


59 

490 

1163 


173 

250 
1353 


— 


Gesammtkali 


1567 


2143 


2574 


2669 


1 2254 


2374 


1850 


1712 


1776 


— 




Phosphorsaure 


^uganglichc Phosphorsiinrc . . 
''cbundene Phosphorsaure . . . 


19 

54 


8 119 

74 II 28 


51 1| 45 

43 II 97 


29 1| 45 | 26 1| 93 
74 51 1 60 II 69 


— 


Gesammt-riiosphorsaure .... 


73 


82 || 147 


94 1| 142 


103 96 86 1 162 


— ' 


Auf'geschlossene 


Silikatbasen 

7 1651 6.2781] 13.082 1 18.464 1 7.934 9'890j| 8'999| 10.201 13.449 j 10.572 


Felr 


erdemenge des Rohbodens 


Mittelwerth 1 




17-000 


65 000 


70-ooo 


66.000 


04.000 


90.000 


82.000 


90-000 


95-000 



*) Siehe Schlusstabello I. wo zum Vergleiche anch ein reiclier Basaltboden von Aujezdbei 
Wellemin angeiiihrt ist. 



106 



Wie ein Blick auf die vorliegende Tabolle zeigt, eathalten die Urgcbirgs- 
ackererden, die Dilluvionen und Alluvionen des Loss und Basaltes die griissten 
Kali- und Phosphorsauromcngcn, daim folgen die Boden, welche aus der Verwitte- 
rung der Kreideformation hervorgegangen sind, zuletzt kommen die siidbohmischcn 
Tertiiirablagerungen. 

Dagegen enthalten die Urgebirgsboden und das Tertiare sebr wenig KalK 
und Magnesia, geringere Feinerdemengen und grossere Quantitiiten unverwitterten 
Gesteines (Skelets) und haben bedcutend seichtere Ackerkruraen als die nord- 
bohmischen Kreide-, Loss- und Basaltboden, besonders in den Mcderungen und 
Thalweiton , enthalten jedoch niemals so geringe Mongen Feinerde , dass sich 
dadurch die Menge der disponiblcn Pflanzcnnahrimg uingerechnet auf rolien Boden 
gegen die Menge der Nahrstoffe in den Boden der Sedimcntformationen gebalten, 
so ausgleichen wiirde, dass sich bei angenommener gleichor Miicbtigkeit der Acker- 
krume die Ackerboden der untersuchten geognostischcn Ablagerungen nicht in der 
obcn angegebonen Reihenfolge behaupten konnten. 

Um jedoch die chemische Zusammensetzung von Feinerde der einzelnon 
Ackerbodon unter einander besser vergleichen und beurtheilen zu konnen, wurden 
die samintlichen gefundenen Mineralwcrthe in eine ubersichtlichc Tabelle una 
einzelne derselben in graphische DarstAlungen gebracht und sind am Schlusse dieser 
Beschreibung mitgetheilt. 

(Tabelle L, II., III., IV.) 

Nimmt man dagegen die Mittel aus siimmtlichen rhospborsiiurebestimmungcn, 
welche die Versuchsstation ausfiihrte und rechnet sie auf Procente des lufttrockenen 
Bodens um, so ergeben sich die Mittel- und Grcnzwerthc fur Phosphorsciure 
folgendermassen : 

(xrenzwerthe 

Im Tertiarboden 0'023— 0'lll°/ . 

im Urgebirge 0'017— 0-206 . 

in der Kreideformation . . . .0-026-0-190 

in den Verwitterungsprodukten 

der Basal tregion .... 0"025 — 0'804 

in den Alluvionen und Dillu- 
vionen 0-118—0-222 . 



Mittelwerthe 


Bcstim. Zahl 


. 0-050 . . 


... 20 


. 0-094 . . 


. . . 30 


. 0-002 . . 


. . .45 


. 0-342 . . 


. . . 28 


. 0175 . . 


. . . 22 



107 



Anhang. 

Die intensive Landwirthschaft stellt sich die Aufgabe auf gleicher Fhiche 
und in gleicher Zeit mehr Pflanzen und holier verwerthbare Pflanzen zu erbauen, 
So wie niit gleichen Futtermengen in gleicher Zeit mehr Milch, Fleisch, Wolle etc. 
Un d wol auch bessere Qualitiit hervorzubringeii. 

Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles bestehen in der mechanischen und 
Pbysikalischen Bodenverbesserung, in rationeller Bodenbearbeitnng, in der Erzeugung 
Un d dem Zukauf von Dunginitteln und Kraftfutterstoffen, um Pflanzen und Thiere 
r °ichlichst erniihren und qualitativ bessere Dungabfalle erreichen zu konnen. 

Das Experiment lehrt, dass die Verwandlung von Kohlensiiure und Salpeter- 
siiure in organische Pflanzensubstanz ohne das gleichzeitige Hinzutreten von den 
s °genannten Aschenbestandtheilen der Pflanzen ein Ding der Unmoglichkeit 1st* 
^ie Stoffe, aus welchen die Pflanzenasche besteht, miissen daher neben Kohlensiiure, 
Salpetersiiure und Wasser der Pflanze zugefiihrt werden, soil sie wachsen, gedeihen 
u ld sich vermehren. 

Kann man iippige Pflanzen ohne Kegen, Mist und Boden erziehen? 

Gewiss kann man das und in einer Uppigkeit wie sie bei Feldpflanzen in 
^n seltensten Fallen erreicht wird. 

Unentbehrlich sind fur alle Pflanzen folgende Verbindungen und zwar vier 
^ e talloxyde, vier Sauren und das Wasser. Sie heissen: 

Eisenoxyd Kohleusiiure 
Magnesia Salpetersiiure 

Kalk Phosphorsiiure 

Kali Schwefelsiiure 

Zehn Elementc innig gesellt, bilden und bauen die organische Welt. Als 
^ x yde werden sie von dem Pflanzenkorper aufgenommen. Solche Elemente, die wir 
s «nst noch in jeder Pflanzenasche finden, sind indirekt niitzliche Elemente (Kiesel- 
s iiure, Chlor, Natrium, Mangan). Die Pflanze vcrmag durch ihre Blatter der Luft 
~* e Kohlensiiure, welche in ihr niemals versiegt, zu entziehen und ihren ganzen 
Kohlenstoffbedarf aus dieser Luftquelle vollkommen zu decken. Wcnn man daher 
^m. reinsten Wasser alle die vorhin genannten Stoffe, ausser Kohlensaure zusetzt, 
80 kann man Pflanzen im Sonnenlichte, ohne Regen, ohne Boden und ohne Mist 
Wumus) iippig und gross ziehen. 

In den folgenden vier Salzen sind immer zu je zweien, diese den Pflanzen 
Un entbchrlichen Stoffe enthalten: 

Im Salpeter die Salpetersiiure und das Kali. 

Im Bittersalz die Schwefelsiiure und die Magnesia. 

Im Knochensalz die Phosphorsiiure und der Kalk. 

Im Eisenchlorid das Chlor und das Eisen. 



fe 



108 



Lost man dieso drei ersten weissen Salze in bestimraton Verhiiltnissen, 
unter Zugabe von ganz wenig Eisen in sehr grossen Mengen kohlensauren Wassers 
auf, so dass auf 1000 Theile Wasscr ein Theil dor Salzmischung kommt, so hat 
man eine Niihrstofflosung, in welcher alio Kulturpflanzen nicht nur freudig fort' 
kommen, sondern auch ungewohnlich reich bliihcn, und sehr viole Friichte ansetzen- 
Als Beleg, welche Resultate man mit Hulfe dieser Kulturmethode bereits erzielt 
bat, und welcher Vermehrung die Kulturpflanzen fahig sind, mi) gen folgende Angaben 
dienen. So erzog Noble in Tharandt Euchwcizenpflanzen, von denen eine Pflanze 
lieferte : 

119 Gramm lufttrockenc Masse 

47 '8 „ Trockcnsubstanz. 

796 reife und 108 unreife Samen von einem einzigen Samcnkorn. Diese Buch- 

weizonpflanzc besass eine Hohe von 2 - 70 m, der Stainin war 1 cm stark, holzhart, 

besass 115 Zweige mit 746 Bliittern und 521 Bliithcntrauben. 

Knop in Leipzig erzog eine Maispflanzc, welche 150-3 Gramm wog una 
142 reife, keimfahige Samen hervorbrachte. E. Wolff in Hohenheim kultivirte 
Haferpflanzen, von denen mehrere 14*9 Trockcnsubstanz und 254 reife Kornei' 
erzeugten, so dass von einem einzigen Haferkorn unerhortc Kornermengen geerntet 
wurden. Hanamann in Lobositz erzog in Jahre 1879 eine Gerstenpflanzc, welche 
24-5 gr Trockcnsubstanz und 162 reife keimfahige Samen hervorbrachte, von denen 
100 Korner 4*5 gr wogen, so viel wie die schwersten Korner der Feldgersto zu 
wiegen pflegen. 

Mit Recht kann daher der Pflanzenpliysiologe gegenwiirtig sagen: „Gcht 
mir nur einen Sonnenstrahl und ich will Euch aus Steinen Brod maclien." Wis 
nun die Erfahrung lehrt, so liofern theils die Verwitterung des Bodens, theils die 
in die Ackcrerde einstromenden Wiisser fast tiberall ausreichend die zur Ernahrung 
der Pflanzcn erforderlichcn Mengen an Eisen, Chlor, Natron, Kieselsiiure, so dass 
es sich bei Beurtheilung der Eelder auf hinreichenden Rcichthum an Pflanzefl" 
nahrstoffen fast immer nur um die Beantwortung der Frage handclt, enthalt del' 
Boden genug an Phosphorsaure, SticJcstoff, Kali, Schwefelsaure, Talk und Kalk una 
in welchen verschiedenen Loslichkcitsverhaltnisson, so dass sie von den Pflanzeii 
auch aufgenommen und verwerthet werden kijnnen. Soil eine Pflanze wachsen una 
gedeihen, so muss sie alle Stoffo, aus denen sie besteht, aufnehmen konnen, sic 
miissen ihr im aufnehmbaren Zustandc wahrend ihrer Vegctationszeit geboten 
werden. Fruher glaubte man ganz allgcmein, der Humus sei die rtlanzennahrungi 
heute wissen wir, dass er als soldier bedeutungslos ist, doch abcr ein nicht mindei' 
wichtiger Bestandtheil des Bodens ist, weil cr auf die Bodengahre und den physi' 
kalischen Zustand des Bodens so wohltluitig wirkt, dass er (lurch keinen anderen 
Stoff besser und billiger ersetzt werden kann. 

Die Anwendung des Stalldungers bringt abcr eine Vcrgeudung einzolnei' 
Pflanzennahrstoffe mit sich, die schon reichlich genug im Boden vorhanden sind, 
wahrend die mangclnden in ungeniigender Menge zugcfiihrt, nach den Bediirfnissen 
des Bodens und der Pflanze nicht regulirt werden kiinnen. Um reichliche Ernten 
zu erzielen, muss man zunachst den natiirlichen Reichthum des Bodens kennen 
lerncn. Um diese Kenntuis zu erwerbon, darf man keino Miihe scheuen. 



109 



Was verschafft den Gewinn bei der Landwirthschaft? Die Diingermenge! 
1)(1 nn der Dtinger ist die Ernte. Kein Diinger, kein Ertrag; wenig Dunger, wenig 
Ertrag; selbst der reichste Boden sinkt im Ertrage uach 20—30 Ernten. 

Pachtzins, Steuern, Anbaukosten und Saatkern sind stets dieselbeu, ob der 
A-Usfall der Ernte gut oder schlecht ist. Weil aber diese Ausgaben gemacht werden 
"ifissen, so werden, je melir Hektoliter man erntet, auch die Kosten, die auf jedem 
Hekto liter haften, um so geringer sein. Die Eechnung gestaltet sich dann, wie bocb 
beziffert sich die Mehrausgabe fiir Dunger, wie gross ist der Mehrertrag an Getreide, 
Rube oder iiberhaupt an anderer Frucbt? Hat man nicht mehr Stalldtinger, um 
Cesser zu diingen, so greift man nach den Handelsdiingern. Sollen aber Stallmist 
Un d chemische Dunger ihre voile Wirkung iiussern, so muss binreicbende Feuchte 
Un d Gahre des Bodons vorhanden sein, und der Boden gehorig zubereitet werden. 

In dieser Beziebung wirkt der Dampfpflug sehr segensreich. 

Gcwohnlich steht die Pflanze so tief unter dem Erdboden, als sie hoch 
fiber demselben steht, tiefgchende Pflanzen wurzeln noch tiefer und durch die Ver- 
wefung um { Lockerung des Bodens piiiparirt man den Ptianzen nicht nur einen 
8©eigneteren Standort, sondern durchliiftet imd durchfeuchtet man die Erde auch 
^ e it besscr und erreicht hierdurch eine Verbesserung der Bodengahre, ein besseres 
Ansanuneln der Winterfeuchtigkeit, ein tiefercs Eindringen des Regenwassers, eine 
Sleichformigere "Vertheilung tier Dungstoffe und eine raschere Verwitterung der wirk- 
Sa men Bodonbestandtheile ; in nassen Jahren einen leichteren Abfluss des Regen- 
wassers. Erst ein physikalisch gut zuberoiteter Boden lohnt die Verwendung der 
Danger. 

Aus den Roihamstedter Versuchen ergibt sich, dass selbst ein Boden von 
hoher natiirlicher Fruchtbarkeit, der zu Beginn des Versuches grosse Quantitaten 
0l 'ganischen Stickstoffes aus einer vorhergegangen Vegetation und einen grossen 
^i'leralstoffvorrath besass, der nacheinander an 40 Weizenernten getragen hatte und 
lm Durchschnitt dieser Jahre 12'4 hi. Korner pro ha lieferte, durch den fortgesetzten 
An bau dieser Kulturfrucht erschopft wird. Der Boden lieferte im ersten Dezennium 
) 4 '1 , im Letztcn 9-2 hi K. pr. h. - - doch warcn die WitterungsverhLLltnisse der 

zehn Jahre gunstige und da dieser 
man iiber die Grosse der Erschopfung 
lm Unklaren. Doch kann sie bei dem natiirlichen Reichthum dieses Versuchsbodens 
mc ht so bedeutend gewescn sein, weil sich jede an Stickstoffsalzen freie Mineral- 
(J fingung nicht nur nicht bezaldt machte, sondern don Ertrag selbst im vierten De- 
,!ei inium nur unbedoutend steigerte. 

Durch Ammoniaksalze und Chilisalpeter allein wurden die Weizenernten 
ail f das Doppelte gesteigert (96 Eg Stickstoff pro ha) und cine Mischdiingung von 
de «selben Mengen Stickstoff und Mineralsalzen brachte einen unwesentlichcn Mehr- 
ertl- ag. Stallmist allein leistete so viel, wie die kunstliche Mischdiingung und obgleich 
jjerselbe eine bedeutend grfissere Mengc an Stickstoff, Kali und Phosphorsaure 
)e sass als die gegebene Handelsdungermischung, so gab die Stallmistparzelle doch 
l<ein e hoheren Ertrage als die mit Kunstdiingermischung gediingte Parzelle. Mit 
j le m Mist gelangten aber noch bedeutende Humusquantitiiten in den Boden. Weiter 
'ernen wir aus diesen interessanten Versuchen, dass zur Hervorbringung einer gleich 



"^ ■' , im liCtztcn yy hi K. pr. n. — docn wa 
e tzten Jahre sehr ungiinstige, die der ersten z 
Viktor die Emtehohe beherrscht, so bleibt mai 



* 



110 

grossen Emte wenigstens doppelt so viel Stallmiststickstoff als Ammoniak- oder gar 
iSalpeter stickstoff nothwendig war. 

Aus Thaer's Versuchen *) iiber den Stickstoffbedarf der Kulturpflanzen ergibt 
sich, dass bei hoheren Stickstoffgaben im Diinger die Natur rnehr, nicbt wenigei' 
aus den natiirlichen Stickstoffquellen ergiinzt und dass, wenn der Mensch kargt, 
ihm auch die Natur ihre Beigabe versagt. Versuchsansteller kommt zu dem Resultat, 
dass fur sein Versuchsfeld und unter den mittleren Witterungsverhiiltnissen die 
Halfte desjenigen Stickstoffs als Dungergabe erforderlich ist, welche man in der «« 
erwartenden Emte zu gewinnen hofft, bei Wurzelfruchten, Olpflanzen Jwnne man 
wohl noch bis auf 6'0°/ des zu erwartenden Stickstoffcs in den Kulturpflanzen gehen. 
Zwischen dem Anfangsbedarf an Stickstoff werde indess bei Cerealien und Legumi- 
nosen ein Unterschied bestehen, da letztere bei Stickstoffzufubr sich weit schnoller 
als erstere entwickeln werden. Die neueste Broschure des Engenders John Prout**) 
eine viel gelesene Schrift in England und Deutschland — behandelt ebenfalls den 
lohnenden Ackerbau ohne Viehzucht und Stalldiinger. 

Prout koinmt auf Grund einer 25jahrigen Bewirthschaftung im Grossen vaii 
reinem Handelsdiinger zu dem Schlusse, dass ein gewisser Procentsatz an Humus, 
welcher so zu sagen solbstthatig durch die Ernteriickstande dauernd auf seiner 
Hohe crhalten wird, im allgemeinen zur Erzeugung befriedigender Ernten hinreicht, 
weshalb ein dariiber hinausgehender Uiberschuss keincn iikonomischen Worth hat 
und Verschwendung ist. P. beruft sich auf die Anwcisungen des englischcn Agri- 
kulturchemikers Volker, welcher auf Grund der chemischen Untcrsuchungen des 
Gutsbodens dem Besitzer an die Hand ging, wie er das todte Bodenkapital &f 
schliessen und die bedeutenden Vorrathe desselben an Mincralpflanzennahrung ver- 
werthen konne. 

Die drei bewirthschafteten Bodenarten enthielten in Procenten an: 



Stickstoff 



Salpetersiiure .... 
Phosphorsaure . . . 

Kali 

Kalk 

Magnesia 

Schwefetsiiure . . . 
Gesainmtkali .... 



1. 
0-170 



2. 
0-107 



3. 
0-141 



f 3 






0-001 
0141 
0-365 
1-360 

0'400 
0060 



o-ooi 

0-204 
0-468 
3-312 

0-432 
0109 



o-ooi 

0141 
0320 
0070 

0-266 
0061 



0-7SS) 



0-98(5 



0-502 



Vom chemischen Gesichtspunkte ist Nro. 2 der reichste der drei Bodefl. 
Alle drei Erdcn enthalten hinliingliche Vorriithe an mincralischer Pflanzennahrung- 

P. verliess die Stallmistwirthschaft und baute bloss Halmfriichto unter Ver- 
wendung von Handclsdiingern 20 Jahre lang mit wirthschaftlichcm Gewinn, indem 
er die Ackerungen durch einen Dampfpflug verrichten, den Anbau und die Ifrnte 
durch die Hand und das Gespann besorgen liess. Die Handelsdungerrcchnung belief 



*) Biedermanns Contralblatt i'iir Agriculturchomie 1884. 
**) A. Kuster Lohnendor Ackorbau ohne Vieh. Berlin 188!). 



Ill 



sich auf 123 Mark pro ha des ganzen Gutes und bestand in Phosphatcn und Stick- 
stoftsalzen. Kalidiingungen gabcn verneinende Ergebnisse, Kalk blieb ohne Erfolg. 
Der siebzehnjiihrige Bctrieb brachte in den ersten 4 Jahren Nichts, in den niichsten 
ncnn Jahren 17-300 M. und fur die 4 letzten Jahre 25-260 M. in einem Jahre 
°der 138.37 M. pro ha. von dem ganzen Gute. Der Landwirth kann fur einzelnc 
Nahrstoffe hohe Preise zahlen, weil er in den einzelnen Fallen dadurch die anderen 
Ir » Boden in grosserer Monge vorhandenen Nahrstoffe, also das Bodenkapital erst 
auszunutzen vermag. 

Der Pflanze ist es aber auch nicht einerlei, welche Zusammensetzung die 
Nahrung hat, welche man ihr darbietet und bei Verwendung von Handelsdiingern 
m uss eine richtige Wahl getroffen werden, die sich nach der zu kultivircnden 
Pflanze und dem Boden richten wird. Weil die fehlende Mineralnahrung eines 
Ackerbodens aus Steinbriichen und Bergwerken billiger, als wie aus Stallungen und 
Kloaken zu habcn ist, so wird der rechnende Landwirth das losliche umlaufende 
Nahrstoffkapital nicht nur durch organische Diinger, sondern auch durch Mineral- 
dftnger erganzen, weil der Nutzen dieser Diingung bekanntlich vorziiglich darin 
•iegt, dass man den im Minimum im Boden vorhandenen Pflanzennahrstoff, durch 
dessen Vormehrung erst die anderen Nahrstoffe zur Wirkung gelangen, im Boden 
beliebig anhiiufen kann. Die meisten Kulturboden haben Mengel an loslichen, von 
den Kulturpflanzen assimilirbaren Stickstoff; deshalb ist es auch der verbreitetste 
,] nd gesuchteste Dungstoff. Die natiirlichen Stickstoffquellen fliessen viel zu sparlich 
ll nd die im Boden enthaltenen loslichen Stickstoffsalze gehen durch Auswaschen 
wieder verloren, so dass man fiir die Ausniitzung und fiir die Vermehrung derselben 
b °i intensiver Wirthschaft stets Sorge tragen muss. Weil aber der Stickstoff der 
tteuerste Diinger ist, und im Boden der Oxydation und Auslaugung unterliegt, so 
darf er nicht im Uiberschuss gegeben, sondern muss den Kulturpflanzen zugemessen 
Ua d nur zu bestimmten Zeiten verabreicht werden. 

Die billige Beschaffung des Stickstoffes ist aber eine der ersten Bedingungen 

^ r eine okonomische Produktion und im Liebigschen Sinne hat Sc7rafe-Lupitz ein 

^ewirthschaftungssystcm aufgestellt, vermbge welchem die aus der Athmosphare ge- 

w «mbare Stickstoffquelle gefasst und in hervorragendem Grade dienstbar gemacht 

Werden kann. Der Stickstoff, sagt Schulze, ist ausser dem Wasser der gewaltigste 

Motor der Pflanzenproduktion, ilm zu Rathe zu halten, darin liegt Oekonomie, seine 

UQerschopflichen natiirlichen Quellen sich nach Kraften dienstbar machen, das schafft 

ermogon und deshalb wird man in zweckmassiger Rotation den „stickstoffzehrenden" 

^ulturgewiichsen die „stickstoffsammelnden" Pflanzen folgen lassen und letztere 

©ichlich init Mineralstoft'en versehen. — Wagner's Versuche zeigen auch, dass sich 

ft S specifische Diingerbedurfniss mit dem durch die chemische Analyse der Aschen 

er geernteten Pflanzen crmittelten specifischen Ncihrstoffbedttrfniss nicht deckt, 

Ogar oft im direkten Gegensatz zu diesem steht. Kalipflanzen z. B. haben die 

fthigkeit, grossere Mengen Kali aus dem Boden an sich zu reissen, als Pflanzen, 
die 

das 



an diesen Stoffen arm sind. Es gilt daher, das Dungebedurfniss des Bodens und 



specifische Nahrstoffbedttrfniss 
bof '-iedigen. 



der Pflanze ans cinander zu halten und zu 



112 

Schuh halt den Wundklee fttr den besten „Stickstoffsammler", welcher die 
Lupine iibertrifft, nach ihm folgt der Rothklee, die Erbse und die Wicke. Durch 
Schulze's Fruchtfolge ist dargethan, (lass unter Anwendung von Kali und Phosphates 
bei zweckmassiger Fruchtfolge, selbst ohne jede Stickstoffdiingung dem Boden an- 
sehnliche Stickstoffmengen und Evnten abgerungen werden kcinnen. Es werden aber 
die Ertrage abnehmen, sobald der Vorrath an Bodenstickstoff und Phosphorsaure 
theilweise erschopft sein wird. Man kann den Obergrund auf Kosten des Unter- 
grundes eine Zeit lang bereichern, auf die Dauer miissen beide Bodenschichten an 
Stickstoff verarmen. Sch. hat nur einen kleinen Beitrag zu der noch ungelosten 
landwirthschaftlich wichtigen „Stickstofffrage" geliefert. 

Wagner hat gezeigt, dass Klee und iiberhaupt die Leguminosen obwol sie 
zur Erzeugung einer normalen Ernte dreimal mehr Stickstoff benothigen als die Ce- 
realien, Ruben, Kartoffeln und Raps etc. trotzdem, wenn sie mit Stickstoffsalzen 
gediingt werden, unter normalen Kulturverhaltnisscn auf unseren hochkultivirten 
Ackerboden keine nennenswerthen Mehrertrage liefem, und dass man nur bei den 
Getreidesorten , dem Raps, den liuben und Kartoffeln, durch Stickstoffdiingung 
eine hohe Rente erzielen kann. Die neuen Forschungen lehren, dass die Halmfrilchte 
die geringste Fahigkcit besitzen, sich Stiskstoff sowol aus den natiirlichen Quellen 
der Luft, als auch aus den im Boden vorkommenden, schwer loslichcn organischen 
Stickstoffverbindungen anzueignen und dass sic einer leicht Idslichen Stickstoffdiingung 
am meisten bediirftig sind. Diescn Pflanzen folgen die Hackfriichte und der Hopfen. 
Sie niitzen den leichtloslichen Bodenstickstoff weniger gut aus wie die Halmgowachse, 
lohnen aber doch in den meisten Fallen die Vcrwendung von leichtloslichen Stickstoff- 

Am wenigsten rentirt sich die Stickstoffdiingung bei don Futtergriiscrn, 
weil die geerntete Substanz einen relativ zu geringen Werth hat. Wiosen muss 
man mit billigen Abfallen diingen. Gar nicht angezeigt ist die Stickstoffdiingung 
bei Leguminosen und Klee. 

„Damit aber der Stickstoff mr vollen Wirkung gelange, sind Phosphorsaure 
und die iibrigen mineralischen Nahrstoffe m Uiberschuss zu bieten 1 '.*) 

Die Bodenanalysen zeigen uns aber zuniichst, dass wir in sehr vielen unter- 
suchten Boden an loslicher Phosphorsaure geringere Mengen haben, als zur nach- 
haltigen Steigerung der Bodenertrage nothwendig sind. Wir haben auch gesehen, 
dass ganze Lantlstrocken Mangel an Kallc, Magnesia und Schwefelsaure aufweiseu 
und da letztere besonders von den Leguminosen in grosserer Mengc benothigt werden, 
dass wir neben Kali auch auf die Vermchrung dioscr Stoffe im Boden Bedacht 
nehmen miissen. Weil wir aber eine baldige Rente erwarten, so wenden wir mit 
Recht nur die leichtloslichen Phosphate, die hochgriidigston Superphosphate an, 
mit welchcn wir aber neben der Phosphorsaure auch die Schwefelsaure und geringe 
Mengen Kalk dem Acker zufuhren. 

Kalkmergel und gebrannter Dolomit werden auf den friiher bezeichneton, 
sudbohinischen Giitern in grossen Mengen mit ausserordentlichcm Erfolge vcrwendet, 
und obwohl der Stallmist auf siimmtlichen Besitzungen den Hauptdiinger bildet, so 
wird zu Hopfen, Getreide, Riibc und Raps in von Jahr zu Jahr steigenden Mengen 



*) Wagner, Steigfirnng der Bodenertrage durch StickstofMlingung. Darmstadt 1888. 



113 



dennoch mit grosstem Vortheil Chilisalpeter, Ainmoniakphosphat und Superphosphat, 
'n humusreichen Bfiden Thomasschlackenmehl verwendet. Im Jahre 18G5 herrschte 
Mr der Stallmist, auf keiner Herrschaft wurde Kunstdiinger verwendet, den Diin- 
gungsversuchen brachte man nnr Misstrauen cntgcgen und da in trockenen Jahren 
unbestimmbare Wirkungen oder gar Misserfolge eintraten, begann man die Handels- 
dtinger zu unterschatzcn und vornehm zu ignoriren. Den fortgesetzten Bcmiihungen 
der chemiscben Versuchsstation, ihren zahllosen Diingungsversuchen und vielen 
griindlichcn Bodenanalysen, welche die Wahl der jeweiligen Dungstoffe bestimmen 
halfen, untersttitzt durch das Zutlmn der jiingeren Landwirthe ist cs zu dankcn, 
dasa Scliritt fiir Schritt das Zutrauen in die Kunstdiingung wiederkohrte, dass die 
gewonnenen wissenscliaftliclion Ergebnisse praktisch verwerthet werden konnten und 
die oben bezeichneten Kunstdiinger als Beidiinger des Stallmistes immer unent- 
behrliclier wurden, dass ihr Verbrauch auf den herrscbaftlichen Besitzungen von 
Jahr zu Jalir bedeutend zunabm und wie die folgende Zusammenstellung beweist, 
zu einer allgemeinen Verwendung grosserer Quantitiitcn von Superpbospbaten und 
loslichcn Stickstoffsalzen gefuhrt hat. 

Die einst unbodeutende Dungerkontrolle dor fitrstlichen Versuchsstation Lo- 
bositz fordert heute bereits eine umfangreiche analytische Thiitigkeit, die nicht mehr 
entbchrt werden kann. Auf sammtlichon hochfiirstlich Schwarzenbergschen Ilerr- 
Schaften in Bohmcn wurden an Superphosphaten und Stickstoffsalzen laut Geschafts- 
pvotokoll verwendet und von der Station kontrollirt: 

Vom Jahre 1866 — 1870 nur 43 Diingermuster, wovon jedes Muster cinom 
Waggon erkauften Dungcrmatcrials entspracli. Vom Jahre 1871—1875 etva 82, von 
1870-1880 an 229, von 1881—1885 = 331, von 1886—1890 fiber 627 und doch 
wie goring ist noch die Menge verwendeten Handelsdiingers in unserem gesegncten 
vaterlande gegenttber jenen Quantitaten, welche in England oder in einigen deutschen 
i'l'ovinzon jahrlich verwendet werden. 

Sammtliche Winterungen werden mit Stalldung, fast alle Rtibensaaten mit 
Bandclsdungor (Ammonphosphat) versehcn und es ist nur noch zu vorsuchen, in 
"Wie weit zu Leguminosen die Kaliphosphate zu verwenden sind. 

Rechnet man hinzu, die in den letzten Dezcnnien aufgebrachton grossen 
Kalkquantitaten und Dolomitmengen, dann in Siidbohmen die Holzasche, den Feld- 
s Path, die Osmosowiisser und die Schlammalluvionen, welche in Form von Composten 
n "tzbringend jetzt auf den Ackern verwendet werden, so bckommt man eincn Bcgri if 
von der grossen x Zahl von Hilfsmitteln, die neben dem Stallmist, Dank den Fort- 
schritten der Agrikulturchemie, heute als lolmende Motoren der organischen Pro- 
duktion dem modernon Landwirth zu Gebotc stehen, sein Dflngerkapital im Boden 
Vermehren, seine Produktion steigorn holfen. 

Auf Grund wissenschaftlicher Diingungsversuche kam Sicherheit in alle 
Operationen und Uiberzeugung in die Gemiither. Nicht allein die Nothwendigkeit 
des Ersatzes der den Kulturflachen entzogenen Pflanzennahrstoffe, als vielmehr ge- 
Vil de die Auffindung von zahllosen Quellon znr Mchrung derselben, charaktcrisirt 
die niitzlichen praktischon Consequcnzcn der ncuen agronomischen Lehrcn, deren 
Qervorragende Vertreter als die grossten Wohlthater der Menschheit unseren Dank 
v wdienen. 



TNIIALT 



Einleitung •' 

Untcrsuchungsmethode 1fi 

liber Bttdbflhmische TertiarbOden 19 

Stickstoft'gchalte bohmischer Ackorerdeu 2 3 

Ackerboden von Wittingau, aus Borghof 2 " 

Ackererden von Dworec :{0 

Aschenanalysen von Gersten- und Kornstroh aus sandigen, lehmigea a. fcbonigen Tertiarbfiden * 3 

Ergebnisse der Kalkdttngung in diesen Bflden 84 

Tertiarboden von Muhlhof und Ncuhof 85 

Ackererden von Lhota, Schwamberg, Wall 8" 

Phoaphors&uregehalte dieser Ackererden und Hirer Untergrunde '■?■) 

Sudbohmische Urgebirgsbddon 40 

Analyse des Netolitzer grauen Gneises, des zerfallencn Steinos und der Erde *" 

Analyse einos rothen Gneises aus doni Elbsteinbrueho bei Libochovan il 

Physikaliscb-mineralogische Analysen von Gneiserden 4;) 

Chemische Bodenanalyse von Feldern bei Peterhof *" 

Zusammensetzung der Ackerboden von Schwarzcnberg und Zitna ^ 

Bohmisches Mittelgebirgo &* 

tjber den Loboschbasalt, Phonolith und dcren Zersetzungsprodukte 5!i 

Ulier den Iladobylbasalt und desscn Vcrwitterungsprodtikte ■''• ) 

fiber den Ovoin- und Homolkabasalt und desscn Verwitterungsprodukte 82 

liber den Magmabasalt, die Verwitterungsrinde und den Baaaltthou von Chlumok bei Pschan 86 

Der Kahleberg bei Borec 67 

fiber den Wostrybasalt bei Milleschau ■ <l9 

linhmische Krcideformation 

(iber die chemische Beschaft'enhcit der Teplitzer Schichten und dcren Verwitterungsprodukte 7 '- 

Der Iiacculiteninergel und die Erde desselben von Priesen bei Postelberg " 

Die Bcschaftenheit des Teplitzer Mergels vom Ceneitzer Ilugel • " 

Chemische Zusammensetzung der Woissenbcrger Schichten bei Lauu und Zittolieb ....•' 

tiber die Kulturboden von Zittolieb 

liber das Silikatgestcin aus dem Licbtowitzcr Steinbruche und desscn Vorwitterungsprodukt . °° 
Die Zusammensetzung des Kalksteines und dor Verwitterungsrinde von Sullowitz . . . . • 

Zusammensetzung der Semicer Mergel • 8 '' 

Die chemische Bcschall'onhcit ihrer Zersetzungaproduktc • 

Die Dfinover Knollenschichte ° 

Kalkknollenanalysen • 9 

fiber den Wehlowitzer Planer und seine Verwitterungsprodukte ■ " 

Die chemische Zusammensetzung des J'lanersandstcines von Tfeboc ® 

Diluvial- und Alluvialboden • " 

Chemische Beschaft'cnheit einigcr Postelbcrger Ackererden • '•' 

Beschaffenheit des Lobositzer Tafellandos • 10 

Liissbodenaualyaen • 

Der Schlaminboden von Schelchowitz ' ' 

Anhang 

Dungungserfolge ' 

Tabellen und Tafeln, 



Physikaliseh-ehemische Zusammensetzung bohmiseher Aekerboden. 



Tabelle I. 



Bestandtheile 



Jiljkedvoru 



In 100 Gewlchtstheilen Rohbodens 
siiul enthalten: 

Skelet 

Feinerde 



IB 100 Gewichtstheilen Feinerde 
smd enthalten: 

Sandiger Theil 

Thonige Substanz 

Ii 100 Gew. Feinerde sind: 

Hygroskopisehes Wasser . . . . 
Humus uud gebundeues Wasser 

Glttbverlust 



In 1000 Gew. Feinerde sind Stick - 
stoff: 

In 100 Kilo Feinboden sind 
wanims : 



Zugangliches Kali ') 



Gebundenes Kali 2 ) 

Schwerlb'sliches Kali") . . . . 

Gesammtkali • 

Natron (in Clh. lbslich) . . . 
Zugangliche 4 ) I 

> Phosphorsiiure 
Gebundene*) J 

Gesammtphosphorsaure . . . . 

A-ufgeschlossene Silikatbasen . 

in Procenten dew humus- nnd 
wasserfreieu Feinbodens: 

Gyps 

Kalkkarbonat 6 ) 



29,3 

70,7 



Tertiarboden von 



"^7" ittingau 



Meierei Bcrgliof 



Velka 

bejkovnice 



70,0 
24,0 



0,96 
4,64 



5,60 



1,63 



26 



TSitterordekarbonat 
1 hosphorsiluro . 



Kali 



Natron . 
Blttererde . . . 

Kallc 

Kisenoxyd . . . 
Thonorde . . . 
Kieselsaure etc. 

Absorption ') . 



82 
1710 



40,0 
60,0 



61,6 
38,4 



5,72 



0-46 



19 



170 

1780 



1818 1969 
89 
20 



44 



64 

3,870 



Spur 
0,15 

Spur 
0,06 



46 
8 

100 



1,82 



85,92 182,97 



0,45 
0,48 
0,49 

1 10,6; 



108 
3,950 



13.1 

86,9 



46,5 
53,5 



2,67 
7,68 



10,35 



1,68 



45 



175 
1540 



1700 
74 
19 

56 



0,11 



1,97 



0,50 
0,68 
0,32 

13,45 



75 

12,270 



0,01 

0,26 

Spur 
0,07 



1,76 



0,62 
0,58 
0,33 

19,11 

77,26 



£ Eb 



Meierei 
Dworec 



u Budw. 

silnice 



Meierei Miihlhof 



Purkrabsky 



Niidfjc 
Moork 



J 



8,9 
91,1 



56,4 
43,6 



9,82 
0,56 

33 



16,4 

83,5 



65,5 
34,5 



1,35 
4,95 



291 
1600 



1924 

232 
8 

120 



128 

11,080 



0,12 



1,92 



47 



82 



0,74 
1,26 
0,27 

18,45 

77,24 



6,30 



1,10 



61 



217 
1332 



18,1 

81,8 



63,5 
36,5 



5,60 
0,28 

29 



251 
1 030 



1010 
40 
19 

75 



94 

7,820 



0,15 



0,09 



1.61 

0,48 
0,62 
0,75 

14,38 

81.07 



1910 
47 
11 

57 



68 
7,049 



14,4 

85,5 



62,0 
37,9 



0,93 
4,73 



5,60 
1,41 

22 



112 

1340 



1480 

80 

9 

43 



15,0 
85.0 



40,0 
59,9 



72,3 

27,0 



4,18 



0,45 



19 



233 

1748 



2000 

54 

4 

31 



52 
0,320 



0,11 



0,00 0,05 



1,91 



60 



0,50 
1,28 
0,40 

14,04 

81,19 



1,48 

0,47 
0,62 
0,38 

12,21 

84,68 



67 



35 
5,267 



0,03 



2,00 



0,50 
0,35 
0,27 

10,85 

85,40 



78,4 
21,5 



4,13 

18,49 






3,14 



43 

111 
1213 



1370 

00 

Spur 

38 



38 
10,480 



0,40 



0,02 
0,04 



1,37 



0,52 
0.01 
0,10 

16,01 

81,50 



M. Neuhof 



Na vrsku 



£ S. 



Gnoisboden von 



ITettolitz 



M. Petrhof 



Schwamm- 
bergfeld 



S U, 



M. Schwar- 
zenberg 



Sadafelder 



r» 



M. Zitna 



Spaleny 
Griinde 



J 



6b 



Meierei 
Krainerhof 



Pejsarka 



M. Neuhof 



liergfeld 



43,9 
56,0 



81,1 

18,8 



0,82 

4,14 



4,96 



1,74 



32 



27 
1301 



1360 
46 
29 

67 



32,0 
68,0 



69,9 
30,1 



5,45 
0,50 

20 

40 

1.780 



1840 
30 

8 

02 



90 
2,280 



0, 1 3 



0,09 



1,36 



0,41 
0,39 
0,96 

9,43 

87,45 



70 
4,044 



Spur 



0,07 

1,81 

0,35 
0,80 
0,75 

11,74 

84,52 



69 



82 



24,9 

75,1 



51,3 
48,0 



22,1 
77,8 



01,4 

38,5 



3,75 - 
6,16 — 



9,91 



1,51 



178 

377 
1585 



1,78 



0,45 



49 

393 
1 858 



2140 '2300 



13 

125 



130 

10,180 



95 
II 

119 



45,0 
55,0 



01,7 
38,3 



3,12 
5,23 



1,85 



1,85 



408 

532 

1 140 



2080 

25 

109 

51 



130 

15,21(1 



Spurcn 
0,40 — 



0,10 
0,13 

2,14 



0,57 
1,56 
1,14 

28,50 

64,4.0 



0,13 

2,30 



0,45 
1,78 
1,73 

26,61 

07,00 



85 



100 

7,880 



10,6 
89,3 



74,4 
25,5 



8,9(1 



0,33 



204 

560 

1.350 



2120 
70 
13 

13 



26 



Spuren 
0,22 — 



0,07 
0,16 

2,08 



1,40 
0,58 
0,74 

25,20 

69,50 



48 



0,03 
2,12 



1,31 

0,60 
0,88 

26,04 

69,68 



35,7 
04,2 



73,4 
'20,5 



2,20 
5,10 



7,30 



1,18 



180 

560 

2360 



3100 
110 

208 



12 



280 
16,980 



24,0 
75,9 



51 ,9 
48,1 



8,61 

0,56 

160 

691 
2039 



2890 
140 
106 



10 



182 



Spuren 
0,44 — 



0,11 
0,28 



1,38 
4,20 
3,05 

25,20 

G2,24 



0,18 
2,89 



1,35 
5,20 
3,48 

30,42 

50,42 



39,0 
61,0 



75,8 

24,2 



3,45 

5,38 



1,68 



190 

579 
1611 



2380 

150 

72 



30 



102 
15,200 



22,6 
77,3 



71,4 

28,5 



30,1 
09,9 



74,7 
25,3 



8,33 



0,22 



189 

291 

1 380 



1800 

280 

58 



16 



74 

10.020 



Spuren 
0,30 — 



0,10 
0,10 

2,38 



1,50 
2,30 
2,25 

27,57 

03,50 



79 



0,07 

1,86 

1,88 
2,44 
2,43 

27,57 

63,72 



3,60 
4,24 



7,84 



1,52 



102 



808 
2260 



3170 

284 

22 



42 



64 

9,200 



-S 8 



Urgebirgsboden (Granit u. Gneis) 



22: r "u. m. a to. 



Meierei Krenau 



Obcrcs Ka 
pi'llent'eld 



I 



38,9 
01,1 



73,2 

26,7 



5,41 
0,39 

44 

605 
3529 



4178 

298 

9 



53 



02 

8,250 



Spuren 

0,29 



0,13 
0,00 



3,17 

1,40 
1,50 
1,18 

20,40 

05.81 



0,06 

4,17 

2,10 
1,32 
1,45 

22,21 

68,09 



22,4 
77,0 



70,4 
29,0 



2,18 

5,57 



7,75 
1,03 



328 
1900 



2303 

Spur 

39 



26,2 
73,8 



77,4 
22,0 



7,78 



0,07 



84 



41 



80 
0,990 



42 
20 



02 



Spuren 
0,24 — 



0,07 
0,08 



2,36 

1,50 
1,80 
1,49 

20,09 

72,37 



00 



0,00 



1,47 
0,95 

24,15 

08,72 



Kogler 
Quirtcn 



32,0 
08,0 



74,8 

25,2 



1,80 
4,08 



0,48 



1,57 



100 

573 
1507 



2180 
58 
70 

1 05 



181 

8,940 



Spu 
0,31 



58,0 
42,0 



73,5 
20,5 



5,75 
0,78 

84 



44 
86 



130 



ren 



0,04 
0,18 



2,18 

2,18 
2,39 
3,03 

27,05 

03,06 



71 



0,1.3 



1,97 
2,15 

23,93 

67,79 



Meierei Favorittenhof 



Kladner 
Quirtcn 



IL 



41,4 

58,6 



71,0 

28,1 



2,20 
0,09 



1,23 



09 



360 

1 757 



2180 

1.10 

34 

147 



181 
0,470 



43,4 
50,0 



71,3 

28,7 



6,15 



0,70 



312 
!040 



2414 
17 
11 

118 



129 
7,340 



Spuren 
0,37 0,31 



0.00 
0,18 



2,18 



0,05 
0,13 



Unteres 
Stadtholzf. 



30,4 

09,0 



67,2 09,8 
32,8 30,2 



28,0 
72,0 



2,10 
4,90 



7,00 



1,63 



64 



315 
1877 



2256 
34 
28 

92 



120 
7,118 



6,08 



0,80 



50 



M. Neuhof 



Rundfeld 



42,0 

58,0 



75,0 
25,0 



1,94 
5,31 



7,25 



1,56 



129 



706 
1454 



23 
93 



116 



Spurcn 
0,30 — 



0,07 
0,12 



2,41 



2,15 1,80 
2,19 2,19 
1,90 J 1,90 



21,54 
69,43 



61 



23,70 
67,54 



2,25 

1 ,98 
2,33 
2,18 

21,82 

68,95 



05 



0,12 

4,17 

1,98 
2,25 

22,44 

69,04 



2289 
51 
46 

99 



145 

10,150 



25,0 
75,0 



75,8 
24,2 



7,85 



0,88 



121 

730 
501 



2352 
17 

27 



79 
11,410 



Spuren 

0,01 0,39 



0,00 
0,14 

2,28 



1,76 

2,68 
2,79 

25,44 

64,20 



74 



0,07 
0,08 

2,35 



1,98 
2,08 
2,79 

24,03 

04,50 



Pliinerlboclon 



Planermergelbbden 



Pliinersandsteinboden 
und Rothliegendes 



Zittolieb 



Meierei Zittolieb 



Dolik 



12,0 
88,0 



8,0 
92,0 



90,0 
9,4 



1,98 

7,55 



9,53 
2,46 

95 

229 
1 782 



2100 
99 
31 

35 



00 
7,722 



87,1 
12,9 



2,40 
7,00 



10,06 
0,89 

70 
458 



186 
8 

73 



81 

8,884 



Sp uren 

2,97 2,70 



0,42 
0,00 



2,1.0 



1,17 
0,53 

Spin- 
ous 
7,40 

78,72 



98 



0,26 
0,08 



Hinter 
Scbiittbod. 



12,0 
88,0 



)0,4 
9,6 



1,85 
7,06 



8,91 



1,90 



149 



408 
1452 



2009 
52 
30 

55 



85 
9,203 



13,0 
87,0 



Unterer Fa- 
ancngarten 



80,7 
13.3 



1,97 
6,84 



8,81 
1,06 

65 
496 



Meierei Chlumcan 



19,0 
81,0 



137 
25 

05 



90 

12,084 



Spuren 

2,50 5,05 



0,32 
0,08 

2,00 



1,20 
0,71 

Spur 
6,24 
0,87 

79,9 1 



88 



0,74 
0,09 



86,8 
13,2 



2,65 
8,25 



10,90 



2,24 



131 

412 
1680 



2223 
104 
115 

64 



179 

.11,298 



7,0 
93,0 



85,4 
14,0 



2,10 
5,50 



7,00 
0,61 

104 
667 



123 

68 

51 



122 

10,817 



Spuren 
9,47 14,50 



0,75 
0,17 



2,22 



1,19 

0,72 
1,08 
6,50 
7,50 
70,34 



0,62 
0,12 



Ober der 
Kircho 



I 



13,0 
87,0 



92 2 

7,8 



1,74 
6,73 



8,47 
2,24 

09 

568 
891 



1528 
42 
48 

05 



113 

8,098 



8,0 

92.0 



(Scgen Latin 



5,0 

95,0 



89,2 
10,8 



85,4 
14,0 



1,73 1,95 
0,02 7,66 



7,75 
0,89 

48 
578 



9,61 
1,74 

105 

284 
1204 



5 P 



Meierei Brdloch 



Uebern 
Wiildclien 



6,0 

94,0 



85,8 
14,2 



1,88 
0,52 



8,40 
0,33 

17 

385 



113 

23 



63 



80 70 
8,394 9,888 



1653 
35 
41 



178 
39 



35 I 32 



Spuren 
2,33 2,49 



0,1.7 
0,11 



1,52 



1,18 
0,07 
0,05 
0,03 
6,31 
80,39 



93 



90 



0,14 
0,08 



71 

10,241 



Spuren 
12,95 25,95 



1,11 

0.07 



1,65 



0,19 
0,99 
1,60 
4,70 
6,08 
70,00 



92 



0,32 
0,07 



2,0 

98,0 



85,7 
14,3 



2,45 

7,55 



1.0,00 



1,85 



02 

400 

1081 



2203 

39 

8 



72 



80 
9,902 



6b 



Uebern 
Garten 



40,0 
60,0 



79,4 
20,0 



2,60 
7,05 



9,65 
0,72 

50 
447 



71 

4 

76 



80 

10,007 



Spuren 
1,47 1,10 



0,29 
0,08 



2,20 



1,08 
0,98 

Spur 
7,21 
8,68 

77,21 



95 



0,30 

0,08 



2,0 2,0 
98,0 98,0 



M. Rot- 



far la- 
klh 



29,0 
71,0 



Meier. 
Drmtz 



IHwiU 



17,0 
83,0 



76,4 
23,0 



2,00 
8,69 



68,4 

36,0 



87,1 
12,9 



2,90 
7,88 



10,59 



1,09 



53 



433 

1840 



2320 
33 
35 

54 



89 

8,982 



10,78 
0,95 

23 
400 



139 
15 

57 



72 

10,078 



Spuren 
2,57 2,88 



0,07 
0,08 



2,32 — 



0,48 
0,07 



1,57 
3,67 



5,24 
1,60 

70 
100 



87,6 
12,4 



2,40 
0,30 



8,76 
1,40 

98 
470 



80 2412 



750 '2980 



40 

55 



120 
130 

10 



80 j 140 
7,480 j o,57o 



Spur 
0,49 

Sp ur 
0.08 



0,08 
1,01 

0.06 

0,14 



0,00 
0,20 
Spur 
6,94 
10,15 
70,37 



0,75 



0,14 
0,41 
0,67 
.",,18 
9,41 
84,87 



2,98 



0,72 
0,84 
0,94 
6,57 
11,72 
74,94 



92 



60 84 



Alnvial u. Loss- 
lbtiden von 



Basalt ! ftaafa 



Lobositz 



Meierei Lobositz 



Grossstiick 



6,2 
33,8 



81,67 
18,33 



2,72 
5,68 



8,40 



1,74 



194 

106 

1740 



2040 

230 

74 

91 



1 05 
13,810 



4,6 7,8 
95.4 92,2 



Galgenfeld 



82,50 
17.50 



1,78 
3,10 



4,88 
0,82 

98 
312 



81,20 
18,80 



3,10 

6.67 



9,77 



1,70 



180 

146 

1 501 



40 
30 

120 



150 

10,010 



0,04 Spur 
1,78 15,15 



0,10 
0,10 



2,04 



0,82 
1,15 
1,32 

■16,3? 



1,08 
0,15 



2,43 

0,53 

0,98 

14,94 
64,14 



1890 

20 
68 

50 



118 

12,020 



0,03 
2,20 



0,18 
0,11 



78 



1,89 

1,04 
1,38 
1,75 

18,82 

72,00 



77 



Uj 6b 



0,1 

93,9 



Scliel- 
ehotrite 



M 



1.2 

98,8 



83,20 
10,80 



2,45 
4,95 



7,40 
0,89 

95 
205 



30 

27 

133 



04,93 
35,07 



4,03 
10,77 



14,80 
3,62 

220 

370 
870 



1400 
410 

129 

101 



160 

10,205 



0,05 
13,02 



0,28 
0,10 



0,80 
1,14 

15,47 



230 

11,711 



0,28 
23,23 



1,45 
0,23 



1,40 

1,02 
1,23 
4,90 

19,31 

46,89 



112 



Meierei 
Kottomirs 



Ailjrad 



fc° 



14,0 
85,4 



77,77 
22,23 



4,37 
7,43 



11,80 
1,93 

182 



390 

1228 



1800 
210 
100 

50 



1 50 

10,750 



Spur 
3,27 



0,64 
0,15 



1 ,80 

0,05 
1,78 

2,81 

27,09 
61,91 



118 



Kotto- 
miri 



22,1 

77,9 



94,73 

5,27 



1,8 
3,66 



5,50 



1,65 



85 



239 
1350 



1080 
90 
65 

15 



80 
9,320 



Spur 
0,65 



Spur 
0,08 



1,08 

1 ,52 
0,51 
0,84 

10,50 

78,22 



72 



') und 4 ) loslich in 10°/ kalter Salzsiiure. 

') und 5 ) lbslich in dieser Satire, in der Siedkitze eingedampft. 

*) Nach Behandlung mit Musssiiure lbslich. 



e ) In 2% Salzsaure loslich. 

T ) Absorption fiir Ammoniak nach Knop. 



Wittingau, Nettolitz, Zittolieb imtersuclite : Dr. J. Hanamann ; Krumau: Koufimsky. 



Erklarung 

fur die Ziffern der Phosphorsaure-, Kali- und Kalkgehalte der 

graphisch. Darstellungen. 



1. 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
U. 
15. 
Mi. 
17. 
18, 
19. 
80. 



I. Tertiarboden von Wittingau. 

Berghof u jilji (Obergrund) . . o 

„ „ (Untergrund) . . w 

Berghof bejkovnice o 

)) ii w 

Berghof u douby o 

Dvorec (Budw. Str.) ... . o 

n n n ^ 

„ (k sosni) o 

Miihlhof (purkrabsky) o 



„ (nadeje) 
(Pfskova) 
Neuhof (na vriku) 



Scbwamberg .... 
Lhota raystrovy . . 
Schalaun u splavu m. 
Wall pod kfedlem . 
Wondrov (Frauenberg) 



"> Urgebirgsbbden von Nettolitz und 
Krumau. 

'• Peterhof Schwambergfeld . . . <> 



°- » Grossstilck 

4 - Schwarzenberg Sadafelder . 



o. 
6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
1(1. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 



Schwarzenberg Sadafelder 
Zitna spaleny Folder . 



Krainerhof pejsarka . . 

Neuhof Bergfeld . . . 

n )) ... 

Krenau Kapellenfeld . 



Krenau Kogler Quirten 

)) H n 

Favoritenhof Kladner . 

,, Unt. Stadtholz 
Neuhof Rundfeld 



III. Basalterden. 

1. Basalterde Lobosch 

2. Radobylerde 

3. Ilomolkaerde (Whinitz) 

4. Ovfilnerde 

5. Chlumeker (Pschan) Erde 

6. Wostrybasalterde 

7. A.ujezdbasalterde 
s. BaSkopoleerde 

9. Basalterde Dubkovic 
10. „ vom Fuchsberge 



. u 

. 

. u 

. 

. u 

. 

. u 

. 

. It, 

. o 

. u 

. 

. u 

. o 

. u 

. 

. u 



1. 

2. 
3. 
4. 
5. 

6. 

7. 

8. 

9. 
10, 
11. 
12. 
1 3. 
14. 
15. 
16. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 

22. 
23. 



IV. Boden der Kreideformation 
Zittolieb Dolik 



„ hinterm Scnttttboden 

" 5! 1! 

Fasangarten 

„ ..... 

Ohlutncan ob der Kirclic 

i) ii i) 

„ gegen Laun 



Rotschov (Tabulka) 
Chlumcan (Tahof) 



Kottomefer Erde 



de 



Lichtowitzer Planer Er 
Cemossek (Lissa) 
Kamaik (Leithe) . 
Postelberg Bacculitenmergel 
Cencicer ITiigel . . . 
Welhotta Steinbrucherde 



Waldbodenunterlagen. 
Domauschitz Kameimy oujezd 
Domausic (Todtenwald) 



24. Pferubenice (Moraste) 

25. Rovina Sandberg 

26. Tfeboc pferostld 

27. Wehlowitzer Planer (Koun-IIau) 

28. Domausic (Ilouba) 

29. Tfeboc skalka 

30. Domausic (pravda) 

V. Diluvial und Alluvionen. 

1. Post. Diluv. Ploscha o 

2. „ „ Ferbenz o 

3. „ Meierei Feld o 

4. Malnitz Postelberg o 

5. Lobositzer Loss o 

6. » ,, « 

7- „ „ * 

8. „ „ i 

9. Scbelchowitz Lobositz 

10. Krendorf Boden <> 

11. Etothtodtliegendes Diwitz , . ■ ° 

12. Brdloch Garten o 

13 . « 

14. „ Wiildcben o 

1 5 « 



050 r 



G RAPHISCHE DARSTELLUN G DE^^HQSPHO^RSAU REGE H ALTE BOHMISCHER ACKERERDEN IN PROCENTEN DES ROHBODENS. 



Taf. I 

050% 



O'WSi 



OW 



030% 




GRAPHISCHE DARSTELLUNG DES GESAM MTKALKES SOWI E DES LE ICHTLOSLICH E N KALKES DER ACKERERDEN IN PROCENT EN PES R OHBODE NS 



Taft II. 



5* 




GRAPHISCHE DARSTELLUNG DES GESAM MTKAUS SOWIE DES IN CONC. SALZSAURE LOSLICHEN KALIS DER ACKERBODEN IN PROCENTEN DES ROHBODENS. Tat. III. 



GESAMMTKALI 
LOSLICHES KALI 




: ■.,■■■■ 



b) Zwcite Serie gemeasener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) v on Prof. 
Dr. Kofistka. 84 Seiton Text. 

c) Hbhenschichtenkartc, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. (Diese Karte 
enthalt die in dom vorstchcndon Text angegebene Situation im Massstabe von 1 : 200.000). 

d) Hohonschichten des Riesengebirges von Prof. Dr. Kofistka im Maasstabe 
von 1 : 100.000. Preis dieser Abtheilung fl. 4-50 

II. Die Arbeiten der geologischcn Abtheilung. I. TbeiL enthalt: 

a) Prof I)r Ant Fri6: Fauna der Steinkohlenf ormation Bohmens mit 4 Tafeln. 

b) Karl Eeistmantel: Die Steinkohlenbecken bei Klein-Pf f lep, Lisek, Stflec, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow mit 9 Ilolzschnitten. 

c) Jos. Vala und R. Helmhackcr: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Bcraun mit 6 Tafeln, Ilolzschnitten und 1 Karte. 

d) R. Ilelmhacker: Geognostische Bescbreibung eines Theiles der Gegend 
zwiscbcn Benescbau und der Sazava, mit 1 Tafel und 1 Karte. 

Dieser Theil entbalt 448 Seiten Text, 11 Tafeln, 18 Holzscbmtte und 2 geol. Karten. 

Preis . . . fl. 4-- 

II. Theil entbalt: 
Dr. Em. Boficky: Pc trogr aphiscbo Studien an den Basaltges teinen Bohmens 

mit 294 Seiten Text und 8 Tafeln. Preis • • • „ tt - ». oU 

Preis der ganzen crsten Ilalfte des zweitcn Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. tl. 10 — 

>5 W EITER 13 A N E>. 
Zweiter Theil. 

III. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky (II. Theil) 
288 Seiten Text und 1 Tafel. Preis "• iw 



IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Die Wirbelthiere Bohmens. 

b) „ „ „ „ Die Flussfischerei in Bohmen. 

c) „ „ .„ „ Die Krustenthiere Bohmens. 
Mit 1 Tafel, 100 Ilolzschnitten, 272 Seiten Text. Preis . . . 

V. Chemische Abtheilun 



fl. 3 — 



Prof. Dr. Em. Boficky: tiber die Verbreitung des Kali und dor Phosphorsaure 

in den Gestcinen Bohmens. 58 Seiten Text. Preis • • • „ w, _ Jir - 

Preis der ganzen zweiten Halfte des zweiten Bandes (III., IV. u. V. Abth. zusammen) geb. fl. 5 — 

D J\ I T T E JX 13 A N E>. 

I. Topographische Abtheilung. 

Verzeichniss der in den J. 1877-1879 vom k. k. mil.-geogr • Institut trigonomej Sri Bch 
bestimmten Ilohen von Bohmen herausgegeben von Prof Dr. Karl KonstKa una 
Major R. Daublobsky von Sterneck mit 1 Karte 



II. Geologisclie Abtheilung: 

I. Heft. Petrograpbische Studien an den P bono 1 i th scsteinen Boh mens von 
Prof. Dr. Em. Boficky mit 2 chromolith. Tafeln, 96 Seiten Text. 
H. Heft. 



HI. Heft. 



f ^ra^ische Stu'dien aT den Me Up iyrgeeteinen Bahmen. von 
Prof. Dr. Em. Boficky mit 2 chromolith. Tafeln. 88 Seiten -Text lreis H. 1 
. Die Geologie des bohmischen Erzgeb.rges (I Theil von Pro*. Dr. 
Gustav Laube mit mehreren Ilolzschnitten und einer Prohltaiel. 21G Seiten lext 
Preis 



III. Ilotanische Abtheilung: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (HI Theil 
Schluss.) 320 Seiten Text. Preis 



IV. Zoologische Abtheilung: 

I. Heft. Die Myriopoden Bohmens von F. V. Rosicky mit 24 Holzschnitten. 44 Seiten 

Text. Preia 60 kr. 

II. Heft. Die Cladoceren Bohmens von Bohuslav Hellich mit 70 Holzschnitten. 
132 Seiten Text fl. 1-60 

V. Chemisch-petrologische Abtheihmg: 

Elemente einer neuen chemisch-mikroskopischen Mineral- und Gesteinsanalyse 
von Prof. Dr. Bof icky mit 3 Holzschnitten und 2 lith. Tafeln. 80 Seiten Text. fl. 140 

V I E R, T E B, BAND. 

No. 1. Studien im Gebiete der bohmischen Kre ideformation. Die Weiasen- 

berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Fric mit 155 Holzschnitten. 

154 Seiten Text. Preia fl. 3"— 

No. 2. Erliluterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 

J. Krejci und R. Ilelmhacker mit 1 Karte, mehreren Profilen und Holzschnitten fl. 4'50 
No. 3. Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. 

(IV. Theil.) Nachtriige bia 1880. Verzeichniss und Register fl. 240 

No. 4. Petrologische Studien an den Porphyrgesteinen Bohmens von Prof. Dr. 

Em. Boficky fl. 1-80 

No. 5. Flora dea Flussgebietea der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Pospichal. 

fl. V- 
No. 6. Der Ilangendflotzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 

Feistmantel fl. 2' — 

F U N F 1 T E B BAND. 

No. 1. Erliiuterungen zur geologischen Karte dea Eisengebirges (2elezne~ hory) 

und der angrenzenden Gogenden im ostlichen Bohmen von J. Krejci und 

R. Ilelmhacker fl. 2* — 

No. 2. Studien im Gebiete der bohmischen Kreidef ormation. III. Die Iser- 

achichten. Von Dr. Anton Fric. Mit 132 Textflguren fl. 3 — 

No. 3. Die mittelbohmische Steinkohlonablagerung von Carl Feistmantel. Mit 

20 Holzschnitten fl. 120 

No. 4. Die Lebermooae (Musci Hepatici) Bohmens von Prof. Joa. Dedecek. fl. 1 — 
No. 5. Orograpkisch-geotektonische Ubersicht des silurischen Gebietea im 

mittleren Bohmen. Von Johann Krejci und Karl Feistmantel. Mit 1 gcolog. 

Karte und vielen Ilolzachnitten fl. 2" — 

No. 6. Prodromus der Algenflora von Bohmen. Erster Theil enthaltond die Rhodo- 

phyceen, I'haeophyceen und einen Theil der Chlorophyceen. Von Dr. Anton Hansgirg. 

fl. 140 
S E O II S T E B BAND. 

No. 1. Die bohmischen Torfe vom naturhistoris chen und -wirthschaftlichen 

Standpunkte. Von Prof. Fr. L. Sitensky. (Die dcutschc Ausgabo noch nicht vollendet.) 
No. 2. Die Susswaaaerbryozoen Bohmens. Von Joaef Kafka. Mit 91 Abbildungen 

im Texte fl. 120 

No. 3. Grundziige einer Hyetographie des Konigreichea Bohmen. Nach mnln- 

jahrigen Beohachtungsergebnissen von 700 ombrometrischen Stationen entworfen von Dr. 

F. J. Studnicka. Mit einer Karte und mehreren Holzschnitten fl. I'SO 

No. 4. Geologie des bohmiachen Erzgebirgea. Von Dr. Guatav C. Laube. II. Theil. 

Geologie des ostlichen Erzgoliirges odor des Gebirgea zwischon Joachimsthal-Gottesgab 

und dor Elbe. Mit Landschaftsbildern, 7 geolog. Durchschnitton, 5 Abbildungen im Text. 

fl. 2'50 
No. 5. Untersuchungen iiher die Fauna der Gewiisser Bohmens von Fr. Klapaiek 

fl. 120 
No. 6. Prodromus der Algenflora von Bohmen. Erster Theil enthaltend die Uhodo- 

phyceen, Phaeophyceen und Chlorophyceen. Von Prof. Dr. Anton Hansgirg .fl. 3'— 

SIEBENTEB BAND. 

No. 2. Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric. Mit 167 Texthguren fl. 3— 

No. 3. tiber die chemische Zusammensetzung ver schiedener Ackererden und 
Gesteine Bohmen's und iiher ihren agronomischen Worth. Von Dr. Jos. 
II an am an n. Mit mehreren Tafeln. 



Druck von Dr. Ed. GrdgT In Prag 1890. — Selbstywlag 






DAS ARCHIV 



fur die 

naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bohmen 

I. bia V. Band : Eedaktion von Prof. Dr. K. Kofiatka und Prof. J. Krejcf, 
VI. Band u. a. w. : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofiatka und Prof. Dr. A. Fric, 

onlhilt folgende Arbeiten : 

E R, S T E R, BAND. 

I. Die Arbeiten der topographiachen Abtheilung und zwar: 

a) Das Terrain und die Hohen verhaltniss e des Mifc telgebirges und des 
Sandsteingebirges im nordlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Kofiatka. 

h) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt II.) von Prof. 
Dr. Kofiatka. 

c) Hohenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kofiatka. Preia fl. 4 — 
Preis der Karte app , fl, j-gQ 

II. Die Arbeiten der geologischon Abtheilung. Dieaelbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologiache Verhaltnisse des n6rd- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejcf. 

b) Studien im Gebiete der bohm. Kr ei d e f o rm a ti on von Prof. J.Kreicf. 

c) Palaontologischc Unterauchungen der einzelnen Schichten der bohm. 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Fric. 

d) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vom Huttenmeiater Karl Feiatmantel. 
Preis fl. 4-50 

III. Die Arbeiten der botaniachen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Theil.) 
Preia fli • 

IV. Zoologiache Abtheilung. Dieaelbe enthalt: 

a) Verzeichniaa der Kafer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj 

b) Monographie der Land- und Suss waasermollusken Bohmens vom Assi- 
atenten Alfred Slavik. 

c) Verzeichniaa der Spinnen des nordlichen Bohmen vom Eeal-Lehrer 
Emanuel Bart a. Preis A o- 

V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Analytische Unterauchungen von Prof. Dr. Hoffmann. Preia . 25 kr 

Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bia V.) geb \ fl. g-J. 

S5 W JEITER BAND. 
Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

a) Das _ Terrain und die Hohenverhaltnisse des Iser- und des Kiesen- 
gebirges und seiner siidlichen und ostlichen Vorlagen von Prof. Dr Karl 
K o r i a t k a. 

b) Zweite Serie gemessener Ilohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) von Prof 
Dr. Konstka. ' 

c) HOhens chich tenkart e, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. 

d) Hohenschichtenkarte des Rie sengebirgcs von Prof. Dr. Kofistka Preis 
dieser Abtheilung „ g ^. 5 q 

II. Die Arbeiten der geologlschen Abtheilung. I. Theil enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenformation Bohmens 

b) Karl Feiatmantel: DieSteinkohlenbecken bei Klein-Pf flep, Lisek, Stilec, 
Uoloubkow, Mireachau und Letkow. 

e) Jos. Vala und R. Helmhackor: Das Eiscnsteinvorkommen in der Getrend 
von Prag und Beraun. 

d) R. Helmhacker: Geognostische Beachreibung eines Theiles der Gecend 
zwischen Beneschau und der Sazava. Preis fl 4-— 



Die tertiaeren 



Land- und Siisswasser-Conchylien 



des nordwestliclien Bohmen. 



Von 



GOTTLIEB KLIKA. 



Mit 115 Textflguren. 



ARCIHV DER NATURWISSENSCH. LANDESDURCIIFORSCIIUNG VON BOHMEN. 
VII. Hand No. 4. (Geologisclic Abthsllung.) 



PRAG. 

in Commission bei Fr. Kivnar. Druck von dr. Ed. GrSgr. 
1891. 



VORWORT. 



Die tertiaeren Land- imd Siisswasser-Conchylien Bohmens fanden bereits 
durch Prof. Dr. Reuss, Dr. Slavfk, Dr. Boettger und Flach eine theilweise Bear- 
beitung. Neue Funde fordern aber immer von Nenem zum Studium derselben auf, 
Un d das im Museum des KiJnigreiches Bohmen in den letzten Jahren angebiiufte 
Material verlangte dringend eine neue Verarbeitung. Aus diesem Grunde wurde ich 
vom Herrn Prof. Dr. Fric eingeladen, die neue Verarbeitung unserer tertiaeren Land- 
ed Siisswasser-Conchylien zu ubernehmen ; ich that das um so lieber, da ich mich 
s chon seit Jahren mit Vorliebe dem Studium der lebenden Mollnsken gewidmet habe. 

Das im Museum befindliche Material stammte fast ausschliesslich vom be- 
kannten Tuchoficer Fundorte. Im Friihjahr 1887 wurden mir auch die Versteine- 
ru ngen von einem bisher unbekannten Fundorte, Wiirzen bei Pomeisel (Podersamer 
Sezirk) im nordwestlichen Bohmen, die Herr Wenzel Fric unserem Museum geschenkt 
hatte, zur Disposition gestellt. 

Nachdem ich in dem ziemlich reichen Material viele hochinteressante Arten 
Kcfunden, ersuchte ich Herrn Assistenten Josef Kafka, der zu der Zeit eine Ex- 
cursion in die betreffende Gegend unternahni, auch Wiirzen zu besuchen, um zu 
Se hen, ob noch einige Hoffnung auf weitere Funde vorhanden ware. Die Resultate 
s eines Besuches in Wiirzen waren so giinstig, dass ich mich im Friihjahr 1887 
Se lbst auf langere Zeit nach Wiirzen begab, um moglichst viel Material nach Prag 
z i bringen. Bei meinen Arbeiten haben mich die Gutsverwaltung sowie Herr Ad- 
just Casek von Pomeisel freundlichst unterstiitzt; die Ausbeute war besonders im 
glimmerreichen Basalttuff sehr ausgiebig. Auch auf die Umgegend, besonders den 
v <%aberg, habe ich meine Aufmerksamkeit gerichtet, und ausgedehnte, aber an 
Versteinerungen sehr arme Siisswasser-Ablagerungen daselbst constatirt. 

Auch Waltsch habe ich besucht, aber leider ohne Erfolg, da der Siiss- 
w asserkalk am Galgenberg nicht aufgeschlossen ist. Nur hie und da am Rande der 
ai » Abhange des Galgenberges liegenden Felder habe ich einige Stixcke porosen 
^iisswasserkalkes mit guten Petrefakten gesammelt. 



Auf der Rtickreise liabe ich zum erstenmale den bekannten Fundort von 
Tuchofic besucht, wo ich einige Tage sammelte; in Saaz erhielt ich vom Herrn 
Hans Heckle mehrere prachtvolle Tuchoficer Versteinenmgen fttr das Museum 
geschenkt. 

Im Soramer desselben Jahres begab icb mich zum zweitenmale nach Tuchoric 
und hielt uiich liinger auf als mir bei meinem ersten Besuche moglich war, in der 
Hoffnung, die Museumssammlungen, die noch manche Lucken aufwiesen, erganzen, 
und zur Kenntniss des Tuchoficer Landschneckenkalkes vielleicht ein geringes bei- 
tragen zu konnen. Nach Prag zuriickgekehrt widmete ich alle meine freie Zeit deffl 
Bearbeiten des Gefundenen ; das Auswaschen der Kalkerde, die ich nach Prag mit- 
gebracht, nahm fast den ganzen folgenden Winter in Anspruch. Die Ausbeute war 
recht ausgiebig, besonders an Mikrokonchylien, unter denen manch intercssantes 
Stiick vorkam. 

Im Sommer 1888 wurde Prof. Dr. Fric auf einen neuen Fundort des Siiss- 
wasserkalkes bei Stolzenhahn im Erzgebirge, aufmerksam gemacht, von wo er einige 
Zentner Siisswasserkalkes nach Prag mitgebracht hat. Der feste Kalkstein war an 
Yersteinerungen, ausscbliesslich Molluskon, sehr reich, dem Tuchoficer und noch 
mehr dem Kolosoruker Slisswasserkalke iihnlich, aber doch nicht vollkommen iiber- 
einstimmend. 

Im Friihjahr 1889 unternahm ich, vom Museum des K6nigreicb.es Bohmen 
unterstiitzt, eine grossere Ileise nach Deutschland, um an Ort tind Stelle besonders 
die Siisswasser- Versteinenmgen des Mainzer Beclcens studiren zu kimnen. Nur durcb 
die freundlichste Hilfe der Herren Prof. Dr. Zittel in Miinchen, Prof. Dr. Friedr. 
v. Sandberger in Wiirzburg, Dr. Oskar Boettger und Dr. Friedr. Kinkelin in Frank- 
furt (Main), Betriebsfuhrer Lauber in Mosbach-Biobrich (Bhein), Hofrath Dr. Geinitz 
und Dr. Deichmuller in Dresden wurde es mir ermoglicht, mit dem uiufangreichen 
Stoffc wenigstens einigermassen vertraut zu werden. Ltingeren Aufenthalt habe ich 
in Frankfurt (Main) genommcn, wo mir Herr Dr. Boettger mit besonderer LicbenS- 
wiirdigkeit seine reichen, vielo Unica enthaltenden Samndungen zur Disposition 
stellte und mich bei den muhsamen, verglcichenden Studien wirksamst unterstiitzte. 
Nur mit seiner bereitwilligen Hilfe bin ich in manchen schwierigen Punkten ins 
Klare gekommen. Von Frankfurt aus habe ich die meisten Fundortc des Mainzei* 
Beckens besucht. 

Im lierbst 188!) begab ich mich noch einmal nach Tuchofic, wo ich wiedei' 
einige Tage gesammeltund die reiche Sammlung des Herrn Oberlehrer C. Ihl durcli- 
gesehen habe. 

Allen genannten Herren, die durch zuvorkommende Hilfe und freundliclio" 
Rath mich unterstiitzt haben, besonders aber den Herren Prof. Dr. Fric und Dr. 
Boettger, sage ich tneinen verbindlichsten Dank. 



Anfangs habe ich die Absicht gehabt nur neue oder von Bfihmen nocli nicht 
oekannte Arten zu beschreiben; da aber iminer mehr neue Sachen zum Vorschein 
kamen, habe ich mich entschlossen, alio, audi schon beschriobene Arten, in meine 
Arbeit aufzunehmen am so den Freunden der vaterliindischen Naturkunde ein den 
s totf erschopfendes Buch in die Hand zu geben. Die bisherigen Arbeiten fiber die 
tertiaren Susswasser-Ablagerungen Bobmens sind zerstreut und nicht fur jeden 
z igauglich, ich hoffe also, dass mein Bestrebeu dadurch das Studium der tertiaeren 
Mollusken zu fbrdern wohlwollend aufgenonimen werden wird. 

Meine Arbeit kann freilich nicht fur vollkommen gelten; erst die Zukunft 
wi| d iu Mauches, was wir nicht versteheu oder schlecht verstehen, Licht bringen. 
Trotzdem mir fast alles, was bisher in Tuchofic, alles, was in Warzen und Stolzen- 
llil, 'u gefunden wurde, zur Disposition stand, muss ich doch gestehen, dass durch 
ttieiue Arbeit unsere Kenntniss der bohmischen Siisswasserkalke nicht crschopft ist. 

Den geologischen Theil, besonders das Verhaltniss einzelner bohmischen 
Fundorte untereinander und zum Mainzer Becken, werde ich, wie ich hofl'e, spater 
"sarbeiten konnen. 

Ich ttbergebe meine Arbeit dem geneigten Leser in der Hoffnung, etwas 
z Ur Kenntniss der so interessanten geologischen Periode beizutragen. 

PRAG, am 1. Dezember 1890. 



Giffitb Mfy. 



Kurze Besehreibung der Fundorte. 

Die tertiaercn Siisswasser-Ablagerungen sind ira nordwestlichen Bohmen 
ziemlich ausgedehnt, abor grosstentheils an Versteinerungen, besonders denen aus 
dem Thierreiche, sehr arm. An einigen Stellen aber, wo die Verhaltnisse besonders 
gunstig gewesen zu sein scheinen, finden wir mehr oder weniger machtig entwik- 
kelten Siisswasserkalk mit ungemein zahlreicben Versteinerungen, fast ausscbliesslich 
Conchylien, so bei Tuchofic, Grosslipen, Kolosoruk, Wiirzen und Stolzenhalm. 

Ich lasse vorerst eine kurze Besehreibung der bisber bekannt gewordenen 
u °vdbohinischen Fundorte folgen. 



1. Tuchofic mid Grosslipen. 

Von grosster Ausdehnung ist das Lager von Siisswasserkalk beim Dorf 
Tuchofic unweit Saa^. Der liingste Durchmesser der Tuchoficer Siisswasserkalk- 
mulde misst in der Richtung von NNO. etwa eine halbe Stunde, die Breite betragt 
aber nur eine Viertelstunde. Die Unterlage bildet nacli Reuss der Pliinersandstein 
°dor ein tieferes Glied des unteren Quaders. 

Der Siisswasserkalk ist in dora obrigkeitlichen, dicht bei TuchoHc liegendeu 
Steinbruche sehr gut eroffnet. Die iibrigen kleineren Kalksteinbriiche in der niichsten 
Umgegond von TuchoHc sind heutzutage alle verschiittet. Der liingste Durchmesser 
des obrigkeitlichen Steinbruches betragt etwa 200 m, die grosste Miichtigkeit des 
Siisswasserkalksteins iiber 20 m. Die Schichten fallen gegen N. mit 8°— 10° ein. 
I>ie obersten Schichten sind gelblichweiss, poros, weich, an Versteinerungen sehr 
ai "m, die tieferen Schichten sind dagegen von festem, dichtem, gelblichem oder 
^aunlich-gelblichem Kalkstein gebildet, der zum Kalkbrennen benutzt wird. Er ist 
aicht rein, sondeni oft von Kalkspathadern durchzogen; krystallinischer Gyps 
komrut sehr selten vor. 

An der Stelle, wo ich das Profil aufgenommen habe - beinahe in der 
Mitte des Steinbruches - erreicht die Wand cine Miichtigkeit von ^ 20 m. Die 
°berste Schichte bildet schwarze Ackererde von 30-50 cm Miichtigkeit, unter ihr 
legt eine riithliche, stellenweise fast verschwindendo Lehnischichte, die hochstens 
50 cm hoch ist. Weiter unten tindet man eine fast L T / 2 m machtige Schichte von 
kleinen, mit Erde vermischten Kalksteinstuckcn, die noch keine Versteinerungen 
fthren. Unter dieser kommt eine iihnlich machtige, aus imregelmiissig geschichteten 



Kalksteinstiicken bestehende Schichte. Von da an beginnen die bis zur tiefsten Stelle 
ununterbrochen reichenden Kalkstoinbiinke; die obersten sind nur 1 / 4 m hoch, sic 
nehmen aber nach unten immer an Hfihe zu, so dass die tiefsten eine Machtigkeit 
von 2 m ei-reichen. 




Fig. 1. Profil der Siisswasserkalk-Schichten von Tuchoric, ungefahr in dor Mitte des 8teinbruch.es. 
i. a) h) Tiefste sichtbare SohJohte von grossen rdtblich-braimen KalksteinblOcken, tmter denen 

stellcnweise mit Kalkmergel ausgefullte Locher vorkommen. 
2. Schwarze, durch den ganzen Steinbruch sichziehen.de dunne Schichte von verkohlten Pflanzen- 

resten mit zahlreichen Samen von Grewia crenata Ileer. 
8, 5, 7, 9. Nach unten an Machtigkeit zunehmende Kalksteinschichten mit zahlreichen Verstei- 

nerungen. 
4, 6, 8. Nicht continuirliche, diinne Mergelschichton mit, zahlreichen Verstekerungen (besonders 

kleineren). 

10. Portiser Kalkstnin mit sparlichen Versteinerungen. 

11. » „ ohne Versteinerungen. 

12. Mit grauer Krde gemischte Kalksteinstucke, 
18. Graue Lehmgchichte. 

14. P6thliche Lehmgchichte. 

15. Schwarze Ackererde. 

Diese Bfinke werden durch verschieden miicbtige, nnregelmiissige, nicht conti- 
nuirliche, BOndem oft unterbrochene Kalkinergelscliichten von einander geschiedeii- 



Diese, an Petrefakten ungemein reiehe Kalkerde fiillt oft audi kleinere oder gros- 
sere Locher aus. — In der Tiefe von 1.5 m zieht sich durch den ganzen Stein- 
l)r »ch oine diinne, schwarz gefarbte, plastische, gr6sstentheils aus verkohlten Pflanzen- 
r esten bestehende Schichte, die sehr reich an Samen von Grewia crenata ist. 

Das Sammeln im Tuchoficer Steinbruche ist sehr ergiebig, da der Kalk- 
Stein und besonders auch die Kalkmergel an Thierresten, fast ausschliesslicli Con- 
<%lien, ungemein reich ist. Pflanzenreste sind viel seltener, am haufigsten begegnet 
Baan noch Stiicken von Holzstammen oder Aesten von Betulinum stagnigenum Ung. 
u »d den Saamen einer Tiliacea, Grewia, crenata Heer. Wirbelthierreste sind in 
Tuchofic selten. 

Die Landconchylien sind zahlreicher vertreten als die des Siisswassers. 
Durch ihre auffallende Haufigkeit zeichnen sich folgende Arten aus: Planorbis de- 
c] ivis A. Br., Patula euglypha Reuss, Helix zippei Reuss, osculum Th. mut. labiata 
n - und var. tenuis n., bohemica Boettg., apicalis Reuss, Leucochilus quadriplicatum 
A - Br. var. lamellidens Sandb., Vertigo callosa Reuss, Garychium nanum A. Br. 
U. s. w . — Besonders lohnend ist das Schlemmen des Kalkmergels, wobei man 
Tausende von Exemplaren der kleineren Arten im vorziiglichen Erhaltungszustande 
bekonrmt. 

Die Steinbruche bei dem Dorfe Grosslipen sind schon lange Zeit grossten- 
theils verschiittet, man arbeitet nur in den hiichsten Schichtcn; die an Versteine- 
''•"'gen reichen Biinke scheinen hier niiher der Oberflache zu liegen als in Tuchofic ; 
,li( ' Versteincrungen beider Fundorte stimmen vollstandig ttberein. 



2. Kolosoruk. 

Der mit dem Tuchoficer gleichaltrige Susswasserkalk von Kolosoruk nimint 
ni u- einen sehr besckriinkten Raum ein. Reuss (Palaeontographica II. p. 11.) schildert 
'hn, wie folgt: „Er bedeckt den nordlichen Abhang eines im Siiden des Dorfes 
Kolosoruk golegenen Hiigels. Seine Unterlage bilden Glieder der Braunkohlenfor- 
^ation, welche in ihren oberen Schichten durch feurige Emwirkung bedeutende 
Veranderungen erlitten haben und in bunte, gebrannte Tlione, Schlacken und Por- 
fellanjaspise verwandelt sind. Der Susswasserkalk licgt theils in einzelnen Knollen 
in einem braunlichen oder graulichen Mergel zerstreut, theils bildet er zusammen- 
^angende, sehr zerkliiftete und undeutlich geschichtete Massen. Gewohnlich erschemt 
er als fester, dichter, homogener, gelber oder graulicher Kalkstein, der von vielcn 
h °hlen cylindrischen liaumen durchzogen wird und zahlreiche unregelmassige, oft 
^t Kalkspath ausgekleidete oder ganz ausgefiillte Blasenrftume aufzuweisen hat. 
A) i anderen Punkten ist er weich, erdig, und stellt einen gelblich- oder grauhch- 
^eissen, oft sehr porosen, sinterartigen Mergel dar. Der feste Kalk ist sehr reich 
an Schalthierresten, welche mitunter in Menge darin zusammengehauft liegen." — 
A 'le Versteinerungen — vielleicht nur Euchilus rubeschi Reuss ausgenommen - 
k °mmen audi bei Tuchofic vor und sind mit den von der letzteren Localitat stain 
deaden in Form und Grosse ubereiustimmend. 



10 



3. Waltsch. 



Der Stlsswasserkalk von Waltsch „ist in einer Mulde zwischen Basaltge- 
bilden abgelagert und setzt einen Hiigel, den Galgenberg bei Waltsch, zusammen. 
Schichten von Basalttuff, Mergel, Thon, Sand und Kalkstein wechseln mit einander, 
wobei letzterer die tiefste Stelle einnimmt. Er zeichnet sich vor alien anderen Suss- 
wasserkalken durch seine Absonderung in grosse ebene Platten aus, welche wieder 
aus iibereinander liegendon regelmiissigen sehr diinnen Schicferbliittern bestehen, 
die sich schon im frischen Zustande des Gesteines durch die abwechselnd lichtere 
und dunklere Streifung verrathen. Das Gestein selbst ist feinkornig, isabel- oder 
graulichgelb. Zahlreiche Petrefakten liegen auf den Schichtenablosungen. Ausser 
mannigfaltigen Pfianzenresten, besonders Dikotyledonenbliittern und Zweigen utn- 
schliesst er sehr schone Fischabdriicke, den grossen Leuciscus Stephani Mey., den 
kleinen L. Colei Mey. und den schonen Esox Waltschanus Mey. — Audi soil sich 
darin das Skelett eines Nagers (Arvicola) vorgefunden haben. — 

Ueber diesem plattonformigen Kalksteine liegt zwischen Thon und Mergel- 
schichten ein anderer poroser graugclber, nicht plattenfSrmiger Siisswasserkalk, 
welcher sehr reich ist an wohlerhaltenen Gehiiusen von Limnaeus acutus Braun" 
(=L. subpalustris Thomae) — [Reuss, Palaeontographica II. p. 9.]. 



4. Warzen 

(bei Pomeisel, Podersamer Bezirk). 

Die Susswasserablagerungen bilden an diesem bisher unbekannten Fundortfl 
eine massige Anhohe, die sich links von der Podersamer Strasse (von Pomeisel 
gegen Warzen) vom Kreuze bei ihrer Biegung vor Wiirzen bis zu den ersten Wiir- 
zener Hiiusern hinzieht. Fester Kalkstein ist nur im hinteren, Warzen naher ge- 
logenen Theile zu finden, und zwar nur in einer einzigen schwachen Schichte. 

Der ubrige Theil der Anhohe wird vom gliinmerreichen Basalttuff gebildet, 
(lessen untere Schichten an Versteincrungen stcllenweise sehr reich sind ; ungeinoin 
hiiufig ist die kleine Bythinella cyclothyra Boettger var. bohemica n., die Wiirzen 
mit Waltsch gemein hat; etwas seltener, aber doch immer hiiufig genug ist Mela- 
nopsis boettgeri n. Landschneckon sind im Tuffe sehr selten (Cyclostoma? sp., Clau- 
silia, Azeca, Helix). Im hinteren Theile der Anhohe wurde friiher dicht an der 
Strasse Kalkstein gebrochen (man sieht noch Reste von einem kleinen Kalkofen), 
infolge dessen lassen sich einzelne Schichten auch besser verfolgen. 

Unter der bis % m miichtigen schwarzon Ackererde koinmt eine ungefiihr 
gleich miichtige Schichte von kleinen, mit Erde gemischten Kalksteinstiicken vor; 
unter dieser liegen mehrere verschieden gefiirbten Schichten von Basalttuff Dann 
folgt eine miichtige Schichte von etwa 1 j i m im Duchmesser haltenden, runden, an 
der Periferie verwitterten Kalksteinknollen, die vicle und sehr gut erhaltene Ver- 
steinerungen f'uhren. Unter dieser Schichte kommt wieder geschichteter, abwechselnd 
grun und grau gefiirbtcr Basalttuff, dann eine diinne Schichte porosen Kalksteins ohn e 
Versteinerungen, und dann wieder Basalttuff. Versteinerungen kommen in diesem 
Theile der Anhohe nur in den harten Kalksteinknollen (Schichte 4.) vor. — An 



11 



einigen Stellen des nahen Velkaberges habe ich Stttcke von vcrsteinertem Holz, By- 
tlunella eyclotbyra Boettger var. boberaica n. und einige zerdriickte, unbestimmbare 




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Fig. 2. Profll der Susswasserablagerungen von Warzen (hinterer Theil der Anhohe, 
gegen Warzen zu). 1. Basalttuff. 2. Dunne Schichte porosen Ealksteines ohne Ver- 
steinerungen. 8. Geschichteter Basalttuff. 4. Kalksteinknollen mit zalilreichen wohler- 
haltenen Versteinerungen. 5. Gesohiohteter Basalttuff. 6. Gemisoh von kleinen Kalk- 
steinstilcken und Erde. 7. Schwarze Ackererde. 

Limnaeen gesammelt. Die Warzener Susswasserablagerungen sind wabrscheinlicb 
gleicbaltrig mit denen von Waltsch, entscbieden jiinger als diejenigen von Tuchoric, 
Kolosoruk und Stolzenbalm. Hochinteressant ist das Vorkommen vou Cyclostoma?, 
Melanopsis usw. 

5. Stolzenhahn. 

Als Prof. Fric im Jahre 1888 die Sammlung des leider so friih verstorbenen 
Oberlehrers Mann in Holcic bei Gorkau revidirte, fand er audi em Stuck anlctre- 
fakten reicbon Siisswasserkalkes, das demjenigen von Tuchohc sebr almlicli sail, 
aber hoch am Erzgebirge vom Bruder des Herrn Mann gefunden wurde. Die Bacbe 
war sehrfraglich und die Moglicbkeit der zufalligen Verschleppung des btuekes 
aus Tucboric nicbt ausgescblossen. Deshalb unternahm Prof. Frifi im Juh desselben 
Jahres von GSrkau aus zwei Excursionen in die Gegeud von S olzenhahn, es gelang 
ihm aber erst durcb Mitwirkuug des Herrn Forsteleven Janka den Fundort des 
Siisswasserkalkes zu eruiren. 



12 

Auf den Wiosen, welche sich um den. nordlichen Abhang des Rothenhauser 
Seeberges, aordwestlich vom Orte Stolzenhahn hinziehen, wurden Blocke des Siiss- 
wasserkalksteins von dea Grundbesitzern aus der Wiese gehoben und auf die Stoin- 
mauern kings der Wege geworfen, namentlicli in der Uingebung eines kleinen Wiesen- 




Fig. ■'!. Funtlort des Siisswasscrkalkes am Rothenhauser Seeberg bei Stolzenhahn. In 
der rechten untoren Ecke sieht man das nordlichste Hans von Stolzenhahn, obor ilmi 
den Rothenhauser Seeberg; hinter diesem den Taniehberg. In der Niihe des zwischen 
dem Seeberg und der Strasse liegenden kleinen Teiches und an dem zu ibm fuh- 
renden Wege lagen die Blocke des Sflsswasserkalkcs. 



teiches, der auf der beigelegten Skizze etwas zu deutlich ausgefallon ist. Man sam- 
melte etwa 8 Zentner dieses Gesteines und sandte es zur genauen Untersuchung 
nach Prag ; an dem Fundorte wird ausser kleinen Brocken kaum mehr zu finden sein. 

Da alle Versuche des Herrn Janka, die eigentliche Lagerstelle des Siisswasser 
kalkes wcitcr bergaufwarts zu finden, scheiterten, so erscheint es wahrsclieinlicli, 
class unter der Wiese selbst das Lager der Siisswasscrkalkes liegt. Die gesammelten 
Stiicke sind bald fest und hart, bald poros und schwammig. 

Die Versteinerungen stimmen mit dcnen von Tuchofic, noch mehr aber mil 
denen von Kolosoruk iiberein ; die bei Tuchofic so seltene Vitrina intermedia Reuss 
ist haufiger, iihnlich wie bei Kolosoruk. Auch hat Stolzenlialm einige Arten, die 
bisher in TuchoHc nicht gefunden wurden, so z. B. Buliminus turgidulus Sandb. 



Von den ubrigen Fundorten wiire vielleicht nur noch Littmitz nennenswerth, 
wo im Siisswasscrquarze einige unbestimmbaren Conchylienreste vorkommen (eine 
Helix von Gnisse und Gestalt der H. bohemica Boettger und eine Limnaeus-Art) ! 
ahnlicli verhalt es sich auch mit Kostenblatt, wo im Siisswasserkalk auch einige 
unbestimmbaren Conchylien gesammelt wurden. 



Iaiteratur-Uebersicht. 



Thomae, fossile Conchylien der Tertiaerschichten bei Hochheim (Jalnbiicher 
des Vereins ftir Naturkunde im Herzogth. Nassau, 1845, 2. Heft. 

A. E. Beuss, Beschreibung der fossilen Ostracoden und Mollusken der ter- 
tiaeren Stisswasserschichten des nordlichen Bohmens, mit 4 Tafeln. 1852. Palaeonto- 
gi'aph. II. p. 16. 

Erste griindliche, die Tuchoficer und Kolosoruker Versteinerungen beschrei- 
bende Arbeit, mit sehr guten Abbildungen; ziihlt im ganzeix 35 neue und 13 
schon bekannte Arten auf. 

A. E. Beuss, die fossilen Mollusken der tertiaeren Siisswasserkalke Bohmens. 
Sitzungsberichte des kais. Akademie d. Wissenscli. in Wien, Bd. XLII. p. 55., mit 
3 Tafeln. 1861. 

Bringt viele Ergiinzungen und Berichtigungen zur vorigen Arbeit. 

Oskwr Boettger, Clausilien aus dem tertiaeren Landschnecken-Kalk von 
Hochheim, Palaeontographica Bd. X. p. 309. 1861. 

Dr. C. L. Fridolin Sandberger, Die Conchylien des Mainzer Tertiaerbeckens, 
n "it XXXV Taf. 1863. 

I faentbehrlich fiir jeden, der tertiaere Land- und Siisswasser-Conchylien des 
Mainzer Beckens studieren will; beriichsichtigt auch die bohmischen Arten. 

Prof. Dr. A. E. Beuss, Palaeontologische Beitrage (II. Folge). Ueber einen 
neuen fossilen Limax, Sitzungsberichte der k. Akad. der Wissenschaften in Wien, 
L VII. l. Abth. p. 79. Taf. I. 

Beschreibt dx*ei neue Arten von Tuehofic. 

Alfred Slavilc, Neuer Beitrag zur Kenntniss der tertiaeren Siisswasserkalk- 
8 chichten von Tuehofic; Archiv fur naturwissenschaftl. Landesdurchforschung von 
l! "l"nen I. 2. p. 260. Taf. I. 

Bringt zahlreiche Ergiinzungen und beschreibt neue Arten: Hyalinia men- 
,lic a, H. euristhmia, Azeca monocraspedon, Azeca pumila, Clausilia mira, Pupa 
rai "icosta, P. intrusa, Ptychospira deloplecta und Paludinella scalaris Slavik. 

Alfred Slavilc, Popis tfetihornich panvf vapence sladkovodniho u Tuehofic 
a Kolozruk, Archiv pro pffrodoveU prozkoumant Cech, T. 2. p. 235. Taf. I. 

Beschreibt alio zu dor Zeit von Bohmen bekannte Arten. 



14 



Dr. Oskar Boettger, Revision der tertiaeren Land- raid Siisswasser-Versteine- 
rungen des nordlichen Bohmens. Jahrbuch der k. k. geologisclien Reichs-Anstalt XX., 
3. Heft 1870. 

Neue Arten: Acicula callosa, Helix bohemica, Clausilia attracta, Vertigo 
callosa Reuss var. minor. 

Dr. Oskar Boettger, Neue Conchylien des Mainzer-Tertiaerbeckens, Palaeonto- 
graphica. Bd. XIX. p. 35. 1871. 

Beschreibt Strobitus diptyx von Hochheim und Bythinellla cyclotbyra aus 
dem Mergel von Vilbel, die wir jetzt beide auch aus Bohmen kennen. 

Dr. 0. L. Fridolin Sandberger, Die Land- und Siisswasser-Conchylien der 
Vorwelt, mit XXXVI. Tafeln. 1870—75. 

Unentbehrlich flir jeden, der sicb mit dem Studium fossiler Binnen-Con- 
cbylien befasst. — „Binncn-Mollusken des Horizontes der Helix Ramondi im nord- 
westlichen Bohmen" p. 422 — 447. 

Dr. Oskar Boettger, Leber die Fauna der Corbicula-Schichten im Mainzer 
Beckon, Palaeontographica Bd. XXIV. p. 185. 

Dr. Oskar Boettger, Clausilienstudien, Palaeontographica, Supplcmcntband. 
1877. Mit 4 Tafeln. 

Schone kritischc Arbeit iiber tertiaerc Clausilien. 

Dr. Oskar Boettger, Fossile Binnensclmeckon aus den untermiocaenen Cor- 
bicula-Thonen von Niederrad bei Frankfurt (Main). Mit 1 Taf. 1889. — 

Dr. Oskar Boettger, Die Entwickelung der Pupa-Arten des Mittolrhein- 
gebietes in Zeit und Raum. Mit 2 Taf. (Jahrbuch des Nassauischen Ver. fur Natur- 
kunde, Jg. 42). 1889. 

In dieser hochst verdienstvollcn Arbeit theilt der Verfasscr die Formen des 
Mittelrheingebietes in 11 Gattungen: Lauria, Orcula, Coryna, Torquilla, Pupilla, 
Sphyradium, Negulus, Acmopupa, Isthmia, Leucochilus, Vertigo. 

Dr. K. Flach, Leber die tertiaeren Arten des Genus Acme Hartmann. 
(Abh. zu dem Berichte der Wetterau. Ges. fur die ges. Naturk. zu Hanau, 1887 
bis 1890.) Mit 1 Tafel. 

Acme subfusca und A. Frici als neu von Tuchoric beschrieben. 

Boh. Klika, Studie z oboru zkamenelin sladkov. I. Zonitos, ArchaeozoniteS. 
(Vesmfr 1890 p. 43.) 

Neu: Archaeozonites explanatus von Wiirzen. 

K. Mach, Palaeontologische Beitriige, mit I. Taf. I. Zur Fauna von Tuchoric 
in Nordbohmen. (Verhandl. der physik. mediz. Ges. Wiirzburg N. F. Bd. XXIV.) 

Neu: Pupa (Coryna) Diezi von Tuchoric. 



I. Genus Cyclostoma Montf. 



I. Cyclostoma? sp. 

Ich habe dieses hochinteressante Fossil in einem selir schonen Stticke in 
ue n mergeligen Scnichten von Wiirzen gesammolt; das Stuck zerfiel aber, ehe ich 
e 'Ho gute Abbildung und Beschreibung von ihm 
* 6r tigstellen konnte; es blieb nur die Halfte des 
'etzten Umgangcs erhalten; die nebensteliende 
Abbildung kann keine Anspriiche auf vollkommenc ij| 
^enauigkeit machen, da sie tlieilweise nur nach 
^m Gedachtniss gezeichnet wurde. 

Das Gehiiuse bestand aus fiinf gewiilbten Um- 
S'Wgen, die mit starken, stumpfen, entfernt ste- 
'endcn Langsrippchen verziert waren (15 auf dem 
le tzten Umgange). Die Miindung war fast rund. 

Ueber die Beziekungen der Wiirzener Art zu den iibrigen fossilen Arten 
lasst sich vor Auffindung eines besseren Stiickes nicbts niiheres sagen. 




:; \ 



Fig. 4. Cyclostoma? sp. — 6 unci c 
45mal vergrossert. 



II. Grenus Craspedopoma Pfeiffer. 

2. Craspedopoma leptopomoides Beuss. 

Valvata leptopomoides Beuss, Sitzungsb. d. k. k. Akad. d. Wiss. Wien LVII. 
p. 83. T. I. f. 4. 
— Slavik, Arclriv pro pfir. prozk. Ceck. I. 2. p. 267. 

T. IV. f. 26., 27., 28. 

Slavik, Arckiv fur naturw. Landesdurchf. Bohinens I. 
2. p. 270. T. IV. f. 26.-28. 

Boettgor, Jahrb. d. k. geolog. Beichsanst. XX. p. 299. 
Craspedopoma — Sandberger, Vorwelt p. 445. T. XXIV. f. 33.-33. b. 

Testa conico-turbinata, apice mucronata, basi convexa, anguste, profunde 

^bilicata. Anfractus quinque valdo convexi, subteretes, suturis valde profundis 

( is iuncti, costulis transversalibus subaequalibus saepe geminis ornati, ultimus antice 

Sol utus et attenuatus circiter 3/5 omnis altitudinis aequat. Apertura recta, circularis. 

ai 'ginibus continuis, vix incrassatis. 



16 



Die Schale ist kreiselformig mit vorstehendem, zugcspitztem oberem Ende, 
gewblbter, eng und tief genabelter Unterseite ; sie besteht aus ftinf stark gewolbten, 

fast stielrunden, durcta sehr tiefe Niihte von einan- 
der getrennten Windungen, welche mit fast gleich 
starken, hiiufig zwillingsartig sich verbindenden 
Anwachsrippchen verziert sind; die letzte sich 
vor der Miindung vollig von der vorletzten los- 
losende Windung ist vorne in Breite von 2 mm 
deutlich edngeschnurt. Sie erreicht fast 8 / 6 der 
Gesammthohe. Die senkrechte kreisrunde Miin- 
dung besitzt ununtorbrochen in einander fiber- 
gehende, schwacb verdickte Bander. 
Diam. m. 5'5 mm, alt. 6 mm. 
Vorkommen : Sehr selten in Tuchofic. Unser 
Museum besitzt drei scbone Exemplare; in der 
Sammlung des Ilerrn Oberlebrer Ihl in Tuchofic 
babe ich auch mehrere schone Stiicke gesehen. 
,,Craspedopoma leptomoides ist in Form und Grosse dem Or. lucidum 
Lowe von Madeira iiberaus iilinlich, weicht aber im Bau der letzten Windung und 
der Miindung ab, welche mit denen der Cr. Monizianum Lowe iibereinstimmen. 
Die fossile Art steht daher geradezu in der Mitte zwischen den beiden lebenden." 
(Sandberger, Vorwelt p. 445.) 

Die Gattung Craspedopoina Pf. ist jetzt auf die atlantischen Inselu 
beschriinkt. 




Fig. 



Craspedopoma leptopomoides 
Keuss. 



III. Grenus Acme Hartraann. 



Acme Hartm. hat im bohmischen Tertiaer ftinf Vertreter, und zwar zwoi 
glatte Arten mit Wulst vor der Miindung (A. callosa Boettg. und A. subfusca 
Flach), eine glatte ohne Wulst (A. laevissima n.) und 2 gestreifte Arten (A. liin- 
bata B,euss und A. frici Flach). Im ganzen sind bis jetzt 8 Acme-Arten aus dor 
Tertiaerformation bekannt; von den ftinf bei uns vorkommendcn Arten sind 4 fii r 
Bohmen eigenthiimlich. Nur eine, A. subfusca Flach, kommt auch im Mainzer 
Beckon (Hochheim) vor. 

3. Acme callosa Boettger. 

Acicula fusca Slavfk, Archiv pro pffrod. vyzkum 6ech I. 2. p. 267. 

— callosa Boettger, Jahrb. d. geolog. Keichsanst. XX. p. 284. Taf. 
XIII. Fig 1 a, b. 
— Sandberger, Vorwelt p. 445. 
Acme — Flach, Ueber die tert. Arten des Genus Acme, p. 5. fig. 2. 

Testa maior, cylindrica, rimata, spira parum atlenuata, apice obtuso, An- 
fractus sex, vix convexi, sutura simplici, vix impressa, profunda disiuncti, ultim" s 
satis applanatus. Anfractus laovos, nitidi. Apertura pyriforniis, superne acuta, 



17 




e xteme rotundata, marginibus callo satis crasso iunctis. Peristoma Qbtusum, extus 
callosum, margine columellari superne calloso, vix reflexo, 

Das verhaltnissmassig grosse, mit Nabelritz verse- 
neue, cylindrischo Gehause, das sich nach der stumpfcn 
opitze zu langsam verschm&lert, zeigt sochs wenig go- 
Wolbte, glattc, gliinzendo Uingiinge, die durch oinfaclie, 
schwach stufenformig vertiefte Niilite von einander ge- 
trennt sind. Der letzte ziemlich abgeflachte Umgang ist 
«st um die Halfte kleiner als alle ubrigen zusammen- 
Senommen. Die birnformige, oben spitze, unten voll- 
KOmmen gerundetc Miindung zeigt eine starkc, die Mund- 
I'andcr verbindende Schwiele, der Mundsaum ist stumpf, 
aussen von einer flachen, gegen die Miindung schmal 
abgesetzten Schwiele begrenzt, der Spindelrand oben 
Scnwielig, aber kanm zuriickgoschlagen, unten etwas 
nach hinten eingezogen, so dass der rechte Mundsaum unten etwas nach vorne 
v °rtritt, und die Miindung also ein wenig schicf auf dem letzten Umgang zu stehon 
schoint. 

Alt. 3*2 — 4 mm, diam. m. 1"2 — 1*4 mm. 

Vorkommcn : Tuchofic nnd Kolosoruk, selten. 

Es ist diese Art die von Reuss (Sitzungsber. XLII. p. 62.) erwiilinte zweite 
**t von Acme, die Slavik an die Stelle der schon von Reuss gestrichenen A. co- 
^tellata Reuss als A. fusca Walk, gesetzt hatte. — A. banatica Dupuy scheint nach 
Ur - Flach (Ucber die tert. Arten d. Genus Acme Htm. p. 5.) der fossilen Art 
'hnlich zu sein. 



Fig. 6. Acme callosa Boettg. 
(Copie nach Flach.) 



4. Acme subfusca Flach. 



Acme subfusca Flach, Ueber die tert. Art. d. Genus Acme p. 3. u. 5. fig. 1. 

Testa magnitudine mediocri, cylindraceo-conica, nitens, 
8*abra, rimata, apice obtuso. Anfractus sex convexiusculi, 

utura filiformis, filo minus distincto. Anfractus ultimus 
,l(l aperturam ascendens, apertura ovato-rhomboidea, mar- 
ginibus callo satis crasso iunctis ; peristoma obtusum, extus 
Ca Uosum, callo valde prominente. 

Das mittelgrossc Gehause ist cylindrisch-kegelfornrig, 

° n der Basis bis zur stumpfen Spitze verjiingt, glatt und 
8 anzend, an der Basis geritzt. Es wird von 6 miissig ge- 

°lbten, durch schwach fadenformigc Niihte getrennten 

Wi,l gen S 5 . ' ^ on _Y e l Chen . der , letZ ,? F m , ', Fiach. (Copie nach Flach.) 




Der stumpfe Mundsaum 



'dung aufsteigt ; die Miindung ist rhombisch-oval, die 
. ai| der durch eine ziemlich starke Schwiele verbundcn. 
Is| aussen von einer hohen, scharf hervortretcnden Schwiele begrenzt. 

All. 8 mm, diam. in. 1 -1 mm. 

Vorkommen: Tuchoric, sehr selten. Ich fand in Tuchofic nur I Stiick, 

2 



18 

Diez auch nur 1 ganzes und einige Miindungen ; einigc schone Stiicke von Tuchofic 
erinnere ich mich auch in der Miinchener Sammlung geschen zu haben. Ebenso 
selten kommt sie in Hochheim vor. 

Die Form hat ihre nJichste lebende Vcrwandte in Acme fusca Hartm., von 
der sie kaum zu unterscheiden ist; sie ist gewiss ihre direktc Stammmutter, wie 
schon Dr. Flach bemerkt hat. 



I 



5. Acme laevissima n. 

Testa maior, cylindrica, rimata, apice obtusa, 
spira parum attenuata, vix convexa. Anfractus 
quinque, sutura disiuncti simplici, profunda, ultl- 
mus caeterorum magnitudinem vix adaequans. An- 
fractus laeves, nitidi. Apertura pyriformis, angulo 
superiore acuto, marginibus callo iunctis. Peristoma 
acutum, margo columellaris peristomatis superior 
reflexus. 

Das ziemlich grosse, eng geritzte Gehause 
ist cylindrisch, zur Spitze nur allm&hlig sich ver- 
jiingend, glatt und gliinzend. Umgiingo fiinf, schwach 
gewolbt, glatt. Die letzte Windung ist um cin ge- 
ringes kiirzer als alle iibrigen znsammengenommen ; die Naht ist einfach. Die 
Miindung ist birnfiirmig, unten abgerundet, das Peristom einfach, scharf, nur der 
obere Theil des Spindclrandes ein wenig umgcschlagen. Die die Miindungsrander 
verbindende Schwielo ist diinn. 

Alt. 3 mm, diam. m. 1 mm. 

Vorkommen: Ich habe nur ein Stuck mit ctwas verletztem Mundsaum in 
dem vom Herrn Prof. Erie gebrachten Materiale von Stolzenhahn gefunden. 

Von den beiden iibrigen glatten Arten aus dem bohmischen Tertiaer unter- 
scheidet sie das Feblen des Wulstes vor der Miindung. 





Fig. 8. Acm« laevissima n. 



6. Acme limbata lieuss. 

Acme fusca Reuss, Talaeontograph. II. p. 40. Taf. III. fig. 16. 
Acicula limbata Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. XLII. p. 61. 
__ — Sandberger, Concbyl. Mainz. Tert. Beck. p. 388. 

— — Slavlk, Archiv pro pflrod. prozk. Cecil I. 2. p. 266. 
_ — Boettger, Jahrb. d. geolog. lleichsanst. XX. p. 284. 

— — Sandberger, Vorwelt p. 445. Taf. XXIV. fig. 30. a, b. 
Acme — Dr. K. Flach, Ueber die tert. Arten des Genus Acme, 

p. 3. fig. 3. 

Testa nitida, subcylindrica, apice obtusa, basi rimata. Anfractus sex con- 
vexiusculi, suturis fdiformibus disiuncti, sulculis transversis linearibus, profundifl) 
vahle distantibus ornati, ultimus ad aperturam ;tscendens. Apertura ovato-rliomboidea, 



19 




I 




fflarginibus callo distincto iunctis. Peristoma paululum incrassatum, obtusum, margo 
columellaris latior, rectus. 

Das kleine Gehause ist gliinzend, fast cylindrisch, 
fflit stumpier Spitze und deutlich geritzter Basis. Es 
"vvird von sochs schwach gcwolbten, durch fadenformige 
Nahte von einander geschiedenen Umgangen gebildet; 
der letzte Umgang steigt gegen die Miindung auf. Die 
Oberflache ist mit unregelmassigen, groben, weitlaufigen 
u nd zicmlich tiefen Querstreifon bedeckt (12 — 14 Linien 
auf dem letzten Umgaiige). Die Miindung ist rhoinbisch 
6iformig, ihro Riinder durch eine deutliche Schwiele vor- 
ounden; die Miindungsebene ist mit ihrcm Unterrande 
nach links iiber die Axe vorgezogen. Mundsaum leicht Fig. 9. Acme limbata Reuss 
verdickt, stumpf, der iiussere Rand bogig gekrummt, der (Copie uadl Fkoh) " 

Spindelrand breit, gerade. 

Alt. 3 '2 mm, diam. m. 1*1 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, selten. 

Unter den lebenden Arten bat sie ihre niichsten Verwandten in den drei 
Arten: Acme benekei Andr., lineata Drap. und sublineata Andr., als deren Vor- 
WUfer sie Dr. Flack bezeichnet. In der Grosse erreickt sie nur die sublineata, in 
c 'er Streifung niihert sie sich der benekei, dock feklt ihr der flacbe Wulst vor der 
Miindung. Unter den fossilen Arten stent ihr am niichsten Acme filifera Sandb. von 
Hochlieim, die sich von ihr durch mehr gewolbte Umgange, feinere tmd zahlreiche 
Streifen, schneidcnden rechten Mundsaum und die Mundungsform unterscheidet. 



7. Acme frici Flach. 
Acme frici Dr. Flach, Ueber die tert. Arten d. Genus Acme, p. 4 et 6. Fig. 6. 

Testa parvula, angusta, subconico-cylindrica, apice obtusa, basi rimata. An- 

fractus sex sat plani, irregulariter striati, sutura paululum abrupte impressa, non 

Wifera. Anfractus ultimus basi subangulatus, ad aperturam non ascendens ; apertura 

an guste ovalis, margine acutiusculo, columellari expanso, obtuso. 

Das kleine, schmale Gehause ist fast cylindrisch, von 

^ er Basis bis zur Spitze schwach konisch verengt, mit 

s tompfer Spitze und geritzter Basis. Umgange 6, sehr 

Schwach gewolbt, Naht leicht stufig vertieft, nicht faden- 

Wi*ruig. Letzter Umgang an der Basis mit sehr stumpfer 

^ielanlage, gegen die Miindung nicht aufsteigend. Die 

otreifen sind unregclmassig, weitliiufig (10 — 14 Streifen auf 

•km letzten Umgang). Die Miindung ist spitz-eiformig, der 

f©chte Mundsaum schneidend, der Columellarrand ausge- 

br °itet, stumpf, die Miindungsebene fallt in die Richtung P1 «' n 10 -. Acm ° f ™ ; FIach 
'lor Axe (Oopie nacn Flach). 

Alt. 2*4 — 2 - 6 mm, diam. m. (>7 mm. 

Vorkommen: Tuchofic; sie ist die haufigste von alien 4 Tuchoficcr Arten. 

2* 




20 



IV. Genus Sansania. 




Fig, 11. Sansania 
crassitesta Reuss. 



8. Sansania crassitesta Reuss. 

Limax crassitesta Reuss, Sitzungsber. tier k. Akad. d. 
Wiss. LVII. p. 79. Taf. I. Fig. I. 
Slavik, Arcliiv pro pflrod. prozk. Cech 
I. 2. p. 239. 

— Boettger, Jahrb. d. geolog. Beiclisanst. 
XX. p. 285. 

— — Sandberger, Vorwelt p. 436. 
Sansania — Boettger, Foss. Binnensch. von Nieder- 

rad bei Frankf. p. 259. 

Das Schildchen ist besonders um den Wirbel verdickt, gerundet 4kantig, 
gegen das vordere Fnde sick langsam vcrschmiilernd. Das vordere Ende ist ge- 
rundet, das hintere scheint schief abgestutzt zu sein; der "Wirbel liegt zur Seite. 
Die obere Seite des Schildchens ist wenig gewolbt, mit feinen, ungleiclistarken, 
wenig schiefcn, koncentrischen Anwachsstreifen verziert. Der linke Band ist iramer 
dick, in seiner vorderen Hiilfte mit ciner schmalen, tiefen Langsfurclie verselien. 
Gegen den rechten Rand wird das Schildcken diinner. Die Unterseitc ist seln - 
wenig ausgehohlt. Die Dicke variirt sehr viel. 

Long. 5 mm, lat. 3 - 5 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, nicht selten. Eckingen und Tkalfingen in Wiirt- 
temberg. 

Die Schalen sind bcmstoingolb gefarbt, durclischeinond. 



V. Genus Grlandina Schulimacher. 



9. Glandina inflata Reuss. 





Fig. 12, Glandina inflata Reuss. 



Achatina inflata Beuss, Palaeontograph. H- 

p. 33. T. III. F. 14. 
Glandina cancellata Sandberger, Conch. 
Mainz. Tert. Beck. p. 46. T. V- 
Fig. 2. 
— inflata Beuss, Sitzungsber. dev 
k. Akad. d. Wisscnsch. 
XLII. p. 69. 

— Slavik, Arcliiv pro pflrodo- 
ved. prozk. Cecil I. 2. 251- 

— Boettger, Jahrb. d. geol- 
Reichsanst. XX. p. 286. 
Sandberger, Vorwelt P- 
408. Taf. XXI. Fig. 18- 



21 

Testa solida ovalis, apice obtuso, rotundato. Anfractus 5 convexi, suturis 
subcrenulatis disiuncti, excepto primo eostulis transversalibus saepe fasciculatis sul- 
culisque longitudinalibus sat profundis clathrati, ultimus abinde inflatior, ad aper- 
turam vero compressus 8 / 4 omnis altitudinis aequat. Apertura subovalis, superne acu- 
minata, marginibus tenuibus, acutis, columella vix arcuata, inferne truncata. 

Die dickwandige eiformige Scbale mit stumpfem vollig abgerundetem oberem 
Ende besteht aus fiinf gcwiilbten, durch fein gckerbte Nabte getrennten Umgangen, 
Welche mit Ausnahme dos glatten ersten mit fast senkrechten, ungleichstarken, 
Wufig biindelformig gruppirten Anwaclisrippcben vorziert sind, die von zahlreicben, 
ziomlicb tiefen Liingsfurchen durclisetzt werden. Der letzte Umgang ist anfangs 
oauchig, an der Mundung aber zusanimengednickt und dreimal so hoch, als die 
ubrigen ziiKammengenommen. Die spitzeifiirmige Mundung besitzt einfache scbarfe 
wander und eine selir flach gekriimmte, unten scliief abgestutzte Spindel. 

Alt. 40 mm, diam. m. 24 mm. 

Vorkommen : Tucboric und Lipen, selten. Als weitere Fundorte fiihrt Sand- 
berger (1. c. p. 409.) an: Hochheim, Fontainebleau im Landsclmeckenkalke, Thal- 
fingen, Eckingen, Michelsberg und i'appelau bei Ulm in den oberen kreideartigen 
Scluchten des Rugulosa-Kalkes, Staufener Tunell im Allgau in der unteren Siiss- 
jvasser-Molasse ; Laubenlieiin bei Mainz in den Corbicnla-Schicliten, Hochstadt bei 
Hanau im llydrobienkalke, Aix in der Molasse coquilliere, La Brede bei Dax in 
Aquitanien. 

Ihre nachste lebende Verwandte ist die im siidlicbsten Nordamerika ver- 
Weitete Glandina truncata Gmel., die aber nicbt so selir dickscbalig und auch 
weniger baucbig ist. 



VI. G-enus Oleacina Bolten. 




18. Oleacina neglecta n. 

Achatina Sandbergeri Tb., Reuss, Palaeontograpb. II. p. 32. T. III. F. 11. 

„ Sandberger, Mainzer Becken p. 47. T. V. F. 4. (pars). 

Glandina, „ Reuss, Fossile Mollusken, Sitzungb. XLII. p. 70. 

» n Slavik, Tucbofice a Koloz. Arcbiv I. 2. p. 251. 

„ „ Boettger, Revision, Geo!. Jahrbuch XX. p. 286. 

Oleacina „ Sandberger, Vorwelt p. 409., 444., T. XXIII. 

F. 32. (pars). 

Testa oblongo-acuminata, imperforata, nitida. Anfractus 5 1 / 2 
fere plani, celeriter accrescentes, sutnris tenuibus, vix crenulatis 
disiuncti; primus et secundus giabri, caeteri eostulis obliquis, te- 
nuissimis, irrcgularibus ornati; sulculi longitudinales subtilissimi, 
densissimi. Anfractus ultimus circitcr r '/ 7 omnis altitudinis aequat. 
Apertura rapiformis, testae dimidio paulo longior, basi paulum di- 
Oleaoina latata, marginibus simplicibus acutis, dextro subsinuato, protracto, 
eta n. columella arcuata, oblique truncata; callus tenuis. 



22 



Das undurchbohrte, langlich-kegelfiirmige, oben stumpf gespitzte Gehiiuse 
ist diinn und gliinzend. Umgiinge 5 T / 2 rasch an Breite zunohmend, sehr wenig 
gewolbt, fast fiach ; die orsten zwei Umgiingc sind glatt, die iibrigen unregelmiissig, 
bogenformig gestreift; die Streifung ist in ihrem ganzcn Verlaufe fast gleich stark 
ausgepr&gt, und wird nicht, wie man bisher angenommen hat, unter der Naht be- 
sonders stark und scharf; die seichte Naht ist nur stellenweise und audi da kaum 
merklich gezackt. Die Spiralstreifung ist nur hie und da etwas mchr deutlich, sehr fein 
und dichtgedrangt. Die letzte Windung erreicht ungefiihr % der gesammten Gehiiuse- 
lange. Die Miindung ist eng-birnformig, oben in einen spitzen Winkel ausgozogen, 
unten gerundet, um ein geringes langer als die Halfte der Schalenlange (bei einem 
15 mm hohen Stiicke um l 1 /* mm). Das Peristom ist einfach, scharf und gerade, 
nur der rechte Rand ist in Uebereinstimmung mit dem bogenformigen Verlaufe der 
Streifung bogenformig vorgezogen und ein wenig eingedriickt. Die Spindel ist ge- 
bogcn, unten scliief abgestutzt; die den Gaumen und die Spindel bedeckende 
Schwiele ist ziemlich dick. 

Hohe 14—16 mm, Breite 4-5 — 5"5 mm. 

Vorkommen: Nicht selten in Tuchofic, wo ich einige 30 gute Stiicke ge- 
sammclt habe, dann bei Gross-Lipen und Kolosoruk; audi von Stolzenhahn und 
Wiirzen besitzen wir einige wahrscheinlich derselben Art gehorenden Bruchstiicke. 
Die Warzener Stiicke sind nur ein wenig starker gestreift, sonst viillig ubereui- 
stimmend. 

Diese Art wurde bisher von alien, die sich mit dem Studium der nord- 
bolimischen Siisswasser-Ablagerungen beschaftigt haben, fur Oleacina sandbergeri 
Thomae gehalten. Meiner Ueberzeugung nach, die ich mir durch piinktliches Ver- 
gleichen von Originalstiicken erworben habe, muss die Art von 01. sandbergeri 
getrennt werden; die Unterschiede sind folgcnde: Bei der Mainzer Art ist die 
Spira gleich hoch mit der letztcn Windung, die Naht ist deutlich gezackt, w°" 
gegen bei unserer bohmischen Art die Spira im Vergleich mit der letzten Windung 
viol kiirzer ist, die Streifung wird an der Naht nie rippchenformig, die Naht is* 
infolge dessen viel regelmassiger, kaum merklich und nur stellenweise gezackt, die 
Miindung ist langer, die Spindel entschieden gostreckter. Ich sehe mich also gc- 
nothigt fiir die bohmischen Stiicke eine neue Art aufzustellen. — Das Yerluiltniss 
der Lange der Miindung zur Lange des ganzen Gehiiuses betriigt bei unserer Art 
1:1-85 bis 1:1-87, bei Oleacina sandbergeri Thomae 1:215 bis 1:2-20. - 
Hauptcharakter der neuen Art bleibt das Vorwiegen der letzten Windung im Yer- 
hiiltniss zur Spira, und die kaum gezackte Naht. 

Die Eeusssche Oleacina oligostropha von TuchoHc stellt entschieden nui 
jungc Stiicke unserer Art vor, wie ich mich durch Vergleichen von ganzen Suiten 
iiber alien Zweifel iiberzeugen konnte. Die Spiralstreifung fehlt allerdings, wie auch 
Reuss, indem er sic mit Glandina inflata en miniature vergleicht, bemcrkt, aber sie 
fehlt auch auf den jiingeren Windungen unserer Art. 

Unter den lebenden Oleacinen hat 01. neglecta ilire niichste Verwandte in 
Oleacina subulata Pfeiffer von Haiti; unter den fossilon Arten ist freilich 01. sand- 
bergeri Th. von Hochheim und Fontainebleau die ntichstverwandte. In dieselbe 



23 



wuppe gehort .audi Oleacina eburaea Klein von Morsingen und 01. producta Reuss 
V() u Tuchofic, Gross-Lipen und Vermes. 



Glandina 



Oleacina 



II. Oleacina producta Reuss. 

Achatina producta Reuss, Palaeontographica II. p. 32. Taf. III. Fig. 15. 
— Sitzungsber. der k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 70. 
Slavfk, Archiv pro pfirod. prozkoum. Cecil I. 2. p. 251. 
Boettger, Jalirb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 286. 
Sandbergor, Vorwelt p. 444. Taf. XXIV. fig. 29. 

Testa subulata, gracilis, apice obtusula. Anfractus 5 a / 2 planiusculi, suturis 
hnearibus disiuncti, costulis transversalibus ad suturas prominulis ornati, ultimus 

re % omnia altitudinis aoquans. Apertura sublanceolata, margi- 
n ibus tenuibus, acutis, columella paulum inflexa, inferne truncata; 
Ca Hus margines coniungens subtilis, margo dexter paulum protractus. 
Die schlanke, lang-koniscbe Schale mit stumpfer Spitze wird 
v on 5 x / 2 wenig gewolbten, fast Aachen, durch schmale, sehr wenig 
gekerbte Naht getrennten Umgiingen gebildet, die an llohe rasch 
z,| nehmen und die ersten zwei glatten ausgenommen mit sehr feincn Kg- 14- Oleacina 
Anwachsstreifchen bedeckt sind, die unter der Naht ein wenig mehr P roducta Reuss - 
voi'springend werden. Der letzte Umgang erreicht ungefahr z / 3 der 
^esammtliohc der Schale. Die Mundung ist fast lancetformig, oben in einen spitzen 
Wmkel ausgezogen, unten gerundet, urn ein geringes kurzer als die Halfte der 
,e sammtholie. (Bei einem 17 mm hohen Stiick misst der langste Durchmesser der 
Wndung 7 x / 4 mm) Die wenig gekriimmte Spindel ist unten quer abgestutzt, der 
^undsaum einfach und scharf, der rechte Mundrand iibereinstimmend mit dem 
D °genf6rmigen Verlaufo der Anwachsrippchen ein wenig ausgezogen, die die Miindungs- 
Wa nd bedeckende Schwiele breit und diinn. 

Alt. 15 — 17 mm, diam. m. 4 1 / 2 — 5 a / 2 mm. 

Vorkommen: Selten in Tuchofic und Lipen. Greppin hat sie audi bei 
^ e i'mes (bei Delemont) in der Schweiz gesammelt. (Sandberger, Conch. Mainz. Tert. 
Beck. p . 45.) 

Die Art gehort audi in die Verwandschaft der auf Haiti lebenden Oleacina 
s ^ulata Pfeiff. 



VII Genus Vitrina Draparnaud. 

12. Vitrina intermedia Reuss. 

Vitrina intermedia Reuss, Palaoontograph. II. p. 18. Taf. I. Fig. 4. 

— Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 62. 
Sandberger, Conch. Mainz. Tort. Beck. p. 12. Taf. V. 
Fig. 19. 

Slavik, Archiv pro pfirodoved. prozk. Cech I. 2. p. 240. 
— Boettger, Jahrbuch d. gcol. Reichsanst. XX. p. 286. 
Sandberger, Vorwelt p. 426. Taf. XXIV. Fig. 27. 



24 




Testa depressa, rotundato-dilatata ; anfractus 2 1 / 2 subtilissime striata, cele- 
riter accrescentes, ultimus ad aporturam valde dilatatus. Apertura depressa, lati- 

tudine altitudinem multo superante, marginibus 
simplicibus, tenuibus; margo coluinellaris in* 
crassatus. 

Die kleinc Schale ist breitohrfo'rmig, gla n " 
zend; sie wird von 2 1 /a> durch seichte Nab.te 
getrennten, an Breite sehr rasch zunehmenden, 
sehr fein gestreiften Umgangen gebildet, von 
welchen der letzte gegen die Miindung bin sich 
stark erweitert. Die gedriickte Miindung ist sehi' 
breit, viel breiter als boch, quer-olliptisch. Di° 
Miindungsrander sind einfacb, scharf, nur del' 
Spindelrand verdickt. 

Alt. 4—5-3 mm, diam. m. 6-3— 8*4 win. 
Vorkommen: Sebr selten in Tucbofic, Ko- 
losoruk und Stolzenbahn. 

Die nachst verwandte fossile Art ist Vitrina 

puncticulata Sandb., mit der sie friiber von 

Sandberger zusannnengezogen wurde. Sie unter- 

scbeidet sich von ibr aber hinlanglich, um als 

Art gekalten werden zu konnen. 

Der Wirbel ist bei den Tuchoficor Stiicken bald mehr, bald wenigcr flack 

Auffallend ist die Dicke der Schale bei der Hiilfte von unseren Stiicken ; die Schale 

ist bei ihnen gowiss zweimal dicker als bei den ubrigcn ; sie stimmt aber im iibrigen 

vollstiindig uberein. 

Sehr interessant ist der Umstand, dass der Spindelrand verdickt und von 
unteu gesehen s-fonnig gekriimnit erscheint. 




Fig. 15. Vitrina intermedia Reuss 

1. grossc Stttcke von Stolzenhahn, 

2. kleinc, dioksohaJige Form von 

Tucbofic. 



VIII. Genus Archaeozonites Sandberger. 

Diese Gattung hat Sandberger (Vorwelt p. 404) fiir cinige tertiaere Arten 
aus folgenden Grundcn aufgestellt: ,,Diese (A. subverticillus) und einige andeve 
Arten glaube ich jetzt weder bei Nanina, noch bei den typischen (europaeischen) 
Zoniten einordnen zu konnen. Namentlich sind sie von letzteren durch die bedcutend 
dickere und hoher gewundene, oberseits nicht gekiirntc Schale gut unterschicden, 
auch der ihnen sonst ahnlichere tropisch-amerikanische Z. euryomphalus Pfeiff. ist 
diinuschaliger und viel weiter genabelt. Ich wiihle daher den Nainen Archaeozonites 
fiir die Gruppe, welche als Vorlaufer von Zonites in Europa zu betrachten ist." 

Aus dein nordbohmischen Tertiiir sind uns bisher zwei scharf unterschiedeno 
Arten von Archaeozonites bekannt : A. haidingeri Eeuss und seine Var. rcussi Klik a 
aus Tuchofic, Kolosoruk, Lipen und Stolzenhahn (?) und A. explanatus Klika von 
Wiirzen. Die erste Art hat seinen Verwandten in A. subangulosus Benz, aus Ehingcu 



25 

Un <l Thalfingen; die zweite Art steht als eine flache, scharfkantige Form imter deu 
lOssilen Arten olme jede n&here Verwandtschaft. 

Die iiltesten Vertreter der Gattung Archaeozonites flnden wir in den niittel- 
°%ocanen meerischen Sanden des Pariser Beckens, es sind A. depressus und asper 
wat. ; im Mainzer Becken kommt die hauflge, schone Art A. subverticillus Sandb. 
a uf zalilreiclien Lokalitaten vor. 





Fig. 1G a, b, c. Archaeozonites 
explanatus Klika. 



13. Archaeozonites explanatus Klika. 
Archeozonites explanatus Klika, Vesmir XIX. p. 43. f. 14. 3. a, b, c. 

Testa applanata, nitida, spira paulum elata, apice brevi mamillata, basi uin- 
bilico amplo, pervio perforata. Anfractus sex acute carinati, supra carinam prope 
plani, infra couvexi, sutura tenui disiuncti; anfractus 
Primus et secundus glabri, ceteri transversiin costulati, 
costulis tenuibus, acutis, obliquis, coniunctis pleruinquc 
^—4 in fasciculos, planis interstitiis seiunctos. In basi 
hunt costulae multo tenuiores. Striae longitudinales sub- 
Wissimae. Apertura rhomboidea, angulo inferiori obtuso ; 
Peristoma acutum, simplex. 

Die massig grosse Schalo ist flach und glanzend, 
ttiit wcnig vorstehendem oberem Knde und kurz warzen- 
rormiger Spitze; die gewSlbte Unterfliiche ist breit und 
(lurchgohend genabelt. Umgiinge 6, sehr deutlick gekielt ; 

fiber diesem Kiele sind die Umgiinge fast vollkommen flach, unter ihm etwas starker 
Sewolbt, am starksten um den Nabel; die Naht ist seicht. Die ersten zwei Win- 
•"ttLgen sind glatt, die iibrigen sind auf der Obersoite mit queren, nach hinten ge- 
"Ogenon, feinen aber scharfen Anwachsrippchen verziert, die auf dem letzten Um- 
Sftllge gewbhnlich 3—4 zu Biindern gruppirt sind, welche durch glatte Interstiticu 
Vo "einander getrennt sind. An der Kante werden die Querrippchen plotzlich schwacher, 
la dem sie auf die glanzende, starker gewolbte Unterseite ubergohen; am Nabel 
^erden sie nicht starker. Die Querstreifung wird durch sehr feine longitudinale 
^urchen unterbrochen, die man am deutlichsten unter der Naht sieht. Der letzte 
Umgang ist zweimal breiter als der vorletzte. Die Miindung ist rhombisch, nur wenig 
aus gesclmitten, der untere Winkel ist abgestumpft. 

Der Mundsaum einfach und gerade. 

Diam. m. 17 mm, alt. 6"3 mm. 

Vorkommen: Sehr seltcu in Warzen, wir besitzen nur 6 Stiicke in nicht 
"osonders vorziiglichem Ziistande. 

Unsere Art ist durch ihre Flachheit, durch die langsame Aufrollung der 
,J "iKiinge und namentlich (lurch die Glatte der ersten und die schwache Skulptur 
(le i" niichst folgenden Wiudungen ausgezeichnet. 



14. Archaeozonites haidingeri Keuss. 

Zonites algiroides Keuss, Palaeontogr. II. p- 19. T. I. F. 5. 

— Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 63. 



2G 



Zonites algiroides Slavik, Archiv pro pfir. vyzk. Cech I. 2. p. 238. 
Boettger, Jahrb. d. gool. Reichsanst. XX. p. 286. 
Archaeoz. haidingeri Sandberger, Vorwclt p. 443. T. XXIV. F. 26.-26. ^ 
— — Klika, Vesmfr XIX. p. 43. F. 14. 1. a, b, c. 

Testa depresso-conoidea, apice obtusa, basi convexa, umbilico lato, pervio 
perforata. Anfractus 6% — 7 paullo convoxi, sutura lineari disiuncti, superne co- 
stulis subacqualibus prominulia retroreis ornati, quae sulculis longitudinalibus sub- 
tilissirais docussantur, inferne fiunt latiores, obsolctiores, saepe confluentes; in um- 
bilico hunt rursus promimila e - 
Anfractus ultimus supra basin oD " 
tusangulosus 8 / fl oranis altitudinis 
aoquat. Apcrtura obliqua, late lu- 
naris, marginibus tenuibus, acutis, 
callo subtilissirao iunctis. 

Die grosse, niedrig-kegclfri 1 ' 
mige Scbale besitzt ein flach zi*" 
zenforraig endendes Gewindo una 
gewolbtc, wcit und durchgeheiKi 
genabelte Untorseite. Umgange 671 
bis 7 miissig gewolbt, (lurch schma- 
le Nahte voneinander geschiedon; 
ibre Oberfliiche ist mit hervorste- 
henden, dicbten, nach hinten bo- 
genformig gekriimmten QuerripP" 
chen, die durch sehr feine longi' 
tudinale, parallel laufende Rinnon 
gekreuzt werden, verziert; dies© 
longitudinale Skulptur siolit man am besten auf dem letzten Umgange unter de© 
Kiel. Auf der starker glanzenden Unterseito werden die Querrippchen viel flachei'i 
breiter, mannigfaltig untereinandcr zusammenfliessend, bis im Nabel werden stf 
wiedcr fast gleich stark wie auf dor Oberseite. Die jiingercn Umgange sind scluirfei 
gekielt ; der letzte stumpfgekielte erreicbt ungefahr */ B der Gesaromthohe. Die Mi'" 1 " 
dung ist breit mondformig (fast rundlich), ihre Riinder sind einfach und scharf; 
nur der Unterrand pflegt ein wenig ausgozogen zu sein; die die Mundungsrandei 
verbindende Schwiele ist diinn und gliinzend. 

Diam. m. 34 — 37 mm, alt. 24 — 27*5 mm. 

Vorkommen : Tuchofic, Lipen und Kolosoruk, fast ausscbliesslich im festcu 
Kalksteine; im losen Mergel ist er sehr selten, dann aber scbr schon crbalten. I c " 
babe an unseren zahlreichen Exemplaren gewissenhafte Messungen vorgenoniinon, 
die noch bei der Varietat zu Rede kommen werden. 

Einige Bruchstiicke, die vielloicht audi dieser Art gehoren werden, babe 
ich aucb im Stolzenbahncr Kalksteine gefunden. 




Fig. 17 a, b, c. Archaeozonites haidingeri Itenss. 



27 




Fig. 18 a, b. Archaeozonites 

liaidingeri Ecuss var. reussi 

Klika. 



Var. reussi Klika. 
Zonites haidingeri Reuss, Palaeontograph. II. p. 20. T. 1. F. G. 
algiroides var. liaidingeri Sandberger, Conchylien p. 389. 
Arch, haidingeri var. reussi Klika, Vesmlr XIX. p. 43. F. 14 2 a, 2 b. 
Differt a typo testa humiliore, umbilico latiore, anfractibus minus convexis, 
a Pertura latiore. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch 
( 'i° geringere Ilohe der ganzen Schale, breitoren 
Nabel, weniger gcwolbte Umgiinge, seichtere Naht. 
^ie Miindung erscheint natiirlich breiter, da die Hohe 
ues letzten Umganges geringer ist. 

Diam. m. 34 — 36 mm, alt. 1G — -21'5 mm. 

Vorkommen : Audi fast ausschliesslich im festen 
^alksteine bei Tuchofic, Lipen und Kolosoruk. In- 
cessant ist ihr Vorkommen bei Hochheim, wo sie 
■Bottger gefunden hat. 

Zur Begriindung meiner Ansicht, die Varietiit 
lr iusse doch von der typischen Form abgetrennt blei- 
"V&, fiihre ich nur die Zahlen an : Bei der typischen, 
ll °hen Form verhalt sich die Hohe zur Breite bei 
uem am meisten konischen von meinen Stiicken wie 
* : 1*27 (Exemplar No. IV.), es ist also zwischen der 
J Iolie und Breite kein so bedeutender Unterschied ; 
beim zweiten Stuck betriigt dasselbe Verhiiltniss 1 : 1-42 (III.) und beim dritten 
* : 1'43 (I.). Inmitten dieser Grenzen gibt cs viele Ubergangc. Beim hochsten 
Exemplars, welches ich schon zur Var. reussi stelle, ist das Verhiiltniss zwischen 
Hohe und Breite wie 1 : 1*76 (VII), dann kommen in der Reihe immer niedrigcre 
Un, l niedrigcre Exomplare, bis wir beim niedrigsten das Verhiiltniss 1 : 1-91 (VIII.), 
(lio Breite also fast zweimal so gross wie die Hohe, linden. Aehnlichem Verlnilt- 
n isse begegnen wir auch bei den Grossendimensionen der Miindung. Bei der typi- 
schen Form (I.) verhalt sich die Hohe der Miindung zu ihrer griissten Breite wie 
1 : 1'Oi ; bei der Varietiit (VIII.) linden wir dasselbe Verhiiltniss wie 1 : 1-14. 

Archaeozonites haidingeri hat auch schon seine Historic; ursprunglich 
burden von Reuss zwei Arten, algiroides und haidingeri, von Tuchofic beschrieben, 
s Pater zog Reuss die letztere als Varietiit zur algiroides. Von Sandberger wurde 
iloy Name algiroides, weil unrichtig gcbildet, eingezogen und haidingeri an seine 
Stelle gesetzt, infolge dessen die Varietiit, deren Rechte man doch anerkennen muss, 
ilu 'on Namcn verlor. Ich habe mir deswegen erlaubt, ihr den Namen dessen zu geben, 
tler sic zuerst beschrieben hat. Was ihre Haufigkeit in Tuchoric betrifft, kann ich 
* Us eigener Erfahrung sagen, dass sie gleich so hiiufig vorkommt wie die typische 
F °rm; an bestimmte Schichten scheint sie nicht gebimden zu sein. 

Noch eiue andere Art wurde von Tuchofic beschrieben, niimlich Archaeo- 
^nites semiplanus Reuss, die Sandberger noch in semen „Land- und Siisswassor- 
J^nchyiien der Vorwelt" (p. 442. T. XXIV. f. 25.-25. b) beschreibt und abbildet. 
^Urch sorgfiiltige Zusammenstellung einer Serie von Exemplaren jedes moglichen 



28 

Alters bin ich zur Uberzeugung gekommen, dass es sick um junge Stiicke von 
A. kaidingeri handelt. 

Unter den fossilen Archaeozonites-Arten ist A. subangulosus Benz. ahnlicfli 
aber kleiner, holier gewunden, enger gcnabelt und weit feiner gerippt. 



IX. Genus Hyalinia Ferussac. 

Dem Vertroter der jctzt iibcr die ganze Erdc verbreiteten Gattung Hyaline 
begegnen wir zuerst in Obereocan (II. voltzii Desk, aus Buxvvoiler, ilire system*" 
tischc Stellung ist aber nock nickt sickorgestellt). In den geologisch jungeren Sckichten 
werden sie etwas zaklreicher, aber sie erreichen dock bei Weiteni nickt den Arten- 
Roicktkum der Jetztzeit. Drei zusammenlebende Ilyalinia-Arten, wie wir sie m 
Tuckofic finden, sind meines Wissens nock von keiner anderen tertiaren Locality 
bekannt; im ganzen finden wir in den nordbokmischon tertiaren Siisswasserablag 6 ' 
rungen 5 Arten: H. denudata Reuss, H. ikli n. und H. mendica Slavlk von TuckoflCi 
II. bokemica n. von Warzen und II. vetusta n. von Stolzcnkafin. II. denudata und 
ikli kabon ihre Vorwandten in Paliistina und Syrien, II. bokemica in TranskaukasieB' 
Aus dem bokmiscken Plistocaen kenncn wir biskor keine einzige Hyalinia- Art ; ' a « s 
dem Alluvium sind mir 6 Arten (H. crystallina Miill., nitida Mull., fulva Mull'; 
kammonis Strom., pura Aid. und nitidula Drap.) bekannt. Lebend findet man l ,cl 
uns 12 Hyalinien (ausser den 6 alluvialen nock II. glabra Stud., cellaria MiiU'i 
nitens Mick., subrimata Reinb., diapkana Stud., inopinata Ulicny). — Alio lcbond e 
Arten des Genus erreicben ungefakr die Zakl 280. 

15. Hyalinia denudata Reuss. 

Hyalina denudata Reuss, Palaeontograpkica II. p. 21. T. I. F. 1. 

— — Sitzungsber. d. Akad. d. Wiss. XLII. p. 64. 

— — Slavik, Arckiv pro pffr. prozk. Cecil, I. 2. p. 247. 

Boettger, Jakrb. d. geol. Reicksanst, XX. p. 287. 
Sandberger, Vorwclt p. 441. T. XXIV. F. 23. male! 
Testa orbicularis, tenuis, nitida, spira depressa, apice obtusa, intcrdum bi' e " 
viter mamillata, basi depressa, umbilico amplo, pervio perforata. Anfractus &_/« 

convexiusculi, suturis subcrenulatis diS' 
iuncti, costulis transversalibus oblil 1113 ' 
in media parte retrorsis, in basi * el ° 
strictis, saepe bifidis aut fasciculate 
ornati; ultimus supra basin obtusaugu 
losus circiter */„— 9 / 10 omnis altitudin 19 
aequat, latitudine penultimum duplo si 
perans. Aperturatransversim ovalis, m& 
ginibus approximates, tenuibus, a cU , ! 
Die dunne und gkinzende Sckale J 
Fig. ii). Hyalinia denudata Reuss. (Original- fa st von kreisformigem Umriss und ^ 
zeichnung.) sitzt ein sekr niedi'iges, mauckmal ov 




29 

a ch zitzenformig endendcs Gowinde ; die Basis ist abgeplattet, fast eben, weit 
nd durchgehend genabelt. Das Gehause wird von 5 1 /., flachen Umgangen gebildet, 
* e 'lurch schwach gekerbte, tiefe Nahte voneinander geschicden sind. Ihre Ober- 
ac he ist mit oftcrs dichotomeu oder zu Biindeln vereinigten, oberseits sehr schiof 

8 e stellten, auf der Mitte riickwartsgebogenen und auf der Unterseite fast geradlinig 
erlaufenden feinen Anwachsrippchen verziert. Der letzte, oberhalb der Grundflache 

j gerimdet-kantige Uingang erweitert sicb gegen die Miindung so, dass er den vor- 
zten an Breite zweimal iibertrifft. Das iibrige Gewinde nimnit nur l /io— V« der 
esammtbohe eii Die Miindung ist schicf eiformig, ihre Rander sind einander 

^ na] ie geriickt, einfach und scharf. 

Diam. m. 12—14 mm, alt. 4—5 mm. 

. Vorkommen : Tucbofic, nicht selten, obzwar man vollkommene Stiicke nicht 

^ Ieicht findet, Lipen, Kolosoruk. Auch wird sie von Tbeobaldshof bei Tann i. d. 

on angefiihrt. Tn Warzen sowie in Stolzenhahn fclilt sie, indem sie in Wftrzen 

Urch Hyalinia bobemica u., bei Stolzenhahn durch H. vetusta n. vertreten wird. 

f Als ihre nachsto lebende Vcrwandten fuhrt Sandberger (Vorwelt, p. 441.) 

und '''• iebusitica RotL ' IL P rotensa F,5r - ™d II. aequata Mouss. aus Palaestina 
1 Syrien an; besonders die erste ist ihr in Bezug auf ihre kantigen Windungen 
j 1 lc b, die flache Unterseite unterscheidet H. denudata von alien drei genannten 
en - — Auf der Abbildung ist der Kiel etwas zu scharf ausgefallen. 



16. Hyalinia ihli n. 

u , Testa depresso-conica, spira elata, apice mamillata, basi paululum convexa, 
sub lat °' pervio l )erforata - Anfractus quinque convexiusculi, suturis profundis, 

. Cron u.latis disiuncti, costulis transversalibus 

Sol r* 118 -' in ■ media P arte retrors iS) in basi ob- 
©tioribus, saepe bifidis ornati, primi acute, 



u s supra basin obtuse carinatus, circiter 



fj'.- 0mnis alt itudinis aequat. ; in eius parte : 
en ° ri . nonnulli sulculi longitudinalcs subtilissimi 
tn ? )lc * nntur - Apertura transversim ovalis, ro- 
*ta, marginibus approximatis, tenuibus, sim- 




Plicil 



3U8. 
Di 





ilftn- 



Fig. 20. Hyalinia ihli n. 



J ie zierliche Schale ist diinn und &iaiu 
~ ' gedrlickt konisch, mit Ieicht erhobenem 
fliu" Ule Und zitzenf6rmi g vorstehendem Embryonalonde ; die Unterflache ist sehr 
°o gewfilbt, weit und durchgehend genabelt. Das Gehause wird von 5 schwach 
gebM?* 611 ' durch ticfo ' nur 8tellenweisc gekerbte Nahte getrennten Windungen 
An ' leren 0l)Crflac,ie mit » fter dichotomen, sehr feinen sichelformig gebogenen 

j, Wach srippchen verziert erscheint, die auf der Mitte der Umgange rtickwiirts ge- 
dun untorsoits ,mr schwach gekrummt und noch feiner sind. Die ersten Win- 
6t Sen sind scharf, die letzte bis zum Ende stumpf, aber doch sehr deutlich gekielt, 
ll /a der Gesammthohe des Gehauses cinnchmend; auf ibrer Unterseite bemerkt 



30 



man 



,. eine sparsame, sehr feme, durchbrochene Spiralstreifung. Die Mtindung ist ab- 
gerundet schief-eiformig, die Mundungsriinder einander geniihcrt, einfach und scharf. 

Diam. m. 10*5 mm, Alt. 5'25 mm. 

Vorkommen : Sehr selten in Tuchofic. Ich habe nur ein gut erhaltenes, er- 
wachsenes und ein junges Stuck gesammelt, ein kleines Stuck habe ich auch vom 
Herri) Obcrlehrer Ihl in Tuchofic bekommcn, dem ich diosc hiibscho Art zu widuien 
inir erlaube. Die Art wurde, wie ich glaube, noch von keinem anderen Sammloi' 
gefunden. Sie fallt schon auf den ersten Blick durch ihre konische Gestalt und 
ihren Kiel auf, wodurch sie sich von der denudata sehr scharf unterscheiden lasst, 
die Streifung ist bei H. ihli etwas grober und unregelmassiger. Junge Exempli' 1 ' 
kann man wegen ihrer scbarfon Kante mit jungen H. denudata nicht verwechscln- 
Die sehr schwache, aber doch charakteristische Spiralstreifung kommt meines W* 
sens bei H. denudata nie vor; der letzte Umgang ist bei H. ihli verhaltnissmii^ 
niedriger, indem er nur 2 / 3 der Gesammthohe einnimmt, die jiingeren Umgiinge sind 
aber relativ hoher als dieselben bei denudata. 





1. 



17. Hyalinia (Retinella) bohemica n. 

Testa orbicularis, nitida, spira depressa, apice brevi mamillata, basi con- 
vexa, umbilico amplo, pcrvio perforata. Anfractus 5% obsolete carinati, excepto 

primo et secundo glabro transversim costulati, costuhs 
superne subtilibus, interdum bifidis, irregularibus, la^ s ' 
inferno prope evanescentibus. Sutura profunda, pars ifl' 
ferior anfractuum convexior. Apertura rotundato-lunataj 
obliqua, peristoma simplex, acutum, margine columella 11 
paululum protracto. 

Das Gehiiuse ist von kreisformigem Umriss, gift" 
zend, ziemlich festschalig, mit gedriicktem Gewind^ 
kurz zitzenformig vorstehendem Embryonalcnde und g e " 
wolbter, weit und durchgehend genabelter Unterseite- 
Es wird von h^j^ durch schmale aber tiefe Nahte ,"°' 
schicdenen Umgangen gebildet ; die jiingeren sind sclwi'' 
fer, der letzte stumpf gekielt (der Kiel verliiuft nicb 
in der Mitte der Umgiinge, sondern zwischen dem oberon 
und dem mittleren Drittel, erst am Ende des letzte" 
Umgangs senkt er sich fast zur Mitte). Die ersten zwei 
Umgiinge sind glatt, die tibrigen sind mit sehr fein eJl ' 
gebogenen Anwachsrippchen verziert, die auf der Obef' 
seite manchmal dichotomiren, unregelmassig, breit unO 
abgeplattet, gebogen sind, auf der Unterscite aber faS 
vollkommen verschwinden und fast geradlinig zum Nabel verlaufen. Die Untersert 
der Umgiinge ist gewolbter als ihre Oberscite. Die Mtlndung ist schief gestellt, ab- 
gerundet mondformig, ein wenig breiter als hoch, wenig ausgeschnitten. Das Periston 
ist scharf und einfach, nur der Spindelrand ist ein wenig verliingert. 
Diam. m. 12'5 mm, alt. 6 - 3 mm. 




h 



2. 



Fig. 31. Hyalinia boliomica 

n. — 1. a, b, c. in natiirli- 

cher Grdsse, 2. oin anderes 

Kxemp., vergrfissert. 



31 



funde 



Vorkommon: Sehr selten bei Wiirzen; ich liabo nur zwei junge Stiicke ge- 



J en, mehrere prachtvollo grosso Exemplare hat unseren Sammlungen Herr W. 
*"S geschenkt. 

Von der Tuchoficer H. denudata Rss. unterscheidet sio gut Hire gewolbte 

uterseite, ihr charakteristischer Kiel und dem entsprechend audi mclir rundliche 

'"."' ; iugo. Die Verwandtschaft mit der Sect. Eetinella Shuttlew., deren Hauptcentrum 

* e Kaukasuslander bilden, ist zweifellos. Von lebonden Arten stent unserer Art 

Wmlich nalie Hyalinia (Eetinella) mingrelica Mouss. aus Transkaukasien, die aber, 

♦ Jie aucb die gedrlicktere II. (Eetinella) selecta Mouss. deutliche Spiralskulptur auf 

de r Obersoito hat. 



18. Hyalinia vetusta n. 

Testa solida, applanata, nitida, umbilicata, umbilico amplo, pervio. An- 
actus quinque superne fere plani, inferne convexi, valde obtuse carinati, sutura 
e nui, superficiali disiuncti. Anfractus primus et se- 
indus glabri, reliqui costulis obliquis, applanatis 
rnati ; pars testae inferior prope glabra, nitida. Apcr- 
Ul 'a fere rotundata, marginibus simplicibus, acutis, 
callo tenui iunctis. 

Die ziemlich dicke, gliinzende Scliale ist oben 
e hr fiach ; ihre Unterseitc weit und durchgeliend ge- 
n; «)elt. Sie wird von fiinf, oben fast flachen, unten 
gwfilbten, sehr stumpf gekielten, durch schmale, ober- 
chliche Niihte von einander gesonderten Umgangen 
sebildet, die mit Ausnahme des glatten ersten und 
weiten mit deutlichen, abgestumpften, weitliiufigen 
^wachsstroifen bedeckt sind ; die Unterseite ist fast 
^. att i glanzend. Die langlich-rundliche Miindung steht etwas scliief, ihre Bander 
Ul( l oinfach und scharf, durch cine feine Schwiele verbunden. 
Alt. 4 - 2 mm, diam. m. 10 mm. 

Vorkommen: Stolzenhalm, em einziges Stuck gefunden. 
Sie erinnert an die Hyalinia villae Mort. aus Siideuropa und II. sicula 
aus Sicilien, sie ist aber von beiden doch erheblich verscbieden. Man wird 




Fig. 22 a, h, c. Hyalinia vetusta n. 



Kob. 

sie 



Vielleicht auch zur Section Eetinella Shuttlew., die ihr Hauptcentrum in den 
iUl k<isuslandern hat, stellen miisson 



19. Hyalinia mendica Slavlk. 

Hyalinia mendica Slavik, Archiv f. d. naturwiss. Landesduchforsch. Von 
Bohmen, I. 2. p. 262. Taf. IV. fig. 7., 8. 

denudata iuv. Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 287. 

mendica Boettger, Palaeontograph. XXIV. p. 196. 

j. . Testa parvula, planata, anguste perforata, tenuis, nitida. Anfractus 3, su- 
s tenuibus disiuncti, superne minus convexi, costulis subtilissimis, irregularibus 



32 




ornati. Spira elata, anfractus ultimus ad aperturam in latitudinem valde accrescens. 

Costulac partis inferioria tenuiores. Apertura paulum obliqua, lunaris, peristoma 

simplex, acutum, margo inferior paulum protractus, margo externus et columellariS 

callo tenui iuncti. Umbilicus angustus, pervius. 

Das kloine, eng genabelte Gehause ist flach, diinn und 
glSnzend, von drei durch schmale Niilite gesondcrton, oben etwaS 
schwacher als unton gcwolbten Umgiingon gebildet, mit schwacben, 
ungleichon und unregelmiissig verthoilten Anwaebsstrcifen bedeckt, 
welche radial vcrlaufen und nur an der Unterseite, mancbmal 
leicht wellenformig gebogen, immer aber mebr verstricben sind, 
als an der Oberseite. Das Gewinde ist cin wenig erhoben ; der 
letzte Umgang gegen die Miindung bin stark erweitert. Die ctwas 
scbief stehende Miindung ist mondformig und von der Milndungs- 
w.-ind ziemlich stark ausgeschnitton. Der Mundsaum ist scliarf, 
einfach und gerado, der Unterrand etwas vorgezogen. Die dio 
Miindungswand bedeckende Schwiele ist diinn, der Nabel eng, 
aber durcbgebend. 

Alt. l - 5 mm, diam. m. 3 - 5 mm. 

Vorkommen: Selten in den mergeligen Scbicbtcn von Tu> 
chofic. 
Boettgor hat die Art anfangs fur Jugendzustand von llyalinia denudatQ 

Reuss gehalten, aber spiiter, nachdem er gute Exemplars erbaltcn, wicder anerkannt. 




Fig. 2:!. Hyalinia 
mnndica Slav. (Co- 
pie nacli Slavik.) 



X. Genus Strotolus Anton. 



20. Strobilus uniplicatus Al. Braun. 

Helix uniplicata Al. Braun in deutscb. Naturforsch. Vorsamml. 1842. p. 149 
_ _ Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 35. Taf. III. Fig. ?• 

— — Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLIL pag. 68. 

— Slavik, Arch, pro pffrod. prozk. Cecil I. 2. p. 249. 

Hyalina — Bocttger, .Tabrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 287. 

Strobilus — Sandberger, Vorwelt p. 406. Taf. XXIII. Fig. 24. 

Testa parvula, depresso-conoidea, apice obtusa, 
basi convexa, umbilico amplo, pervio, carina obtusa 
cincto excavata. Anfractus A x \. i convoxiusculi, suturi* 
profundis disiuncti, primo l 1 /, glabro excepto costif 
transversalibus acutis, distantibus, in basi multo mi' 
. nus prominulis ornati, ultimus obtusangulosus, antico 
paullo deflexus tertiam fere partem omnis aequat w* 
titudinis. Apertura porobliqua, lunaris, margine basab, 
minus externo reficxo, superiore expansiusculo; vasX' 
Pig. 24 a, b, 6. Strobilus unipli- & nes call ° satis crasso » laminam acutam, prominon- 
cattis Al. Braim. (Originalzeichn,) tem paullo obliquam emittente iuncti. 




33 

Die kleino Schalo ist, sehr flach kegelformig, mit stumpfem Ende und ge- 
Wolbter, weit und durchgehend genabelter Unterseite; don Nabel umgibt oin sehr 
8tumpf er Kiel. 4 a / 2 ziemlich stark gewolbte Umgange Kind (lurch tiefe Nahte von 
e mander getrennt. Der orste und die Hiilfte des zweiten sind ganz glatt, die Ober- 
fl'i'Che aller iibrigen ist mit zierlichen, scharfen, von einandcr geruckten Querripp- 
chen verziert, die auf der Unterseite viel weniger stark ausgepragt erscheinen, als 
tl uf der Oberseite, ja manchmal bios am Ende des letzten Umganges etwas hervor- 
«'eten. Der letzte, stumpfkantige Umgang erreicht beinahe l / 8 l,l>r Gesammthohe 
l ' , - r Schale und ist vorne schwach abwiirts geneigt. Die Mtlndung ist sehr schief, 
""•ndformig, ihre R&nder sind kurz ausgebreitet, der untore umgesehlagen, dor obere 
S 6l 'ade, < I ii rc.lt eine ziemlich dicke, mit einer ctwas schiefen, scharfen Lamelle be- 
wehrten Schwiele verbunden. 

Alt. 1 mm, diam. m. 2 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, nieht sehr selten. — Die Art kommt weiter noch 
"" Landschneckenkalke von Hochheim, in den obersten Schichten des Rugulosa- 
<; dkes bei Thalfingen bei Ulm, in den mergeligen Lagen des Hydrobienkalkes bei 
Wiesbaden, bei Appenheim in Rheinhessen vor. 

Die bohmischen Stiicke unterscheiden sich von der typischen Form (lurch 
'he etwas niedrigere, flachere Gestalt der Schale, ein wenig schwiicher gelippte 
Wiindungsriinder, etwas breiteren Nabel; die Rippchen sind, wie schon Reuss und 
ooettger richtig bemerkt haben, auf der Oberseite viel starker als unten, wo ge- 
^ohnlich nur etwa fiinf letzte Rippchen starker hervortreten. Am niichsten stehen 
"en bohmischen Stiicken die Exemplare von Appenheim, sie sind aher immer noch 
ot was hoher und starker gelippt. 

Bei Wiirzen babe ich 3 Steinkerne gefunden, die mit der Gehausegestalt 
Vo n Strob. uniplicatus vollstiindig ubereinstimmen ; ihre Rippchen sind aher viel 
roiner und unrcgelmassigor. Die Mtlndung konnte leider nicht blosgelegt werden. — 

Dr. Boettger erwiilint (Eossile Binnensclmecken aus den untermiocaenen 
c °rbicula-Thonen von Niederrad bei Frankfurt, Main p. 259) eine zusammen mit 
dem Typus in den Landschneckenkalken von Tuchofic vorkommende, seiner Varietat 
Ses quiplicata (rait zwei Parietallamellen) nahestehende Form, die ebon noch die An- 
deutung einer zweitcn Lamelle erkennen liisst; ich babe sie bei Tuchofic nicht 
bc "bachtet. 



21. Strobilus elasmodonta Reuss. 

Helix elasmodonta, Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 66. 

T. I. F. 2 a—c. 

Slavlk, Archiv pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 248. 
Hyalina — Boettger, Jahrb. d. goolog. Reichsanst. XX. p. 2S7. 

Strobilus — Sandberger, Vorwelt p. 442. T. XXIV. F. 24-24 b. 

Testa parvula, depresso-conoidea, apicc obtusa, basi depressa, anguste et 
8u bobtecte perforata. Anfractus quinque satis convexi, lentissime accrescentes, suturis 
Profundis disiuncti, primo et secundo glabris exceptis superne subtiliter confertimque 
8tri ati, in basi nitentes, fere laeves. Anfractus ultimus obtusangulosus circiter '% 

8 



34 







Fig. 25 a, b, c. Strobilus elasmo 
donta Reuss. 



omnis testae altitudinis aequat. Apertura paulum obliqua, depresso-semilunaris, 
marginibus incrassatis, reflexis, callo tcnui iunctis, laminas binas obliquas, paral- 

lelas, profunde intrantes, quarum ad umbilicum iaccns 
minor est, emittente. 

Die Schale ist klein, niedrig-kegelformig, nait 
gerundetem Embryonalende und wenig gewolbter, fast 
flacber Unterseite; der Nabel ist sehr eng, fast ganz 
verdeckt. Fttnf sebr schmale, eng gewundene, an 
Breite fast gar nicht zunehmende Umgiinge sind 
mlissig gewolbt, durch tiefe Niibte voneinander ge- 
trennt. Der crste und audi fast der ganze zweito 
Umgang ist glatt und glanzend, die iibrigen sind m 
der Oberseite mit gedrangten, feinen AnwachsripP' 
cben verziert, die auf der Unterseite nocb viel feiner 
und matt werden. Der letzte, am Endc nicht he'rab- 
gebogene Umgang ist stumpf, aber deutfich geki^'f 
und erreicht ungefahr 2 / 5 der Gesammthohe der Schale, Die Miindung ist wenig 
schief, nach halbmondformig ; die Miindungsninder sind verdickt, massig umge- 
schlagen (am wenigsten oben, mehr in der Mitte und an dor Basis), durch eU» 
diinne Schwiele verbunden, von welcher zwei schiefgestellto, unter einander paral- 
lcle, scharfe Fatten entspringon, die weit nach innen fortsetzen. Die innerc, dem 
Nabel naher gelegene Falte ist etwa fast nur balb so gross wie die iiussere. 
Alt. 1-8 mm, diam. m. 2 mm. 

Fundort: Nicht selten in Tuchofic und Lipen, nach Sandberger (Vorwen 
p. 442) kommt sie auch in Kolosoruk vor. Teh vermuthe audi, dass einige Stticke, 
die unser Museum aus festem Gesteine von Wiirzen und Stolzenhahn besitzt, z« 
dieser Art zu stellen sind. An beiden zuletzt genanntcn Fundorten ist sie aussers 

selten. — w 

Strobilus elasmodonta gehiirt in die Strobilus-Gruppe mit zwoi Falten. W* 
ihre Verwandtschaft mit fossilen Arten betrifft, so mag ihr wohl am niichsten Stro- 
bilus diptyx Bttgr. stehen, die von ihr aber doch sehr scharf unterscbieden ifl •• 
Hire Hauptuntorschiede bestehen im fast ganz verdeckten Nabel, mehr kugelig 011 
Gewinde, fiacher Unterseite. 

Von den lebenden steht ihr Str. labyrintbioa Say (mit einer Zahnfalte) aiis 

Nordamerika am niichsten. 

22. Strobilus diptyx Bocttger. 

Helix diptyx Boettger, Palaeontograph. XIX. p. 44. Taf. VIII. Fig. 5 a— * 
Strobilus — Sandberger, Vorwelt p. 406. Taf. XXIII. Fig. 25. 
Testa parvula, subdepressa, umbilicata, umbilico mortice amplo, pervM 
apice obtusulo. Anfractus 4 x / 2 sensim accrescentes, suturis profundis disiuncti, SU- 
perne convexi, inferne subdepressi, omnes bicarinati, carinis obtusis, prima in me< '* 
parte anfractuum obvia, altera umbilicum cingente ; anfractus ultimus ad apertura 
non deflexus, constrictus. Anfractus omnes primo glabro excepto costulis transve ' 



35 




Fig. 86 a, b, e. Strobilus diptyx Boettg. 



salibus subtilibus, subaequalibus, basi testae saopius bifidis orjiati. Apertura obliqua, 
(te Pi'esso-lunaris, peristoma undique refiexum, margiaibus callo satis crasso, laininas 
^uas acutas, parallolas, quarum infera paullo 
minor est, emmitente iunctis. 

Die kleine, flach kegelformige Schale ist 
miissig weit und durchgehend genabelt; Em- 
to'yonalende stumpf. Von den durch tiefe 
Niilite getrennten, an Breite nur sehr lang- 
s am zunebmenden, oben wenig gewolbten, 
unten etwas abgefiacbten 4}/ 2 Umgangen ist 
cle r letzte vorne nur sehr selten etwas ab- 
orts gebogen, an der Miindung etwas ein- 
^osclmiirt ; auf den Umgangen, besonders auf 
(le m letzten bemerkt man einen stumpfen 
^iel, der ungefahr in der Mitte des Um- 
Stttges verliiuft und einen zweiten noch stum- 
Pieren, der den Nabel umgibt. Mit Ausnahme 
( '°i' ersten glatten Windung kommen auf alien iibrigen feine und ziemlich regel- 
miissige, sehr wenig gebogene Anwachsstreifen vor, die auf der Unterseite noch 
'einer werden, sich fast immer in mehrere theilen und s-fomiig zum Nabel ver- 
1; mfen. Die Miindung ist eng, lialbmondiormig und steht schief auf dem letzten 
Uj *»gang, der Mundsaum ist oben wenig, an der Basis und in der Mitte stark um- 
S e schlagen ; die Bander sind durch eine ziemlich dicke Schwiele verbunden, von 
belcher zwei diinne, scharfe, schiefgestellte, stark hervorragende Zahnlamellen aus- 
gehen; die innere, dem Nabel niiher gelegcnc Lamelle ist nur wenig kleiner als 
"* e iiussere. 

Vorkommen: Tuchofic, nicht besonders selten; Hochheim, in der Puppen- 
Sc hic,hte des Landschneckenkalkos. 

Unsere bohmischen Stiicke unterscheiden sich von den Hochlieimer, die ich 
•"relet vergleichen konnte, nur dadurch, dass die breiten Zahnfalten ein wenig 
Sc liwacher sind; die dem Nabel niiher gelegene ist von der Columella etwas weiter 
0l >tfernt. Auch sind unsere Stiicke ein wenig, aber konstant kleiner. 

Unter den fossilen Arten hat Strobilus diptyx ihre niichsten Verwandten in 
Stl 'oh. elasmodonta Beuss und Strob. costatus Sandb. (von Undorf). Von Strob. 
^lasniodonta unterscheidet sie der ausgepnigte Nabel und die niedergedriickte, an 
(le r Grunddiiclie viol mehr gewolbte Schale, von Strob. costatus, die sehr ahnlich zu 
Sei u scheint, soil sie auch der weiterc Nabel unterscheiden. 



XL Genus Patula Held. 



23. Patula (Anguispira) frici n. 

Testa magna, globose-conoidee, nitida, umbilicata, umbilico satis amplo, 
I Je i'vio. Anfractus sex convexi, primi obtusecariuati, sutura profunda disiuncti. 

3* 



36 




Fig. 27. Patula frifii u. d) Skulptur vergrosscrt. 



Anfractus primus et secundum glaber, reliqui transversim costulati, costulis superne 
obliquis, obtusis, inter quas striae subtilissimae interpositae sunt, inferne tenuioribus, 

ad umbilicum convergen- 
tibus partimque confluen- 
tibus. Striae longitudinals 
subtilissimae, densissimae. 
Apertura rotundato-luna- 
ris, marginibus simplici- 
bus, acutis ; margo colu- 
mellaris protractus. 

Die grosse, kugelig" 
kegelformige Scbale is*- 
glanzend, weit und durcb- 
gebend gcnabelt, mit zit" 
zenformigem Embryonal- 
ende. Sie wird von sects 
gewolbtcn, durcli tiefe Nahte getrennten Umgiingen gebildet, die, die ersten zwei 
glatten ausgenommen, mit ziemlich starken, stumpfen, bogig gekriimmten, auf del' 
Unterseite feiner werdenden und s-formig zum Nabel, wo sie tbeilweise zusammen- 
fliessen, verlaufenden Querrippcben verziert sind. Hire Zwiscbenraume nebmen viel 
feinere Streifchen ein. Bei starkerer Vergrosserung bemerkt man eine rinnenfornMS 6 
Spiralskulptur, die aber bios auf der Hohe der Rippchen, nicht in ihren IntervalleB 
geht. Die Mtindung ist gerundet-mondformig, die Mundungsrander einfach und scharti 
gerade, nur der Spindelrand erscbeint ein wenig ausgebreitet. 
Alt. 7 — 10 mm, diam. max. 14—17 mm. 

Vorkommen: Nicht selten bei Wiirzen, in den mergeligen Schichten wie lW 
festen Kalkstein. Ausgewachsene Stiicke gehoren docb zu den Seltenheiten. 

Die neue, durch ihre Spiralskulptur vor anderen 
fossilen charakterisirte Art hat ihre niichsto lebendc 
Verwandte in Patula (Anguispira Morse) alternate Say 
aus Ohio, Missouri und Massachusetts, die aber ein e 
feinere Spiralskulptur besitzt. 




24. Patula falcifera Boettger. 

Jahrb. XX. p. 288. 



T. 



XIH' 



Fig. '28. Patula falcifera Boettg. 
d) Skulptur. 

in parte infera nitida 



Boettger, Revision, Geol. 

F. 3 a — d. 
Sandberger, Vorwelt, p. 427, 454. 

Testa magna, umbilicata, umbilico amplo, pervi", 
subgloboso-depressa, spira obtusa, apice mamillatatii- 
Anfractus quinque, sutura profunda disiuncti, obtuse 
carinati, supra infraque carinam convexiusculi, prifflo e 
secundo glabris exceptis transversim costulati. Costul* 8 
obliquae in parte supera anfractuum acutae, prominentes, 
obsoletiores et falciformes, umbilicum versus partim c ° n ' 



37 

jhientes. Apertura lunaris, peristoma simplex, acutum, marginibus callo subtili 
iunctis. 

Die grosse, weit genabelte Schale ist miissig gewolbt, mit niedrigem Ge- 
Wmde und zitzenformiger Embryonalwindung. Sie wird von fiinf stumpf gekielten, 
lurch tiefe Niihte von einander getrennteu Umgiingen gebildet ; iiber dem stumpfen, 
gegen die Miindung verschwindenden Kiele sind die Windungen gleichmassig scliwach 
gewolbt. Die erste und zweite Windung ist glatt, die Oberfliiclie der ttbrigen ist 
ttut scharfen, dichtgedrangten, nach binten gerichteten Querrippchen bedeckt, die 
auf der gliinzenden Unterseite viel feiner werden und SichelfSrmig gekriimmt sind. 
"i<' Miindung ist schief, halbmondformig, mit scharfen, innen schwacli wulstigen 
ttandern. Die die Mundriinder verbindende Schwiele ist sehr fein. 

Alt. 5 - 7 mm, diam. m. 12 mm. 

Vorkommen: Tuchoric, sehr selten; ein angeblich in Kolosoruk gefundenes 
^tiick habe ich in der Dresdener palaeontologischen Sammlung gesehen. In Tu- 
cll ot'ic habe ich drei tadellosc Stiicke gesammelt; in der Sammlung des verstor- 
oenen Dr. Curda, die jetzt unserem Museum gehort, befinden sich audi zwei schlecht 
er haltene Stiicke. 

Unter den lebenden Patula-Arten hat sie ihre Verwandten in Patula erdeli 

p°th. aus Rhodos und Palaestina und P. flavida Ziegl. aus Sicilien; besonders die 

° tz genannte hat einen sehr ahnlichen Habitus und stimmt auch in Grosse iiberein, 

aoer ihre Rippchen gehen mehr allmiihlig auf die Unterseite iiber, wiihrend sie bei 

• falcifera auf dem Kiele plotzlich schwiicher werden. 

Nach Sandberger (Vorwelt p. 454) wurde die Art auch bei Eckingen und 
^tting en bei Ulm gesammelt. — Sandbergers Behauptung (Vorwelt p. 427), dass 
i&ch den Originalen auch die von Reuss als Patula lunula und multicostata Thorn. 
"Wahnten Fonnen zu dieser Art gehoren sollen, mochte ich bezweifeln. 



25. Patula euglypha Reuss. 

Helix euglypha Reuss, Palaeontographica II. p. 22. T. I. fig. 12. 

— Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. 63. 
Sandberger, Conch, d Mainz. Tertiaerbeck. p. 389. T. XXXV. 
fig. 18. 

Slavlk, Archiv pro pHrodoved. prozk. Cech I. 2. p. 24G. 
— Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 287. 

Patula — Sandberger, Vorwelt p. 373., 427. T. XXIV. Fig. 3.-3. c. 

festa depresso-conoidea, sublenticularis, umbilico 

'P'o, pervio, scalari excavata. Anfractus septem cari- 
»ati 

iuncti 



s ensim accrescentes, depressi, suturis profundis dis- 
primis duobus glabris exceptis transversim costati, 



B ? .. acut is, distantibus, superne obliquis, inferne multo 
j, "lioribus, falciformibus, umbilicum versus partim con- 
cn tibus. Anfractus ultimus subangulosus. Apertura 
ai 'is, marginibus simplicibus, acutis, tenuibus, callo 





lunar 



totiu 



issnno iunctis. 



Fig. 29 a, b, e. Patula eu- 
glyplia Reuss. 



38 

Die Schale ist gedriickt-kegelformig, fast linsenformig, ihre Basis weit und 
durchgehend genabelt. Sie wird von sieben fast flachen, stuinpf gekielten, durcli tiefe 
Niilite geschiedenen Umgiingen gebildet. Die ersten zwei Umgiinge sind glatt, die 
iibrigen gerippt; die Rippchen sind oben stark, massig scharf, bogenformig ver- 
laufend, besonders auf deni letzteu Uingange voneinander entfernt stehend. Aui 
dem Kiele werden die Querrippchen auf den jiingeren Windungen viel, gegen das 
Ende des letzten aber nur wenig schwaclier und verlaufen auf der massig glftn- 
zenden Unterseite sich s-formig kruramend zum Nabel, wo grosstentheils immeV 
zwei zusammenfiiessen. Die Umgiinge nehmen an Breite sehr langsain zu, so dasS 
der letzte nur urn */« breiter ist als der vorletzte. Die Mundung ist halbmondfonnigi 
mit scharfen, einfachen Riindern, die durch eine diinne Schwiele verbunden sind. 

Alt. 2*6—3 mm, diam. m 4*5— 5"2 mm. 

Vorkommen: Hiiufig in Tuchofic und Lipen, selten in Kolosoruk; fehlt i» 
Wiirzen und Stolzenbahn. Sie komrat auch bei Hochheim im Landschneckenkalko 
und bei Marigny bei Orleans im Ilydrobienkalke (Deshaycs, Anira. sans vert, du 
bass., de Paris II. p. 820. PI. XL Fig. 33-36) vor. 

Sie erinnert an die weitverbreitete lebende Patula rotundata Miill. ; anl 
niichsten stelit ihr aber Patula vetula Gass. (Moll. Nouv. Cal<3d. p. 29. PL I. Fig- l3) 
aus Neu-Caledonien. 



63. 



xic- 



26. Patula stenospira Reuss. 

P. stenospira Reuss, Palaeontographica II. p. 22. T. I. F. 11. 

_ — — Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. 

— Slavik, Archiv pro pfir. prozkoum. Cech I. 2. p. 246. 

— Boettger, Jahrb. der geolog. Reichsanst. p. 287. 'I'. 
Fig. 2 a — c. 

— — Sandberger, Vorwelt p, 427, 454. 

Testa parva depresso-cornica, umDilicata, umbilico satis ample, pervio, spi 1 ' 11 
obtusa, apice mamlllata. Anfractus 4'/ 2 sutura profunda disiuncti, convexiuscuh> 

primo et secundo glabro oxcepto costulis <'''' 
liquis subtilissimis, vix perspicuis, saepe bifid" 
ornati. Apertura, paulum obliqua, lunaris, m& r " 
ginibus tendinis, acutis, intus labio tenui ff u ' 
nitis, dextro protracto. Callus subtilis. 

Das verhaltnissmassig kleine Gehiiuse i s 
mit massig weitem, durchgehendom Nabel vei' 
selien, niedergodriickt kogclforinig, mit trepp 011 ' 
fijrmig vortretenden oberen Windungen und tw 
zenformigem Embryonalende. Umgiinge 4 \v 
stark gewolbt, durch tiefe, eingesenkte Nw 
getrennt. Die erste und zweitc Windung sin d 
glatt, die ubrigen mit schief gestellten, sehr feinen, nur unter der Lupe deutlicW 
unrogelmassigen und offers gabeligen Anwachsstreifchen verziert. Die auf den 1 
letzten Umgang wenig schief gestellte Mtodung ist halbmondformig mit oinfachei" 






Fig, 80. Patula stenospira Kmss (Copie 
nach Boettger). 



39 

Scharfen, inuen mit einer diinnen Schwielo versohonem Muudsaume; der rechte 
Mundrand ist vorgezogen. Der die Miindungswand bedeckende Callus ist sehr fein. 

Alt. 2 mm, diain. m. 4 mm. 

Vorkommen : Selten in Tuchofic, Kolosoruk und Stolzenhahn. 

Der rechte Mundsaum ist stark vorgezogen nach Art der Hyalinien, aber 
die tiefe Naht spricht vielmebr fur Patula, zu deren Gruppe Pseudobyalinia Morse 
|°h sie stellen will; Patula (Pseudobyalinia) minuscula Binn. aus Nordamerika ist 
A? nahe verwandt. 

Was bisher unter Patula lunula Thoraae aus Bohmen gieng, ist uur eine 
"acliere Form von stenospira, so dass lunula in Bohmen nicht vorkommt. 



27. Patula multicostata Thomae. 

Helix multicostata Thomae, Nassauer Jabrb. II. p. 143. 

Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck, p. 15. Taf. II. 
Fig. 9. 

Keuss, Sitzungsb. d. k. Akad. d. Wiss. LVII. p. 81. 
Taf. I. Fig. 2. 
— Slavlk, Archiv pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 245. 

Boettger, Jabrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 288. 
Patula — Sandberger, Vorwelt p. 421, 427, 497. 

Testa orbicularis, valde depressa, apice obtusa, mamillosa, basi convexa, 
u a»bilico modice amplo, pervio perforata. Anfractus quinque planiusculi, suturis pro- 
u ndis disiuncti, primo et secundo 
Slabro oxceptis costis transver- 
Sa libus, sulcis sat latis separatis 
lns ignes, ultimus angulosus, co- 
t Ulia in basi abinde paulo minus 
P r °ininuii S) ad umbilicum vero ite- 
lUll i distinctioribus. Apertura fere 
e mformis, marginibus simplicibus, 
a cutis. 

Die Scliale ist oben sehr flach mit stumpfem, zitzenformigem Embryonal- 
° nd e, unten dagegen gewolbt und nicht sehr weit, aber tief und durchgehend ge- 
nat) olt. Sie besteht aus ffinf fast ebenen, durch tiefe Niihte geschiedenen Umgangen, 
Jelche mit Ausnahme der beiden crsten mit zahlreichen, durch ziemlich breite 
urc 'ien getrennten flachbogigen Anwachsrippen verziert sind, welche auf dem letzten 
8tu inpfkantigon Unigange unterhalb der Kante etwas schwiicher werden, am Nabel 
aber W i e der vollziihlig erscheinen. Die Mundung ist fast nierenformig mit scharfen, 
ei nfachen Bandern. 

Vorkommen: Tuchofic, sehr selten. — Wiesbaden und Weissenau (fm Hy- 
*°bienkalke), Cote St. Martin bei Etampes (im Calcaire de la Beauce inter.) und 
"Ufingen bei Ulm (im kreideiihnlichen Kalksteine). 

Die Stiicke von Tuchofic weichen von der typischen P. multicostata uur 





i. 




Fig. 31 a—d. Patula multicostata Thomae. (Copie nach 
Reus). 



40 



darin ab, dass sie eager aufgewunden sind und die Naht, namentlich der Embryonal- 
windungen, tiefer eingedriickt erscheint. 

Von Wiirzen besitze ich ein, offenbar diesor Art angehorendes, schlecht 
erhaltenes Stuck, das sicli durcli starkere Rippenstreifung auszeichnet; am Nabel 
sind die Rippchen tief eingerissen. Ich will sie var. laccru n. nennen. 




I 




Fig. :12 a, h, c. Patula densestriata a. 



28. Patula densestriata n. 

Testa depressa, nitida, basi convexa, umbilico amplo, pervio perforata,. A' 1 ' 
fractus 6 valde obtuse carinati, suturis profundis disiuncti, costati, costis densis, 
prominentibus ; anfractus primus et secundus glaber ; pars inferior vix striata, nitens. 
Apertura lunaris, marginibus simplicibus, acutis. 

Die mittelgrosse, flach-gedriickte Scliale ist 

gliinzend, ziemlich weit und durchgehend g e " 

nabelt. Sie wird von sechs sehr stumpfkantige 11 

Umgiingen gebildet, die durcli tiefe Nahte von 

einander gesondert sind; sie nelimen an Breite 

sehr langsam zu, so dass der letzte mit defli 

vorletzten fast gleich breit sind. Der erste uno 

zweite Umgang sind glatt, die ubrigen sind wit 

rogelmassigen, starken, breiten und dichtg©' 

drangten Querrippchen verziert, die auf der fas 1 

glatten, glanzenden Unterseite in sehr feine A n ' 

wachsstreifchen verschwinden ; in der Nabelgogend werden sie nicht starker. Die 

Mundung ist breit-moudformig, ihre Uander sind einfacli und scharf. 

Alt. 1-8 mm, diain. m. 5 - 7 mm. 

Vorkommen : Sehr selten bei Wiirzen, wo ich zwei Stiickc gesammelt babe. -^ 
Patula gyrorbis v. Klein aus Opfingen, Thalfingen und EcMngen ist n" 1 
der neuen Art sehr nahe verwandt, hat aber urn 1 Umgang mehr, ist weitlaufige' 
gerippt, eager genabelt, und ihre Unterseite ist besonders um den Nabel ' 1(,< ' ' 
Stilrker gewolbt. — Zu Patula, densestriata, stello ich auch ein schemes Stuck v° n 
Tuchofic, das icli in der Snmmlung des Jlerrn Oberlehrer Hi 1 in Tuchofic gesel' " 
babe; ich konnte leider das Stiick mit den Warzener Originalexemplaren nicH 
vergleielien. 

29. Patula alata n. 

Helix disculus Slavfk, Archiv f. d. naturwiss. Durchf. v. Bohmen I- *' 

p. 245. T. IV. F. 3-4. 
Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p, 288. 

Testa valde depressa, spira perobtusa, apice rotundata, basi ad umbilici 111 
valde convexa, umbilico satis amplo, pervio, infundibulifonni perforata, AnfractU 
quatuor acute carinati, primis duobus exceptis costis transversalibus obliquis, v;il ,)0 
distantibus, alacformibus in carina oxstantibus, in parte inferiori striis falciformibj 1 
subtilissimis, ad umbilicum tantum validioribus ornati. Apertura, subtrapezoidftb" i 
marginibus simplicibus, reel is, acutis. 



41 



I 




w?< 



Fig. •"!.'! a, b, c. Patula alata n. 



Die kleine, stark gedriickte Schale ist von kreisformigem Urnriss mit sehr 
flacher Oberseite, nicht vorstehendem Embryonalende ; ihre Unterseite ist aber be- 
s °nders um den miissig weiten, durchgehenden, trich- 
terformigen Nabel stark gewolbt. Das Gehiiuse hat 
Vl ^r scharf gekielte, langsam an Breite zunehmende, 
(lurch miissig tiefe Niihte voneinander geschiedene 
Umgiinge, von denen der erste und fast der ganze 
z weite glatt, die ubrigen mit schiefen, von einander 
e ntfornt stehenden, scharfen, den Kiel iiberragenden 
Querrippchen verziert sind, die sich auf der Unter- 
Se ite fast ganz verlieren; an ihre Stelle treten auf 
uer Unterseite unregelmiissige, viel dichter gedriingte 
Auwachsrippchen, die nur am Nabel thcilweise zu- 
sammenfiiessend etwas starker werden, aber auch da 

S '»<1 sie nicht scharf, sondern abgerundet. Spiralsculptur fehlt. Die Mundung ist. 
" a ch trapezformig, mit scharfen, einfachen Randern. 

Alt. 1 mm, diam. m. 3 mm. 

Vorkommen : Sehr selten in Tuchoric, wo ich nur 1 Stuck gesammelt habe. 
Das Slavik'sche Original, das or zu Patula disculus Al. Br. gestellt hat, gehort 
auch entschiedcn der beschriebenen Art an, sowie auch die Stiicke des Herrn Dr. 
lidttger, die er friiher fur disculus gehalten. Darnach kommt P. disculus Al. Br. 
Sar nicht in BShmen vor. 

Ihre nachste fbssile Verwandte lint unsere Art gewiss in P. disculus, von 
(|<>1 ' sie sich aber sehr scharf unterscheiden liisst. P. disculus hat noch sch&rferen, 
'lurch eine deutlich eingedrttckte Linie abgetheilten Kiel, viel mehr Eippchen, die 
Stwas schwacher sind und am Kiel nicht so auslaufen wie bei unserer Art, die 
auch um die Halfte engeren Nabel hat; auf dem letzten Umgange hat unsere Art 
ni "- .".l Rippchen. 



XII. (jenus Helix L. 



30. Helix (Acanthinula) nana A. Braun, 

Helix nana Al. Braun, Verb, der Naturf. Vers, zu Mainz 1842. p. 14i>. 
Patula — Sandberger, Vorwclt p. .'574. Taf. XXII. P. 14—14 c. 

Testa perminuta, depresso-conoidea, spira elata, apice obtusa, mamillata, 
>>asi convexiuscula, umbilico infundibuliformi, pervio perforata. Anfractus quatuor 
c °nvexi, suturis profundis disiuncti, costis lainellosis, acutis, distantibus, in media 
Parte aculeatim productis, inter quas subtiliores intermediae sunt, ornati. Anfractus 
ulti "ius obtusangularis circiter V, onmis altitudinis aequat. Apertura recta, ovalis, 
ma rginibus acutis. 

Has sehr kleine Gehiiuse ist flach kegelformig, mit stumpfem zitzenformigem 

''"'"•.Viialeiicle, mit schwach gewSlbter Unterseite und tiefem, triclitorformigem, 

■aassig weitem Nabel. Die Schale hat 4 gcwcilbte, (lurch tiefe Niihte getrennte 



42 




Umgange, welche — den ersten und fast ganzen zwciten, die glatt sind, ausge- 
nonimen — mit scharfen, blatterigen, nach aussen dornartig etwas verliingerteii, 

von einander entfernt stehenden Querripp- 
chen verziert sind, zwisclien denen selir feine 
Anwaclisstreifchen eingeschaltet sind. Der 
lctzte stumpfkantige Uingang erreiclit l / 3 & er 
Gesammthbhe der Schale und endet in eine 
ovale, scharfrandige Mundung. 

Alt. 08 mm, diam. m. 1*4 mm. 
Vorkommen: Das kleine, fiir Bohuien 
neue Fossil habe ich in einigen Stiicken bei 
Tuchofic gesammelt. Bei Hochheim kommt 
sie in der Puppeuscbicbt des Landschneckcn- 
kalkes „nicht selir selten" vor. Die bohmi- 
scben Stiickc weichen zwar von Sandbergers 
Beschreibung und Abbildung ein wenig al>, 
ich kann sie aber von der typischen Hoch- 
heimer Form nicbt trennen. Der letzte Umgang ist bei den Tuchoficer Exernplarcn 
stark abwarts gebogen, die blatterigen Hippchen sind nicbt so regelmassig me auf 
Sandbergers Abbildung; besonders am Ende des letzten Umganges werdeu sic 
zwisclien den starker entwickelten, uiiregelmassigen Anwacbsstreifchen kaum cr- 
kennbar; aucb bemerkt man bei ihnen, besonders auf der Unterseite, eiue iiusserst 
feine Spiralsculptur, von der ich in den Bcschreibungen dieser Art koine ErwiiU- 
nung finde. 

lu der Totalform ist ihr Batula pusilla Lowe aus Madeira iihnlich; i' 1 
Bezug auf ihre Sculptur liisst sich die Art mit Helix (Acanthinula) aculeata Mud- 
vergleichcn. 



Fig. 84 a, h, c. Helix nana Al. Rraun. 



31. Helix (Acanthinula) tuchoricensis n. 

? Patula n. sp. Boettger, Jahrb. d. geol. Keichsanst. XX. p. 288. 

Testa parvula globose-conica, apice obtusa, basi con- 
vexa, anguste umbilicata. Anfractus quatuor convexi, su- 
turis profundis, impressis disiuncti, ultimus ventrosus 
omnium praecedontium maior. Anfractus primus glaber, 
reliqui costulis transversal ibus subtilibus, irregularibus, 
inter quas paullo validiorcs intermediae sunt, ornati, striae 
longitudinales densissimae, subtilissimae. Apertura rotun- 
data, marginibus acutis, columellari tantum refiexiusculo. 
Die kleine Schale ist gerundet kegolformig, mit stum- 
pfem Embryonalende und gewolbtor, zieinlich eng gena- 
belter Unterseite. Sie besteht aus vier gewolbtcn, (lurch 
tiefe, eingedriickte Niilitc von einander getrennten Uin- 
gangen, der letzte Umgang ist bauchig und holier als alle ubi'igen zusammenge- 
iioinmeii. Den ersten flatten ausgenommen sind alle iibrigen Umgange durch seln' 




Fig. 85 a, b, c. Helix (Acan- 
thinula) tuchoricensis n. 



43 

feine, sehr unregelmftssige Querrippclion verziert; jo n.ich filnf bis acht schwachen 
koinint ein stiirkeres Rippchen, das gewohnlich nicht einmal in seinem ganzen Ver- 
laufe gut markirt ist, denn es erreicht an einer — nicht konstanten — Stelle 
seinen Hbh&punkt und verschwindet dann ganz unter dein scliwiicberen Anwachs- 
Streifchen. Die Spiralstreifung ist iiusserst fein, dichtgedrangt. 

Die Miindung ist rundlich, durch den vorletzten Umgang wenig ausgescknitten, 
"lit einfachen, scharfen Riindern; nur der Spindelrand ist leieht umgeschlagen. 

Alt. 2 mm, diam. max 1*8 mm. 

Vorkommen: Tuchoric, seltcn. 

Ich verrauthe, dass diese ncue Art mit Dr. Boettgers Patula n. sp. identisch 
'ist, von der er 1. c. p. 281 sagt: „Ich fand von dieser Art 2 Stiicke in Tuchofic, 
' Stiick in Kolosoruk. Auf dicsolbe Form beziehe ich ein Stack, welches ich bei 
Hochheim ausgewaschen habe. Die Schale ist abgerundet-kegelformig ahnlich, wie 
bei recht hohcn paludinaeformis A. Br., der Wirbcl sehr stumpf, die Streifung 
z art, unregelmassig, und die breiten erhohten Anwachsrippchen der paludinaeformis 
fehlen derselben. Leider sind meine Exemplare zur Beschreibung und Abbildung 
*U unvollstiindig erhalten." — Abgesehen von der abweichenden Skulptur unter- 
scheidet sich unsere Art von paludinaeformis noch durch geringere Zahl der Um- 
S&nge; audi die Spiralstreifung wird bei paludinaeformis nicht erwahnt. Was die 
^erwandtschaft der neueu Form mit fossilen Arten betrifft, so steht sie der Helix 
(Acantbinula) paludinaeformis A. Br. gewiss am niichsten, und mit ihr hat sie wahr- 
scheinlich audi den niichsten lebonden Verwandten gemein, Helix (Acantbinula) 
spinifera Mousson von Palma (llevis. de la faune malac. des Canaries p. 25.). 

Nach der Analogie der subfossilen Oder plistocaenen Stiick von Helix (Acan- 
thinula) aculeata Mull., bei denen die schonen hiiutigen Rippchen zu Grunde ge- 
gangen sind, kimnen wir dafiir halten, dass auch H. tuchoficensis lebend mit hau- 
'igen Rippchen verziert war. 

Das Reusssche, im k. k. Hof-Mineralien-Kabinete befindliche, von Lipen 
Stammende Exemplar, das Sandberger fiir H. paludinaeformis A. Br. (Vorwelt p. 375. 
u nd 427.) halt, ziehe ich auch zu H. tuchoficensis, so dass in Folge dessen H. palu- 
dinaefonnis aus Bohmen zu streichen ware. 



288. 



32. Helix (Acanthinula) plicatella Reuss. 

Helix plicatella Keuss, Palaeontograph. II. p. 21. Taf. I. Fig. 10. 

Slavik, Archiv pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 247. 
— paludinaeformis Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 

Patulla plicatella Sandberger, Vorwelt p. 375. et. 427. 

Testa parvula subglobosa, apice obtusa, basi convexa, umbilico angusto, 
l )( ' r vio perforata. AnlVanctus quinque convexi, suturis profundis disiuncti, primo et 
s ecundo glabro excepto costulis transversalibus acutis, distantibus, inter quas stria<> 
Su btilissimae vix perspicuae intermediae sunt, ornati. — Striae longitudinales sub- 
tilissimae, densissimae. Anfractus ultimus fere 2 / 8 omuis altitudinis aequat. Aper- 
tlu 'ii anguste lunaris, altitudine latitudineui wperante, niarginibus simplicibus acutis, 
''"imnelhiri pauluin protracto, 



44 




Die kleine Schale ist flach kugelig, mit stumpfer Spitze mid gewolbter, 
ziemlich eng unci durchgehend genabelter Unterseite. Sie wird von fiinf gewolbten, 

durcb tiefe Nabte getrennten, langsam an Broite zu- 
nehmenden Umgangen gebildet. Die ersten zwei Um- 
giiuge Bind glatt, die iibrigen mit scharfen, von ein- 
ander entfernt stebenden, boben Querrippchen ver- 
ziert, die aufderglanzenden Unterseite etwas schwacher 
werden und .s-fdrmig gekrlimmt sind; in ibren Zwi- 
schenraumeu bemerkt man eine iiusserst feine, dichte 
Querstreifung. Die sebr feinen, dicbt gedriingten Spi" 
falstreifchen kann man besonders auf der Unterseite 
deutlich seben. Der letzte Umgang ist fast zweimal 
so hoch wie alle iibrigen zusammengenommen. Die 
Mttndung ist eng halbmondfOnnig, lidher als bi*eiter, 
mit einfachen scbarfen Randern, nur der Spindelrand ist ein wenig vorgezogen. 
Alt 1*8 mm, diam. m. 2-2 mm. 
Vorkommen: Tucboric, nicbt selten. 

Diese schone Art wurde von Dr. Boettger wohl durcb Verseben mit Helix 
(Acanthinula) paludinaeforinis A. Br. zusammengczogen ; sie unterscbeidet sich von 
paludinaoformis durcb konstant geringere Grosse, weit zahlreichere Rippcben und 
die mebr kugelige Gestalt. Unter den lebenden Conchylicn steben ihr H. (Acanthinula) 
barpa Say aus Nordamerika und II. (Acanthinula) lamellata Jeffr. aus England 
und Norddeutschland nahe. 

II. plicatella Reuss scbeint dem Tuchoficer Fundorte eigen zu soin, da sie 
lusher woder aus ttbrigen bOhmischen noch fremden Lokalitaten bekannt ist. 



Fig. .'!0. Ilolix (Acanthinola) plica 
tella Ileuss. 



33. Helix (Vallonia) lepida Reuss. 

Helix lepida Reuss, I'alaeontograph. II. p. 24. T. II. F. 4. 

— — Slavik, Archiv pro pflrod. prozk. Cech. I. 2. ]). 261. 

— Sandbergeri Dcshayes, Anim. sans vert, du bass, de Paris II. p. 81Pi 
PI. L1I. F. 23.-25. 

— pulchella A. Braun, Walchn. Geogn. II. Aufl. p. 1138. 

Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Deck. p. 31. T. III. F. 6— 6c 
Boettger, Jahrb. d. geolog. Heichsaiist. XX. p. 289. 

— lepida Sandberger, Vorwelt p. 375. T. XXII. p. 16— 16 c. 

Testa parvula, solida, depressula, basi convexa umbilico lato pervio excavatft- 
Anfractus 3 1 / 2 convexiusculi, sutuiis profundis disiuncti, excepto initiali costulis 
transversalibus subtilissimis, saepo bifidis, confertis ornati, ultimus antice dilatatus 
et deflexus, praecedenti bis latior. Apertura obliqua, suborbicularis, mai'ginibus call" 
tenuissimo iunctis, expansiusculis, reflexis. 

Die kleine ziemlich dickc Schale ist auf der Oberseite flach gewolbt; die 
Unterseite Btftrker gewiilbt, mit weitem, durchgehenden Nabel. Das Embryonalende 
ist Bach zitzenfonnig. Das Gehiiuse besteht aus 3 x / 2 wenig gewolbten durcji ^ c 
Niihte getrennten Umgangen, welcho — den ersten glatten ausgenommeu — mit zahl- 



45 




I'eichen, diehten, sehr zarten and ofter gespaltenen Querrippchen verziert sind ; der 
lotzte Umgang ist nach vorn etwas erweitert und abwarts geneigt, doppelt so breit 
'ds der vorletzte. 

Der Mundung ist schiefcestellt, fast kreisformig; ihre 
Rander sind schwach ausgebreitet, nach aussen uuigeschlagen, 
durch eine diinne Schwiele verbunden. 

Diam. m. 2 1 / s , — 2 3 / 4 mm alt. l 1 ^ mm. 

Vorkommen: Tuchofic, Lipen, Kolosoruk, nicht haufig. 
Sie scbeint weit verbreitet gewesen zu sein, denn sie hat 
Viele und weit von einander entfernte Fundorte. So Hochheim, 
in der Puppenschicht des Landsehneckonkalkes (gemein), Wies- 
baden, Weissenau und Hochstadt bei Hanau im Hydrobienkalke, Kleinkarben in 
der Landschncekcnschicht des Ceritliien-Sandes u. s. w. In Frankreich Cote St. 
Martin bei Etampcs im Landsclineckenkalke (von Deshayes als Helix Sandbergeri 
beschrieben). 

Der einzige Unterschied unserer bolmrischen Exemplare von den Mainzer 
schoint in der grOsseren Zahl der sehr feinen Querrippcheu zu liegen. 



Fig. 37. Helix lepida 
Reuss. 



34. Helix (Gonostoma) phacodes Thomae. 

Helix phacodes Thomae, Nass. Jahrb. II. p. 142. Taf. III. Fig. 8. 

Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 33. Taf. HI. 

F. 11.— 11. c. 

Reuss, Palaeontograph. II. p. 23. Taf. II. Fig. 3. 

Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. Wien. XIII. p. 68. 

Slavik, Archiv pro pi-trod, prozk. Cech I. 2. p. 249. 

Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 

Sandberger, Vorwelt p. 378., Taf. XXII. Fig. 19.— 19. c. 

Testa lenticularis, basi convexior, obtecte perforata. Anfractus 6 depressi, 
°ftrinati, suturis linearibus disiuncti, primis 2 glabris exceptis costulis transversa- 
libus simplicibus, acutis, distantibus ornati, ultimus ad 
a I»erturam subito defiexus et constrictus. Apertura perob- 
lifpia, angustata, sublunaris, marginibus callo tenui iunctis, 
Bupero recto simplici, dextro et basali reflexis. 

Die linsenformige Schale ist unten starker gewiilbt als 
°ben und bedeckt durchbohrt. Sie wird von 6 scharf ge- 
Welten durch schmale Nahte gegen einander abgegrenzten 
,ll id mit Ausnahme der ersten zwei glattcn mit einfachen 
Bcharfen, ziemlich weit von einander abstchenden Quer- 
'''Ppchen verzierten Umgangen gebildet, von welch en der letzte an der Mundung 
plfitzlich abwarts gebogen und eingeschniirt erscheint. Die Mundung ist sehr schief 
geetellt, klein und mondformig, die durch eine diinne Schwiele verbundenen Mtlndunga- 
'"iinder sind verschieden gestaltet, indem der obere einfach und scharf, der rechte 
u id der untere aber umgescblagen sind. Der Nabel ist ganz verdeckt. 
Alt. 4 mm, diam m. 10 - 5 mm. 





r 

Fig. 38 a, h, c Helix (Go- 
nostoma) phacodes Reuss. 



46 

Vorkouimen: Tuchofic nod Stolzenhahn, sehr selten. Von den Arbeitera 
iin Tuchoficer Bruche wird sie „kleine Linse" genannt. Sie kornmt auch bei Hoch- 
heim, Ilbeslieim, Thalfingen, Wiesbaden, Gross-Winternheim und bei Tlieobaldsdorf 
auf der Rhon vor, aber iiberall selten. * 

Die bohmischen Stiicke liaben um einen halben Unigang mehr und ihre 
Eippohen sind etwas zahlreicher, iibrigens stimmen sie aber mit den Hochheimer 
Exemplaren vollig iiberein. 

Von den lebenden Arten steht ihr Helix lenticula F6r. aus Siideuropa sebr 
nabe ; H. phacodes unterscheidet sich von ihr durch den verdeckten Nabel und die 
plotzlich stark abwarts geneigte letzte Windung. 



35. Helix (Trigonostoma Fitz.) involuta Thomae. 

Helix involuta Thomae, Nass. Jahrb. II. p. 144. Taf. III. Fig. 8. 
Reuss, Palaeontographica II. p. 28. Taf. III. Fig. 3. 
— — Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 32. Taf. M- 
Fig. 10.— 10. h. 

Slavik, Archiv pro pffrodoved. prozk. Cech. I. 2. p. 248. 
Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
Sandberger, Vorwelt p. 376. Taf. XX. Fig. 17.— 17. d, 

Typus : 

Testa suborbicularis, superue plana, in medio plus minusve excavata, base 
praecipue ad umbilicum convexa, umbilico amplo, infundibuliformi, pervio perforata. 
Anfractus quinque convexiusculi, suturis profundis disiuncti, primo et secundo glabriS 
exceptis costulis transversalibus confertis, aequalibus et papillis subtillissimis, inter 
quas crinium foveolae multo maiores deenssatim dispositae sunt, ornati, ultim' lS 
compressus, antice plus minusve deflexus, ad apertnram constrictus. Apertura perob- 
liqua, anguste-lunaris, marginibus callo tenui iunctis, refloxis, intus labiatis. 

Die Schale ist von kreisformigem Umriss, mit flacher, in der Mitte melir 
oder weniger tief eingesenkter Oberseite, mit weit und durchgehend trichterfonrug 
genabelter, gewolbter, um den Nabel stumpf kantigen Unterseite. Sie besteht aus 
fiinf flach gewolbteu durch tiefe Niihte getrennten Umgiingen, von welchen der erste 
und zweite glatt, die iibrigen aber mit nahe an einander gelegenen, fast senkrechtd 1 
Anwachsrippchen, sowie mit sehr feinen Tapillen, unter denen weit grossere, eben- 
falls in schriigen Kreuzlinien geordnete Baargriibchen stehen, verziert erscheinei)' 
Die Anwachsrippcben sind auf der Oberseite genug stark, abgerundet, auf der 
Aussen- und Unterseite werden sie schwacher und regelm&SSiger. Der letzte U 10 ' 
gang ist vom abwarts geneigt und unmittelbar vor der sehr schief gostclltei 1 ) 
schmal mondformigeu Miindung eingeschniirt. Die durch eine dunne Schwiele ver- 
bundenen Mundungsriinder sind innen gelippt, nach aussen umgeschlagen. 

Vorkommen: Die typische Form fehlt in Bohmen. Sie ist von Hocbbei 1 " 
(im Landschncckenkalke), Thalfingen und Eckingen bei Ulm (in den obersten Biink°" 
des Rugulosakalkes), Wiesbaden und Hochstadt bei Hanau und Montabuzard be' 
Orl6ans (im Hydrobienlcalke) bekannt. In Tuchofic wird die typische Form v ° n 
iner kleinen und einer auffallend grossen Varictiit vertreten. 



47 



a) Viir. minor n. 
Testa parva formae typicae simillima, apertura autem minus est obliqua, 
angustior, minus triangularis, margines reflexiores. 

Die kleine Form stimmt zwar viel mit dem Typus iiberein, 
«''ber sie hat konstant eine mehr gerade, weniger schief gestellte 
Mundung, die aucli enger und weniger dreieckig ist. Der Mund- 
saum ist breiter umgeschlagen. Skulptur mit der typischcn Form 
iibereinstimmend. 

Alt. 3 — 3*3 mm, diam. m. 5*7 — 6 mm. 

Vorkommen : Tuchofic, Lipen und Kolosoruk, selten. — Es ist 
dies die friiher fiir typisch gehaltene Form, die icb abcr auf Grand 
der oben besprochenen Unterschiede als Varietat abtrennen muss. 




Fig. 39 a, b. Helix 

involuta Th. var. 

minor n. 




b) Var. heoklei n. 

Testa dimidio maior, superne fere plana; anfractus o 1 /^ Aper- 
tura perobliqua, latior, rotundata. 

Die verhaltnissmiissig sehr grosse Scbale stebt dem Typus 
noch etwas nixber als var. minor; sie hat abor ein flache- 
res, beinahe planes Gewinde; die Scbiefe der Mundung ist 
identisch wie beim Typus, aber die Miindungsriinder sind ver- 
haltnissmiissig weniger gelippt. 

Alt 4 mm, diam. m. 9 mm. 

Vorkommen: Tuchofic, hochst selten. Von Stolzenhahn 
besitzen wir ein sehr schlecht erhaltenes Stiick, das nach der 
Breite der Windungen dieser grossen Form zu gehoren scheiut. 

Zwischen den beiden Tuchof icer Formen kenne icb keine L } h IIelix invo . 

Uebergiinge ; var. minor, von der ich viele Stiicke gesehen M a Th. var. hecklei n. 
habe, weist keine bedeutenderen Schwankungen in der Grosse 
a uf, ihre grossten Stiicke sind nicht breiter als G mm. Sie haben gleichzeitig ge- 
' e bt, denn sie wurden beide in derselben Scbicht gesammelt. 

Helix (Trigonostoma) angigyra Ziegl. aus Norditalien, Schweiz und Siidtirol 
ist mit H. involuta nahe verwandt, nocli niiher aber eine neue Gonostoma-Art aus 
der Provinz Hubei in Central-China (Coll. Dr. Doettger). 

36. Helix osculum Thomae. 

Helix osculum Thomae, Nass. Jahrb. 1845. II. p. 137. T. III. F. 7. 

— Sandberger, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 19. T. IV. F. 1. 
_ _ Reuss, Palaeontograph. II. p. 27. T. III. F. 2. 

Iteuss, Sitzungsber. der ]<:. Akad. d. Wiss. XLII. p. 64. 

— — Slavfk, Archiv pro pffrodoved. prozk. Cech I. 2. pag. 242. 

Hoettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 

— — Sandberger, Vorwelt p. 377. T. XXII. F. 18. 
Forma typica: 

Testa solida, globulosa vol depresso-globulosa, apice perobtusa, basi umbilico 
^ediocri pervio perforata. Anfractus 5 plus minusve convexi, priores obsolete cari- 



48 




Fig. 41 a, h, <;. Helix Oiculum Thorn 
Typus (Tuohoficer Stuck). 



nati, costulis transveYsalibus subtilibus confertis nee non pappillis pernumerosis 
decussatim dispositis ornati, ultimus vix deflexus, ad aperturam constrictus ceteris 

omnibus bis altior. Apertura obliqua lunaris vol l |l_ 
nato-triangularis, marginibus callo mediocri iunctis, 
expansis aut expansiusculis, extus refiexis, colu- 
mellari dilatato, umbilicum partim obtegente. 

Die dickwandige kugelige oder flachkugeligs 
Schale ist oben ganz stumpf, unten massig weit 
und durchgehend genabelt. Sie wird von filnf melu' 
oder weniger stark gewolbten Unigangen gebildet, 
die nur in der Jugend einen schwachen Kiel be- 
uierken lassen und mit zarten, diebt auf einander 
folgenden Anwachsrippchen und sehr zahlreicben 
in scbriigen Kreuzlinien geordneten fcinen Wiirzchen 
verziert sind, der letzte ist vorn kaum abwarts g6" 
bogen, aber sehr deutlich eingeschniirt und doppelt so hoch als die iibrigen zu- 
sainmengenommen. Die mondformige oder dreieckig-mondformige Munching ist gegen 
ihn geneigt und zeigt mohr oder minder stark ausgebreitete und verdickte, nacli 
aussen umgeschlagene Rander, welche durch eine miissig dicke Schwiele mit ein- 
ander vcrbunden sind, der Spindelrand erweitert sich nach aussen und verdeckt 
theilweiso den Nabel. 

Alt. 7 - 7 mm, diam m. 11*3 mm (Tuchoficer Exemplar). 
Vorkommen: Die typische Form war bisher aus Bohmcn nicht bokannt; 
alles das, was von Tuchoric und Lipen unter ihrem Namen gieng, muss von i" 1 " 
scharf gescbieden werden. Erst bei meinem letzten Besuche iu Tuchofic babe ic" 
ein einziges, tadellos erbaltenes, mit meinen von Hochlicim stammenden typischen 
Exemplaren fast vollstiindig flberemstimmendes Stuck gefunden. Der letzte Umgang 
des Tuchoficer Stiickes nimmt gegen die Miindung bin ctwas nielir an Breite Z u 
und ist ein wenig inehr eingeschniirt, die Miindungsriinder sind urn ein geringe 8 
breiter; im iibrigen stimmt es aber mit den Hochheimer Exemplaren ganz uberein- 
Sandberger fiihrt nocli folgende Fundorte von Helix osculum an: ElsheilD 
in Rheinhessen im Cytenenmergel, IJochheim, Thalfingen und Eckingen bei l ,n "' 
Wiesbaden, Castel, Hochstadt bei Hanau im Hydrobienkalke (var. intermedia) ; Mo> 
Kingen und Giengen in Wurttemberg und Rein in Steyermark (var. giengensis) i ul 
Kalke mit Helix sylvana. 

Miit lablata n. 

Testa minoi 1 , solida, depresso-globulosa, apice planata, basi ad umbilh' 11111 
pervium, partim obtectum carinata. Anfractus quinque, costulis transversalibus SUB" 
tilibus confertis pappillisque subtilissimis, minoribus, crebrioribus ornati, ultim u 
vix deflexus, ad aperturam paulum constrictus, 8 /< omnis altitudinis aequans. A] )Gl ' 
tura obliqua, lunaris, marginibus callo crasso iunctis, duplicatis, interno obtUSOi 
externo acuto, sulco sat impresso disiunctis ; margo columellaris brevis, minus an* 1 " 
tatus, appressus, umbilicum plus minusve obtegens. 

Die Schale ist im Durchschnitt zicinlich kleiner als die der typischen Forfli) 



49 




Fit; 



dickwandig, flach-kugelformig, mit sehr stumpfer Spitze; ihre Grundflache ist be- 

sonders um don theilweise verdeckten Nabel, wo sie manchmal eine ziemlich deutlich 

markirte Kante bildet, stark gewolbt. Sie wird von 

filnf Umgiingen gebildet, die mit feinen, schiefon, 

dicht gedriingten Querrippchen und sehr feinen Pa- 

pillen verziert sind, die etwas kleiner,mehr rundlich 

und in mehr gedriingten Reihen gestellt erscheinen als 

Dei der typischen Form. Der letzte Umgang ist vora 

sehr wenig abwarts geneigt, nur wenig eingeschniirt, 

7, der Gcsammtholie ausmacbend. Die Miindung 

ist schief mondfonnig, ihre Iliinder durch eiiie dicke 

Schwiele verbunden, doppelt ; der aussere Mundrand 

ist scharf, der innere abgerundet; sie sind durch 

e ine ziemlich tiefe eingedriickte Itinne von einander getheilt. Der Spindelrand ist 

kfirzer, verengt und zugedrlickt, der Nabel mehr oder weniger verdeckt. 

Alt. 5 — 5'5 mm, diam. m. 9 — 10 mm. 

Vorkommen : Es ist dies die hiiufigste, zu dem Typus bisher gestellte Form 
v on Tuchofic und Lipon; sie ist aber durch den doppelten Mundsaum und den 
starken Mundungscallus so scharf charakterisirt, dass ich anfangs geneigt war sie 
«lr eine selbststiindige Art zu halten ; da aber die weiter beschriebenen Formen un- 
z weifelhaft zu H. osculum gehSren und da bisher nicht sichergestellt werden konnte 
°b einzelne Formen nur auf gewisse Schiohten gebunden sind oder vermischt unter- 
einander vorkommen, so stelle ich die Form doch zu II. osculum. 



4'2 a, b, c. Helix osculum Tli. 
mut. labiata n. 





Fig. 43. 



Var. tenuis n. 
Differt a typo magnitudino minoro, spira planata, 
^arginibus aperturae temiioribus, a mut. labiata pe- 
r istomate simplici, a var. ornata umbilico non ita lato 
P&pillisque multo minoribus. 

Unterscheidet sich vom Typus durch die geringere 
wosse, mehr flaches Gewinde und schwiichere, kiirzer 
ail «gebroitete Miindungsrander, von der mut, labiata 
'''"'('h das einfaclie Fcristom und schwachen Callus, 
v °n der var. ornata durch engoren Nabel und viel kleinere PapiUen. 

Alt. 5 — 6 mm, diam. m. S — i) mm. 

Vorkommen: Tuchofic und Lipon, nicht selton. 

I >ie Varietat scheint der mut. labiata am nachsten zu stehen, mit der sie- don 
^tindungscallus un d das Foristom ausgenommen — im Ganzen iiboreiustimmt. Fur 
eil *e Jugendform dor Mutation kann ich sie aber nicht halten. 



, b. Helix osculiun Th. 
var. tenuis n. 



Var. ornata n. 



Differt a typo testa planata, umbilico multo latiorc papillisque longitudinalibus- 
oaioribus, regulariter decussatim dispositis. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch das flachc Gewinde, wei- 
ei 'ea Nabel und durch viel grobere, langliche, nicht so scharf begrenzte, in vflllig 





50 

regelmassigen Kreuzlinien geordnete Papillen. Dei* Mundraum ist weniger ausge- 
breitet, stumpf. 

Alt. 5 mm, diam. m. 10 mm. 
Vorkommen: Wiirzon, selten. 
Mit der mut. labiata hat sie zwar die gedrtickte 
Gehauseform gemein, unterscheidet sich aber von ibi' 
sebr scharf dureh den einfachen Mundsaum, konstant 
breiteren Nabel und viel grossore Papillen. Am niiobston 
sdheint mir die Wiirzener Fonn den Stiicken aus deffl 
Untermiocaen von Mosbach-Biebrich zu stehen, si" 
lasst sich aber auoh von diesen gut unterscheiden, da 
sie konstant klcinor ist, ihre Papillen sind mehrlang" 
lich und grosser, ihre Naht eingedruckt, wogegen die 
der Mosbacher Form seicht ist; die Mundungsrande* 
sind bei der var. ornata mehr oinander gonahert und 
aussen stumpf. Die Unterschiede zwischen ihr und der 
Tuchoficer var. tenuis sind aus dem Gesagten schoB 
deutlich genug. 

Die Frage der zoitlichen Aufeinanderfolge dor Tu- 
choficer Formen von H. osculum ist nicht so leicW 
zu beantworten. Ich vermuthe, dass die Stello del' 
Hochhoimer Urform, die zur Zeit der Ablagerung dcs 
Tuchoficer Kalkes bereits in Bohmen dem Aussterben sehr nahe war, ihre var- 
tenuis eingenommen hat, von der sich allmahlig die mut. labiata abtrennte; die 
doppelt gelippte Mutation ist dann vielleicht ansgestorben. Die jiingste bohmiscbe 
Form, var. ornata von Warzen, steht mit der Mutation in keinem Zusammenhang 6, 
Die endgiltige Entscheidung muss aber der Zukunft gelassen werden; so- 
lange wir die Schichtenfolge der Tuchoficer Ablagerungen nicht grundlich kounoiii 
sind alle unsere Meinungen vom relativen Alter der dort vorkommencn Concliylic" 
nur auf Hypothesen gegriindet. — 

Sandberger stellt die Art, besonders auf Grunde der miocaenon Konncn, 
zur Section Gonostoma und fiihrt als nahe verwandt Helix (Gonostoma) corcyrensis 
Ziegel an. Meiner Ucberzcugung nach wird man aber fur H. osculum eine selbst- 
stiindige Gruppe errichten miissen. 




Fig. 44 a, b. Helix osculum Th. 

var. ornata n. — c) Skulptur lies 

letzten Umganges, 20mal vergriis- 

sert. 



37. Helix devexa Reuss. 

Helix devexa Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. p. , > r '' 
Taf. F. Fig. 4. 

— Slavik, Archiv pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 242. 

— Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 
- — Sandberger, Vorwelt p. 429. Taf. XXIV. Fig. 5—5 c. 

Testa orbicularis, depressa, spira perpaullo elata, apice obtusa, basi planulatfti 
subobtecte perforata. Anfractus quinque convexiusculi, lente dilatati, ad suturas satis 
latas depreasi, initiali excepto costulis transvorsalibus subtilissimis, paullo obliqui s ' 



51 



saepe bifldis papillisque confertis decussatim dispositis oraati. Anfractus ultimus ad 
aperturam breviter constrictus. Apertura depresso-lunaris, marginlbus callo tenui 
wnctis, reflexis, intus labiatis, basali fere stricto et coluniellari brevissimo suban- 
gulatim coniunctis. 

Das flache, zierliche Gehiiuse ist von kreisformigem Dmriss und besitzt ein 
sehr niedriges, oben sehr stumpfes Gewinde; die Grundflache ist flach, der Nabe] 
fast ganzlich verdeckt. Es besteht aus fiinf, langsam an Breite zunehinenden, durch 
ziemlich breite Niilite getrennten, flacli ge- 
wolbten Umgangen, die an der Naht etwaa 
Btarker abgeplattet sind. Den ersten glatten 
ausgenommen sind alio ubrigen Umgange mit 
sehr feinen, filters dichotonien, unregelmas- 
Sl ft'en Anwachsrippchen und iiusserst kleinen, 
dichten, in schragen Kreuzlinien geordn.eten Pa- 
pillen verziert ; der letzte ist vor der Miindung 
kurz eingeschniirt, doppelt so breit als der 
vorletzte. Seine Hbhe verhalt sich zur Hiihe 
aller iibrigen zusammengenommen wic 2 : 1 
" ls 2: l 1 ^. Die massig geneigte Miindung ist 
"nregelmassig mondformig ; ihre Riinder sind 
Kurz umgoschlagen, innen gelippt, durch einc feine Schwiele verbundcn. Der fast 
8'eradlinjge Untcrrand bildet gewfihnlich mit deni kurzen Spindclrand einen Btumpfen 
Winkel. 

Alt. 4 — (5 mm diam. m. 9 — 12 mm. 

Vorkominen : Tuchofie und Lipen, nicht hautig. 

Die grosse Form mit weitem Nabel, die Sandberger erwiihnt, aber nacb einem 
e inzigen Stiicke nicht beschreiben will, habe ich nicht gesehen. Unsere Stiicke weisen 
Ew ar sehr grosse Differenzen in der Grosse und in dor Hohe des Gewindes auf, 
aber dor Nabel ist bei alien conform. 

Von ihrer Vorwandschaft mit lebenden Arten sagt Sandberger (1. c. p. 429) : 
"Helix devexa hat die Form der Gruppe Carthusiaiia und ist namentlich der II. 
81'egaria Ziegl. aus Sicilien iiusserlich sehr ahnlich, ihre Skulptur aber ist die eincr 
«fonacha. Sie vermittelt daher zwischen diesen beiden jetzt getrennten Gruppen." 




Fig. 4£ 



Helix devexa Reuss. 



38. Helix zippei Reuss. 

Helix Zippei Reuss, Palaeontographica II. p. 24. Taf. II. Fig. 5. 

— , Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLH. p. 64. 
— — Slavik, Arch, pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 241. 

— Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 

— Sandberger, Vorwelt p. 4*8. T. XXIV. Fig. 4. 

Testa globoso-conica, apice obtusula, mamillata, basi satis convoxa, 

perforata. Anfractus quinque convexi, SUturis linearibus disiuncti, 

x cepto costulis transversalibus subarcuatis, obtusis, papillisque Bubtilissimis obloagis, 

1 ec ussatim dispositis ornati ; striae longitudinales subtilissimae, parallelae praecipue 

4* 



°btecte 



semi- 
primo 



52 





l<"ig. 40 a, b. Helix zippei Reuss 

(nat. Grossc). 



in basi conspiciuntur. Anfractus ultimus supra basin plus minusve obtusangulosus, 
ad aperturam late constrictus, breviter deflexus, dimidium omnis testae altitudinie 

aequans. Apertura obliqua lunaris, marginibus callo 
tenui iunctis, expansis, reflexis, columellari umbilicum 
partim tegentc. 

Die Schale ist baucbig kegelformig mit stumpfem, 
zitzenformigem Embryonal ende, mit ziemlich stark ge- 
wiilbter Grundfhiche. Der Nabcl ist gewohnlich theil- 
weise verdeckt. Das Gehiiuse wird von fiinf gewolbten, 
durch sebmale Nahte getrennten Windungen gebildet, 
die mit Ausnabme der ersten glatten mit bogigen, ziemlich dicbt aneinander gereibten 
Querrippchen vorzicrt sind. Die OberfUiche aller Windungen ist mit liusserst feinen, 
liinglichen, in schriigen Kreuzlinien gcordneten Papillon bedeckt ; ausserdem bemerkt 
man besonders auf der Unterseite sehr feine eingedriickte, parallelo Longitudinallinien. 
Die Umgiinge sind stumpfkantig, der letzte ist vor der Miindung kurz, bald mehr, 
baldweniger schief abwartsgebogen, breit und tief eingeschniirt ; er erreicbt ungefihr 
die Halfte der Gesammthohe der Schale. Die schiefgestellte Miindung ist mondformig ; 
ihre gegen einander geniiberto Riinder sind ausgebreitet, umgescblagen, durch eine 
Schwiele verbunden ; der schwach verdickte Spindelrand verdeckt theilweise den miissig 
weiten, tiefen Nabel. 

Diam. m. 15 — 17 mm, alt. 9V 2 — 117a mm - 

Vorkommen : Tuchofic und Lipen, nicht hiiufig. Einige Steinkerne auch von 
Stolzenhahn. 



39. Helix warzenensis n. 

Testa magna, umbilicata, globose- conoidea, convexa, apice mamillata. An- 
fractus sex, obtuse-carinati , sutura profunda disiuncti, primo et sccundo glabro 
excepto transversim costulati, costulis subtilibus, irregularibus, et papillis non re- 
gulariter dispositis, confluentibus plerumque in strias longitudinales, sed non continuaSi 

ornati. Apertura obliqua, globose-Iunaris, peristoma 
reflexum, marginibus callo iunctis. Umbilicus satis 
latus, peristomatis margine collumelari semiobtectus. 
Anfr. ultimus antice paulum constrictus. 

Die grosse, kugelig-kegelformige Schale i st 
gewolbt, mit hoher Spitze und theilweise verdecktein 
Nabel. Sie wird von sechs stumpf gekielten, durcn 
tiefe Nahte getrennten Umgiingen gebildet, die oben 
wenig, unten ziemlich stark gewolbt sind. Der erste 
und zweite Umgang sind glatt, die iibrigen mit feinen, 
dichtgedriingten Anwachsrippchen und sehr feinen, 
in unregelmiissige oft durchbrochene Liuigsstreifen 
zusammenfliessendon Papillen verziert. Die M' 111 ' 
dung ist schief, rundlich-mondformig, das Peristom kurz ausgebreitet und umgescblagen' 
seine Riinder durch eine dunne Schwiele verbunden. Der Spindelrand bedeckt their 






Fig. 47 a, b, c. Helix -warzenensis n. 
(nat. Grflsse). 



53 

Weise den massig weiten Nabel. Der letzte Umgang vor der Miindung schwach 
eingeschniirt. 

Alt. 14 mm, diam. m. 18 mm. 

Vorkommen : Ein einziges, zieinlich gut erhaltenes Stiick habe ich in Wiirzen 
gefunden. 

Unter den fossilen Arten hat sie ihre niichste Verwandte in H. Zippei Reuss, 
die ibr zwar sebr nabe steht, sicb aber dock gut uuterscheiden liisst. II. wiirzenensis 
hat ein hoheres Gewindo, die Kante ist bis zum Ende der letzten Windung deutlich, 
die letzte Windung an der Muildung nickt abwiirts geneigt, der Mundsaum ist weniger 
ausgebreitet und der Nabel breiter. Der Hauptunterschied bestebt aber in der Mikro- 
skulptur. Die neue Art ist feiner, regelrniissigcr und dicbter gestreift, ihre Papillen, 
Wie schon oben bemerkt, fliessen zusammen, indem sie unterbrochene, erhobene 
Langslinien bildeu, in welchen man einzelne Papillen nur schwer unterscheiden kann. 
'» ( 'i II. Zippei Reuss sind die Papillen ganz deutlich und regelmiissig, in schriigen 
Sl ch kreuzenden Reiheu geordnet. 



40. Helix homalospira Ileuss. 

Helix homalospira Reuss, Sitzungsber. der k. Akad. d. Wiss. XLII. p. G5. 
Taf. I. F. 3. 
— Slavik, Archiv pro pflrod. prozk. Cech I. 2. p. 241. 

Boettger. Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 290. 
— — Sandberger, Vorwelt p. 429. Taf. XXIV. Fig. 6. 

Testa sublcnticularis, spira humili, obtusa, basi satis convexa, umbilico 
utfundibuliformi, pervio, paululum obtecto perforata. Anfractus quinque convexiusculi, 
s uturis profundis disiuncti, initiali excepto „ h 

c °stulis transversalibus subarcuatis modice 
c onfertis, irrogularibus, ad basin retrorsis pa- 
P l Hisque (non oblongis !), satis distantibus de- 
Cll ssatim dispositis ornati, ultimus supra basin 
°btusangulosus, ad aperturam breviter defle- 
Xu s et late constrictus circiter % omnis alti- 
tll dinis aequat. Apertura obliqua, late lunaris, 
^rginibus callo tenuissimo iunctis, breviter 
ex Pansis, columellari brevi, superne dilatato, 
ll mbilicum paululum obtegente. 

Die Schale ist bauchig linsenformig, mit 
^ledcrem stumpfom Gewindo; die Grundfliiche 
jst ziemlich stark gewolbt, mit tiofem trichter- 
«U'migem, sehr wenig verdecktom Nabel. Das Gehause bestebt aus funf langsam an 
^''°ite zunehmenden, oberseits sehr flach gewolbten Umgangen, welche durch tiefe 
Nalite getremit sind. Die erste Windung ist glatt, alle tibrigen sind mit breiten, 
ttnissig dichten bogigen Anwachsrippchen verziert. Unter der Lupe bemerkt man auf 
(ler ganzen, sehr fcin gerunzelten Oberflache in schriigen Kreuzlinien geordnete, 
Z|( 'inlich weit voneinander entfernte Reiheu sehr feiner, rundlicher (nicht „langlicher") 






Fig. 48 a, b, c. Ilolix homalospira Rouss. 



54 

Papillen. Der letzte, iiber der Oberflachc deutlich geMelte, au der Miinduug kurz 
abgebogene und breit eingeschnurte Umgang erreicht circa a / 8 der Schalenhohe. Die 
Miindung ist schief, breit mondformig mit ausgebreiteten, durch einc Schwicle ver- 
bundenen Riindern ; der untcre ist nur leicht gekrtlmmt, der Spindclrand sehr kurz 
uud nacb aussen vorliingert, so (lass or einen geringen Theil des Nabels verdeckt. 

Diam. m. 14 — 16 mm, alt 7 l /. 2 — & l j 2 mm. 

Vorkommen: Tuchofic und Lipen, selten. 

Als die niichst verwandte lebende Art fiihrt Sandberger Helix niorguineiisis 
Philippi (Pfeiff. Chemn. ed II. p. 210 T. CVI F. 7-9) aus Birmali an, die zwar 
grosser ist, in Bezug auf Totalform und Skulptur aber sehr nalie stehen soil. 





41. Helix rarissima n. 

Testa applanata, lentifonnis, nmbilicata, ambilico satis amplo, pervio, spira 
depressa, apice plane rotundato. Anlractus quinque obtuse carinati, inferne convexi- 

ores, suturis tenuibus disiuncti, primo glabro excopto, 
costulis transversis distinctis, saepe dichotomis ornati. 
Apertura oblique lunaris, peristoma expansum (?) 

Die ziemlich dicke Schale ist flach gewolbt, linsen- 
formig, mit gowiilbter, ziemlich weit und durchgebend 
gcnabclter Unterseite. Sie wird von fiinf stumpfkantigon, 
langsam an Proite zunehmenden, durch scbmalc Nahte 
getrennten Umgangen gebildet; der bis zur Mundung 
deutliche Kiel verlauft iiber der Mitto der Ifmgange; 
ilire Oberseite ist fast flach, ihre Unterseite gewolbt. 
Der erste Umgang ist glatt, die iibrigen mit ziemlicb 
starken, abgcrundeten, oben wie unten fast gleich starkcn Querrippchen bedeckt. 
Der letzte Umgang gcgen die Miindung orweitort. Die Miindung ist schief mondfoinig, 
mit ausgebreiteten (?) Riindern. 

Alt. 4 x / 2 mm, diam. m. 10 mm. 
Vorkommen: Wiirzon, ein einziges Stiick gefunden. 

In der Gestalt stimmt das schlccht erhaltcnc Stiick bcinalic mit der devoxa- 
Gruppe, von einer nahcren Verwandtschaft kann aber keine Redo soin, da. die noue 
Art stark gerippt ist and die schonen Papillen der II. devexa Reuss vollstiin- 
dig fehlcu. 



Fig. 49 ", b, c. Helix raria 
sima n. 



42. Helix (Stenotrema Raff.) hirsutiformis n. 

Testa parva, nitida, globulosa, convexa, apico brevi mamillata, obtecte 
perforata. Anfractus 4 a / a obtuse carinati, sutura profunda disiuncti, primus ot so- 
cundus glaber, caeteri transversim costulati, costulis tenuibus, obliquis, in baSi 
testae subtilioribus. Anfractus ultimus autice breviter deilexus, maxime constrictus. 
Apertura obliqua, angustata, lunaris, peristoma labiatum, reflexum, margo columel- 
laris callosus, umbilicum tegens. 

Die kleine glilnzende Schale ist flach-kugelig, gewolbt, mit kurz zitzenb"'" 



55 





ttdger Spitze und bodeckt durcfabohrter Unterseite. Sie wird von 4?l 2 gewolbten, 

(lurch scliinale, tiefe Niihte getrennten, stumpfkantigen Umgangen gebildet; am 

Ende des letzten Umganges verschwindet der Kiel fast vollstandig. Der erste und 

zweite Uragang sind glatt, die iibrigen mit sehr feinen, scbiefen Anwachsstreifchen 

bedeckt, die auf der Unterseite noch feiner 

Warden. Etwaige Papillen sowie Spiralskulptur 

s htd nicht vorhanden. Der letzte Umgang ist 

v or der Miindung sehr kurz und schwach ab- 

Warts geneigt und sehr stark eingeschnurt, wo- 

durch die kleine, schiefgestellte, breit mondfor- 

n iige Miindung sehr verengt erscheint. Die um- 

gesclilagenen, schwach gelippten Miindungsriinder 

sind durch eine diinne Schwiele verbunden ; der 

SChwielig verdickte Columellarrand verdeckt den 

Nabel. 

Alt. 4 x / 2 mm, diam m. G 1 ^ mm. 

Vorkommen : Wiirzen, sehr selten ; ich habe 
"i den mergeligen Schichten nur zwei Stiicke gefunden, von welchen das besser cr- 
flaltene den verdeckten Nabol, die Starke Einschniirung des letzten Umganges vor 
^fir Miindung und Stiicke von umgeschlagenem Muudsaum sehen lasst. 

Die Lippe wie die Totalform der Schnecke ei-innert ungeinein Jin die nord- 
amerikanische Sektion Stcnotrema Raff., von welcher man namentlich S. hirsutum 
k&y aus Pennsylvanien als iihnlich bezeichnen kaun. 

Unter fossilen Conchylien kenno ich keine, die mit der beschriebenen neuen 
Ai't niiher verwandt ware. 




50 a, b, e. Helix (Stenotrema) hir- 
sutiformig n. 



43. Helix (Trichia) apicalis Reuss. 

Helix apicalis Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. 64. Taf. I. 
Fig. 1. 
— Slavik, Archiv pro pflrod. prozk. Cech I. 2. p. 241. 
— leptoloma Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanst. XX. p. 289. 

— var. apicalis Sandberger, Vorwelt p. 380. T. XXIV. Fig. 7. 

Testa dcpresso-conoidea, apice mamillata, spira exacte conica, basi convexa, 
ilD guste seu fere anguste perforata. Anfractus 5 1 /,, convexiusculi, suturis profundis 
"isiuncti, obtuse-carinati, cotulis transversalibus inaequalibus saepe fasciculatis, pa- 
Pdlisque oblongis subtilissimis confertis, decussatim dispositis ornati. Anfractus 
"Itiinus apcrturam versus magis magisque rotundatus et autice paululum deflexus 
circa s / a omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua lunaris, marginibus callo tenu- 
l8 simo iunctis, basali reflexo, columellari superne dilatato, umbilicum paulum ob- 
te gente. 

Die mittelgrossc Schale ist flach-kegclformig, mit scharfem, zitzenfbrmig 

lei 'vorstehendem Embryoualende, miissig gewolbter, eng oder beinahe eng genabelter 

J nterseite. Sic bestoht aus 5 1 /, flach gewolbten, (lurch tiefe Niihte getrennten Win- 

aun 8en, welche — die Embryonalwindungen ausgenommen — mit feinen, ungleicli 



56 



starken, oft bundelformig gi'uppirten Anwachsrippchen und sehr zahlreichen und 
feinen I&nglichen in schragen Kreazlinien geordneten Papillen verziert sind. Der 

letzte Umgang ist schwach und sehr kurz 
abwartsgebogen, holier als die ttbrigen ( 8 /s 
der Gesainmtliohe der Schale). Die Miin- 
dung ist schiefgestellt, mondformig, ihre 
Rtader sind durch cine sehr dtinne Schwiele 
verbunden; der untere Miindungsrand ist 
schwach umgeschlagcn, der Spindelrand 
oben erweitert, den Nabel schwach vor- 
deckend. 

Alt. 6V4 — 7'' 1 /., mm, diam. m. '-'Vi 
bis 11 7,, mm. 

Vorkommon: Tuchofic, Lipen, Kolo- 
soruk, nicht selten. Einige schlecht cr- 
halten, zu dicser Art wahrschcinlich g6" 
hiironde Stiicke besitzen wir auch von 
Stolzenhahn. 

Ihrc niichste fossile Vcrwandte is* 
Helix leptoloma Al. Br., von der sie sich 
abor besonders durch andere Verhiiltnissc 
des Nabels und auch dasjenige der Spfr a 
Die Spira der apicalis ist exakt koniscb, 
der Nabel eng odcr beinahe eng, bei leptoloma fast ganz geschlossen. — Var. sub- 
apicalis gehort nach Originalen von Eckingen zu apicalis und nicht zu leptoloma; 
sie ist grosser und im Verhaltniss der IJohe zur Breite flacher, ihre Mttndung ist 
etwas breiter. 




Fig. 51 a, h, 



Helix apicalis Reus8, ver- 
grdssort. 



zum lctzten Umgange unterscheidet. 






44. Helix (Trichia) perfecta n. 

Testa depresso-conoidea, apice brcvi mamillata, basi convoxa, umbilico ob- 
l,ecto. Anfractus 4 1 /, convexi, suturis impressis disiuncti, costulis transversalibus 

inaequalibus, inter quas papillae subtilissimae oblongae, 
partim confluentes decussatim dispositae sunt, ornati- 
Anfractus ultimus ad aperturam usque carinatus, l>""' 
illS Wh I lulum breviterc l ue ant ice deflexus, praecedentibus duplo 

altior. Aportura obliqua, lunaris, marginibus callo tenuis- 
simo iunctis. Margo basalis reflexus, collumelaris dila- 
tatus umbilicum tegens. 

Die Schale ist gedriickt kegelf'ormig mit auffallcnd 
gross angelegter Gehftusespitze, flach zitzenf8rmiger Embryonalwindung, massig g' e " 
wolbtor Unterscite, deren Nabel vollig verdeckt ist. Sie wird von bloss 4 a / 2 Win- 
dimgen gebildet, die sehr deutlich gekielt, obor und untcr dem Kiele gleichmassig 
gewolbt sind und an Breite langsam zunehmen. Mit Ausnalinie der erstcn sind sie 
mit feinen, ungleich starken, oft bundelformig gruppirten Anwachsrippchen bedeckt. 




Fig. 62 a, b. Helix perfecta n. 



57 

Die Papillen sind auf der Oberseite nur stellenweise audi bei starkerer Vergrosserung 
deutlicli ; etwas deutlicher sind sie auf der Unterseite ; sie sind fein, sehr unregel- 
oiassig, schrage Kreuzlinien bildend, gewohnlich in kurz erhabene Linien zusammen- 
fliessend. Dor letzte Umgang ist bis zum Ende deutlich gekielt, sekr kurz und 
Wenig abwiirtsgebogen, zweimal so hoch als alle iibrigen zusainmengenonunen. Die 
Mlindung ist schief, rundlich mondformig, mit durch eine sekr feine Scliwiele ver- 
ouudenen Random. Der Basakand ist schwacli umgeschlagen, der Spindelrand ein 
Wenig crweitort, den Nabel ganz verdeckend. 

Alt. 8 mm, diam. max. 12' ! / 4 mm. 

Fundort: Ich babe in Tuchofic bloss ein einziges Exemplar gefunden. 

H. perfecta halto icli fur eine gute Art; ibro bodeutendere Grosse, ihre 
auffallend gross angelegte Gehausespitze, scblrferer, bis zum Ende des letzten Um- 
Sanges ganz deutlicher Kiel, viel unregelmiissigere, in Linien zusammenfliessende 
*apillen unterscbeidon sie sehr leicht von II. leptolomn, A. Br., die wohl von den 
tossilen Gonchylien am niichsten mit ihr verwandt ist. Von der tuchoficer II. api- 
Ca Hs Reuss. unterscheidct sie sich ausserdem durch das Fehlen des Nabcls. Die 
geringe Zahl der Windungen, bios 4 a / 2 , ist gewiss auch ein besonders gutes 
"harakteristikum. 



45. Helix manca n. 

Tasta aplanata, sublenticularis, umbilico satis amplo, pervio perforata. An- 
^actus 5 convexiusculi, suturis tenuibus disiuncti, costulis transversalibus subtilibus 
c °stulati, acute carinati; ultimus autice de- 
lexus, leviter constrictus. Apertura rhom- 
"Oidea, marginibus acutis reflexis, columellari 
Partiin umbilicum tegente. 

Das Gehause ist fiach-linsenformig, mit 
«lassig weitom, durchgehenden Nabel. Um- 
gange 5, jh r e Oberfliiche mit feinen Anwachs- 
ri Ppchen verziert, die Naht schmal. Der letzte 
~ c barfkantige Umgang ist vorn abwarts ge- 




boii, 



8' e n, wenig eingescbniirt. Die Mundung ist 



Fig. 58 a, b, c. Helix manca n. 



^oinboidisch mit erweiterten, umgeschlagenen Random; der Nabel theilweise vom 
S Pindelrand verdeckt. 

Alt. 7'5 mm, diam. m. 15 mm. 

Vorkommen: Wir besitzen nur ein schlecbt erhaltenes Stiick von Warzen, 

^ as in der Grosse und beinahe auch Form der lebenden II. lapicida L. entspricht. 

Dio charakteristische Form nothigte mich die Art trotz dem schlechten Erhaltungs- 

Ustande des einzigen Stiickes zu benennen und zu beschreihen, da ich sie bei keiner 

isner bekannten Art nnterbringen konnto. 



46. Helix (Coryda) bohemica Boettger. 

Helix rostrata Reuss, Palaeontograph. II. p. 27. Taf. II. Fig. 9. 

deflexa, Reuss, Sitztingsber. d. k. Acad. d. Wis*. Wion, XLH. p. 67. 



58 



millata. 








Fig. 54 a, b, e. Helix (Coryda) bohoraica Boettg. 



Helix deflexa, Slavfk, Archiv pro pfirodov. prozk. Gech. I. 2. p. 240. 
— bohemica Boettger, Jabrb. d. geolog. Reichsanstalt XX. p. 2'JO. 
Taf. XIII. Fig. 4. a— c. 
Sandberger, Vorwelt p. 432. Taf. XXIV. Fig. 8.-8. a. 

Testa obtecte perforata, globoso-subconoidea, spira paulum elata, apice ma- 
Anfractus 5 convexiusculi, suturis linearibus disiuncti, ad basin parum de- 
press!, ultimus antice valdo deflexus, ad 
i, a aperturam leviter constrictus circiter s /« 

omnia altitudinis aequat. Costulae trans- 
versales subaequales, subtiles, densae, sae- 
pius bifidae, in anfractibus omnibus, ex- 
cepto primo et secundo glabris, obviae. 
Praeterea fasciae brunncae 1 — 6 intcrduin 
valde distinctae testam ornant. Apertura 
ampla valde obliqua, hippocrepica, peri- 
stoma expanso-refiexum, superne sinuatuffi, 
marginibus callo nitido iunctis ; margo dexter 
expansiusculus, basalis appressus, columel- 
laris callosus, arcuatus, lineari cum iffl' 
pi^essione, excavatione semicirculari oxtus 
cinctus. 

Die ziemlich dickwandige Scbale ist bald stumpf kegolformig, bald flach 
kugelig, mit zitzenfiirmigem Embryonalende und ziemlicb abgeplatteter GrundfliichG] 
deren Durchbobrung ganzlich verdcckt crscheint. Sie wird von fiinf flach gewolbtefl) 
(lurch schmale Nabte gescbiedenen, gliinzenden Umgangen gebildet, welche mit Aus- 
nahme der ersten 2 glatten mit zablreiclien, dichtgedrangten, feinen, offer gabeligen 
Anwacbsrippchen und mancbmal auch mit 1 — 5 briiunlicben Liingsbinden verziert 
sind. Der letzte, bauchigere als die iibrigen, ist vorn stark abwiirts geneigt und 
an der Miindung scbwach eingeschniirt ; er erreicbt ungefiihr % der Gesammthohe- 
Die sehr stark gegen ibn geneigto hufeiscnformigc Miindung besitzt verschicdcii 
gestaltete, durch eine gliinzende Schwiele verbundeno Bander; der obere ist namlich 
schwach eingebogen und umgeschlagen, der rechte kurz ausgebreitet, der untere 
angedrflckt, der den Nabel vcrdeckende Spindelrand endlicb scliwielig, nacb inue' 1 
scharf, nacb aussen durch eine halbkreisformigo seichto Vertiefung bcgrcnzt; i" 
seiner Mitte bemerkt man eine langliche Eindrixckung. 

Alt. 12—15 mm, diam. m. 18 — 20 mm. 

Vorkommen; Tuchoric, Lipen und Kolosoruk, haufig. Sie ist bisher nur i" 
Bohmen gefunden worden; bei Wiirzen und Stolzenhabn fohlt sie. 

Diese von IJ-euss anfangs mit Helix rostrata Al. Braun, spiiter mit If. deflexa 
Al. Braun identificirte Art hat Dr. Boettger mit Bccbt als selbststandig ausge- 
schieden. Als ihre niichsto lebende Verwaudte fiihrt Sandberger Helix ovum reguH 
Lea und II. alauda for. von Cuba an, zwischen denen sie fast in der Mitte steM- 
I infer den fossilen Arten stoht ibr am nftchsten H. (Coryda) kiukeliui Boettg- 



59 



I! 



(w. Boettger, „Fo8sile Binnenschnecken aus dem untermioc. Corbicula-Tlionen von 
Niederrad boi Frankfurt [Main]"); II. bohemica unterschcidet sich aber von ihr 
durch geringere Grosso, ihre Embryonalwindungen sind flacher und weniger gewolbt, 
( ler letzto Umgang steigt vor der Miindung plotzlicher nacli abwarts, ihre Impression 
lr i der Nabelgegend ist tiefer, der Basalrand selir regelmassig schwacb gebogen, nicbt 
gradlinig, und Lippe und Callus sind noch schwacher. Hauptunterschied aber soil das 
Fehlen der mikroskopischen Spiralstreifung bei der bohmischen Art sein, w&hrend 
s ich dieselbe bei II. kinkelini zuin mindesten an dem berabgebogenen Tbeile des 
wtzten Umganges oben vor der Miindung nabezu immer gut beobacbten liisst. Alle 
diese Uuterschiede sind so subtil, dass man vielleicbt beide Arten zusammenziehen 
"liissen wird; II. kinkelini ist, wie es scbeint, nur eiue geologisch jiingere Form 
v on bohemica ; das letzte Wort in diescr Sache gehort freilich dem, der im Stande 
Sein wird, beide Arten in grosstor Individuenanzabl vergleicben zu konnen. 

Biinderabanderungen sind bei H. bohemica ziomlich zahlreich. Ich habe in 
dieser Ilinsicht 70 Stticko von TuchoHc untersucht, von denen 4 ohne jede Spur 
e ines Bandes, obzwar sie tadellos erbalten sind, 34 mit einem Bande, 1 mit zwei 
Bftndern, 20 mit 3, 9 mit 4 und 2 mit 5 Bandcrn versehen sind. Betracbten wir 
die vierbauderige Form als Grundform, so finden wir: Die 1. und 2. Binde verlaufen 
c 'icht neben einander in der Mitte der Oberseite der Umglinge, die 3. breitere dicht 
'inter dem stumpfen Kiel, die 4. cbenso breite stent der 3. niiber als dem Nabel. 
e i einem von den vicrbiinderigen Stiicken sicht man ganz deutlich dunkle Fiirbung 
{ w Nabelgegend, die fast bis zur untersten Binde rcicht. Bei den einbiinderigen 
■^xemplaren ist es immer die zweite Binde, die cntwickelt ist, bei den zweibanderigen 
( '' e 2. und 3., bei den dreibandorigen die 2., 3, und 4. — ■ Nur bei zwei Stiicken finde 
lc h funf Binden (die oberste zwischen der Naht und der 1.). — Am wichtigsten 
Sc heint mir fur die tropische Verwandtschaft der II. bohemica zu sprechen, dass 
Slo i besonders an beiden Seiton der dritten Binde, weisslichc Zonen hat, dass sie 
also dreifarbig war. 

47. Helix (Coryda) hortulana Thomae. 

Helix hortulana Thomae, Nassauer Jahrb. II. p. L34. 

Sandbergcr, Conch. Mainz. Tert. Beck. p. 26. Taf. IV. Fig. 8. 
Boettger, Jahrb. d. geolog. Beicbsanst. XX. p. 290. 
Sandberger, Vorwelt p. 384. Taf. XXII. Fig. 22. 

— maerochila Bouss, Balaconto graph. II. p. 20. T. III. Fig. 1. 

— expansilabris Slavlk, Archiv pro pffrod. prozk. Cech I. 2. p. 245. 

Boettger, Jahrb. d. geolog. Reicbsanst. XX. p. 290. 

Testa trocluformis, spira submucronata, apice mamillata, basi subdepressa, 
"''twte perforata. Anfractus 5 ] / 2 convexi, obsolete obtusangulosi, suturis linearibus 
.^iuncti, liinis initialibus exceptis costulis transversalibus subtilibus fasciculatis et 
". ltoi 'dum fasciis brunneis continuis 1 — 5 ornati, ultimus ad apcrturam deflexus cir- 
\ l[{ ' y '/.) oinnis altitudinis aequat. Apertura perobliqua, lunata, marginibus callo 
Ul "ctiK subparallelis, supero acuto, caeteris expansis, basali appresso, intus 
acu »iiuato. 



60 





Fig. 55 01, b. Helix (Coryda) hortu- 
lana Tli. Copie nach Bandberger. 



Die Schale ist kegelformig mit vorstehendem 
zitzenformigem Erabryonalonde, bedeckt durchbohr- 
ter, schwach abgeplatteter Untersoite. Sie besteht 
aus 57a gewolbten, schwach kantigen Windungeii) 
welche durch schmale Nahte voneinander getrennt 
und die zwei ersten ausgenommen mit feinen, 
oft blindelfonnig gruppirten Anwachsrippchen 
und 1 — 5 briiunlichen Riindern verziert sind. Der letzte Umgang ist schwach 
abwiirts gebogen und an der Mundung schwach eingeschmirt ; er erreicht ungefahr 
die Hiilfte ( 4 / ) der Gosamrathohe. Die Miindurg ist sehr stark gegen den letzten 
Umgang geneigt, mondformig, mit durch eine diinne Schwiele vcrbundenen Randern ; 
der obere Mundrand ist scharf, der rechte ausgebreitet, der untere ausscn plat* 
und angedriickt, innen aber schwach gekriimmt und schneidig. 

Vorkommen: Kolosoruk, Tuchofic, Stolzenhahn, iiusserst selten. Wir be" 
sitzen ein einziges schlecht erhaltenes Exemplar von Stolzenhahn, das 19Va mW 
Hohe misst. Alle Stiicke, die bisher in Bohmen gefundon worden sind, sind so 
schlecht erhalten, dass sich das definitive Urtheil fiber sie noch nicht fallen Iftsst. 
Dr. Boettger stellt die Art audi zur Section Coryda, und nicht zu Macu- 
laria. Helix macrochila Reuss, die friiher von Reuss, Slavfk und Boettger mit H. eX ' 
pansilabris Sandb. zusammengezogen wurde, hiilt Sandberger (Vorwelt p. 387.) W r 
ideutisch init II. hortulana Thomae. 



48. Helix (Chloritis) robusta Reuss. 

Helix robusta et H. trichophora Reuss, Palaeontograph. II. p. 25. Taf. U- 

Fig. 7, 8. 

— — — Reuss, Sitzungsber. d. k. Akad. d. ^Vi sS> 

Wien, XLII. p. 67., 68. 

— — Slavfk, Archiv pro pffrod. prozk. Cech l» 

2. p. 243. 

— — Boettger, Jahrb. d. geolog. Rcichsanst. XX- 

p. 291. 
— Sandberger, Vorwelt p. 431. Taf. XXIV. Fig. 10.— 10. b. 

Testa solida, conoideo-globosa, apice perobtusa, basi convexa, semiobtecto 
perforata. Anfractus quinque convexiusculi, suturis linoaribus disiuncti, transversim 
irregulariter rugoso-costulati et papillis maioribus distantibus, decussatim, sed saepe 
irregulariter dispositis ornati, ultimus inflatus, ab initio obtusangularis sed aper- 
turam versus magis magisque rotundatus, defloxus et ad aperturam ipsara late con- 
strictus, fere 3 / fi omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua, lunata, marginih«s 
paulum approximatis, callo tenuissimo iunctis, incrassatis, expansis, columellai' 1 
calloso, dilatato, umbilicum satis latum perviumque partim obtegente. 

Die dickwandige Schale ist bauchig und ausserst stumpf kegelformig ^ 
gewolbter Unterfliiche, deren Nabel zur Hiilfte verdeckt erscheint. Sie wird von 
fiinf flach gewolbten durch schmale Nahte voneinander geschiedenen Windungen g e " 
bildet, welche mit unregelmassig runzeligen, feinen Querrippchen verziert sind. A- n 



61 



wdellosen Ex. sieht man zwiscken ihnen verkaltnissm&ssig grobe, ziemlich weit 
aus einander goriickte, in Griibchen stehende, in — oft unregelmiissigen — Kreuz- 
reihen geordnetc Papillen. Die letzte Windung ist wie alle iibrigen anfangs nocb 
Stumpf aber deutlich kantig, wird abcr bald vollig rund und erschoint vor der Miin- 
dung sebr deutlich abwarts gerichtet und breit, aber nur seicht oingeschniirt. Sie 
ls t um Ys holier als die iibrigen zusammengenommen. Die Miindung ist gegen sie 
geneigt und inondformig, mit schwach 



einander genahcrten, ausgebrei- 
toten und verdickten Riindern, die (lurch 
ei ne sehr feine, glanzende Schwiele ver- 
bunden sind und von denen sick- der 
"pindelrand nach hinten stark erweitert 
und den genug breiten, durchgehenden 
N abel zur Hiilfte bedeckt. 

Alt. 18 - 5 mm, diam. m. 28 mm; bei 
il "deren Stiicken: 1. alt. 17-5, diam. m. 




28-3 



mm; 2. alt. 15-5, diam. m. 26; 





Helix (CMoritis) robusta Reuss. 
(nat. Grosse). 



«-alt. 16, diam. m. 25*5 mm, Aus diesen 

Wenigen Beispielen sieht man deutlich, pjg. & a> h, 

wi e das Verkaltniss der Hohe zur Breite 

variirt. 

Vorkommen: Tuckofic und Lipen, nicht besonders haufig; sie scheint in 
te n unteren Schichten, in den eine liingere Zeit zu sammeln ich nur einmal Gele- 
Senheit hatte, hiiufiger zu sein; in den oberen Schichten ist sie sehr selten. 

Ich glaube Recht zu haben, wenn ich Helix trichopkora Ileuss mit robusta 
z usammenziehe. Als Hauptunterschied zwischen den beiden Arten wird von Ileuss 
1X1 Palaeontograph. II. angegeben: „Die Oberfliiche der H. robusta ist fein chagri- 
J^rt, die der trichopliora mit in etwas imregelmiissigen, wellenformigen, die Streifen 
a st regelmassig sckneidenden Reihen stehenden, feinen, narbig-hockerigen Ansatz- 
Stellen feinerHaare bedeckt." In den Sitzungsberichten XLII. p. 67. sagt erwieder: 
»**• robusta ist mit in sckragon Reihen stehenden feinen, etwas in die Quere aus- 
j&deknten, erhohten Haarnarben besetzt, welche in sehr seichten liinglichen Ver- 
wefungen s t lien. Dei II. trichopliora sind die Haarnarben nicht zu kleinen flachen 

°ckerchen erhoben, sondern kleine Griibchen, die viel gedrangter und unregel- 
ttiassiger stehen als bei H. robusta." Boettger (Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. 
p | 291.) sckreibt: „Die Art (robusta) wird etwas grosser als die verwandte tricho- 
**°ra Reuss und hat ein weniger kegelformiges, flacheres Gewinde." (Von „tricho- 
I)ll0J *a' 1 besass Dr. Boettger zu der Zeit nur 3 Stcinkerne). Um alle Meinungen 
a iznfuhren, citire ich audi Slavik, welcher der trichopkora eine schiirfere Lippe 
Ufl d nicht hockerige, sondern mehr eingesenkte Haarnarben zuschreibt. 

Die Grosse und das flachere Gewinde konnen in diesem Falle nicht als 

nte ' , scheidnngsmerkmale beigehalten werden, da sie bei robusta individuell schwan- 



ken ; 

find 



man wird schwer zwei in der Hohe und Breito vollig ubereinstimmende Stiicke 
e i. Ks bleibt also nur die Skulptur; trichopliora soil namlich bloss Grubchru, 
l0 °usta aber „flache Ilockerchen" oder „narbig-hockerige Ansatzstellen der Ilaare" 



62 

haben, das heisst Papillen, die in langlichen Grftbchen sitzen. Nach sorgfaltiger 
Vergleicluing vieler Stucke kann ich aber behaupten, dass boi den tadcllos erhaltenen 
Exemplaren in alien Griibchen noch die Papillen sitzen, wahrend man sie bei etwas 
abgeriebener oder verwitterter Schale nur stellenwcise bemerkt, oder sic fehlcn voll- 
stilndig. Es wiircn also — wenn meine Ansicht BestatiguBg finden wird — untcr 
Helix tricbophora nur mangelhaft erlialtene Stucke von robusta, bei denen die 
hockerigon Papillen aus ihren Griibchen ausgefallen sind, zu suchen. Auch in der 
Disposition der Papillen, die bei tricbophora gedriingter und unregelmassiger sein 
sollen, finde ich alle moglichen Uobergiinge von der regelmiissigsten bis zu der re- 
lativ unregelmassigen, die aber doch weit noch nicht so unregelmiissig ist, um bei 
Ueboroinstimniung aller iibrigen Charaktere als Artunterschied gelten zu konnen. 
Uebrigens zeigt die Reuss'scho Abbildung (Palaeontograph. II. Taf. II. Fig. 8. d.) g ar 
keine Unregelmassigkoit in der Papillendisposition auf ; Slavik hatte kein Stuck von 
trichophora, Boettger besass nur Steinkerne, auf denen die Skulptur freilich schon 
nicht sichtbar war. 

Auf alio diese Umstiinde mich stiitzend glaube ich annohmen zu miisse 11 ' 
dass Helix trichophora auf schlecht erlialtene, scheinbar in der Skulptur abwei- 
chende Stucke von II. robusta gegriindot war und sich als selbststandigo Art so 
lange nur infolge der Reuss'schen Autoritiit und des Mangels an Vergleichsmateria 1 
erhalten konnto. 

Ich stelle Helix robusta ubereinstimmend mit Hcrrn Br. Boettger zur GrupP 6 
Chloritis, deren Haptcharakter dio Kante um den Nabel und die weitgetrennten M'" 1 ' 
dungsriinder abgeben. 



49. Helix (Geotrochus?) obtusecarinata Sandberger. 

Helix Rahtii Reuss, Palaeontographica II. p. 23. Taf. II. Fig. 1—2. 
obtusecarinata Sandberger, Conchyl. Mainz. Tert. Beck. p. 25. 

Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien, XLH 
p. 66. 

Slavik, Archiv pro pfirodoved. prozk. 6ech. I. 2. p. 2^4- 
Boettger, Jahrbuch der geolog. Reichsanst. XX. p. 2'J 1, 
Sandberger, Vorwelt p. 430. Taf. XXIV. Fig. 9- ,J * 

Testa sublonticularis, spira subconoideto 
apice obtusula, basi convexa, obtecte peri ' 
rata. Anfractus quinque superne plani, i n ' 
feme convexi, suturis carinatis disiuncti, c0 ' 
stubs transversalibus obliquis inaequaliD uS 
papillisque creberrimis subtilissimisque ornati' 
Anfractus ultimus ad aperturam usque call' 
natus, breviter deflexus ac paulum constrict 
circiter 8 / s omnis altitudinis aequat. Vestig ia 

fasciarum brunnenscontium distantium saepo obvia, binas in basi et in parte SUP 6 ; 

distinguorc licet. Apertura pcrobliqua, subrhomhoidea, marginibus callo tenui iunctis, 




fo 



i, 



Fig. 57 a, h. Helix obtusecarinata Pandl 
Typische Form von Tuchofic. 



63 



e xpansis, dextro reflexo, basali fore, stricto, appresso, antice attenuato, columellari 
bi'evissimo dilatato, umbilicum obtegente, extus impresso. 

Die Schale ist bauchig linsenforaig mit massig hohem, stumpf-kegelformigem 
Gewinde, gewfilbter Grundfliiche, bedeckt durchbohrtem Nabel. Sie besteht aus fiinf 
oberseits nur sehr schwacb gewitlbten oder flachen, durch gekielte Niihte getrennten 
Umgangen, welche — mit Ausnabme des ersten — mit freicm Auge nur ungleich 
starke Anwacbsrippchen bemerken lassen, bei starkerer Vergrosserung aber runze- 
lige, in Grosse und Richtung variable Papillen zeigen. Der letzte Umgang ist iiber 
for Basis bis zur Mftndung stark gekielt, an der Miindung kurz abwarts gebogen, 
schwacb eingeschntirt ; er erreicht ungefiibr 3 / 6 der Gesammthohe, Oft sieht man 
n °cb braune Bander, zwei ober, zwei unter dem Kiole (von diesen vcrliiuft das eine 
frinz nahe am Kiel, das andere in der Mitte zwischen dem ersten und dem Nabel). 
ftie Miindung ist stark gegen den letzten Umgang geneigt und fast rhomboidiscb 
^it scbwach ausgebreiteten Randern, die durcli eine diinno Schwiele verbunden 
si'id. Der recbte Miindungsrand ist umgescblagen, der untere angedrttckt, vorn ver- 
en gt; der sehr kurze und breite Spindelrand erscheint aussen eingedruckt. 

Diam. m. 18—20 mm, alt 11— 12 1 /,,- 

Forma minima n. 

Differt a typo testa multo minore, spira rotundata ; anfractus supra carinam 
c °nvcxioros, apertura obliquior. 

Cnterscheidet sicb von der typischen Form durch die viel 
gerhigere Grosse, mehr kugeliges Gewinde, oben etwas mehr ge- 
Wolbte Umgango ; der letzte Umgang ist konstant verhiiltnissmassig 
toehr ahwiirts gebogen, die Miindung ein wenig, aber doch ganz 
foutlich mehr schief gestellt. 

Alt. 0-7 — 10 mm, diam. m. 15*2 — 16*5 mm, 
Vorkommen: Die typische Form kommt in TuchoHc, Lipen, 
Kolosoruk (Coll. Dr. 0. Boettger) und Stolzenhahn (1 Stttck in 
UQseren Sammlungen) vor; weiter in Gbttingen bei Ulm und bei 
A-gen (Lot et Garonne) im Kalke mit Helix Ramondi Al. Brogn. 
8e] ten. Die zierliche f. minima kenne ich nur von Tuchofic, wo ich sie in einigen 
8c honen Stuckon gesammelt babe. 




Fig. 58. Helix ob- 

tusecarinata 

Reuss forma mi- 

uima n. 



Ueberall ist sie 



Var. ofoesula n. 

Testa magnitudinc formae minimae; differt a typo carina valde obtusa, 
a Pico rotundato, umbilico latiori, omni nonobtecto? Papillae fere regulariter dispo- 
B * a 6 ) aperturam versus in lineas subtilissimas, parallelas contluontes. 

Das in der Grosse mit der f. minima ubereinstimmende Gebause ist viel 
Btutupfer gekielt, die Geh&uscspitze ist nicbt so scharf, sondern abgerundet, der 
^bel ist viel weiter, wie es scheint vom Muudsaume nicbt vollstandig verdeckt. 
^ Mikroskulptur ist regelmiissiger ; bei einigen Exemplaren sieht man ganz deutlich, 
Avio ' 'lie feinen Papillen am Endo des letzten Umganges zu dichten, untereinander 
l la i'allelen, gegen die Naht etwas schief gcstcllten erbabenen Linien zusammenfliessen. 

Alt. 9-5 mm, diam m. 14 mm. 

Vorkommen: Wir besitzen von Warzen eine ziemlich grosse Anzahl von 



64 



Stiioken, aber kcin einziges mit erhaltener Miindung; nur bei einem Exemplars kanD 
nun ein Sttlckchen ties den Nabcl nicht ganz vcrdeckenden Spindelrandes sehen. 

Der stumpfe Kiel und der konstant viel wei- 
tcrc Nabel als der der jungen typisclien Form 
charakterisieren die Varietat so scharf, dass man 
sie rneiner Meinnng nacb, wenn man ein ganz aus- 
gewachsenes Stuck finden wird, als selbstandige 
Art von H. obtusecarinata abtrennen wird. Mit 
unseren mangelhaft erhaltenen Stiicken ist aber 
unterdessen nichts anderes anzufangen, als sie — 
besonders wegen der grossen Uebereinstimniung 
der Mikroskulptur zu obtusecarinata zu stellen. 

Herrn Dr. Boettgers Mittbeilung nach schein* 
Helix obtusecarinata Hire nachsten lebenden V&"- 
wandten in der Gruppe Geotrochus Beck (vcv- 
breitet in N. Guinea, auf den Salomo-Inseln u 11 " 
in N. Britannia) zu haben. 






Fig. 69 a, h, e. Helix obtusecarinata 

lleuss var. obesula n. 



50. Helix (Geotrochus?) papillifera u. 

Testa sublenticularis, spira obtuse-conica, depressa, apice mamillata, basi 
convexiore obtecte perforata. Anfractus quinque superne plani paulum impressi, 
suturis tenuibus disiuncti, initialibus exceptis costulis transversalibus papillisq ue 
subtilibus creberrimis, inter quas multo maiores distantes, decussatim dispositae 
sunt, ornati ; ultimus carina obtusa cinctus antice breviter descendens, late constrictus 
3 / t omnis altitudinis aequat. Apertura obliqua, subrhomboidea, labiata, marginibus 
callo tenuissimo iunctis, reflexis, columellari dilatato, umbilicum obtegente. 

Die Schale ist dickwandig, fast linsenformig ; sie besitzt ein sebr flac& 
kegelformigcs Gewinde mit zitzenfSrmigem, abgerundetem Embryonalende, die Untef" 
seite des Gehliuses ist stiirker gewolbt, der Nabel verdeckt. Die Schale wird V0° 
fiinf oben ganz flachen, fast eingesenkten Umgiingen gebildet, die durch eine maSSle 
tiefe Nabt von einander getrennt werden. Die 1% ersten Umgange sind glatt, die 
Oberflache aller iibrigen ist mit schiefen, breiten, gerundeten ungleicbstarken Q 1,cr ' 
rippchen und sehr feinen und dicbten Wiirzchen, zwischen denen viel grosser 6 ' 
in schriigen Kreuzreihen geordnete Papillen eingeschaltet sind, verziert. Der letzt© 
Umgang ist stumpf, aber sehr deutlich gckielt, an der Miindiing abwarts geneig* 
und breit eingeschniirt ; or erreicht 3 /.i der Gesammthohe der Schale. Die scbief 6 
Miindung ist nahezu rhomboidisch mit uingeschlagenen, durch dine diinno Schwi° ,(> 
verbundencn Randern ; der schwielig ausgobreitete Spindolrand verdeckt den Nabel- 

Alt. 10 8 / 4 »», diani. in. 28 x / s W. Verhaltniss der Ilohe zur Brei t0 
1:2-196; bei meinen Exemplaren von Helix rahtii A. Br. betragt dasselbe Vef 
haltniss 1 : 1'60 (32 mm breit, 20 mm hoch), bei II. obtusecarinata Sandb. 1 : 1-t ' 
bis 1 : 1-59. — 

Vorkommen : Tuchofic, sehr selten. Wir besitzen nur 1 ausgewaebsenes 
Stuck; in der Sammlung des Herrn Dr. Boettger in Frankfurt a. M. babe i cl1 



65 



einige Stiicke gesehen, die — soweit ich mich jetzt erinnern kaun — mit unserem 

Stiicke vollig tibereinstinmien ; von ihrer Schalenskulptur weiss icli jedoch nichts 

bestimmtes. Das unsrige sowie die Boett- 

gerschen Stiicke wurden scbon vor mehr 

ids 20 Jahrcn in Tuchofic gesammolt; 

Weder in der Sammlung des Ilerrn Heckle 

zu Saaz noch des Herrn Oberlehrer Ihl 

in Tuchoric habe ich ein dieser Art an- 

gehorendes Stiiclc finden konnen. Anch er- 

innere ich mich noch an die Mittheilung 

Boettgers, dass „Mher bios grossere und 

ftachere Stiicke gefunden wnrden." 

Zu Helix obtusecarinata Sandb. kaun 
die beschriebene Form schon wegen Vor- 
handensein der grosseren Papillen nicht 
gezogen worden; ausserdem unterscheidet 
s ie ganz sicher die Flachheit des Gehauses 
und der stumpfe, abgerundete Kiel. Hire 
nachste fossile Verwandte ist wohl Helix 
rahtii Al. Br. aus dem oberoligociinen 
Landschneckenkalke von Hochheim, sie 

Uisst sich aber von ihr scharf nnterscheideu. II. rahtii ist viel grosser und hoher, 
die Naht ist carinirt, die Obersoite der Umgange mehr gewolbt, die Unterseite dicht 
unter dem sehr scharfen Kiel eingesenkt, wiihrend sie bei der bobmischen Art auf 
dieser Stelle am moisten gewolbt erscheint. Das Gewindo ist bei II. rahtii bedeutend 
hoher als bei der bescbrieboncn Art, bei welcher der letzte Umgang % der Gesammt- 
hohe dor Schale erreicht. Ich glaube also Grande genug zu haben, die Form als neu 
z u beschreiben. 







Fit 



co. Helix papillifera u. a, b, o uat. Grftsse, 
<l) Skulptur, 45mal vergrossort. 



XIII. Genus Cochlostyla Fer. 



51. Cochlostyla (Chloraea Alb.) lemuziana n. 

Testa globoso-conoidea, acute carinata, nitida, spira clata, apice brevi 
^amillato, umbilico obtecto. Anfractus quinque, sutura carina tecta disiuncti, inferne 
( 'onvexiores. Anfractus primus et secundus glabri, caeteri transversim snbtiliter 
( '°stulati; sulculi longitudinales subtilissimi, paralleli, conferti. Anfractus ultimus 
a ntice breviter deflexus % omnia altitudinis aequat. Apertura rbomboidea, margi- 
nil) "s rotiexis, extus acutis, callo tenui iunctis, columellari appresso umbili- 
cuiii tegente. 

Die Schale ist kugelig-kegelformig, scharfkantig, gliinzend, mit vorste- 
ae ndem Gewinde, kurz zitzenformiger Spitze und gewolbter, bedeckt durchbohrtei' 
1J asis. Sie wird von fiinf oben flach, unten mehr gewolbten Windungen gebildet, 
die — m j t Ausnahme der ersten und zweiten flatten — mit sehr feinen bogig go- 



66 






kriimmten Anwachsstreifchen verziert sind, die von ausserst feinen, dicht gedrangten, 
parallelen Longitudinalrinnen gekreuzt werden. Die Naht wird vom Kiel verdeckt. 

J)er letzte Umgang erreicht beinahe 2 /s ^ er 
Gesammthohe der Schale; er ist vorn kurz 
abwfirts geneigt. Die Miindung ist rhomboi- 
disch, ihre Bander umgeschlagcn, aussen 
scharf, durch eine diinne Schwiele verbunden, 
der den Nabel verdeckende Columellarrand 
angedriickt. 

Alt. 10 mm, diam. m. 17 mm. 
Vorkoinmen : Warzen, sebr selten. Unser 
Museum besitzt zwei junge Stiicke (gesehenkt 
vom Herrn Wenzel Fric) uhd ein ausgewack- 
senes Exemplar, das ich in Warzen gefunden 
babe. 

Der Skulptur und der Form nach ist eS 
sicher eine Chloraea aus der Verwandtschaft 
der philippinischen Chloraea huegeli P. una 
Chi. fibula F6r., sic ist aber etwas hoher, 
weniger gedrftckt als die lebenden Fornien. 
Die nachste fossile Vorwandto bat unsere A ft 
— der freundliehen Mitthcilung des lleri'ii 
Dr. Boettger nach — in Oochlostyla (Chlo- 
raea) proaerpina Oppenheim aus dem Mitteleocaen von St. Marccllo bei Ronca in 
O.-Italien. — Helix (Parachloraea Sandb.) coquandiana, Matheron aus dem unter- 
oligocaenen Palaootherien-Kalke von Mas Saintes Puelles und Villeneuve unter- 
scheidet sich von der Warzener Art durch anderes Verhaltniss des letzten Uffl- 
gauges zur gesammten Schalenhobo und viel kleinere Zahl der Langsfurcben; 
Originalexemplare waren mir loider nicht zuganglich. 





Fig. 61. Oochlostyla lemuziaua n. t a, b, c 

junges Stuck, vergrftssert; 2 a, l> erwachse- 

nes Stuck, nat. Grosse. 



XIV. Genus Omphaloptyx Boettger. 



52. Omphaloptyx bohemica n. 

Testa nitens, heliciformis, obtecte perforata, conoidca, spira data, apice 
acuto. Anfractus septem obtuse carinati, convexiusculi, scnsim accrescentes, sutura 
tenui disiuncti. Anfractus 1—3 giabri, caeteri transversim costulati, costulis latiS, 
obtusis, in medio inter suturam carinamquc evanescentibus, in strias irregulareS 
subtilissimas transeuntibus. Apertura parva, semilunaris, obliqua, peristoma simple 
margine columellari incrassato, perforationem tegente, paulum retlcxo. Plica co- 
lumellaris? 

Die kleine glanzende Schale ist konisch, mit erhabonem Gewinde, scharf^ 1 ' 
Spitze und bedeckt durchbohrter Basis. Sie wird von sieben stumpf gekiclten, 
niiissig gewolbten, langsam an Breite zunehmenden Umgangen gebildet, die durch 





Fig, 62 a—d. Omphaloptyx bohemioa u. 
e) Skulptur, vergrcissert. 



67 

Sc l'uuile Nfthte von einander getrennt sind. Die ersten drei Umgiinge sind glatt, 
TO ttbrigen tragen auf ihrer Oberseite breite, rundliche Rippen, die abor nur in 
di e Mitte zwischen die Naht und die Kante reichen und sieh dann in sehr feine, 
uoregelmassige Anwacb.sstreifcb.en auflosen. 
Die kleino Miindung ist halbmondformig, 
Schiefgestellt, das Periston! einfach, der 
^olumellarrand wenig verdickt und um- 



Die 



s^Schlagen, den Nabel verdeckend. 
s Pindelfalte? 

Diani max. 5*5 mm. 

Vorkommen: Sehr selten im festen 
Kalke von W&rzen. 

Bas hochinteressante Schneckchen hat 
«emen nachsten fossilen Verwandten in der 
ttntteloligocaenen Omphaloptyx supracostata 
Boe ttg. (Ueber die Glioderung der Cyre- 
n enmergel. Ber. uber die Senckenb. naturf. Ges. 1873.— 74.) Unsere Stiicke stimmen 
n 't dem Boettger'schen Originalexemplare, das ich zu vergleichen Gelegenheit ge- 
lat, t habe (es wurde nur ein tadelloses Stiick und einige Bruchstiicke gefunden), 
ttberein, dass die Gattung uber alien Zweifel steht, sie weisen aber doch so auf- 
Wiende Unterschiede auf, dass ich auf sie eine selbstiindige Art griinden muss. 



16 Skulptur stimmt bei beiden Arten gut ttberein; Omph. bohemica unterscheidet 

^ c 'i von Omph. supracostata besonders durch betriichtlichere Grosse und anderes 
ei 'lialtniss der beiden letzten Windungen: die vorletzte ist im Verhaltniss zur 
z ten weniger hoch. Auch scheint bei der bohmischen Art das Teristom etwas weiter 

went nur der Spindelrand) umgeschlagen zu sein; leider konnto ich die Miindung 
. cll t freilegen, ich weiss also auch nicht, ob sie auch eine Spindelfalte hat; cs ISsst 
c a ber dariibor bei so grosser Uebereinstimmung anderer Charaktere kaum zweifeln. 

. Bie Gattung Omphaloptyx gehort in die Nahc von Streptaxis; die Insertion 

' Spindel tief im Nabel erinnert viel an die Naniniden. Ausser der tiefen Spindel- 

Sertion ist fttr Omphaloptyx auch eine auf der Spindel befindliche „stumpfo, win- 

l 8 vortretende Horizontalfalte, die sich als schwache Andeutung noch etwas weiter 

( das Gehiiuse verfolgen liisst", und die Schalenskulptur charakteristisch. — Die 
tung geb8rt zu den grossten Seltenheiten ; es war bisher nur die einzige Art, 
ffi Ph. supracostata Boettg., bekannt, 



Nor 

He 



XV. Genus Buliminus Ehrenberg. 

Von der Gattung Buliminus Ehrenb. warden bisher nur zwei Arten als in 

men vorkommend angegeben, Buliminus complanatus Reuse und B. filocinctus 

uss ((j er i e t z tere nur in einigen wenigen Stttcken ohne Mtindung bekannt). Neu 

g . * 8 bmen sind Buliminus turgidulus Sandb. von Stolzenbahn und eine wahr- 

e mlich neue, mir in einem einzigen schlecht erhaltenen Stiicke bekannte Art 

'Waltscb. Die zwei erstgenannten Arten sind fur Bohmen eigeuthttmlich. 

5* 



68 



53. Buliminus (Petraeus) filocinctus Eeuss. 

Bulimus filocinctus Reuss, Sitzungsb. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLIL 
p. 69. T. II. F. 5. 

Slavik, Archiv pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 250. 
Boettger, Jahrb. d. gcol. Reichsanst. XX. p. 291. 
Sandberger, Vorwclt p. 433. Taf. XXXIV. F. 12. 

Testa solida, conoideo-turrita, apice obtusa, mamillata, basi rimata. A 11 " 

fractus octo convcxiusculi, ultimus dimidiam fere partem omnis altitudinis aequans i 

costulae transversales subtiles, valde obliquae. Filum suturaw 

distinctum. Apertura ovalis, marginibus expansis, paulum i 11 ' 

crassatis, approximatis, callo iunctis. 

Die ziemlich feste Schale ist konisch-thurmformig mit ab- 
gerundeter zitzenfSrmiger Spitze und geritzter Basis. Sie Wira 
von acht miissig gewolbton, durcli eine von einer fadcnfbrmigt" 1 
Wnlst verdeckte Naht getrennten Umgangen gebildet ; dor let/to 
nimmt ungefahr die Ilalfte der gesammten Schalenhohe ein. Ml 1 
Ausnahme der erstcn glatten sind die tibrigen Windungen w l 
sebr scbief gestellten, feinen, stellenweise zu Bandern gruppirt 611 
Anwaclisrippclien bedeckt. 

Die Miindung ist ciformig, die Mundrander cin wenig vol' 
dickt und ausgebreitet, cinander genalicrt, durcb eine duiiu 
Schwiele verbunden. 

Alt. 13 x / 4 mm, diam. max. 5 mm. 

Voi'kommcn: sehr sclten in Tucliofic. 

Diese zicrliclie Art, die bisher nur in sclilecliten Stiicl< eD 
olino Miindung bekannt war, babe ich erst ira Sommer 1889. j 
der Sammlung des Herrn Oberlelirer Karl Ihl in Tucliofic i 
zwei pracbtvollen, tadellosen Exemplaren gesehen; ich habe * 
der Stelle eine Skizze davon entworfen, die aber vielleicht u lC _' 
vollkommcn riclitig ist, was sich durch das Felilen aller Hi" 8 " 
mittel auf einer Exkursion leiclit erklaren lasst. Von Bulim 111 , 




Fig. fi.'i. Bulimiuus 
filocinctus Rcuss 
1. Copie nach Eeuss, 
2 a, h Originalzcidi 
nuiig, nat. Grflsse. 



gracilis Tliomae, dem unsere Art gewissormassen iilinlicb si 



jelit, 



untersclioidet sie sofort der Nahtsaum und die scharfer aueg 
prfigten Anwaclisrippclien. Die Art ist sehr selton; soviel mir bekannt, hatte R el1 * 
zwei Stiicke gefunden, die audi Sandberger erwfthnt; Boettger hat cin Stiick obn 
Miindung, Ihl zwei tadellose Stiicke. Das scheint alles zu scin, was bisher 
funden worden. 



54. Buliminus sp. 



scheis*' 



Das einzige bios als Steinkern erhaltene Exemplar ist — wie es 
fast ganz ausgewachsen, konisch, zur Spitze sich allmalilig verjiingend; es bes 
aus 6 Umgangen, von welchen der lctzte die Halfte der gesammten Gehiiuselank 
einnimmt. Die Naht ist tief. 

Vorkommen : Waltsch. 



G9 



Buliminus — 
Bulimus — 



Zuin Abbilden und Beschreiben ist das Stuck zu schlocht crhalten, man 
l££ inn nur soviel sagen, dass es wahrscheinlich keiaer bekantiten Art gehort. 

55. Buliminus (Medaea?) complanatus lleuss. 

Bulimus complanatus Reuss, Palaeontographica II. p. 29. T. III. F. 4. 
— — — Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII. 

p. 69. 
Slavlk, Arcbiv pro pflr. v^zkum Cech I. 2. p. 250. 
Boettger, Jahrb. der geol. lteiclisanstalt XX. p. 29. 
Sandberger, Vorwelt p. 433. T. XXIV. P. 11. 11*. 

Testa solida, oblongo-conica, apice obtusa, mamillata, basi late rimata. An- 
lr actus octo, primi fere plani, ultimus convexior, suturis linearibus disiuncti, nitiduli. 
■toitialibus tribus glabris exceptis reliqui costulis 
' r &nsversalibus obtusis obliquis, superne breviter 
*etrorsis, interdum bifidis ornati, ultimus ma- 
x inius 2 / fi omnis altitudinis aequat. Apertura vix 
°Miqua, ovalis, marginibus approximate, callo 
Pftulum incrassato iunctis, expausis, dextro ar- 
c ttato, columellari fere stricto, columella obsolete 
Plicata. 

Die miissig dickwandige Schale ist liinglich 

(e golf6rmig, mit stumpfem, zitzenfbrinigein obe- 

lenj Ende und breitem Nabelritze an der Basis. 

" s sind adit Umgftnge vorlianden; die ersten 

' Sln, l fast flacli, die folgenden werden immer star- 

fer gowolbt. Mit Ausnahme der ersten drei glatten Windungen sind die iibrigen mit 

Scl »efen, platten, oben schwacli riickwartsgebogcnen und oft dichotomen Anwachs- 

'''PPchon verziert. Die Naht ist sehr seicht, vom seicbten, engen, aber meist gut 

( ' C| itlicbeu Eindruck der unteren Windung bcgleitet ; durch die in diesem Eindrucke 

Stftrker ausgepragten Anwacbsrippcben ersclieint sie manchmal scliwacb gekerbt. 

io letzte Windung nimmt 2 / B der Gesammthoho in Ansprucb. Die fast senkrecht 

stehende eifSrmige Mllndung besitzt ausgebreitete, durch eine miissig verdickte 




Fig. Gd a, h. .Buliminus complanatus 
Rouss. 



c hwiele verbundene, einander geuiiherte Bander, von denen der recbte bogig ge- 
k'timmt, der Spindelrand aber fast geradlinig ist. An der Spindel bemerkt man die 
Sc «waclie Andeutung einer Ealte. 

Alt. 18*5 mm, diam. m. 9 mm alt. apert. 8 mm. 
Vorkommen: Tuchoric, Lipen und Kolosoruk, selteu. 
Buliminus complanatus scbeint nicbt zu Petraeus, sondern zu Medaea Bttgr. 
aua <leni West-Kaukasus zu gehoren. B. (Medaea) raddei Kob. scbeint ihm weuigstens 
ute >' den lebenden Artou am nacbsteu verwaudt zu sein. 

56. Buliminus (Petraeus) turgidulus (Sandberger). 
B. turgidulus Sandberger, Vorwelt p. 488. T. XXV. f. 21. 
Testa solida ovato-ventrosa, apice obtusa, mamillata, basi rimata. Anfractus 



70 



octo fere plani, suturis linearibus disiuncti, costulis transversalibus valde obtusis, 
latis, fasciculatis ornati, ultimus ventrosus circiter 7b oinnis altitudinis aequans. 
Apertura piriformis. Margines aperturae expansi, incrassati. 

Die ziemlich dickc Schale ist bauchig-eiformig mit sturapfem, zitzenforraigf' 11 
oberem Endo und massig broitein Nabelritze an der Basis. Sie wird von acht fast 
vollig flachen Umgangen gebildet, die durcli schmale, seichtc Nahte von ein- 
ander geschieden, mit platten, breiteu, zu Bandera gruppirten BcMefen AnwachS- 
rippchen verziert sind; der letzte Uingang ist baucbig und nimmt ungefahr 2 /s & el 
Gesaminthohe ein. Die an alien meinen Stiicken schlecht erbaltcno, wie es scheint 
birnformige Mundung steht auf dem letzten Umgange fast senkrecht, ihre Rander 

sind ausgebreitet und stark verdickt. 
Alt. 20 mm, diam. m. 9*5 mm. 
Vorkommen: Stolzenhahn, nur vier an 
Vollkommenheit viel zu wiinschen iibrig l» s * 
sende Stiicke. 

Icb glaube unsere Stiicke zu der von 
Sandberger aus den Corbicula-Scbicbten von 
Ober-Ingelbeim bcscbriebenen Art B. turgi- 
dulus einreiben zu konnen; unsere bohffli- 
scheu Stiicke sind nur ein wenig kleinei' 
(Sandberger gibt fiir sein Original 22 mm Hohe und 10 trim Breite an) und etwas 
mobr zugespitzt, im Ubrigen stimmon sie ganz iiberein. Als luiehstverwandte lebende 
Arten fiibrt Sandberger die baucbigeren Formen Arabians an, namentlich B. (P e ' 
traeus) candidus Lam. und die echlankeren aus Syrien und Palaestina, zwischen 
denen unsere Art in der Mitte stehen soil. 





Fig. 66 a, b. Buliminus turgidulus Sandb, 



XVI. Genus Sulbulina Keck. 



57. Subulina nitidula n. 



Testa nitida, subrimata, cylindraceo-turrita, apice obtusa. Anfractus septet 
convexiusculi, suturis tenuibus disiuncti, ultimus omnis altitudinis dimidium aequans, 
primus et secundus glaber, caeteri costulis transversis, haud obliquis, subtilissinds 
sulculisque longitudinalibus densissimis ornati. Apertura piriformis, marginibus te- 
nuibus, columella paulum inflcxa, infcrne truncata. 

Die glanzende, an der Basis kaum goritzte Schale ist schlank, Ianggestreckt- 
kegelformig, fast cylindrisch, mit stumpfem zitzonfbrmigem oberem Ende. Sie be- 
steht aus sieben massig gewolbten, durch schmalc Nahte von einander getrcnnto" 
Umgiingen, die rasch an Hohe zunehmen, so dass der letzte ein wenig iiber die Halfte dor 
Gesammthohe einnimmt. Die ersten Windungen sind glatt, die ubrigen mit sebr 
feinen, kaum schief gestellten, platten und unregelmassigcn Anwachsstreifen bedeckt, 
die dicht godrangt und erst bei 45-fachcr Vergriisserung sichtbar sind. 

Die eifdrmige, oben zugespitzte Mundung gleicht i\cr halben Hfihe dos 



71 



letzten Umganges. Hire Rtader sind scharf uud einfach, die 
Mimdungswand und die schwach gekriiinmte, unten abgestutzte 
"pindel sind mit einer schwachen Scliwiele belegt. 

Alt. 9 mm, diam. m. 2 s / i mm. 

Vorkommen: Selir selten in Wiirzen, ich habe die schiinc 
Art nur in festeu Kalksteinstiicken gesammelt. 

Ich glaube die Art zu Subulina stellen zu miissen, da ich 
auf einein Bruchstiicke mit besser erbaltener Miindung deutlich 
sehen kann, dass die Spindel unten abgestutzt ist; ausserdem 
Spricht fur Subulina audi die Form der Miindung und der in- 
tensive Glanz der Scbale. — Das Genus Subulina sowie Opeas 
ls t fiir Bohmen neu. Subulina ist wesentlich westafrikaniscb und 
central- und siidamerikaniscb, bat aber aucb noch ihre Ver- 
treter in Abessynien u. s. w. Den Vortretern der Gattung Opeas 
^geguen wir iiberall, wo die Banane reift, ihre Hauptvcrbrei- 
tu ng fiillt nach Central-Anierika. 




Fig. 66 a, b, e. 
Subulina nitidula n. 



XVII. Genus Opeas Albers. 

58. Opeas? corrupta n. 

Ich besitze nur ein aus zwei letzten Windungen bestehendes Bruchstiick, 
'lesson Miindung audi bescbiidigt ist ; est ist 4 mm boch und 2 mm breit, sehr schwach 
Sewolbt, fast flach. Die langlich-eiformige Miindung ist oben zugespitzt; sie erreicht 
lln gefiihr die Halfte der Hohe des letzten Umganges. Die Scbale ist nicht geritzt ; 
,lei ' unten abgebrocbone Spindclrand scheint zusammonhiingend 
gewesen zu sein. 

Vorkommen : Stolzenhabn. 

Ich erlaube mir das Bruchstiick zu beschreibeu und 
«Ua den Namen zu geben, da ich unter den Fossilien niclits 
Bauer Vcrwaudtes kenne. Wegen der Flachheit der Umgiinge 
S'aube ich es zu Opeas stellen zu miissen ; nach dor Mittheilung 
lle s Ilerrn Dr. Boettgers sind ihre niichsten lebeuden Ver- 
^udten Opeas gracilis Hutt. und pyrgula A. Ad. aus O.-Iu- 
^en u. Japan. Absolut bestimmt kann man es aber des 
^hlechteu Zustaudcs unseres einzigen Stiickes wegen nicht 
b ehaupten, man muss das Auffinden besserer Stiicke abwarten, 
lu Welches freilich bei Stolzenhabn sehr wenig Hoffnung ist. 




Fig. 67. Opeas? cor- 
rupta u. 



XVIII. Genus Cionella Jeffr. 

59. Cionella dormitzeri Beans. 

Achatina Dormitzeri lieuss, Palaeontogr. II. p. 31. T. III. f. 10. 

Cionella — — Sitzungsb. d. k. Acad. d. Wiss., Wien XLII. p. 70. 



72 




I 




Cionella Dormitzori Slavik, Archiv pro pffr. prozk. Coch I. 2. p. 251. 
— Boettger, Jahrb. d. geol. Reiclisanst. XX. p. 292. 

Sandberger, Vorwelt p. 434. 

Testa parvula, olongata, cylindrica, solida, subtilissime striata, apico obtusa. 
Anfractus sex vix convoxi, suturis tenuibus disiuncti, ultimus dimidium omnia testae 

altitudinis paullo superans. Apcrtura ovata, marginibus 
callo tenui iunctis, columella vix arcuata. 

Das kleine, liinglich-cylindrische, ziemlicb festscha- 
lige Gehiiuse ist sohr fein gestreift, glanzend, mit 
stumpfer Spitze. Es wird von seeks fast flacken Um- 
giingen gebildet, die durcb feine, oberfliicklicke Niihte 
von cinandor gctrennt sind. Der letzte Uragang ist ein 
wenig hoher als die Halite der gesammten Gehause* 
liinge; die auf ikm senkrecht gestellte Miindung ist 
oval, oben zugcspitzt, mit einfacken Randern, die durcb 
eine schwache die Miindungswand bedeckende Schwiel 
verbunden sind. Die Spindel ist sekr wenig bogig 8'°' 
kriimmt. 
Alt. 5 mm, diam. m. 2 mm. 

Vorkominen : Sekr selten in Tuckofic ; Reuss (Palaeont. II. p. 32) fiihrt sie 
auck von Kolosoruk an; ick kabe nur ein tadelloses Exemplar gesammelt. 

Das kiibscbe Fossil wurde iniblge der von Boettger (Jahrb. d. geol. Reiclis- 
anst. XX. p. 292.) ausgesprochenen Vermuthung auck von Sandberger fur eine von 
don Slavfk'schen Azecen gekalten. Ick hatte das Gliick ein vollkommenes Stiick zu 
linden, und kann infolge dessen die Selbststandigkeit dieser zierlicben Art vollig 
bestatigon. Mit den Azecen besteht keine Acbnlichkeit. Cionella dormitzori untor- 
scheidet sick von G. lubricella A. Dr. durch das schlankc Gebiiuse und schmiilere 
Miindung; von der lebenden C. lubrica Mull, untersckeidet sie sick durch die we- 
niger gewolbten Umgiinge, das andere Grossenverhaltniss der letzten Windung und 
die schmiilere, oben mehr zugespitzte Miindung; der C. lubrica var. minima Siom- 
stcht die Art schon etwas niiher. 



Fig. 08 a, b. 

Cionella dormitzori Reuss 

(Originalzeiclimmg). 



60. Cionella lubricella A. Braun. 

Achatina lubricella A. Braun in Walchn. Geogn. II. Aufi. p. 1136. 

— subrimata Reuss, Palaeontographica Bd. II. p. 31. Taf. III. F- 9> 
Cionella lubricella Sandberger, Conchyl. Mainz. Tcrt. Beck, p. 48. Taf. »• 

f. 5—5 b. 

Reuss, Sitzungsber. d. k. Acad. d. Wiss. Wien XLII p- ? ' 

— — Slavik, Archiv pro prirod. prozk. Cecil I. 2. p. 250. 

— — Boettger, Jahrb. d. geol. Beichsanst. XX. p. 291. 

Sandberger, Vorwelt p. 389. etc., Taf. XXIII. F. 3—3 &■ 
Typus : 

„Testa ovato-oblonga, apico obtnsiuscula, basi [mperforata. Anfractus septet 
planiusculi, nitidi, fere laeves, subtilissime transversim rimulosi, ultimus praece- 




Fig. G9. Cionella lubricella 

A. Br. var. subrimata 

Renss. 



73 

dentium omnium paullo minor. Apertura ovalis, superne acuminata:, marginibus 
callo iunctis, paullo incrassatis, columella vix arcuata, dilatata. 

Die Scliale ist langlich-eiformig mit stumpfem 
pberem Ende und undurchbohrter Grundflache und be- 
stol it aus sieben fast ebenen gliinzeuden, nur mit iiusserst 
feineu Querstreifchen verzierten Umgangen, von welclien 
der lctzte nur wenig nicdriger ist, als die vorhergehenden 
2l 'sammongenommen. Die senkrecht gestellte Miindung 
ls t spitz eiformig mit schwach verdickten, durch eine 
Schwiele verbundcnen Iiiindern und ziemlicli breiter, 
fcium bogig gckriimmter Spindel" (Sandberger). 

Vorkommen: Die typische Form fehlt, wie es 
Sp 'Neint, in Bohmen vollstandig. Sie kommt bei Iloch- 
' Ul i'H und Fontainebleau im Landschncckenkalko , bei 

Wiesbaden, Weissenau und Hochstadt bei Ilanau im Ilydrobienkalke , iiberall 
selten yor. — 

Var. subrimata Reuss. 

Differt a typo testa ventrosa, convexiore, anfractus ultimus omnium praece- 
( '°ntium paullo maior. 

Untersclieidet sicli von der typischen Form durch die bauchigere, mehr ge- 
WSlbte Scliale; der letzte llmgang ist etwas holier als alle iibrigen zusammen- 
genommeu. 

Vorkommen: Selten in Tuchofic und Lipon. Ich gebe der Varietat ihren 
Ul 'spriinglichen Rcussschen Namen ; ich glaube sie von der typischen Form abtrenneu 
Zu miisson, da bei unseren bohmischen Stiicken schon beim ersten Anblick die bau- 
ol,i R'o Scliale auffiillt; auch ist die Miindung unten etwas spitziger als beim Typus. 

Von den tlbrigen bohmischen Fundorten kenne ich weder die typische Form 
n °cli die Varietftt. 



XIX. Genus Azeea Leach. 



61. Azeca pumila Slavfk. 

Azeca pumila Slavfk, Archiv f. naturw. Landesdurchf. Bohmens I. 2. p. 2(>4. 
T. IV. f. 18., 1!). 

— — — Archiv pro pflrod. prozkoumanf (lech I. 2. p. 252. 

T. IV. f. 18., 19. 

— — Boottger, Jahrb. d. gcol. Reichsanst. XX. p. 292. 

— — Sandberger, Vorwelt p. 434. 

Testa ovato-oblonga, ventriculosa, apice obtusa, subtilissime striata, laovis, 
Iut ida. Anfractus sex, parum convexi, sutura superficiali coniuncti. Ultimus dimidiam 



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Fig 70 a, b. Azeca pumila 
Slavfk (Copio nach Slavfk). 



partem testae acquans. Apertura recta, trigona. Peristoma 
rectum, callosum, margine cxterno in medio dentato. Co- 
lumella lata, contorta, inferne dente calloso ornata. La- 
mella una in pariete aperturali, recta et callosa. 

Das Gehiiuse ist liinglich eiformig, etwas bauchig, 
stumpf, sehr fein gestreift, glatt, sehr gliinzend. Es besteht 
aus 6 durch eine seichte Naht getrennten, wenig gewolbteu, 
rogelmiissig aiiwacbsenden Umgiingeii ; dor letzte ist ein 
wenig holier als die Hiilfte dos ganzen GeluLuses. Di e 
auf dem letzten Umgange senkrecht stebende Miindung 
ist gerundet-dreieckig. Mundsaum gerade, verdickt, an 
die Mundungswand anliegend; der iiussere Mundrand ist kaum verdickt, in der 
Mitte etwas vorgezogen und mit einem starken, konischen Zahn bosetzt; die Spin* 
del ist breit, verdickt, unten abgestutzt und in einen stumpfen, konischen Zahn 
auslaufend. In der Mitte der Mundungswand sitzt eine ziemlich bohe und schwie- 
lige Falte, die sich aber nicht weiter in den Schlund erstreckt. 
Alt. 3 - 5 mm, diam. m. 2 mm. 

Vorkommen: Sehr selten in den mergligen Schicbten von Tuchofic. 

Ich habe nur ein tadelloses Stiick und mehrere Bruchstiicke bei Tuchofic 
gefunden. Ich meine, die beiden scbonen Arton lassen sich doch gut von einantlei' 
trennen; die Unterschiede will ich bei der folgenden Art hervorheben. 

Die aus Diluvialscbichten bekannte und noch lebend in Europa voi'kom- 
tneade Azeca tridens Leach unterscheidet sich von dieser sowie von den folgenden 
Species durch bedeutendere Griisse, gerade Spindel und abweichende Bildung der 
Ziiline. Die miocaene Azeca loxostoma Klein unterscheidet sich von unserer Art 
ansser der bedeutcnderen Grosse noch durch zwei neben einaiuler auf der Spindel 
sitzende Ziilinchen. 



62. Azeca monocraspedon Slavfk. 

Azeca monocraspedon Slavfk, Arch. f. uaturw. Landcsdurchf. v. Bohmen 1- 

2. p. 2G4. T. IV. F. 16. 17. 
— Archiv pro pflr. prozk. Oech I. 2. p. 252. T. 
IV. F. 16. 17. 
Boettger, Jahrb. d. geolog. Reichsanstalt XX. p. 292. 
Sandberger, Vorwelt p. 434. T. XXIV. F. 20, 20 h- 
(Copie nach Slavfk.) 

Testa ovato-oblonga, apice obtusa, subtiliter striata, nitida. Anfractus sex, 
paulum convexi, suturis suporficialibus disuucti, ultimus (limidiam partem oBWlS 
altitudinis subaequans. Apertura recta, trigona; peristoma rectum, callosum, margin 6 
externo medio parum producto. Columella lata,, contorta,, basi truucata et callosa- 
Lamella unica in pariete aperturali recta et callosa, deinde depressa et in faucein 
protracta. 



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Fig. 71 a, b. Azoca mo 
nocraspedon Slav. (Co- 
pie nach Slavik.) 



Schale liinglich-eiformig, obeii sturnpf, iiusserst fein und 
verscliwommon gestreift, glilnzend. Uragiinge seclis, durch seichte 
Niihte getreiint, sehr wenig gewolbt, zieirdicli rasch anwachsend, 
( ler letzte erreicht fast die Hfilfte der Gesammthohe des Ge- 
niuses. Die auf dein letzten Unigange senkreclit steliende 
Mtiuduug ist gerundet-dreieckig. Der Mundsaum ist gerade, 
Verdickt, an der Miindungswand anliegend, der iiussere Mund- 
r &nd abgerundet wulstig und in der Mitte etwas vorgezogen. 
Spindel breit, etwas gedreht, stark abgestutzt, am Endc mit 
e meni langlichen HOcker verselien. Miindungswand nut einer 
2 iemlich hohen und breiten Leiste besetzt, die nahe dem 
Mundsaum iliren Anfang nimmt und sich etwas abflachend und zur Spindelseite 
»r(lmmend in den Schluud lunabzieht. 

Alt. 4 mm, diam. m. 1*5 mm. 

Vorkommen : Sehr selten in den mergcligen Schichten von Tuchofic. Unsere 
"JUHmlungen besitzen nur drei tadellose Exemplars. 

Ich kann, wie schon bei der vorigen Species gesagt wurde, der Meinung 
"oettgcrs und Sandbergers, die A. monocraspedon for eine junge pumila halten, 
tticht beitreten. Nach einer sorgfiiltigen Vergleichung findc ich folgende Untcrschiede 
z wischen den beiden Species. Sie sind allerdings einander ahnlich; als Hauptunter- 
x cliied muss immer der Zahn des iiusseren Mundrandes bei A. pumila gelten, der 
^r anderen Species fehlt. Weiter sehe ich bei alien meinen Stiicke von monocras- 
Pedon, die doch fur unausgewaclisene Form gelialten wird, dass der iiussere Mund- 
Sftum ganz deutlich abgerundet-verdickt ist, wogegen derselbe bei der fiir ausge- 
^achsen gehaltenen pumila scharf ist. Ausserdem ist das Gehiiuse der A. pumila etwas 
bauchiger, die Umgiinge ein wenig melir gewolbt ; ihre Miiudung ist kiirzer und breiter, 
^' e Spindel endet mit einem kurzen, breiten und konischen Zahn; die Leiste an 
( ' e r Miindungswand ist iiberall gleich lioch und erstreckt sich niclit in den Schlund, 
8 °ndorn bleibt nur an der Mundpartie. 



63. Azeca vitrea n. 

Testa ovato-oblonga, subtilissime striata, laevis, nitida, apice obtusa. Anfractus 
8ex fere plani, sutura superficiali disiuncti, ultimus A \ n omnis testae altitudinis 
,l0( iuans. Apertura recta, triangularis. Peristoma incrassatum, margo externus in medio 
Status. Columella lata, contorta, basi truncata ot callosa? Lamella una in pariete 
a l>orturali, recta et acuta. 

Das langlich-ciformige Gehiiuse ist sehr fein gestreift, fast glatt, gliinzend, 
,T dt abgestumpfter Spitze. Es wird von 6 sehr wenig gewolbten, fast flachen, durch 
''''ci'Hiichliclie Nfthte getrennten Umgiingen gebildet; der etwas bauchigere letzte 
^gang nimmt "/. der ganzen Gehiiuseliinge ein. Die senkreclit stehende Mundung 
lst gerundet-dreieckig, mit verdickten Randern. Der iiussere besonders schwielig 
Vei 'dickte Mundrand triigt etwas holier als in seiner Mitte einen wenig vorsteheuden, 
Uni Pf-konischen Zahn. Die Spindel ist breit, verdickt, unteii abgestutzt und schwielig ? 



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In der Mitte der Miindungswand sitzt eine ziemlich holie, scharfe, gegen den Zahn 
des iiusseron Mundrandes gerichtete Falte. 
Alt 6 mm, diam. m. 2 1 / 2 mm. 

Diese grosste von den bohinischen Azeca-Arten komffit 
iiusserst selten bei Wiirzen, und zwar nur in den compacten 
Kalksteinstiicken vor ; ich habe nur drei Stiicke gefunden, VOtt 
welchen der eine gliicklicherweise die Miindung fast vollstiindig 
erhalten bat, nur das untere Ende der Spindel ist durcli die 
Steinmasse verdeckt ; der recbte Mundsaum mit seinem breiten 
Ziihnchen ist vortrefflicb erbalten, die Parietallamelle kann man 
auch deutlich sehen. 

Von der Tuchoficer Azeca monocraspedon Slavik una 
pumila Slavik unterscheidet sie schon die urn 1 / s bedeutendero 
Grosse ; von pumila unterscbeidet sie sich weiter durcb die mebr spitzige Gehiiuse- 
form, durch den viel mebr verdickten Mundsaum, niedrigeren Palatalzahn u. S. W. 
A. loxostoma Klein aus Morsingen etc. ist zwar in Grosse und Gestalt unserer Art 
iihnlich, ibre Miindung ist aber 4zahnig. 

Von der noch lebenden Azeca tridens Leach unterscheiden sich, wie ich 
schon bemerkt habe, alle unsere tertiaeren Arten durch abwcichende Bildung der 
Ziihne und besonders auch durch das Vorwalten des letzten Umganges ; A. vitrea »• 
steht ihr aber doch schon niiher als die Tuchoficer Arten. Mit den franzosischen 
pliocaeneu Arten (A. loryi Mich, und A. baudoni Mich, von Hauterive) ist keine 
von unscren Azeceii niiher verwandt. 



Fig. 72. Azeca vitrea n. 



XX. Greims Triptychia Sandberger, 



64. Triptychia (Plioptychia) vulgata Reuss. 

Clausilia vulgata Reuss, Palaeontograph. II. p. 34. Taf. IV. Fig. 1. 

— — — Sitzungsber- d. k. Akad. d. Wiss. XLII. p. ?4. 

Taf. II. F. 1 a. 

— Slavik, Archiv pro prlrodovcd. prozk. Oech. I. 2. p. 2. 

— Boettger, Jabrbuch dor gool. Reichsanst. XX. p. 292. 
Triptychia vulgata Sandberger, Vorwelt p. 434. Taf. XXIV. Fig. 13. 

— — Boettger, Clausilienstudien p. 23. 

Testa fusiformi-turrita, apice obtusula, basi rimata. Anfractus 13—14 fei'° 
plani, suturis lincaribus disiuncti, exceptis initialibus costis transversalibus acutis, 
plerumque simplicibus, in ultimo partim extinctis partim geminatim confluentibUS 
oniatis. Apertura recta, oblique piriformis, superne augustata, marginibus continuiS) 
solutis, fere rectis, vix reflexis.- Lamina supera valida recta in media parte parietis 
profunde intrat et intus cum lamina spiral! confluit. Lamina inferior paullo emersa 
marginem externum haud attingit. Plica suturalis obsoleta, callus lunellae instar in 
incrementis iunioribiis. 



77 




Ki^'. 73 u, It. 

Triptychia vulgata Reuss. 



Die Schale ist lang spindelforniig mit stumpfem 
oberem Ende und deutlichem Nabelritze an der Basis 
u nd wird von 13— 14 fast ebenen, durch schmalo Niilitc 
getrennten Windungen gebildet, welcbe die ersten aus- 
genommen mit scbarfen, meist einfachen, auf der lotzten 
a ber tboils erloschendcn, tbeils sich zwillingsartig ver- 
Binigenden Querrippchen verziert sind. Die senkrecht ge- 
stellte Miindung ist scliief birnformig mit ununterbrochen 
ineinander tlbergehenden, freien, kaum umgescbJagenen 
Random. Die starke fast senkrecht auf der Miindungs- 
wand stehende Oberlamelle vereinigt sich mit der Spi- 
fallameUe und setzt tief ins Innerc fort. Die untere tritt 

nur wenig hervor und erreicht den Aussenrand nicht. Plica suturalis rudimentar, tief 
a dor Miindung diclit unter der Naht; die an wechselnder Stclle, aber wenigstens 
Mefer als voile andorthalb Umgango von der Mundung an gcrechnet, liegende \ fi>r- 
Diige Mondfalte hat kaum die Bedeutung einer echten Lunelle. 

Alt. 18-3 mm, lat. 4 - 3 mm, alt. apert. 4'5 mm, hit. aper. 25 mm. 

Vorkommen: Tuchoric, Lipen, Kolosomk und Stolzcnhahn, nicht selten. 

„Die Form der Schale, die Sculptur, die Cestalt der Mundung und die 
Stellung der drei Lamellen von CI. vulgata stimmt vollkommen mit den bei der 
Section Triptychia, gewohnlichen, in welcher diese Art die kleinste mir bekannte 
form darstellt. Trotz der grosson Zahl von Exemplaren, die mir im Laufe dor 
Jahre von Tuchofic, Kolosoruk und Grosslipen durch die Hande gegangen ist, 
konnte ich nicmals eine Spur von eincm Clausilium fmden, und ich glaube mit 
Sicherheit sagen zu diirfen, dass audi dieser Species, wie don grosscren Arten der 
Section, cin solchcs abgeht." (Boettgcr.) 



XXL Genus Serrulina Mousson. 

Die Gattung Serrulina, durch auffallonde Schalenmerkmale und Lebensweise 
eharakterisirt, besitzt ein zungenformiges, nicht ausgeschnittenes, einfaclies Clausi- 
Hum ; die Zahl der wahren Gaumenfalton ist geringer als bei den echten Clausilien. 
^ie Gattung ist mit Phaedusen und Hemiphaedusen verwandt. Fossil sind bis jetzt 
u «r fiinf Arten aus dem mitteleuropaeischen Tertiaer bekannt; es sind drei Tucho- 
*foer (Serrulina amphiodon Reuss, S. polyodon Reuss und S. schwageri Bttgr.), dann 
d ie obcrmiocaene S. clessini Bttgr. aus Schwaben und die mittelmiocaene S. ptyeho- 
Wnx Bttgr. aus Oesterroich. Die Gattung hat auch nur sehr wenige lebende Ver- 
tl- eter, die alio auf Transkaukasien beschriinkt sind ; nur eine, S. serrulata Midd., 
konrmt auch auf der Krim vor. 

65. Serrulina polyodon Reuss. 
Clausula polyodon Reuss, Sitzuugsber. d. k. Acad. d. Wiss. XLII. p. 76. 
T. III. F. 13. 
— — Slavik, Arch, pro pfirod. prozk. Cech I. 2. p. 253. 



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Clausilia polyodon Boettger, Jahrb. d. geol. Reichsanst. XX. p. 293. T. XIII. F. 5. 
(Serrulina) Sandberger, Vorwelt p. 437. T. XXIV. Fig. 16.— 16 8 

Boettger, Clausiliensttidien p. 75. 

Testa conico-turrita, apice obtusa, basi anguste riinata. Anfractus 9 1 / 2 paullo 
convexi, suturis profundis disiuncti, plerumque laeves, ultimus aperturam versus 

costis distantibus ornatus circiter l /, t omnis 
altitudinis aequat. Cervix varicoso tinne- 
scens. Apertura recta, ovalis, superne ca- 
naliculata, marginibus continuis, solutis, 
extus acutis. Lamina supera brevis, fere 
verticalis, intus arcuata, spiralis continua, 
infera usque ad marginem externum ex- 
tensa ibique bifida, palatales binae, superfl 
longior ct tenuior suturac parallela, infera 
prominula e margine basali oblique ascen- 
dens, lunata inconspicua. Practerea margo 
sinister pliculis pluribus elcgantissime cre- 
nulatus. 

Clausilium tcnue, linguatum, excavatuin, 
infra paululum latius, rotundatum pauluffl* 
que incrassatum. 

Die Schale ist schlank kcgelformig roH 
stumpflichem oberem Ende und deutlicbeffl 
Nabelritze an der Basis und aus 9V S selir flach gewolbten Windungen zusammen- 
gesetzt, wolclio durcb tiefe Nahte getrennt sind. Die meisten sind vbllig glatt, nu! 
die letzte, welche etwa l / t der Gcsammthohe der Schale erreicht, ist gegen die 
Miindung bin mit einigen ziemlich weit von einander entfernten Querrippchen 
verziert. Der Nacken ist schwach wulstig aufgetrieben. Die vertikalgestellte Miindung 
ist eiformig und ltiuft oben in einen schmalen Kanal aus, ihre losgolosten und nicW 
verdickten I fancier gehen ununterbrochen in einander fiber. Die kurze, fast senkrecht 
gestellte Oberlamelle ist innen bogig gekriimmt, die Spirallamelle durchlauf'end, die 
untere erstreckt sich bis zum iiusseren Rande, wo sic dichotomirt. Von den beiden 
Gaumenfalten lauft die obere langere aber schwiichere der Naht parallel, die untere 
starkere steigt vom Aussenrande schriig nach innen und oben auf, so dass sic die 
obere im spitzen Winkel tief in der Miindung fast bertthrt. Eine Mondfalte scheint 
nicht vorbanden zu sein. Der linke Mundrand erscheint mit einer Anzahl iiusserer 
hbchst ziei^licher Fliltchen eingefasst. 

Das Schliessknochelchen ist schmal zungenfbrmig, auf der concaven Seite 
ausgckehlt, nach unten sehr wenig verbreitert und an der Spitze abgerundet und 
schwachverdickt. 

Alt. 9 - 5 mm, diam. in